Sarah Kuttner

 3.9 Sterne bei 2.169 Bewertungen
Autorin von Mängelexemplar, Wachstumsschmerz und weiteren Büchern.
Autorenbild von Sarah Kuttner (© Florian Kolmer)

Lebenslauf von Sarah Kuttner

Fernsehen, Zeitung und Literatur: Sarah Kuttner wurde 1979 in Berlin geboren und arbeitet als Moderatorin. Sie wurde vor allem mit ihren Sendungen "Sarah Kuttner – Die Show" (VIVA) und "Kuttner." (MTV) bekannt. Zuletzt war sie in der ARD mit "Kuttners Kleinanzeigen" zu sehen. Ihre Kolumnen für die Süddeutsche Zeitung und den Musikexpress sind im Fischer Taschenbuch Verlag erschienen. Nach "Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens" und "Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart" hat sie mit "Mängelexemplar" ihren ersten Roman veröffentlicht.

Alle Bücher von Sarah Kuttner

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Cover des Buches Mängelexemplar (ISBN:9783596511891)

Mängelexemplar

 (1.154)
Erschienen am 19.01.2012
Cover des Buches Wachstumsschmerz (ISBN:9783596194179)

Wachstumsschmerz

 (319)
Erschienen am 25.04.2013
Cover des Buches 180 Grad Meer (ISBN:9783596035762)

180 Grad Meer

 (138)
Erschienen am 27.04.2017
Cover des Buches Kurt (ISBN:9783103974249)

Kurt

 (113)
Erschienen am 13.03.2019
Cover des Buches Kolumnen (ISBN:9783104026428)

Kolumnen

 (11)
Erschienen am 20.11.2012
Cover des Buches Kurt: Roman (ISBN:9783104910192)

Kurt: Roman

 (1)
Erschienen am 13.03.2019

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Neue Rezensionen zu Sarah Kuttner

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Rezension zu "Mängelexemplar" von Sarah Kuttner

Schweres Thema leicht gemacht
Janna_KeJasBlogvor 3 Tagen

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |  

Ein Buch über Depression, das kann nur schwer, bitter und schmerzhaft werden. Aber nicht, wenn Sarah Kuttner die Zeilen dazu verfasst und ein starkes Debüt hinlegt! Ich mochte die Geschichte, auch wenn es hier und da kleinere Kritikpunkte gab. Aber zuerst war ich besonders begeistert davon, dass die Autorin selbst das Hörbuch einsprach. Es gibt viele tolle Sprecherinnen, aber so bekommt die Rolle Karo noch mehr Leben eingehaucht; so war zu mindestens mein Gefühl. Und Sarah Kuttner hat wirklich einen guten Job gemacht!

Ich bin überrascht von der Leichtigkeit des schweren Themas, Depression ist eine Erkrankung die bis heute stigmatisiert und nicht in wenigen Worten erklärt ist. Depression ist vielschichtig und im Ausmaß individuell. Karo selbst hatte bis zum ihrem Ausbrauch nicht mal geahnt, geschweige denn daran gedacht, Depressionen haben zu können. Doch dann kommt alles auf einmal und ihr Leben steht Kopf, von ihrer Gefühlswelt ganz zu schweigen.

Zum einen mag ich es, dass diese Geschichte eher humorvoll als düster erzählt wird, doch dass Themen wie Missbrauch so am Rande erwähnt werden und so leicht geschildert werden erschreckte mich. Es braucht nicht mal wirklich eine Triggerwarnung, da dies in ein, zwei Nebensätze ganz zu Beginn gesagt und danach kaum wieder aufgegriffen wird.

Auch wie der Therapeut am Ende, in seiner ersten Sitzung mit Karo, mit ihr interagiert finde ich grenzwertig. Ohne eine Vertrauensbasis zu haben, erwartet er Offenheit. Ohne Karo länger als eine Stunde zu kennen, sagt er ihr Dinge auf den Kopf zu die zwar der Wahrheit entsprechen, sich für mich aber in dieser Konstellation wie zu früh gesagt anfühlen.

Dies sind jedoch die einzigen Punkte, an denen ich mich störte und auch nur zu Beginn und am Ende etwas Raum einnehmen. Karo ist nicht unbedingt eine Sympathieträgerin, aber ich mochte sie mit all ihren Ecken und Kanten. Mit ihrem Versuch die neue Situation mit spitzem Humor zu sehen. Sie stellt sich dem Monster Angst, auch wenn sie zunächst genau das tut, was sie nicht tun soll: sich selbst therapieren. Karo ändert ihr Leben, sie verdrängt, sie macht Rückschritte. Und die Depression wird nicht als etwas gezeichnet das mal eben wieder verschwindet, auch wenn Karo sich eben dies wünscht. Ebenso ist Karos Krankheitsbild nicht jenes das alle die sich mit dieser Erkrankung nicht auseinandersetzen wohl erwarten würden. Karo ist Karo und ihr Monster ist ihr Monster, ebenso ist ihr Umgang nicht der, den alle Betroffenen so gehen würden. Karo will alles und das am besten auf einmal, um keine Zeit zu verschwenden und so findet sie sich relativ schnell bei einer Therapeutin wieder. Karo windet sich nicht, sondern kommt direkt zum Punkt. Es ist Karos Geschichte.

Durch die Autorin und Sprecherin war das Hörbuch an gewissen Stellen auch recht unterhaltsam, ohne das Thema selbst klein reden zu wollen oder lächerlich zu machen! Sarah Kuttner versteht sich darin ein schweres Thema leicht zu erzählen. Ich litt mit Karo, ich lachte mit Karo.

Buch trifft Film, * hier* erfahrt Ihr wie mir die Umsetzung gefiel.


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N

Rezension zu "Kurt" von Sarah Kuttner

Wie geht man mit dem Tod seines Kindes um?
nonostarvor 10 Tagen

Lena lebt zusammen mit ihrem Freund Kurt, sie haben sich gerade frisch ein Haus gekauft und sind auf's Land gezogen. Kurt hat einen Sohn, den kleinen Kurt, der regelmäßig zu Besuch ist. Schon alleine das stellt Lena manchmal vor eine Herausforderung. Doch als dann der kleine Kurt bei einem Unfall stirbt scheint die Welt auseinander zu brechen. Kurt zieht sich immer mehr zurück und Lena weiß nicht, wie sie mit ihrem Schmerz umgehen soll, ja nicht einmal, ob der Schmerz überhaupt erlaubt ist. Hat sie ein Recht auf die Trauer?

Endlich habe ich "Kurt" gelesen und ich muss mich der allgemeinen Meinung anschließen. Ich brauchte zwar ein paar Seiten um mich an den Schreibstil von Frau Kuttner zu gewöhnen, doch dann war es um mich geschehen. V.a. im Mittelteil habe ich mir ungewöhnlich viele Stellen markiert, da sie mich so berührt haben. Die Sprache ist oft eher nüchtern, doch weitschweifige Beschreibungen/Erklärungen hätten meiner Meinung nach hier auch nicht gepasst. Gerade der nüchterne Schreibstil hat mich erschüttert ubd vor den Kopf gestoßen. Bei einem anderen Schreibstil wäre mir das Buch vermutlich nicht so nahe gegangen.

Es werden viele Fragen angesprochen, nicht nur wie man als vermeintlich Außenstehende mit der Trauerbewältigung umgeht, sondern auch ganz allgemein welche Rechte stehen einem zu, wie soll man sich verhalten, wenn aus Vater-Mutter-Kind plötzlich Mutter-Kind-Vater-Freundin wird? Dies geht von ganz banalen Momenten/Fragen zu bedeutsameren Problemen wie z.B. der Erziehung. Oft habe ich mich gefragt, wie ich selbst in seiner Situation denken/handeln/fühlen würde. Was ist erlaubt, was nicht? Was würde ich mir als Mutter wünschen, was als Freundin? Erzählt wird alles aus der Sicht von Lena,. Dies mag etwas einseitig wirken, dennoch finde ich, dass auch man auch über Kurt und seine Gefühle viel erfährt.

Fazit: Ein sehr gelungenes Buch, das ich nur jedem ans Herz legen kann. Es ist kein einfaches Thema, aber es lohnt sich auf jeden Fall.

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Rezension zu "Kurt" von Sarah Kuttner

Sarah Kuttner – „Kurt“ (2019, S. Fischer, gebundenes Buch)
Julita_Turekvor 11 Tagen

Lena und ihr Freund Kurt kaufen ein gemeinsames Haus in einem ruhigen Ort vor Oranienburg in Brandenburg, wo Kurts sechsjähriger Sohn, der ebenso Kurt heißt, letzten Sommer eingeschult wurde. Der kleine Kurt wohnt einen halben Monat bei seiner Mama Jana und den anderen halben Monat bei seinem Vater und dessen Partnerin Lena. Die Eltern teilen sich das Sorgerecht. Lena ist oft verwirrt und weiß nicht, welche Rolle sie in der Familie spielen darf, da sie nicht mit Kurt verheiratet ist. Sie fragt sich oft, inwieweit sie in der Erziehung des Kindes mitreden darf.

Schon nach den ersten Seiten lernt man die Hauptcharaktere lieben. Sie sind sehr authentisch dargestellt und führen ein ganz normal kompliziertes Leben, sodass man sich mit ihnen identifizieren kann. Es macht Spaß zu lesen, wie sie sich in ihrem neuen Haus einrichten, ihren Garten neu bepflanzen und gemütlich von Zuhause aus ihre Jobs ausüben. Sie schreibt Artikel für eine Redaktion und er arbeitet selbstständig für verschiedene Agenturen als Texter. Sie unternehmen auch Ausflüge mit dem Kleinen zum See. Lena scheint auch mehr Gemeinsamkeiten mit dem kleinen Kurt zu haben als seine echte Mama. Zum Beispiel liebt der kleine Kurt den Garten genauso wie Lena und ist glücklich, wenn er eine Pflanze ganz allein eingraben darf. Umso schwerer und komplizierter wird es, als der kleine Junge vom Klettergerüst fällt und sich das Genick bricht. Der Tod des kleinen Jungen hinterlässt nicht nur die Verwandten, sondern auch Lena fassungslos. Leider wird von Lena ständig indirekt erwartet, den Familienangehörigen Trost zu spenden und auf sie wird keine Rücksicht genommen. Die einzige Person, von der sie noch ein bisschen Unterstützung bekommt, ist ihre lesbische, Öko-Schwester Laura, deren Lebensstil auch witzig beschrieben ist. Werden auch die anderen Lenas Leid bemerken? Wird die Beziehung der beiden an der Trauer scheitern?

Mit ihrem lockeren und selbsterfinderischen Sprachstil schreibt die Autorin Sarah Kuttner gelassen, humorvoll aber auch mit einer Prise Ernsthaftigkeit über das unangenehme Thema „Tod“ und dessen Verarbeitung. Ich finde das Buch sehr zeitgemäß, berührend und lustig. Bei manchen Textpassagen musste ich auch ein Tränchen verdrücken, wie Z. B. in der Situation, als sich Lena daran erinnert hat, dem kleinen Kurt, nachdem er zwei Milchzähne verloren hat, versprochen zu haben, bald viel stärkere und echte Zähne zu bekommen, was er leider nicht mehr erleben konnte. Das Buch ist vor allem auch für Gartenliebhaber sehr empfehlenswert. Man bekommt viele Gartentipps, wie man den Garten schön gestaltet und richtig pflegt. Auch dieser Roman hat autobiografische Einflüsse, da die Autorin selbst aus Berlin kommt, ihr Herz aber für Brandenburg schlägt und sie selbst einen großen Garten hat, den sie hobbymäßig und leidenschaftlich pflegt. Ein Paar Seiten widmet sie auch einer Szene mit einem Hund. Man kann erkennen, dass die Protagonistin genauso wie die Autorin verrückt nach Hunden ist. Wie auch in ihren vorherigen Romanen, ist das Allerbeste nicht die Geschichte selbst, sondern die Art, wie sie wortspielerisch und unterhaltsam erzählt wird. 

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Sarah Kuttner wurde am 29. Januar 1979 in Berlin (Deutschland) geboren.

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