Sandra Bohlinger Wertigkeit von (beruflicher) Bildung und Qualifikationen

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Inhaltsangabe zu „Wertigkeit von (beruflicher) Bildung und Qualifikationen“ von Sandra Bohlinger

Alles, was wir lernen, bewerten wir. Wie viel ist Bildung wert?
Ist akademische Bildung mehr wert als berufliche Bildung? Ist universitäres Wissen wichtiger als Alltagswissen? Der Vergleich von Bildungsgängen, Qualifikationen und Berufen hat in unserem Leben einen zentralen Stellenwert. Doch worauf basieren unsere Bewertungen?
Sandra Bohlinger untersucht, wie unsere Wertvorstellungen von Bildung und Qualifikation historisch gewachsen sind. Sie entwickelt ein Analyseschema für die wissenschaftlich fundierte Wertzuschreibung und hinterfragt die gesellschaftlichen Vorstellungen.

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    Wertigkeit von (beruflicher) Bildung und Qualifikationen

    michael_lehmann-pape

    11. December 2013 um 14:36

      Bildung ist ein wichtiger Teil des Lebens. Als „Bildungsgesellschaft“ im Rahmen einer allgemeinen Differenzierung und Globalisierung bedarf es gerade in der Gegenwart einer gründlichen Orientierung für die eigene  Bildung und die Wertigkeit von Bildung an sich.   So geht immer schon, vor allem aber in der aktuellen Diskussion und Ausgangslage, mit  jedweder Form von Bildung umgehend eine „Bewertung“ einher. „Allem, was wir lernen, ordnen wir einen Wert zu“.   Gerade im Austausch über berufliche Bildungsgänge ist nun einerseits zu Beobachten, dass manche Bildungs- und Berufsgänge einander fremd gegenüber stehen, andererseits der Vergleich von Bildungsgängen einen zentralen individuellen und gesellschaftlichen Stellenwert besitzt.   An dieser Vergleichbarkeit setzt Sandra Bohlinger an und entwickelt in ihrer Studie wissenschaftliche Kriterien für eine „Bewertung der Wertigkeit von Bildung und Qualifikation).   Im Verlauf der Studie stellt Bohlinger heraus, dass die herrschenden Wertvorstellungen auch in Bezug auf Beruf, Bildung und Qualifikation in erster Linie kulturhistorisch geprägt sind (und damit so manches Mal mit Vorurteilen jeder Coleur belastet daherkommen). Im Anschluss geht Bohlinger folgerichtig der Frage nach, ob die Vorstellung der „Höherwertigkeit“ von „Allgemeinbildung gegenüber beruflicher Bildung“, von „universitärer gegenüber beruflicher Bildung“ tatsächlich den beobachtbaren Tatsachen entspricht (mit gemischtem Ergebnis) und wie Bildungsabschlüsse insgesamt miteinander verglichen werden können.   Eine wichtige Fragestellung und eine fundierte und sorgfältige Diskussion, die für das vorherrschende „Bild der Bildung“ wertvolle Anstöße liefern. Denn die (geglaubte, behauptete, u.U. tatsächliche) Wertigkeit von Bildungsabschlüssen ist (nicht nur, aber gerade auch) in Deutschland eng verbunden mit den entsprechenden Zugängen zum Arbeitsmarkt (und damit einhergehend zu Einkommenshöhen).   Gerade aber die Entwicklung der letzten Jahre (europaweit), die Bohlinger mit aufnimmt, zeigt, dass die Wertigkeit von Bildungen „außerhalb formaler Bildungssettings“ zumindest für den „äußeren Erfolg“ stark an Bedeutung gewonnen hat und „weiche Faktoren“ zunehmend auch für Bewerbungssituationen wichtig werden.   Im Verlauf der Darstellung von der Darlegung zentraler Begriffe und zentraler Ideen der Wertigkeitsdebatte über die Darlegung vorherrschender Bewertungen von  Qualifikationen und der Entwicklung von Klassifikationsschemata im Buch folgert Bohlinger zum Ende hin in einem übersichtlichen Schema ihre Ergebnisse zu Bewertungskriterien.   Bei denen u.a. deutlich wird, dass die Länge eines Lernprozesses tatsächlich keinen Nachweis über dessen „Höherwertigkeit“ zulässt, ebenso, wie bei vielen anderen „Standarkriterien“ der Befund ein zwiespältiger bleibt (öffentliches Prestige bildet zwar hier und da einen subjektiven Wert, aber eben an vielen Orten auch nicht). Wohl aber wird u.a. klar, dass „je höher das inhaltliche Niveau und die Komplexität“, desto „höher die Wertigkeit“ des Bildungsganges und „je höher das eigene Niveau der Qualifikation, desto abwertender werden „unterhalb stehende“ Qualifikationen bewertet ebenso, wie tatsächlich der Wert von Bildungsgängen durch institutionelle Bedingungen („Hürden“) stark ansteigt.   Übersichtlich präsentiert Bohlinger so die von ihr benennbaren Kriterien und differenziert diese noch aus. Gut, dass die Ergebnisse an zwei Fallbeispielen noch verdeutlicht werden, denn sprachlich und von der inhaltlichen Komplexität der (oft) abgeleiteten Kriterien und des Weges zu diesen hin her bedarf die Lektüre doch sehr hoher Konzentration.   Insgesamt eine nicht einfach zu lesende Lektüre, die aber vielfache Impulse für die weitere Diskussion der Wertigkeit beruflicher Bildung und Qualifikation in sich trägt und damit den mühsamen Weg einer möglichst allgemein nutzbarer Orientierung in Bezug auf berufliche Bildung und Qualifikation voranbringt.

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