Sara-Marie Sonneberg Nietzsche nackt

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Inhaltsangabe zu „Nietzsche nackt“ von Sara-Marie Sonneberg

„Scheiß Leben, das meine, denk ich immer wieder. Sackgasse. Grenze, ich bilde die Grenze der Gesellschaft, intelligent und durchgeknallt – und offenbar auch pervers.“

Philli studiert Soziologie und Physik in Berlin; rotzig-poetisch und gleichzeitig intellektuell erklärt sie sich und dem Leser die Welt radikal-konstruktivistisch, als physikalischen Gesetzmäßigkeiten und systemischer Funktionsweise unterworfen - und verliert dabei nie ihre Begeisterung für das Leben. Die Einsamkeit der Großstadt geht sie Nacht für Nacht systematisch und rauschhaft an. Wechselnde Begegnungen lassen sie kurze Illusionen von einem ‚Zusammen‘ ohne Dauer erleben, zu erschöpfend für Drama und Emotionen. Im Spannungsfeld zwischen Paar-Illusion und Ernüchterung lernt sie Pat kennen, der sie mit seiner verbalen und bald auch physischen Dominanz um den Finger zu wickeln beginnt, ohne sie je Teil seines Lebens werden zu lassen. Eine atemlose Gratwanderung zwischen sexuellem Exzess und einer unstillbaren Sehnsucht nimmt ihren Lauf. Als Pat eines Tages weit über Phillis persönliche Grenzen tritt, versinkt sie im Sumpf versagter Leidenschaft und einsamem Rückzug. Lässt eine radikale Erkenntnis einen Neubeginn zu?

Ein einmalig-modernes Drama um Intelligenz, Sex und die handfesten Spielarten dominanter und submissiver Liebeskunst. Jünger als „Elementarteilchen“, schärfer als „Shades of Grey“, exzessiver als „Axolotl Roadkill“: Ein authentischer und schonungslos-intimer Roman, der nichts auslässt – Body, Mind and Soul setzen den Berliner Horizont in Flammen!

Eine rasante Reise durch die Abgründe des Begehrens

— sara2014

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  • Ein Leben in Extremen

    Nietzsche nackt

    sara2014

    01. August 2016 um 23:19

    Inmitten der pulsierenden Partywelt des Berliner Szeneviertels Friedrichshain zieht die Protagonistin Philli von Bar zu Bar, von Party zu Party, getrieben von einer schier grenzenlosen Lust auf Sex und Rausch, auf Eroberung und Ekstase, wobei ihre Versuche, Männer aufzureißen, mehr oder weniger erfolgreich verlaufen. Tagsüber sortiert sie nicht nur ihre Uni-Unterlagen – sie studiert Physik und Soziologie –, sondern auch ihre nächtlichen Exzesse und ihr Zurückfallen in Einsamkeit und Frustration. Dieser Reigen aus Affären und One-Night-Stands endet in dem Moment, wo die Ich-Erzählerin Pat kennenlernt und bei ihm die Rolle wechselt, d. h. von der Jägerin zur Beute wird. Durch die amouröse Verwicklung gerät Philli an ihre Grenzen und oszilliert zwischen psychischem und physischem Schmerz und wonnevoller Hingabe. Diese erotische Obsession mündet nicht in eine Partnerschaft, sondern wirft die Protagonistin gnadenlos auf sich selbst zurück. Am Ende des Buches ist sie zwar wieder allein, aber nicht hoffnungslos. Der Leser, die Leserin folgt der Ich-Erzählerin mit einer Mischung aus Faszination und Befremdung, rast mit ihr durch die Höhen erfüllter Leidenschaft, stolpert mit ihr über zu hohe Erwartungen, stößt mit ihr an die Grenzen der Lust und an den Punkt, wo Leidenschaft und Hingabe kippen und sich in Einsamkeit und Schmerz verwandeln. Ähnlich extrem wie die geschilderten Gefühlszustände verhält sich die Sprache. In den Beschreibungen der sexuellen Erlebnisse benutzt die Autorin pornografische Ausdrücke, während sie in den Passagen, in denen sie ihre Affären reflektiert und ihr Uni-Leben schildert, Fachtermini aus der Welt der Sozialwissenschaften und der Physik verwendet. Das Debüt von Sara-Marie Sonnenberg lebt von den Extremen und ist das Radikalste und Mutigste, das ich seit Langem gelesen habe. Auf die weiteren Werke der Autorin darf man gespannt sein.

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