Sanne Munk Jensen

 3.8 Sterne bei 147 Bewertungen

Lebenslauf von Sanne Munk Jensen

Sanne Munk Jensen wurde 1979 in Dänemark geboren. Sie schreibt Bücher für junge Erwachsene und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Für ihren neusten Roman „Wir wollten nichts. Wir wollten alles.“ bekam sie mit dem Koautor Glenn Ringtved den Autorenpreis des dänischen Kultusministeriums 2013.

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Wir wollten nichts. Wir wollten alles

Wir wollten nichts. Wir wollten alles

 (147)
Erschienen am 20.01.2015

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vivreavecdeslivress avatar

Rezension zu "Wir wollten nichts. Wir wollten alles" von Sanne Munk Jensen

Wir wollten nichts wir wollten alles | Rezension
vivreavecdeslivresvor 2 Jahren

Manchmal beginnt man ein Buch skeptisch. Dann merkt man vielleicht, dass man gar nicht skeptisch sein soll, weil sich das Gelesene im Kopf reimt und zu schwammig-klaren Gedanken formt. Weil es einfach passt. Die Charaktere, der Schreibstil, die Geschichte. Die Gefühle.
Wir wollten nichts.  Wir wollten alles. hatte mehr als das Übliche. Es hat mir nicht nur alles verliehen, damit ich  genau wusste, das ist ein gutes Buch. Es hat mich umgeworfen. Es tickt nicht wie normale Bücher. Es verblüfft und überrascht. Ich kann nicht genau sagen, weswegen.  Warum jetzt genau so, weswegen man sofort eine tiefe Verbundenheit zu Louise fühlt. 
Man muss Liebe und Schmerz erfahren haben, um dieses Buch zu erleben. Ich will nicht behaupten, dass ich das habe, auch wenn ich wahnsinnig sensibel bin. Aber man muss einfach eine gewisse Reife haben, ein Verständnis, ein Gefühl für Mitmenschen und eine Offenheit für Neues.
Von Anfang an weiss man, wie das Buch ausgeht. Es ist auf dem Cover. Und deswegen, verdammt, soll mir keiner kommen und sagen, 'ach, ja, das Buch hat mir nicht so gefallen. Ich konnte mir schon in der Hälfte denken, zu was es führt.' Das Cover erklärt schon alles. Und genau deswegen. Weil das Buch dieses stoische Schema Einleitung - Mittelteil mit Höhepunkt - [am besten überraschendes] Ende [mit einer krassen Wendung] aufbricht und macht, was es will.

Ich will es mal vergleichen mit dieser Silberfolie, die manchmal irgendwo klebt. Man bewegt sich vor dieser Folie nach links, dann nach rechts. Versucht, herauszufinden, was das für eine Farbe ist. Jeder Mensch, jede Bewegung nimmt sie anders wahr. Und so ist es auch mit diesem Buch. Leute, die auf ein typisches Lesevergnügen stehen, finden Louise Handlungen unlogisch. Leute, die lieben und geliebt werden, verstehen Louise. Die, die nach etwas suchen, werden durch  dieses Buch vielleicht fündig. 
Es ist so viel mehr, als das, wonach  es aussieht. Zwei Autorinnen zusammen haben etwas geschaffen, dass so viel erzählt, so oft aufgenommen und widergegeben werden soll, dass das Buch nur ein Highlight sein kann. Der Schreibstil ist verletzlich und stark zugleich, er ist einfach und äusserst komplex. Man muss zwischen  den Zeilen lesen und spüren, ganz viel fühlen. Und vielleicht hat man dann das Buch zum ersten Mal  gelesen und verstanden. Und dann, vielleicht in zwei Jahren, soll man es wieder lesen. Wiederfühlen. Wieder über den selben Stellen lächeln und das Buch in sein Herz lassen. Danke für dieses Leseerlebnis.
http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2015/02/wir-wollten-nichts-wir-wollten-alles.html

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k-aleidoskops avatar

Rezension zu "Wir wollten nichts. Wir wollten alles" von Sanne Munk Jensen

Eine Liebesgeschichte, so packend und rührend wie keine zweite
k-aleidoskopvor 2 Jahren

Von einem Paar Handschellen zusammengehalten, liegt das junge Pärchen auf dem kalten Tisch der Gerichtsmedizin. Ihre Körper sind aufgequollen. Es ist Tagen, wenn nicht sogar schon Wochen her, seitdem sich zwei Jugendliche dazu entschieden haben, in den kalten Limfjord zu springen.
Was muss passieren, um den Entschluss zu fassen, sein Leben frühzeitig zu beenden?

Worum geht es?
Liam und Louise genießen ihr Leben miteinander. Als sie sich damals das erste Mal im Bus begegnet sind, wussten sie sofort, dass es Liebe auf den ersten Blick ist. Sie verbringen nicht nur einen Großteil ihrer Zeit zusammen, sondern ziehen auch relativ zeitnah in die erste gemeinsame Wohnung. Zugegeben, dort scheint es ein wenig chaotisch und die Möbelstücke sind ein kunterbuntes Wirrwarr. Doch vielleicht ist es genau deshalb so wunderschön.
Dass  Louise jedoch immer seltener zur Schule geht und sich kaum noch bei ihren Eltern blicken lässt, scheint sie weniger zu interessieren. Natürlich sorgen sich Mama und Papa und es wird nicht besser, als die 16-Jährige ihren Vater ganz aufgebracht um Geld bittet.

Nur wenige Tage später, wird sie und ihr zwei Jahre älterer Freund tot aus einem kalten Gewässer Dänemarks gezogen. Louises Vater beginnt sich zu fragen, was seinen Liebling zu dieser Entscheidung getrieben haben muss. Sie ist doch wohl behütet aufgewachsen.

Stück für Stück beginnt er, den hinterbliebenen Spuren zu folgen. Er weiß, dass irgendwo das Tagebuch seiner Tochter auf ihn wartet und wenn er dieses endlich in den Händen halten kann, wird er die ganze Wahrheit erfahren. Doch wo zum Teufel steckt dieses Ding nur!?

Mein Leseeindruck
Durch eine gute Freundin wurde ich auf diesen Jugendroman aufmerksam. Sie meinte schon zu Anfang, dass dieser eine gewisse Art der Leere in ihr hinterlassen habe. Ich bin kein Mensch, der bei Büchern emotional wird 8auch wenn ich oftmals mitfiebere, schmunzle, ...), hier aber musste ich am Ende dann doch das ein oder andere Tränchen verdrücken.

Dadurch das Buch immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart springt, führt die Geschichte am Ende zusammen. So wird dem Leser keine Ruhe gelassen und man hechtet nur von Seite zu Seite, um endlich im Hier und Jetzt ankommen zu dürfen. Gelesen wird aus der Sichtweise von Louise, die quasi über Allem "schwebt". Dadurch war es einem möglich, ihre Gefühle und Handlungen jederzeit zu verinnerlichen und auch sehr gut zu verstehen.

Dennoch würde es als eher "schwere Kost" bezeichnen. Nicht, weil es ewig lange, verschachtelte Sätze beinhaltet, sondern weil die Geschichte schlicht und ergreifend emotional ist.


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buchliebhaberin26s avatar

Rezension zu "Wir wollten nichts. Wir wollten alles" von Sanne Munk Jensen

Gemischte Gefühle
buchliebhaberin26vor 2 Jahren

Der Roman „Wir wollten nichts. Wir wollten alles“ von dem dänischen Autorenpaar Sanne Munk Jensen und Glenn Ringived ist im Jahre 2015 im Oetinger-Verlag erschienen und handelt von einem jungen Liebespaar, das auf tragische Art und Weise das Leben verliert, um letztendlich frei sein zu können.

Liam und Louise. Das perfekte Paar, die große Liebe. Einer ohne den anderen – unvorstellbar. Bevor Louise Liam traf, war sie unscheinbar, still, eher zurückhaltend, behütetes Elternhaus. Ein Mädchen, das von niemandem großartig wahrgenommen wurde. Bis Liam sich Hals über Kopf in sie verliebte; von diesem Augenblick an veränderte sich alles.
Sie ziehen in eine gemeinsame Wohnung, ein Job muss her. Louise hält nichts von Drogenhandel, trotzdem fangen Liam und Jeppe, Liams bester Freund seit dem Kindergarten, damit an, Drogen zu verticken. Schnelles und leicht verdientes Geld. Doch Jeppe bekommt nicht genug, kann mit Geld einfach nicht umgehen, verschuldet sich schließlich. Er leiht sich Geld von den falschen Leuten, von Leuten, denen man jeden einzelnen Cent besser pünktlich abgibt. Diese Leute kennen kein Erbarmen, kein Mitleid, sind gnadenlos. Sie arbeiten mit grausamen, abartigen Methoden, um ihre Opfer einzuschüchtern; sie nehmen sich, was sie wollen und wie sie wollen. Jeppe kann nicht rechtzeitig zurückzahlen, verschuldet sich sogar noch mehr, denn seine Kreditgeber fordern haushohe Zinsen. Sie machen ihm das Leben zur Hölle, die Situation eskaliert.
Aber was hat dies mit dem schrecklichen Fund der Polizeibeamten zu tun? Ein junges Paar tot im Fluss, mit Handschellen aneinander gekettet. Vereint bis in den Tod und darüber hinaus. Es handelt sich um Liam und Louise. Alles deutet auf Suizid hin, die Eltern können damit nicht umgehen. Sie können die Tat verständlicherweise keineswegs nachvollziehen. Plötzlich tun sich Fragen über Fragen auf, auf die niemand eine Antwort zu wissen scheint. Warum? Kannten sie ihre Kinder überhaupt? Anscheinend nicht. Jeder von ihnen geht mit seiner Trauer auf andere Art und Weise um. Louises Vater beispielsweise stellt Nachforschungen an, um die Beweggründe zumindest ansatzweise verstehen zu können. Dabei kommt er hinter das Geheimnis, dass Liam und sein Freund Jeppe mit Drogen gehandelt haben müssen und in etwas geraten sind, was völlig außer Kontrolle geriet…

Um ehrlich zu sein, weiß ich noch nicht ganz, was ich von dem Buch halten soll. Es ist unheimlich bewegend und natürlich traurig, wie die einzelnen Personen mit dem Verlust von Liam und Louise umgehen , sodass ich mehrmals kurz vorm Heulen war. Mir wird die Geschichte auf jeden Fall noch ewig im Gedächtnis bleiben. Auf der anderen Seite musste ich an manchen Stellen echt mit mir ringen, das Buch nicht doch aus der Hand zu legen, weil es sehr deprimierend und teilweise sogar abstoßend war. Im Grunde genommen mehr als das: ich hatte das Gefühl, mich demnächst vor lauter Ekel übergeben zu müssen. Das Buch ist also echt nichts für schwache Nerven…

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Gespräche aus der Community

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katja78s avatar

Tod - Trauer - Widersprüche

Ein Roman, der unter die Haut geht: gewaltig und voller Sehnsucht mit einer Heldin voller Hingabe und einem Protagonist voller Widersprüche.

Dieses Jugendbuch ist nicht für Leser unter 16 Jahren geeignet

Wir laden zur gemeinsamen Leserunde zum ET ein!

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Lässt nicht los: Liebe, die absoluter nicht sein kann. Zwei Leichen werden aus dem Limfjord gezogen: Liam und Louise. Ihre Hände sind mit Handschellen aneinandergekettet. Alle Indizien weisen auf Selbstmord hin. Louises Eltern zerbrechen fast am Tod ihrer Tochter, doch ihr Vater klammert sich daran, die Wahrheit herauszufinden. Als er Louises Tagebuch findet, eröffnet sich ihm das Leben, das seine Tochter und Liam in den vergangenen Monaten geführt haben.



Leseprobe

Zu den Autoren

Sanne Munk Jensen, Jahrgang 1979, ist eine dänische Schriftstellerin. Sie schreibt vorwiegend für junge Erwachsene und wurde mehrfach ausgezeichnet. Für den Roman "Wir wollten nichts, als es begann. Wir wollten nichts. Wir wollten alles" erhielt sie gemeinsam mit Koautor Glenn Ringtved den Autorenpreis des dänischen Kultusministeriums 2013.

Glenn Ringtved, 1968 geboren, ist ein dänsicher Schriftsteller. Er hat bereits mehr als vierzig Bücher für Kinder und junge Erwachsene geschrieben, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Für den Roman "Wir wollten nichts, als es begann. Wir wollten nichts. Wir wollten alles" wurde er gemeinsam mit seiner Koautorin Sanne Munk Jensen mit dem Autorenpreis des dänischen Kultusministeriums 2013 ausgezeichnet.


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Wir freuen uns auf eure Bewerbungen!

          Katja von Ka-Sas Buchfinder



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