Sandra Schlitter

 4.6 Sterne bei 17 Bewertungen
Autor von Mirco.

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Mirco

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 (17)
Erschienen am 07.09.2012

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Rezension zu "Mirco" von Sandra Schlitter

Ein berührendes Buch
Curinvor 4 Jahren


Im September 2010 verschwindet der 10-jährige Mirco spurlos. Erst Monate später wird sein Entführer dingfest gemacht und Mircos Leiche geborgen. In diesem Buch erzählen die Eltern wie diese schlimme Zeit erlebt haben und wie sie der christliche Glaube getragen hat.
Direkt zu Beginn machen die Eltern sehr deutlich, dass es ihnen nicht um eine Verherrlichung ihres Sohnes geht, sondern das sie mit dem Buch anderen Menschen weiterhelfen möchten. Es hat ja schon in der Öffentlichkeit einiges Aufsehen erregt, dass sie dem Täter vergeben und so wollen sie erklären, woher sie diese Kraft nehmen.
Mich hat das Buch beim lesen sehr berührt und angesprochen. Man spürt ganz deutlich, was für eine Lücke Mirco in der Familie Schlitter hinterlassen hat. Umso erstaunlicher ist es, wie sie mit diesem Schicksal umgehen.  Man merkt einfach, dass sie Gott in dieser Zeit vertraut und als Familie zusammen gehalten haben.
Auch fand ich es einfach interessant, einmal ein paar Einblicke in die Ermittlungen und in das Familienleben zu bekommen. So erfährt man beispielsweise, wie wertvoll Pressearbeit bei der Suche war und wie der Opferschutz funktioniert.
In jedem Fall macht das Buch Mut, sich ganz auf Gott zu verlassen. 

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Rezension zu "Mirco" von Sandra Schlitter

Verlieren, Verzweifeln, Verzeihen.
A-bookish-kidvor 5 Jahren

Ich denke das Schicksal von Mirco ist kaum jemandem entgangen. Der 10jährige verschwand im September 2010 spurlos. Ein gutes halbes Jahr später wurde der Täter gefasst und Mircos Leiche gefunden. Es war die aufwändigste Fahndung der Polizeigeschichte Nord-Rheinwestfalens und eine der größten Suchaktion in Deutschland. Mircos Mörder wird zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit Sicherheitsverwahrung verurteilt - die höchstmögliche Strafe der deutschen Justiz.


Das war die Geschichte, die wir alle aus den Medien kennen. In "Mirco: Verlieren. Verzweifeln. Verzeihen." hören wir eine andere Geschichte - eine, die wir so noch nicht kennen und die manch einer vielleicht auch gar nicht so genau hören will: die Geschichte von Mircos Familie. In diesem Buch berichten uns die Eltern wie die Zeit nach Mircos Verschwinden war - und die Zeit nach der Gewissheit, dass ihr Sohn nicht mehr lebend nach Hause kommen wird. Dieses Buch ist nicht unbedingt die leichteste aller Lektüren (bezüglich der Thematik - sprachlich ist das Buch sehr leicht und flott zu lesen, auf komplizierte Schachtelsätze und ähnlichen Firlefanz wurde verzichtet) und trotzdem bin ich froh dieses Buch gelesen zu haben.


Warum? Weil in diesem Buch die Opfer zu Wort kommen. Die Berichterstattung in den Medien ist meist sehr auf den Täter und die Tat fixiert - das Opfer wird zum "Nebenprodukt" degradiert, kaum ein Journalist interessiert sich wirklich dafür, was das Opfer für ein Mensch war und welche Menschen als Angehörige zurückbleiben. Ich finde es toll und bewundernswert, dass Mircos Familie den Mut gefunden hat dieses Buch zu schreiben und zu veröffentlichen. Opfer von Gewalttaten brauchen einfach ein viel größeres (mediales) Sprachrohr als es im Moment der Fall ist. Es geht in diesem Buch zwar natürlich um Mirco - aber auch noch um weitaus mehr. Auf der einen Seite handelt es sich um eine Art Familienportrait - man erfährt einige Dinge über Mircos Geschwister aber auch über die Eltern. Auf der anderen Seite will uns die Familie in diesem Buch auch zeigen, dass und wie sie gelernt haben mit ihrem Schicksal umzugehen und damit vielleicht auch Vorbild für andere betroffene Familien sein.

Den Weg dieser Familie finde ich dabei so interessant, dass ich euch dieses Buch wirklich nur ans Herz legen kann: Mircos Familie hat den Weg über Gott und Vergebung gewählt. Ihr müsst wissen: ich selbst habe mit Gott und der Kirche absolut nichts am Hut, noch weniger wenn solche Dinge geschehen und dementsprechend fremd klang die Idee von Mircos Familie für mich zu Beginn. Es erscheint als "ganz schön krass" dem Täter zu verzeihen. Und doch gelingt es den Schlitters ihren Weg in diesem Buch nachvollziehbar zu machen - auch wenn man selbst vielleicht anders reagieren würde. Wenn man das Buch gelesen hat lernt man zu verstehen wie die Familie die Ereignisse auf ihre ganz eigene Art und Weise bewältigen konnte. Und ich habe nach dieser Lektüre eine Menge Respekt. ich glaube es erfordert menschliche Stärke zu verzeihen anstatt zu hassen. Bewundernswert finde ich auch mit welcher Selbstverständlichkeit die Familie Mitleid mit der Familie des Täters hat und sie in ihre Gebete einschließt. Sie haben damit ja absolut Recht - aus rein menschlicher Sicht fände ich es aber nicht besonders verwerflich, wenn sie keine Empathie für die Familie des Täters entwickeln könnten. Diese Familie hat den destruktiven Weg von Hass und Rache aber verlassen.


Viele Leute kritisieren die Familie für ihren Umgang mit den Ereignissen. Dem Täter zu verzeihen, ihn als Menschen zu sehen und ihn in Gebete einzuschließen "gehört sich schließlich nicht". Genau so, wie wir es Opfern von Gewaltverbrechen schwer machen ins Leben zurückzukehren - denn auch Lachen gehört sich im Anbetracht eines solchen Schicksals nicht mehr. Familie Schlitter schildert in dem Buch wie negativ ihnen die Leute teilweise begegnen nur weil sie trotzdem noch weiterleben und, auch zu Gunsten ihrer lebenden Kinder, versuchen zu einem geregelten Alltag zurückzukehren. Es ist toll, dass diese Familie den Mund aufmacht und damit wahrscheinlich für viele, viele andere Angehörige spricht.


Ich selbst habe einige Zeit in der Jugendgerichtshilfe gearbeitet - also mit Tätern - umso spannender ist es für mich nun auch mal auf "die andere Seite" zu schauen. Ich interessiere mich für Kriminologie und ähnliche Dinge, dazu gehören aber eben nicht nur die Täter sondern auch die Opfer. Ich finde es toll die Geschichte der Schlitters so zu lesen, wie die Familie sie erzählen wollte - ohne irgendwelches populistisches Boulevard-Zeitung-Blimblim. Zumindest glaube ich, dass dieses Buch die Gedanken der Familie wirklich wiederspiegelt.


Über Spannungsbogen, Charaktere und so weiter gibt es hier natürlich nichts zu schreiben - die Geschichte ist so wie sie ist und sie ist "spannend" (passender wäre das Wort interessant) so wie sie ist. Die Schlitters wählen klare aber deutliche Worte. Ein bisschen fühlt es sich so an als wäre man "live" im Geschehen - deswegen geht dieses Buch auch so unter die Haut. Es wird einfach eines klar: Wir waren eine ganz normale Familie - nicht wirklich anders als deine Familie. Und trotzdem ist uns das passiert. Als Leser wird einem durch diesen Schreibstil einfach klar, dass man selbst nicht vor solchen Katastrophen gefeilt ist - es passiert eben nicht immer nur den Anderen. Und noch eines stellen die Eltern von Mirco klar: auch die Familie des Täters war eine Familie von Nebenan, keine Ansammlung von Monstern.

Man möchte während dem Buch manchmal bitterlich weinen, manchmal lachen und manchmal empfindet man einfach nur Wärme und Empathie für diese außergewöhnliche Familie. Auch wenn es nicht mein Weg gewesen wäre (vermute ich zumindest): ich bewundere diese Menschen für ihre Stärke.


Ich bin übrigens im Zuge eines Referats in der Uni auf das Buch gestoßen (es ging um die emotionale Verarbeitung des Verlust eines Kindes). Mircos Eltern haben auch ein recht interessantes Interview bei Beckmann gegeben: http://www.youtube.com/watch?v=fpVfl0-o8cc.

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G

Rezension zu "Mirco" von Sandra Schlitter

Rezension zu "Mirco" von Sandra Schlitter
gamaschivor 6 Jahren

Ein sehr emotionales Buch. Habe ein paar Tränen zerdrückt. Man kann immer nur hoffen, das so etwas einen selber nie trifft. Toll, wie die Familie das verarbeitet hat, ich weiß nicht, ob ich das so hinbekäme.

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Gespräche aus der Community

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Nefertari35s avatar
Nefertari35
So, hiermit möchte ich das wirklich emotional mitreißende Buch "Mirco", das von den Eltern geschrieben wurde, wandern lassen.
Die Regeln eines Wanderbuches muß ich hier wohl nicht auflisten, nur eine Bitte in eigener Sache. Ich weiß, das man manchmal nicht zum Lesen kommt, die Frist nicht einhalten kann, einem das Buch momentan nicht liegt oder was auch immer. Sagt einfach Bescheid - die Frist wird gerne verlängert. Nur nicht zu wissen, wo das Buch steckt, ist nicht so schön.
Eine Rezi wäre schön (da die Runde nicht so groß war), ist aber kein Muß.

Klappentext:
Am 3. September 2010 verschwindet der zehnjährige Mirco auf dem Heimweg von der Skaterbahn. Was folgt, ist die bisher größte Suchaktion in der Geschichte der Bundesrepublik. Doch der Junge mit dem Lausbuben-Lachen bleibt verschollen und erlangt als "Mirco aus Grefrath" traurige Berühmtheit. 145 Tage lang hoffen, bangen und beten Mircos Eltern. Knapp fünf Monate nach seinem Verschwinden wird Mirco entdeckt: entführt, missbraucht, erdrosselt.
In diesem Buch erzählen Sandra und Reinhard Schlitter, wie es ihnen gelingt, mit dem Unfassbaren fertigzuwerden. Von ihrem Leben mit Mirco, ihrer Verzweiflung. Vom Glauben an Gott, von der Unterstützung der Menschen, die sie umgeben. Und davon, wie sie es schaffen, sogar dem Täter zu vergeben.

Ich werde das Buch eratmal für 10 Leser freigeben.

Teilnehmer:

 1. angel2212 - angekommen und weitergeschickt
 2. LaDragonia - angekommen und weitergeschickt
 3. kira35 - angekommen und weitergeschickt
 4. chatty68 - angekommen und weitergeschickt
 5. Starlet - angekommen und weitergeschickt
 6. Morgoth666 - angekommen und weitergeschickt
 7. Queenelyza - angekommen und weitergeschickt
 8. scarlett59 - angekommen und weitergeschickt
 9. gamaschi - angekommen
10.buecherwurm
11. angel2212 (nochmal, weil sie als erste keine Zeit hatte, es zu lesen)

Warteliste:
 1. Linahoney
angel2212s avatar
Letzter Beitrag von  angel2212vor 6 Jahren
Das Buch ist seit Samstag bei mir :-)
Zum Thema
Arwen10s avatar
Gerade ist ein ganz besonderes Buch erschienen im Gerth Medien /adeo Verlag

Mirco geschrieben von seinen Eltern







Zum Inhalt:


Am 3. September 2010 verschwindet der zehnjährige Mirco auf dem Heimweg von der Skaterbahn. Was folgt, ist die bisher größte Suchaktion in der Geschichte der Bundesrepublik. Menschen aus dem ganzen Land nehmen Anteil. Doch der Junge mit dem Lausbuben-Lachen bleibt verschollen und erlangt als "Mirco aus Grefrath" traurige Berühmtheit. 145 Tage lang hoffen, bangen und beten Mircos Eltern. Doch ihr Junge kehrt nicht zurück. Knapp fünf Monate nach seinem Verschwinden wird Mirco entdeckt. Entführt, missbraucht, erdrosselt.

In diesem Buch erzählen Sandra und Reinhard Schlitter, wie es ihnen gelingt, mit dem Unfassbaren fertigzuwerden. Von ihrem Leben mit Mirco, ihrer Verzweiflung, vom Glauben an Gott, von der Unterstützung der Menschen, die sie umgeben. Und davon, wie sie es schaffen, sogar um Vergebung für den Täter zu bitten.

Zur Leseprobe:

http://www.gerth.de/index.php?id=details&sku=814268


Ich suche 2 Leser, die mit mir zusammen das Buch lesen und rezensieren. Wie immer sind zeitnahe Teilnahme an der Leserunde und das Schreiben einer Rezension Vorraussetzung. Die Rezension soll darüber hinaus noch verbreitet werden bei amazon, buch de oder ähnlichen Verkaufsplattformen. Am Ende brauche ich alle Links, die ich dann an den Verlag weiterleiten werde.

Bewerbt euch bitte bis zum 17. September, 12 Uhr, danach erfolgt die Bekanntgabe der Gewinner.


Vielen Dank an den Gerth Medien Verlag/adeo Verlag für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare !



Hier gibt es eine Sendung mit Mircos Mutter:
http://www.erf.de/radio/erf-plus/sendungen/calando/mirco-verlieren-verzweifeln-verzeihen/1127-2397


ChattysBuecherblogs avatar
Letzter Beitrag von  ChattysBuecherblogvor 6 Jahren
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