Sandra L. Brown

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Sandra L. BrownBeim nächsten Date wird alles anders
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Beim nächsten Date wird alles anders
Beim nächsten Date wird alles anders
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Erschienen am 26.08.2014

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Rezension zu "Beim nächsten Date wird alles anders" von Sandra L. Brown

Aus Erfahrung geschöpft
michael_lehmann-papevor 4 Jahren

Aus Erfahrung geschöpft

Nicht zu verwechseln mit der Thriller-Autorin Sandra Brown wendet sich die Psychopathologin Sandra L. Brown speziell im Blick bei Frauen einem Automatismus, einer sich ständig wiederholenden Lebensstrategie zu, die häufig zu immer gleichen, nicht befriedigenden Erlebnissen führt.

Wie kann man sich (letztendlich vor dem eigenen Unterbewusstsein) in der Form schützen, dass „frau“ nicht immer auf die gleiche Masche, den gleichen Typ Mann, „den Falschen“ intensiv anspricht, von dem sie doch aus der rationalen Reflexion der eigenen Erfahrungen wissen müsste, dass das bis dato nie gut gegangen ist?

„Männer, die für uns die Falschen sind, gibt es überall“.

Und nicht selten führt dies in einen „selbstzerstörerischen“ Kreislauf.

Brown verortet die Ursachen für diesen Kreislauf vor allem darin, dass manchen Frauen die „Mechanismen und Hintergründe ihrer ungesunden Partnerwahl“ weder bewusst sind, noch dass diese bereit wären, auf vorhandene Warnsignale (in ausreichendem Maß) zu achten.

Mit vielen verständlichen Beispielgeschichten aus ihrer therapeutischen Praxis macht sich Brown daher im Buch auf (zwar ohne Pathos oder Polemik, dennoch aber mit einem strikten und teils sehr einseitigen Unterton), genau diese Mechanismen zu beschreiben, offen zu legen und sinnvolle und praktische „Gegenmaßnahmen“ einerseits konkret zu erläutern und andererseits die dahinter stehende „Grundhaltung“ sowohl ins eigene Bewusstsein zu heben, als auch einer Veränderung zuführen zu können.

Warum Frauen sich „gefährliche Männer“ aussuchen (im Sinne nicht nur körperlicher, sondern vor allem seelischer Kränkungen), welche intuitiven „Warnsignale“ dabei so erfolgreich ignoriert werden (und wie man diesen mehr Raum geben könnte) bis hin zu konkreten („gefährlichen“) männlichen Persönlichkeitstypen (die Klette, das ewige Kind, der emotional nicht verfügbare Mann, der Mann mit dem heimlichen Leben, der psychisch kranke Mann, der Süchtige, der gewalttätige Mann, der emotionale Räuber) werden die Hintergründe und Systematiken im Buch sehr klar benannt.

Wobei der Eindruck bei fortschreitender Lektüre stärker wird, das es scheinbar wenig „gesunde und ungefährliche“ Männer auf dieser Welt gibt, denn einen Anteil an den vielfach beschriebenen Störungen wird sicherlich fast jeder Mann bei sich finden. Und darüber hinaus bei näherem Hinschauen auch viele Frauen.

In ihrer sehr starker Pointierung der entsprechenden „Männertypen“, trifft Brown daher zwar oft präzise bestimmte Charakteristika, die nicht von der Hand zu weisen sind, schießt aber das ein- oder andere Mal über das Ziel hinaus.

Von der „Erstickungsgefahr durch grenzenlose Liebe („Klaus Klette“) über die Ausübung von Macht durch Distanz („Rudi-ruf-mich-nicht-an-ich-rufe-dich-an“) bis zum gefährlichen Ausraster („Arnie Auraster“) bietet Brown Erkennungsmerkmale und dadurch eine Schärfung der eigenen Warnsignale und „Verteidigungsstrategien“.
Eine der großen Stärken des Buches sind diese klaren, präzisen Beschreibungen mit hohem Wiedererkennungswert. Wie aber zum einen ein solches „Multiple-Choice“ beim Kennenlernen angewendet werden soll (und vor allem wie realistisch das ist), bleibt fraglich, ebenso finden sich nicht immer genügend klare Hinweise, was „frau“ denn tut, wenn sie bereits mit einem solch gefährlichen Mann in einer langfristigen Beziehung sich befindet.

In den letzte Kapiteln geht Brown dann ins Grundsätzliche der Reflexion der eigenen Person, der Entfaltung der Wahrnehmung von Warnsignalen und der Entwicklung der Kraft zu Veränderungen und dann „neuen Entscheidungen“.

Ob dies allein durch die Lektüre des Buches erfolgen wird, bleibt sicherlich fraglich, zumindest aber bietet Brown auf ihre Weise sehr fundiert und im Stil verständlich eine Analyse dessen, was da eigentlich passiert bei der (ständig) „falschen Partnerwahl“, offenbart die dahinter liegenden „Schwächen“ (letztlich auf beiden Seiten) und bietet eine mögliche Orientierung, wie es denn nicht nur im Einzelfall, sondern sehr grundlegend anders ginge.

Ein stückweit pointiert und in der Lebenspraxis nicht umgehend einfach umsetzbar, bietet das Buch dennoch eine anregende Lektüre über innere Befindlichkeiten, die in der ein oder anderen „schwächeren“ Form weit verbreitet und in der „ausgeprägten“ Form immer noch häufig genug anzutreffen sind, um sich dagegen gut zu wappnen.

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