Cover des Buches Götterfall (ISBN: 9783423249645)odenwaldcolliess avatar
Rezension zu Götterfall von Sandra Lüpkes

Crimetime in Island

von odenwaldcollies vor 8 Jahren

Review

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odenwaldcolliesvor 8 Jahren
Die Profilerin Wencke Tydmers vom LKA Hannover wird anstelle ihrer Vorgesetzten zu einem Symposium nach Island geschickt. Ausgerechnet jetzt, wo sie private Probleme mit ihrem verheirateten Liebhaber hat. Kurz vor Abflug erhält sie von einem unbekannten Absender Auszüge aus Tagebucheinträgen ihrer früheren Freundin Doro, die seit 20 Jahren tot ist. Die Aufzeichnungen beziehen sich auf die damalige Ermordung des entführten Jan Hüffart, dem 12-jährigen Sohn des damals einflußreichen Politikers Karl Hüffart. Neben Wencke und Doro war auch Silvie, die jetzige Frau von Hüffart, bei der Suche nach dem entführten Jan beteiligt, als alle drei Frauen noch Polizeianwärterinnen waren.

Als Wencke im Flugzeug nach Island entdeckt, daß sämtliche Personen, die damals in den Fall verwickelt waren, mit an Bord sind, wird ihr klar, daß es jemanden geben muß, der die Fäden im Hintergrund zieht.

In diesem Buch ermittelt Wencke Tydmers bereits zum 9. Mal – für mich war es allerdings das erste Buch von Sandra Lüpkes.

Das Buch hat mich ab der ersten Seite in den Bann gezogen und ich konnte es kaum auf die Seite legen, so spannend und flüssig war es zu lesen. Die Autorin verknüpft die spannende Krimihandlung mit Elementen der nordischen Mythologie: so sind die einzelnen Kapitel mit je einem Namen der 3 Nornen, den Schicksalsfrauen, die für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stehen, gekennzeichnet.

Hinweise und Andeutungen zur Handlung versteckt Sandra Lüpkes geschickt in den Erzählungen aus der Mythologie.

Die Spannung in dem Buch wird sehr schnell aufgebaut und kann über das gesamte Buch gehalten werden. Dabei hatte ich über lange Strecken keinen konkreten Verdacht, irgendwie waren sämtliche Personen verdächtig und auch das Motiv war für mich einfach nicht greifbar.

Es gab einige Wendungen in dem Buch, mit denen ich nicht gerechnet hatte und auch die Auflösung, die in einer großen Inszenierung endet, hat mich überrascht – und aber auch schockiert.

Durch die Tagebucheinträge von Doro, die Wencke per Brief erreichen, erhält der Leser einen guten Einblick in die Geschehnisse vor rund 20 Jahren, die durch Wenckes Erinnerungen noch ergänzt werden.

Sämtliche offenen und wichtigen Fragen werden beantwortet, für mich blieb aber auch noch Platz für eigene Überlegungen. Einige Wendungen waren vielleicht etwas theatralisch, was dem spannenden Lesegenuss allerdings keinen Abbruch getan hat, da es zur Handlung passte.

Wencke Tydmers hat mir mit ihrer lockeren und forschen Art sehr gut gefallen, auch wenn es etwas gedauert hat, bis ihre Profiler-Fähigkeiten richtig zur Entfaltung kommen konnten. Ihre Beziehung zu dem verheirateten Axel fand ich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da ich aber die Entwicklung zwischen den Beiden aus den vorigen Bänden nicht kannte, sehe ich das sicherlich auch etwas anders. Nachdem die Autorin uns einen kleinen Überblick über die bisherige Beziehung gegeben hat, wurde sie für mich dann doch verständlicher.

Aber auch die vielschichtige Darstellung der anderen Charaktere hat mir sehr gut gefallen.

Das Buch wird für mich sicherlich nicht das einzige Buch von Sandra Lüpkes bleiben, außerdem möchte ich nun in jedem Fall die früheren Fälle von Wencke Tydmers noch lesen.


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