2020 erhielt Karo mit gerade mal Mitte 30 die Diagnose Krebs. Seitdem ließ sie etliche Chemotherapien und Operationen über sich ergehen. Doch die Behandlungen schlagen nicht an und die Ärzte können ihr nicht mehr helfen. In ihrem gemeinsamen Buch geben Karo und Samad einen Einblick in ihr Leben der letzten drei Jahre, wie sie beide mit der Situation umgehen, an welche Grenzen sie immer wieder stoßen und was ihnen für die verbleibende Zeit wichtig ist.
Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an komplett überwältigt. Karo und Samad erzählen ihre gemeinsame Geschichte abwechselnd in kurzen Kapiteln, die sich sehr angenehm lesen lassen. Sie setzen dabei nicht nur motivierende und hoffnungsvolle Worte ein und betonen, wie wichtig Humor ist, sondern zeigen auch die Probleme auf, die sich seit der Diagnose zwischen ihnen entwickelt haben und dass es gar nicht so einfach ist, sich all seine Träume zu erfüllen, die man für seine verbleibende Lebenszeit noch hat. Diese realistische und ehrliche Seite hat das Paar auf mich sehr sympathisch wirken lassen und ich konnte mich sehr gut in beide hineinversetzen, was beim Lesen immer wieder zu Tränen in den Augen geführt hat. Wie Karo einen Weg gefunden hat, keine Angst vor dem Tod zu haben, bewundere ich sehr. Die beiden stellen immer wieder in den Fokus, wie wichtig es ist, jeden Moment bewusst mit allen Sinnen zu erleben und nichts aufzuschieben.
Auch das Thema Aufklärung spielt eine wichtige Rolle. Hätten Ärzte Karo wegen ihres jungen Alters nicht weggeschickt, als sie wegen familiärer Vorbelastung nach einer Darmkrebsvorsorge gefragt hatte, wäre die Krankheit wahrscheinlich viel früher festgestellt worden und ihre Heilungschancen damit deutlich besser gewesen. Ein kleines Highlight waren für mich die Erzählungen ihrer lang ersehnten Mexiko-Reise Anfang 2023, an denen sie Orte besucht haben, die ich ein Jahr vorher auch erkundet habe.
Kein Ratgeber hat mich bisher so sehr zum Nachdenken gebracht wie dieses Buch, weshalb ich es jedem ans Herz legen kann.


