Sandro Veronesi

 3 Sterne bei 69 Bewertungen
Autor von XY, Stilles Chaos und weiteren Büchern.
Sandro Veronesi

Lebenslauf von Sandro Veronesi

Sandro Veronesi wurde im Jahre 19959 in Florenz, Italien geboren und arbeitet als freier Autor und Architekt. In Italien wird er zu den bedeutendsten Autoren seiner Generation gezählt und bekam den wichtigsten Literaturpreis Italiens, den Premio Campiello verliehen. Für seinen Roman »Sein anderes Leben« erhielt er den Premio Viareggio Preis. Für seinen Roman »Caos calmo« erhielt er u.a. den Premio Strega und dem Prix Femina Étranger Preis.

Alle Bücher von Sandro Veronesi

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Sandro VeronesiXY
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XY
XY
 (43)
Erschienen am 01.08.2011
Sandro VeronesiStilles Chaos
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Stilles Chaos
Stilles Chaos
 (11)
Erschienen am 09.03.2009
Sandro VeronesiFluchtwege
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Fluchtwege
Fluchtwege
 (3)
Erschienen am 19.03.2016
Sandro VeronesiDie Berührten: Roman
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Die Berührten: Roman
Die Berührten: Roman
 (2)
Erschienen am 26.04.2014
Sandro VeronesiDie Berührten
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Die Berührten
Die Berührten
 (1)
Erschienen am 26.04.2014
Sandro VeronesiFluchtwege: Roman
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Fluchtwege: Roman
Fluchtwege: Roman
 (0)
Erschienen am 19.03.2016
Sandro VeronesiBingo!
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Bingo!
Bingo!
 (0)
Erschienen am 07.09.2004
Sandro VeronesiSein anderes Leben
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Sein anderes Leben

Neue Rezensionen zu Sandro Veronesi

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Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Fluchtwege" von Sandro Veronesi

Bequemlichkeit
Gwhynwhyfarvor 2 Jahren

»Ich habe die falschen Fehler gemacht«

Der Tag hatte gut begonnen, das Leben im Allgemeinen lief gut, erzählt uns der Icherzähler. Der Witwer Pietro Paladini ist zufrieden, er wohnt in Rom, sein Autohandel »Super Car« bringt ihm ein gutes Einkommen, seine Tochter geht auf das Gymnasium und Pietro hat eine reizende Geliebte. Sie und ihre Kinder muss er zwar unterstützen, denn ihr drogensüchtiger Exmann macht häufig Ärger, aber das ist für ihn kein Prob-lem. Doch ganz schnell bricht die Welt an einem Tag zusammen. Die Kundin, bei der er ein Auto beschlagnahmen muss, flieht mit dem Audi Q3. Pietro verdient sein Geld unter anderem damit, Autos per Gerichtsbeschluss einzuziehen, deren Leasingraten unbezahlt bleiben und er kann die Wagen für die Bank verkaufen. Er verliert dabei sein Handy, auf dem er alle Nummern, Kontakte und wichtige Passworte gespeichert hat, wie das für den Safe, sein Führerschein wird bei der Verfolgungsjagd eingezogen, das Finanzamt beschlagnahmt alle Akten und die PC’s im Büro, seine Tochter läuft von zu Hause weg, die Freundin wird wieder vom Ex bedroht und flüchtet. Der Geschäftspartner liegt nicht im Krankenhaus, wie er behauptet hatte. Er hinterlässt Pietro eine Nachricht, dass ihm alles leidtue, Pietro habe unwissentlich geklaute Autos verkauft und er solle sich auch lieber aus dem Staub machen.

»Wer soll mich schon finden, wo ich doch beschlossen habe, nicht da zu sein? Wer wird mich verurteilen können für das, was ich bin, wenn niemand weiß, was ich bin?«

Pietro überlegt, was er machen soll. Soll er sich der Polizei stellen? Er wusste doch von nichts. Doch der Justiz vertraut er nicht, wir befinden uns in Italien. Wer kann helfen? Pietro muss sich der Vergangenheit stellen. Wir begleiten ihn nach Mailand, seinem alten Zuhause. Dort wohnt die Schwester, bei der die Tochter nun wohnt. Wir begegnen in Luzern der Witwe seines Vaters, seinem Bruder, der auch auf der Flucht ist, wie einst der Vater. Die ganze Familie scheint auf der Flucht zu sein, aus verschiedensten Gründen. »Sei ehrlich zu dir selbst«, etwas, das Pietro schwerfällt. Auf der Suche nach sich selbst löst er Stück für Stück seine Probleme.

Sprachlich dicht mit viel Humor, nah an der italienischen Seele, ein wundervolles Buch, eigentlich. Am Ende läuft mir die Geschichte zu glatt, zu einfach. Es wirkt, als wenn Sanoro Veronesi am Ende selbst nicht wusste, wohin das Chaos führt, was er damit bezwecken wollte. Aber vielleicht ist gerade dieser banale Schluss italienisch. Lügner, Langfinger, Halunken, falsche Freunde, Menschen die unschuldig mitgerissen werden, Moral gibt es schon lange nicht mehr. Das alles ist Italien. Abducken, fliehen, sehen was passiert, was man aushandeln kann, auch Kriminelle können Freunde sein, wirkliche Freunde und letztendlich ist die Familie alles.

»Ich bin niedergeschmettert. Ich habe noch nie jemandem so aufmerksam zugehört und bemerke, dass zuhören viel anstrengender ist als reden. Doch wie ich mich jetzt fühle, zählt nicht. Zählt nicht mehr.«

Wer Bandwurmsätze mit abweichenden Nebensätzen nicht mag, der sollte die Finger von dem Buch lassen. Die Sätze kommen zielstrebig immer zum Punkt zurück, brin-gen dem Leser in Gedankensprüngen die Protagonisten näher, Bruchstücke, Erinnerungen, Beschreibungen. Mit viel Humor berichtet Pietro aus seinem Leben. Sprach-lich ist dies Buch für mich bemerkenswert. Stück für Stück erfährt man von Pietro, dass gar nicht alles in Ordnung ist in seinem Leben, nur kuschlig zugedeckt, gut ver-packt. Der Leser fühlt sich wie ein Beichtvater, geduldig zuhören, nicht verurteilen und auch keinen Rat erteilen, denn wer sind wir schon, ein Urteil fällen zu dürfen. 

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L

Rezension zu "XY" von Sandro Veronesi

Langatmig und wahnsinnig zäh. Nicht meins...
LiMa1405vor 2 Jahren

Zum Inhalt des Buches:
"Elf Leichen werden in einem verschneiten Bergdorf gefunden. Ein Pfarrer und eine Psychiaterin versuchen, dem Unfassbaren auf die Spur zu kommen. Mitreißend spürt Sandro Veronesi den Grundfragen von Schuld und Sühne, Gut und Böse, Vernunft und Glauben nach.Im verschneiten Wald nahe des Bergdorfs San Giuda werden die Leichen von elf Touristen gefunden. Die Autopsie der Leichen offenbart etwas Unfassbares: elf Leichen, elf Todesursachen. Mord und Selbstmord, Krebs und Herzinfarkt. Ein opfer scheint dem Biss eines Haifisches erlegen zu sein. Nichts passt zusammen. Während die Behörden die unerklärlichen Details der Tragödie vertuschen, versuchen der Priester Don Ermete und die Psychologin Giovanna, das Rätsel zu lösen. Ihre Ermittlungen führen den Leser auf eine philosophische Reise in die Grenzgebiete unseres Verstandes."

Bewertung:
Hoch gelobt als packend von der ersten Seite an, "wie ein reißender Strom", war ich sehr neugierig auf dieses Buch und habe mich sehr gefreut, als ich es nach langem Warten endlich lesen konnte. Doch schnell war ich ernüchtert: obwohl ich sehr gerne und viele Thriller und Krimis lese, enttäuschte mich dieses Buch auf ganzer Linie! Sehr langatmig und dadurch relativ langsam gewinnt das Buch an Fahrt, konnte mich jedoch nicht wirklich fesseln... Nachdem ich mich durch etwas mehr als die Hälfte des Buches hindurchgequält hatte, habe ich nun abgebrochen... Vielleicht werde ich diese Buch irgendwann nochmal in die Hand nehmen, aber momentan sieht es nicht so aus, als würde ich "XY" zu Ende lesen. Schade um die Zeit :(

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M

Rezension zu "Fluchtwege" von Sandro Veronesi

Temporeich
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Temporeich

Einfach hat es Pietro Paladini nun wirklich nicht. Bei alldem, was ihn just im Moment aus der eigentlich ruhig geplanten Bahn wirft.

Eigentlich scheint doch alles einigermaßen geregelt. Und mehr will der Mann doch gar nicht. Teilhaber eines Autohauses, das sich darauf spezialisiert hat, Leasing-Fahrzeuge zu „entziehen“, wenn die Gläubiger mit den Raten in Rückstand geraten und diese dann gewinnbringend zu verkaufen.

Ein wenig matt am Leben, gut, dass ist er schon, der ehemalige TV-Direktor.
Aber seine Tochter Claudia ist ihm wichtig, seine Freundin „D.“ (der wirkliche Name hat eine gewisse Bedeutung, deswegen kürzt Pietro diesen lieber ab), das entwickelt sich doch ganz gut (auch wenn Claudia D. nicht mag, auch wenn der drogensüchtige Ex-Mann seiner neuen Lebensgefährtin einfach keine Ruhe geben will und wird).

51 gelebte Jahre, Witwer (was hart war), das Gedächtnis lässt leicht nach (aber zum Glück hat Pietro ja alles, von den Telefonnummern seiner wichtigsten Menschen bis hin zum Passwort für das Erbe seines Vaters sicher im Handy verwahrt, oder), der Bruder ins Ausland geflohen nach einem Betrug, er selbst eben gerade auf dem Weg, ein Auto wieder zu beschaffen, dessen Spur sein Partner Lello aufgetan hat (der gerade ob eines vermeintlichen medizinischen Eingriffs verhindert ist).

Und da nimmt das Unglück seinen Lauf (zumindest die Seite, die Pietro aktiv miterlebt, denn einiges an „Unglück“ hat sich bereits hinter seinem Rücken angesammelt und wird nun erst langsam ans Tageslicht kommen).

Zunächst aber hat jene junge Frau, die aktuell den wunderbaren Q3 benutzt, noch eine ganze Menge anderer Reize für Pietro, wie dieser feststellt. Leidvoll feststellen wird.

Dass er sich auf dem Weg sich in einer Notaufnahme des Krankenhauses wiederfindet, ob der Verletzung eines ihm fremden Kindes, dass dies vielleicht gar nicht wirklich stattgefunden hat (die Verletzung), dass sein Handy verloren geht (und damit alle seine Daten und zudem der Q3), dass sein Partner vielleicht doch nicht nur von „entzogenen“ Automobilen lebte, dass seine Tochter anscheinend (ihm unbekannterweise) einen erbitterten Streit mit ihm hat (und Rom verlässt). Dass zudem das Finanzamt alle Unterlagen und Computer in seiner Abwesenheit beschlagnahmt hat, all das kann einen Mann schon ins Wanken bringen.

Geheimnisvolle Nachrichten auf spionageartigen Wegen hat ihm sein Partner hinterlassen und, ganz allgemein gesagt, der Boden wird nun doch sehr, sehr heiß unter Paladinis Füßen.

Gut, dass da jemand ist (ein Hüne von Mann), der scheinbar einen ersten Ausweg anzubieten hat, denn Flucht scheint das Gebot der Stunde, obwohl Paladini nur rechtschaffen versucht hat, seinen Weg in Ruhe zu gehen. Übergreifend und ganz allgemein gesehen.

Aber es gilt eben: „Alles was wir tun, beschwört einen Dämon“, auch wenn das gar nicht beabsichtigt war. Und der Preis ist: „Beiß rein und bereue“.

Da mag Pietro noch so sehr davon ausgehen, dass alles, was ihm passieren kann, nicht einen „wohlüberlegten Lebensplan“ beeinträchtigen kann.

In hohem Tempo, dicht gedrängt, in die Tiefen seiner Hauptpersonen hinabsteigend, führt Veronesi emotional dicht und intensiv dem Leser (und seiner Hauptfigur) vor Augen, wie sich alles mit allem verkettet und der Boden unter den Füßen wegzurutschen droht.
Ohne eigenes Zutun.

Und führt ebenso sprachlich dicht und flüssig vor Augen, dass ein Kämpfer nicht aufgibt, sondern sich, nach erster Verwirrung, beginnt, auf die eigenen Stärken zu besinnen. Selbst wenn einem eine dubiose rumänische Gruppe von Kriminellen im Nacken sitzt.

Jener resignierende Rat des alten Freundes Enoch wird, zum Glück, von Paladini nicht befolgt werden: „Sobald Du spürst, dass Du es nicht schaffst, gib auf. Wehre dich niemals“.

Genau das aber wird Paladini tun. Sich wehren. Und damit ein Fanal setzen für den Leser, dass in einer komplexen Welt, in der nicht alles unter Kontrolle gehalten werden kann, noch lange nicht die Waffen gestreckt werden, wenn man in Bedrängung gerät.

Eine intelligente, in den Bann ziehende Geschichte, die sprachlich dicht und intensiv von Veronesi umgesetzt flüssig zu lesen ist.

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