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CulturalNoise

vor 9 Monaten

(21)

Sarah Morgan präsentiert uns mit "Schlaflos in Manhattan" eine wunderschöne und humorvolle Wohlfühllektüre, die definitiv Lust auf mehr macht. Und "mehr" bekommen wir auch, wenn im Juni der zweite Teil der Reihe "From Manhattan with Love" bei Mira erscheint. Aber darauf komme ich später noch zurück. Nun zum Inhalt dieses Buches hier:

Paige Walker hat in ihrem Leben schon so manches Krankenhaus von innen gesehen – um genau zu sein, hat sie fast ihre gesamte Kindheit und Jugend dort verbracht. Doch nun ist Paige erwachsen und gesund. Nur ihre Familie und Freunde scheinen das nicht zu kapieren. Alle wollen sie beschützen und sind überfürsorglich – nur ihre erste Liebe Jake verhält sich anders, er behandelt sie ganz normal. Oder?

Paige und ihre zwei besten Freundinnen Eva und Frankie, die schon ihre Kindheit zusammen auf Puffin Island verbracht haben, wohnen inzwischen gemeinsam im Haus von Paiges Bruder Matt in New York. Dort gibt es mehrere Apartments und eine wundervolle Dachterrasse. Jake Romano gehört ebenfalls zur Clique, er ist Matts bester Freund. Soviel zur Ausgangslage in Paiges Privatleben. Im Job geht es ähnlich familiär zu, denn sie arbeitet mit ihren Freundinnen zusammen in einer Event-Agentur. Es ist also wenig verwunderlich, dass die jüngsten Veränderungen im Arbeitsleben auch Auswirkungen auf ihr privates Umfeld haben.

Ich weiß, das ist eine verhältnismäßig lange Inhaltsbeschreibung für meine Verhältnisse. Aber ich finde es hilfreich, sich schon vor dem Lesen ein Bild dieser Beziehungen zu machen – ich selbst habe nämlich ein wenig gebraucht, um all das in meinem Kopf an die richtige Stelle zu rücken. Die Komplexität der Beziehungsebene ist aber etwas Gutes. Ich liebe diese drei Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch gemeinsam durch dick und dünn gehen. Ich liebe auch das tolle Verhältnis von Paige und Matt – das ist wahre Geschwisterliebe, auch wenn Matt es mit der "Großer-Bruder-Rolle"etwas übertreibt.

Auch Jake habe ich sofort ins Herz geschlossen. Wie er mit seiner Adoptivmutter Maria umgeht, ist sehr rührend. Zwischen den beiden herrscht Verständnis, Liebe und Respekt. Nur in anderen Beziehungen kann Jake Liebe einfach nicht akzeptieren. Warum? Das müsst ihr schon selbst herausfinden.

Schon in diesem ersten Band der Reihe kann der aufmerksame Leser erfahren, wie es mit Frankies und Evas Liebesleben weitergeht. Ihre Geschichten erscheinen noch im Jahr 2017 – Frankies im Juni, Evas im Oktober. Im Original besteht die Reihe aus sechs Bänden plus Prequel. Es werden also nicht nur die drei Freundinnen ihr Glück finden. Wer "Schlaflos in Manhattan" liest, der kann erahnen, was im Prequel geschieht, aber eine deutsche Übersetzung gibt es noch nicht. Auch der Name der Heldin des vierten Bandes – Molly – fällt bereits. Ihre Geschichte dürfen wir dann 2018 lesen, ebenso wie die Bände fünf und sechs. Diese Querverweise haben mir sehr gut gefallen.

Was ich auch mag, ist Humor. Und den gibt es hier zum Glück zuhauf. Was habe ich gelacht! Und dann die Wortgefechte – köstlich! Natürlich wird es auch sehr emotional. Doch vor dem Happy End haben Paige und Jake noch einiges in Ordnung zu bringen. Altlasten spielen eine Rolle; Stolz, Angst und Beschützerinstinkt ebenfalls. Was mich ein wenig gestört hat, war das "Herumreiten" auf Paiges Wunsch nach Unabhängigkeit. Hier hat die Autorin – für meinen Geschmack – etwas zu dick aufgetragen. Was übrigens auch für das Happy End gilt.

Eine weitere Sache, die mich sogar sehr stört, ist das schlechte Korrektorat – mal wieder. Und mal wieder bei einem Verlagstitel. Das ist für mich insofern schlimm, als dass es den Lesefluss stört. Immer wieder schleichen sich zusätzliche Worte in die Sätze und sorgen dafür, dass diese beim ersten Lesen so gar keinen Sinn ergeben. Das sorgt für Stocken, Verwirrung, wiederholtes Lesen, Verwirrung, wiederholtes Lesen und dann endlich für Verstehen. So etwas ärgert mich ungemein, weil auf diese Weise aus einem lockereren, witzigen Satz die gesamte Leichtigkeit verschwindet.

Richtig gut finde ich dagegen die vielen – fast philosophischen – Lebensweisheiten, die in dieser Geschichte stecken. Neben den tollen, oft tiefgründigen Dialogen sind auch Zitate der drei Freundinnen am Anfang jedes Kapitels zu finden. Ihr wollt Beispiele? Sollt ihr haben!

Auf der Karriereleiter musst du immer davon ausgehen,
dass dir jemand unter den Rock schaut. –Paige

(Zitat Kapitel 1)

Manchmal muss man seinen Stolz herunterschlucken.
Er hat keine Kalorien. –Eva

(Zitat Kapitel 6)

Toll, oder?

Fazit:
Sarah Morgan beherrscht es, locker-leichte, humorvolle Lektüre mit gefühlvollen, tiefgründigen Elementen zu verflechten. Das Ergebnis ist ein Liebesroman, der zum Lachen und Träumen einlädt. Ein paar Schwächen gibt es zwar, aber das ist zum Glück nicht allzu schlimm. Mich hat "Schlaflos in Manhattan" wirklich gut unterhalten.

Wertung: 4 Punkte

(Diese Rezension ist erschienen auf www.cultural-noise.de)

Autor: Sarah Morgan
Buch: Schlaflos in Manhattan
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