Sarah Hall

 3,6 Sterne bei 61 Bewertungen
Autor*in von Die Töchter des Nordens, Bei den Wölfen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Sarah Hall, 1974 in Cumbria geboren, studierte Literatur an der schottischen Universität St. Andrews. Sie hat Romane und Storys veröffentlicht, die mit bedeutenden Preisen und Stipendien ausgezeichnet und von der Kritik bejubelt wurden. Feministische Themen und intensive Naturbeschreibungen verbinden sich in ihrem Werk, das in 16 Sprachen übersetzt ist, auf überraschende, ungewohnte Weise. Zuletzt erschien 2021 ihr Roman »Die Töchter des Nordens«. Sarah Hall lebt mit ihrer Familie in Kendal.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Sarah Hall

Cover des Buches Die Töchter des Nordens (ISBN: 9783328601012)

Die Töchter des Nordens

(29)
Erschienen am 13.04.2021
Cover des Buches Bei den Wölfen (ISBN: 9783813506792)

Bei den Wölfen

(22)
Erschienen am 26.09.2016
Cover des Buches Der Elektrische Michelangelo (ISBN: 9783935890328)

Der Elektrische Michelangelo

(3)
Erschienen am 01.08.2005
Cover des Buches Wie wir brennen (ISBN: 9783328602804)

Wie wir brennen

(1)
Erschienen am 24.05.2023
Cover des Buches The Carhullan Army (ISBN: 9780571315628)

The Carhullan Army

(4)
Erschienen am 02.04.2015
Cover des Buches The Electric Michelangelo (ISBN: 9780571315611)

The Electric Michelangelo

(2)
Erschienen am 02.04.2015
Cover des Buches Helm (ISBN: 9789026372179)

Helm

(0)
Erscheint am 06.05.2026
Cover des Buches How to Paint a Dead Man (ISBN: 9780571315635)

How to Paint a Dead Man

(0)
Erschienen am 02.04.2015

Neue Rezensionen zu Sarah Hall

Cover des Buches Die Töchter des Nordens (ISBN: 9783328601012)
Yvihh85s avatar

Rezension zu "Die Töchter des Nordens" von Sarah Hall

Yvihh85
Hab ich was verpasst?

Ein Blick in eine düstere Zukunft, ohne Zombies oder Aliens. Die Menschheit hat sich selbst zu Grunde gerichtet, so weit so gut.

Der Hauptcharakter, eine Frau, sucht und findet eine Flucht aus Ihrem komischen Zunkunftleben und obwohl die Zuflucht vielversprechend ist, setzten die Frauen alles dran es selbst zu zerstören um es zu retten.

Es wirkt mir als ob Seiten, Teile der Geschichte fehlen, oder fehlen sollen. 

Unglücklich werde ich als Leser zurückgelassen mit einem wilden und unerwartet Ende.

Für eins der 100 besten Bücher.der aktuellen Stunde halte ich es nicht

Cover des Buches Die Töchter des Nordens (ISBN: 9783328601012)
Aischas avatar

Rezension zu "Die Töchter des Nordens" von Sarah Hall

Aischa
Rebellion nach dem Klimakollaps

Sarah Hall, geboren 1974 in Carlisle, Nordengland, ist eine bedeutende zeitgenössische britische Autorin. Sie ist für ihre kraftvolle, poetische Sprache und ihre schonungslose Gesellschaftskritik bekannt. Die Töchter des Nordens (The Carhullan Army, 2007) wurde vielfach ausgezeichnet und gilt inzwischen als moderner Klassiker feministischer Dystopien.

Der Roman spielt in einer nahen Zukunft, in der die britische Insel nach dramatischen klimatischen Veränderungen in eine autoritäre Ordnung zurückgefallen ist. Demokratie, individuelle Freiheit und Privatsphäre existieren kaum mehr: Lebensmittel und Strom werden streng rationiert, Frauen wird zwangsweise die Spirale eingesetzt, und in den Gemeinschaftsunterkünften herrscht Überwachung und Enge. In dieser düsteren Welt flieht die Ich-Erzählerin – eine namenlose Frau – aus der Stadt und schließt sich den Töchtern des Nordens an, einer Gruppe von Rebellinnen, die in den Bergen eine selbstverwaltete Kommune aufgebaut haben.

Was mich als Leserin besonders beeindruckt hat, ist die beklemmende Glaubwürdigkeit dieser Zukunftsvision. Sarah Hall entwirft kein überzogenes Science-Fiction-Szenario, sondern eine bedrückend plausible Fortsetzung unserer Gegenwart: eine Welt, in der ökologische Katastrophen und staatliche Kontrolle Hand in Hand gehen. Ihre Sprache ist präzise, zugleich roh und lyrisch – eine seltene Kombination, die den Text sowohl poetisch als auch unmittelbar erfahrbar macht.

Die Erzählung in Form von Protokollen – Aussagen einer Gefangenen – verleiht der Geschichte eine besondere Intensität, auch wenn sie zugleich etwas Spannung nimmt. Als Leserin weiß man durch diese Erzählperspektive von Anfang an, dass die Rebellion kein glückliches Ende nehmen wird. Trotzdem bleibt der Text fesselnd, weil er weniger auf den Ausgang als auf die innere Entwicklung der Erzählerin zielt: vom nach außen hin angepassten Mitglied einer autoritären Gesellschaft zur kämpfenden, denkenden Frau.

Die derbe, oft obszöne Sprache der Rebellinnen wirkt authentisch und verleiht der Gemeinschaft eine kraftvolle Präsenz. Gleichzeitig schleicht sich hier ein kleiner Bruch ein: Dass diese fast amazonengleich gestählten Frauen in ihren Häusern auf heimelige Dekoration achten, bedient ein Klischee, auf das ich gut hätte verzichten können. Ebenso geraten die wenigen Männer, die außerhalb der Farm in Hütten leben dürfen, etwas schablonenhaft – sie bleiben Randfiguren ohne Tiefe.

Dennoch hat mich Die Töchter des Nordens tief beeindruckt. Der Roman ist düster, spannend und zugleich von einer eigentümlichen Zärtlichkeit durchzogen – gerade in der Beschreibung weiblicher Solidarität, Verletzlichkeit und Stärke. Ich habe mich unmittelbar in diese fiktive Welt hineingezogen gefühlt. Vielleicht, weil diese Zukunft, so erschreckend sie auch ist, nicht allzu fern und durdaus möglich scheint.

Fazit:
Ein kraftvoller, sprachlich gelungener Roman über Freiheit, Körper, Macht und Widerstand. Die Töchter des Nordens ist kein leichtes Buch, aber eines, das warnt – wie ein Ruf aus einer Zukunft, die wir besser verhindern sollten.

Cover des Buches Die Töchter des Nordens (ISBN: 9783328601012)
Wolf-Macbeths avatar

Rezension zu "Die Töchter des Nordens" von Sarah Hall

Wolf-Macbeth
"Feministische" Dystopie ohne Tiefe

Die Idee hinter Die Töchter des Nordens klang vielversprechend: Eine dystopische Zukunft, in der Frauen sich von der männlich dominierten Gesellschaft abwenden und versuchen, unabhängig zu überleben. Ein feministisches Setting, das Fragen nach Freiheit, Gemeinschaft und Widerstand stellt – und dann noch die Auszeichnung der Times, die es zu einem der „100 besten Bücher des Jahrzehnts“ zählt. Das klang nach einer tiefgründigen und literarisch hochwertigen Dystopie. Leider konnte das Buch diese Erwartungen für mich nicht erfüllen.


Der Anfang ist durchaus spannend. Die Welt, in der die Protagonistin lebt, ist geprägt von strengen Kontrollen, eingeschränkten Rechten für Frauen und einer repressiven Regierung. Dass sie sich diesem System entziehen will, macht sie sofort interessant. Doch als sie schließlich zur abgelegenen Frauengemeinschaft in den Bergen gelangt, bleibt vieles erstaunlich oberflächlich. Man erfährt zwar, dass diese Frauen sich selbst versorgen, militärisch organisiert sind und ihre eigenen Regeln aufgestellt haben – doch über ihre Gedanken, Gefühle und das Miteinander innerhalb der Gruppe erfährt man wenig. Die Figuren wirken oft blass, und es entsteht keine emotionale Tiefe, die das Buch wirklich fesselnd machen würde.


Hinzu kommt, dass die Sprache und der Stil eher schlicht gehalten sind. Literarisch anspruchsvolle Dystopien – etwa von Margaret Atwood – schaffen es, eine intensive Atmosphäre zu erzeugen und die Leser*innen in die Welt hineinzuziehen. Hier jedoch blieb ich stets auf Distanz. Besonders enttäuschend fand ich, dass das Buch keine klare Botschaft zu transportieren scheint. Ist es ein Plädoyer für weibliche Selbstbestimmung? Oder eine Warnung vor den Gefahren radikaler Gruppen? Vielleicht beides, vielleicht keines von beidem.


Insgesamt hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass sich die Geschichte eher als Drehbuch für eine TV- oder Netflix-Serie eignen würde – mit spannenden Bildern und starken Frauenfiguren, aber ohne die Tiefe, die ein gutes Buch haben sollte. Wer nach einer wirklich fesselnden und literarisch überzeugenden dystopischen Geschichte sucht, sollte eher zu Die Unwürdigen von Agustina Bazterrica greifen.


Die Töchter des Nordens ist kein literarisches Meisterwerk. Man kann es lesen – aber man verpasst nichts, wenn man es nicht tut. Und eines der „100 besten Bücher des Jahrzehnts“? Das sehe ich definitiv nicht.

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