Sarah Bakewell Wie soll ich leben?

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Inhaltsangabe zu „Wie soll ich leben?“ von Sarah Bakewell

Lies viel, vergiss das meiste wieder, und sei schwer von Begriff! - Habe ein Hinterzimmer in deinem Geschäft! - Tu etwas, was noch nie zuvor jemand getan hat! - Mach deinen Job gut, aber nicht zu gut! - Philosophiere nur zufällig! - Bedenke alles, bereue nichts!
Mit diesen und anderen Antworten auf die eine Frage "Wie soll ich leben?" führt Sarah Bakewell durch das ungewöhnliche Leben des Weingutbesitzers, Liebhabers, Essayisten, Bürgermeisters und Reisenden Michel de Montaigne. Dabei gelingt ihr das Kunststück, ihn ganz im 16. Jahrhundert, im Zeitalter der Religionskriege, zu verorten und gerade dadurch für unsere Zeit verständlich zu machen. Wie soll man Montaigne lesen? Nicht wie ein Kind, um sich zu amüsieren, und nicht wie die Ehrgeizigen, um sich zu belehren. "Nein. Lesen sie ihn, um zu leben!", empfahl der große Flaubert.

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  • Die Aktualität des Michel de Montaignes

    Wie soll ich leben?

    michael_lehmann-pape

    21. November 2016 um 12:59

    Die Aktualität des Michel de MontaignesEs ist nicht neu, dass sich Menschen intensiv mit sich selbst beschäftigen. Die modernen Begriffe von „Work-Life-Balance“, von der Frage nach der Ausrichtung des eigenen Lebens, nach der „Selbstverwirklichung“ (die zu früheren Zeiten eben „Selbst-Ausrichtung“ hieß, oder „Vervollkommnung“ oder viele andere Begriff im Lauf der Zeit noch fand und kannte) ist eine der Grundfragen der Menschheit.Ein „gutes Leben“ führen und finden, all das hängt damit zusammen, natürlich erst einmal dieses „Selbst“ näher bestimmen zu können, was man denn überhaupt dann verwirklichen möchte.Michel de Montaigne ist einer jener Denker, Menschen, die dieser Frage für sich in teils auch radikalen äußeren Schritten nachgingen (bis dahin, sich ganz von der Welt, eingemauert, zurückzuziehen und, eben, nachzudenken).Oder, wie es Theodor Zeldin für die Moderne formuliert:„Das große Abenteuer unserer Zeit besteht darin, zu entdecken, wer diese Welt bewohnt, und zwar jeden einzelnen“.Was all die Blogs und Kommentare in den social media angeht, ist es eben gerade auch jener Michel de Montaigne, der in dieser Hinsicht „modern“ war und 2der Welt einen Spiegel“ vorhalten wollte, indem er „über sich selbst“ schrieb.Wobei Blackwell Montaignes „Essays“ nicht als „idealistische“ Frage auffasst in der ethischen Richtung eines „Wie sollte man leben?“, sondern Montaignes Pragmatismus aufnimmt in der schlichteren Version der Frage, „Wie soll ich leben“ um konkrete Antworten zu finden, wie er selbst und jeder einzelne der anderen handeln könnte, um ein „gutes Leben“ zu finden und zu verwirklichen.In Zwanzig Antworten konzentriert sich Blackwell nun im Verlauf des Werkes darauf, das „Konzentrat“ aus den Essays de Montaignes herauszufiltern und, durch die gefundenen Antworten, natürlich auch die entsprechenden Fragen mit in den Raum zu stellen. Um, wie nebenbei, dem Leser nicht nur die Gedanken de Montaignes sehr verständlich näher zu bringen, sondern auch im jeweiligen Kontext die biographischen Umstände und Lebensverläufe vor Augen zu führen.Wobei der Leser im Verlauf der Lektüre immer wieder und immer mehr entdeckt, wie nahe de Montaignes Antworten und Vorstellungen von einem guten Leben auch in der Gegenwart noch an den „Fragen der Zeit“ sind, anders gesagt, wie tief und dadurch zeitlos de Montaigne die konkreten Punkte für ein gutes Leben zu allen Zeiten getroffen hat.„Verkrafte Liebe und Verlust“.„Sei gesellig! Lebe mit anderen“.Keine abstrakten philosophischen Gedankengebäude tauchen auf, sondern pragmatische Erfahrungen, die de Montaigne reflektiert und verarbeitet. Bis hin zu schon erwähnten Fragen der „Balance“, wenn Blackwell verständlich erläutert, in welchen Verhältnissen und unter welchen Umständen de Montaigne lapidar formulieren kann: „Mache Deine Arbeit gut, aber nicht zu gut“.Und sein „Bedenke alles, aber bereue nichts!“ ist sicherlich eine gerade in der Gegenwart profunde, individuelle Aufforderung, nicht wahllos zu leben, aber tatsächlich zu leben und zu erproben.Ein anregendes, interessant zu lesendes und gründlich recherchiertes Buch.

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  • Rezension zu "Wie soll ich leben?" von Sarah Bakewell

    Wie soll ich leben?

    BertieWooster

    26. October 2012 um 20:12

    Wie soll ich Leben? Bei dem Buchtitel könnte man zunächst meinen, dass es sich um ein Buch zur Lebensberatung handelt. Nicht ganz. Der Untertitel verrät mehr: „oder das Leben Montaignes in einer Frage und zwanzig Antworten. Aha! Eine Biographie über den französischen Literaten und Philosophen Michel Eyquem de Montaigne. Aber nicht nur das. Anhand der zwanzig Antworten wird zwar auch der Lebenslauf des Begründers des Essais beschrieben. Darüber hinaus gelingt es Sarah Bakewell das Werk Montaignes dem Leser näher zu bringen, in welcher Zeit er gelebt hat, welche philosophischen Grundrichtungen Montaigne beeinflussten und was das besondere an den Essais zu seiner Zeit war, sowie welche Wirkungen dieses Buch auf die Leser und Philosophen in den nachfolgenden Jahrhunderten hatte. Montaigne lebte in einer unruhigen Zeit (1533-1592). Luthers Thesenanschlag lagen erst geraume Zeit zurück. Die Reformation führte auch in Frankreich zu einem blutigen Religionskrieg zwischen Katholiken und Protestanten, wobei sich wohl beide Seiten nichts schenkten. Und Montaigne lebte sozusagen zwischen den Fronten. Aber dies hat ihn weit weniger beeinflusst, als persönliche Schicksalsschläge, wie der Tod seines bestehen Freundes oder sein beinahe eigener Tod. Was ist nun das Besondere an seinem Werk? Die Frage im Titel gibt schon einen Hinweis. Es lautet nicht „Wie soll man Leben?“, sondern „Wie soll ich Leben?“ Montaigne zieht sich in seinen Turm zurück und betrachtet sein Leben und sein Wesen, sein Verhalten. Diese Überlegungen und Selbstbetrachtungen schreibt er in seinen Essais nieder. Es handelt sich damit nicht um eine Philosophie oder Lehre, die für sich nicht die absolute Wahrheit in Anspruch nimmt. Nein vielmehr ist er beeinflusst von den hellenistischen Philosophien der Stoiker, der Epikureer und des Skeptizismus nie sicher, ob seine Betrachtungen und Überlegungen die Wahrheit darstellen. Er versucht stets auch eine andere Sichtweise zu einem Problem oder Sachverhalt einzunehmen, z.B. was wohl meine Katze über mich denkt oder wie südamerikanische Indianer die weißen Eroberer sehen? Montaigne ist somit ein „praktischer Philosoph“. Seine Betrachtungen betreffen zwar eigentlich nur ihn selbst. Aber der Leser seiner Essais merkt, aha der Autor hat sich ja über die selben Probleme Gedanken gemacht, wie ich sie mir auch schon oft gestellt hat und ergibt einen Versuch einer Antwort, aber unter der Bedingung des Zweifels. In Bayern würde man wohl sagen „Nix gwiss woas ma ned“. Es bleibt dem Leser überlassen, ob er die Meinung teilt oder nicht. Auf jeden Fall wird er angeregt darüber nachzudenken. Die Biographie geht jedoch noch weiter. Anhand der zwanzig Antworten zeigt Mrs. Bakewell, wie andere Philosophen auf sein Werk reagierten, sei es Descartes, Pascal oder Nietzsche. Denn auch wenn sie sein Werk ablehnten haben einige vielleicht sogar unbewusst Gedanken von Montaigne übernommen. Insgesamt ist m.E. Sarah Bakewell eine sehr lesenswerte Biographie und mehr gelungen.

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