Sandra Gernt

 4.5 Sterne bei 234 Bewertungen
Autor von Die Ehre der Am'churi, Flüsterwind und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Sandra Gernt

Sandra Gernt, Jahrgang '76, schreibt Geschichten, in denen Charaktere und Gefühle im Vordergrund stehen. Auch wenn sie für das Setting häufig Fantasywelten wählt, sind magische Exzesse und episches Schlachtengetümmel bestenfalls Randerscheinungen - sofern überhaupt vorhanden. Action und Spannung dürfen nicht fehlen, doch dafür braucht es kein sinnloses Blutvergießen. Sie legt Wert auf emotionale Entwicklungen, niveauvolle Sprache und detailliert geschilderte Welten, in denen der Leser sich heimisch fühlen kann. (Homo-)Erotik ist für sie niemals Selbstzweck oder Seitenfüller, sondern gehört sinnvoll und sinnlich in das Geschehen eingebunden.

Neue Bücher

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Neu erschienen am 22.09.2018 als E-Book bei .

Alle Bücher von Sandra Gernt

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Sandra GerntDie Ehre der Am'churi
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Die Ehre der Am'churi
Die Ehre der Am'churi
 (26)
Erschienen am 15.11.2009
Sandra GerntDawning Sun
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Dawning Sun
Dawning Sun
 (20)
Erschienen am 28.09.2012
Sandra GerntNayidenmond
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Nayidenmond
Nayidenmond
 (20)
Erschienen am 01.06.2011
Sandra GerntEisiges Feuer
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Eisiges Feuer
Eisiges Feuer
 (16)
Erschienen am 06.06.2010
Sandra GerntDer 7. Rabe
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Der 7. Rabe
Der 7. Rabe
 (13)
Erschienen am 03.03.2013
Sandra GerntNur für dich
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Nur für dich
Nur für dich
 (9)
Erschienen am 05.11.2011
Sandra GerntRashminder Nächte
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Rashminder Nächte
Rashminder Nächte
 (8)
Erschienen am 12.10.2011
Sandra GerntDie Meister der Am'churi
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Die Meister der Am'churi
Die Meister der Am'churi
 (7)
Erschienen am 01.12.2011

Neue Rezensionen zu Sandra Gernt

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Rezension zu "Flüsterwind" von Sandra Gernt

Rund um Gefühlvoll
LittleBookNerdsvor 2 Monaten

Ich liebe ja schon immer Bücher in den es um Menschen geht die nicht sind, wie jeder andere. Hier lernen wir 3 tolle Menschen kennen.  


Man kann sich gut in die Geschichte vertiefen, doch muss ich sagen das sie noch an einigen stellen ausbau fähig ist. Es hat zwar jetzt nicht direkt gestört aber hier und da würde man doch tiefere einblicke wünschen..

Trotzdem kann ich  das Buch nur Empfehlen. Für mich war es eine gute Abwechslung von meinem derzeitigen Lese Alltagstrott. 

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Rezension zu "L(i)ebenswert" von Sandra Gernt

Feind oder nicht?
annluvor 7 Monaten

*Irgendetwas musste das Schicksal mit ihm und diesem gewissenlosen Mörder vorgaben, dass es so beharrlich dafür sorgte, ihn am Leben zu erhalten...*


Als Bannerführer Geron sieht, wie ein Kriegsgefangener geschlagen wird, nimmt er ihn mit in sein Lager. Eigentlich will er dem Gesetz und seiner Moral folgen und den Gefangenen menschenwürdig behandeln – doch dann erfährt er um wen es sich bei Ninosh handelt. Dieser gehört der tyrannischen feindlichen Königsfamilie an und Geron ist sich nicht mehr sicher, ob Ninosh es verdient hat am Leben zu bleiben.



Die Geschichte ist recht kurz, befasst sich aber intensiv mit den Gefühlen der Feinde. Obwohl sie schlussendlich auf eine Liebesgeschichte hinausläuft ist der Beginn – besonders aus Ninoshs Sicht – grausam. Schließlich wurde er geschlagen und auch Geron nimmt nicht mehr viel Rücksicht auf seine Schmerzen, die immer wieder so stark sind, dass er sich nicht sicher ist, ob er überhaupt weiterleben will. Interessant fand ich die Gewissenskonflikte, die die Beiden plagen. Während Ninosh von Schuldgefühlen zerfressen wird und eigentlich annimmt, er hätte den Tod verdient, hadert Geron mit seinem Hass, der seinen Moralvorstellungen widerspricht und ihn immer wieder dazu bringen will, Ninosh zu attackieren. So war die Geschichte sehr viel ernster, als ich das von einer Liebesgeschichte erwartet hatte.

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Rezension zu "Flüsterwind" von Sandra Gernt

Was ist Liebe?
annluvor 9 Monaten

*Ethan berührte sie an Herz und Seele und sie war geradewegs dabei, sich in ihn zu verlieben. In einen Mann, der keine Liebe zeigen konnte... Oder doch? Auf seine eigene Art und Weise?*


Die junge, alleinerziehende Mutter Ellinor bekommt eine Hiobsbotschaft nach der anderen: Job weg, Miete fällig, Schulden bei der Bank. Dabei versucht sie alles, um ihrer Tochter Amy, die an Aspergerautismus leidet, jede mögliche Hilfe zu bieten. Elli kann es gar nicht glauben, als der bekannte Milliardär Alec Hammond sich bei ihr meldet. Er bietet ihr einen Job an: Sie soll zu ihm und seinen Sohn Ethan ziehen. Der leidet nämlich unter der gleichen Krankheit, wie Amy, hat sich aber seit dem Tod seiner Mutter komplett in sich selbst zurückgezogen. Elli ist seine letzte Hoffnung auf Besserung. So sieht sich Elli Ethan gegenüber, der so ganz anders auf sie wirkt, als sie sich das vorgestellt hatte.



Die Geschichte beginnt mit Ellis Problemen. Dabei wird nicht nur sie, sondern im Besonderen auch ihre Tochter Amy und damit ihr Krankheitsbild vorgestellt. Einerseits werden schon zu Beginn sachlich Fakten dazu aufgezählt, andererseits aber auch Beschreibungen gegeben, die Ellis Umgang mit der Situation zeigen. Von Alec wird sie auserwählt, da sie die Besonderheit ihrer Tochter von Beginn an akzeptieren konnte, ohne davor Phasen der Wut, der Hoffnung und der Resignation zu durchlaufen. Allerdings wird sie nicht als perfekt beschrieben. Sie hat genauso genervte und verzweifelte Momente, was sie umso menschlicher gemacht hat.


Mit Ethan bleibt das Thema Aspergautisten Thema, es kommt aber ein langsames Annähern hinzu. Elli ist sich zwar im Klaren darüber, dass jemand wie Ethan nicht das gleiche fühlen kann, wie sie, dennoch verliebt sie sich in ihn. Sehr einfühlsam wird diese Liebesgeschichte erzählt, lebt manchmal von flüchtigen Momenten und war gerade deshalb umso schöner.


Sicher, auch diese Geschichte gibt Hoffnung, die Besserung von Ethans Lage liest sich schön, ist vielleicht aber nicht realistisch. Aber wer braucht bei einer Liebesgeschichte auch schon zuviel Realitätsgefühl?


Fazit: Das Thema Autismus fand ich sehr interessant, die Liebesgeschichte emotional und sehr schön, obwohl – oder gerade weil - sie auf Aufbauschendes verzichtet und sich leise entwickelt.

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Gespräche aus der Community

Neu
S
Hallo ihr Lieben,

ich möchte euch zu einer eBook-Leserunde für meinen Roman "Flüsterwind" einladen. Wer mich kennt weiß, dass ich normalerweise Gay Romance/Gay Fantasy schreibe. Dieses Buch ist anders.
Es handelt sich um einen sehr persönlichen Roman, der mir stark am Herzen gelegen hat. Hier erst einmal der Klappentext:

Ellinor ist völlig am Ende. Alleinerziehend, kein Geld, mal wieder einen Aushilfsjob verloren, und ihre kleine autistische Tochter Amy steckt in einem ihrer Anfälle. Jetzt wäre ein guter Moment für den Prinzen in strahlender Rüstung!
Und tatsächlich erhält sie einen Anruf von einem märchenhaft reichen Mann, der alles verändern wird. Der ist allerdings der Vater des Prinzen und Ellinor die Auserwählte, seinen Sohn zu retten. Denn seit dem Tod seiner Mutter weigert sich Ethan, der ebenfalls autistisch ist, am Leben teilzunehmen. Rasch ist Ellinor fasziniert von diesem jungen Mann, und auch wenn sie weiß, dass er ihre Gefühle nicht erwidern wird, kämpft sie darum, ihn aus seiner inneren Festung zu befreien ...

Es ist eine zeitgenössische Liebesgeschichte mit sehr realistischen Hintergründen, auch wenn ich ihr einen leicht märchenhaften Grundcharakter gegeben habe.
Eine Leseprobe, damit ihr ein Gespür dafür bekommt, was euch erwartet:

Das Telefon klingelte. Ellinor starrte feindselig auf das dumme Ding. Welche Hiobsbotschaft würde sie diesmal erreichen? Bislang hatte sie am heutigen Tage vier Anrufe erhalten. Einen von ihrem Vermieter, dass sie bis Ende der Woche sein Geld überbracht haben musste, andernfalls würde er sie vor die Tür setzen. Einen von ihrer Bank, sie solle bitte schön, danke sehr, ihr Konto ausgleichen. Heute noch, falls es keine Umstände bereitete. Einen von Amys Kindergarten, da ihre kleine Tochter mal wieder einen schweren Anfall hatte, seit zwei Stunden schreiend und heulend in einer Ecke hockte und sie bitte sofort kommen und Amy abholen müsse. Der letzte Anruf stammte von ihrem zukünftigen Ex-Arbeitgeber, der ihr ohne weitere Erklärungen den Job gekündigt hatte. Nicht, dass sie furchtbar traurig wäre, fortan nicht länger um vier Uhr morgens Bürogebäude zu putzen, aber es war der negative Höhepunkt dieses Dienstags gewesen. Ellinor hatte weder Kraft noch Lust herauszufinden, wie viel noch an einem verregneten und viel zu kühlen siebten Mai schief gehen konnte. Sie wollte keine weiteren Nachrichten dieser Art und überlegte ernstlich, das Klingeln zu ignorieren. Eigentlich war sie ja schon zur Tür raus, quasi mit einem Fuß in der Straßenbahn. Sie musste Amy retten, von was auch immer ihre fünfjährige, autistische Tochter gerade bedroht werden mochte.

Vielleicht war es allerdings Claire, Amys Erzieherin, um ihr mitzuteilen, dass inzwischen wieder alles in Ordnung war?

Seufzend ergriff Ellinor den Hörer und nahm das Gespräch an.

„Ja?“

„Bin ich richtig verbunden mit Mrs. Ellinor Floyd?“

Die kühle, sachliche Frauenstimme klang fremd und weckte ungute Vorahnungen.

„Ja, das bin ich, was …?“

„Einen Moment, ich verbinde.“

Oh Gott, hoffentlich kam jetzt nicht der endgültige Vernichtungsschlag … Wenn nun was mit Amy geschehen sein sollte …

Mit zittrigen Fingern wischte sich Ellinor einige hellblonde Strähnen aus der Stirn, die sich aus dem strengen, taillenlangen Zopf gelöst hatten. Es sparte eine Menge Geld, das Haar wachsen zu lassen statt zum Friseur zu gehen.

„Mrs. Floyd?“ Eine tiefe Männerstimme diesmal, warm und überhaupt nicht sachlich, sondern merkwürdig emotional. Die Stimme eines älteren Mannes, die Erinnerungen an Amys verstorbenen Großvater weckte.

„Mrs. Floyd? Alec Hammond, guten Tag. Wir kennen uns noch nicht. Ich habe Ihre Nummer von Dr. Sinclair.“

Das war Amys Kinderarzt, ein weithin anerkannter Facharzt für Asperger-Autismus.

„Legen Sie bitte nicht auf, Mrs. Floyd. Ich möchte Sie zu einem persönlichen Gespräch einladen. Es ist kein unsittliches Angebot, das kann ich Ihnen versichern. Es geht um meinen Sohn Ethan. Hätten Sie genau jetzt Zeit für mich?“

Völlig überrumpelt ließ sich Ellinor auf den wackligen Hocker sinken, der als Stuhlersatz diente. Möbel kosteten Geld, sie besaß nur das Allernotwendigste.

„Okay, langsam, ja? Ich muss meine Tochter holen und überhaupt, ich wüsste schon gerne genauer, worum es geht. Brauchen Sie einen Babysitter für Ihren Sohn?“

Babysitterjobs waren nicht gerade ihr Favorit – viel Zeitaufwand, wenig Geld.

Wenn der Mann ihre Nummer von Dr. Sinclair bekommen hatte, war es allerdings vermutlich ein autistischer Junge und da konnte man einen höheren Lohn verlangen.

„Hören Sie, Mr. Hammond, vielleicht können wir heute Nachmittag noch einmal telefonieren? Ich muss leider dringend weg.“

„Sie müssen mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, um Ihre Tochter abzuholen, nicht wahr?“

„Ja, das stimmt, woher …?“

„Es spielt keine Rolle, woher ich das weiß, Mrs. Floyd. Ich bitte Sie inständig, mir Gelegenheit zu geben, alles zu erklären. Ich schicke Ihnen einen meiner Firmenwagen, dann sind Sie schneller bei Ihrem Kind. Der Fahrer wird sich als Angestellter von HaVic ausweisen.“

Ellinor schnappte überrascht nach Luft.

„Sie sind … SIE sind Alec Hammond, der Milliardär?“

„Ja. Alles Weitere klären wir in ungefähr eineinhalb bis zwei Stunden in meinem Büro, wenn Sie einverstanden sind.“

„Und wenn nicht?“, entfuhr es ihr spontan. Blöde Kuh, ein stinkreicher Kerl will was von dir!

„Wenn nicht, setzt mein Fahrer Sie und Ihre Tochter zuhause ab und wir telefonieren noch einmal. Bis bald.“

Verdutzt starrte Ellinor auf den Hörer, aus dem das gleichmäßige Piepen des Besetztzeichens erklang.

Hatte sie wirklich gerade mit einem der hundert reichsten Männer der Welt telefoniert? Hammond hatte nach einer wilden Jugend mit zahlreichen Skandalen und Affären die Softwarefirma seines Vaters übernommen und zu märchenhaftem Erfolg geführt. HaVic, wie die Firma nach einer Fusion hieß, vertrieb die Software für Flugzeugnavigation, belieferte die NASA und war marktführend bei Antivirenprogrammen. Er war an die sechzig, wenn sie sich richtig erinnerte, und ja, er hatte einen Sohn. Von dem hörte man allerdings nie etwas und er müsste mindestens so alt wie Ellinor sein, also fünfundzwanzig oder älter.

Nun gut, vielleicht hatte Hammond eine Affäre gehabt und war noch ein weiteres Mal Vater geworden.

Gütiger Gott, ein Milliardär, der ausgerechnet sie persönlich anrief. Da konnte irgendetwas nicht ganz stimmen. Andererseits, welcher Trickbetrüger könnte derart dreist und zugleich dämlich sein, eine solche Persönlichkeit vorzutäuschen? Jedenfalls nicht, um eine alleinerziehende Mutter reinzulegen, bei der sowieso nichts zu holen war. Vielleicht lauerten nachher irgendwo Kameras und das alles sollte ein dummer Scherz sein? Doch wer würde ihre Nummer dafür hergeben, sie hatte keine Feinde. Und auch keine Freunde.

Oder dieses Telefonat gerade war ein Tagtraum gewesen. Obwohl, nein, ein Tagtraum hätte einen Lottogewinn beinhaltet, das unverhoffte Erbe einer unbekannten Tante oder wenn schon Milliardär, dann bitte mit Heiratsantrag. Ellinor rang noch immer mit sich, als es eine Viertelstunde nach dem Anruf an der Tür klingelte.

Ohne weiter nachzugrübeln eilte sie hinaus, zog sich im Laufen ihre einzige Jacke an, schloss ab und rannte die Treppen dieses verkommenen Mehrparteienhauses hinunter.

>>> Ich würde mich freuen, wenn ihr meinen Flüsterwind ebenso ins Herz schließen wollt/könnt wie ich und lade euch darum herzlich zu meiner Leserunde ein.
Zur Leserunde
S
Liebe LovelyBooks-Gemeinde,

ich möchte euch mein Buch "Jarid" vorstellen:

Kurzbeschreibung

Als Jarid von seinem ungeliebten Bruder einer Gruppe Marút aufgezwungen wird, bricht für ihn eine Welt zusammen. Er muss schnell lernen, sich mit den furchterregenden Kriegern zu arrangieren; denn sie befinden sich auf der Suche nach dem Siegel des Großfürsten, wodurch sie alle in tödliche Gefahr geraten.
Seit Jahrhunderten wird das Siegel von Kriegern und Abenteurern gesucht, doch um es zu finden, braucht man mehr als nur Mut, Kampfgeschick und jene Landkarte, die dem Wissenden den Weg weist …
Und weitaus mehr als all das ist nötig, um ein einsames Herz zu erobern.

>>> Es handelt sich um Gay Romance/Fantasy, also um Liebe unter Männern. Erotik kommt vor, ist allerdings nur ein sehr geringer Teil der Handlung. Wer sich darauf nicht einlassen möchte, warum auch immer, möge in Frieden weiterziehen. :)
Alle anderen möchte ich zur Leserunde einladen. Es gibt fünf Bücher der Printausgabe zu gewinnen, signiert und mit Widmung.

Und damit ihr auch wisst, worauf ihr euch einlasst, hier eine Leseprobe:

Leseprobe

„Setz dich da rüber und sei still.“
Neugierig musterte Rujo den schmal gebauten jungen Mann, der sich folgsam auf eine Bank in der Ecke des Raumes setzte. Er sah zu Boden und gab kein Zeichen, dass er Rujo und seine Männer überhaupt bemerkt hatte. Anhand der hellen blauen Augen und dem struppigen Blondhaar war die Ähnlichkeit mit Ceon unverkennbar, sicherlich war es sein Sohn. Bloß, dass Ceons Haare kurz geschnitten waren und wie Igelstacheln abstanden. Warum der Wirt darauf bestanden hatte, dass der Junge dabei sein musste, blieb vorerst ein Rätsel, doch Rujo hatte ein schlechtes Gefühl bei der Sache. Eigentlich bei der gesamten Angelegenheit hier, aber sie brauchten die verdammte Karte! Es sprach einiges dafür, den Wirt einfach umzubringen und ihm die Karte abzunehmen, auch wenn das nicht dem Kodex entsprach. Ceon würde einen viel zu hohen Preis dafür verlangen, wissend, dass Rujo auf sie angewiesen war. Das hatte er bereits heute Morgen klar gemacht. Glücklicherweise schien er die wahre Bedeutung dieser Landkarte nicht zu kennen, sonst hätte er sie wohl eher verbrannt … Oder wäre zum Opfer von anderen geworden, die weniger Skrupel besaßen als Rujo.
Leider hatte der schlaue Alte dafür gesorgt, dass Dutzende Leute Zeuge wurden, wen er in sein Nebenzimmer geladen hatte. Sie könnten sich nach einem ungerechtfertigten Mord an Ceon niemals mehr in dieser Gegend blicken lassen, was ihr Leben noch mehr verkomplizieren würde. Ganz zu schweigen von der Reaktion seines Lehnsherrn. Nein, Rujo würde geduldig warten, was der Wirt für ein Spielchen treiben wollte. Umbringen konnte er ihn zur Not jederzeit.
„Nennst du uns jetzt deinen Preis?“, fragte Tamas betont höflich. Rujo spannte sich an, er kannte seinen Vetter nur allzu genau – wenn Tamas höflich wurde, drohte danach ein Massaker. Er war der Jüngste von ihnen und ein ziemlicher Hitzkopf.
„Kein Geld“, sagte Ceon mit einem heiteren Grinsen, das seine Nervosität nicht verbergen konnte. Er schwitzte und hatte die rechte Hand um seine Kitteltasche verkrampft. Vermutlich befand sich darin das Objekt ihrer Begierde. Hoffentlich befand es sich dort!
„Also?“, fragte Rujo mit sorgsam gewähltem scharfem Unterton. Ceons Sohn zuckte zusammen, wie er aus den Augenwinkeln wahrnahm. War er als Zeuge hier? Sie könnten womöglich nicht beide gleichzeitig ausschalten, nicht auszuschließen, dass der Kleine angewiesen war, zur Tür zu rennen, sobald jemand eine Waffe zückte.
„Wir werden eine Runde Edelknappen spielen.“ Ceons Blick wanderte unruhig zwischen ihnen umher. Sie hatten ihn umringt, um ihn einzuschüchtern. Zumindest das war gelungen.
„Wir spielen, ja.“ Der Wirt hustete, hielt sich jedoch tapfer. Er wies auf Rujo, bevor er fortfuhr: „Gewinnst du, erhältst du die Karte sofort. Gewinne ich, schuldest du mir einen Gefallen.“
„Und welcher Gefallen könnte das wohl sein?“, fragte Rujo misstrauisch. Verlangte der Kerl wirklich, er solle sich auf ein Spiel einlassen, bei dem er die Verluste nicht abschätzen konnte? „Keine Sorge, es wird nicht unangemessen sein.“ Ceon lachte mit vorgetäuschter Fröhlichkeit und zog ein Kartenspiel hervor.
„Also?“
„Rujo, mach schon, ich will heute noch fertig werden!“, knurrte Tamas. Auch Krys, Hollin und Andrez waren angespannt, beherrschten sich allerdings besser.
„Bring erst einmal Essen für mich und meine Gefährten. Ich verlasse mich darauf, dass es aufs Haus geht.“ Rujo beobachtete die Reaktionen des Wirtes sorgfältig – er wirkte erleichtert. Der Mann hatte Angst, warum ging er trotzdem so ein Risiko ein? Warum verlangte er nicht einfach, was er für angemessen hielt? Sie würden ihn niederhandeln müssen, ihre Geldreserven waren knapp bemessen. Wollte er sie mit einem Kartenspiel in Hochstimmung versetzen? Hoffte er, dass sie einem höheren Preis zustimmen würden, wenn sie gewannen? Nun, das würde ein frommer Wunsch bleiben, Rujo würde sich weder von Sieg noch Niederlage beeinflussen lassen.
Die Wartezeit, während sie aßen, würde an Ceons Nerven zehren, vielleicht half ihnen das weiter. Verflucht, Tamas hatte schon Monate verloren, um die Karte aufzuspüren, auf eine halbe Stunde kam es da auch nicht mehr an.
Ceon wandte sich an den jungen Mann, der unbeteiligt sitzen geblieben war. „Lauf, Jarid, bring vom guten Hammeleintopf. Sag Nika, sie soll Bier …“
„Kein Bier. Zumindest nicht für mich. Ich will einen klaren Kopf behalten“, fiel Rujo ihm ins Wort.
„Klares Wasser für uns alle“, bestimmte Krys. Er war der Ruhepol der Gruppe, ein stiller, sehr ernster Mann. Selten, dass er das Wort erhob, doch wenn, hörte ihm jeder zu und fügte sich zumeist ohne Diskussion, was immer er anordnete. Krys gehorchte ausschließlich ihm, Rujo, das allerdings ebenfalls meist ohne Widerspruch.
Der junge Mann stand bereits an der Tür, nickte bloß kurz zum Zeichen, dass er die Bestellung verstanden hatte und eilte dann hinaus.
Rujo setzte sich an den schweren Eichentisch, sofort gefolgt von seinen Gefährten. Ceon entspannte sich ein wenig, jetzt, wo sie einander nicht länger feindlich gegenüberstanden. Er ließ sich selbst auf einen Schemel niedersinken und wischte sich mit dem Ärmel seines roten Hemdes die Stirn ab. In seiner Nervosität hatte er nicht einmal um Erlaubnis gebeten, mit ihnen an einem Tisch sitzen zu dürfen. Ja, es war die richtige Entscheidung gewesen, ihn hinzuhalten. Ceon hatte sicher damit gerechnet, dass er die Situation beherrschen würde, als er heute Vormittag verlangt hatte, dass sie erst zur achten Abendstunde kommen durften, um den Kauf der Karte auszuhandeln.
Verflucht, hätte Lakin nicht in irgendeiner miesen Kaschemme sterben können? Bei einem Wirt, dem niemand glaubt, wenn er behauptet, er sei von Marút bestohlen worden?
Aber ein solcher Wirt hätte wohl kaum die Karte aufbewahrt.
Niemand sprach ein Wort, bis der junge Mann zurückkehrte, gefolgt von einer drallen Schankmagd. Das Mädchen versuchte mit Tamas zu flirten, der sie allerdings mit einem finsteren Knurren verscheuchte. Sein Vetter ließ normalerweise keine solche Gelegenheit ungenutzt, doch er hatte in den letzten Monaten offenkundig gelernt, seinen Verstand zu gebrauchen. Tamas wusste, was für sie auf dem Spiel stand.
„Du bleibst hier, Jarid!“, befahl Ceon barsch. Er trank ein Bier in hastigen Zügen, während Rujo und die anderen schweigend den Eintopf aßen. Das Essen war köstlich, wie üblich – Ceons Taverne gehörte zu den Besten in weitem Umkreis.
Rujo sah, dass Krys den jungen Mann scharf beobachtete. Der Kleine wirkte erschöpft und achtete darauf, den Kopf gesenkt zu halten.
Gut erzogen, dachte Rujo. Die besser gestellten Gäste niemals anstarren.
Ängstlich oder auch nur ansatzweise so nervös wie Ceon schien er nicht zu sein. Was auch immer der Alte vorhatte, der Junge ahnte nichts davon. Er wirkte froh über die unverhoffte Pause, das war alles. Ein Zeuge sollte er sein. Ceons Rücksicherung.
Nachdem sie ihr Mahl beendet hatten, räumte Jarid den Tisch frei. Wieder wurde er angewiesen, zurückzukehren und still in seiner Ecke zu bleiben. Diesmal runzelte er die Stirn, protestierte aber nicht.
Ceon griff zu den Spielkarten, doch Krys schüttelte den Kopf.
„Wenn es genehm ist, will ich erst überprüfen, ob sie in Ordnung sind.“
Widerstandslos wurden ihm die Karten ausgehändigt, was für Rujo Beweis genug war, dass alles seine Richtigkeit hatte. Krys mischte und legte für Rujo und Ceon aus, nur sie beide würden spielen.
Edelknappen war ein Spiel, das mit Strategie gewonnen wurde, Glück besaß dabei lediglich eine geringe Rolle.
Rujo musste rasch erkennen, dass der so einfältig aussehende fette Wirt ein hervorragender Spieler war. Nach einer Viertelstunde war klar, dass ihm gerade eine demütigende Lektion erteilt wurde. Trotz aller Nervosität blieb Ceon ihm überlegen. Mühelos wurden Rujos Trümpfe beiseite gewischt, und ehe er sich versah, hatte Ceon alle vier Knappen in einer Reihe liegen. Seufzend gab er sich geschlagen. Hoffentlich ließ der Alte doch noch mit sich handeln, sonst würde es heute Nacht ein Blutbad geben.
„Ja, hm, damit schuldest du mir einen Gefallen“, flüsterte Ceon ängstlich. Sein Blick flackerte zu Jarid hinüber, der schlagartig erbleichte.
„Bruder, ähm, wie soll ich sagen … Mira und ich sind nicht mehr die Jüngsten. Unsere Töchter und Schwiegersöhne haben fleißig gespart und mich letzte Woche ausgezahlt. Die Taverne gehört nun ihnen. Ich werde bald mit Mira ins Dorf ziehen und nur noch gelegentlich hier aushelfen. Du bist … du …“
„Für mich ist kein Platz mehr“, sagte Jarid mit klarer Stimme und verschlossenem Gesicht. Er war aufgestanden, hatte sich die Arme um die Brust geschlungen, als könnte er sich so festhalten. Obwohl er keine Gefühle offen zeigte, wirkte er vollkommen verloren. Rujo wechselte einen ratlosen Blick mit seinen Gefährten. Offensichtlich wurden sie gerade Zeuge eines kleinen Familiendramas. Mit etwas Glück würden sie nur verpflichtet werden, den jungen Mann sicher in die nächstgelegene Stadt zu begleiten – lästig, aber keine harte Aufgabe.
„Ihr …“ Ceon hustete nervös, als er sich Rujo zuwandte.
„Ich habe einen Vetter zweiten Grades in der Hauptstadt, ein Weinhändler, der bereit wäre, Jarid als Lehrling anzunehmen … Hat mir einen Brief geschickt, letztes Jahr schon …“
„Das ist nicht dein Ernst! Hauptstadt? Du meinst Tybold?“ Fassungslos starrte Rujo den Wahnsinnigen vor sich an, der sich duckte, als würde er Schläge erwarten. In den legendären Zeiten hatte der Großfürst von Tybold aus regiert. Heute war es nur noch dank seiner günstigen Lage als Handelsstadt von Bedeutung, doch die Bezeichnung hielt sich hartnäckig.
„Es sind über zweitausend Meilen bis nach Tybold! Die Rokasümpfe liegen auf dem Weg, die nur im Frühjahr oder Herbst durchquert werden können, von allen anderen Gefahren und Hindernissen mal zu schweigen! Diese Reise würde mindestens ein Jahr dauern, mit ausreichend Pech auch zwei, falls sie uns nicht sogar das Leben kostet. Abgesehen davon haben wir Verpflichtungen, die in gänzlich anderer Richtung liegen!“ Rujo merkte, dass er allmählich laut wurde und atmete tief durch.
„Wir können ihn nach Fürstenbrück bringen. Sicher wird sich auch dort jemand finden, der den Jungen in die Lehre nimmt“, schlug er hoffnungslos vor. Jarid war um die zwanzig, die Aussichten, dass ihn jemand annahm, waren gering. So schmal gebaut, wie er war, würden die meisten Handwerker sowieso abwinken, obwohl er auf den zweiten Blick sehr zäh wirkte.
„Als Schankbursche hat er jede Menge Erfahrung, oder? Warum stellst du ihm nicht ein Empfehlungsschreiben aus?“, fragte Andrez, kaum weniger hoffnungslos. Tavernenwirte waren ein eingeschworener Haufen. Jeder hatte seine eigenen Geheimrezepturen beim Bierbrauen, Schnapsbrennen und der Zubereitung der Speisen. Einem jungen Mann, der aus einer Familie alteingesessener Wirte stammte, würde man vermutlich nicht einmal einen Becher Wasser reichen, sobald er sich zu erkennen gäbe. Die Angst vor Spionen trieb oft seltsame Blüten und wer glaubte schon, dass ein Sohn eines solch guten Hauses woanders unterkommen wollte? In den schlechteren Häusern würde ihm das Schreiben nichts nützen, da man davon ausgehen musste, dass er zu hohen Lohn verlangen würde. Die Klöster nahmen niemanden an, der nicht ein großes Vermögen als Spende mitbrachte. So wie es aussah, gab es nirgends einen Platz für Jarid … Und so blass und niedergeschmettert, wie der Junge da mitten im Raum stand, den leeren Blick in die Ferne gerichtet, war ihm das vollkommen bewusst.
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