Sam Taylor

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Alle Bücher von Sam Taylor

Die Republik der Bäume

Die Republik der Bäume

 (4)
Erschienen am 01.07.2008
Der lange Weg zur Liebe 2: Gay Romance

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Erschienen am 26.06.2016
The Amnesiac

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Erschienen am 03.04.2008
The Island at the End of the World

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Erschienen am 04.02.2010

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Rezension zu "Die Republik der Bäume" von Sam Taylor

Rezension zu "Die Republik der Bäume" von Sam Taylor
emeraldeyevor 7 Jahren

Michael und Louis ziehen nach dem Tod ihres Vaters mit ihrer Mutter von England zu deren Schwester Celine nach Südfrankreich. Nur wenige Monate nach ihrer Ankunft dort begeht ihre Mutter Selbstmord. Nun sind sie allein mit Celine und alle sind sie zutiefst unglücklich mit dieser Situation.
Erst als die englischen Geschwister Isobel und Alex auftauchen, leben die Brüder auf. Sie freunden sich an und beschließen, ihren Traum vom Leben im Wald in die Tat umzusetzen. Zu Beginn der Sommerferien brechen sie mit ihren Fahrrädern und wenig Gepäck auf ins Blaue, ohne jemandem Bescheid zu geben. Sie finden eine verfallene Hütte tief im Wald und richten sich dort ein.
Was als kindliches Abenteuer eines Sommers beginnt, entwickelt sich aufgrund von Missverständnissen, unerwiderter Liebe, versehntlich offen gelegter Geheimnisse, Verrat, Neid, Jean Jacques Rousseau und der "Geschichte der Französischen Revolution" zu einem Szenario, dass zunehmend durch Isolation und Machtkämpfe geprägt wird und letzendlich Folgen hat, die nie mehr rückgängig gemacht werden können.
"Die Republik der Bäume" hat mich sehr an "Der Herr der Fliegen" von William Golding erinnert, allerdings ergänzt durch die Komponenten Mädchenund Sex und der daraus resultierenden zusätzlichen äußeren und inneren Konflikte innerhalb einer isolierten Gruppe.
Die Geschichte wird konsequent aus der Sicht von Michael, dem jüngeren der beiden Waisenbrüder erzählt. Seine Wandlung vom verträumten, unsicheren Kind zu einem machthungrigen, sexuell aktiven und entschlossenen Jungen ist realistisch und detailliert geschildert.
Dass dieser Prozeß jedoch aufgrund der äußeren Umstände und Michaels innerer Verwerfungen sowie der Beeinflussung durch die anderen Mitglieder der Gruppe außer Kontrolle gerät und Michael sich letzendlich im Überschreiten immer neuer Grenzen verliert, ist zutiefst verstörend und wirft Fragen auf, die nur schwer zu beantworten sind.
Kann man Kinder sich selbst überlassen? Inwieweit formen äußere Umstände ihre Charakter? Wie entstehen Werte und Moral? Was können/müssen Eltern und andere Erwachsene tun, damit aus Kindern urteilsfähige, selbstsichere und unabhängige Erwachsene werden? Wie beeinflussen frühe Traumata (hier ist es der Verlust beider Elternteile) die Entwicklung von Kindern?
Weder hebt der Autor den mahnenden Zeigefinger noch bietet er Antworten zu den Fragen an. Er läßt uns einfach teilhaben an einem Abschnitt von Michaels, Alex`, Louis`, Isobels und Joys Leben. Es ist ein von Extremen geprägter Abschnitt, aber duchaus ein beispielhafter.
Wir verlassen Michael, während er seiner Lieblingsbeschäftigung nachgeht, dem Klettern auf Bäume. Zwei Sätze am Ende des Romans deuten daraufhin, welche Grenzen Michael noch zu überschreiten gedenkt. "Die ersten zwei sind geschafft, dachte ich. Und ich lachte."

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