Sarah Bakewell

 4.6 Sterne bei 30 Bewertungen
Autorin von Das Café der Existenzialisten, Wie soll ich leben? und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Sarah Bakewell

Weltenbummlerin und die Schwierigkeiten des Schreibens: Sarah Bakewell wird in den sechziger Jahren in Bournemouth, an der Südküste Englands geboren. Dort bleibt sie nicht lange, denn ihre Eltern nehmen sie sofort mit auf Reisen. Die Familie wohnt eine Zeit in Sydney, bevor sie nach Europa zurückkehrt, nur um gleich darauf eine Backpacking-Tour über die pazifischen Inseln und durch Südostasien zu machen. In Essex studiert Bakewell schließlich Philosophie, bricht das Studium jedoch ab und zieht nach London, wo sie in einer Teebeutelfabrik arbeitet. Sie arbeitet mehrere Jahre in verschiedenen Buchhandlungen, bis sie schließlich einen Job in der Wellcome Bibliothek für Medizingeschichte anfängt und dort für zehn Jahre bleibt. Dort kommt sie in Berührung mit alten Textfragmenten, was sie zum Schreiben bringt und zu ihrem ersten Buch „The Smart“ führt. Seit 2002 ist sie hauptberuflich Autorin, arbeitet aber nebenbei noch als Dozentin für Kreatives Schreiben am Kellogg College in Oxford. Sarah Bakewell lebt in London und genießt das Leben als Schriftstellerin, das sie so beschreibt: Ein Komma setzen, es wieder wegnehmen, es wieder einfügen, nur um schließlich den ganzen Satz zu löschen.

Alle Bücher von Sarah Bakewell

Das Café der Existenzialisten

Das Café der Existenzialisten

 (20)
Erschienen am 20.07.2018
Wie soll ich leben?

Wie soll ich leben?

 (9)
Erschienen am 21.07.2016
How to Live

How to Live

 (0)
Erschienen am 20.09.2011
The English Dane

The English Dane

 (0)
Erschienen am 02.03.2006
How to Live

How to Live

 (0)
Erschienen am 20.09.2011

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Sarah Bakewell

Neu
YukBooks avatar

Rezension zu "Das Café der Existenzialisten" von Sarah Bakewell

Philosophieunterricht – spannend und lebensnah
YukBookvor einem Jahr

Wenn ich Existentialismus höre, denke ich an Sartre, Camus und vor allem an meinen früheren Französischlehrer, der ihre Werke mit Inbrunst mit uns durchexerzierte. Für ihre Ideen war ich aber auch sehr zu begeistern: Authentisch leben und Verantwortung für die eigene Existenz übernehmen – das hörte sich toll an, damit konnte ich mich identifizieren. Der britischen Schriftstellerin Sarah Bakewell ging es wohl ähnlich, nur mit dem Unterschied, dass sie sich entschied, Philosophie zu studieren. In ihrem aktuellen Buch erweckt sie die bedeutsame philosophische Strömung des 20. Jahrhunderts zum Leben und lotet ihr Potenzial für die heutige Zeit aus.

Das Buch beginnt mit einer Szene im Café Bec de Gaz in der Pariser Rue Montparnasse, wo der 27-jährige Sartre einen Aprikosencocktail trinkt, erstmals von der Phänomenologie hört und 1933 nach Berlin reist, um sich mit Heideggers Leben und Werk zu beschäftigen. Bakewell holt weit aus, um die Ursprünge, Entwicklung und Nachwirkungen der existenzialistischen Bewegung begreiflich zu machen. Maßgebliche Denker wie Edmund Husserl, Karl Jaspers, Albert Camus oder Maurice Merleau-Ponty sind nach der Lektüre keine abstrakten Figuren mehr, sondern greifbare Menschen, die sich anfreundeten, gemeinsame Skiausflüge unternahmen, sich prügelten und zerstritten. Die Autorin hat viele Anekdoten auf Lager und erzählt so authentisch und leidenschaftlich, dass man sich lebhaft vorstellen kann, wie sich Philosophen, Dichter, Journalisten und Maler in Pariser Cafés trafen, Pfeife rauchten und ihre Debatten führten. Die Hauptfiguren in dem Ensemble sind Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir.

Es ist faszinierend, wie Bücher das Leben radikal verändern konnten. Es gab Frauen, die ihre Ehemänner oder ihre langweiligen Jobs verließen, nachdem sie Beauvoirs „Das andere Geschlecht“ gelesen hatten. Der Existenzialismus stellte nicht nur die Weichen für den Feminismus, sondern auch für die Rechte der Homosexuellen, das Niederreißen von Klassenbarrieren und den Anti-Rassismus.

Sartre und Beauvoir verpackten ihre Überzeugungen in Romane und Theaterstücke, lösten die Grenzen zwischen Philosophie, Literatur und Leben auf und machten sie so den Menschen zugänglich. Ähnliches gelingt auch Bakewell mit ihrem kenntnisreichen Gedankenpanorama, das zeigt, wie unterhaltend und lebensnah Philosophieunterricht sein kann.

Kommentare: 2
27
Teilen
vk_tairens avatar

Rezension zu "Das Café der Existenzialisten" von Sarah Bakewell

Interessante, lebendige Philosophie!
vk_tairenvor einem Jahr

Auf dieses Buch habe ich schon sehr lange herbeigesehnt!

Es lag so lange auf meiner Wunschliste, dass ich es voller Erwartung aufgeschlagen habe und Angst hatte, ich würde enttäuscht werden - Fazit vor weg: Wurde ich nicht!


Auf herrlich einfache, malerische Art nimmt die Autorin den/die LeserIn mit nach Paris. Wir sitzen in einem Cafe und hier beginnt die Reise. 

Eine Reise nach Berlin und weiter nach Freiburg. Zu Husserl und Heidegger, weiter nach Paris und von dort irgendwann nach England und die USA. Die Geschichte spinnt sich wie eine gut geölte Maschine. Es wird so farbenfroh und lebendig erzählt, dass man nicht das Gefühl hat, bloße Theorie zu lesen. 


Hier geht es um Weltgeschichte, um die schrecklichste Zeit Europas, um Kriege, um das Aufbegehren von Unterdrückten, um den Kampf nach Freiheit, das Streben nach einer besseren Zukunft und dazwischen, alles umschließend und umwickelnd, als könnte es gar nicht anders sein, von der großen Philosophie dieser Zeit. Um Phänomenologie und Existenzialismus und alles, was folgt, und wie es die Menschen beeinflusste, wie es sich weiter entwickelt hat und wie der Diskurs stattfand. 


Zentrale Rolle dabei spielen wohl eindeutig zwei Figuren: Sartre und Beauvoir. Ihre Leben werden hier aufgerollt, ihr Leben in dieser Zeit, in ihrer Philosophie, nicht davon losgelöst. 


Gesamt wirkt dieses Buch nicht wie ein vertrocknetes Lehrbuch, sondern wie ein atmender, lebender Organismus, der Ideen und Philosophien neu belebt und ihnen damit wohl am besten gerecht wird. Denn Philosophie muss gelebt werden, um sie zu verstehen. Sie muss mehr, als nur verstanden werden, ist mehr als Theorie. So zumindest habe ich sie stets verstanden und so wird sie nun auch hier präsentiert. Lebendig und spannend, etwas, über das man diskutieren kann, nach dem man sich richten kann, das anregt, darüber nach zu denken. 

Kommentieren0
3
Teilen
W

Rezension zu "Das Café der Existenzialisten" von Sarah Bakewell

Ein verständliches und köstlich unterhaltsames Buch
WinfriedStanzickvor 2 Jahren



Für Philosophiegeschichte habe ich mich schon seit meinen Gymnasialzeiten interessiert, doch war es immer auffällig für mich, dass mich der von Jean-Paul Sartre, Albert Camus und anderen geprägte Existentialismus nie angesprochen hat. Als Theologe dann stand diese philosophische Richtung dann immer unter dem Verdacht, so ganz konträr zu dem zu sein, wonach ich sonst mein Leben, meine Beruf und meinen Alltag ausrichtete.

Dennoch bestanden all die Jahrzehnte über immer der Wunsch und das Bedürfnis, mich mit dieser Philosophie  und Lebenseinstellung einmal auseinanderzusetzen. Das vorliegende Buch der Londoner Schriftstellerin Sarah Bakewell gab mir dazu endlich die Gelegenheit. Brillant und mit leichter Feder erzählt sie in einem absolut verständlichen und köstlich unterhaltsamen Buch die Geschichte des Existentialismus völlig neu.

Zentrale und philosophischen Laien vielleicht bislang unverständlich gebliebene Ideen bringt sie mit viel britischem Humor auf den Punkt.

Dabei wählt sie in einem gelungenen Mix aus Unterhaltung und Sachbuch den Weg, dem Leser die wichtigen und den Existentialismus prägenden Menschen zunächst mit ihrer persönlichen und privaten Seite nahezubringen. Wie war ihre Lebensgeschichte? Wie gestaltete sich ihr Verhältnis untereinander?

Das „Cafe“ als ein Ort der gesellschaftlichen, politischen und philosophischen Auseinandersetzung gibt es so nicht mehr. Seine moderne Form der Talkshows ist ein Abklatsch und eine Verhöhnung ernsthafter intellektueller Auseinandersetzung und Lebensdeutung.

Insofern habe ich aus der Lektüre dieses Buches nicht nur sehr viel über das für mich vorher eher dunkle Kapitel „Existentialismus“ gelernt, sondern auch viel über unsere heutige Armut in der Debattenkultur.


Kommentieren0
11
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Sarah Bakewell im Netz:

Community-Statistik

in 79 Bibliotheken

auf 22 Wunschlisten

von 6 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks