Sarah Hall The Carhullan Army

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Inhaltsangabe zu „The Carhullan Army“ von Sarah Hall

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  • The Carhullan Army von Sarah Hall.

    The Carhullan Army
    Ein LovelyBooks-Nutzer

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    02. April 2013 um 03:20

    Sister, deren richtiger Name unbekannt bleibt, macht sich auf die Suche nach der Farm Carhullan. Dies ist ausschließlich von Frauen bewohnte Enklave im Norden des post-apokalyptischen Englands. Obwohl Sister nicht sicher ist, ob es Carhullan überhaupt noch gibt, drängen sie die Zustände in ihrer Heimatstadt Rith sie dazu diese zu verlassen. Doch als sie im lang ersehnten Carhullan ankommt, ist dieses nicht das Paradies auf das Sister gehofft hatte. Dieser Roman ist rau, ungeschliffen und erinnert vom Ton her stark an Orwells 1984. Mich hat die Geschichte um Sister und die Bewohnerinnen von Carhullan von der ersten Seite an gefesselt. Denn schon der erste Absatz ist so intensiv und unnachgiebig, wie der Rest des Romans, den man an dieser Stelle schon erahnen kann. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass es sich bei diesem Buch um die beste Dystopie handelt, die ich je gelesen habe, und ganz bestimmt um eine an der ich jedes weitere Buch im Genre messen werde. Denn es ist vor allem ein Buch für Frauen, aber auf keinen Fall ein Frauenroman. Die Protagonistinnen, welche Sarah Hall in ihrem Roman agieren lässt, sind allesamt vom Leben gezeichnet und auf der Suche nach einer alternative zu einer Welt in der die zivile Reorganisation Englands Frauen wieder zu Objekten gemacht hat, entrechtet und ihrer körperlichen Integrität beraubt. Die Passagen in denen auf die Zustände in der Welt der Carhullan Army Bezug genommen wird, sind keine leichte Kost und Genre-typisch beschreibt Sarah Hall ein hartes Leben, in einer feindlichen Welt. Die Enklave, welche sich einige Frauen auf Carhullan aufgebaut haben, in der sie all ihr Essen selbst anbauen und den ganzen Tag harte körperliche Arbeit verrichten, um unabhängig von den Machthabern Englands zu bleiben, wirkt dagegen wie ein warmer Kokon. Denn die Abstriche im Lebenskomfort werden von den Frauen gerne gemacht und sie sind glücklich mit ihrem freien, selbstbestimmten Dasein auf Carhullan. Ich schreibe von den Frauen Carhullans im Kollektiv, da die Hauptfigur und Erzählerin durch den gesamten Roman hindurch namenlos und dabei auch etwas schwammig bleibt. Sie beschreibt zwar ihre Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse, aber trotzdem scheint sie für den Leser nur schwer greifbar. Man ertappt sich dabei, wie man Sister nicht auf ihrer Reise begleitet, sondern mehr und mehr zu Sister wird. Dass man die Perspektive der durchweg etwas unwirklichen Erzählerin als seine eigene annimmt. Ich kämpfte mich nach Carhullan durch. Mir blieb die Luft weg, im Angesicht des Charisma der Leiterin Jackie Nixon. Ich lernte meine Arbeitskollegin Shruti kennen und lieben. Ich entschloss mich mit der Carhullan Army in den Kampf zu ziehen, gegen das System und für die Freiheit. Es fällt mir gleichzeitig schwer diese Wandlung rückgängig zu machen, von diesem Roman zurück zu treten, den Buchdeckel zuzuklappen und zu merken, das war’s. Denn ein Teil von mir ist Sister, wenn auch nicht in Carhullan, wird immer Sister bleiben. Ich bin eine Frau, auf der Suche nach Freiheit, mit dem Wunsch nach einem selbstbestimmten, sinnvollen Leben im Herzen. Und im Grunde ist es das, was Sarah Hall hier beschreibt. Auch wenn es in einer fiktiven Version Englands spielt, geht es doch darum, was es heißt Frau zu sein und erinnert die Leserin so an ihre eigene innere Stärke. Nachdem ich den letzten Satz gelesen hatte, blieb ich sprachlos sitzen und konnte nicht viel mehr, als das Buch festzuhalten, als eine Welle aus schwer zu beschreibenden Emotionen über mir zusammen brach. Vielleicht war es Rührung oder Entrüstung oder Kampfgeist oder Rastlosigkeit oder Bestürzung, aber vor allem war es das Wissen gerade ein ganz besonderes Buch gelesen zu haben. Dieser Roman ist, besonders für Leserinnen, eine überaus empfehlenswerte Dystopie, die mitreißt und aufwühlt und auch nach der Lektüre des Buchs in Kopf und Herzen verbleibt.

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  • Rezension zu "The Carhullan Army" von Sarah Hall

    The Carhullan Army
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. August 2011 um 13:54

    Sister, deren richtiger Name unbekannt bleibt, macht sich auf die Suche nach der Farm Carhullan. Dies ist ausschließlich von Frauen bewohnte Enklave im Norden des post-apokalyptischen Englands. Obwohl Sister nicht sicher ist, ob es Carhullan überhaupt noch gibt, drängen sie die Zustände in ihrer Heimatstadt Rith sie dazu diese zu verlassen. Doch als sie im lang ersehnten Carhullan ankommt, ist dieses nicht das Paradies auf das Sister gehofft hatte. Dieser Roman ist rau, ungeschliffen und erinnert vom Ton her stark an Orwells 1984. Mich hat die Geschichte um Sister und die Bewohnerinnen von Carhullan von der ersten Seite an gefesselt. Denn schon der erste Absatz ist so intensiv und unnachgiebig, wie der Rest des Romans, den man an dieser Stelle schon erahnen kann. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass es sich bei diesem Buch um die beste Dystopie handelt, die ich je gelesen habe, und ganz bestimmt um eine an der ich jedes weitere Buch im Genre messen werde. Denn es ist vor allem ein Buch für Frauen, aber auf keinen Fall ein Frauenroman. Die Protagonistinnen, welche Sarah Hall in ihrem Roman agieren lässt, sind allesamt vom Leben gezeichnet und auf der Suche nach einer alternative zu einer Welt in der die zivile Reorganisation Englands Frauen wieder zu Objekten gemacht hat, entrechtet und ihrer körperlichen Integrität beraubt. Die Passagen in denen auf die Zustände in der Welt der Carhullan Army Bezug genommen wird, sind keine leichte Kost und Genre-typisch beschreibt Sarah Hall ein hartes Leben, in einer feindlichen Welt. Die Enklave, welche sich einige Frauen auf Carhullan aufgebaut haben, in der sie all ihr Essen selbst anbauen und den ganzen Tag harte körperliche Arbeit verrichten, um unabhängig von den Machthabern Englands zu bleiben, wirkt dagegen wie ein warmer Kokon. Denn die Abstriche im Lebenskomfort werden von den Frauen gerne gemacht und sie sind glücklich mit ihrem freien, selbstbestimmten Dasein auf Carhullan. Ich schreibe von den Frauen Carhullans im Kollektiv, da die Hauptfigur und Erzählerin durch den gesamten Roman hindurch namenlos und dabei auch etwas schwammig bleibt. Sie beschreibt zwar ihre Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse, aber trotzdem scheint sie für den Leser nur schwer greifbar. Man ertappt sich dabei, wie man Sister nicht auf ihrer Reise begleitet, sondern mehr und mehr zu Sister wird. Dass man die Perspektive der durchweg etwas unwirklichen Erzählerin als seine eigene annimmt. Ich kämpfte mich nach Carhullan durch. Mir blieb die Luft weg, im Angesicht des Charisma der Leiterin Jackie Nixon. Ich lernte meine Arbeitskollegin Shruti kennen und lieben. Ich entschloss mich mit der Carhullan Army in den Kampf zu ziehen, gegen das System und für die Freiheit. Es fällt mir gleichzeitig schwer diese Wandlung rückgängig zu machen, von diesem Roman zurück zu treten, den Buchdeckel zuzuklappen und zu merken, das war’s. Denn ein Teil von mir ist Sister, wenn auch nicht in Carhullan, wird immer Sister bleiben. Ich bin eine Frau, auf der Suche nach Freiheit, mit dem Wunsch nach einem selbstbestimmten, sinnvollen Leben im Herzen. Und im Grunde ist es das, was Sarah Hall hier beschreibt. Auch wenn es in einer fiktiven Version Englands spielt, geht es doch darum, was es heißt Frau zu sein und erinnert die Leserin so an ihre eigene innere Stärke. Nachdem ich den letzten Satz gelesen hatte, blieb ich sprachlos sitzen und konnte nicht viel mehr, als das Buch festzuhalten, als eine Welle aus schwer zu beschreibenden Emotionen über mir zusammen brach. Vielleicht war es Rührung oder Entrüstung oder Kampfgeist oder Rastlosigkeit oder Bestürzung, aber vor allem war es das Wissen gerade ein ganz besonderes Buch gelesen zu haben. Dieser Roman ist, besonders für Leserinnen, eine überaus empfehlenswerte Dystopie, die mitreißt und aufwühlt und auch nach der Lektüre des Buchs in Kopf und Herzen verbleibt.

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