Samanta Schweblin Die Wahrheit über die Zukunft

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Inhaltsangabe zu „Die Wahrheit über die Zukunft“ von Samanta Schweblin

Ein kurzer, spitzer Schrei, dann das Rauschen des Wasserhahns. Sosehr sich der Vater der jungen Sara auch bemüht wegzuhören, Saras grausiges Essensritual läßt sich nicht leugnen: Seine Tochter verspeist lebendige Vögel. Nur so, scheint es, bewahrt sie sich einen rosigen Teint und glänzende Augen. Wovor es sie noch bewahrt, kann man erst nach und nach erahnen. Verstörende Momente bilden den Kern von Samanta Schweblins zupackenden Erzählungen. Wo die Grenzen zwischen Realem und Phantastischem verschwinden, taucht der Leser ein in eine aberwitzige Welt, die traumartig überscharf die unsere spiegelt. Keine andere literarische Gattung ist in Argentinien so beliebt und hat eine so lange Tradition wie die der Erzählung. Samanta Schweblin, von der argentinischen Literaturkritik bereits als die beste Erzählerin ihrer Generation gefeiert und mit Cortázar und Bioy Casares verglichen, schafft mit starker Stimme und starken Bildern einen eigenen, wundersamen Erzählkosmos.

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  • Rezension zu "Die Wahrheit über die Zukunft" von Samanta Schweblin

    Die Wahrheit über die Zukunft
    hproentgen

    hproentgen

    15. January 2011 um 19:21

    »Das Leben in der Steppe ist nicht leicht, der nächste Ort liegt Stunden entfernt, und es gibt nichts zu sehen außer endlosem Gestrüpp. Von unserem Haus sind es mehrere Kilometer bis zum Dorf, aber das macht nichts; das Haus ist bequem und hat alles, was wir brauchen. Pol fährt dreimal die Woche ins Dorf, schickt den Landwirtschaftszeitschriften seine Artikel über Insekten und Insektenvertilgungsmittel und kauft ein, was ich ihm auf die Einkaufsliste gesetzt habe. Während er nicht da ist, widme ich mich einer Reihe Beschäftigungen, denen ich lieber allein nachgehe. Ich glaube, Pol wäre nicht besonders erbaut, davon zu erfahren, aber in der Verzweiflung kommen einem so einfache Dinge wie Kerzen, Räucherstäbchen oder irgendein guter Rat aus einer Zeitung ganz einleuchtend vor. Es gibt etliche Rezepturen zur Stimulierung der Fruchtbarkeit, aber da nicht alle verlässlich wirken, setze ich auf die, die mir am plausibelsten erscheinen, und folge eisern ihren Anleitungen. Ich notiere in meinem Heft jedes relevante Detail, jede noch so kleine Veränderung an Pol oder mir. In der Steppe wird es spät dunkel, was uns nicht besonders viel Zeit lässt. Alles muss vorbereitet sein: die Taschenlampen, die Netze. Pol putzt die Utensilien, während er darauf wartet, dass es so weit ist.« Eine Frau erzählt. Offenbar wünscht sie sich ein Kind, plagt sich mit Fruchtbarkeitszyklen. Doch warum spannt sie dann Netze auf? Und dann befreundet sich ihr Mann mit einem Pärchen. "Sie haben eins", sagt er seiner Frau. "Seit einem Monat." So beginnt die erste Geschichte von Samantha Schweblin, die gekonnt Reales und Surreales mischt. Egal, ob es um die Aufnahmeprüfung für Profikiller geht, um ein Kind, das sich von lebenden Vögeln nährt, um einen seltsamen Gräber in einem Badeort, oder um eine Schwangerschaft, die nicht abgebrochen werden soll, sondern ... Immer sind ihre Geschichten spannend, Kafkas Verwandlung in Argentinien, magischer Realismus der ganz eigenen Art. Nicht das Buch, das man auf einen Zug durchliest, eher eins, das man Häppchen für Häppchen genießt. Zu unterschiedlich sind die Themen und die Geschichten. Aber ein Lesevergnügen der besonders ungewöhnlichen Art. Wer also auf Entdeckungen gehen will in Texten, die noch unkartiert sind, findet hier reiche Beute. Leseprobe: http://www.amazon.de/gp/reader/3518421425/ref=sibdppt#reader-link Homepage der Autorin: http://www.samantaschweblin.com.ar/ Die Wahrheit über die Zukunft, Kurzgeschichten, Samantha Schweblin, Suhrkamp, März 2010 Spanischer Originaltitel: Pajaros en la boca, aus dem Spanischen übersetzt von Angelica Ammar ISBN-13: 978-3518421420, gebunden, 130 Seiten, Euro 19,80

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  • Rezension zu "Die Wahrheit über die Zukunft" von Samanta Schweblin

    Die Wahrheit über die Zukunft
    Agatha-Rory

    Agatha-Rory

    05. May 2010 um 20:44

    „Die Wahrheit über die Zukunft“ bietet auf 130 Seiten ein interessantes Spektrum an Erzählungen. Das Buch besteht aus vierzehn Erzählungen, die den Leser in eine andere Welt eintauchen lassen: - In der Steppe - Mein Bruder Walter - Einen Hund töten - Schmetterlinge - Unter Erde - Letzte Runde - Köpfe gegen Asphalt - Der Mund voller Vögel - Die Raserei der Pest - Das Maß der Dinge - Der Gräber - Irman - Der Weihnachtsmann schläft bei uns - Konserven Die einzelnen Erzählungen besitzen viel Potential, sind sehr vielseitig und bieten Abwechslung zur alltäglichen Literatur. Die Übergänge zwischen Realität und Fantasie gehen fließend ineinander über. Man kann nicht eindeutig sagen, wo die Wirklichkeit endet und wo die Fantasie beginnt. Der Einstieg in die Erzählungen gelingt sofort und man ist Teil der Geschichte. Die Skurrilität einzelner Handlungsstränge ist zu fesselnd, um mit dem Lesen aufzuhören. Bei einigen Erzählungen glaubt man einfach nicht, was man liest. Einerseits könnte es real sein, andererseits fragt man sich, ob es sich nur um ausgedachte Geschichten handelt. Es ist einfach zu irreal. Man findet kaum Worte, um diese Begebenheiten zu beschreiben. Die Geschichte über einen Mann, der zuerst getestet werden soll, bevor er einen Auftragsmord übernehmen kann, indem er einen Hund tötet, fand ich persönlich besonders grausam. Auch die Geschichte über ein junges Mädchen, das Vögel anstatt Nahrung zu sich nimmt, ist sehr sonderbar und furchteinflößend. Die Erzählung „In der Steppe“ als Einstieg zu wählen, finde ich besonders klug. Man ist sofort mit einer unglaublichen Wirklichkeit konfrontiert, die viel Spielraum für die eigene Fantasie lässt und den Leser auf die folgenden Geschichten neugierig macht. Wenn man sich vorstellt, dass diese Geschichten Realität sein könnten, dann hat das schon eine beunruhigende Wirkung auf den Leser. Bei diesem Buch handelt es sich nicht gerade um leichte Literatur, dafür aber um spannende. Ich denke, der eine oder andere Leser wird seine Zeit brauchen, um damit warm zu werden. So etwas habe ich noch nie zuvor gelesen. Ich denke, es lohnt sich diese Sammlung an Erzählungen zu lesen. Ein interessantes und bemerkenswertes Buch, das ich jedem empfehlen kann, der eine Abwechslung von der alltäglichen Literatur braucht. Samanta Schweblin hat eine interessante Art zu schreiben. Eine Autorin, auf deren Werke man in Zukunft gespannt sein kann.

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