Sarah Diehl

 4 Sterne bei 20 Bewertungen
Autorin von Die Uhr, die nicht tickt, Eskimo Limon 9 und weiteren Büchern.
Sarah Diehl

Lebenslauf von Sarah Diehl

Sarah Diehl , geboren 1978, studierte Museologie, Afrikawissenschaften und Gender Studies. Sie arbeitet zum Thema »Reproduktive Rechte im internationalen Kontext«, hat zwei Anthologien veröffentlicht und einen preisgekrönten Dokumentarfilm gedreht: Abortion Democracy: Poland/South Africa. 2012 erschien ihr erster Roman Eskimo Limon 9. Sarah Diehl lebt als Autorin, Publizistin und Filmemacherin in Berlin.

Neue Bücher

Die Uhr, die nicht tickt
 (14)
Neu erschienen am 31.08.2018 als Taschenbuch bei Arche.

Alle Bücher von Sarah Diehl

Sarah DiehlDie Uhr, die nicht tickt
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Die Uhr, die nicht tickt
Die Uhr, die nicht tickt
 (14)
Erschienen am 31.08.2018
Sarah DiehlEskimo Limon 9
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Eskimo Limon 9
Eskimo Limon 9
 (5)
Erschienen am 01.09.2012
Sarah DiehlBrüste kriegen
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Brüste kriegen
Brüste kriegen
 (1)
Erschienen am 01.09.2004
Sarah DiehlDeproduktion
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Deproduktion
Deproduktion
 (0)
Erschienen am 01.01.2007

Neue Rezensionen zu Sarah Diehl

Neu
dominonas avatar

Rezension zu "Die Uhr, die nicht tickt" von Sarah Diehl

Verstehen
dominonavor 3 Jahren

Wer das ewige Nachgefrage leid ist und Argumente für einen anderen Lebensstil braucht, hat hier ein offenes, informatives Buch, das am Rande auch so manch ungewöhnliches Thema anschneidet und treffend kommentiert. Ich habe selten zuvor so viel genickt beim Lesen. Das Buch ist ein Schritt für mehr Verständnis und ein besseres Miteinander.

Kommentieren0
5
Teilen
Orishas avatar

Rezension zu "Eskimo Limon 9" von Sarah Diehl

Deutsch-Jüdische Begegnungen
Orishavor 3 Jahren

Wie lässt sich ein Buch rezensieren, dass einen ratlos zurück lässt? Ein Versuch.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Familie Allon zieht nach Deutschland, als Vater Chen einen Job in Frankfurt am Main annimmt. Ihm folgen Mutter Sigall alias „Ziggy“ und Eran, sein elfjähriger Sohn. Es verschlägt die jüdische Familie in ein kleines hessisches Dorf, welches schnell noch ein Hakenkreuz überpinselt, um die Neuen nicht gleich abzuschrecken. Eran lebt sich schnell in der Schule ein, Mutter Ziggy freundet sich mit dem alten Linken Koffel an, mit dem sie fortan ihre Nachmittage verbringt. Was Vater Chen eigentlich macht, bleibt unbekannt.

Mehr gibt es an Handlung nicht zu berichten. Gespickt mit Rückblenden versucht Diehl ein Bild einer modernen israelisch-jüdischen Familie zu zeichnen. Doch die Charaktere bleiben blass. Während Chen zur Nebenfigur avanciert, bleibt vor allem Ziggy farblos. Weder reflektiert sie kritisch ihre eigene Geschichte, noch weiß sie sich zu beschäftigen und die Geschichte avanciert zu einer endlosen Farce an Nachmittagen, die sie mit oder bei Koffel verbringt. Unklar für mich, blieb auch warum sie sich von dem alten Kauz angezogen fühlt und mit ihm das Gespräch sucht. 

Dabei versucht Diehl gerade über diese Gespräche, das „partikulare Wissen der Deutschen über das imaginierte Jüdische“ zu reflektieren, wie es im Anhang heißt. Doch das gelingt ihr nicht, ganz im Gegenteil: Sie lässt mich als Leserin ratlos zurück, da eine endlose Aneinanderreihung jüdische Popkultur, historischer Fakten und Alltagsgeschichten eben noch lange nicht reichen, um jüdische Kultur zu vermitteln. Und dann gibt es da noch die deutsche Seite. Der Versuch die jüdische Familie in ihr Land aufzunehmen, ist gespikt mit einer wiederum endlosen Tirade an schlechten Witzen über den humorlosen Deutschen, an betretenem Schweigen, weil man die eigene Geschichte nicht reflektieren will oder kann und ein Stück weit auch an Ignoranz. 

Kurzum: Das Buch versagt auf ganzer Länge. Blasse Charaktere, eine langweilige Geschichte, eine Aneinanderreihung von jüdischen Popkulturanekdoten – ohne weiterführende Erklärungen – und Gespräche, die von Peinlichkeit, mangelnder Reflexion und Unwissen nur so strotzen. Leider nicht zu empfehlen.

Kommentare: 2
81
Teilen
Code-between-liness avatar

Rezension zu "Die Uhr, die nicht tickt" von Sarah Diehl

Frau = Mutter? Denken wir wirklich so eindimensional?
Code-between-linesvor 4 Jahren

Zum Inhalt: Entspannt ist es nicht, das Verhältnis zwischen Müttern, bzw. Frauen mit Kinderwunsch und solchen, die keinen Kinderwunsch verspüren. Wie unentspannt es tatsächlich ist, ist mir nach und nach bei der Lektüre des Buches „Die Uhr, die nicht tickt. Kinderlos glücklich. Eine Streitschrift“ von Sarah Diehl bewusst geworden.

In neun Kapiteln führt die Autorin uns durch die unterschiedlichen Facetten der Kontroverse zwischen Müttern, Frauen, die noch Mütter werden wollen, und jenen Frauen, die sich „ihrer biologischen Natur verweigern“. Dabei beleuchtet sie sowohl historische Rollen- und Familienkonzepte und die Perspektive von Gesellschaft und Politik auf das Thema, aber auch so persönliche Themen wie Sinn, Glück, Selbstverwirklichung und Verantwortung, Freiräume, Konformitätsdruck und Vereinbarkeit. Am Ende des Buches steht ein Kapitel über alternative Konzepte von Familie und Zusammenleben.

Eingeflossen in das Buch sind viele Gespräche, die die Autorin mit Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen freiwillig keine Mutter sind, geführt hat; außerdem Aspekte und Ansatzpunkte aus unterschiedlichen zeitgenössischen Werken, die sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Ein wichtiger Aspekt im Buch, auf welchen immer wieder eingegangen ist, ist die besondere Einstellung der deutschen Gesellschaft zum Wert von Familie und Mutterschaft, die durch die Instrumentalisierung und Aufwertung der Familie während der beiden Weltkriege (mit) geprägt wurde. Dieser gesellschafts-historische Blick auf Mutterschaft und Familie ist mit ein Grund dafür, warum bei uns so viel stärker als bei unseren europäischen Nachbarn die Mutterschaft hochstilisiert wird, es so viele „Helikopter“-Mütter gibt, die, obwohl selbst täglich am Rande der totalen Überlastung, nach Perfektion streben und deren hehres Ziel es ist, „alles“ für die Kinder zu geben. Um im Angesicht des mit Klischees und Erwartungen überfrachteten Bild von Mutterschaft bestehen zu können, werden die Fronten zwischen Müttern und Kinderlosen immer weiter verstärkt und es scheint mitunter, als würde es nur noch zwei Lebensalternativen geben: das „Reproduktionsmodell“, das gleichbedeutend ist mit Engagement, Loyalität, Verantwortung, Erfüllung und Glück – und das „Verweigerungsmodell“, synonym einerseits mit Egoismus, Selbstzentriertheit und Karrierefixiertheit und andererseits mit Sinnentleertheit, Scheitern, Unerfülltheit und Einsamkeit. Erschreckend schwarz und weiß!

 Eigene Meinung: Meiner Meinung nach ist der Autorin der inhaltliche Bogen zwischen der sehr persönlichen Entscheidung für oder gegen Kinder einschließlich der Sichtweisen und Lebensmodelle, die hinter dieser großen Entscheidung stecken  - sowie dem gesellschaftlichen und politischen Kontext sehr gut gelungen. Viele Aspekte, z.B. wie sehr bestimmte Sichtweisen, sowie Werte und Normen auch in unserer doch so liberalen Gesellschaft noch immer von der (Familien-) Politik aktiv gefördert werden, sind mir bei dieser Lektüre sehr deutlich vor Augen geführt worden.

Das Thema Kinderwunsch bzw. Lebensplanung mit oder ohne Kinder ist für mich ein sehr aktuelles, da auch ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis seit einiger Zeit (wir sind alle in dem Alter, in dem solche Fragen „brandaktuell“ werden) verwundert und z.T. auch ein bisschen geschockt den „Glaubenskrieg“ zwischen jungen Müttern, solchen die es noch werden wollen und solchen, die sich bewusst gegen Kinder entschlossen haben (wozu ich selbst gehöre) verfolge. Fast „erleichtert“ war ich, von der Autorin vor Augen geführt zu bekommen, dass die verhärteten Fronten zwischen beiden Seiten und das Nicht-Abweichen-Können und Hochstilisieren der eigenen „Front“ (vor allem auf Seiten der Mütter) keine Besonderheit ist, die speziell meinen Freundeskreis erfasst, sondern eine gesellschaftliche Entwicklung, die auf vielerlei Ebenen zu beobachten ist.

Auch kenne ich den Aspekt der „Verunsicherung“ in Bezug auf die eigene Einstellung und die eigene Überzeugung - im Angesicht all der Vehemenz, mit der der Kinderwunsch und die Mutterschaft als „zentrale Bestimmung der Frau“ in unserer heutigen Gesellschaft diskutiert werden. Die von vielen Interviewpartnerinnen der Autorin geäußerte Verunsicherung angesichts des breiten gesellschaftlichen Konsens à la „okay – das ist Deine Entscheidung, wenn Du keine Kinder willst…aber ob Du das nicht später mal bereuen wirst…“ kenne auch ich. Und das, obwohl ich normalerweise ganz und gar kein Mensch bin, der sich seiner eigenen Entscheidungen und Ansichten unsicher ist!

Umso dankbarer bin ich der Autorin für dieses Buch, das diese in großen Teilen sehr persönliche Thematik in einen allgemein-gesellschaftlichen Kontext stellt und mir damit eine Menge neuer Gedanken und in vielerlei Hinsicht eine neue Sichtweise auf das Thema geschenkt hat.

Sehr interessant war dabei für mich der Aspekt, vor Augen geführt zu bekommen, wie sehr Frauen mit Kindern heutzutage (noch immer – oder stärker denn je?) unter der Unvereinbarkeit von Mutterschaft und gesellschaftlichem Leben leiden. Dazu wird im Buch Lisa Ortgies zitiert: „Das größte Problem an der Vereinbarungsfrage ist der Umstand, dass alle glauben, das Thema hat sich erledigt. Doch im Vergleich zu den Freiheiten, die Mütter in den europäischen Nachbarländern genießen, ist und bleibt Deutschland bis auf weiteres ein Entwicklungsland.“

Konfliktfrei Kinder und Karriere, ein eigenständiges Leben außerhalb des Familienverbands zu haben, geht bei uns in Deutschland kaum. So habe ich das nie gesehen, meine Sichtweise war bislang immer die einer modernen Gesellschaft, in denen Frauen mehr Freiheiten und Möglichkeiten zur Entfaltung denn je – ob mit oder ohne Kinder – haben. Sarah Diehls Beweisführung, dass dies allerdings nicht wirklich so ist, ist hier lückenlos – und fatalerweise ist oftmals das übersteigerte Bild von Mutterschaft und vollwertiger Weiblichkeit, das in unserer Gesellschaft existiert und von vielen Frauen zu ihrer persönlichen Maxime erhoben wird, der Ursprung des Konflikts. Ein für mich völlig neuer Blickwinkel.

Soll ich noch etwas Negatives erwähnen? In manchen Kapiteln haben sich mir inhaltliche Wiederholungen zu sehr gehäuft – Aspekte, die in meinen Augen entweder im selben  oder in vorherigen Kapiteln bereits ausreichend geschildert und mit Beispielen belegt waren, wurden später nochmals aufgegriffen und erneut geschildert.

Abgesehen davon kann ich für dieses Buch eine klare Leseempfehlung aussprechen – sowohl für Frauen, die Kinder haben, solche, die sich welche wünschen und solche, deren Leben auch ohne Kinder komplett ist – denn es scheint ein unfassbar großes Unverständnis, kombiniert mit jeder Menge zweifelhafter „Weisheiten und Wahrheiten“ zwischen diesen Lagern zu herrschen.

Kommentieren0
25
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
SarahDiehls avatar
Ich lade euch zu einer Leserunde ein für meine Streitschrift "Die Uhr, die nicht tickt".
Immer mehr Frauen bleiben kinderlos, und unsere Gesellschaft hadert damit. Aber nicht jede Frau verspürt den Wunsch nach Kindern. Und das ist in Ordnung so.
Mein Buch ist ein Plädoyer für eine vorurteilsfreie und und zeitgemäße Einstellung zu Mutterschaft und weiblicher Identität.

Unverrückbar steht die Front zwischen Müttern und Nicht-Müttern: "Man muss wahnsinnig sein, heute noch Kinder zu kriegen", hieß es im Januar 2014 in der FAS. Kurz darauf kam die Antwort: "Ruhe, ihr Jammerfrauen! Eure Ausreden zum Kinderkriegen sind narzisstisch und absurd." Dabei kann eine Frau heute frei zwischen verschiedenen Lebensmodellen wählen. Dennoch dominiert in unserer Gesellschaft noch immer die Vorstellung, dass potentiell alle Frauen den Kinderwunsch in sich tragen. Kein Kind zu wollen gilt als unnatürlich, egoistisch oder feige.
Ich habe für dieses Buch Frauen interviewt, die freiwillig keine Mütter sind. Ich habe erfahren, dass die Gründe vielfältig sind, Egoismus und Narzissmus gehören nicht dazu.

Hier gehts zur Leseprobe.

Im Rahmen dieser Leserunde vergebe ich 20 Bücher. Bewerbt euch bis zum 4.11. und verratet mir in eurer Bewerbung, warum euch das Buch interessiert.
Sicks avatar
Letzter Beitrag von  Sickvor 4 Jahren
Toll, freut mich sehr, dass es dir gefällt! =)
Zur Leserunde

Community-Statistik

in 40 Bibliotheken

auf 8 Wunschlisten

von 2 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks