Das Café der Existenzialisten

von Sarah Bakewell 
4,6 Sterne bei20 Bewertungen
Das Café der Existenzialisten
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Eine fesselnde Abhandlung über das philosophische Schaffen im 20. Jhd. perfekt eingebettet im historischen Kontext. Eine Bereicherung!

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Toll erzählt und dazu lehrreich und sehr einprägsam.

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Inhaltsangabe zu "Das Café der Existenzialisten"

Wie macht man Philosophie aus Aprikosencocktails? Für Sartre kein Problem: Er machte Philosophie aus einem Schwindelgefühl, aus Voyeurismus, Scham, Sadismus, Revolution, Musik und Sex. Sarah Bakewell erzählt mit wunderbarer Leichtigkeit, wie der Existenzialismus zum Lebensgefühl einer Generation wurde, die sich nach radikaler Freiheit und authentischer Existenz sehnte. Ihre meisterhafte Kollektivbiographie der Existenzialisten ist zugleich eine höchst verführerische Einladung, die existenzialistische Lebenskunst heute neu zu entdecken.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783406724794
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:448 Seiten
Verlag:C.H.Beck
Erscheinungsdatum:20.07.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    YukBooks avatar
    YukBookvor einem Jahr
    Philosophieunterricht – spannend und lebensnah

    Wenn ich Existentialismus höre, denke ich an Sartre, Camus und vor allem an meinen früheren Französischlehrer, der ihre Werke mit Inbrunst mit uns durchexerzierte. Für ihre Ideen war ich aber auch sehr zu begeistern: Authentisch leben und Verantwortung für die eigene Existenz übernehmen – das hörte sich toll an, damit konnte ich mich identifizieren. Der britischen Schriftstellerin Sarah Bakewell ging es wohl ähnlich, nur mit dem Unterschied, dass sie sich entschied, Philosophie zu studieren. In ihrem aktuellen Buch erweckt sie die bedeutsame philosophische Strömung des 20. Jahrhunderts zum Leben und lotet ihr Potenzial für die heutige Zeit aus.

    Das Buch beginnt mit einer Szene im Café Bec de Gaz in der Pariser Rue Montparnasse, wo der 27-jährige Sartre einen Aprikosencocktail trinkt, erstmals von der Phänomenologie hört und 1933 nach Berlin reist, um sich mit Heideggers Leben und Werk zu beschäftigen. Bakewell holt weit aus, um die Ursprünge, Entwicklung und Nachwirkungen der existenzialistischen Bewegung begreiflich zu machen. Maßgebliche Denker wie Edmund Husserl, Karl Jaspers, Albert Camus oder Maurice Merleau-Ponty sind nach der Lektüre keine abstrakten Figuren mehr, sondern greifbare Menschen, die sich anfreundeten, gemeinsame Skiausflüge unternahmen, sich prügelten und zerstritten. Die Autorin hat viele Anekdoten auf Lager und erzählt so authentisch und leidenschaftlich, dass man sich lebhaft vorstellen kann, wie sich Philosophen, Dichter, Journalisten und Maler in Pariser Cafés trafen, Pfeife rauchten und ihre Debatten führten. Die Hauptfiguren in dem Ensemble sind Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir.

    Es ist faszinierend, wie Bücher das Leben radikal verändern konnten. Es gab Frauen, die ihre Ehemänner oder ihre langweiligen Jobs verließen, nachdem sie Beauvoirs „Das andere Geschlecht“ gelesen hatten. Der Existenzialismus stellte nicht nur die Weichen für den Feminismus, sondern auch für die Rechte der Homosexuellen, das Niederreißen von Klassenbarrieren und den Anti-Rassismus.

    Sartre und Beauvoir verpackten ihre Überzeugungen in Romane und Theaterstücke, lösten die Grenzen zwischen Philosophie, Literatur und Leben auf und machten sie so den Menschen zugänglich. Ähnliches gelingt auch Bakewell mit ihrem kenntnisreichen Gedankenpanorama, das zeigt, wie unterhaltend und lebensnah Philosophieunterricht sein kann.

    Kommentare: 2
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    vk_tairens avatar
    vk_tairenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Toll erzählt und dazu lehrreich und sehr einprägsam.
    Interessante, lebendige Philosophie!

    Auf dieses Buch habe ich schon sehr lange herbeigesehnt!

    Es lag so lange auf meiner Wunschliste, dass ich es voller Erwartung aufgeschlagen habe und Angst hatte, ich würde enttäuscht werden - Fazit vor weg: Wurde ich nicht!


    Auf herrlich einfache, malerische Art nimmt die Autorin den/die LeserIn mit nach Paris. Wir sitzen in einem Cafe und hier beginnt die Reise. 

    Eine Reise nach Berlin und weiter nach Freiburg. Zu Husserl und Heidegger, weiter nach Paris und von dort irgendwann nach England und die USA. Die Geschichte spinnt sich wie eine gut geölte Maschine. Es wird so farbenfroh und lebendig erzählt, dass man nicht das Gefühl hat, bloße Theorie zu lesen. 


    Hier geht es um Weltgeschichte, um die schrecklichste Zeit Europas, um Kriege, um das Aufbegehren von Unterdrückten, um den Kampf nach Freiheit, das Streben nach einer besseren Zukunft und dazwischen, alles umschließend und umwickelnd, als könnte es gar nicht anders sein, von der großen Philosophie dieser Zeit. Um Phänomenologie und Existenzialismus und alles, was folgt, und wie es die Menschen beeinflusste, wie es sich weiter entwickelt hat und wie der Diskurs stattfand. 


    Zentrale Rolle dabei spielen wohl eindeutig zwei Figuren: Sartre und Beauvoir. Ihre Leben werden hier aufgerollt, ihr Leben in dieser Zeit, in ihrer Philosophie, nicht davon losgelöst. 


    Gesamt wirkt dieses Buch nicht wie ein vertrocknetes Lehrbuch, sondern wie ein atmender, lebender Organismus, der Ideen und Philosophien neu belebt und ihnen damit wohl am besten gerecht wird. Denn Philosophie muss gelebt werden, um sie zu verstehen. Sie muss mehr, als nur verstanden werden, ist mehr als Theorie. So zumindest habe ich sie stets verstanden und so wird sie nun auch hier präsentiert. Lebendig und spannend, etwas, über das man diskutieren kann, nach dem man sich richten kann, das anregt, darüber nach zu denken. 

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    W
    WinfriedStanzickvor 2 Jahren
    Ein verständliches und köstlich unterhaltsames Buch



    Für Philosophiegeschichte habe ich mich schon seit meinen Gymnasialzeiten interessiert, doch war es immer auffällig für mich, dass mich der von Jean-Paul Sartre, Albert Camus und anderen geprägte Existentialismus nie angesprochen hat. Als Theologe dann stand diese philosophische Richtung dann immer unter dem Verdacht, so ganz konträr zu dem zu sein, wonach ich sonst mein Leben, meine Beruf und meinen Alltag ausrichtete.

    Dennoch bestanden all die Jahrzehnte über immer der Wunsch und das Bedürfnis, mich mit dieser Philosophie  und Lebenseinstellung einmal auseinanderzusetzen. Das vorliegende Buch der Londoner Schriftstellerin Sarah Bakewell gab mir dazu endlich die Gelegenheit. Brillant und mit leichter Feder erzählt sie in einem absolut verständlichen und köstlich unterhaltsamen Buch die Geschichte des Existentialismus völlig neu.

    Zentrale und philosophischen Laien vielleicht bislang unverständlich gebliebene Ideen bringt sie mit viel britischem Humor auf den Punkt.

    Dabei wählt sie in einem gelungenen Mix aus Unterhaltung und Sachbuch den Weg, dem Leser die wichtigen und den Existentialismus prägenden Menschen zunächst mit ihrer persönlichen und privaten Seite nahezubringen. Wie war ihre Lebensgeschichte? Wie gestaltete sich ihr Verhältnis untereinander?

    Das „Cafe“ als ein Ort der gesellschaftlichen, politischen und philosophischen Auseinandersetzung gibt es so nicht mehr. Seine moderne Form der Talkshows ist ein Abklatsch und eine Verhöhnung ernsthafter intellektueller Auseinandersetzung und Lebensdeutung.

    Insofern habe ich aus der Lektüre dieses Buches nicht nur sehr viel über das für mich vorher eher dunkle Kapitel „Existentialismus“ gelernt, sondern auch viel über unsere heutige Armut in der Debattenkultur.


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    M
    michael_lehmann-papevor 2 Jahren
    Biographie einer Haltung und ihrer Wirkung

    Biographie einer Haltung und ihrer Wirkung

    „Aber was hatte es mit diesem „Sein“ auf sich? Das Sein der Wurzel eines Kastanienbaums hat mich nie überwältigt“.

    Schon als Teenager spürte Sahra Bakewell eine Affinität zum Existenzialismus, eine Kraft, die von dieser „Haltung der Welt gegenüber“, die mehr war und ist als reine Philosophie oder „nur“ eine literarische Gattung, sondern durch die sich eine „Lebenshaltung“ ganz praktisch, sichtbar, fassbar im Leben der tragenden Personen entfaltete.

    Und so wendet sie sich, Jahrzehnte später, nun mit spürbarer Wärme und sehr flüssig und leicht lesbar erzählt der Geschichte des Existenzialismus, seiner Protagonisten, der Lebenshaltung, der „Vorläufer“ und der Auswirkungen zu.

    Das dabei das „Café“ eine herausragende Rolle spielt, hatte zunächst ganz praktische Hintergründe. Denn dort war es, im Gegensatz zu den oft billigen Absteigen, in denen jene „Existenzialisten“ wie Sartre und de Beauvoir wohnten, warm und geheizt, es gab Platz, auch mal ruhige Ecken.

    Das daraus ebenfalls eine untrennbar zum Existenzialismus gehörende „Lebensweise“ entstand, man sich im Café traf, diskutierte, sich vorlas, die Welt weiterdachte, stritt, Engagement verabredete oder Aktionen beendete, war eher eine zufällige, dafür aber um soi nachhaltiger wirkende Folge.

    In diese Welt nimmt Bakewell den Leser mit hinein, setzt ihn an einen Tisch mit Sartre, Raymond Aron, führt in die „Gelehrtenkammer“ von Heidegger, erläutert den inneren, tiefen Graben im zwischen dem Denken Sartres und Heideggers, erläutert die „Vorläufer“ wie die „Phänomenologie“ Husserls oder das Denken Nitzsches und ist dabei in der Lage, auch abstrakte Denkmuster einfach, schlicht und verständlich dem Leser zu erläutern.

    So, dass jenes „Sei frei und wähle“, der Kern des Existenzialismus, Seite für Seite lebendig wirkt und wird. Und das verständlich aufgezeigt wird, welche Wucht dieses neue Denken dann auch gesellschaftlich erhielt. Schlechterdings ist eine Studentenbewegung der späten 60er Jahre, aber auch der „swingende“ Zeitgeist der frühen 60er Jahre ohne Existenzialismus kaum denkbar.

    Sich der „Welt der Entscheidungen und Interpretationen und dessen, was aktuell geschieht“ ganz zuzuwenden, darin einen immer wieder neu freien Weg zu suchen und zu erproben, den Menschen als das eine Wesen zu begreifen, der „das ist, was er aus sich macht“ und darin jederzeit frei, aber auch voll verantwortlich für sich und seine Entscheidungen ist. Und der durch die genaue Beschreibung dessen, was er erfährt, hofft, die Existenz zu verstehen und ein authentisches Leben dann zu führen.

    Alles Gedanken, auf denen die moderne Welt der Individualität, der Freiheit der Entscheidung, des hohen Wertes der „Selbstverwirklichung“ in der Tiefe verankert ist und beruht.

    In welcher Beziehung dann „sozialistische“ Aktionen und Verbindungen entstanden oder eben auch gerade nicht, das schildert Bakewell ebenso, wie die persönlichen Lebensumstände vieler der Beteiligten und die einander bedingende Entwicklung und Entfaltung von Gedanken und existenzialistischen Lebensweisen (die „offene Beziehung“ und andere „Freiheiten“, die aus dem Denken in das praktische Leben hinein wirklich umgesetzt wurden).

    Ein im Stil sehr gut zu lesendes Buch, das ebenso fundiert und kenntnisreich vor den Augen des Lesers sich entfaltet, wie es differenziert und von vielen Seiten aus immer wieder den „Kern des Existenzialismus“ umschreibt und in den einzelnen Biographien und Hinweisen auf konkrete Werke sehr genau und treffend diese „Haltung“ in ihren Ursachen und Wirkungen auf den Punkt bringt.

    Eine sehr empfehlenswerte Lektüre, in der vieles an Grundlagen des modernen Lebens Revue passiert.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine fesselnde Abhandlung über das philosophische Schaffen im 20. Jhd. perfekt eingebettet im historischen Kontext. Eine Bereicherung!
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    tonkss avatar
    tonksvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine toll geschriebene, kurzweilige Einführung in den Existenzialismus und die Biografien berühmter Philosophen.
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    M
    MaLaPevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: großartige Kollektiv-Biography größter Existenzialismus-Vertreter
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    D
    DamonWildervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Gelungene und kurzweilige Einführung in den Existenzialismus, ohne akademisches Geschwurbel oder ellenlange biographische Abrisse.
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    Sokratess avatar
    Sokratesvor 7 Monaten
    kulturtussis avatar
    kulturtussivor 8 Monaten

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