Sandra Roth Lotta Wundertüte

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Inhaltsangabe zu „Lotta Wundertüte“ von Sandra Roth

Zum Lachen muss man nicht laufen können Lotta, drei Jahre alt, ein Schmoller, ein Schlawiner, blond, zickig, zäh, süß - und schwerbehindert. Wie lebt es sich mit einem solchen Kind? Ein ehrlicher, zutiefst berührender Bericht über Familie, Mut, Leiden und Lachen - und die Frage: Was zählt im Leben? Herbst 2009. Sandra Roth ist im neunten Monat schwanger. Mit Lotta, einem Wunschkind, die Vorfreude der Familie ist groß. Doch bei einer Routineuntersuchung erfährt sie, dass das Gehirn ihrer Tochter nicht mit ausreichend Blut versorgt wird. Welche Konsequenzen diese Gefäßfehlbildung für das Leben von Lotta haben wird, können die Ärzte nicht vorhersagen. »Lotta Wundertüte: Man weiß nie, was drin ist«, sagt einer. Lotta könnte ein »Rollstuhl-Baby« sein, so nennt das ihr zwei Jahre älterer Bruder Ben. Während er auch gerne einen Rollstuhl hätte, weil man dann nicht selbst laufen muss, setzen sich die Eltern mit anderen Fragen auseinander: Wie lebt es sich mit einem behinderten Kind in einer Gesellschaft, die alles daransetzt, Behinderungen und Krankheiten abzuschaffen? Wie reagieren Freunde, Nachbarn, Kollegen? Und was wird Lotta für ein Leben haben - eingeschränkt, ausgegrenzt? Oder angenommen und geliebt? Authentisch und liebevoll erzählt Sandra Roth von den ersten drei Jahren mit Lotta, Jahre voller Kämpfe, Überraschungen, Leid und Glück, an deren Ende wir eine lächelnde Lotta im Kindergarten erleben. Ein Buch voll großer Fragen, das Mut macht, auch den schwierigen Momenten im Leben mit Optimismus und Humor zu begegnen.

Eine unerschrocken ehrliche, aber rührende Geschichte über das Familienleben mit einem etwas anderen Kind.

— CarlieR
CarlieR

Berührender Bericht über den Alltag mit einem behinderten Kind, allerdings störte mich mit der Zeit die Selbstbezogenheit der Autorin.

— JuliaB
JuliaB

Bedrückend und beeindruckend

— Littletortoise
Littletortoise

bewegend und erschütternd

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Lotta Wundertüte, vielen Dank, das du mir einen kleinen Einblick in dein Leben gegeben hast. Ich habe dich richtig lieb gewonnen.

— MelE
MelE

Unglaublich offen und damit traurig, aber auch sehr positiv.

— Rabenprinzessin
Rabenprinzessin

Schonungslos, aber auch mutmachend.

— Tulpentopf
Tulpentopf

Für I-Kräfte, für Eltern mit gesunden und besonderen Kinder, für alle ohne Kinder, die wissen wollen, wie es in besonderen Familien aussieht

— MartinaI
MartinaI

Danke für dieses Buch !

— vielleser18
vielleser18

Dieses Buch zeigt, wie man auch ein behindertes Kind trotz aller Widrigkeiten von Herzen lieben kann. Vielen Dank, Sandra Roth!

— Sonja12345
Sonja12345

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    Lotta Wundertüte
    KiraMinttu

    KiraMinttu

    07. November 2016 um 10:02

    Mutter, Vater und zwei Kinder - eine Bilderbuchfamilie?Ohne sentimentale Einlagen erzählt Sandra Roth von ihrem Alltag mit ihrem Mann Harry, ihrem Sohn Ben und ihrer schwer mehrfachbehinderten Tochter Lotta.Lotta ist fast drei Jahre alt, aber sie kann weder laufen, noch sitzen, noch sprechen. Vorbeilaufende Menschen üben sich im Dezent-Gucken, Kindergärten winken bedauernd ab, Ämter fühlen sich nicht zuständig, und ein Vater, dessen Tochter Lotta unbeirrt anstarrt, erklärt etwas verlegen: "Entschuldigung, so etwas hat sie noch nie gesehen."Wie kommt man klar mit den Herausforderungen innerhalb und außerhalb des Familienlebens?Wie reagiert man auf Wohlmeinendes, Unverhohlenes, Beschämendes und Mitleidiges?Was ist wichtig? Und was nicht?Es gibt Bücher, die zur Pflichtlektüre erhoben werden sollten, um Barrieren im eigenen Hirn auf die Spur zu kommen, um sich in Empathie zu üben, um ein bisschen Unbefangenheit im Umgang mit Unbekanntem, Fremdem, Andersartigem zu erfassen."Lotta Wundertüte" gehört zu diesen Büchern.Es ist beinahe unmöglich, seinen Blick auf die Welt nicht neu zu fokussieren, wenn man liest, wie Sandra Roth täglich auf's Neue zwischen Förderung und Überforderung balanciert, mit ihrer Verzweiflung und ihrer Wut umzugehen versucht und mehr als einmal ihre Tochter in die Hand von Ärzten und Medikamenten geben muss, ohne sich von ihrer Angst, Lotta dabei zu verlieren, überwältigen zu lassen.Denn neben Lotta gibt es ja auch noch Ben, und neben den Kindern versuchen Sandra und ihr Mann Harry überdies, ihre Paarbeziehung nicht der Behinderung komplett unterzuordnen, um sie im schlimmsten Fall daran zerbrechen zu sehen.Mich hat das Buch sehr berührt, und obwohl ich im Allgemeinen in der Kategorie "Wahre Lebens- und Leidensgeschichten" nicht allzu viel an Lesestoff zu finden vermag, würde ich "Lotta Wundertüte" aus der Masse der Lebensbeichten und traurigen Geschichten herausheben und weiterempfehlen.Weil dieses Buch mehr hinterlässt als Trauer und Entsetzen, durchmischt mit dem üblichen verboten glücklichen Schauer von "Ein Glück, dass das nicht mir passiert"."Lotta Wundertüte" sensibilisiert, schärft die eigene Wahrnehmung und lässt jeden mit der Frage zurück, was die wesentlichen Dinge im eigenen Leben sind und was die wesentlichen Dinge im Leben sein sollten.

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  • Lotta ist eine tolle Wundertüte !

    Lotta Wundertüte
    Trucks

    Trucks

    28. October 2015 um 11:28

    Sandra Roth erfährt erst im neunten Monat, das mit ihrer Tochter Lotta etwas nicht in Ordnung ist. Das Gehirn der Kleinen wird nicht mit genügend Sauerstoff versorgt und die Ärzte sagen ihr, dass ihr Kind eine Art "Wundertüte" ist, weil man eben nicht wisse, was dabei herauskommt, wie schwer sie behindert sein wird. Denn dass sie behindert sein wird, das steht fest... So ganz ohne Vorbereitungszeit quasi mit einer solchen Nachricht konfrontiert zu werden, muss unfassbar hart sein. Doch Sandra Roth meistert diesen vermeintlichen Schicksalsschlag zusammen mit ihrem Mann und dem kleinen Sohn Ben ganz meisterlich, wie ich finde. Sie vergräbt sich nicht in Selbstmitleid, sondern freut sich auf ihr kleines Wunder. Ihr zwei Jahre älterer Bruder Ben findet den Rollstuhl ganz toll, weil man dann nicht selbst laufen muss. Kinder... Aber ist nicht gerade diese Leichtigkeit genau der richtige Umgang mit Menschen, die nicht so gesund sind wie wir vielleicht selbst ?! Ich fand Ben´s Sprüche zum Schmunzeln und ich denke, dass er noch da war, machte den Eltern auch den Umgang mit Lotta einfacher. Wenn sie verzweifelten, war Ben da und gab ihnen eine andere Sichtweise auf den ganzen Alltag. Hochachtung vor der Familie Roth, ein Hoch auf die kleine Lotta, die ein solch fröhlicher kleiner Schlawiner ist, dass es eine reine Wonne war, zu lesen, wie schön sie sich entwickelt. Man wünscht ihr nur das Allerallerbeste !! Mich hat das Buch vor allem eines gelehrt: man sollte nicht immer jammern, was man alles nicht hat und was alles nicht geht: Lotta zeigt einem, was alles geht, selbst wenn man nicht so gesund ist wie Andere und das nötigt mir den größten Respekt vor diesem kleinen Mädchen ab und ihrer liebevollen Familie. Mich hat das Buch sehr berührt und sehr nachdenklich gemacht. Wie oft hat man vielleicht schon selbst jemanden im Rollstuhl nachgesehen und gedacht: "Der Arme..." Ich sehe das jetzt differenzierter. Nicht ganz gesund, aber arm.. nein ! Lotta hat eine tolle Familie, ist gewitzt und sehr drollig - wir können viel von ihr und ihrer Mutter lernen, die uns freundlicherweise an drei Jahren mit Lotta teilhaben ließ, die nicht immer einfach waren, aber die eins ganz klar zeigten: eine Wundertüte wartet mit besonderen Überraschungen auf und manchmal sind diese unbezahlbar..!

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  • Lotta

    Lotta Wundertüte
    Isabell47

    Isabell47

    22. July 2015 um 08:37

    In diesem Buch beschreibt die Autorin ihr Leben als Mutter einer schwerstbehinderten Tochter und welche Auswirkungen die Behinderung von Lotta auf alle hat. Es gibt viele positive Erfahrungen, jedoch auch viele negative. Hier wird mir wieder einmal bewusst, welche Hindernisse es für Lotta gibt und wieviel Kraft die Familie braucht, um auch mit der Bürokratie fertig zu werden. Wie gehe ich selber mit Behinderungen um? Hier wird mir der Spiegel vorgehalten und gleichzeitig freue ich mit der Mutter gemeinsam über die ersten "Worte" von Lotta. Den Titel "Lotta Wundertüte" hat die Autorin nach der Aussage eines Arztes für ihr Buch übernommen, denn eigentlich fand sie zunächst einmal den Begriff "Wundertüte" positiv und so würde ich es auch auffassen, doch der Arzt erklärte, dass in Wundertüten auch oft Sachen drin sind, die man nicht haben möchte. Ich habe mich im Buch in mehreren Personen auch wiedererkannt, denn ich bin auch verunsichert, wie ich mit Behinderungen umgehe. Und wie lautet die richtige Bezeichnung für "Behinderung"? Alles sehr schwierig....denn zumindestens ich möchte es eigentlich richtig machen. Das Buch hat mich sehr nachdenklich zurückgelassen und es wird noch lange in mir "nachhallen". Eines jedoch ist mir auch klar, jeder hält seine eigenen Probleme für groß - auch wenn sie im Vergleich zu Lotta klein sind. Ich selber habe mich mal nicht getraut, über meine Sachen zu reden, weil sie mir Vergleich zu der der Gesprächspartnerin nichtig erschienen. Jedoch diese meinte nur, ganz klar für Dich sind deine Probleme auch groß und Du darftst natürlich auch darüber sprechen. Dieses Buch ist kein Sachbuch ähnelt es doch oft eher einer Biographie, sondern es ist eine Mischung aus Sachbuch, Autobiographie und Familienroman.

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  • Lotta Wundertüte

    Lotta Wundertüte
    Tiffi20001

    Tiffi20001

    29. June 2015 um 09:41

    „Ihr Kind ist eine Wundertüte“, sagt mir ein Arzt. Wundertüte, das klingt nach Brausepulver und Knallerbsen. Kinderglück. Ich lächele, Lotta in meinen Armen. „Klingt doch schön.“ „Na ja“, sagt er und zögert. „Wann haben Sie das letzte Mal eine Wundertüte ausgepackt? Das ist immer auch Kram drin, den Sie nie haben wollten.“ (S. 72) Klappentext: + LOTTA, drei Jahre alt, ein Schmoller, ein Schlawiner, blond, zickig, zäh, süß – und schwerbehindert. Wie lebt es sich mit so einem Kind? „Die macht nichts kaputt“, sagt Lottas Bruder Ben, zwei Jahre älter. „Und sie erzählt meine Geheimnisse nicht weiter.“ „Ihr Armen“ sagen andere auf dem Spielplatz. „Hat der Arzt nicht aufgepasst?“ „Wir packen das“, sagen sich Lottas Eltern. „Nur wie?“ Ein ehrlicher Bericht über Familie, Mut, Leiden und Lachen – und die Frage: Was zählt im Leben? Ein wichtiger Beitrag in den Debatten um Pränataldiagnostik und Inklusive. Buchgestaltung: Das Cover des Buches zeigt neben dem in Großbuchstaben gedruckten Titel „Lotta Wundertüte“ und dem Untertitel „Unser Leben mit Bobbycar und Rollstuhl“ eine Playmobilfigur in einem Rollstuhl. Den Titel des Buches finde ich sehr gelungen, da er bereits darauf hindeutet, dass es im Verlauf der Geschichte um Lotta viele Überraschungen und Wendungen geben wird. Zudem erhält der Leser durch den Untertitel sofort einen kurzen Einblick in das Buchgeschehen, da durch den Hinweis „Rollstuhl“ davon ausgegangen werden kann, dass es sich bei Lotta um ein eingeschränktes Kind handelt. Die Idee mit der Playmobilfigur, die den Untertitel illustriert, finde ich zwar gelungen, dadurch dass das Cover ansonsten aber vollkommen in Weiß gehalten ist wird es diesem tollen Buch nicht ganz gerecht und wird meiner Meinung nach in den Buchhandlungen etwas „untergehen“. Der Klappentext jedoch beschreibt den Buchinhalt sehr gut und somit ist das äußere Erscheinungsbild des Buches alles in allem gelungen.  Eigene Meinung: Der Klappentext besagt, dass das Buch einen wichtigen Beitrag zur Inklusion liefert und genau dies tut es. Es handelt von Sandra Roth, die im 9. Schwangerschaftsmonat erfährt, dass ihre Tochter Lotta aufgrund einer Gefäßerkrankung behindert sein wird. Im Verlauf des Buches werden Höhen und Tiefen geschildert, die durch diesen Umstand entstehen. Die Autorin schreibt sehr ehrlich und menschlich darüber, was im Leben wirklich zählt und ab wann ein Leben lebenswert ist bzw. ob dies überhaupt objektiv entschieden werden kann. Es werden sowohl die negativen Seiten, z.B. die Angst, die mit den Operationen und den vielen Erkrankungen/Einschränkungen der Tochter einhergeht, aber auch die zahlreichen positiven Seiten, wie beispielsweise die kleinen Fortschritte in der Entwicklung (z.B. das Lächeln) anschaulich dargestellt. Trotz vieler Rückschläge denkt die Familie positiv und voller Hoffnung, dadurch fühlt man von Anfang an mit ihnen mit. Sandra Roth schafft es, dass man sich im Verlaufe des Buches selbst reflektiert und sich fragt: „Wie verhalte ich mich gegenüber Personen, die nicht der Norm entsprechen?“. Die Sprache des Buches ist sehr einfühlsam, flüssig zu lesen und trotz des schwierigen Themas optimistisch. Sie ist zudem gut zu verstehen, da Fachbegriffe z.B. aus der Medizin sehr gut und auch für einen Laien verständlich erklärt werden, sodass man nebenbei gleich noch Wissen dazu gewinnen kann. Fazit: Sandra Roth hat ein außergewöhnliches Buch geschrieben. Ihr ist es gelungen ein Buch zwischen „Lachen und Weinen“ zu schreiben, bei dem man sich ganz ohne Aufwand noch mit wichtigen Themen wie Inklusion beschäftigt. Das Buch ist absolut und ohne Einschränkungen zu empfehlen! Autorin: Sandra Roth, geboren 1977, studierte Politikwissenschaften und Medienberatung in Bonn, Berlin und den USA. Nach ihrem Diplom absolvierte sie die Henri – Nannen – Journalistenschule in Hamburg und arbeitete seitdem als freie Autorin, u.a. für Die Zeit, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und Brigitte. Ihre Themen reichen von Wissenschaft und Bildung bis zu Kultur und Technik. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Köln. „Lotta Wundertüte ist ihre erstes Buch.  Allgemeine Infos: Titel: Lotta Wundertüte – Unser Leben mit Bobbycar und Rollstuhl Autorin: Sandra Roth Verlag: Kiepenheuer & Witsch Format: Hardcover mit Schutzumschlag Seitenzahl: 272 Seiten Preis: 18,99 EUR ISBN: 978-3462045666

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  • Berührend, aber auch sehr selbstbezogen

    Lotta Wundertüte
    JuliaB

    JuliaB

    06. March 2015 um 12:26

    Es ist der Albtraum jeder werdenden Mutter: im neunten Schwangerschaftsmonat wird bei einer Routineuntersuchung festgestellt, dass im Kopf des Babys ein Blutgefäß defekt ist, so dass größere Teile des Gehirns nicht genügend Sauerstoff bekommen. Was das genau heißt, kann niemand sagen, Hirnschäden sind unberechenbar. Die Eltern entscheiden sich gegen eine Spätabtreibung und für ihre Tochter, für die Wundertüte namens Lotta, im Wissen darum, dass es ihr Leben komplett auf den Kopf stellen wird... Sandra Roth erzählt detailliert und berührend vom Leben mit einem behinderten Kind. Physiotherapie statt PEKiP-Gruppe, Arzttermine statt Brunch der Krabbelgruppe: Lottas Behinderung dominiert den Alltag, der plötzlich mit dem der befreundeten Mütter kaum noch was zu tun hat. Aber genau dort, im Umgang mit den anderen, hat mich die Selbstbezogenheit der Autorin doch deutlich gestört. Ignorieren sie Lottas Behinderung, verschließen sie die Augen vor der Wirklichkeit, schauen sie hin, ist es Anstarren, aber in jedem Fall falsch. Klar sind die Reaktionen der Umwelt nicht immer einfach, besonders, wenn man kräftemäßig sowieso schon am Limit ist, aber etwas mehr Nüchternheit hätte dem Buch hier gut getan. Zudem hätte ich mir gewünscht, mehr über das Familienleben, die Sicht des Vaters und des Bruders zu erfahren. So ist das Buch leider sehr auf die Autorin und ihre Gefühle fokussiert, was irgendwann ziemlich langatmig und ermüdend wird.

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  • Inklusion...

    Lotta Wundertüte
    Der.schmetterling

    Der.schmetterling

    16. December 2014 um 23:00

    Sandra Roth fasst in ihrem Buch "Lotta Wundertüte" die erste drei Lebensjahre gemeinsam mit ihrer Tochter zusammen. Dies klingt nach einer normalen Geschichte mitten in Deutschland. So ganz "normal" verläuft dieser Alltag jedoch nicht, denn Lotta ist schwerbehindert und sitzt im Rollstuhl. Im neunten Monat erfährt Sandra von der Behinderung ihrer Tochter. Mit dieser Nachricht beginnt alles sich zu ändern und kein Tag ist mehr wie der andere. Sandra Roth schildert in ihrem Erfahrungsbuch eindrucksvoll die Ereignisse nach der Geburt. Viele Krankenhausaufenthalte, immer wieder das Bangen vor den Operationen und vor dem nächsten epileptischen Anfall. Dann die Blicke der Anderen auf der Straße, die Reaktion der anderen Mütter, die Reaktion von Ämtern und Behörden. Der Alltag wird durch eine Vielzahl von Barrieren gehemmt und raubt den Eltern Unmengen an Kräften. Doch die kleinen Fortschritte die Lotta immer wieder macht, stärken Sandra ungemein und sie meistert auch die noch so großen Hürden. Ben ist der große Bruder von Lotta und er erlebt den Alltag eines Kindes mit einem behinderten Geschwisterchen. Dies ist nicht immer einfach für ihn, doch Sandra und ihr Mann ermöglichen alles um ihn und seine Schwester möglichst gleich zu behandeln. Und Ben ist sehr stolz auf seine Schwester und würde sie keinesfalls gegen eine andere eintauschen wollen. Besonders bewegend fand ich die Schilderungen im Umgang mit den Behörden und Ämtern. Hierbei werden die Eltern von vielen Stellen abgewiesen und auf weitere zuständige Ämter hingewiesen, jedoch fühlt sich keiner so wirklich zuständig. Dies kann ich leider aus meinem Alltag bestätigen und muss sagen, zur wahren Inklusion ist es noch ein großer Schritt. Ein absolut empfehlenswerter Erfahrungsbericht, der durch die aktuelle Inklussionsdebatte sehr aktuell ist und auf die momentanen Probleme aus Sicht der Betroffenen verweist. Noch dazu ist der Erfahrungsbericht in einem einfachen Schreibstil verpackt, welcher auch Fremdwörter und Bezeichnungen näher erläutert und noch dazu aktuelle statistische Daten beinhaltet.

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  • bedrückend und beeindruckend

    Lotta Wundertüte
    Littletortoise

    Littletortoise

    30. November 2014 um 14:53

    Ich habe dieses Buch auf Empfehlung meiner Schwester gelesen, die mit behinderten Menschen arbeitet. Ich wollte einfach mehr in dieses Thema einsteigen. Über den Inhalt möchte ich jetzt eigentlich nicht mehr sagen als der Klappentext, auch wenn dies eigentlich zu einer Rezension gehört. Aber meine eigenen Eindrücke sind mir hier wichtiger Dieses Buch hat mich zum Weinen gebracht.... aber nicht wegen seiner Traurigkeit, die dieses Buch auch widerspiegelt... ich habe an einer für mich schönen Stelle weinen müssen. Vielleicht empfindet jemand an der gleichen Stelle wie ich ebenso und weiß vielleich sogar, was ich meine. Ich fand dieses Buch sehr ergreifend und vorallem ehrlich. Und es hat mich sehr zum Nachdenken angeregt.... ich selbst habe noch keine Kinder.... danach habe ich ein langes Telefonat mit meiner Schwester geführt, weil ich meine Gedanken zu diesem Buch einfach loswerden wollte und auch die Meinung eines "erfahrenen" Menschen haben wollte. Dieses Buch hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und ich hege Bewunderung für Frau Roth und ihre Kraft, auch wenn sie selbst vielleicht oft zweifelte. Danke für dieses Werk

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  • Rezension zu "Lotta Wundertüte" von S. Roth

    Lotta Wundertüte
    elane_eodain

    elane_eodain

    >> Pass auf, sieh hin, dein Kind ist gesund, verdammt, genieß es. Warum suchen wir nach Defiziten, wo wir stolz sein könnten? Warum muss es immer höher, weiter, besser, mehr sein? Sind unsere Kinder niemals gut genug? << (aus „Lotta Wundertüte“ von S. Roth) INHALT: Kurz vor der Geburt ihres zweiten Kindes erfährt Sandra Roth, dass ihre Tochter nicht "normal" ist, dass sie eine angeborene Gefäßfehlbildung hat. Wie sich das später auf die Kleine auswirken wird, das kann jedoch kein Arzt sagen. Die Eltern entscheiden sich trotz allem für ihr Kind und damit auch für eine Zukunft, die völlig ungewiss ist. Wie wird Lotta sich entwickeln? Wird sie behindert sein oder können Operationen ihr ein normales Leben ermöglichen? Wie viel Hilfe und Pflege benötigt sie? Wie geht ihr großer Bruder damit um? Was für eine Familie werden sie sein? Wie reagieren Nachbarn, Freunde, Bekannte, die Gesellschaft auf Lotta? Wie kann man das schaffen? GEDANKEN: Diese und noch viel mehr Fragen kommen schlagartig oder nach und nach auf, Sandra Roth versucht sie zu beantworten, beschäftigt sich damit. Sie lässt den Leser sehr offen und ehrlich teilhaben an ihrer Geschichte und ihrem Leben mit einem behinderten Kind - nein, mit Lotta, Lotta Wundertüte, die alles ist, was ein "normales" Kind ist, nur noch viel mehr! Sandra Roth reflektiert sich selbst, ihr eigenes Verhalten, und beschreibt das Verhalten von anderen, erzählt von den vielen Arzt- und Krankenhausgängen, vom Hoffen und Bangen, von Schmerz und Wut, von Erkenntnis. Denn plötzlich sind andere Dinge wichtig als noch kurz zuvor, auf einmal erscheint ihr das Wettrennen, das zwischen Eltern häufig stattfindet, darum was das eigene Kind schon alles besser kann als die anderen, erschreckend, der Babymassagekurs scheint bedeutungslos ... fortan kommt es darauf an, lebenswichtige Entscheidungen für Lotta zu treffen: Soll noch eine Operation gewagt werden oder nicht? Es kommt darauf an, Therapien zu finden, die Lotta wirklich helfen. Und es kommt darauf an, Ben, Lottas älteren Bruder, nicht aufgrund des kranken Kindes zu vernachlässigen, ja und dann, nebenbei, sollten auch die Eltern noch ein eigenes Leben führen können, sie selbst bleiben und ihre Partnerschaft fortbestehen … Es ist etwas besonderes, mitzuerleben wie Sandra Roth mit der Situation umgeht, wie sie auch in der schlimmsten Phase von epileptischen Anfällen und Medikamententests nicht aufgibt, sondern wie sie immer wieder aufs Neue für ihr Kind und ihre Familie das Beste versucht, wie sie mit schmerzhaften Situationen umgeht, und wie sie Tag für Tag auch das Besondere an ihrer Tochter sieht, nicht nur das schwierige und "unnormale", sondern den Menschen – das Kind – Lotta! Die ersten 3 Jahre des Lebens der kleinen Lotta und ihrer Familie darf der Leser miterleben, inklusiv aller Höhen und Tiefen, und als Leser bekommt man schnell selbst ein Gefühl dafür, wie hart dieses Leben ist, aber auch wie wunderbar, wenn Lotta einen Fortschritt macht, wenn eine Operation hilft, wenn Lotta lächelt oder erste Laute von sich gibt, wenn Ben seine Schwester küsst und sagt, dass Lotta die beste Albtraumvertreiberin ist! Immer wieder geht Sandra Roth neben den ganz privaten Problemen und Erlebnissen auch auf politische und gesellschaftliche Themen ein, die ihr Leben, das ihrer Tochter und der ganzen Familie beeinflussen. So macht sie sich beispielsweise nicht erst bei der Suche nach einem geeigneten Kindergarten für Lotta Gedanken über die Themen „Integration“ und „Inklusion“ und die Betreuungssituation allgemein, außerdem über den Antrag einer Pflegestufe, über Kosten und Kostenerstattungen, über „lebenswertes“ Leben, Pränataldiagnostik und viele, viele weitere Themen. Sandra Roth schaffte es auf beeindruckende Weise, dass ich als Leser mitfühlte, mit lachte und fröhlich war und Lottas Geschichte ein stärkendes und hoffnungsvolles Gefühl im mir hinterließ. Es ist wundervoll für Lotta, dass sie eine solch starke Familie hat, für die Lotta im Endeffekt sogar mehr Bereicherung als Belastung ist! FAZIT: "Lotta Wundertüte" ist ein bewegendes und starkes Buch, weil es so ehrlich und offen ist. Es ist geschrieben von einer Mutter, die ihr Kind liebt, die aber schwierige Situationen nicht verschweigt, sondern anspricht, und die mit diesem Buch aufklärt und anderen Betroffenen helfen kann! >> Zum Lachen muss man nicht laufen können! <<

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  • Lotta Wundertüte - wunderlich und wunderschön

    Lotta Wundertüte
    MelE

    MelE

    02. September 2014 um 12:00

    "Lotta Wundertüte" ist ein Buch für das ich mich ganz bewusst entschieden habe. Eine gute Entscheidung, denn durch das Lesen ist mir Lotta wirklich ans Herz gewachsen. Ich habe mit der Familie mitgelitten und über jeden Fortschritt den Lotta in ihrer Behinderung gemacht hat, innerlich gejubelt. "Lotta Wundertüte" ist definitiv kein Buch für jedermann, da wir Menschen unterschiedlich gestrickt sind. Meine Mittlere Tochter hatte Entwicklungsverzögerungen und dadurch, weiß ich, auch wenn es nicht mit Lottas Behinderung gleichzusetzen ist, wie oft man sich rechtfertigen muss oder kann mich an die Blicke  erinnern, wenn mein Kind aus der Reihe getanzt ist und selbst ich nicht wusste, warum sie sich gerade in diesem Moment so verhält.  Als Kind Nummer Drei auch verzögert anfing zu sprechen hat mir tatsächlich eine Mutter im Spielkreis gesagt, dass sie das Gefühl hat meine Tochter wäre behindert. Nun ja, ich war völlig entspannt über diese Tatsache, da es uns einfach gegeben wurde, dass unsere Kinder erst spät sprechen und dann aber ganze Sätze fehlerfrei, dennoch sind solche Sätze schmerzhaft und bringen uns als Mütter aus dem inneren Gleichgewicht. Vielleicht spart man sich einfach die Vergleiche und akzeptiert einfach die Unterschiede der Kinder?  Als Mutter eines Integrativkindes im Kindergarten hat man selbst den Stempel "Behindert" aufgedrückt bekommen und ich freute mich, das Sandra da ganz andere Erfahrungen gemacht hat. Unsere Kindergartenzeit lief etwas anders ab, als die von Sandra beschriebene und ich freute mich für sie für ihre wunderbaren Erfahrungen. Das Angenommen und Angekommen sein von Lotta. Eine Liebe, die nur Kinder geben können, denn sie sehen den Menschen und nicht die Behinderung.  „Ihr Kind ist eine Wundertüte“, sagt mir ein Arzt. Wundertüte, das klingt nach Brausepulver und Knallerbsen. Kinderglück. Ich lächle, Lotta in meinen Armen. „Klingt doch schön.“ „Na ja“, sagt er und zögert. „Wann haben sie das letzte Mal eine Wundertüte ausgepackt? Da ist immer auch Kram drin, den sie nie haben wollten.“ Wird Lotta laufen können? Reden? Lächeln? „Man weiß nie, was drin ist“, sagt der Arzt. S. 72 Ihr werdet im Laufe meiner Buchbesprechung feststellen, das ich viel mit Zitaten arbeite, denn es gab viele Sätze im Buch, die mich tief berührten oder auch eben auch zum Nachdenken anregten. Ich habe vieles schon vorweggenommen und dabei den Anfang des Buches völlig außer acht gelassen: Im 9. Monat ihrer Schwangerschaft mit Lotta erfährt Sandra, dass mit dem Gehirn des ungeborenen Kindes etwas nicht passt und der Begriff "Schwerbehindert" steht im Raum. Nun gilt es die Entscheidung zu treffen sich für oder gegen das Kind zu entscheiden. Dagegen würde bedeuten, dass das Kind im Mutterleib getötet wird und tot geboren wird. Dafür würde bedeuten, das Kind so anzunehmen, wie es auf die Welt kommt.  Sandra und ihr Mann entscheiden sich für Lotta und verdienten sich dadurch meinen allergrößten Respekt. Ich habe mehr oder weniger gesunde Kinder zur Welt gebracht, mich aber gegen alle Art von Pränataldiagnostik entschieden, da ein Abbruch nicht in Frage gekommen wäre. Ein Engel schimpft mit Gott, warum er gerade dieser Frau ein behindertes Kind schenke: "Sie glaubt doch noch nicht mal an dich." "Ja" sagt Gott. "Aber wenn das Kind lernt "Mama" zu sagen, wird sie wissen, dass es mich gibt." S. 80 Lottas Start ins Leben wird dadurch geprägt, das sie viele Operationen über sich ergehen lassen muss und das ist natürlich auch für die Familie nicht einfach, denn als Eltern steht man hilflos daneben. Ich bewundere die Stärke, die diese Familie hat, denn trotz aller Ängste und Sorgen, sind sie präsent. Sind Ehepaar und Eltern. "Lotta Wundertüte" ist schonungslos und ehrlich in all den Emotionen, die uns hier präsentiert werden. Ich habe es nicht immer leicht gefunden mich damit auseinanderzusetzen, aber ehrlich gesagt habe ich mich auch vom ersten Moment an in Lotta verliebt. Familie Roth erwartet von uns kein Mitleid, sondern nur aufrichtige Annahme und Akzeptanz. Beobachtet euch vielleicht selbst, wenn ihr unterwegs auf eine Familie trefft, die ein Kind im Rollstuhl sitzend haben, dessen Gliedmaßen verrenkt sind,vielleicht auch noch sabbert und komische, fremde Laute von sich gibt. Guckst du beschämt zur Seite oder lächelst du der Familie freundlich zu?  "Ich möchte sie auffangen, wenn sie fällt, sie halten, wenn sie schlecht träumt, ihre Wunden versorgen, ihren Kummer verarzten, darüber wachen, das ihr Welt heil und ganz ist. Ich möchte mich vor einen herannahenden Laster schmeißen und mein Kind von der Straße schubsen. Das ist meine Aufgabe. Das ist es, was Mütter tun."  S. 161 Besonders wichtig wurde mir die Epilepsie von Lotta, die wirklich wunderbar erklärt wurde. Ich weiß, das ich jetzt doch wieder persönliches miteinflechte, aber auch wir hatten in diesem Jahr ein Gewitter im Kopf meiner mittleren Tochter und ich, die ich zuvor ein Seminar über Epilepsie hatte, war dennoch völlig vor den Kopf geschlagen. Ich fand die sanfte Aufklärung in "Lotta Wundertüte" sehr gut und es half mir etwas in meinen eigenen Ängsten. Die Frage nach dem Warum? Warum uns? wird oft verdeutlicht und zeigt einfach auch auf, welche Kämpfe Eltern von Kindern mit Behinderungen haben. "Lotta Wundertüte" ist einfach ehrlich und daher einfach nur authentisch. Glaubt ihr denn, das Eltern, die sich und ihre Bedürfnisse vorläufig hinten anstellen keine Probleme in ihrer Ehe haben? Das sie kein schlechtes Gewissen dem älteren Bruder gegenüber haben, der gesund ist und sich ganz normal entwickelt. Lottas Bruder Ben ist ein echter Schatz, denn er akzeptiert seine Schwester von Anfang an und liebt sie, so wie es nur Kinder können, denn auch wenn Lotta nur im "geheimen" krabbeln kann, ist da nichts, was ihn davon abhält sie bedingungslos zu beschützen und zu lieben. Mir wurde oft regelrecht warum ums Herz und ich hätte diesen jungen Mann gerne geknuddelt.  "Lottas Fortschritte sind Wunderkerzen. Bei Tageslicht sind sie fast unsichtbar, doch bei Nacht glitzern sie wie Sterne, die vom Himmel gefallen sind. Man muss im Dunkeln stehen, um zu sehen wie schön sie sind. " Zitat S. 173 Kleine Lotta, ich wünsche dir, dass du auch weiterhin viele Menschen an deiner Seite hast, die jeden Fortschritt und wenn er noch so winzigklein ist bejubeln und sich daran erfreuen, wenn du lächelst. Du hast mich durch deine Geschichte wirklich bereichert und mich noch einmal mehr in meinem Beschluss, was meine Berufsausbildung betrifft bestärkt. Hab Dank dafür kleine Lotta. Ich möchte auch deiner Mutter danken, das sie den Mut hatte deine Geschichte aufzuschreiben als Trost und Ermutigung an diejenigen, die vielleicht auch euer Schicksal teilen und sich vielleicht auch hier und da wiederfinden werden. Von mir kann es nichts anderes geben als eine Leseempfehlung für "Lotta Wundertüte" 

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  • Das Wunder Lotta

    Lotta Wundertüte
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. July 2014 um 19:42

    Der Titel des Buches ist Programm. Das gilt nicht nur für den Inhalt, sondern für das gesamte Buch. Geschildert werden die ersten drei Jahre mit Lotta, einem schwerst mehrfach behindertem Kind. Dabei werden alle Sorgen, Entwicklungen, Erkenntnisse und freudigen Erlebnisse dem Leser mitgeteilt. Es wird nichts ausgelassen, was auch gut so ist. So wird dem Leser ein realistisches Bild vom Leben mit behindertem Kind vermittelt. Besonders schön ist die nicht zensierte Sicht einer Mutter. Der Kampf gegen mitleidige Blicke und Unverständnis. Es wird gezeigt, dass auch ein Leben mit behindertem Kind schön sein kann, dass sich alle Mühe lohnt und dass man trotzdem eine normale Familie sein kann. Doch die Realität wird nicht verklärt. Sehr ergreifend sind die Szenen in denen es Lotta schlecht geht. Die Verzweiflung und die Angst der Mutter sind beinahe greifbar. Das ist schlussendlich gleich. Jeder hat Angst um sein Kind egal ob gesund oder mit Handicap. Sandra Roths Buch ist etwas Besonderes und jedem zu empfehlen, der vor der Realität und schwierigen Themen nicht zurück schreckt. Man bekommt die Gelegenheit darüber nachzudenken, wie man selbst mit derlei Situationen umgehen würde. Nach der Lektüre des Buches sind vielleicht Aussagen wie "Ich könnte das nicht" nicht mehr so leicht zu treffen

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  • Bullerbü muss das abkönnen - Inklusion / Integration

    Lotta Wundertüte
    thursdaynext

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    Lotta Wundertüte so das großartige Buch von Sandra Roth (freie Journalistin u. a. für ZEIT, FAZ und Igitte) , eine Autobiographie über die Veränderungen in ihrem und dem Leben ihrer Familie, seit sie im neunten Schwangerschaftsmonat erfuhr, dass ihre Tochter Lotta eine Beeinträchtigung hat deren Schwere nicht vorherzusagen ist. Es ist nicht einmal sicher ob Lotta die Geburt und die Zeit danach erleben wird. Nichts erscheint mehr sicher, alles ändert sich von einem Moment zum anderen, existenzielle Entscheidungen müssen getroffen werden, das Umfeld, die Reaktionen der Gesellschaft müssen ertragen werden, Ängste, düstere Gedanken ..... Doch Mutter Sandra Roth stellt eine grundsätzliche, überaus wichtige Frage: „Vielleicht ist > Hauptsache gesund < falsch. Vielleicht sollte es heißen Hauptsache geliebt.“ Alle Kinder sind Wundertüten, wir sollten das nicht vergessen. Gerade wir Eltern von sog. „normalen“ Kindern. Die Autorin hat ein intimes, authentisches, gesellschaftspolitisches Buch geschrieben, emotional ergreifend, welches aufzeigt was wirklich im Leben zählt: Liebe, Mut, Stärke, Geduld, Humor, Verständnis ! „Niemand lacht, wenn es um behinderte Kinder geht. Natürlich nicht. Das kann ich ja auch erst seit ich selbst eines habe.“ „Lotta Wundertüte- Unser Leben mit Bobbycar und Rollstuhl“ sollte man gelesen haben. Besonders Menschen die sich mit Inklusion beschäftigen. Aber auch alle anderen. Ja, es ist „Betroffenheitslektüre“ denn es macht betroffen. Vor allem aber macht es aber menschlich. Und nachdenklich. Und die Welt ein wenig heller leuchtend.

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    • 3
    thursdaynext

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    30. April 2014 um 14:03
  • Umpf!

    Lotta Wundertüte
    Phina

    Phina

    21. April 2014 um 15:27

    Die Geschichte einer Familie, die um ein angenehmes Leben für ihre eingeschränkte Tochter und die Inklusion in der Gesellschaft kämpft. Die Reaktionen der Umwelt sind teilweise heftig und kaum zu fassen und doch nicht unbekannt. Das Buch liest sich in einem durch, weil man sehr gefesselt ist an diese Geschichte und gespannt, wie es weitergeht. Sehr ehrlich geschrieben, wie mir scheint. Und es zeigt auch, dass es sich trotz aller Schwierigkeiten immer lohnt zu kämpfen. Und wie wichtig ein ehrlicher Familienzusammenhalt ist. Und das man trotz Einschränkungen immer versuchen sollte, an einem "normalen" Leben festzuhalten, "nur" eben auf die Situation zugeschnitten. Aufgeben ist keine Option. Ich hatte die Autorin in der Sendung "Beckmann" gesehen und sehr gebannt zugehört, was sie zu sagen hatte. Sie hat sehr gut gesprochen und so war ich neugierig auf das Buch. Es hat sich gelohnt und wird in meinem Bücherregal wohnen bleiben!

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  • Lotta Wundertüte

    Lotta Wundertüte
    Machi

    Machi

    25. February 2014 um 21:28

    Sandra Roth erzählt aus ihrem Leben mit ihrer mehrfach schwerbehinderten Tochter Lotta, ihrem Sohn Ben und ihrem Mann Harry. Lotta hat ein Loch in einer Ader, welcher Blut zum Gehirn transportiert. Dadurch gelangt wenig Blut und somit auch wenig Sauerstoff in ihr Gehirn. Folgen sind unter anderem eine verzögerte Entwicklung, Blindheit und eine körperliche Behinderung. Sandra und ihr Mann versuchen die schwere Aufgabe, die Pflege von Lotta, ihre Krankenhausaufenthalte, aber auch die Erziehung von Ben unter einen Hut zu bringen. Die Geschichte von Lotta berührt zutiefst. Sandra Roth beschreibt ausführlich ihre Lage und wie sie sich dabei fühlt. Ihr Leben verläuft wie in einer Achterbahn und der Leser wird dabei mitgenommen. Außerdem wird man angeregt selbst darüber nachzudenken, ab wann man ein Leben nicht lebenswert empfindet, ob man ein behindertes Kind abtreiben würde, wie man sich selbst gegenüber behinderten Menschen verhält. Dies ist ein sehr schwieriges Thema, was von vielen Menschen leider noch als Tabu-Thema empfunden wird. Auch Behörden legen ihnen viele Stolpersteine in den Weg. Trotzdem geben Sandra und ihr Mann Harry nicht auf und können mit ihrem Buch auch anderen Betroffenen Mut geben. Der Erzählstil ist flüssig und das Buch insgesamt sehr schnell gelesen. Auch wenn das Thema sehr ernst und sehr bedrückend ist, gibt es auch humorvolle Szenen.

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  • Lotta Wundertüte

    Lotta Wundertüte
    novemberzicke

    novemberzicke

    23. January 2014 um 14:10

    Im Unterschied zur Leseprobe, die im Kindergarten beginnt, fängt das Buch am Anfang an, nämlich mit der Schwangerschaft und der Mitteilung, dass das Baby eine veränderte Vene im Gehirn hat. Ausführlich werden die Ängste und Befürchtungen der Eltern geschildert, die verschiedenen Operationen um diesen Defekt zu mildern. Zu dieser Veränderung kommen noch nahezu Blindheit, Lähmung und Epilepsie. Das Verhalten der Umwelt das von Mitleid über Neugier, Abscheu und Abkapselung schwankt. Die Schwierigkeiten mit Behörden, Ämtern und der Krankenkasse wegen Kostenübernahmen und Zuschüssen. Aber auch immer wieder die Glücksmomente der Eltern, wenn Lotta wieder irgendeine Kleinigkeit gelernt hat, minimale Fortschritte macht. Die Erkenntnis, dass es doch schlimmer sein könnte. Sandra Roth beschreibt aber auch sehr gut, dass es wichtig ist, dass sie sich selber nicht aufgibt, dass sie sich Freiräume erkämpft, um nicht Ben, den größeren Bruder zu vernachlässigen aber auch sich selbst nicht zu verlieren. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, auch die Überlegungen gehen wir ins Ausland oder nicht, geht der Vater alleine. Das Buch ist ergreifend, beschreibt aber auch detailliert medizinische Hintergrundinformationen, wie Epilepsie, die doch vielen fremd sind. Ich würde gerne in ein paar Jahren einen zweiten Teil lesen, wie es mit Lottas Entwicklung weiter gegangen ist.

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  • Jeder muss seine eigenen Entscheidungen treffen...

    Lotta Wundertüte
    nicigirl85

    nicigirl85

    21. January 2014 um 17:39

    Dieses wundervolle Sachbuch wurde mir empfohlen und nach dem Lesen des Buches möchte ich diese Lektüre auch wirklich nicht mehr missen. Doch worum geht es genau: Sandra Roth ist Mutter eines gesunden Jungen und ist im Herbst 2009 schwanger mit Wunschkind Nummer 2. Doch dann die böse Nachricht: Etwas stimmt nicht mit dem ungeborenen Kind. Voraussichtlich wird es behindert sein, doch entscheidet man sich im neunten Monat wirklich noch für eine Abtreibung? Frau Roth entscheidet sich für die Geburt ihrer Tochter und lässt uns an dem Alltag mit einem behinderten Kind teilhaben. Offen und ehrlich schildert sie hier, dass es eben nicht nur schöne Momente gibt und man oft am Zweifeln ist, ob die getroffene Entscheidung auch wirklich die richtige war, denn in den ersten Lebensmonaten heißt es für Lotta erst einmal nur kämpfen ums Überleben. Die Autorin berichtet von starrenden Passanten, notwendigen Therapien, Alltagsproblemen und den regelmäßigen Kämpfen mit Ämtern, um Fördermittel und Unterstützung zu bekommen. Auch die Belastung der Beziehung der Eltern wird hier beleuchtet. Das Buch rüttelt wach und bringt einen als Leser reichlich ins Grübeln, denn man stellt sich bald selbst Fragen. Wie hätte ich entschieden? Starre ich auch behinderte Mitmenschen an? Warum ist behindert sein nicht normal, wenn jeder 10. Deutsche davon betroffen ist? Wieso sind andere Länder bei Integration und Inklusion deutlich fortschrittlicher als wir? Das Buch hat mich wirklich sehr berührt und ich bin der Autorin unheimlich dankbar dafür, denn es ist sicher nicht leicht über etwas zu schreiben, das das eigene Leben komplett umgekrempelt hat. Fazit: Ein Buch, das in meinen Augen jeder gelesen haben sollte, es rüttelt wach und regt zum Nachdenken an. Ich kann nur meine absolute Leseempfehlung aussprechen und bin immer noch sehr bewegt...

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