Beim Morden bitte langsam vorgehen

von Sara Paborn 
4,5 Sterne bei25 Bewertungen
Beim Morden bitte langsam vorgehen
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Ein ungeheurer Lesespass, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

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Famos - Tränen gelacht!

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Inhaltsangabe zu "Beim Morden bitte langsam vorgehen"

Endlich Witwe - eine giftige Komödie!
Die Leute leben einfach zu lange. Und die wenigsten haben das verdient. Horst jedenfalls nicht. Nach 39 Ehejahren voller Sticheleien hat Irene endgültig genug von ihrem Mann. Als sie eines Tages in einer alten Schachtel Vorhang-Bleibänder findet, kommt ihr die beste Idee ihres Lebens: Aus der immer so netten Bibliothekarin wird eine gerissene Hobbychemikerin, die ihre bisher von Braten- und Kuchenduft erfüllte Küche in ein Labor verwandelt. Dort bereitet sie Bleizucker zu. Geduldig rührt sie ihrem Mann täglich ein Löffelchen in den Kaffee. Bei den wirklich wichtigen Dingen muss man langsam vorgehen ...
Mit Gift zum Glück – ein makabrer und doch so lebenskluger Roman über die Ehe mit tödlichen Folgen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783421048028
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:DVA
Erscheinungsdatum:16.04.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    twentytwos avatar
    twentytwovor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein ungeheurer Lesespass, den man sich nicht entgehen lassen sollte.
    Beim Morden bitte langsam vorgehen

    Nach 39 Jahren Ehe, in denen Irene sich immer weiter von sich selbst entfernt hat, überkommt sie das übermächtige Verlangen endlich selbst über ihr Leben zu bestimmen und sie beschließt sich gegen die Dominanz ihres egoistischen Ehemanns Horst aufzulehnen. Als ihr der Zufall eine ganze Schachtel mit längst aus der Mode gekommenen Vorhang-Bleibändern in die Hände spielt, beginnt eine Idee in ihr zu reifen. Durch die Erfolge ihrer ersten Experimente ermutigt und mit einem neuen gestärkten Selbstbewusstsein, beginnt sie mit ungewohnter Energie ihren Plan in die Tat umzusetzen. Alles entwickelt sich besser als sie es sich in ihren kühnsten Träumen ausgemalt hat. Aber dann bekommt sie Mitleid mit ihrem leidenden Ehemann und sie wird von Zweifeln geplagt. Doch Horst bleibt sich selbst treu und so verspielt er auch seine letzte Chance.

    Fazit
    Eine bitterböse Geschichte und grandiose Abrechnung die nach langen Ehejahren, treffsicher den Finger in offene Wunden legt.

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    Sommerregens avatar
    Sommerregenvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Famos - Tränen gelacht!
    Famoser Humor!

    "Die Ehe ist ein Krieg. Ist es da nicht logisch, dass sie auch so endet wie alle Kriege? Einer stirbt!"
    39 Jahre Ehe mit Horst - nun reicht es Irene. Als die Bibliothekarin auf die Vorhang-Bleibänder ihrer Mutter stößt, kommt ihr eine geradezu revolutionäre Idee: Wie wäre es wohl, wenn sie endlich wieder die Kontrolle über die Fernbedienung erhielte, sich nicht mehr mit gefühlskalten Sticheleien rumschlagen oder mit ihren Büchern vor Horsts Musikleidenschaft in den Keller fliehen müsste? Als sie in einem alten Buch ein Rezept für giftigen Bleizucker entdeckt, ist ihr Interesse mehr als geweckt.
    In einem Notizbuch ihrer Mutter dokumentiert sie akribisch ihre Experimente und erzählt von Erinnerungen aus der Zeit vor und während der Ehe. Von weniger aufmerksamen Geburtstagsgeschenken, den alltäglichen Sticheleien und was ihr in dieser Zeit des Umbruches noch ins Gedächtnis kommt.

    Für mich absolut beeindruckend ist die unglaublich sympathische Protagonistin: Als Bibliothekarin liebt sie es, zu lesen, sie mag die Ruhe und pflanzt gerne eigenes Obst und Gemüse an. Sie träumt nicht nur von einem eigenen Gewächshaus sondern auch vom Leben auf dem Land.
    Während der Lektüre ist mir Irene sehr ans Herz gewachsen und sie tat mir mit ihrem Ekelpaket von Mann wirklich leid. Sehr spannend war es auch, ihre Gedanken und vielen Fragen zu verfolgen: Wie werden ihre beiden erwachsenen Kinder damit umgehen, wenn der Vater verstorben sein sollte? Wird Irene auffliegen? Funktioniert ihre Methode überhaupt? Und wird sie ihren Plan durchsetzen oder fallen lassen?

    Praktische Geburtstagsgeschenke (wie seniorengerechte Messer) oder Gefühlsausbrüche wie "Ich mag dich doch" - wer kennt sie nicht? Horst scheint mit dem Fernsehsessel verwachsen zu sein, genauso wie mit der Fernbedienung. Von seinem früheren Aussehen ist auch nicht mehr viel geblieben, er ist geradezu konturenlos. Gefühlsduselei ist nichts für ihn, er hält sich eher an Fakten oder an das, was logisch ist. Außerdem verdrängt er Irene mitsamt ihren Büchern immer weiter aus dem gemeinsamen Haus (in den Keller). Mehr Wertschätzung geht ja kaum... Wer könnte mit Irene nicht mitfühlen oder keine Tränen lachen angesichts der köstlichen Beschreibungen?
    Häufig sind letztere herrlich sarkastisch - Freunde des schwarzen Humors werden an diesem Werk ihre Freude haben. Die Kapitel werden durch Zitate eingeleitet - wie einer Definition der Ehe - welche beendet wird, wenn einer der Partner verstirbt; geradezu eine Aufforderung für Irene!

    Für mich war dies ein Lesehighlight - innerhalb weniger Stunden hatte ich dieses bezaubernde Werk verschlungen und ins Herz geschlossen. Von mir gibt es daher eine ganz eindeutige Leseempfehlung - egal ob man selbst auch einen Horst Zuhause hat oder nicht! ;)

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    tootsy3000s avatar
    tootsy3000vor 2 Monaten
    Bitterböser, schwarzhumoriger Eheroman

    Beim Morden bitte langsam vorgehen, was für ein Titel! Wer dahinter eine Geschichte zum Totlachen vermutet, liegt doch etwas falsch. Die Erzählung ist bitterböse, mit einem unfassbar trockenem Humor. Mir hats gefallen!

    Dass Horst tot ist, weiß der Leser bereits auf den ersten Seiten. Irene erzählt in gemütlichem Plauderton, wie es dazu kam. Sie schreibt es quasi nieder. Auf trockene, sachliche Weise schildert sie das Geschehene. Mitunter recht lehrreich durch den ein oder anderen Auszug aus den Lexika und Nachschlagewerken, welche ihr zur Verfügung standen :D.

    Wissen ist Macht, das macht sich Irene zu nutze. Sie tüftelt, kreiert einen Plan und setzt alles nach und nach um. Durch den beißenden trockenen Humor, sah ich sie nie als eiskalte Mörderin. Eine Frau auf Rachefeldzug gegen ihren Mann, in gewisser Weise schon. Aber konnte man ihr böse sein? Nein, nicht wirklich. Obwohl mir Horst schon leid tat, erzielte er einfach keine Sympathiepunkte in meinen Augen. Das rechtfertigt natürlich nicht Irenes Vorgehen. Aber es geht ja auch nicht um den Mord an sich. Denn Beim Morden bitte langsam vorgehen ist ja auch kein Krimi, es ist eine Satire. Ein Durchleuchten einer langjährigen Ehe, mit viel schwarzem Humor und sehr, sehr böse!

    Mein Fazit

    Eine wirklich bitterböse, makabre Erzählung bei der man von Beginn an weiß wie das Ende aussieht. Trotzdem will man natürlich erfahren, warum Irene tat was sie tat. Man kann es natürlich nicht wirklich verstehen, darum geht es aber auch nicht. Es geht um das Überzogene, um das Unwahrscheinliche, das was vielleicht manchmal in jemandem von sich vorgeht, wenn man sich Gefangen in einer Situation fühlt. Ohne natürlich gleich einen Mord auszuklügeln. Genial, wunderbar trockener Humor und zwei Protagonisten, die man so oder so ähnlich durch
    aus schon mal in Ehepartnern finden kann

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    K
    katze102vor 2 Monaten
    mörderisch guter und rabenschwarzer Lesespaß

    Nach 39 Jahren Ehe mit Horst, der ihr stetig das Schwarze unter den Fingernägeln nicht gönnte, niemals romantische Ansätze an den Tag legte, sondern sie konsequent lieb- und respektlos behandelte, mit ihren Büchern und Träumen in eine Ecke des Heizungskellers verdrängte, Statt Komplimenten hörte sie immer nur Belehrungen und mußte sich seinen Vorstellungen unterordnen. Nun endlich besinnt sich die feinfühlige Irene, dass sie doch eigentlich mehr vom Leben, Horst und ihrer Ehe erwartet hatte. Konsequent setzt sie die Einsicht um, dass man sein Glück selber in die Hand nehmen muss und vervollkommned Horsts Leben, indem sie ihm ein würdiges Ende schenkt... und dem Sessel und dem Platz darunter zu neuer Schönheit verhilft.

    Der Roman ist wundervoll geschrieben; jedem Kapitel steht ein Zitat oder Buchauszug voran, der auf dieses Kapitel ganz bezaubernd einstimmt. Die Beschreibungen der Zustände einer Langzeitehe waren vorzüglich auf den Punkt gebracht; jeder Leser erkennt – bestenfalls - ältere Bekannte oder Verwandte in den vielen einzelnen Szenen oder zwischen den Zeilen wieder.
    Die Frage, wie man es eigentlich mit jemandem aushält, welche Phantasien und Ausbruchsversuche unternommen oder eher unterlassen werden, da man der Mitwelt schließlich beweisen möchte, dass man es doch „zusammen schafft“, wurden wohl sehr realitätsnah dargestellt, punktgenau und mit einer Riesenportion schwarzem Humor.

    Ganz klar gilt auch für dieses Buch, was Irene, die belesene Bibliothekarin auf S. 21 schwärmend über Bücher feststellt: „Diese Bücher legen Dinge bloß, die wir in unserem Alltag nach Möglichkeit verbergen wollen.“

    Mich hat dieser Roman auf ganz besondere Weise unterhalten; er war unglaublich fesselnd, lehrreich, ein wenig inspirierend (ggg), dabei so bissig und hat mich bis zur letzten Seite immer wieder Situationen erkennen und Tränen lachen lassen; für mich war es ein Buchhighlight dieses Jahres.

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    Hobbylesens avatar
    Hobbylesenvor 2 Monaten
    Bitterböse Geschichte

    Nach 39 zermürbenden Ehejahren hat Irene genug von ihrem Horst und vergiftet ihn langsam mit Blei...

    Mit der Figur der Irene konnte ich mich nicht anfreunden, sie war mir auch nicht sonderlich sympathisch. Vor allem konnte ich nicht nachvollziehen, wieso sie sich von Anfang an alles von ihrem Ehemann gefallen ließ und ihm keine Grenzen setzte.  
    Irene ließ einfach alles geschehen und   sprach nicht genug über ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche, um Kompromisse mit ihm zu finden. Statt dessen ging sie mit ihren Büchern zum Lesen in den Keller ihres Hauses, nachdem Horst sich überall breit gemacht hatte mit seinen Hobbys. Welche Frau macht so etwas in der heutigen Zeit???
    Statt sich am Ende scheiden zu lassen, wird sie zum Todesengel, um sich später mit den Millionen von Horst's Lebensversicherung ein schönes Leben zu machen! Vorher aber genießt Irene die Macht, die sie nun über ihn hat, als er durch das Gift immer hinfälliger wird und genießt ihren Triumph.

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    -nicole-s avatar
    -nicole-vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein unterhaltsamer und gleichzeitig makaberer Roman, der neben viel schwarzem Humor auch nachdenkliche Abschnitte enthält. Lesenswert!
    Ein unterhaltsamer und gleichzeitig makaberer Roman - gut geschrieben!

    Von der Bibliothekarin zur Hobbychemikerin…

    Seit 39 Jahren ist Irene nun mit Horst verheiratet und musste in diesen Jahren so einiges an Sticheleien und unfairen Aktionen über sich ergehen lassen. Doch nun ist ihre Geduld am Ende – Irene hat endgültig genug von ihrem Mann. Eines Tages findet sie im Keller eine alte Schachtel mit Vorhang-Bleibändern - und da kommt ihr die Idee ihres Lebens: Nachdem Irene in der Bibliothek, wo sie seit vielen Jahren arbeitet, einige Bücher zum Thema Chemie und Gifte studiert hat, wandelt sie ihre Küche in ein kleines Labor um und stellt Bleizucker her. Und diesen tut sie ihrem Mann nun Tag für Tag in den Kaffee…

    Einmal stellte ich mich vor den Fernseher, mitten in einem wichtigen Fußballspiel, und sagte: „Entscheide dich – ich oder der Fernseher!“ Und Horst sagte: „Kannst du mal ein Stück zur Seite gehen?“
    Warum sollte man einem solchen Menschen eine Scheidung gewähren? Das wäre doch wohl ein bisschen zu einfach, oder?
    (Irene) – Seite 157, eBook

    Ich bin durch Zufall auf dieses außergewöhnliche Buch aufmerksam geworden und war neugierig, was hinter dem Roman steckt. Dieser hat mich positiv überrascht, denn er ist auf eine bestimmte Art packend geschrieben – zugegeben, die Geschichte ist eher makaber und enthält viel rabenschwarzen Humor, aber sie ist klasse ausgearbeitet und enthält durchaus Abschnitte zum Nachdenken. Es geht um die Bibliothekarin Irene, die nach 39 Ehejahren genug von ihren Mann hat – dieser bringt Irene u. a. mit vielen Sticheleien ans Ende ihrer Geduld. Um endlich wieder glücklich zu werden, fast sie einen tödlichen Plan – denn eine Scheidung wäre ja langweilig.
    Die Geschichte ist aus Irenes Sicht geschrieben – sie erzählt ausführlich, was sie zu diesem Schritt bewogen hat, wie ihr Leben bisher verlaufen ist und wie ihr Plan schließlich verläuft. Dieses ist spannend geschrieben. Alles wird detailreich beschrieben, sodass man jeden einzelnen Schritt von ihr genauestens verfolgen kann – und hier kommen verschiedene und interessante Facetten zutage. Diese sind mal mitleiderregend und traurig, aber auch bissig und unheimlich. Im Laufe der Geschichte gibt es auch immer wieder erstaunliche Fakten zum Thema Gifte und Chemie.

    „Ich hatte das starke Gefühl, dass die Dinge jetzt in vorherbestimmter Abfolge ablaufen würden. Dass alles irgendwie zusammengehörte. Das Blei. Die Decke. Die Kälte. Alles, was in den letzten Monaten passiert war. Was kommen musste. Ich wusste nur noch nicht, auf welche Art.“ (Irene) – Seite 170, eBook

    Mein Fazit: Ein unterhaltsamer und gleichzeitig makaberer Roman, der einiges an schwarzem Humor enthält und klasse ausgearbeitet ist. Die Handlung ist gut geschrieben und hat viele Facetten – neben rabenschwarzem Humor wird es auch mal bissig und etwas unheimlich, manchmal auch etwas ernster mit Aussagen zum Nachdenken. Alles in allem ein sehr gutes Buch, dem ich 4,5 Sterne gebe. Lesenswert!

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    buchmelodievor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein bitterböses Buch, das so manchen Chemieunterricht ersetzen könnte.
    Überraschend und unterhaltend!

    39 Ehejahre liegen hinter der gebildeten Bibliothekarin Irene und dem nüchternen Elektriker Horst, als Irene über einen Zufall die alten Bleigewichte ihrer Mutter im Keller findet und davon inspiriert einen großen, wirklich großen Entschluss fasst. Sie möchte ihren Mann vergiften, in dem sie Bleizucker zubereitet und diesen, in kleinen Dosen an Horst verabreicht. Wir als Leser folgen Irenes Planreifung, Hintergründen und Gedankengängen in Form von Tagebucheinträgen. Dabei berichtet die Protagonistin von jahrelangen, ja sogar jahrzehntelangen Demütigungen, Schikanen und Provokationen seitens des Ehemanns. Aber insbesondere von Gleichgültigkeit, Lieblosigkeit und die langsame Reifung tiefen Hasses. All diese Empfindungen waren jedoch bedeckt unter Schichten von Pflichtgefühl, Alltäglichkeiten und konservativen Rollenbildern. Nun steht im Vordergrund dieses Werkes aber nicht das Beziehungskonstrukt der Beiden, sondern eher der Vergiftungsprozess. Wie der Titel schon sagt: „Beim Morden bitte langsam vorgehen“, wird hier sachlich, präzise und informativ erläutert, wie aus Blei „Bleizucker“ hergestellt wird, die Symptome von Vergiftungen beschrieben, geschichtliche Hintergründe beleuchtet und die emotionale Abspaltung der Protagonistin, während dieses Prozesses dargelegt. Denn Irene sieht ihr Handeln nahezu als ein Gesamtkunstwerk. „Nun hatte ich mich der Bleigewichte meiner Mutter angenommen und sie in etwas Richtiges verwandelt. [...] Ich glaube, das hätte ihr gefallen. Etwas zu Ende bringen, das ist wichtig.“ Sie findet immerzu Erklärungen und Rechtfertigungen, was dieses Buch so spannend für mich machte. Ihre Vision wird zum Lebensmittelpunkt, dabei steigt sie immer weiter hinab, um ihr Werk zu vollenden und genießt die Freiheiten, die sie sich selbst erschafft, in vollen Zügen. Das Tempo dieses Buches war recht schnell, die Entwicklungen ihres Geistes fesselnd und die vielen kleinen Nebeninformationen lehrreich. Sara Paborns Schreibstil empfand ich als wirklich angenehm, schön lesbar und spritzig. Auch wenn mir Irenes Motiv bis zum Ende nicht komplett schlüssig war, ich die Handlung eher als tragisch und beängstigend wahrnahm, habe ich das Buch in seiner Gesamtheit genossen und musste hin und wieder bei einigen Passagen wirklich lächeln. „Eigentlich müsste er mir dankbar sein. Was ist eine Scheidung schon gegen einen Giftmord von neronischer Klasse? Immerhin hatte Horst länger gelebt als der Durschnittsschwede vor hundert Jahren. Das war mehr als genug.“

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    booklovings avatar
    booklovingvor 3 Monaten
    Humorvoller, hintergründiger Roman

    INHALT
    Die Leute leben einfach zu lange. Und die wenigsten haben das verdient. Horst jedenfalls nicht. Nach 39 Ehejahren voller Sticheleien hat Irene endgültig genug von ihrem Mann. Als sie eines Tages in einer alten Schachtel Vorhang-Bleibänder findet, kommt ihr die beste Idee ihres Lebens…
    (Quelle Klappentext DVA-Verlag)


    MEINE MEINUNG
    Die schwedische Autorin Sara Paborn hat mit „Beim Morden bitte langsam vorgehen“ einen großartigen, bitterbösen Roman über verzeihliche Schwächen, moralisch verwerfliche Handlungen und menschlichen Abgründe verfasst.
    Es ist eine fesselnde, sehr ausgeklügelte Geschichte über eine Ehe mit tödlichen Folgen, die eine vordergründig leichte, lockere Unterhaltung mit dem gewissen „Etwas“ bietet - bis diese schließlich in eine abgründige, makabre Handlung kippt, und dem Leser das Schmunzeln allmählich vergeht. Mit feiner Ironie, schwarzem Humor und subtilen Spitzfindigkeiten versteht es die Autorin hervorragend, uns Leser zu unterhalten.
    Erzählt wird ausnahmslos aus der Ich-Perspektive der Hauptfigur Irene, die in Form von Eintragungen in ein altes Notizbuch retrospektiv über das Geschehene und entscheidende Momente aus ihrem Leben berichtet. Zugleich kommentiert sie ihr eigenes Verhalten in Vergangenheit und Gegenwart und lässt den Leser so unmittelbar an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben. Die Autorin lässt die Ich-Erzählerin ihre keineswegs gewöhnliche Geschichte unbeschwert und mit viel Ironie erzählen. Ihr nüchterner, abgeklärter Stil steht in einem völligen Kontrast zu den ungeheuerlichen Dingen, die sie uns schrittweise offenbart und an deren Ende die endgültige Befreiung von ihrem lieblosen Ehemann steht.
    Irene wird als eine interessante, vielschichtige Persönlichkeit gezeichnet. Ihre Liebe zur Literatur und Gartenarbeit aber auch ihre kleinen Fehler und Schrullen machen die nette, genügsame Bibliothekarin im fortgeschrittenen Alter auf Anhieb sehr sympathisch und voller Faszination verfolgt man ihre Entwicklung zur Mörderin. Man kann ihre Verbitterung und ihren Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung für die Zukunft gut nachvollziehen und gönnt ihr irgendwie ein neues, erfüllendes Leben, nachdem man viele Details aus den 39 lieblosen, demütigenden Ehejahren erfährt. Allerdings ist die Rachsucht und Freude ihren verhassten Ehemann für die zurückliegenden Enttäuschungen zu bestrafen und ihn leiden zu lassen, schon sehr erschreckend. Irenes Verwandlung in eine boshafte, skrupellose Giftmischerin, die die veränderten Machtverhältnisse und Schwäche ihres Manns regelrecht genießt, um die Kontrolle über ihr Leben zu übernehmen, stimmt einen allerdings nachdenklich und zwiegespalten.
    Durch allerlei von der Autorin geschickt eingestreute Lebensweisheiten, Sprüche und Zitate aus Lexika liefert die Geschichte zudem interessante Denkanstöße zu unerfüllten Träumen, zwischenmenschlichen Beziehungen und gesellschaftlichen Zwängen. So ist der humorvolle , fesselnde Roman ein interessantes, entlarvendes Gedankenspiel über Dinge, die man sich im Geheimen bisweilen eventuell schon gedacht hat, aber niemals bis zum bitteren Ende in die Tat umsetzen würde.

    FAZIT
    Für alle Freunde schwarzen Humors und hintergründiger Geschichten ein unterhaltsamer und lesenswerter Roman!

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    AnnetteTraksvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein unterhaltsames Buch, das zum Nachdenken anregt
    Ein unterhaltsames Buch, das zum Nachdenken anregt

    Irene und Horst sind 39 Jahre miteinander verheiratet. Ihr gemeinsames Leben hat sich von Anfang an immer nach Horst gerichtet, während Irene sich stets seinen Wünschen gebeugt, sich seinen Vorstellungen angepasst, seine spitzen Bemerkungen und Demütigungen still über sich ergehen lassen hat. Immer ist er, ein selbstherrlicher Vernunftmensch, davon überzeugt, dass er im Recht ist, seine Ansichten die einzig richtigen sind.

    Als Irene sich in einer Phase befindet, in der sie sich häufig fragt, ob das, was sie für richtig hält, was sie schätzt und gerne möchte, eigentlich überhaupt nichts wert ist, entdeckt sie in einer alten Holztruhe etliche Tüten mit Bleiband. Sie erinnert sich, dass man es früher in den unteren Rand von Vorhängen einnähte, damit sie besser fielen. Noch in Gedanken versunken, liest sie auf einem Beutel die Warnung, dass Blei gesundheitsschädlich sei.

    Sie macht sich schlau und erfährt, dass es bei Menschen, die häufig mit dem Schwermetall Kontakt haben, zu lebensgefährlichen Vergiftungen kommen kann. Da reift in ihr nach und nach ein mörderischer Plan. Sie dringt tiefer in die Materie ein und verwandelt ihre Küche schließlich in ein kleines Chemie-Labor, in dem sie Bleizucker herstellt, mit dem sie ihren Ehemann langsam aber sicher töten will.

    Resümee: 
    Sechs Jahre nach Horsts Tod schreibt die mittlerweile 67-jährige Irene ihr "Testament", wie sie es nennt, in ein rotes, in Leder gebundenes Notizbuch, das ihr vor 40 Jahren ihre Mutter geschenkt hat. Sie hat es extra solange aufgehoben, bis sie etwas zu sagen hat. Und nun möchte sie erzählen, warum sie zur Mörderin geworden ist.

    Dabei werden auszugsweise Aspekte und Ereignisse des ehelichen Zusammenlebens geschildert, die davon handeln, wie Irene sich immer kleinmachen musste, ihr Mann keine Rücksicht auf ihre Wünsche nahm, sie sogar ins Lächerliche zog und seine Frau mit verletzenden Bemerkungen demütigte.

    Der Wendepunkt wird eingeleitet, als Irene sich nach fast 40 Ehejahren immer öfter fragt, wo sie eigentlich bleibt, ob sie als Mensch mit eigenen Wünschen denn gar nichts wert ist. Sie möchte auch endlich ihre Vorstellungen vom Leben verwirklichen. Da das mit Horst jedoch nicht möglich ist, bleibt nur die Trennung.

    Mit einer Scheidung will sie ihn aber nicht davonkommen lassen. Nicht nur, dass ihm dann der Großteil des Besitzes zufallen würde, nein, eine Scheidung wäre auch zu einfach, fantasielos, konventionell und außerdem ohne jede Dramatik. Im Übrigen hat er es nicht verdient, noch länger zu leben. Doch sein Sterben soll ein Leidensprozess sein, sie will zusehen, wie der Mann, den sie einst aus Liebe geheiratet hatte, allmählich immer hinfälliger wird. Daher geht sie beim Morden langsam vor (siehe Buchtitel). Mitleid mit Horst kommt beim Leser übrigens gar nicht erst auf oder wird sofort im Keim erstickt, denn er bleibt seinem Wesen bis zum Schluss treu.

    Je schwächer er wird, umso mehr erstarkt Irene, die ihren Mann immer mehr spüren lässt, wie es ist, für wertlos und schwach gehalten und zugunsten eigener Bedürfnisse ignoriert zu werden.

    Zum Schluss ist aus der duckmäuserischen, farblosen, immer unzufriedener werdenden Ehefrau ein selbstbewusster Mensch geworden, der sich ein eigenes Leben nach seinen Vorstellungen aufgebaut und es im wahrsten Sinne des Wortes farbig gestaltet hat.

    Zusammenfassend geht es in dem Buch um den großen Themenkomplex "Ehe und Zusammenleben", speziell um das Rollenverständnis von Mann und Frau, das Ausleben eigener Bedürfnisse und Realisieren individueller Wünsche zulasten des Partners sowie um gegenseitige Wertschätzung und Respekt.

    Die Autorin hat die an sich ernste Problematik mit einer guten Prise (schwarzen) Humors umgesetzt, wobei es für meinen Geschmack nie zu makaber oder bitterböse wird, sondern gemessen an Horsts Verhalten gegenüber seiner Frau immer angemessen bleibt.

    Fazit: ein Buch, das nicht nur ausgesprochen unterhaltsam ist,sondern auch zum Nachdenken anregt.

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    Ellysetta_Rains avatar
    Ellysetta_Rainvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Eine bitterböse Geschichte, in der viel Wahrheit und wichtige Botschaften stecken, die mich gut unterhalten konnte.
    Bitterböse Geschichte und wie eine Frau den Weg zu sich selbst findet

    Inhalt (dem Klappentext entnommen):
    Endlich Witwe - eine giftige Komödie!
    Die Leute leben einfach zu lange. Und die wenigsten haben das verdient. Horst jedenfalls nicht. Nach 39 Ehejahren voller Sticheleien hat Irene endgültig genug von ihrem Mann. Als sie eines Tages in einer alten Schachtel Vorhang-Bleibänder findet, kommt ihr die beste Idee ihres Lebens: Aus der immer so netten Bibliothekarin wird eine gerissene Hobbychemikerin, die ihre bisher von Braten- und Kuchenduft erfüllte Küche in ein Labor verwandelt. Dort bereitet sie Bleizucker zu. Geduldig rührt sie ihrem Mann täglich ein Löffelchen in den Kaffee. Bei den wirklich wichtigen Dingen muss man langsam vorgehen...
    Mit Gift zum Glück – ein makabrer und doch so lebenskluger Roman über die Ehe mit tödlichen Folgen.

    Meinung:
    Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Irene geschrieben, so dass man ihre Gedanken und Gefühle hautnah miterleben kann.
    Irene ist mir nicht sympathisch gewesen, da bereits zu Beginn des Buches klar ist, dass sie ihren Ehemann Horst ermordet hat. Und so jemanden zu mögen, fällt doch schwer. Jedoch konnte ich ihre Gedanken, Gefühle und die Gründe, welche das Fass langsam aber sicher zum Überlaufen gebracht haben, absolut nachvollziehen. Sie erkennt endlich, dass sie von Horst seit Beginn der Ehe gedemütigt und kleingehalten wurde. Horst mochte ich nicht, für das was er seiner Frau angetan hat. Alleine schon wie er sich den Dachboden einverleibt hat, um dort sein Musikzimmer zu errichten, und sie regelrecht mit ihren Büchern in den Keller verbannt hat… Wenn er gelitten hat, kam kurz Mitgefühl auf, doch dann hat er sich wieder unmöglich benommen oder Irene hat sich an Begebenheiten aus der Vergangenheit erinnert und das Mitgefühl war wieder weg.
    Irene entwickelt sich im Laufe der Geschichte immer weiter. Die stille Bibliothekarin, die sich alles gefallen lässt, entwickelt sich zur Hobbychemikerin und je kränker Horst wird, umso mehr Selbstvertrauen und Platz im Haus erobert sie sich zurück. Immer wieder gibt es passende und wichtige Botschaften, die zum Nachdenken anregen und viel Wahrheit enthalten. Der schwarze Humor lässt einen immer wieder Auflachen oder Schmunzeln.
    Eine bitterböse Geschichte über Selbstemanzipation und dem Weg zu sich selbst und zu Selbstvertrauen. Auch wenn bereits der Klappentext und der Anfang verraten, dass es für Horst nicht gut ausgehen wird, hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Insgesamt konnte mich das Buch gut unterhalten, jedoch bin ich mit Irene nicht wirklich warmgeworden, so dass es wunderbare 4 von 5 Sternen gibt.

    Fazit:
    Eine bitterböse Geschichte, in der viel Wahrheit und wichtige Botschaften stecken, die mich gut unterhalten konnte. Wer schwarzen Humor liebt, wird tolle Lesestunden haben. 

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    DVA_Verlags avatar
    Liebe Lovelybooker,

    i n der Ehe gibt es immer einen, der gewinnt, und einen, der fertiggemacht wird, davon ist Irene nach vielen Ehejahren mehr denn je überzeugt. Aber warum soll sie zu den Verlierern gehören? Eines Tages trifft die liebenswürdige Bibliothekarin eine verhängnisvolle Entscheidung …

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    Worum geht’s in dem Buch?
    Die Leute leben einfach zu lange. Und die wenigsten haben das verdient. Horst jedenfalls nicht. Nach 39 Ehejahren voller Sticheleien hat Irene endgültig genug von ihrem Mann. Als sie eines Tages in einer alten Schachtel Vorhang-Bleibänder findet, kommt ihr die beste Idee ihres Lebens: Aus der immer so netten Bibliothekarin wird eine gerissene Hobbychemikerin, die ihre bisher von Braten- und Kuchenduft erfüllte Küche in ein Labor verwandelt. Dort bereitet sie Bleizucker zu. Geduldig rührt sie ihrem Mann täglich ein Löffelchen in den Kaffee. Bei den wirklich wichtigen Dingen muss man langsam vorgehen ...
    Mit Gift zum Glück – ein makabrer und doch so lebenskluger Roman über die Ehe mit tödlichen Folgen.

    Wer ist die Autorin?
    Sara Paborn, 1972 in Sölvesborg geboren, war früher in der Werbebranche tätig und lebt heute als Autorin in Stockholm. 2009 veröffentlichte sie ihr Debüt. Ihr Überraschungsbestseller „Beim Morden bitte langsam vorgehen“ ist ihr vierter Roman; damit ist Sara Paborn erstmals auf Deutsch zu entdecken.

    Wir freuen uns auf eine angeregte Diskussion mit euch! Eine Leseprobe und weitere Infos findet ihr hier.
    Viele Grüße!
    Karin vom DVA-Verlagsteam
    katze267s avatar
    Letzter Beitrag von  katze267vor 2 Monaten
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