Sandra Jungen

 4.8 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Hanna.

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Hanna
Hanna
 (4)
Erschienen am 06.02.2018

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Rezension zu "Hanna" von Sandra Jungen

Das Buch hat mein Herz berührt.
Luedivor 9 Tagen

Das Cover des Buches finde ich sehr gut ausgewählt und es lässt bereits die Atmosphäre des Inhalts erahnen.
Basierend auf den Erinnerungen ihrer eigenen Großmutter schrieb die Autorin die äußerst berührende und sehr fesselnde Geschichte um Hanna, die junge Krankenschwester, die gerade erst ihr Examen bestanden hat und 1942 zur Krankenpflege der Wehrmacht berufen wird. Sehr eindringlich, ungeschönt, ergreifend und mit viel Einfühlungsvermögen erzählt sie von ihrem Leben im Lazarett an der russischen Front und den späteren Erlebnissen der jungen Krankenschwester in München.
Die Autorin versteht es den Leser an das Geschehen zu fesseln, lässt Emotionen in Worte fließen und schafft es das Grauen des Krieges trotzdem lesbar zu machen.
Die gesamte Geschichte, der Verlauf der Handlung und die besonderen Umstände sind hier vortrefflich gelungen.
Dem Inhalt angepasst gefällt mir der einfache, schnörkellose und ausgesprochen gut zu lesende Schreibstil hervorragend.
Alle Charaktere sind großartig erdacht, wirken sehr real und vor allen Dingen extrem glaubhaft. So besticht die Hauptfigur Hanna durch ihre unermüdliche Bereitschaft zu arbeiten, ihr überaus liebevolles Wesen und ihre unglaublich freundliche Natur, während andere Mitstreiter eher punkte auf der unsympathischen Seite sammeln.
Genau diese Zusammenstellung macht die Erzählung sehr lebendig, berührend und trotz aller furchtbaren Umstände auch schön.
Der Autorin ist eine wundervolle Mischung aus Weltgeschichte, persönlichen Schicksalen und sehr gut erzählter und  recherchierter Vergangenheit gelungen.
Noch immer bin ich tief berührt von dieser ganz wundervollen Geschichte und ich bin sehr dankbar und froh, das Buch gelesen zu haben.

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Klusis avatar

Rezension zu "Hanna" von Sandra Jungen

Hanna Kriegsjahre einer Krankenschwester
Klusivor 16 Tagen

Hauptperson dieses Romans ist die junge deutsche Krankenschwester Hanna. Nachdem sie ihre Ausbildung beendet hatte, wurde sie gleich eingezogen und 1942 an die Front geschickt, um im Lazaret die Kriegsverwundeten zu versorgen. Es ist schlimm, was sie unterwegs alles zu sehen bekommt und erlebt. Trotz der Strapazen und Gefahren, denen sie ausgesetzt ist, verrichtet sie gewissenhaft ihren Dienst. Wie viele junge Menschen ist sie anfangs arglos; sie vertraut „dem Führer“, glaubt an das Gute im Menschen und an den Sieg. Aber immer öfter beschleichen sie Zweifel, und sie weiß nicht, was sie von manchen Situationen halten soll. 

Als Basis für ihren Debütroman hat Sandra Jungen die Erfahrungen und Erlebnisse ihrer Großmutter verwendet. Gerade dieser Umstand, dass es sich weitgehend um wahre Erinnerungen handelt, macht diese Geschichte so authentisch. Hanna wird auf ihrem Weg immer wieder mit kritischen Situationen konfrontiert. Vieles bleibt für sich stehen, ohne Wertung, manches wird nur angedeutet, animiert aber gerade dadurch zum Nachdenken. Heute können wir als Leser viele Ereignisse sofort einordnen, beispielsweise wenn Hanna auf dem Weg zu ihrer Einsatzstelle an einem Transport mit KZ-Häftlingen vorbei kommt und diesen nicht als solchen erkennt, sondern sich nur über den bestialischen Gestank wundert. Man merkt, dass sich die junge Frau Gedanken macht, aber das Ausmaß der Grausamkeit war ihr nicht bewusst, und vermutlich konnte sie sich gar nicht wirklich vorstellen, dass Menschen so sein können. Informationen durch die Medien waren vom Regime gesteuert und wurden nur sehr begrenzt an die Öffentlichkeit weitergegeben. Bei vielen Situationen habe ich mich gefragt, ob Hanna etwas hätte ändern können. Es fiel mir schon immer schwer, mich in die Menschen der damaligen Zeit hinein zu versetzen, und oft habe ich mich gefragt, wieso sie nicht kritischer waren und nicht viel mehr hinterfragt haben. Dieses Buch hat mir, durch Hanna, die damalige Denkweise einer ganz normalen jungen Frau nahe gebracht. Wie oft hätte sich Hanna fast um Kopf und Kragen geredet; immer wieder wurde sie gewarnt, gut zu überlegen, was sie sagt, denn überall konnten Denunzianten lauern, und letztendlich kam sie sehr schnell, eigentlich durch eine kleine leichtsinnige Handlung, selbst in die Mühlen damaliger deutscher Rechtsprechung. 

Sehr aufgewühlt haben mich auch die Schilderungen von den immer wiederkehrenden Fliegeralarmen und der sehr detaillierten Beschreibung der Bombardierung in München. Die Menschen mussten damals so viel Leid ertragen, und doch ging das „normale“ Leben weiter. Inmitten der zertrümmerten Stadt wurde gelebt, geliebt und gelacht. 
Hannas Erinnerungen sind so wertvoll, denn dieser hautnahe Blick auf Deutschlands finsterste Vergangenheit zeigt sehr intensiv, dass so etwas die damals nicht mehr geschehen darf!

Schön ist dieser Roman nicht, und ich kann hier auch nicht von „gefallen“ sprechen, denn dazu geschieht zu viel Schlimmes. Aber mit ihrem eingängigen Schreibstil, in dem sie die Erinnerungen ihrer Großmama wiedergibt, ist es der Autorin gelungen, meine Seele zu berühren, und das ist viel wertvoller als einfach nur „schön“ zu sein. Darum hat dieses Buch dicke fünf Sterne verdient.

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Eva_Maria_Nielsens avatar

Rezension zu "Hanna" von Sandra Jungen

Ein unvergeßliches Zeitdokument des Zweiten Weltkriegs
Eva_Maria_Nielsenvor 5 Monaten


Die Autorin Sandra Jungen war so liebenswürdig und hat mir ein Rezensionsexemplar ihres Debütromans „Hanna. Kriegsjahre einer Krankenschwester“ geschenkt.

Was soll ich sagen? Momentan lese ich auch „Das Erbe der Rosenthals“ von Armando Lucas Correa. Letzteres hatte ich mir schon Monate vorher vorbestellt wegen der vielfachen und begeisternden Reklame vor dem Erscheinungstermin und weil mich das Schicksal der Passagiere der St. Louis schonlange beschäftigt.

Hype, sage ich. Hanna überzeugt mich mehr als „Das Erbe der Rosenthals“. Viel mehr. Es ist ein gut recherchierter Roman, der sehr sensibel zeigt, wie eine Diktatur funktioniert und wie man Menschen so sehr gleichschalten kann, dass Unrecht zu Recht wird und Recht zu Unrecht.

Hanna ist ein junges Mädchen, gerade ausgebildet als Krankenschwester und wird an die Ostfront geschickt. Der Leser folgt ihrer Odyssee über die Ukraine, Russland und zurück ins Reich nach München. Sehr eindrücklich wird der Alltag geschildert, der Druck, dem die Menschen ausgesetzt waren, sowohl durch die äußeren Widrigkeiten, aber auch durch die Spitzeleien des Regimes, die Verluste von Freunden, die zermürbenden Bombennächte.

Ich kann dieses Buch nur wärmsten anempfehlen. Es zählt zu meinen persönlichen Lese-Highlights. Die Autorin hat die Geschichte ihrer Oma verarbeitet, sie hat den Alltag recherchiert und gut dargestellt, sie hat historische Personen _ die Geschwister Scholl, von Staufenberg und andere - auf wunderbare Weise in den Roman eingearbeitet und sie erzählt voller Respekt.

Ich wünsche diesem Buch viele Leser. Vor allem hat mich berührt, welche Gedanken sich Hanna macht, als sie spürt, dass ein ganzes Volk einem Irrsinn hinterhergelaufen ist und die Scham über die eigene Feigheit keimt. Und wo sie auch erkennt, dass die leisen Zweifel, die sie manchmal hatte, doch richtig waren, aber im Keim erstickt wurden.

Wenn man über den Zweiten Weltkrieg lesen will – und das sollte man – dann ist dieses Buch für mich ein Muss.

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