Sarah Diehl Eskimo Limon 9

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Inhaltsangabe zu „Eskimo Limon 9“ von Sarah Diehl

Willkommen in Niederbrechen: Eine jüdische Familie zieht in die hessische Provinz.

Eskimo Limon 9 ist ein Culture-Clash der besonderen Art, bei dem die eine Seite eigentlich nur in Ruhe arbeiten, die andere jedoch um jeden Preis aufarbeiten will. Mutig, blitzgescheit und mit rasantem Witz unterzieht Sarah Diehl die deutsche Gedenkkultur einem radikalen Praxistest, der gleich zwei Vorstellungswelten platzen lässt.

Vor einem frisch verputzten Reihenhaus in einem kleinen hessischen Dorf fährt ein Taxi vor. Auftritt Familie Allon aus Tel Aviv: Vater Chen, Mutter Ziggy und der elfjährige Eran beziehen ihr neues Heim. Während die Allons sich gemütlich einrichten, stellt sich für die alarmierte Dorfgemeinschaft die bange Frage: Wie geht man mit den Neuen um?
Während sich Chen in die Arbeit stürzt und Ziggy versucht, sich mithilfe des altlinken Dorfkauzes Rainer Koffel in der neuen Heimat zurechtzufinden, klärt Eran seine interessierten Mitschüler darüber auf, dass die "Eis am Stiel"-Filme, anders als von der Dorfjugend vermutet, nicht aus Italien, sondern aus Israel kommen – wo sie "Eskimo Limon" heißen. Während also kein Mangel an Gesprächsstoff besteht und die Voraussetzungen für eine gelungene Integration eigentlich bestens sind, verspürt die Dorfbevölkerung das zunehmende Bedürfnis, unter Zuhilfenahme der Zugezogenen das Dritte Reich aufzuarbeiten. Dabei tritt in einem Reigen von Missverständnissen die Wahrheit zutage: Die Deutschen wissen zwar vieles über Judenvernichtung – aber kaum etwas über Juden.

Das Buch versagt auf ganzer Länge. Blasse Charaktere, eine langweilige Geschichte, eine Aneinanderreihung jüdischer "Popkulturanekdoten".

— Orisha

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    Eskimo Limon 9

    Orisha

    Wie lässt sich ein Buch rezensieren, dass einen ratlos zurück lässt? Ein Versuch. Die Geschichte ist schnell erzählt. Familie Allon zieht nach Deutschland, als Vater Chen einen Job in Frankfurt am Main annimmt. Ihm folgen Mutter Sigall alias „Ziggy“ und Eran, sein elfjähriger Sohn. Es verschlägt die jüdische Familie in ein kleines hessisches Dorf, welches schnell noch ein Hakenkreuz überpinselt, um die Neuen nicht gleich abzuschrecken. Eran lebt sich schnell in der Schule ein, Mutter Ziggy freundet sich mit dem alten Linken Koffel an, mit dem sie fortan ihre Nachmittage verbringt. Was Vater Chen eigentlich macht, bleibt unbekannt. Mehr gibt es an Handlung nicht zu berichten. Gespickt mit Rückblenden versucht Diehl ein Bild einer modernen israelisch-jüdischen Familie zu zeichnen. Doch die Charaktere bleiben blass. Während Chen zur Nebenfigur avanciert, bleibt vor allem Ziggy farblos. Weder reflektiert sie kritisch ihre eigene Geschichte, noch weiß sie sich zu beschäftigen und die Geschichte avanciert zu einer endlosen Farce an Nachmittagen, die sie mit oder bei Koffel verbringt. Unklar für mich, blieb auch warum sie sich von dem alten Kauz angezogen fühlt und mit ihm das Gespräch sucht. Dabei versucht Diehl gerade über diese Gespräche, das „partikulare Wissen der Deutschen über das imaginierte Jüdische“ zu reflektieren, wie es im Anhang heißt. Doch das gelingt ihr nicht, ganz im Gegenteil: Sie lässt mich als Leserin ratlos zurück, da eine endlose Aneinanderreihung jüdische Popkultur, historischer Fakten und Alltagsgeschichten eben noch lange nicht reichen, um jüdische Kultur zu vermitteln. Und dann gibt es da noch die deutsche Seite. Der Versuch die jüdische Familie in ihr Land aufzunehmen, ist gespikt mit einer wiederum endlosen Tirade an schlechten Witzen über den humorlosen Deutschen, an betretenem Schweigen, weil man die eigene Geschichte nicht reflektieren will oder kann und ein Stück weit auch an Ignoranz. Kurzum: Das Buch versagt auf ganzer Länge. Blasse Charaktere, eine langweilige Geschichte, eine Aneinanderreihung von jüdischen Popkulturanekdoten – ohne weiterführende Erklärungen – und Gespräche, die von Peinlichkeit, mangelnder Reflexion und Unwissen nur so strotzen. Leider nicht zu empfehlen.

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