Samantha Cristoforetti

 4.3 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Die lange Reise.

Lebenslauf von Samantha Cristoforetti

Samantha Cristoforetti, geboren 1977 in Mailand, ist eine italienische Astronautin und Kampfpilotin. Sie studierte Luft- und Raumfahrttechnik an der TU München. Beim Auswahlverfahren der ESA setzte sie sich gegen mehr als 8400 Bewerber durch und wurde 2009 als einzige Frau unter sechs neuen Astronauten, darunter auch Alexander Gerst, ins Europäische Astronautenkorps berufen. Von November 2014 bis Juni 2015 war sie mit zwei Amerikanern und drei Russen auf der Internationalen Raumstation (ISS). Sie spricht Italienisch, Englisch, Deutsch, Französisch und Russisch und arbeitet im Astronautenzentrum der ESA in Köln.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Samantha Cristoforetti

Cover des Buches Die lange Reise (ISBN:9783328601036)

Die lange Reise

 (3)
Erschienen am 02.09.2019

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Rezension zu "Die lange Reise" von Samantha Cristoforetti

Ein Muss für Weltraum Fans
TanyBeevor 4 Tagen

„Die lange Reise“ – damit ist natürlich einerseits der Flug zur ISS gemeint, aber andererseits auch die lange Vorbereitung für diesen Moment. Samantha Cristoforetti ist von November 2014 bis Juni 2015 auf der ISS, aber die Vorbereitung für diesen Aufenthalt beginnen im Jahr 2009. Und eigentlich noch früher, denn sie hatte den Traum, Astronautin zu werden, seit ihrer Jugend und hat ihre Ausbildung darauf ausgerichtet.

Das Buch startet mit einem Bericht des Auswahlverfahrens der neuen Europäischen Astronauten. Und es wird schnell klar: es ist auch eine ordentliche Portion Glück dabei. Die ESA sucht nämlich nur sehr selten neue Anwärter, seit dem Auswahlverfahren im Jahr 2008 gab es keines mehr.

Dann folgt eine lange Ausbildung, die rund um den Globus stattfindet: In Russland, Deutschland, Japan und den USA. Es ist interessant zu sehen, mit welchen Mitteln die Astronauten ausgebildet werden. Ein Weltraum-Außeneinsatz an der ISS wird beispielsweise an einer nachgebauten ISS unter Wasser (im Raumanzug selbstverständlich!) geübt.  

Der spannendste Teil des Buches ist aber natürlich die Schilderung des Flug zur ISS, der Zeit dort und des Rückflugs. Einfach Wahnsinn! Man bekommt einen tollen Einblick in den Alltag der Astronauten und auch in Notsituationen. Als Ergänzung habe ich mir auf YouTube Videos vom Samantha Cristoforetti angeschaut, die sie auf der ISS aufgenommen hat. So kann man sich alles noch besser vorstellen.

Ich habe noch keine andere biographischen Bücher von Astronauten gelesen, aber ich könnte mir vorstellen, dass dieses eine interessante Perspektive bietet, da Christoforetti aus Italien stammt und damit vielleicht etwas neutraler berichtet als US-Amerikaner oder Russen  das tun würden. Sie verfällt auch nicht in eine Heldenpose sondern berichtet ganz aufrichtig von den schönen Momenten, der harten Arbeit und auch von Sorgen oder Schwächen.

Ich kann das Buch allen empfehlen, die sich für Raumfahrt interessieren und allen, die ihre Abenteuer lieber von der sicheren Couch zu Hause erleben (so wie ich). Es ist toll geschrieben, nicht zu technisch, damit es für jedermann verständlich bleibt, aber man lernt trotzdem eine Menge. Außerdem richtig spannend und fesselnd! (Die ersten ca. 70 Seiten sind etwas langatmig, aber sobald man darüber hinaus ist, wird es wesentlich besser, nicht abschrecken lassen.)

Eine große Empfehlung für alle Weltraum-Fans.

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Rezension zu "Die lange Reise" von Samantha Cristoforetti

Cosmic Girl
DoriZanvor 12 Tagen

2014/2015 verbrachte die Italienerin Samantha Cristoforetti 200 Tage auf der Internationalen Raumstation ISS. Bis dahin war es ein langer Weg für die Ingenieurin und Kampfpilotin, der sie in 5 Jahren vom mehrstufigen Auswahlverfahren über Ausbildungen in diversen Seminarräumen, Überlebenstrainings in russischen Wäldern, Belastungstests in Zentrifugen und Vakuumkammern und Trainings in verschiedenen Raumanzügen in riesigen Wasserbecken um die ganze Welt führte und sein Ziel auf der Startrampe der Sojus-Rakete im kasachischen Baikonur und schließlich auf einer Umlaufbahn 400 km über der Erde fand.

Die Schilderungen der Ausbildungen und Vorbereitungen für den Aufenthalt im All nehmen den größten Teil des vorliegenden Buches ein. Samantha Cristoforetti beschreibt dies auf eine so sympathische Weise und mit einem sehr persönlichen und intimen Blick, dass ich mir in manchen Situationen wünschte, dabei gewesen zu sein. Sie schreibt über die vielen Menschen, die ihr auf dem Weg in die Raumstation in vielen Ländern der Erde begegneten, von den Experten für Raumanzüge, dem medizinischen Personal, den Technikern und Ingenieuren, Köchen und Schneiderinnen und wirft damit auch ein kleines Licht auf diejenigen, von denen der raumfahrtinteressierte Laie ansonsten nichts sieht und hört. Zumindest dann nicht, wenn alles so funktioniert, wie es soll. Beindruckt und fasziniert haben mich vor allem der Teamgeist und die Zusammenarbeit der einzelnen Protagonisten unabhängig von Alter, Geschlecht und Nationalität. Ganz wunderbar und einfühlsam schreibt Samantha Cristoforetti auch über ihre Crewmitglieder, die mir als Leserin, so wie sie selbst, gleich mit ans Herz gewachsen sind.

Im vorliegenden Werk offenbart die Autorin nicht nur hohen Sachverstand und Einfühlungsvermögen, sondern auch ein großes schriftstellerisches Talent. Trotz des zum Teil sehr technischen Sujets kommt beim Lesen zu keiner Zeit Langeweile auf und einige Teile ihrer Aufzeichnungen kommen sogar fast philosophisch daher.

Besonders im zweiten Teil des Buches, der den Aufenthalt auf der ISS schildert, beantwortet Cristoforetti Fragen über das Leben in der Schwerelosigkeit, die ich mir schon stelle, seit mein Interesse an Raumfahrtthemen vor einigen Jahren erwachte. Banale, alltägliche Dinge. Wie geht man bei Schwerelosigkeit auf die Toilette? Wie funktioniert das Haarewaschen? Wo und wie schläft man und wie kommuniziert man mit den Daheimgebliebenen?

Die Autorin schreibt mit Leichtigkeit und einer verspielten Freude über die aufregenden Dinge im Leben einer Astronautin, aber auch mit großer Ehrlichkeit über die Anstrengungen, Entbehrungen und Enttäuschungen die Raumfahrende und sie selbst im Speziellen erfahren haben.

Die lange Reise – Tagebuch einer Astronautin ist das faszinierende Buch einer beeindruckenden Frau, die fern jeglicher Überheblichkeit über eine Erfahrung schreibt, die nur wenigen Menschen bisher vergönnt war und die dem sonst so entrückten, für Ottonormalbürger schwer zu greifenden Thema Raumfahrt eine menschliche Dimension verleiht, wie ich es bisher noch nirgendwo anders gesehen, gehört oder gelesen habe. Eines meiner Lieblingsbücher 2019 und überhaupt.

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Rezension zu "Die lange Reise" von Samantha Cristoforetti

Interessante Einblicke in das Leben auf der ISS – wenn man bis dahin durchhält
Caillean79vor einem Monat

Samantha Cristoforetti ist eine von wenigen Frauen in einem außergewöhnlichen Beruf: Astronautin. In den Jahren 2014/2015 durfte sie an einer ISS-Mission teilnehmen und über diese besondere Erfahrung und die langjährige akribische Vorbereitung berichtet sie in diesem Buch.


Man kann das Buch gedanklich in zwei Abschnitte teilen: der erste (und weit größere) Abschnitt befasst sich mit ihrer Ausbildung, dem Auswahlverfahren für angehende Astronauten und der Vorbereitung auf den Raumeinsatz. Der zweite (kürzere) Teil beschreibt ihre Zeit auf der ISS. Hier muss ich sagen, im ersten Teil wurde meine Geduld etwas auf die Probe gestellt. Denn Frau Cristoforetti berichtet sehr detailliert über alle möglichen Simulationen, Trainingseinheiten und Manöver, die es immer und immer wieder zu üben galt, bis man sie quasi blind beherrscht. Mir schwirrte irgendwann der Kopf vor lauter technischer Details, aber es wurden mehr und mehr Trainingseinheiten akribisch genau beschrieben. Bis etwa Seite 300 geht das so – das war mir wirklich zu viel. Ohne Frage, eine solche Vorbereitung ist notwendig und wichtig für einen Einsatz im Weltall. Natürlich muss jeder Handgriff sitzen und so einstudiert sein, dass man auch im Ernstfall einen kühlen Kopf bewahrt. Das sehe ich vollkommen ein. Aber für den „einfachen Leser“ wird das mit der Zeit wirklich anstrengend (zumindest ging es mir so).


Ich war neugierig auf den Bericht vom ISS-Alltag, von der ungewöhnlichen Lebenssituation und vor allem auch darauf, wie man als Mensch mit Gefühlen, Ängsten und dem Leistungsdruck umgeht. Diese Erwartung wurde aber nur teilweise erfüllt. 


Zunächst mal: wer bis Seite 300 durchhält, wird mit interessanten Fakten über die ISS-Mission belohnt. Es ist wirklich spannend zu lesen, wie der Arbeitstag eines Astronauten auf der ISS aussieht, wieviel persönlichen Freiraum man aufgeben muss, wieviel Medienaufmerksamkeit man ausgesetzt ist, aber auch, welche Experimente mit welchen Zielen im All durchgeführt werden. Dieser Teil des Buches hat mir sehr gut gefallen und den würde ich auch mit 5 Sternen bewerten. 


Was mir aber zu kurz kam, war die menschliche Seite. Frau Cristoforetti scheint im Allgemeinen ein sehr rational denkender Mensch zu sein. Ängste scheint sie kaum zu kennen. Mich hätte noch viel mehr interessiert, wie man eine Erfahrung wie den Sojusflug zur ISS oder zurück reflektiert, welche Gedanken einem durch den Kopf gehen, wenn man zusammengekrümmt in der Sojuskapsel sitzt und weiß, es könnte in ein paar Sekunden auch alles vorbei sein und man könnte seine Familie und Liebsten nie wieder sehen… bei ihr liest es sich alles wie ein einziges Abenteuer auf dem Spielplatz Astronautenbasis oder Raumstation. Vielleicht ist es einfach ihr Wesen, dass ihr Gedanken übers Scheitern oder über Risiken scheinbar nie in den Kopf kommen (da bin ich wohl ganz anders gestrickt). Aber mir war der Bericht dadurch zu „glatt“. 


Meine Empfehlung kann ich daher eher für den zweiten Teil des Buches ab ca. Seite 300 geben, wo absolut interessante Einblicke ins Leben auf der Raumstation ISS gegeben werden. Der erste Teil ist mir zu ausschweifend geraten, auch wenn mir bewusst ist, dass diese lange Vorbereitung absolut notwendig ist für „Die lange Reise“. Daher meine geteilte Meinung und im Ganzen 3 Sterne. 

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