Paula

von Sandra Hoffmann 
4,0 Sterne bei4 Bewertungen
Paula
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19angelika63s avatar

Keine leichte Lektüre ... aber sehr einfühlsam und sensibel geschrieben ...

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das ist das beste literarische buch, das ich seit langem gelesen habe. so eine große tiefe und es berührt einen wirklich sehr.

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Inhaltsangabe zu "Paula"

Paula muss einmal eine glückliche Frau gewesen sein, bevor ihr Bräutigam im Krieg stirbt. Eine Frau, die irgendwann aus Angst und Scham zu schweigen beginnt, die nie preisgibt, von welchem Mann das Kind stammt, das sie alleine großzieht, bis der Schutzraum des Schweigens zum Gefängnis wird, in dem Liebe und Empathie verkümmern. Ihre Tochter und ihre Enkelin werden nie erfahren, wer ihr Vater, wer ihr Großvater war. Sandra Hoffmanns Memoir "Paula" liest sich wie ein Familienroman. Mit Courage und Zärtlichkeit erzählt sie das Leben ihrer Großmutter, die ihr erdrückend nahe war und von der sie doch so wenig weiß. Der Macht des Schweigens setzt sie die Kraft der Sprache entgegen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783446256828
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:160 Seiten
Verlag:Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Erscheinungsdatum:21.08.2017

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    19angelika63s avatar
    19angelika63vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Keine leichte Lektüre ... aber sehr einfühlsam und sensibel geschrieben ...
    Die Macht der Sprache

    Klappentext
    Sie stand unter dem besonderen Schutz ihrer Großmutter Paula. Wenn nachts die Angst kam, kroch sie zu ihr ins Bett. Doch hätte es diese Angst ohne die Großmutter überhaupt gegeben?
    Sandra Hoffmanns Memoir Paula liest sich wie ein Familienroman. Mit Aufrichtigkeit und großer Einfühlung erschließt sie das Leben dieser Frau, die ihr erdrückend nahe war und von der sie so wenig weiß. Einer Frau, die einmal glücklich gewesen sein muss, deren junger Bräutigam im Krieg stirbt. Einer Frau, die irgendwann aus Angst und Scham zu schweigen beginnt, nie preisgibt, von welchem Mann das Kind stammt, das sie alleine großzieht, bis der Schutzraum des Schweigens zum Gefängnis wird, in dem Liebe und Empathie verkümmern.



    "Ein Grab ist ein Ort, an dem die Chronologie sich aufhebt. Was heute ist und was gestern war, als jene noch lebte, die darin liegt, wird egal. Jemand liegt darin und ist nahe wie eh. Aber tot. Aus dem Grab heraus kommen keine Antworten. Das Grab spricht nicht." (Seite 151)

    Die Großmutter ist tot. Was bleibt ist ein Karton mit Bildern und viele offene Fragen. An Hand der Fotos und der Erinnerung versucht die Enkelin Antworten auf Fragen zu finden. Wer ist sie, wer ist ihr Großvater und welches Leben hat ihre Großmutter geführt.

    In vielen Rückblicken versucht Sandra Hoffmann das Leben ihrer Großmutter zu rekonstruieren. Obwohl Sandra Hoffmann viel Zeit mit der Großmutter verbracht hat, weiß sie doch sehr wenig von deren Leben. Irgendetwas ist während des Krieges passiert, dass die einstmals fröhliche Paula hat verstummen lassen. Vieles ist nur eine reine Vermutung weniger Wissen, denn die Großmutter hat immer nur geschwiegen, vielleicht mal eine Andeutung gemacht.

    Sandra Hoffmann hat aus vielen Bruchstücken versucht ein Bild vom Leben ihrer Großmutter aufzuzeigen. Ein Leben, das vom Krieg und den Geschehnissen geprägt wurde. Paula wird zu einer Frau, die sich und ihre Familie eigentlich durch ihr Schweigen schützen möchte. Sie hat Angst, dass ihre Verletzungen die Verletzungen der Familie werden könnten. Für sie gibt es nicht die Option, dass Gespräche über das Erlebte helfen könnten zu heilen. Somit wird das Trauma der Großmutter zum Trauma der ganzen Familie.

    Sie Autorin versucht mit diesem Buch eben dieses Trauma zu durchbrechen. Sie will darüber sprechen/ schreiben. Über all das was geschehen ist. Sie weiß, dass Sprache die Macht haben kann Ängste zu vertreiben.

    Als Leserin hat mich dieses Buch an vielen Stellen sehr berührt. Sandra Hoffmann hat eine wundervolle Art zu schreiben. Ihre Worte sind leise, sensibel und einfühlsam, sie gehen unter die Haut und lassen so viele Gefühle zurück ... und die Erkenntnis ...sprecht miteinander. Immer und überall, egal wie schlimm die Dinge sind/ waren, denn wenn man seine Ängste, Zweifel ... in Worte fasst, sind sie nicht mehr die Dämonen die man fürchtet.

    "Aber das verschwiegene Leben von Paula ist verschwiegen geblieben, wie ein Virus hat sich das Schweigen in das Leben unserer Familie geschlichen, wie ein Virus, das sich von Mensch zu Mensch und von Generation zu Generation überträgt." (Seite 17)

    Kommentare: 1
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    WinfriedStanzickvor einem Jahr
    Ein kluges und sehr berührendes Buch



    In ihrem letzten vor fünf Jahren erschienenen Roman „Was ihm fehlen wird, wenn er tot ist“ erzählte die Schriftstellerin Sandra Hoffmann die sehr einfühlsame Geschichte einer Lebensbilanz und einer große Liebe. Die Geschichte eines Lebens voller Bewahrung und voller schmerzhafter Verluste.  Und es war eine stille Hommage an die unzähligen unbekannten Menschen, die in den Hospizen und Heimen dieses Landes sterbende Frauen und Männer begleiten, indem sie ihnen zuhören, ihre Hand halten und es aushalten, sonst nichts mehr tun zu können. Jedes Leben ist wertvoll, und es ist wert erzählt zu werden, das war die leise Botschaft dieses zärtlichen Buches, das, wie sich nun  im zweiten bisher leider von der Kritik wenig beachteten Roman „Paula“ herausstellt, ebenso biographische Bezüge besitzt wie „Paula“ selbst.

    Als die Großmutter gestorben ist, sitzt die Erzählerin vor einer Kiste voller Bilder, die sich ihr nicht öffnen. Denn was kann man von einem Leben erinnern, was kann einem bleiben von einem Menschen, der sich sein ganzes Leben lang dem Schweigen verschrieben hatte?

    1997 ist sie gestorben ist Paula mit 82 Jahren gestorben. Nun fast zwei Jahrzehnte danach macht sich Sandra Hoffman auf eine schmerzhafte aber schlussendlich heilsame Spurensuche. Sie ist "Gast und die Fremde zugleich" in ihrer eigenen Geschichte, die dadurch geprägt ist, dass sie ebenso wie die Großmutter immer an ihre Rollen scheiterte.

    "Sie hat ihr ganzes Leben, alle ihre Geheimisse, aber auch alle ihre Nöte mit ins Grab genommen." Die Autorin, selbst aufgewachsen in einem freudlosen und vom Schweigen dominierten Elternhaus, überschattet von einem dunklen Geheimnis, will mit ihrer Spurensuche dem Leben der geliebten und gehassten Großmutter genauso eine Geschichte geben wie das eigene auf eine neue Spur zu setzen.

    Sandra Hoffmann  erzählt eindrucksvoll und voller Brüche von ihrer tastenden Suche nach einem Glück, das es auch im Leben der Großmutter einmal gegeben haben muss. Indem sie eine über das Schicksal der ehemaligen Reinemachefrau hinausreichende Biografie entwirft, schreibt sie auch ihr eigenes Leben neu und gibt ihm neuen Grund.

    Was mich sehr berührt hat, ist  eine große Liebeserklärung an den Ehemann der Autorin. Mit ihm, schreibt sie, sei "alles besser, nur weil wir uns haben, auch wenn wir gerade kilometerweit voneinander entfernt sind".
    Ein kluges und sehr berührendes Buch. Ich bin auf das nächste Buch von Sandra Hoffmann  sehr gespannt.








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    Vielleserin571vor einem Jahr
    Kurzmeinung: das ist das beste literarische buch, das ich seit langem gelesen habe. so eine große tiefe und es berührt einen wirklich sehr.
    tiefgründig und bewegend

    lange habe ich nicht so ein literarisches buch gelesen, das mich so berührt und bewegt hat, dass ich es unbedingt empfehlen möchte.

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    KaraBetas avatar
    KaraBetavor einem Jahr

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    Eine Familie, drei Frauen, drei Generationen – und zwischen ihnen ein Schweigen, gegen das nur eines hilft: erzählen

    „Die Autorin erzählt eindrucksvoll von ihrer tastenden Suche nach einem Glück, das es auch im Leben der Großmutter einmal gegeben haben muss. Sie entwirft eine Biografie, die über das individuelle Schicksal der Reinemachefrau Paula hinausgeht. […] Eine einfühlsame Familiengeschichte. [.] Ein kluges und berührendes Erinnerungsbuch." Manuela Reichart, Deutschlandfunk Kultur, 20.10.17
    „'Paula‘ [ist] ein berührendes Stück Zeitgeschichte, in dem die Autorin kunstvoll Realität und Fiktion verbindet und behutsam das Porträt einer Frau zeichnet, die sich im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit gegen immer neue Schicksalsschläge behaupten muss."Jury-Begründung, Hans-Fallada-Preis, 20.10.17
    „Hoffmanns Roman ist ein Erinnerungsbuch, das sich der eigenen Geschichte und Familie stellt. Das macht Sandra Hoffmann mal zart, rührend, mal drastisch; immer aber wahrhaftig. Ihr Erzhlen zeichnet sich durch Klarheit und enorme Dichte aus. Immer strahlt dabei eine Helligkeit hineine in den Text, eine Helligkeit, die freilich ums Dunkel weiß." Shirin Sojitrawalla, Deutschlandfunk, 13.11.2017
    „Sandra Hoffmann kreist in ihrem neuen Buch 'Paula' unverhüllt um die eigene Kindheit, um die schwierige Großmutter. Bei aller Innenschau erfährt man dabei auch einiges über unsere Gesesllschaft, über Krieg und Traumata." Antje Weber, Süddeutsche Zeitung, 16.11.2017
    „Sandra Hoffmann gehört zu den spannendsten deutschen Gegenwartsautorinnen. [.] Ein unglaublich dichter, fein gewobener Text, der einen sofort packt und gandenlos hineinzieht." Franziska Wolffheim, Brigitte Woman, 08.11.2017
    „Sandra Hoffmann nähert sich dem, worüber niemand spricht. Den Erinnerungsfetzen, kleinen Imaginationen, die sich leitmotivisch durch das Buch ziehen. […] Die Erzählerin beschönigt nichts. Auch das macht dieses kleine Buch zu einem großen Leseerlebnis.“ Julia Schröder, SWR2, 01.10.17
    „‚Paula‘ ist nicht nur eine Rekonstruktion, es ist auch ein Sich-Freischreiben der Autorin. Das ist tragisch und spannend zugleich, denn Sandra Hoffmann versteht es, in eindrücklichen Szenen und anhand von wenigen Fotos eine ganze Familiengeschichte entstehen zu lassen.“ Guy Helminger, Luxemburger Tageblatt, 27.03.2018
    „Dies alles ist in verschiedenen Zeitebenen atmosphärisch dicht erzählt, Vergangenheit und Gegenwart sind geschickt verwoben, und der Autorin genügen 158 Seiten, um das Wesentliche zu erzählen. Mehr braucht es auch nicht. [.] trotz der Kürze gelingt es der Ich-Erzählerin ein plastisches Bild der Generationen und der Zeit auszubreiten.“ Barbara Zeizinger, fixpoetry, 16.10.17

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