The Curse of a Dragon bildet den Abschluss der Dilogie rund um Ava und Shay. Auch wenn mich dieser Band nicht durchgehend fesseln konnte, wurde ich am Ende mit einem sehr gelungenen Finale und einem verdienten Happy End belohnt – genau deshalb vergebe ich insgesamt 4 Sterne.
Direkt nach dem Cliffhanger von Band 1 hat mich der Einstieg in diesen zweiten Band vollkommen abgeholt. Für einen kurzen Moment habe ich tatsächlich geglaubt, dass Shay der Böse sein könnte, dass er Ava (und mich als Leserin) hinters Licht geführt hat. Diese Unsicherheit und das anfängliche Misstrauen haben für eine starke Spannung gesorgt. Schnell wird jedoch klar: Die Gefahr lauert überall. Wenn mich dieses Buch eines gelehrt hat, dann vor allem eines: vertraue niemandem.
Der Mittelteil der Geschichte hat sich für mich dennoch deutlich gezogen. An einigen Stellen musste ich mich regelrecht zwingen weiterzulesen, weil das Tempo nachließ und die Spannung fehlte. Umso schöner war es, dass sich das Durchhalten gelohnt hat: Das letzte Drittel war wieder deutlich spannungsgeladener, emotional und rund, sodass der Abschluss der Dilogie für mich sehr stimmig war.
Besonders positiv hervorheben möchte ich die Charakterentwicklung von Ava. Während ich in Band 1 ihre kindliche und naive Seite noch kritisch gesehen habe, wächst sie in Band 2 über sich hinaus. Sie wird zu einer starken Protagonistin, die für ihre Überzeugungen einsteht, Entscheidungen trifft und Verantwortung übernimmt. Diese Entwicklung war für mich glaubwürdig und sehr schön zu lesen.
Mit Shay hatte ich dagegen gemischte Gefühle. Er war mein absoluter Lieblingscharakter in Band 1, doch in Band 2 hatte ich oft das Gefühl, dass er seinen Biss verloren hat. Er wirkte auf mich stellenweise wie ein Nebencharakter, fast so, als hätte er sich Ava vollständig untergeordnet und dabei ein Stück seiner eigenen Persönlichkeit aufgeben. Den Shay aus Band 1 habe ich ehrlich vermisst. Das empfand ich als schade.
Ein absolutes Highlight waren erneut die tierischen Begleiter. Ich liebe Noxxie genauso sehr wie Jinxie und Shadow. Sie geben der Geschichte Herz, Wärme und Tiefe. Wäre ich an Avas Stelle gewesen, hätte ich ebenfalls Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um für diese Tiere zu kämpfen – für die Familie, die hier entstanden ist.
Sehr positiv überrascht haben mich außerdem die Twists der Handlung. Ich hätte in keiner Weise vorausahnen können, was in Band 2 passiert. Besonders gelungen fand ich die detaillierte Ausarbeitung der Unterschiede zwischen dem Artjum und Kaldorra, die der Welt zusätzliche Tiefe und Struktur verleiht.
The Curse of a Dragon ist ein Abschlussband mit einem starken Einstieg, Schwächen im Mittelteil, aber einem sehr gelungenen Finale, das die Dilogie würdig abschließt. Trotz kleiner Kritikpunkte ein emotional zufriedenstellender Abschluss mit überraschenden Wendungen.


















