Die Uhr, die nicht tickt

von Sarah Diehl 
4,2 Sterne bei14 Bewertungen
Die Uhr, die nicht tickt
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

elane_eodains avatar

Eine Auseinandersetzung mit dem daueraktuellen Thema Frau & Reproduktion. Eine Streitschrift für ein selbstbestimmtes Leben als Frau. Top!

Sicks avatar

Trotz kämpferischem Untertitel ein Plädoyer für ein wirklich liberales Zusammenleben!

Alle 14 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Die Uhr, die nicht tickt"

Nach wie vor bleiben viele Eltern kinderlos, und unsere Gesellschaft hadert damit. Aber nicht jede Frau hat einen Kinderwunsch. Und das ist gut so.
»Ein Kind, für das ich die Verantwortung übernehmen müsste, würde mich fundamental einschränken«, findet Marianne. Marianne ist eine von vielen Frauen in diesem Buch, die ihr Lebensglück nicht darin sehen, Kinder zu bekommen und eine Familie zu gründen – eine Einstellung, die in der Gesellschaft immer noch kritisch beäugt wird und für die man sich ständig rechtfertigen muss. Sarah Diehl plädiert für ein Umdenken und stellt sich allen Frauen an die Seite, die freiwillig kinderlos sind: Hört auf eure innere Stimme, und lasst euch nicht verunsichern!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783716040133
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:Arche
Erscheinungsdatum:31.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,2 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne5
  • 4 Sterne7
  • 3 Sterne2
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    dominonas avatar
    dominonavor 3 Jahren
    Verstehen

    Wer das ewige Nachgefrage leid ist und Argumente für einen anderen Lebensstil braucht, hat hier ein offenes, informatives Buch, das am Rande auch so manch ungewöhnliches Thema anschneidet und treffend kommentiert. Ich habe selten zuvor so viel genickt beim Lesen. Das Buch ist ein Schritt für mehr Verständnis und ein besseres Miteinander.

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    Code-between-liness avatar
    Code-between-linesvor 4 Jahren
    Frau = Mutter? Denken wir wirklich so eindimensional?

    Zum Inhalt: Entspannt ist es nicht, das Verhältnis zwischen Müttern, bzw. Frauen mit Kinderwunsch und solchen, die keinen Kinderwunsch verspüren. Wie unentspannt es tatsächlich ist, ist mir nach und nach bei der Lektüre des Buches „Die Uhr, die nicht tickt. Kinderlos glücklich. Eine Streitschrift“ von Sarah Diehl bewusst geworden.

    In neun Kapiteln führt die Autorin uns durch die unterschiedlichen Facetten der Kontroverse zwischen Müttern, Frauen, die noch Mütter werden wollen, und jenen Frauen, die sich „ihrer biologischen Natur verweigern“. Dabei beleuchtet sie sowohl historische Rollen- und Familienkonzepte und die Perspektive von Gesellschaft und Politik auf das Thema, aber auch so persönliche Themen wie Sinn, Glück, Selbstverwirklichung und Verantwortung, Freiräume, Konformitätsdruck und Vereinbarkeit. Am Ende des Buches steht ein Kapitel über alternative Konzepte von Familie und Zusammenleben.

    Eingeflossen in das Buch sind viele Gespräche, die die Autorin mit Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen freiwillig keine Mutter sind, geführt hat; außerdem Aspekte und Ansatzpunkte aus unterschiedlichen zeitgenössischen Werken, die sich mit dem Thema auseinandersetzen.

    Ein wichtiger Aspekt im Buch, auf welchen immer wieder eingegangen ist, ist die besondere Einstellung der deutschen Gesellschaft zum Wert von Familie und Mutterschaft, die durch die Instrumentalisierung und Aufwertung der Familie während der beiden Weltkriege (mit) geprägt wurde. Dieser gesellschafts-historische Blick auf Mutterschaft und Familie ist mit ein Grund dafür, warum bei uns so viel stärker als bei unseren europäischen Nachbarn die Mutterschaft hochstilisiert wird, es so viele „Helikopter“-Mütter gibt, die, obwohl selbst täglich am Rande der totalen Überlastung, nach Perfektion streben und deren hehres Ziel es ist, „alles“ für die Kinder zu geben. Um im Angesicht des mit Klischees und Erwartungen überfrachteten Bild von Mutterschaft bestehen zu können, werden die Fronten zwischen Müttern und Kinderlosen immer weiter verstärkt und es scheint mitunter, als würde es nur noch zwei Lebensalternativen geben: das „Reproduktionsmodell“, das gleichbedeutend ist mit Engagement, Loyalität, Verantwortung, Erfüllung und Glück – und das „Verweigerungsmodell“, synonym einerseits mit Egoismus, Selbstzentriertheit und Karrierefixiertheit und andererseits mit Sinnentleertheit, Scheitern, Unerfülltheit und Einsamkeit. Erschreckend schwarz und weiß!

     Eigene Meinung: Meiner Meinung nach ist der Autorin der inhaltliche Bogen zwischen der sehr persönlichen Entscheidung für oder gegen Kinder einschließlich der Sichtweisen und Lebensmodelle, die hinter dieser großen Entscheidung stecken  - sowie dem gesellschaftlichen und politischen Kontext sehr gut gelungen. Viele Aspekte, z.B. wie sehr bestimmte Sichtweisen, sowie Werte und Normen auch in unserer doch so liberalen Gesellschaft noch immer von der (Familien-) Politik aktiv gefördert werden, sind mir bei dieser Lektüre sehr deutlich vor Augen geführt worden.

    Das Thema Kinderwunsch bzw. Lebensplanung mit oder ohne Kinder ist für mich ein sehr aktuelles, da auch ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis seit einiger Zeit (wir sind alle in dem Alter, in dem solche Fragen „brandaktuell“ werden) verwundert und z.T. auch ein bisschen geschockt den „Glaubenskrieg“ zwischen jungen Müttern, solchen die es noch werden wollen und solchen, die sich bewusst gegen Kinder entschlossen haben (wozu ich selbst gehöre) verfolge. Fast „erleichtert“ war ich, von der Autorin vor Augen geführt zu bekommen, dass die verhärteten Fronten zwischen beiden Seiten und das Nicht-Abweichen-Können und Hochstilisieren der eigenen „Front“ (vor allem auf Seiten der Mütter) keine Besonderheit ist, die speziell meinen Freundeskreis erfasst, sondern eine gesellschaftliche Entwicklung, die auf vielerlei Ebenen zu beobachten ist.

    Auch kenne ich den Aspekt der „Verunsicherung“ in Bezug auf die eigene Einstellung und die eigene Überzeugung - im Angesicht all der Vehemenz, mit der der Kinderwunsch und die Mutterschaft als „zentrale Bestimmung der Frau“ in unserer heutigen Gesellschaft diskutiert werden. Die von vielen Interviewpartnerinnen der Autorin geäußerte Verunsicherung angesichts des breiten gesellschaftlichen Konsens à la „okay – das ist Deine Entscheidung, wenn Du keine Kinder willst…aber ob Du das nicht später mal bereuen wirst…“ kenne auch ich. Und das, obwohl ich normalerweise ganz und gar kein Mensch bin, der sich seiner eigenen Entscheidungen und Ansichten unsicher ist!

    Umso dankbarer bin ich der Autorin für dieses Buch, das diese in großen Teilen sehr persönliche Thematik in einen allgemein-gesellschaftlichen Kontext stellt und mir damit eine Menge neuer Gedanken und in vielerlei Hinsicht eine neue Sichtweise auf das Thema geschenkt hat.

    Sehr interessant war dabei für mich der Aspekt, vor Augen geführt zu bekommen, wie sehr Frauen mit Kindern heutzutage (noch immer – oder stärker denn je?) unter der Unvereinbarkeit von Mutterschaft und gesellschaftlichem Leben leiden. Dazu wird im Buch Lisa Ortgies zitiert: „Das größte Problem an der Vereinbarungsfrage ist der Umstand, dass alle glauben, das Thema hat sich erledigt. Doch im Vergleich zu den Freiheiten, die Mütter in den europäischen Nachbarländern genießen, ist und bleibt Deutschland bis auf weiteres ein Entwicklungsland.“

    Konfliktfrei Kinder und Karriere, ein eigenständiges Leben außerhalb des Familienverbands zu haben, geht bei uns in Deutschland kaum. So habe ich das nie gesehen, meine Sichtweise war bislang immer die einer modernen Gesellschaft, in denen Frauen mehr Freiheiten und Möglichkeiten zur Entfaltung denn je – ob mit oder ohne Kinder – haben. Sarah Diehls Beweisführung, dass dies allerdings nicht wirklich so ist, ist hier lückenlos – und fatalerweise ist oftmals das übersteigerte Bild von Mutterschaft und vollwertiger Weiblichkeit, das in unserer Gesellschaft existiert und von vielen Frauen zu ihrer persönlichen Maxime erhoben wird, der Ursprung des Konflikts. Ein für mich völlig neuer Blickwinkel.

    Soll ich noch etwas Negatives erwähnen? In manchen Kapiteln haben sich mir inhaltliche Wiederholungen zu sehr gehäuft – Aspekte, die in meinen Augen entweder im selben  oder in vorherigen Kapiteln bereits ausreichend geschildert und mit Beispielen belegt waren, wurden später nochmals aufgegriffen und erneut geschildert.

    Abgesehen davon kann ich für dieses Buch eine klare Leseempfehlung aussprechen – sowohl für Frauen, die Kinder haben, solche, die sich welche wünschen und solche, deren Leben auch ohne Kinder komplett ist – denn es scheint ein unfassbar großes Unverständnis, kombiniert mit jeder Menge zweifelhafter „Weisheiten und Wahrheiten“ zwischen diesen Lagern zu herrschen.

    Kommentieren0
    25
    Teilen
    elane_eodains avatar
    elane_eodainvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Auseinandersetzung mit dem daueraktuellen Thema Frau & Reproduktion. Eine Streitschrift für ein selbstbestimmtes Leben als Frau. Top!
    Rezension zu "Die Uhr die nicht tickt" von Sarah Diehl

    INHALT & GEDANKEN: Sarah Diehl thematisiert in ihrer Streitschrift mit dem Untertitel "Kinderlos glücklich" ein für jede Frau interessantes Thema.
    Reproduktion, ja oder nein?
    Freie Entscheidung oder Beugen unter gesellschaftlichen Druck?

    Mutterinstikt, Rollenbilder, Familienkonzepte. Gesellschaft und Politik. Sinn, Glück, Selbstverwirklichung. Konformitätsdruck, Vereinbarung, Abhängigkeit. Behinderung und Kind. Alternative Konzepte. Vielen Themen wird auf den Zahn gefühlt und damit unserer Einstellung zu weiblicher Identität und Mutterschaft.

    Die Filmemacherin und Autorin eröffnet in ihrem Buch eine Sicht auf verschiedene Gründe der bewussten Kinderlosigkeit. Sie hat Frauen interviewt und lässt diese nun zu Wort kommen, über ihre Entscheidung sprechen, über Reaktionen der Mitmenschen darauf, über Unzufriedenheiten mit gesellschaftlichen Gegebenheiten und auch über Misstrauen gegenüber der eigenen Entscheidung.

    "Die Uhr, die nicht tickt" ist ein Buch für jede Frau. Insbesondere in einer Phase, in der man sich mit dem eigenen Kinderwunsch beschäftigt oder alle um einen herum Kinder bekommen, man selbst aber keinen Wunsch nach Nachwuchs verspürt.
    Mithilfe dieser für jedermann und -frau gut lesbaren Streitschrift ist eine tiefergehende Beschäftigung mit dem Thema Reproduktion möglich, es ist eine Anregung, über den eigenen Lebensweg und eigene Entscheidungen aus verschiedenen Blickwinkeln (noch einmal) nachzudenken, sich über eigene Motive klar zu werden und zu diesen dann auch aufrechter zu stehen. Außerdem zeigt das Buch viele verschiedene Lebensmodelle auf und kann damit zu mehr Verständnis füreinander beitragen.

    Auch wenn man sich als Frau mit Kindern oder Kinderwunsch hin und wieder angegriffen fühlen kann, weil man sich angeblich gesellschaftlichen Rollenbildern und gesellschaftlich erwünschtem Verhalten unterordnet, wird letztendlich deutlich, dass Sarah Diehl nicht auf einer Seite steht und einen Keil zwischen Frauen mit Kindern und Frauen ohne Kindern treiben will. Ganz im Gegenteil möchte sie alle Frauen unterstützen, ihr Leben so gestalten wie sie es selbst möchten, ob mit oder ohne Kinder.

    >> Stattdessen stoßen Mütter wie Kinderlose nach wie vor auf Widerstände, ideologisch motivierte wie auch ganz alltägliche. Frauen kann ein Strick daraus gedreht werden, egal welche reproduktive Entscheidung sie treffen. <<
    (Zitat aus "Die Uhr die nicht tickt" von S. Diehl)

    FAZIT: Eine gute Auseinandersetzung mit dem daueraktuellen Thema Frau und Reproduktion. Eine Streitschrift für ein selbstbestimmtes Leben als Frau. Empfehlenswert!

    Kommentieren0
    18
    Teilen
    Sicks avatar
    Sickvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Trotz kämpferischem Untertitel ein Plädoyer für ein wirklich liberales Zusammenleben!
    Auch ohne Kinder gibt es Aufgaben, die es wert sind, zu leben.

    In einer liberalen Gesellschaft wie der unseren ist es möglich zu leben, wie man mochte, nach seinen eigenen Vorstellungen. Das sollte man meinen, doch nach wie vor gibt es bestimmte Rollenbilder, die jeder von uns zu erfüllen hat. Das erwartet zumindest die liberale Gesellschaft. Und das gilt insbesondere für die Familienplanung. Denn diese ist mitnichten eine Privatangelegenheit zweier Individuen, die als Paar zusammenleben, sondern eine Entscheidung, an der alle Welt teilhaben möchte. Kaum hat man als Frau (oder als Ehepaar) ein gewisses Alter erreicht, wird man auf seinen Körper reduziert. Und das nicht im positiven Sinne. Anscheinend ist man ab da nur noch eine Ansammlung von Gebär- oder Zeugungsorganen und nur eine einzige Frage beherrscht den Großteil aller Gespräche: "Wie schaut es denn aus mit Kindern?" Aber nicht die ehrliche Antwort interessiert den Fragesteller, vielmehr geht er oder sie davon aus, dass ein Zeitpunkt genannt wird, aber dem man mit Nachwuchs rechnen kann. Dass eine Frau, ein Mann oder ein Ehepaar gar keine Kinder bekommen möchte - unmöglich! Doch solche Leute gibt es und die Autorin Sarah Diehl hat ihnen ein Buch gewidmet. In "Die Uhr, die nicht tickt - Kinderlos glücklich" beleuchtet sie alle Gründe, warum manche Menschen auf Kinder verzichten und zeigt auf, wie man auch ohne eigenen Nachwuchs glücklich wird.

    Entgegen der häufigen Meinung sind Kinderlose nämlich keineswegs auch gleichzeitig Kinderhasser. Einige arbeiten sogar mit Kindern zusammen, was ihnen komplett ausreicht und gleichzeitig einen positiven Effekt für ihre Schutzbefohlenen hat.

    "Als "Außenstehende" können sie Kinder so nehmen, wie sie sind, als eigenständige Personen, nicht als Projektionsfläche für eigene Erwartungen, die sie zu erfüllen haben. Insofern sind Kinderlose freier - sowohl von Ängsten und Sorgen als auch von dem Druck, das Kind zu optimieren, was letztlich mehr Freiräume für die individuelle Entwicklung des Kindes schafft." (S. 133)

    Denn Eltern neigen in der heutigen Zeit leider dazu, ihren Nachwuchs auf ein Podest zu heben. Die Anerkennung mag zwar schön für die Kinder sein, setzt sie und die ganze Familie aber unnötig unter Erfolgsdruck. Viele möchten sich diesem Kampf ganz bewusst nicht aussetzen und verzichten daher auf Kinder.

    Andere verspüren einfach keinen Kinderwunsch. Der ist nämlich mitnichten universell, sondern ganz individuell ausgeprägt. Manche möchte schon unbedingt in der Pubertät schwanger werden, andere erst kurz vor der Menopause und wieder andere eben gar nicht. Ihre Prioritäten liegen anders, entweder im Beruf oder auch in der Partnerschaft. Diese kann oft unter der neuen Situation leiden und dieses Risiko möchten einige einfach nicht eingehen.

    "Es gibt Studien, die belegen, dass kinderlose Paare einen stärkeren inneren Zusammenhalt aufweisen, dass sie ein größeres Interesse an gemeinsamen Aktivitäten haben, sich häufiger austauschen und den anderen stärker unterstützen, zum Beispiel beim Erreichen beruflicher Ziele." (S. 216)

    Und auch wenn es heißt, Kinder geben einem so viel, so ist es doch vor allem am Anfang ein großer Schritt gefolgt von einem anstrengenden Prozess und nicht jeder fühlt sich dem gewachsen.

    "Kinder nehmen erst einmal Ressourcen und Liebe, bevor sie diese zurückgeben können. Kinder sollten nicht als Therapie missbraucht werden. Und wenn eine Frau erkennt, dass sie das tun würde, oder sich ganz klar außerstande sieht, den Bedürfnissen eines Kindes nachzukommen, ist es eine sehr verantwortungsvolle Entscheidung, kinderlos zu bleiben." (S. 195)

    Solche Entscheidungen finde ich bewundernswert, denn sie erfordern Ehrlichkeit sich selbst und Mut anderen gegenüber. Und doch kann man mit dieser Entscheidung nur gewinnen, ebenso wie das potenzielle Kind.

    "Ein Mensch sollte Kinder haben, wenn er dafür bereit ist, sich mit ihnen beschäftigen will und die entsprechenden Kompromisse in seinem Leben machen kann und möchte. Was Elternschaft angeht, ist nicht der Intelligenzquotient der Maßstab, sondern die Fähigkeit zu Empathie, Geduld, Fürsorglichkeit und Liebe. Die wichtigste Zutat für das vielbeschworene Wohl des Kindes ist, dass es gewollt ist und nicht Produkt einer Fortpflanzungsdiktatur im Namen der Intelligenz ist." (S. 107)

    Nicht zuletzt passen manchmal einfach die Umstände nicht. Entweder fehlt ein geeigneter Partner oder finanziell und beruflich haut es nicht hin.

    "Eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kam zu dem Ergebnis, dass fünfzig Prozent aller Eltern nicht mit Verständnis und Entgegenkommen rechnen können, wenn es um Familienarbeit geht. Mit anderen Worten: Die Arbeitsbedingungen im globalen neoliberalen Kapitalismus regen nicht gerade dazu an, sich niederzulassen und feste und verantwortungsvolle Bindungen einzugehen." (S. 152 f.)

    "Hinzu kommt, dass viele Arbeitgeber Mütter, zumal alleinerziehende, nicht gerade mit offenen Armen aufnehmen. Die Erwähnung der Mutterschaft ist keine Aufwertung des Lebenslaufs, im Gegenteil." (S. 160)

     

    All diese Gründe hat Sarah Diehl im Gespräch mit vielen Frauen und auch einigen Männern erörtert. Dabei geht sie sowohl auf die persönlichen Bereiche ein, als auch auf die öffentliche Meinung und die Familienpolitik. Außerdem gibt es zu Beginn einen Exkurs in die geschichtliche Entwicklung der Familie, wie wir sie heute kennen.

    Ich fand die unterschiedlichen Erzählungen und Fakten sehr interessant, auch wenn ich mich am Anfang etwas an den eher wissenschaftlichen Schreibstil gewöhnen musste. Doch es ist nicht zu kompliziert geschrieben, sondern informativ und übersichtlich. Die insgesamt neun Kapitel auf etwa 250 Seiten sind in mehrere kurze Abschnitte unterteilt, sodass man das Buch auch schnell mal weglegen kann. Vor- und Nachwort waren ähnlich interessant gehalten wie der Hauptteil, insbesondere da sie die persönliche Meinung der Autorin mit einbeziehen.

    Der Untertitel "Eine Streitschrift" klingt ziemlich kämpferisch, tatsächlich bewahrt sich die Autorin aber einen sachlichen Stil und stellt auch keine wilden Verschwörungstheorien auf. Im Gegenteil: Als Frau "im besten Alter", die gerne später mal eine Familie haben möchte, habe ich während des Lesens oft unweigerlich zu nicken angefangen und mich ebenfalls angesprochen gefühlt.

     

    Zusammenfassend kann man sagen, dass dieses Buch ein Plädoyer für ein wirklich liberales Zusammenleben ist.

    "Aber die Bedürfnisse, nach denen wir alle unser Leben gestalten, sind nie universell, sondern sehr persönlich. Wir sollten sie nicht bewerten oder gegeneinander ausspielen, sondern respektieren. Jeder von uns hat nur dieses eine Leben, und jeder von uns hat Angst, die falschen Weichenstellungen vorzunehmen. Das betrifft alle Lebensbereiche, die Kinderfrage ist nur eine davon." (S. 254)

    Kommentare: 3
    85
    Teilen
    Anchesenamuns avatar
    Anchesenamunvor 4 Jahren
    Rezension: "Die Uhr, die nicht tickt" (Sarah Diehl)



    Zum Inhalt

    „Eine Frau, die keine Kinder will, ist egoistisch und feige. Ihr Leben lang wird sie unter dieser falschen Entscheidung leiden, wird sie furchtbar bereuen.“ Solchen und ähnlichen Argumenten sind Frauen ohne Kinderwunsch tagtäglich ausgesetzt. Denn in unserer Gesellschaft ist es kaum vorstellbar, dass es Frauen gibt, die freiwillig auf das Muttersein verzichten, keinen Kinderwunsch in sich tragen.
     
    Die Publizistin und Filmemacherin Sarah Diehl, Mitte 30 und selbst kinderlos, hat sich mit der Thematik der gewollten Kinderlosigkeit intensiv auseinander gesetzt und hierfür zahlreiche betroffene Frauen interviewt. Sie räumt mit vielen Vorurteilen auf und möchte mit ihrem Werk eine Brücke zwischen Müttern und Nicht-Müttern schlagen sowie aufzeigen, dass ein mangelnder Kinderwunsch ganz sicher nichts mit Egoismus, Narzissmus oder Feigheit zu tun hat.
     

    Meine Meinung

    Als ich von diesem Buch zum 1. Mal gehört habe, dachte ich mir, das kommt wie gerufen! Ich bin selbst in einem Alter, in dem man sich Gedanken übers Kinderkriegen macht. Auch bei mir ist bislang kein Kinderwunsch vorhanden, und ich stoße ebenfalls bei Familie und Bekannten diesbezüglich auf Unverständnis, muss mich unsinnigen Diskussionen à la „Das wirst du bitter bereuen!“ stellen und die vorwurfsvollen Blicke der potentiellen (Nicht-)Großeltern ertragen. Endlich gibt es also ein Buch, das mir aufzeigt, dass ich nicht abnormal bin, weil ich meiner „Pflicht“ als Frau nicht nachkommen möchte. Das mir das ungute Gefühl nehmen möchte, mich für etwa zu rechtfertigen, für das ich mich eigentlich nicht rechtfertigen muss.
     
    Sarah Diehl hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wieso Frauen keine Kinder haben möchten und wie die Reaktion der Gesellschaft darauf ist. Sie hat zu dem Thema zahlreiche Fakten und Argumente aufgearbeitet, die ergänzt werden durch Interviewausschnitte mit kinderlosen Frauen. Oft musste ich bei der Lektüre zustimmend nicken, konnte ich doch eigene Empfindungen und Erlebnisse darin wiederfinden.
     
    Die Autorin spricht auch unbequeme Wahrheiten aus. Sind wir mal ehrlich: Die Gesellschaft schreit doch nicht laut nach Kindern, weil sie so süß und herzig sind, sondern weil wir wieder mehr Einzahler in die Rentenkasse brauchen, weil wir uns nicht ständig Fachkräfte aus dem Ausland importieren wollen. Es sollen ja auch nicht wahllos Kinder in die Welt gesetzt werden, es soll sich bitteschön auch die richtige Gesellschaftsschicht vermehren...
     
    Dennoch ist dieses Buch kein Plädoyer gegen Kinder, denn Frauen ohne Kinderwunsch sind oft mitnichten kinderfeindlich. Auch das Muttersein in Deutschland, das gängige Familienmodell, die Erfüllung der Mutterrolle und der Spagat zwischen Kind und Karriere werden hier kritisch durchleuchtet. Sarah Diehl prangert Missstände in unserer Sozialgesellschaft an, die letztendlich ebenfalls dazu führen (können), dass sich immer mehr Frauen gegen Kinder entscheiden.
     
    Abschließend stellt die Autorin deshalb auch mögliche bzw. bereits existierende Alternativmodelle vor, die vielleicht dazu führen könnten, dass für Frauen in Deutschland das Muttersein wieder etwas attraktiver gemacht wird. Hier sind viele anregende und interessante Ansätze vorhanden, die wohl aber nicht so schnell Anklang in der Gesellschaft finden werden.
     
    Ein paar Kritikpunkte habe ich aber doch:
     
    Mir hätte es sehr gefallen, mehr Interviews zu lesen und mehr über die Frauen zu erfahren. Man hat doch meist nur knappe Randinformationen erhalten wie Name, Alter und Beruf. Auch die Interviewsequenzen waren immer recht kurz. Hier hätte ich mehr Meinung als Fakten schön gefunden, da es das Buch doch etwas emotionaler und weniger trocken gemacht hätte.
     
    Darüber hinaus hatte ich nach der Lektüre des Buches doch das Gefühl, dass das Kinderhaben und Muttersein hier sehr negativ dargestellt wird. Klar, es geht um gewollte Kinderlosigkeit, da dürfen und müssen Argumente gebracht werden, die gegen das Muttersein eingesetzt werden. Aber auch wenn mir diese Einstellung ja sogar in die Hände spielt – es gibt sicherlich Frauen, die mit Leib und Seele Mütter sind, ohne das Gefühl zu haben, dafür etwas geopfert zu haben. Oder die den Spagat zwischen Kind und Karriere sehr gut meistern, denn ich glaube nicht, dass die Gesellschaft wirklich ausnahmslos jeder Mutter Knüppel zwischen die Beine wirft. Auch wenn in Deutschland die Situation für arbeitende Mütter nicht leicht ist, fand ich sie doch einen Ticken zu negativ skizziert. Aber das ist sehr subjektiv, und andere Leser mögen es nicht so empfunden haben.
     
    Sarah Diehl ist Geisteswissenschaftlerin, und das merkt man ihrem Schreibstil auch an, der mich stellenweise an eine akademische Facharbeit erinnerte. Was generell nichts Schlechtes ist. Ich weiß halt nur nicht, ob dieser Sprachstil für jedermann leicht zugänglich ist. Aber auch das ist wieder mein persönliches Empfinden.
     
    Ich bin Frau Diehl dankbar, dass sie sich diesem für manche Frauen sehr wichtigen Thema angenommen hat, dass sie unbequeme Wahrheiten ausspricht, stumpfsinnige Argumente beiseite wischt und Frauen wieder mehr Selbstbewusstsein geben möchte. Ich lege „Die Uhr, die nicht tickt“ allen Frauen ans Herz, die keinen Kinderwunsch haben oder noch am Überlegen sind; ich empfehle es aber auch allgemein allen, die offen sind für andere Lebenskonzepte und sich mit dem gängigen Familienmodell in Deutschland kritisch auseinandersetzen möchten.

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    ales_lohoffs avatar
    ales_lohoffvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Eine sehr interessante und offene Auseinandersetzung zum Thema fehlender Kinderwunsch!
    Der fehlende Kinderwunsch

    Sarah Diel beschäftigt sich in ihrer Streitschrift "Die Uhr, die nicht tickt" mit dem nicht vorhandenen Kinderwunsch mancher Frauen.
    Ein wirklich oft im privaten Kreis diskutiertes Thema, was aber eher selten eine so gute Plattform erhält wie in diesem Buch.

    Sarah Diel beleuchtet ohne Schwarzmalerei die Umstände und den gesellschaftlichen Rahmen in denen Frauen sich gegen eigene Kinder entscheiden und beleuchtet in 9 Kapiteln die Lebensumstände eben dieser.

    Das Buch ist aber keinesfalls ein Plädoyer gegen Kinder, ganz im Gegenteil es versucht eine Basis und ein Verständnis für unterschiedliche Lebensformen zu schaffen und in diesem Rahmen eben auch für die Lebensform der Frau ohne Kinderwunsch!

    Gut gelungen ist die Verknüpfung zu Interviewsequenzen die Sarah Diehl im Rahmen ihrer Recherchen für das Buch mit ganz unterschiedlichen Frauen, in unterschiedlichen Alterssegmenten und mit unterschiedlichen Lebensentwürfen ( ob nun mit Kindern oder kinderlos, berufstätig oder
    nicht ) geführt hat.

    Ein wirklich gelungenes Buch, was sich mit einem, viel zu selten beleuchteten Thema offen und spanend auseinandersetzt!

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    winterdreams avatar
    winterdreamvor 4 Jahren
    Hatte mir etwas anderes vorgestellt

    Inhalt:

    „Unverrückbar steht die Front zwischen Müttern und Nicht-Müttern: "Man muss wahnsinnig sein, heute noch Kinder zu kriegen", hieß es im Januar 2014 in der FAS. Kurz darauf kam die Antwort: "Ruhe, ihr Jammerfrauen! Eure Ausreden zum Kinderkriegen sind narzisstisch und absurd." Dabei kann eine Frau heute frei zwischen verschiedenen Lebensmodellen wählen. Dennoch dominiert in unserer Gesellschaft noch immer die Vorstellung, dass potentiell alle Frauen den Kinderwunsch in sich tragen. Kein Kind zu wollen gilt als unnatürlich, egoistisch oder feige.
    Ich habe für dieses Buch Frauen interviewt, die freiwillig keine Mütter sind. Ich habe erfahren, dass die Gründe vielfältig sind, Egoismus und Narzissmus gehören nicht dazu.“ So beschreibt die Autorin das Buch.


    Cover:

    Das Cover finde ich ganz in Ordnung. Es ist sehr schlicht gehalten, aber man kann den Titel des Buches sofort gut erkennen und es macht einen neugierig.


    Mein Fazit:

    Ich fand, dass man das Buch sehr gut und flüssig lesen konnte, allerdings hatte ich mir darunter auch noch etwas anderes vorgestellt. Man merkt, dass die Autorin sehr viel Zeit in die Recherche investiert hat, und das muss ich ihr schon hoch anrechnen. Allerdings hatte ich gedacht, dass die Autorin in dem Buch vielleicht etwas persönliches schreibt. Sie hat viele Beispiele genannt, aber ich hätte es schönes gefunden, wenn das Buch mich mehr berührt hätte. Denn das hat es bei mir leider nicht getan. Trotzdem möchte ich hier noch gerne 3 von 5 Punkten vergeben, da es von der Schreibweise und der Recherche sehr gut war.

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Die Uhr, die nicht tickt

    Inhalt:
    Unverrückbar steht die Front zwischen Müttern und Nicht-Müttern: »Man muss wahnsinnig sein, heute noch Kinder zu kriegen«, hieß es im Januar 2014 in der FAS. Kurz darauf kam die Antwort: »Ruhe, ihr Jammerfrauen! Eure Ausreden zum Kinderkriegen sind narzisstisch und absurd.« Dabei kann eine Frau heute frei zwischen verschiedenen Lebensmodellen wählen. Dennoch dominiert in unserer Gesellschaft noch immer die Vorstellung, dass potentiell alle Frauen den Kinderwunsch in sich tragen. Kein Kind zu wollen, gilt als unnatürlich, egoistisch oder feige. Sarah Diehl, Mitte 30 und selbst kinderlos, hat Frauen interviewt, die freiwillig keine Mütter sind. Sie hat erfahren, dass die Gründe vielfältig sind, Egoismus oder Narzissmus gehören nicht dazu. Ihr Buch ist das überfällige Plädoyer für eine vorurteilsfreie und zeitgemäße Einstellung zu Mutterschaft und weiblicher Identität.


    Meine Meinung:
    Man merkt sofort, wie viel Recherche und Arbeit Sarah Diehl an dieses ernste Thema herangegangen ist. Und es ist ihr gelungen, die verschiedenen Standpunkte für jeden klar und verständlich darzulegen. Nicht jede Frau findet es als Erfüllung, Mutter zu sein. Aber auch diese Frauen, die sich bewusst gegen Kinder entscheiden, sollten von der Gesellschaft akzeptiert werden. Das dies noch lange nicht der Fall ist, zeigen immer wieder Beispiele, wo Frauen Kinder kriegen, weil es „sich eben so gehört“, auch wenn sie selbst alles andere als bereit für ihre Mutterrolle sind.
    Genauso sollten aber auch sogenannte „Karrierefrauen“ akzeptieren, dass manche eben zufrieden und ausgelastet in ihrer Mutterrolle aufgehen. In diesem Buch kommen beide Parteien zu Wort und erklären ihre Sichtweise.

    Das Buch liest sich sehr flüssig, und wen das Thema interessiert, der sollte auf jeden Fall reinlesen, denn es lohnt sich, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    CanYouSeeMes avatar
    CanYouSeeMevor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Eine interessante und objektive Streitschrift, die das Thema 'Kinderlosigkeit' aus einem anscheinend weniger populären Blickwinkel auffasst.
    Die Uhr, die nicht tickt


    Unverrückbar steht die Front zwischen Müttern und Nicht-Müttern: "Man muss wahnsinnig sein, heute noch Kinder zu kriegen", hieß es im Januar 2014 in der FAS. Kurz darauf kam die Antwort: "Ruhe, ihr Jammerfrauen! Eure Ausreden zum Kinderkriegen sind narzisstisch und absurd." Dabei kann eine Frau heute frei zwischen verschiedenen Lebensmodellen wählen. Dennoch dominiert in unserer Gesellschaft noch immer die Vorstellung, dass potentiell alle Frauen den Kinderwunsch in sich tragen. Kein Kind zu wollen, gilt als unnatürlich, egoistisch oder feige. Sarah Diehl, Mitte 30 und selbst kinderlos, hat Frauen interviewt, die freiwillig keine Mütter sind. Sie hat erfahren, dass die Gründe vielfältig sind, Egoismus oder Narzissmus gehören nicht dazu. Ihr Buch ist das überfällige Plädoyer für eine vorurteilsfreie und zeitgemäße Einstellung zu Mutterschaft und weiblicher Identität.

    Sarah Diehl hat mit ihrer Streitschrift ein Buch geschaffen, das das Thema ‘Kinderlosigkeit‘ aus einem neutralen Blick auffängt. In neun Kapiteln beschreibt sie warum sich einige Frauen ein Leben mit Kindern nicht vorstellen können – gestützt auf Interviews mit eben diesen. Durch die Interviews kann der  Leser die Ansichten der Frauen klar nachvollziehen und stellt fest: von Egoismus und Narzissmus fehlt jede Spur. Einige Frauen verspüren eben diesen Kinderwunsch nicht und das ist auch völlig in Ordnung so. 
    Die Autorin geht nicht nur auf die Ansichten der Frauen ein, sie durchleuchtet auch die zunehmende Politisierung von Mutterschaft und zeigt alternative Familienkonzepte rund um die soziale Mutterschaft auf.  Des Weiteren beschreibt sie die Veränderung von familiären Strukturen im Wandel der Zeit. Sarah Diehl plädiert fundiert und sachlich für mehr Akzeptanz  und Anerkennung von alternativen Familienmodellen.
    Diese Streitschrift ist nicht nur Lesestoff für gewollt Kinderlose, jeder kann dieses Buch lesen, sich über alternative Sichtweisen und Perspektiven  informieren, Neues lernen und im Endeffekt unvoreingenommener durchs Leben gehen.

    Kommentieren0
    82
    Teilen
    Klene123s avatar
    Klene123vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr gute objektive Auseinandersetzung mit dem Thema
    Muss das so?

    Das Buch befasst sich in neun Kapiteln damit, warum Frauen sich ein Leben mit Kindern einfach nicht vorstellen können und beleuchtet diese Gründe von ganz verschiedenen Sichtweisen und Hintergründen.

    Man erfährt nicht nur Fakten, sondern auch allerhand in Interviews mit Frauen, die keinen Kinderwunsch haben. Dabei geht es nicht nur um den Fakt, sondern auch die Gefühle und Motive der Frauen. Immer wieder wird man in die Entstehungsgeschichte von Familie und auch das Rollenbild der Mutter hingewiesen und bekommt so wichtige Grundlagen und eine ganz andere Betrachtungsweise als die bei eventuellen Stammtischdiskussionen.
    Man erhält einen neutralen Standpunkt und sieht dass eben nicht alle von dieser tickenden Uhr, wie Captain Hook, verfolgt werden.

    Ich selbst gehöre zu diesen Frauen ohne tickende Uhr, habe mich aber nicht in jedem Punkt wiedergefunden, neue Sichtweisen gesehen und auch selbst Diskussionsstoff gefunden. Es ist also nicht nur eine Streitschrift für Frauen ohne KInderwunsch, sondern eher ein Buch für Leute die sich nicht in Schubladen stecken lassen wollen, mal über den Tellerrand hinausblicken und sich mit einem eher totgeschwiegenem Thema befassen wollen!

    Kommentieren0
    5
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    SarahDiehls avatar
    Ich lade euch zu einer Leserunde ein für meine Streitschrift "Die Uhr, die nicht tickt".
    Immer mehr Frauen bleiben kinderlos, und unsere Gesellschaft hadert damit. Aber nicht jede Frau verspürt den Wunsch nach Kindern. Und das ist in Ordnung so.
    Mein Buch ist ein Plädoyer für eine vorurteilsfreie und und zeitgemäße Einstellung zu Mutterschaft und weiblicher Identität.

    Unverrückbar steht die Front zwischen Müttern und Nicht-Müttern: "Man muss wahnsinnig sein, heute noch Kinder zu kriegen", hieß es im Januar 2014 in der FAS. Kurz darauf kam die Antwort: "Ruhe, ihr Jammerfrauen! Eure Ausreden zum Kinderkriegen sind narzisstisch und absurd." Dabei kann eine Frau heute frei zwischen verschiedenen Lebensmodellen wählen. Dennoch dominiert in unserer Gesellschaft noch immer die Vorstellung, dass potentiell alle Frauen den Kinderwunsch in sich tragen. Kein Kind zu wollen gilt als unnatürlich, egoistisch oder feige.
    Ich habe für dieses Buch Frauen interviewt, die freiwillig keine Mütter sind. Ich habe erfahren, dass die Gründe vielfältig sind, Egoismus und Narzissmus gehören nicht dazu.

    Hier gehts zur Leseprobe.

    Im Rahmen dieser Leserunde vergebe ich 20 Bücher. Bewerbt euch bis zum 4.11. und verratet mir in eurer Bewerbung, warum euch das Buch interessiert.
    Sicks avatar
    Letzter Beitrag von  Sickvor 4 Jahren
    Toll, freut mich sehr, dass es dir gefällt! =)
    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks