Lottie ist 75 Jahre alt und führt ein ruhiges Leben, aber vor Jahrzehnten hat sie einige Leute ermordet, weil es sich irgendwie ergeben hat. Sie war als einzige Verdächtige in den Schlagzeilen, die Polizei konnte ihr nichts nachweisen, ihr Ruf war jedoch ruiniert. Daher lebt sie schon lange mit einem neuen Namen an einem anderen Ort, als allerdings eine Journalistin auftaucht, die für eine Doku-Reihe Fragen über Lotties Verbindung zu alten, ungelösten Morden stellt, muss sie wieder morden, um sich zu schützen. Mit schwindender Kraft, Arthritisbedingten Schmerzen sowie Bluthochdruck ist Spuren und Leichen beseitigen oder Unfälle inszenieren aber extrem mühsam. Zudem war früher wirklich alles besser, einfacher - zumindest was das Morden betrifft; keine DNA-Beweise, keine Überwachungskameras überall und auch keine Smartphones, die registrieren, wer wann wo war. Als verschiedene Leute bei ihr auftauchen, die nach der vermissten Journalistin suchen, darunter die Polizei, wird leider klar, das stressige Morden, Planen, Vortäuschen sowie Lügen muss weitergehen …
“Too old for this” ist ungemein unterhaltsam, voller interessanter Betrachtungen sowie überraschender Wendungen, Lottie ist großartig gezeichnet und zum Ende hin wird die Handlung nervenaufreibend spannend!
Lottie überschätzt sich nicht, sie weiß, dass sie technisch nicht auf dem neuesten Stand ist, dass sie vieles nicht kontrollieren kann und legt sich daher meistens plausible Erklärungen für die Fehler, die ihr im Nachhinein auffallen, zurecht. Sie hat es zur Kunstform erhoben nebenbei erfundene Hinweise zu streuen, die von ihr ablenken und auf jemand anderen deuten. Sie findet schnell heraus, wie andere ticken, wie man sie manipulieren kann. Man kann schließlich nur so und so viele Menschen, zu denen man Kontakt hatte, innerhalb kurzer Zeit ermorden, ohne verdächtig zu wirken: manche “Bedrohungen” muss man auf falsche Fährten führen, hoffen, dass sie sich verlaufen. Aber einige ihrer Lügen verselbstständigen sich, weshalb sie immer weiter lügen muss, was zunehmend anstrengender sowie riskanter wird …
Zudem muss sie sich mit ihrer emotional bedürftigen Schwiegertochter in spe und ihren “Kirchenfreundinnen” herumschlagen. Außerdem ist sie nicht die Einzige, die gewieft ist …
Der amüsante, düster komische Erzählstil und die skurrilen Herausforderungen, denen die 75-jährige sich stellen muss, sind facettenreich sowie faszinierend verstörend gestaltet. Ich empfand die Handlung als sehr interessant, manchmal zog sie sich für meinen Geschmack ein bisschen, aber zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse!
















