Sarah Butler Die Nacht brennt

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Inhaltsangabe zu „Die Nacht brennt“ von Sarah Butler

Stick und Mac sind beste Freunde und wollen nur eins: raus aus Manchester, raus aus der Enge der Familie, der Wohnung, der Clique. Sie wollen mit dem Auto nach Málaga fahren, um einen Sommer voll Partys, Alkohol und Frauen zu erleben und vielleicht nie wieder zurückzukommen. Doch in der Nacht ihrer Abschiedsparty wird Mac erstochen. Stick steht unter Schock und muss mit seiner Trauer, seiner Wut, seinem Wunsch nach Freiheit und familiärer Geborgenheit klarkommen. Dann lernt er 'J' kennen, ein Mädchen mit pinken Haaren und Piercings. Endlich scheint sich für den 17-Jährigen etwas zum Positiven zu wenden. Doch Sticks Wut ist nach wie vor da, und die Unruhen von London greifen bald auch auf Manchester über …

Ein dramatisher Jugendroman im Puls diesen Jahrtausends

— Buchpfote
Buchpfote

Ein Buch mit einem ganz eigenem Charme

— sweetpiglet
sweetpiglet

Interessante und spannende Herangehensweise an das Thema der Trauerbewältigung bei Jugendlichen.

— krissysch
krissysch

Sprachlich toll, lässt für die Zielgruppe aber zu viel offen

— raven1711
raven1711

Mit einem anderen Ende hätte mir das Buch eher gefallen - so bleibt nach Beenden des Buches leider ein bedrücktes und hoffnungsloses Gefühl.

— -sabine-
-sabine-

Ein moderner, frischer Schreibstil nimmt uns mit auf eine emotionale Gefühlsachterbahn!

— sommerlese
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  • Eine Achterbahnfahrt der Wut, Trauer, Liebe und Aggression

    Die Nacht brennt
    Buchpfote

    Buchpfote

    28. February 2017 um 21:57

    „Die Nacht brennt“ ist das 2. Buch der Autorin Sarah Butler, dass von der Droemer Knaur Verlagsgruppe im März 2016 veröffentlicht wurde. Es dreht sich um den jungen Engländer Stick, dessen bester Freund plötzlich ermordet wurde. Und das in der Nacht bevor ihre große Reise nach Spanien beginnen sollte, in der Nacht bevor sie alles hinter sich lassen wollten: Die Vergangenheit, die Stadt und die Aussichtslosigkeit. Doch am nächsten Tag wird nichts mehr so sein, wie es war. Ich bekam das Buch vor kurzem von einer Freundin geschenkt. Das Cover ist spannend gestaltet: Ein groß geschriebener Titel, im Hintergrund ein Stadtbild, die angedeutet in Flammen stand und ein Junge, der rennt. Wäre es nicht so künstlerisch angehaucht, ginge es glatt als Schlagzeile durch. Ich verstand den Klappentext erst so, dass es sich wohl schlussendlich um eine dramatische junge Erwachsene-Romanze handeln muss. Da lag ich falsch. Die Autorin beschreibt hauptsächlich Sticks Situation kurz vor und nach dem Tod seines besten Freundes Mac. Und das nicht in einer hübsch verfassten Geschichte, nein, sondern im jugendlichen Slang. Ich meine, der Junge kommt aus dem Ghetto Manchesters und das liest sich auch so. Das Buch spiegelte seine Gedankengänge, seinen Wortlaut und seine Beschreibungen von Menschen und Umgebungen wieder. Das hat dem Ganzen aber auch eine Authentizität verliehen, wie kaum etwas anderem. Weiterhin wird anhand der Angaben klar gezeigt, dass es in den Monaten Juni bis August 2011 spielt. Die Zeit der Aufstände in den Großstädten Großbritanniens. Ein weiterer Punkt, der mit Sticks Hang zur Unruhe und Zerstörung ein Zusammenspiel ergibt. Es ist ein Wechselbad der Gefühle und Stimmungsschwankungen, die nicht nur dem traumatisierten Stick erfüllt, sondern auch ihm nahe stehenden Menschen. Mich haben die vielen Wendungen trotz allem überrascht. Ohne viel zu verraten: Von manchen Personen dachte ich anfangs „was für ein Scheusal“ und zum Ende hin war es das ganze Gegenteil. Vernunft, Wut und Traurigkeit wechseln sich ständig ab, Es wird dadurch nie langweilig und man empfindet eine gewisse Empathie für die Persönlichkeiten in diesem Buch. Dabei hat für mich die vorab angesprochene Liebesgeschichte wenig Platz eingenommen. Bei der Hälfte des Buches habe ich mich doch gefragt, wann es da mal los geht. Schließlich steht es ja im Klappentext. Im Endeffekt war das aber nicht so wichtig. Es ging allein darum herauszufinden, ob Stick sein Leben in den Griff bekommt und die richtige Wahl trifft. Passend dazu ein Zitat aus meinem Lieblingskapitel des Buches: „Du bist ein super Kerl, Kieran. Du kannst tun, was immer du willst, aber die Welt kommt nicht zu dir, wenn du keinen Schritt zu ihr hin machst.“ Fazit: Das Buch „die Nacht brennt“ ist ein sehr dramatisch-emotionaler Roman, der von Menschen gelesen werden sollte, die sich in solche Situationen hineinversetzen können. Andere würden es als übertrieben erachten.

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  • Die Nacht brennt

    Die Nacht brennt
    Tintenklecks98

    Tintenklecks98

    19. June 2016 um 12:04

    Stick und Mac sind beste Freunde und wollen nur eins: raus aus Manchester, raus aus der Enge der Familie, der Wohnung, der Clique. Sie wollen mit dem Auto nach Malaga fahren, einen sorgenfreien Sommer erleben und vielleicht nie wieder zurückkommen. Doch in der Nacht ihrer Abschiedsparty wird Mac erstochen. Und Stick muss irgendwie klarkommen. Erst als J in sein Leben tritt, scheint sich etwas zum Positiven zu wenden. Doch ihr Freiheitsdrang ist noch größer als seiner... Kennt ihr das, wenn ihr mit einem Buch einfach nicht warm werdet? So ging es mir mit "Die Nacht brennt". Ich mochte die gesamte Atmosphäre und Stick als Hauptperson schlichtweg nicht. Die vulgäre Ausdrucks- und Denkweise der Jungs bedient zudem mal wieder jedes Klischee. Gut gelungen hingegen ist meiner Meinung nach die Darstellung von Hilflosigkeit, Verzweiflung und Wut nach Macs Tod. Trotzdem bleibt das Buch insgesamt unter meinen Erwartungen, es verbreitet durchweg eine düstere, passive und herunterziehende Stimmung und kommt, wie Stick und Mac auch, einfach nicht vom Fleck.

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  • Eine Nacht und dein ganzes Leben steht auf den Kopf ...

    Die Nacht brennt
    josi-liest

    josi-liest

    10. May 2016 um 21:04

    Der Hauptprotagonist in dieser Geschichte ist Kieran, oder auch Stick genannt. Stick ist kein sympathischer Protagonist, den man direkt ins Herz schließt – ganz im Gegenteil. Er ist auch schon vor Macs Tod auf alles wütend, vor allem auf seinen Dad, und auch wenn er es mit Sicherlich nicht leicht hat mit seiner zwanghaften Mutter, mit der er in einer kleinen schäbigen Wohnung lebt, und  auch einiges in seiner Vergangenheit ist wahrlich schief gelaufen, trotzdem konnte ich nicht richtig mit ihm fühlen, vielleicht auch, weil ich dafür dann doch zu wenig über ihn erfahren habe. Zu Sticks Trauerbewältigung gehörten für mich auch definitiv die Nebencharaktere. Sticks Großmutter, deren Freund und ein Mädchen namens J, die alle drei sehr interessante und ungewöhnliche Charaktere sind und Stick auf unterschiedliche Art helfen. Jedoch sind diese auch eher fadenscheinig gehalten, was ich sehr schade fand. Eigentlich passiert in der Geschichte gar nicht richtig viel, dafür aber gibt es Unmengen an Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt Kierans. Er hat nichts, was ihn im Leben hält – zwar machen sich seine Eltern Sorgen und Gedanken, aber letztlich können auch sie ihn nicht erreichen. Hoffnung gibt es für Kieran nicht – nur einen kleinen Lichtstrahl, als er J kennenlernt. Licht im Tunnel hat es  ansonsten leider kaum gegeben, und auch wenn Kieran schon fast am Ende der Geschichte eine Entscheidung trifft, die ihn vielleicht in eine richtige Richtung bringt, ist das Buch doch eher von Hoffnungslosigkeit geprägt.  Der Schreibstil  der Autorin ist sehr umgangssprachlich und schonungslos, lässt sich dadurch aber angenehm lesen. Sticks Verhalten nach Macs Tod und seinem Umgang damit fand ich sehr gut beschrieben und man bekam einen tollen Einblick in Sticks Gefühlswelt und auch die hoffnungslose und sehr bedrückende Atmosphäre der Geschichte wird von Sarah Butler sehr gut beschrieben. Seine Wut und seinen Schmerz, seine Hoffnungslosigkeit und auch Verzweiflung konnte ich beim Lesen geradezu spüren, auch seine Aggressionen, mit denen er nur schwer umzugehen weiß.

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  • Die Nacht brennt

    Die Nacht brennt
    sweetpiglet

    sweetpiglet

    07. May 2016 um 12:32

    Meine Meinung: Manchmal liest man den Klappentext von einem Buch und man will unbedingt das es einem gefällt, man es so dringend, dass man sich voller Begeisterung auf das Buch stürzt, doch irgendwie will der ersehnte Funke nicht überspringen. Und am Ende ist unklar ob es am Leser, an den hohen Anforderungen oder am Protagonisten liegt, doch man bleibt unbefriedigt zurück. So ging es mir mit "Die Nacht brennt" von Sarah Butler, der Klappentext und die ersten Seiten haben mich in Hochstimmung versetzt, aber dann flaute alles irgendwie ab. Die Story selbst und vor allem der Schreibstil haben mir sehr gefallen.  Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Stick. Stick kommt aus einem schwierigen Familienverhätlnis, und versucht diesem durch seine Reise zu entfliehen. Immer wieder scheint es, dass einfach zu viel auf Sticks Schulter lastet, weshalb er einfach weg muss, um sich zu finden. Sarah Butler schafft es durch kleine innere Monologe und selbstzweifelnde Fragen hier einen realistischen Protagonisten zu erschaffen. Eine Figur mit der wir mitfühlen und der wir folgen können. "Alle taten so, als wäre es tatsächlich passiert, als wäre Mac wirklich tot, aber das konnte nicht sein. Stick war nicht tot, wie konnte Mac es da sein?" (Seite 60) Ich möchte nicht zu viel vorweg greifen, aber schlussendlich bin ich mit dem Verlauf der Geschichte von Stick nicht glücklich gewesen. Vielleicht bin ich auch ein zu großer Romantiker und hätte mir einfach etwas anderes für Stick gewünscht, ein anderes Leben und eine andere Zukunft. Das Ende lässt mich mit so vielen Fragezeichen zurück, und es kam mir auch so vor, als hätte Stick sich innerhalb der Geschichte kaum entwickelt, was total schade ist, denn Potenzial war dafür definitiv da.  Zum Glück habe ich ein paar Tage mit meiner Rezension und meiner letztendlichen Bewertung gewartet, denn ich war nach dem Lesen wirklich frustriert. Rückblickend lässt sich aber erkennen, dass Sarah Butler vielleicht auch einfach realistisch an das Thema heran gegangen ist. Es gab eben keine Wunder oder Schicksalwendungen, es war die ungeschönte Wahrheit die dem Leser hier präsentiert wird und genau das macht glaube ich den Reiz dieses Buches aus. Fazit: Ein Buch das definitiv nichts für Romantiker ist, denn es liefert uns schonungslos die Realität. Es zeigt die Gefühle von Verlust, Angst und Wut wie sie unser Protagonist Stick erlebt und umsetzt. Das Ende konnte mich nicht wirklich zufriedenstellen, aber spätestens durch ihren Schreibstil schafft es Sarah Butler definitiv den Leser zu inspirieren.

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  • Interessant, aber leider mit mehreren kleinen Mängeln

    Die Nacht brennt
    krissysch

    krissysch

    06. May 2016 um 13:16

    Stick kann es kaum erwarten: Endlich ist es so weit und er und sein bester Freund Mac können zusammen ihren Roadtrip Richtung Malaga starten. Denn Stick möchte endlich dem Leben in Manchester, seinem verhassten Vater, seiner Verantwortung und all der Aussichtslosigkeit entfliehen. Einfach losfahren und sehen, wohin es ihn und Mac verschlägt. Doch am Abend ihrer Abschiedsparty wird Mac plötzlich von einem Unbekannten ermordet und nichts ist mehr für Stick wie zuvor. Nicht nur, dass nun der geplante Trip ausfällt, natürlich muss er auch mit dem Verlust seines besten Freundes zurechtkommen. Und das ist viel schwerer als erwartet..   Ich muss gestehen, dass mich ganz besonders das Buchcover neugierig gemacht hat und ich direkt gespannt war, was sich hinter diesem Titel verbirgt. Denn von Sarah Butler hatte ich bisher noch nichts gelesen und war umso neugieriger auf ihren Schreibstil. Dieser hat mir insgesamt positiv gefallen. Der Einstieg in das Buch ist leicht, die Sprache gut verständlich und die Geschichte liest sich sehr flüssig. Gestört haben mich allerdings einige umgangssprachliche Bezeichnungen, die Sarah Butler dem Milieu, in dem Stick aufgewachsen ist, anpassen wollte. Dadurch hagelt es oft Schimpfwörter und schonungslose, teilweise sehr anzügliche Begriffe, die mir nicht nur zu viel, sondern auch nicht ganz authentisch vorkamen.  Zusammen mit der Tatsache, dass Stick auch schon vor Macs Tod auf alles wütend war und es dem Leser schwer fiel, sich in ihn hinein zu versetzen, war es daher für mich sehr schwierig, richtig mitzufühlen und beim Lesen voll dabei zu sein. Dennoch mochte ich den Verlauf der Geschichte und auch die Thematik der Trauerbewältigung sehr gerne. Sticks Verhalten nach Macs Tod und seinem Umgang damit fand ich sehr gut beschrieben und dies hat für mich auch das Buch ausgemacht. Zu dieser Trauerbewältigung gehörte für mich auch definitiv Sticks Großmutter, deren Freund und ein Mädchen namens J, die alle drei sehr interessante und ungewöhnliche Charaktere sind und Stick auf unterschiedliche Art helfen. Dadurch wurde das Buch für mich trotz der fehlenden Sympathie zu Stick sehr spannend und diese Szenen hätten für mich gerne noch mehr sein dürfen, denn ich fand sie um einiges besser als die Handlungsstränge von Stick und dem schwierigen Verhältnis zu seinen Eltern oder den in London aufkommenden Unruhen. Trotz meiner Kritikpunkte war die Geschichte aber definitiv lesenswert und mal etwas ganz anderes. Die Art und Weise, an die Sarah Butler an die Trauerbewältigung eines Jugendlichen herangegangen ist, hat sich sehr von anderen Geschichten in diesem Bereich abgehoben und viele interessante Einblicke gegeben. Daher war ihre Geschichte für mich ein guter, aber nicht außergewöhnlicher Roman mit mehreren Mängeln.

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  • Sprachlich toll, lässt für die Zielgruppe aber zu viel offen

    Die Nacht brennt
    raven1711

    raven1711

    24. April 2016 um 21:41

    Inhalt aus dem Klappentext:Stick und Mac sind beste Freunde und wollen nur eins: raus aus Manchester, raus aus der Enge der Familie, der Wohnung, der Clique. Sie wollen mit dem Auto nach Málaga fahren, um einen Sommer voll Partys, Alkohol und Frauen zu erleben und vielleicht nie wieder zurückzukommen. Doch in der Nacht ihrer Abschiedsparty wird Mac erstochen. Stick steht unter Schock und muss mit seiner Trauer, seiner Wut, seinem Wunsch nach Freiheit und familiärer Geborgenheit klarkommen. Dann lernt er »J« kennen, ein Mädchen mit pinken Haaren und Piercings. Endlich scheint sich für den 17-Jährigen etwas zum Positiven zu wenden. Doch Sticks Wut ist nach wie vor da, und die Unruhen von London greifen bald auch auf Manchester über …Meinung:Der 17-jährige Stick plant eigentlich mit seinem besten Freund Mac nach Spanien zu fahren um dort zu sehen, was das Leben für sie bereithält. Doch am Abend vor der Abreise wird Mac erstochen und Stick bleibt mit seiner Wut und Fassungslosigkeit allein zurück. Das Leben selber bietet augenscheinlich ihm in England keine Perspektiven, seine Eltern verstehen ihn nicht und Gerechtigkeit für seinen Freund Mac scheint nicht in der Nähe zu sein. Dann aber lernt er die geheimnisvolle J kennen, die ihn zu verstehen scheint, aber noch weniger greifbar wirkt, denn ihr Freiheitsdrang ist noch größer als Sticks.Stick ist eine Figur voller Wut und Enttäuschung. Von seinem Vater ist er enttäuscht, da dieser die Familie verlassen hat, als diese ihn am Nötigsten brauchte. Seine Mutter ist psychisch labil, kämpft mit Zwangsstörungen und scheint nicht in der Lage zu sein, Sticks Wut zu dämpfen. Denn Mac ist nicht der erste schwere Verlust in Sticks jungen Leben. Stick hat mir schon sehr leid getan, vor allem, da es ihm so schwer fällt zu trauern. Doch seine Antriebslosigkeit in Bezug auf seine Zukunft hat mich auch wütend gemacht, ebenso, dass die Erwachsenen in Sticks Leben nicht fähig zu sein scheinen, für Stick einen Rückhalt und Antrieb zu bieten.Erzählt wird die Geschichte in der dritten Person mit Blickwinkel auf Stick. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, sind nicht zu kurz und abgehackt, aber auch nicht zu lang.Sarah Butler hat in diesem Buch Themen wie Verlust und der Trauer aufgegriffen, wenn eine einem nahestehende Person gewaltsam und plötzlich aus dem Leben gerissen wird. Sehr eindringlich zeigt sie dabei die Wut, die Machtlosigkeit und diese Gelähmtheit, welche die Betroffenen befällt. Ihr gefühlvoller und jugendlicher Schreibstil sorgt für einen guten Lesefluss, trotz der schweren Thematik. Allerdings hat mir persönlich der Handlungsverlauf nicht immer so zugesagt und das Ende war mir persönlich zu schwammig. Ich hätte mir hier ein wenig mehr Details gewünscht. So bleibt leider zu viel der Fantasie des Lesers überlassen. Bei einem Erwachsenenroman hätte ich das nicht so schlimm gefunden, da das Buch aber Jugendliche ansprechen soll, fehlt hier ein guter Abschluss der offenen Konflikte.Vielen Dank an den Droemer Verlag für das RezensionsexemplarFazit:Sarah Butler veranschaulicht mit Die Nacht brennt, wie schwierig es für einen noch jungen Menschen sein kann, mit plötzlichen und gewaltsamen Verlusten umgehen zu müssen. Außerdem thematisiert sie hier die britische Arbeitsklasse und schildert, wie schwer es der jungen Generation fällt, Perspektiven im Leben zu finden. Sprachlich toll umgesetzt, kann die Geschichte aber mit ihrem Ende und ihren Protagonisten nicht ganz überzeugen.Von mir gibt es daher 3,5 von 5 Punkten.

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  • Und plötzlich loderte da nur noch Wut

    Die Nacht brennt
    Kiwi-Lena

    Kiwi-Lena

    09. April 2016 um 20:12

    Stick und Mac sehnen das Ende ihrer Schulzeit herbei. Gemeinsam wollen sie endlich ihre Heimatstadt Manchester hinter sich lassen und zu einem Roadtrip nach Spanien aufbrechen. Die Freiheit ruft! Aber dann, am Abend vor ihrer Abreise, ändert sich mit einem Schlag alles. Mac wird Opfer einer tödlichen Messerstecherei und Stick bleibt wie gelähmt zurück. Er verliert jegliche Perspektive und droht ins Bodenlose zu stürzen. Bis er auf J, das Mädchen mit den bunten Haaren, trifft. Zusammen sind sie weniger allein, doch Sticks Zorn verraucht nur schwerlich..."Die Nacht brennt" von der Britin Sarah Butler erzählt auf nahbare und aus dem Leben gegriffene Weise die Geschichte zweier Jungen, die zu allem entschlossen waren und dann alles verloren.Weshalb musste Mac bloß in diesem bescheuerten Hula Kostüm durch die Straßen ziehen? Diese Frage stellt sich Stick immer wieder. Hätte sein bester Freund nicht einmal weniger extrovertiert, überschwänglich, auffällig sein können? Dieser verdammte Idiot hatte seinen Spaß und er, Stick, wusste nun nicht wohin mit seiner Trauer, Verzweiflung, Wut.Sarah Butlers Jugendroman fokussiert die diffizile, aber ebenso wichtige Thematik der Trauerarbeit (bei Jugendlichen). Dabei bleibt sie konsequent auf Augenhöhe der Zielgruppe des Leserpublikums. Schockstarre, Verleugnung, Entsetzen, Rachegedanken, Aussichtslosigkeit — all jene dunklen Facetten durchlebt der Leser gemeinsam mit Stick. Die verbitterte Suche nach einem Ventil wird Dreh- und Angelpunkt der Handlung. Nicht minder spiegeln sich die jugendlichen Züge in der grob geschnitzten Rhetorik und in den teils doch oberflächlich gehaltenen Denk- und Handlungsweisen der Hauptfigur wider. Rebellion und Verletzlichkeit liefern sich ein stetes Ringen. Zum einen will Stick stark und entschlossen sein, zum anderen weiß er nicht, wohin mit seinen verkorksten Gefühlen.Obwohl ich Sticks Empfindungen in gewisser Hinsicht sehr wohl erfassen kann und sich der Gesamttenor des Buchs angemessen aufgewühlt gestaltet, hatte ich dennoch Mühe, mich den Figuren und ihrem Schicksal durchweg verbunden zu fühlen. Die blinde Aggression Sticks wird mir persönlich auf Dauer doch etwas zu allgegenwärtig. Ein Roman für vornehmlich heranwachsende Leser, der eine intensive Geschichte von der Suche nach dem Sinn des Lebens und vor allem dem des Todes in den brenzligen Mittelpunkt rückt.

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  • Die Nacht brennt

    Die Nacht brennt
    -sabine-

    -sabine-

    27. March 2016 um 14:42

    Irgendwie hatte ich gedacht, mit „Die Nacht brennt“ zwar eine traurige, aber dennoch hoffnungsvolle Geschichte zu lesen, leider aber hatte ich da wohl einfach falsche Vorstellungen. Mich hat das Buch nicht abholt – damit will ich nicht sagen, dass das Buch schlecht ist, nur meins war es einfach nicht.Im Mittelpunkt der Geschichte steht Kieran, von seinen Freunden auch Stick genannt, dessen bester Freund Mac gerade nach einer Party auf offener Straße umgebracht wurde. Eigentlich wollten die beiden weg, nach Spanien, um sich dort einen schönen Sommer zu machen - und vielleicht nie wiederzukommen. Doch jetzt sitzt Stick fest in Manchester mit seinem Schmerz, seiner Wut und seiner Hoffnungslosigkeit – und weiß einfach nicht, wie es weiter gehen soll.Vielleicht habe ich mich mit dem Buch so schwer getan, weil ich mit Stick doch so meine Probleme hatte ; er ist kein sympathischer Protagonist, den man direkt ins Herz schließt – ganz im Gegenteil. Drogen, Saufen und Sex scheinen das einzige zu sein, was ihn interessiert. Sicherlich hat Stick es nicht einfach mit seiner zwanghaften Mutter, mit der er in einer kleinen schäbigen Wohnung lebt, und einiges in seiner Vergangenheit ist wahrlich schief gelaufen, trotzdem konnte ich nicht richtig mit ihm fühlen, vielleicht auch, weil ich dafür dann doch zu wenig über ihn erfahren habe und ich den Eindruck hatte, dass Stick letztlich nur einer von vielen ist, denen es ähnlich geht. Eigentlich passiert in der Geschichte gar nicht richtig viel, dafür aber gibt es Unmengen Einblicke in die Gedanken und Gefühlswelt Kierans. Und das ist der Autorin tatsächlich sehr gut gelungen. Seine Wut und seinen Schmerz, seine Hoffnungslosigkeit und auch Verzweiflung konnte ich beim Lesen geradezu spüren, auch seine Aggressionen, mit denen er nur schwer umzugehen weiß. Kieran hat nichts, was ihn im Leben hält – zwar machen sich seine Eltern Sorgen und Gedanken, aber letztlich können auch sie ihn nicht erreichen. Hoffnung gibt es für Kieran nicht – nur einen kleinen Lichtstrahl, als er J kennenlernt. Über J erfährt der Leser nicht viel, auch sie schleppt eine Menge Ballast mit sich rum, und der eine scheint für den anderen wie ein Anker zu sein.Der Schreibstil des Buches ist sehr umgangssprachlich und schonungslos, lässt sich dadurch aber sehr flott lesen. Man taucht geradezu ein in die Gefühlswelt Kierans, leider aber auch in die hoffnungslose und sehr bedrückende Atmosphäre der Geschichte. Licht im Tunnel hat es leider kaum gegeben, und auch wenn Kieran schon fast am Ende der Geschichte eine Entscheidung trifft, die ihn vielleicht in eine richtige Richtung bringt, ist das Buch doch eher von Hoffnungslosigkeit geprägt. Unterstützt wird diese noch durch eine Rahmenhandlung, in die die Geschichte eingebettet ist – nämlich die Unruhen, die 2011 in London und anderen britischen Städten nach der Erschießung eines farbigen Mannes durch die Polizei entstanden sind und rasch ein ungeheures Ausmaß angenommen haben. Das Ende der Geschichte bleibt relativ offen und der Leser mit seinem bedrückten Gefühl alleine zurück. Da hätte ich mir irgendein anderes Ende gewünscht, nicht unbedingt ein Happy End, aber zumindest eines, das Mut macht und mich nicht so bedrückt und hoffnungslos das Buch zuschlagen lässt. Mein FazitSo richtig überzeugen konnte mich die Geschichte um Kieran, der seinen besten Freund durch einen Mord verliert, leider nicht, auch wenn es der Autorin wirklich sehr gut gelungen ist, Kierans Gefühle und Gedanken, seine Wut und Aggression zum Ausdruck zu bringen. Mir hat in dieser Geschichte eine positive Seite gefehlt, die mich am Ende nicht ganz so mut- und hoffnungslos zurücklässt. Der Schreibstil ist sehr umgangssprachlich und schonungslos, so dass man sich der Stimmung und Atmosphäre kaum entziehen kann – ich hatte aber einfach andere Erwartungen an die Geschichte und gebe daher 3 von 5 Sternen.

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  • Alles brennt

    Die Nacht brennt
    Claudia-Marina

    Claudia-Marina

    20. March 2016 um 11:47

    "Komm gib auf, komm gib auf, sagt mir mein Verstand und ich schau aus grauen Augen stumm an die Wand. Und ich suche den Raum ab doch find' keine Tür, 'n Weg nach draußen, noch schnell weg von hier." (Johannes Oerding - "Alles brennt") Málaga. Das zerfließt auf der Zunge wie Eiscreme. Das klingt nach Sonne, Strand und Meer. Nach Abenteuer und Freiheit. Nach nie wieder nach Hause zurückkehren. So stellen es sich Stick und sein bester Freund Mac jedenfalls vor. Sie wollen raus aus Manchester, raus aus ihrem Alltag, raus aus all dem Dreck und der Enge ihres bisherigen Lebens. Einfach nur weg, ins Auto setzen und ab nach Málaga. Noch einmal wollen die beiden mit ihrer Clique feiern - wer weiß denn schon, wann und ob man sich wiedersieht? Am nächsten Morgen wacht Stick mit einem mächtigen Kater und Filmriss auf - und Mac ist tot. Erstochen. Schnell findet man einen Verdächtigen, doch die Beweise reichen nicht aus, um ihn anzuklagen. Er wird wieder auf freien Fuß gesetzt. Stick bleibt allein zurück. Mit seiner Wut und seiner Trauer. Auf diesen Mann, der seinen besten Freund erstochen hat. Auf seine Mutter, die ihr Leben nicht auf die Reihe kriegt. Auf seinen Vater, der immer nur kluge Ratschläge für ihn hat, aber davon kann er sich auch nichts kaufen. Er lässt niemanden an sich heran, weil ihn ja eh niemand verstehen kann. Weil niemand verstehen kann, wie wichtig ihm dieser gemeinsame Trip war. Wie sehr er sich wünscht, aus allem auszubrechen und sein Leben hinter sich zu lassen. Dann tritt J in sein Leben, die verrückte, bunte, lebenshungrige J - und mit ihr kann er sich wenigstens wieder ein bisschen lebendig fühlen. Aber schafft sie es auch, die Lücke in seinem Herzen zu füllen? Wut und Trauer, Verlust und Angst, die erste Liebe, das Abnabeln von der Familie - all diese Themen versucht Sarah Butler in ihrem Roman zu verpacken. Weiterlesen

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  • Die Nacht brennt

    Die Nacht brennt
    Thrillertante

    Thrillertante

    09. March 2016 um 08:17

    Die beiden Freunde Stick und Mac planen zu ihrem 18. Geburtstag eine Reise nach Spanien. Gerade Stick hat es nicht leicht, denn er verlor bei einem tragischen Unfall seine Schwester. Seine Mutter leidet seitdem unter einer Zwangsneurose und klammert sich sehr an ihren Sohn. Sticks Vater hat die Familie verlassen und eine neue Familie gegründet. Die Vorfreude ist groß. denn die beiden Freunde freuen sich darauf, ihrem Alltag entfliehen zu könen und haben für Spanien große Pläne geschmiedet. In der Nacht vor der Abreise wird Mac erstochen aufgefunden, was Stick den Boden unter den Füßen wegreisst. Er lernt "J" kennen. Ein ungewöhnliches Mädchen, das ihn fasziniert. Wärenddessen gibt es schlimme Ausschreitungen in London, die nach Manchester, die Stadt, in der Stick wohnt, überzugreifen drohen... Vorweg muss ich sagen, dass "Die Nacht brennt" kein Buch ist, das man mal eben so wegliest.  Auf Sticks Schultern lastet jede Menge Verantwortung. Seine Mutter ist kein einfacher Charakter, denn sie lässt Stick nicht viel Luft zum Atmen. Bei einem Feuer hat sie ihre Tochter verloren und so ist es fast schon logisch, dass sie Angst hat auch ihren Sohn Kieran, wie Stick wirklich heißt, zu verlieren. Stick tut sein bestes um seiner Mutter zu helfen. Regelrechten Hass hegt er gegen seinen Vater und auch mir kam der Vater feige, besserwisserisch und unsymphatisch vor. Ich hatte das Gefühl, dass er sich einfach der Verantwortung entzogen hat und nun mit seiner neuen Familie heile Welt spielt, dabei allerdings Stick und seine Mutter in ihrer Trauer und ihrem, nicht einfachen Leben, alleine läßt. Sarah Butler hat in einer sehr schönen Sprache eine Geschichte über das Erwachsenwerden, Wut, Zukunftsängsten, Liebe, Verlust und Vertrauen geschrieben. Sie hat mit Stick einen jungen Mann gezeichnet, der in seinem knapp 18jährigen Leben schon viel durchmachen musste und viel Wut in sich hat, für die er ein Ventil sucht. Irgendwie bleibt Stick in seiner Trauer um seinen besten Freund Mac ziemlich alleine, dabei möchte er so viel sagen, was ihm allerdings nicht wirklich in Gegenwart seiner Eltern über die Lippen kommt. Vielleicht hatte er Angst Schwäche zu zeigen, denn bei "J" kann er sein wahres Inneres wenigstens zum Teil offen legen. Die Story macht sehr nachdenklich und ich frage mich oft, was Menschen, gerade Jugendliche, dazu treibt, ihrer Wut in Gewalttätigkeiten Ausdruck zu verleihen. Sarah Butler hat dem Leser da ein klein wenig Einblick gegeben und man kann sich sehr gut in Stick hineinversetzen. Sein Wunsch nach Familie und Geborgenheit wird nicht wirklich erfüllt und dann stirbt der einzige Mensch, auf den er sich sein Leben lang hundertprozentig verlassen hat, sein einziger Halt, dem er bedingungslos vertraut hat und die Wut auf den Täter und die immerwährende Frage nach dem Warum, frisst Kieran fast auf. Die Geschichte endet offen, sodass man sich lange nach Beendigung noch Gedanken zum Buch macht, was auch ganz gut so ist. Wer hier eine Jugendbuch über rosarote Liebe und einem absoluten Happy End erwartet, liegt mit "Die Nacht brennt" vollkommen falsch. Vielmehr übt die Autorin in ihrem Buch Gesellschaftskritik, zeigt dem Leser, wie es wirklich in einigen Jugendlichen gefühlsmäßig aussehen kann und lernt uns, auf unsere Jugendlichen vielleicht ein bisschen mehr einzugehen. Deshalb gebe ich gerne eine absolute Leseempfehlung!

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  • "Stick war nicht tot, wie konnte Mac es da sein?"

    Die Nacht brennt
    MikkaG

    MikkaG

    08. March 2016 um 20:42

    Die Geschichte beginnt und endet mit den Unruhen, die 2011 London und andere englische Städte erschütterten, ausgelöst vom Aufruhr nach der Erschießung eines jungen farbigen Mannes durch die Polizei. Was mit friedlichen Demonstrationen begann, breitete sich aus wie ein Buschfeuer und führte zu zügellosen Krawallen, Vandalismus und Plünderungen, die mit der Erschießung rein gar nichts mehr zu tun hatten. Vielerorts brannte die Nacht tatsächlich wortwörtlich. Ich fand sehr originell, wie die Autorin diese Unruhen als Hintergrund benutzt für die Geschichte eines zornigen Teenagers, der am liebsten die ganze Welt kaputtschlagen und die Ruinen dann noch abbrennen würde! Die Erschießung des jungen Farbigen interessiert ihn nicht die Bohne - in seinem Kopf und Herz ist nach der Ermordung seines besten Freundes kein Platz für Mitgefühl gegenüber einem Fremden. Nichts hat da mehr Platz außer qualvollem Verlust, ohnmächtiger Hilflosigkeit und rasendem Hass... Und der will raus, raus, raus. Das Buch ist hochspannend - ich habe es verschlungen! -, aber vor allem geht es an die Nieren. Man kann gar nicht anders, als mitzufühlen, denn die Autorin beschönigt nichts, sondern lässt den Leser alles ungefiltert miterleben. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Kieran, der Stick ("Stock") genannt wird, weil er so dünn ist. Er lebt mit seiner Mutter in einer heruntergekommen Sozialsiedlung, in einer schäbigen kleinen Wohnung - während sein Vater mit seiner neuen Familie ein Bilderbuchleben in einer wohlhabenderen Gegend führt. Die Mutter leidet seit dem Tod von Sticks Schwester Sophie an Zwangsstörungen, und so muss er sich eher um sie kümmern als umgekehrt, was ihn heillos überfordert. Was er mit seiner Zukunft machen will, weiß er nicht, denn eigentlich will er nur weg hier, raus aus seinem verkorksten Leben. Stick macht es dem Leser oft nicht leicht, ihn zu mögen: Komasaufen, bedeutungsloser Sex auf versifften Kneipenklos, Kiffen und Aggression. Aber in seinem Umfeld ist das eigentlich total normal, denn auch seine Freunde sind zornige junge Menschen, die für sich keine Zukunft sehen. Da steckt ganz viel Sozialkritik drin, aber ohne erhobenen Zeigefinger. Mir gefiel, wie schonungslos ehrlich und dennoch mitfühlend die Autorin die Jugendlichen beschreibt! Stick ist mir sehr ans Herz gewachsen, obwohl ich ihn manchmal gerne geschüttelt hätte - denn im Grunde ist er ein netter Junge, der es verdient hätte, mal ein bisschen Glück zu erleben. Über J erfährt der Leser nicht ganz so viel, denn sie schottet sich ab, spricht nicht gerne über sich, aber zwischen den Zeilen wird doch deutlich, dass ihr Familienleben auch nicht so rosig ist. Stick und J tragen beide viel emotionalen Ballast mit sich rum. Wahrscheinlich fühlen sie sich deswegen direkt voneinander angezogen, weil sie sich unbewusst ineinander wiedererkennen. Inmitten des ganzen Chaos ist ihre Beziehung überraschend zart und romantisch, aber nicht unproblematisch. Es gibt zwar nur wenige Sexszenen, aber für ein Jugendbuch fand ich die erstaunlich detailliert und direkt, und zum Teil eher nüchtern oder sogar abstoßend. (Wie schon gesagt, versifftes Kneipenklo...) Der Schreibstil ist vielfältig: mal knapp, nüchtern, emotionslos, sogar vulgär und ordinär, aber auch bildgewaltig, poetisch und atemberaubend gefühlvoll, pfiffig und witzig... Er bringt die verschiedensten Situationen glaubhaft rüber und bleibt dabei immer ganz nah dran an Stick und seinen widersprüchlichen, chaotischen Gefühlen - sie purzeln sozusagen ungefiltert aufs Papier, und das fand ich großartig, authentisch und überzeugend. Das Ende bleibt relativ offen. Erst ganz zum Schluss trifft Stick eine Entscheidung, die den Grundstein für etwas Neues legt - aber was das genau sein wird, das erlebt der Leser nicht mehr mit. Das kann man mögen oder nicht, und ich musste auch erst darüber nachdenken, fand es dann aber passend. Fazit: "Die Nacht brennt" ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und zum Mitfühlen auffordert, auch wenn sein zorniger junger Held es einem ganz und gar nicht leicht macht. "Stick" ist ein Teenager aus einem sozial schwachen Milieu und einer kaputten Familie, mit einer psychisch erkrankten Mutter - und jetzt muss er auch noch mit der Ermordung seines besten Freundes klarkommen. Dummerweise haben seine Eltern ihm keine vernünftigen Problemlösungsstrategien vorgelebt, und so versucht er es mit Alkohol, Drogen und blinder Zerstörungswut. Bei aller Sozialkritik ist das Buch aber auch spannend und unterhaltsam, mit lebendigen Charakteren und einem Schreibstil, der die Emotionen gut rüberbringt. Die Autorin drückt nicht künstlich auf die Tränendrüse, aber Sticks Trauer ist oft einfach so echt, dass mir die Tränen kamen.

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  • Auf der Achterbahn der Gefühle

    Die Nacht brennt
    sommerlese

    sommerlese

    07. March 2016 um 15:07

    Der Roman "*Die Nacht brennt*" ist das zweite Buch der jungen englischen Autorin "*Sarah Butler*" nach ihrem Erfolg mit "Alice, wie Daniel sie sah". Die deutsche Auflage erscheint beim "*Droemer Verlag*". Stick und sein Freund Mac wollen vor den Problemen mit ihren Eltern, der Enge in der Familie und aus dem gewohnten Alltagsleben in Manchester fliehen. Sie planen zu ihrem 18. Geburtstag eine Reise mit dem Auto, die bis nach Malaga gehen soll. Dort wollen sie ihre Jugend, den Strand und ihre Freiheit geniessen. Als sein Freund Mac stirbt, zerbricht in Stick eine Welt voller Hoffnungen. In diesem Buch bringt die Autorin einen erfrischenden Schreibstil aufs literarische Parkett und zeigt in einfühlsamer Weise die Gefühle des jungen Mannes Stick. Die kurzen Sätze, die vielen Dialoge in eingängiger Alltagssprache lesen sich flott weg und machen neugierig auf Sticks Leben. Er steht unter Schock und versucht, den Verlust seines Freundes und seine Trauer und Wut zu verarbeiten. Wut gegenüber dem Täter, aber auch Wut wegen der zerplatzten Reise, die ihn und Mac dem Wunsch nach Freiheit näher gebracht hätte. Es dreht sich aber auch um die berauschenden Gefühle der ersten Liebe und zeigt die ganze Bandbreite des Erwachsenwerdens. Einzig die berufliche Entwicklung macht Stick nicht so sehr zu schaffen, hier reichen seine Zukunftsgedanken im Moment nicht sehr weit. Stick ist ein impulsiver, aufbrausender Mensch, da haben auch Kurse zur Aggressionsbewältigung nicht viel verändert. Er lehnt seinen Vater ab, der nun eine neue Familie hat und wird ihm gegenüber häufig ausfallend. Sarah Butler gelingt es in ihrem Roman, sehr realistisch die Achterbahn der Gefühle ihres Protagonisten Stick darzustellen. Man leidet, bangt, hofft und freut sich mit ihm, so direkt ist man als Leser in seine Geschichte involviert. Besonders gelungen finde ich die Einblicke in Sticks Gedanken, die seinen Freund Mac mit einbeziehen und in denen er weiterhin in die Handlung einbezogen wird. "So hätte Mac jetzt gedacht, geredet oder agiert." Trotz dieses verstorbenen Charakters, lebt Mac in der Story weiter. Gleichzeitig nimmt die Autorin aber auch Bezug zu den Unruhen in England 2011, bei denen es zu gewalttätigen Ausschreitungen kam. Es ist interessant zu beobachten, wie sie diese Ereignisse in den Roman einbaut und damit die Hoffnungslosigkeit Jugendlicher aufzeigt. Ein modernes, zeitgemäßes Buch, über die Zeit als junger Mensch, mit Trauer, Verlust, Liebe und Hoffnung, aber auch mit vielen Fragen an die Zukunft.

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  • Wer nahe am Wasser gebaut ist, sollte eventuell ein Taschentuch bereitlegen ;)

    Die Nacht brennt
    Pearsson

    Pearsson

    05. March 2016 um 16:56

    die Autorin: Sarah Butler ist Anfang Dreißig und lebt in Manchester. Sie ist Geschäftsführerin eines Beratungsunternehmens, das literarische und künstlerische Projekte vorantreibt. Sie war Stipendiatin verschiedener Literaturförderungen und unterrichtete Kreatives Schreiben am British Council in Kuala Lumpur. Ihr erster Roman "Alice, wie Daniel sie sah" wurde in dreizehn Sprachen übersetzt. Klappentext: Stick und Mac sind beste Freunde und wollen nur eins: raus aus Manchester, raus aus der Enge der Familie, der Wohnung, der Clique. Sie wollen mit dem Auto nach Málaga fahren, um einen Sommer voll Partys, Alkohol und Frauen zu erleben und vielleicht nie wieder zurückzukommen. Doch in der Nacht ihrer Abschiedsparty wird Mac erstochen. Stick steht unter Schock und muss mit seiner Trauer, seiner Wut, seinem Wunsch nach Freiheit und familiärer Geborgenheit klarkommen. Dann lernt er »J« kennen, ein Mädchen mit pinken Haaren und Piercings. Endlich scheint sich für den 17-Jährigen etwas zum Positiven zu wenden. Doch Sticks Wut ist nach wie vor da, und die Unruhen von London greifen bald auch auf Manchester über … Zitate: "Er war ja nicht dumm, er wusste, wie man ein paar Worte ins gegenüberliegende Feld lobbte und auf die Explosion wartete, das Aufbrausen der Flamme, den Rauch und den Staub." Seite 26 "Der Aufschlag war befriedigend laut. Er wollte gleich noch mal draufschlagen. Und noch mal und noch mal." Seite 28 "Alle taten so, als wäre es tatsächlich passiert, als wäre Mac wirklich tot, aber das konnte nicht sein. Stick war nicht tot, wie konnte Mac es da sein?" Seite 60 Charakter: der 17-jährige Stick will nur noch raus aus seinem Leben. Weit weg von seiner Mutter -die durch den Tod seiner Schwester einen krankhaften Kontrollzwang entwickelt hat-, und weit weg von seinem Vater, mit seiner ach so tollen neuen Familie... Trotz seines früheren Kurses zur Aggressionsbewältigung ist Stick auch heute noch oft zornig, impulsiv, aufbrausend und verletzt seine Eltern verbal, insbesondere seinen Vater, gerne mal absichtlich. Obwohl er sich darüber Sorgen macht, wie seine Mutter ohne ihn klarkommen wird, ist ihm alles zu viel. Er will schnellstmöglich mit seinem besten Freund Mac die Koffer packen und nach Málaga fahren um dort das Leben zu genießen und die Sau raus zu lassen. Meinung: Die Koffer sind gepackt, die große Reise ist nur noch eine Abschiedsparty weit entfernt. Dem Glück der beiden Jungs steht quasi nichts mehr im Weg. Denken sie... Doch dann geschieht das Unfassbare. Mac wird auf dem Heimweg erstochen und keiner weiß, wie es dazu kommen konnte. Für Stick bricht eine Welt zusammen. Sein bester Freund, der Einzige, der ihn versteht, soll von jetzt auf gleich einfach nicht mehr da sein?? Erst, als er zufällig J kennenlernt, kann er sich zumindest ein Stück aus dem Loch seiner Trauer herausziehen. Aber reicht das aus? Der Schreibstil des Buches hat mir sehr gut gefallen. Die kurzen, gut lesbaren Sätze mit so mancher Fluchattacke ;), kurze Kapitel und jugendliche Gedanken passen sehr gut zu Stick. Sie lassen ihn sympathisch erscheinen - trotz so mancher "trotzigen" Aktion, gerade wenn es um seinen Vater und seine Stiefmutter geht. Sarah Butler versteht es, die Emotionen, die Stick empfindet, die Trauer, die Wut, die Hilflosig- und Fassungslosigkeit in Worte zu packen und für den Leser nahezu greifbar zu machen. Man kann geradezu spüren, wie Sticks Welt in sich zusammenfällt und ihn mit der immerwährenden Frage des "Warums" zurücklässt. Obwohl "Die Nacht brennt" kein actiongeladenes Buch, kein Thriller oder Ähnliches ist, kann man es -einmal mit dem Lesen begonnen-, nicht so schnell wieder aus der Hand legen. Zu sehr bewegt die emotionale Reise, die den Leser erwartet, wobei auch die Handlungen der anderen Personen, selbstverständlich nicht zu kurz kommen. Verständlich, oder für einen selbst vielleicht auch manchmal nicht, werden viele Facetten der Umgangsweise mit solch einem einschneidenden Ereignisses aufgezeigt, denn jeder geht damit bekanntlich anders um. Emotional, stimmungsgeladen, einfühlsam, bewegend. Wer nahe am Wasser gebaut ist, sollte eventuell ein Taschentuch bereitlegen ;) Vielen herzlichen Dank an an den DROEMER Verlag für dieses Rezensionsexemplar! 

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