Samuel Selvon Die Taugenichtse

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Inhaltsangabe zu „Die Taugenichtse“ von Samuel Selvon

Ein Roman wie ein Lieblingssong Moses, Big City, Fünf-nach-zwölf und die anderen setzen große Hoffnungen in ihr neues Leben im »Zentrum der Welt«, so nennen sie das London der Nachkriegszeit. Sie sind aus der Karibik hierhergekommen, jetzt staunen sie über die Dampfwolken vor ihren Mündern. Und wenn der Wochenlohn wieder nicht reicht, jagen sie eben die Tauben auf dem Dach. Kapitulation? Niemals! Stattdessen beginnen die Überlebenskünstler, sich neu zu erfinden – und ihre neue Heimat gleich mit. Samuel Selvons Ton zwischen kreolischem Straßenslang und balladesker Suada setzt sich sofort ins Ohr. Bedingungslos aufrichtig erzählt Selvon von den ersten Einwanderern Englands, die das Land für immer verändert haben – sein Denken, seine Sprache, sein Selbstverständnis. Mit einem Nachwort von Sigrid Löffler Die literarische Entdeckung!

Eine authentisch erzählte Geschichte über die Einwanderung in England.

— Belladonna
Belladonna

Ein ganz eigener besonder Stil, es wirkt fast zeitlos auf mich, die Geschichte von Einwanderen hier in England, wie ein Klassiker

— Buchraettin
Buchraettin

Ein Porsche unter den Büchern - schnell geschrieben, optisch auffallend, sprachlich andersartig, außergewöhnlich gut, humorvoll und real.

— Binea_Literatwo
Binea_Literatwo

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  • Einsame Londoner

    Die Taugenichtse
    Bri

    Bri

    12. July 2017 um 10:30

    Schon immer sind wir Menschen auf der Suche nach einem Ort, an dem wir frei, friedvoll und gut leben können. Werden die äußeren Lebensumstände zu schlecht, ziehen wir weiter, denn unsere Kinder sollen es gut haben oder sogar besser als wir. Gibt es keine Freiheit, sei es im Denken oder Tun, dann wird es eng. Unterschiedliche Menschen reagieren darauf natürlich mit unterschiedlichen Strategien. Innere Emigration nennt man es, bleibt man trotz widrigster äußerer Umstände, die in Meinungsfreiheit, Repression, Gewalt und ähnlichem bis schlimmeren enden, dort wo man geboren wurde. Von Glück kann man sprechen, haben wir ein Dach über dem Kopf und eine gewisse Sicherheit, dass es uns bleiben wird ; dass wir auch morgen vor die Tür treten zu können, ohne Angst haben zu müssen, nicht zu wissen, woher wir sauberes Trinkwasser, gesundes Essen oder einfach ein wenig Geld dafür bekommen, um uns über Wasser halten zu können. Wir wissen nicht genau, was uns antreiben würde, unsere Heimat, so wir etwas haben, was wir so nennen, zu verlassen. Auf der Suche nach einem besseren Sein. Dass sich viele Menschen so etwas wünschen, ein besseres Leben, ist nur legitim. Dazu hat prinzipiell jeder das Recht, der Mangel leidet. Der Ort, an den man sich in der Hoffnung auf ein gutes Leben begibt, ist manchmal weit entfernt und oft unbekannt.[Weiterlesen ...]Dass Flucht, Auswanderung, Emigration das Leben der Betroffenen nicht nur zeitweise prägen, davon weiß Ilija Trojanow klug und eindrücklich in seinem kürzlich bei S. Fischer erschienen Buch Nach der Flucht zu berichten. Ein fundierter und äußerst lesenswerter Beitrag dazu ist bei Kaffeehaussitzer erschienen. Er macht klar, weshalb sich Menschen entscheiden, ihre Heimat zu verlassen und was das für sie heißt - ein Leben lang. Dass das keine neue Erscheinung ist, wird ebenso deutlich.In den Fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts kamen viele, vor allem männliche, Einwanderer aus der Karibik nach London, das sie "das Zentrum der Welt" nannten, um dort Arbeit und ein besseres Leben zu finden. Ihre Heimatländer waren Teil des Britischen Empire, und so sind sie noch nicht einmal als Fremde zu bezeichnen. Englisch sprachen sie alle, wenn auch nicht akzentfrei oder perfekt. Und dennoch wurden sie wegen ihres andersartigen Aussehens als "Mokkas" bezeichnet. Aus der karibischen Sonne kommend erfuhren sie vor allem eines: Kälte, Sommers wie Winters, und Einsamkeit. Und das, obwohl man sie eigentlich gerufen hatte. Sie waren die ersten Einwanderer Englands, so etwas wie die in der BRD der Nachkriegszeit als "Gastarbeiter" bezeichneten Menschen aus südeuropäischen Ländern, die halfen, das Land in das später viel gelobte "Wirtschaftswunderland" zu verwandeln.Samuel Selvon, selbst 1923 in Trinidad geboren, war einer von ihnen. Er jedoch gab ihnen mit seinem wunderbaren Roman "Die Taugenichtse" (Originaltitel "The Lonely Londoners") eine unverkennbare Stimme. Zwar ist der Roman schon 1956 erschienen, doch nun liegt er erstmals in einer hervorragenden Übertragung von Miriam Mandelkow auch auf Deutsch vor. Seine Figuren erscheinen unglaublich plastisch, frisch von den Londoner Straßen weg in den Roman transferiert. Natürlich sind sie anders, verhalten sich anders als die "eingeborenen" Briten. Schon das Klima, in dem sie aufwuchsen - Sonne, Wärme, umgeben vom Meer - ist ja ein ganz anderes und lässt vermuten, dass unter solchen Umständen ein etwas anderes Weltbild in den Köpfen der Menschen entsteht, als im kühlen Nebel der Großstadt.Was die Einwanderer Selvons in London erleben, ist nicht alltäglich, obwohl sie sich doch einfach nur bemühen, den Takt der Großstadt mitzugehen. Die Stimme, die Selvon seinen Protagonisten, die solch klingende Namen tragen wie Moses, Big City oder Fünf-nach-zwölf, verleiht, ist kreolisch. Das gibt dem Roman eine ganz eigene Atmosphäre, die scharfe Bilder im Kopf entstehen lässt. Auch wenn die einsamen Londoner allesamt etwas schelmenhaftes an sich haben, so wirken sie doch nie ganz verschlagen oder gar hinterhältig. Eben eher wie Menschen, die den Ernst ihrer Lage nicht wahrnehmen können. Wollen vielleicht schon, doch können eben nicht. Eine gewisse Unschuld haftet ihnen an, auch wenn man ihre Handlungsweisen - gerade als Frau - nicht durchgängig nachvollziehen kann. Immerhin zeigt Selvon seine Landsleute ungemein ehrlich und aus ihrer eigenen Perspektive, das alleine ist überraschend frisch und zeigt, wie modern der Roman bei seiner Entstehung war. Glücklicherweise ist er jetzt auch für uns Leser im deutschsprachigen Raum verfügbar.

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  • Einwanderergeschichten in fürchterlicher Sprache

    Die Taugenichtse
    Federfee

    Federfee

    18. June 2017 um 09:31

    Ein Büchlein von 159 Seiten über eine Problematik, die immer noch aktuell ist, vielleicht aktueller denn je. Ich muss ehrlich sagen, ich habe es nach dem ersten Anlesen empört zur Seite gelegt. Warum? Wegen der Sprache.Der Autor Selvon sagt selbst, dass er ein literarisches Kunstprodukt geschaffen hat. Ich weiß ja nicht, wie er 'literarisch' definiert, aber für mich ist ein Fettstuhl keine Kunst und ein Buch mit fast nur Dialogen in grammatisch falscher Sprache nicht literarisch."Selvons innovatorische Leistung besteht darin, einer mündlichen und bisher schriftlich nicht standardisierten Redeweise erstmals eine literarische Form gegeben zu haben." (Nachwort 172)Meine Meinung: Es ist schwierig, rein mündliche Sprachen in Romane einzubetten, erst recht, sie ganz in einer solchen Sprache zu schreiben und wenn sie dann noch übersetzt werden, muss das einfach schief gehen. Nachdem ich mich aber abgeregt hatte, nahm ich es doch noch einmal zur Hand und kann nun ein wenig verstehen, warum andere das Buch gut finden.***Ab 1948 ließ Großbritannien billige Arbeitskräfte ins Land kommen, aus 'Westindien', der Karibik, von all' diesen Inseln, wo wir so gerne Urlaub machen (Trinidad, Jamaika, Grenada, Barbados). Es sind britische Commonwealth-Bürger, aber 2. Klasse. Arbeiten sollten sie und zwar die Drecksarbeit, die sonst keiner machen will und das zu einem Hungerlohn. Wohnen mussten sie und müssen sie wahrscheinlich noch immer in 'miesen Löchern' in heruntergekommenen Gegenden. Und es versteht sich (leider) von selbst, dass sie nicht besonders gut angesehen sind."Die Engländer mögen es nicht, wenn Mokkas nach England kommen zum Arbeiten und zum Leben." - "… die mögen einfach keine schwarzen Menschen …" (28)Moses, selbst desillusioniert, wird wegen seines guten Herzens immer wieder gebeten, sich um Neuankömmlinge aus der Karibik zu kümmern. Diesmal ist es einer, den er 'Galahad' nennt, der erst ein wenig großspurig ins winterlich kalte London kommt, ohne Gepäck, nur mit einer Zahnbürste und zu dünn angezogen. Moses ist pessimistisch und es geht ihm selbst nicht besonders gut, weil sich seine Träume nicht erfüllt haben. Er arbeitet Nachtschicht und wohnt in einer miserablen Wohnung. Aber der Neue, optimistisch und lebensfroh, rührt ihn, denn einst war auch er so in London angekommen, orientierungslos, hilflos, aber voller Hoffnung. Dabei schwingt 'Galahad' zuerst große Reden, ist aber dann schnell auf die Hilfe und Unterstützung von Moses angewiesen.Am Ende des Episodenromans steht dann die Frage, warum sie alle im nebligen kalten London bleiben, wo sie mehr schlecht als recht leben. Ist es die nicht sterbende Hoffnung auf Verbesserung? Ich weiß es nicht.Bei aller Lebensfreude, bei aller Tragik und manchmal auch Tragikomik kann ich ein Buch in solch' verhunztem, grammatisch falschem Deutsch nicht lesen. Möglicherweise ist es im1956 erschienenen Original besser, aber der Autor sagt selbst, es sei eine erfundene kreolisch-englische Sprache. Wen das nicht stört, der könnte am Inhalt Gefallen finden, an den Typen, die sich nicht unterkriegen lassen.P.S. Vorsicht vor dem Nachwort: Da wird kräftig gespoilert.Und noch ein paar Beispiele, um zu verdeutlichen, was ich in Bezug auf die Sprache meine:"… was Zeitungen und Radio sagen in diesem Land, das ist dem Volk seine Bibel." (HC 8)"Trotzdem ist er dann mitgegangen, weil wie hilflos ist er denn schließlich selbst gewesen am Anfang in London …" 9"Waterloo steigt er aus …" (HC 10)"Aber Tolroy ist gerade Lewis und Agnes helfen, ihr Gepäck zu finden." (HC17)

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  • Meine Rezension zu "Die Taugenichtse" von Samuel Selvon

    Die Taugenichtse
    Belladonna

    Belladonna

    06. June 2017 um 10:29

    Klappentext Moses, Big City, Fünf-nach-zwölf und die anderen setzen große Hoffnungen in ihr neues Leben im »Zentrum der Welt«, so nennen sie das London der Nachkriegszeit. Sie sind aus der Karibik hierhergekommen, jetzt staunen sie über die Dampfwolken vor ihren Mündern. Und wenn der Wochenlohn wieder nicht reicht, jagen sie eben die Tauben auf dem Dach. Kapitulation? Niemals! Stattdessen beginnen die Überlebenskünstler, sich neu zu erfinden – und ihre neue Heimat gleich mit. Samuel Selvons Ton zwischen kreolischem Straßenslang und balladesker Suada setzt sich sofort ins Ohr. Bedingungslos aufrichtig erzählt Selvon von den ersten Einwanderern Englands, die das Land für immer verändert haben – sein Denken, seine Sprache, sein Selbstverständnis. Meine Meinung Samuel Selvons Roman „Die Taugenichtse“ erschien bereits 1956 in englischer Sprache unter dem Titel „The Lonely Londoners“. Nun wurde der erfolgreiche Roman über die ersten Einwanderer Englands, der bereits den Status eines Klassikers inne hat, ins Deutsche übersetzt und von der dtv Verlagsgesellschaft veröffentlicht. "Aber das Leben ist so, es passiert einfach. Man legt sich was zurecht im Kopf, eine Art Muster, eine Art Reihenfolge, und auf einmal bam! passiert was, und alles ist aus der Spur." (Seite 50) Samuel Selvon vermittelt in seinem Roman unmissverständlich eine wichtige Botschaft über Migration und Klassenunterschiede, und zeigt beispielhaft auf wie nah Hoffnung und Verzweiflung beieinander liegen, und doch konnte mich das Buch einfach nicht berühren. Das Lesen strengte mich durch die Sprache im kreolischen Straßenslang, die der Autor für seine Geschichte gewählt hat, unglaublich an und verdarb mir somit schon mal den Lesegenuss. Natürlich kann man den Kritikern zustimmen, dass diese Sprache außergewöhnlich authentisch und sehr passend ist – mich hat der gebrochene Schreibstil, der einem Wortschwall ohne jegliche Ordnung gleicht, leider nicht angesprochen. "Manchmal denkt man, man ist auf dem richtigen Weg, aber dann muss man doch noch mal neu denken." (Seite 55) Der Plot, der sich vor allem um die Geschichten diverser männlicher Einwanderer in London dreht und wie unterschiedlich sie ihren Alltag meistern, versprüht jede Menge melancholisches Südsee-Flair. Im Mittelpunkt steht der Erzähler Moses, der unter den ersten Einwanderern aus den karibischen Kolonien Großbritanniens nach England war. Er fühlt sich für die neu eintreffenden Immigranten verantwortlich und greift einigen davon unter die Fittiche. "So redet Galahad mit der Farbe Schwarz, als wenn sie ein Mensch wäre, und erzählt ihr, dass nicht er hier die Ärgerung bringt, sondern Schwarz, ein wertloses Geschöpf, das überall Aufruhr macht." (Seite 91) Im Verlauf des Romans macht der Leser Bekanntschaft mit den unterschiedlichsten Charakteren und Schicksalen. Eines ist jedoch bei allen gleich, alle brauchen sie Geld und sind nach hübschen Frauen (egal welcher Nationalität) und einer besseren Zukunft aus. So gesehen gleichen sich die einzelnen Handlungsstränge dann doch wieder etwas. Der Roman enthält ein Nachwort von Sigrid Löffler das geradezu vor Begeisterung sprüht. Zu gerne hätte ich mich den Lobeshymnen angeschlossen da ich die Thematik von Samuel Selvons Roman sehr wichtig finde, und gerade heute in Zeiten der Flüchtlingskrise, ist es auch noch brand aktuell. Leider hat mir die Umsetzung und Sprache des Romans nicht zugesagt, deshalb vergebe ich 3 von 5 Grinsekatzen. Fazit Eine authentisch erzählte Geschichte über die Einwanderung in England. --------------------------------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 04.06.2017

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesmuqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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    • 1557
  • Ein ganz eigener Erzählstil- für mich ein Klassiker

    Die Taugenichtse
    Buchraettin

    Buchraettin

    03. June 2017 um 19:57

    Waterloo. Nicht nur ein Lied widmet sich diesem Ort. Es ist auch ein Bahnhof, indem die Einwanderer ankommen in den 1950 er Jahren in London. Der erste Satz führt einen Leser mitten hinein in das Leben von Moses. Er lebt in London und kümmert sich immer wieder um Einwanderer aus Trinidad. Auch er selbst kam als Einwanderer nach London. Diese neue Welt,  eine andere Kultur, eine neue Sprache. Er ist ein hilfsbereiter Mann, der manchmal ein zu großes Herz zu haben scheint. Er ist bemüht, hat Arbeit, versucht sich zu integrieren in diesem Land, das so anders ist, als die Heimat in der Karibik. Nebel- Dampfwolken vor dem Mund- Schornsteine- Fabriken- und auch Ablehnung begegnen ihm. Es ist für mich als Leser, als ob ich in die Haut von Moses schlüpfe. Ich erlebe seine Eindrücke von London, der Menschen vor Ort, der neuen Einwanderer. Seine Hilfsbereitschaft, aber auch sein Erstaunen, wie Menschen sich verhalten. Gut gefällt mir seine Beobachtungsgabe. Wie leben die Menschen in London. Wie werden er und seine Landsleute wahrgenommen, wie sehen sie sich selbst? Wie fühlt er sich in seiner neuen Heimat? Ich mochte besonders sein Philosophieren über das Leben. Es ist ein ganz eigener besonderer Stil dieser Geschichte, die mich als Leser mitnimmt in Moses Welt. Ich war erstaunt, dass die Geschichte in den 1950 er Jahren in England spielt. Für mich ist fast zeitlos. Einwanderer in einem neuen Land. Arbeitssuche, Konflikte, Vorurteile, aber auch die Kraft und die Bemühungen es schaffen zu wollen in der neuen Heimat. Das Gefühl angekommen zu sein, im Land, der Sprache, der Kultur, aber dennoch in Armut zu leben. Dann aber auch die anderen Einwanderer, die sich nicht so bemühen, die in den Tag zu leben scheinen. Er beschreibt das London der damaligen Zeit- das bunte Leben in den Straßen, das auch die Einwanderer aus der ganzen Welt prägen.Ich musste gerade bei den Szenen mit seiner Tante, die London auf ihre Weise entdeckt, schmunzeln. Das ist etwas Besonders, ein ganz eigener Charme, der in der Geschichte steckt. Für mich wurde das Buch perfekt abgerundet durch das Nachwort. Hier erfahre ich die historischen Fakten, wie das 1948 Arbeitskräfte von den westindischen Inseln von der Londoner Regierung angeworben wurden. Was für ein Gegensatz die Karibik- zu London, der Industriestadt. Es wird in der Geschichte deutlich, die Diskriminierung der Einwanderer, aber auch der Wandel, wie sie sich anpassen, wie es Dinge aus der Heimat zu kaufen gibt, wie sie die Großstadt nutzen. Das Buch hat für mich etwas von einem Klassiker, ich denke es ist auch zeitlos das Streben und Bemühen, aber auch die Schwierigkeiten der Einwanderer in diesem neuen Land.Ein ganz eigener Erzählstil- für mich ein Klassiker-

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    • 4
  • Absolut lesenswert

    Die Taugenichtse
    Lilli33

    Lilli33

    05. May 2017 um 20:06

    Gebundene Ausgabe: 176 SeitenVerlag: dtv Verlagsgesellschaft (5. Mai 2017)Sprache: DeutschISBN-13: 978-3423281171Originaltitel: The Lonely LondonersPreis: 18,00€auch als E-Book erhältlich Absolut lesenswert Unter dem Titel „The Lonely Londoners“ veröffentlichte Samuel Selvon diesen Roman bereits 1956 in England. Nun ist er erstmals auch auf Deutsch erschienen. Auch wenn mittlerweile etwa sechzig Jahre vergangen sind, ist der Text auch heute noch von aktueller Bedeutung.Ab 1948 holt die britische Regierung billige Arbeitskräfte aus den karibischen Kolonien nach Großbritannien. Einer der Ersten, die in London Fuß fassen, ist Moses. Er fühlt sich verpflichtet, die Neuankömmlinge aus Trinidad, Jamaika, Barbados, Grenada oder Antigua unter seine Fittiche zu nehmen, ihnen bei der Wohnungs- und Arbeitssuche zu helfen, sie auch mal bei sich in seinem schäbigen Zimmer wohnen zu lassen, wenn es anders nicht geht. Dabei fehlt es ihm selbst an allen Ecken und Enden. Obwohl er Nacht für Nacht in der Fabrik schuftet, kommt er auf keinen grünen Zweig. Längst hat er resigniert. Vom einstigen Optimismus bei seiner Ankunft in Waterloo Station ist nicht viel übrig geblieben. Doch Moses ist eine gute Seele, der Mittelpunkt der karibischen Gemeinschaft in Bayswater, London. Als Gegensatz zu Moses lernen wir in „Die Taugenichtse“ aber auch andere Zuwanderer kennen, Galahad, Big City, Five past Twelve und wie sie alle heißen. Sie haben noch Hoffnung, dass sie etwas erreichen, dass sie ein weißes Mädchen heiraten oder dass sie als reicher Mann in die Heimat zurückkehren können. Mit allen möglichen Tricks halten sie sich über Wasser, suchen Arbeit, leben in den Tag hinein, genießen das Leben, streiten und vertragen sich wieder. Und wenn es darauf ankommt, halten sie zusammen. Von den Weißen werden die sogenannten Mokkas abgelehnt, höchstens geduldet. Wie auch heute bei uns hat man Angst, dass die Fremden, die Dunkelhäutigen, den Einheimischen die Arbeitsplätze wegnehmen. Sehr speziell ist die Sprache, die Samuel Selvon verwendet. Es ist eine Art Pidgeon, Umgangssprache, gebrochen, so wie man es sich eben vorstellt, dass diese Protagonisten sprechen. Allerdings sind nicht nur die Dialoge in dieser Sprache, sondern der gesamte Text. Dies erzeugt eine sehr authentische Atmosphäre, die einen gewissen Sog ausübt. Der Roman gibt nicht nur Einblick in das Leben der „Neu-Londoner“ in den 1950er Jahren, sondern ein wenig auch in deren Kultur und Bräuche in der karibischen Heimat. Ich fand die Lektüre sehr interessant und habe einige der Protagonisten ins Herz geschlossen. Ich hätte mir lediglich noch mehr Tiefe und eine ausführlichere Erzählung gewünscht. ★★★★☆ Herzlichen Dank an die dtv Verlagsgesellschaft, die mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zugeschickt hat.

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