Sarah Moss Schlaflos

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Inhaltsangabe zu „Schlaflos“ von Sarah Moss

Eine karge Insel im Westen Schottlands, ständige Stromausfälle und eine unsichere Telefonverbindung. Ein Zweijähriger, der die Nächte zum Tag macht, und ein Siebenjähriger, der die Tage damit verbringt, sich die originellsten Versionen des Weltuntergangs auszumalen. Dazu ein Ehemann, der einer in den Klippen heimischen Papageientaucherkolonie mehr Zeit widmet als seiner Familie: Unter diesen nicht gerade idealen Bedingungen versucht die Historikerin Anna Bennett, eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema Kindheit im 18. Jahrhundert zu schreiben. Aber wie soll sie auch nur eine Zeile zu Papier bringen, wenn sie allein und völlig übernächtigt zwei unternehmungslustige Kleinkinder in einer felsigen Einöde beschäftigen muss?
Als zwei rätselhafte Funde im Garten und auf dem Dachboden des sich seit Generationen im Familienbesitz befindlichen Wohnhauses zu allem Überfluss Einblicke in die düstere Vergangenheit der Insel gewähren, sieht Anna endgültig ihre Felle davonschwimmen. Doch dann verbindet sich ihr chaotischer Alltag auf unerwartete Weise mit ihrem Forschungsgegenstand und der Inselhistorie.

Gleichzeitig gute Mutter und Wissenschaftlerin zu sein, noch dazu auf einer abgelegenen, windigen Nordseeinsel - keine leichte Aufgabe. Sarah Moss schildert das Dilemma ihrer Heldin mit so viel Selbstironie, Komik und Intelligenz und das Geheimnis der Insel mit so großer Spannung, dass eines sicher ist: ›Schlaflos‹ hält wach.

Selten so ehrlich über Mutterschaft und ihre Auswirkungen auf den Intellekt gelesen! Ironisch und so emanzipiert, wie eine Mutter sein kann.

— alasca

Intelligent, ironisch, spannend: SCHLAFLOS ist ein geistreicher Roman über Mutterrollen, Familienkonstellationen und Lebensentwürfe - lesen!

— Magalie

Witzige Abrechnung einer Wissenschaftlerin mit dem Hausfrauenleben - allerdings mit Längen: "Schlaflos" wirkt auf mich oft einschläfernd!

— TochterAlice

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    Schlaflos

    DaniB83

    02. December 2013 um 22:17

    Sarah Moss, eine schottische Schriftstellerin mit Island-Ambitionen, schreibt mit Schlaflos einen Roman, der sich an junge Mütter richtet. Zumindest hat es den Anschein. Die selbstbewusste Frau Doktor Anna Bennet lebt mit Ehemann Giles Cassingham und den beiden gemeinsamen Söhnen Raph(ael) und (Ti)Moth(y) auf einer fiktiven Insel namens Colsay. Die Kinder sind sechs und eineinhalb, die Mutter oft verzweifelt, der Vater Ornithololge, der das Verschwinden der Papageientaucher Tag für Tag analysiert. Daneben wird noch ein Haus vermietet und den Urlaubsgästen psychologische Hilfe angeboten. Baumpflanzung Erst als isländische Apfelbäume in den hauseigenen Garten gesetzt werden, bekommt der Roman eine Wendung. Die Gebeine eines Babys werden gefunden und die Polizei tritt Anna gegenüber sehr vorurteilbehaftet auf. Wobei Frau Doktor sich ja wirklich nicht allzusehr um ihre Kinder kümmert – diese werden mitunter auch alleine im Haus gelassen, damit sie in Ruhe an ihrem Buchprojekt, für welches sie ein Stipendium bekommt, arbeiten kann. Schlaflos besteht nicht nur aus einem Text, sondern ist aus mehreren Komponenten zusammengesetzt. Die fortlaufende Geschichte dreht sich um Anna und ihre Familie. Eingeleitet werden diese Kapitel immer mit Zitaten aus wissenschaftlichen Büchern, vor allem aus psychoanalytischen Texten von Anna Freud (Tochter von Sigmund Freud). Aus jedem dieser Auszüge bedient sich Moss dann einiger Worte, die sie als Überschrift verwendet. Der zweite große Erzählstrang besteht aus Briefen einer gewissen May, die Ende des 19. Jahrhunderts auf Colsay als Krankenschwester gelebt hat. Sie schreibt an ihre Schwester, ihren Vater und ihren Freund, dass die Umstände auf der Insel nicht gerade toll sind und sie eigentlich wieder weg möchte. Ursprünglich sollte sie die Säuglingssterblichkeitsrate durch Aufklärung und Hilfestellung vermindern. Aufmachung und Eigene Meinung Das Buch kommt im Hardcover ins Geschäft. Der Umschlag ist, wie man am Titelbild erkennen kann, sehr dunkel gehalten. Dafür ist der Karton rosa und die Einlageblätter sind dunkelviolett. Ein durchaus ansprechendes Cover. Die Seiten sind dünn und greifen sich gut an, ein Lesebändchen sorgt dafür, dass man den Faden nicht verliert. Besonders gelungen finde ich auch die Kapiteleinteilung, denn diese ist so gewählt, dass das Lesen durchaus mal unterbrochen werden kann – vielleicht absichtlich so gestaltet, falls es Mütter in die Hände bekommen, die sich beim nächtlichen Geschrei des Nachwuchses wieder von der Lektüre losreißen müssen? Ein großartiger Roman über Nachtwachen und Kindererziehung, aber auch mit kriminalistischen Details gespickt. So spannend und fesselnd, dass man es dem Titel gleichtut. Die vollständige Rezension findet ihr unter http://www.buchwelt.co.at/2013/12/02/rezension-moss-sarah-schlaflos/

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  • Leserunde zu "Schlaflos" von Sarah Moss

    Schlaflos

    Mare_Verlag

    Wir möchten eine mare-Leserunde zu Sarah Moss’ Roman Schlaflos starten – und freuen uns auf Eure Teilnahme! Zum Roman: Eine karge Insel im Westen Schottlands, ständige Stromausfälle und eine unsichere Telefonverbindung. Ein Zweijähriger, der die Nächte zum Tag macht, und ein Siebenjähriger, der die Tage damit verbringt, sich die originellsten Versionen des Weltuntergangs auszumalen. Dazu ein Ehemann, der einer in den Klippen heimischen Papageientaucherkolonie mehr Zeit widmet als seiner Familie: Unter diesen nicht gerade idealen Bedingungen versucht die Historikerin Anna Bennett, eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema Kindheit im 18. Jahrhundert zu schreiben. Aber wie soll sie auch nur eine Zeile zu Papier bringen, wenn sie allein und völlig übernächtigt zwei unternehmungslustige Kleinkinder in einer felsigen Einöde beschäftigen muss? Als zwei rätselhafte Funde im Garten und auf dem Dachboden des sich seit Generationen im Familienbesitz befindlichen Wohnhauses zu allem Überfluss Einblicke in die düstere Vergangenheit der Insel gewähren, sieht Anna endgültig ihre Felle davonschwimmen. Doch dann verbindet sich ihr chaotischer Alltag auf unerwartete Weise mit ihrem Forschungsgegenstand und der Inselhistorie . . . Gleichzeitig gute Mutter und Wissenschaftlerin zu sein, noch dazu auf einer abgelegenen, windigen Nordseeinsel – keine leichte Aufgabe. Sarah Moss schildert das Dilemma ihrer Heldin mit so viel Selbstironie, Komik und Intelligenz und das Geheimnis der Insel mit so großer Spannung, dass eines sicher ist: Schlaflos hält wach. Zur Leseprobe Wenn Ihr ein Exemplar von Schlaflos gewinnen möchtet*, dann beantwortet bis zum 28. Juli einfach folgende Frage: Die Bennetts lassen für den Umzug auf die Insel Colsay die Vorzüge eines Lebens in der Stadt weit hinter sich. Um den nächsten Supermarkt oder die öffentliche Bibliothek zu erreichen, müssen sie von nun an eine Bootsfahrt in Kauf nehmen, welche natürlich nur bei guter Wetterlage möglich ist, und auch das Internet funktioniert nicht so reibungslos wie vorher. Wenn Ihr mit Eurer Familie auf eine einsame Insel ziehen würdet: Worauf könntet Ihr auf keinen Fall verzichten? Wir freuen uns auf viele Bewerbungen! Euer mareverlag * Bedingung dabei ist, dass Ihr Euch im Gewinnfall zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.

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  • Langatmigkeit macht nicht Schlaflos.

    Schlaflos

    Zuckervogel

    10. September 2013 um 20:18

    "Schlaflos" ist ein im Mare Verlag erschienener Roman von Sarah Moss  mit 496 Seiten. Inhaltsangabe Anna ist verheiratet, hat zwei kleine Kinder und wohnt über die Ferien mit ihrer Familie auf einer ruhigen und verlassenen Insel in Schottland. Anna, die versucht ein Buch zu schreiben während die Kinder schreien ist sichtlich überfordert, während ihr Mann sich immer mehr der Forschung einer bestimmten  Vogelart auf der Insel. Es werden sterbliche Überreste auf der Insel gefunden und Anna taucht in die Geschichte der Insel ein. Meinung Zuerst muss ich zu geben, dass mir es unheimlich schwer fällt über dieses Buch eine Rezension zu schreiben. Die Thematik rund um die Kindererziehung ist zwar einleuchtend und interessant, aber natürlich nicht auf unseren heutigen Stand. Die Geschichte ist wirklich sehr langatmig und ich bin von dem Ende der Geschichte wirklich sehr enttäuscht. Ich habe praktisch 400 Seiten gelesen um ein wirklich nüchternes Ende zu erleben. Ich habe es zwar gerne gelesen, war aber doch auch froh, als es endlich zu Ende war. Die Charaktere der Protagonisten sind mir ans Herz gewachsen. Ich kann aber leider nicht mehr als 3 Sterne vergeben, da man dieses Buch auch gute 200 Seiten kürzer schreiben konnte, bzw. sich sparen konnte.

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  • Schlaflos oder einschläfernd?

    Schlaflos

    KerstinnI

    01. September 2013 um 19:56

    Kurz zum Inhalt: Anna wohnt mit ihrem Mann Giles und ihren Kindern Raph und Moth auf einer kleinen Insel. Moth ist gerade zwei und raubt Anna den schalf. Während sie versucht ein Buch über die Kindheit im 18. Jahrhundert zu schreiben, erforscht Giles das Verhalten der Papageientaucher auf der Insel. Die Ehe ist verfahren, Anna am Ende ihrer Nerven- dann finden sie menschliche Knochen im Garten und Raph hört komische Geräusche auf dem Dachboden...   Der Schreibstil an sich hat mir gut gefallen. Sarah Moss schreibt flüssig, manchmal mit einer guten Portion Sarkasmus. Abwechselnd kommen Episoden der Gegenwart und Briefe aus der Vergangenheit. Dadurch wird das Lesen abwechslungsreich und interessant. Leider haben mir die Protagonisten nicht sonderlich gefallen. Anna blieb durchgehend unsympathisch und ihr Verhalten als Mutter hat bei mir für so viel Unverständnis gesorgt, dass ich eine richtige Antipathie für sie entwickelte. Aber auch ihr Mann Giles hat sich in meine Augen so falsch verhalten, dass ich mit ihm nicht warm wurde. Die Kinder dagegen sind gut gelungen und gerade er ältere Raph, ein sehr "besonderes" Kind hat mir gut gefallen.   Die Geschichte geht etwas gesellschaftskritisch mit dem Thema Kind oder Karriere um und zeigt deutlich die Überforderung der Familie mit diesem Thema. Erschwert wird das ganze durch den Aufenthalt auf dieser einsamen schottischen Insel. Aber immer blieb bei mir die Frage zurück, warum Anna sich auf die Situation eingelassen hat. Daher fiel es mir schwer, sie ernst zu nehmen.   Insgesamt jedoch hat mich das Buch unterhalten, daher gebe ich gern drei Sterne.

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  • Schlaflos von Sarah Moss

    Schlaflos

    Zeilenstaub

    28. August 2013 um 17:40

    Inhalt: Eine karge Insel im Westen Schottlands, ständige Stromausfälle und eine unsichere Telefonverbindung. Ein Zweijähriger, der die Nächte zum Tag macht, und ein Siebenjähriger, der die Tage damit verbringt, sich die originellsten Versionen des Weltuntergangs auszumalen. Dazu ein Ehemann, der einer in den Klippen heimischen Papageientaucherkolonie mehr Zeit widmet als seiner Familie: Unter diesen nicht gerade idealen Bedingungen versucht die Historikerin Anna Bennett, eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema Kindheit im 18. Jahrhundert zu schreiben. Aber wie soll sie auch nur eine Zeile zu Papier bringen, wenn sie allein und völlig übernächtigt zwei unternehmungslustige Kleinkinder in einer felsigen Einöde beschäftigen muss? Als zwei rätselhafte Funde im Garten und auf dem Dachboden des sich seit Generationen im Familienbesitz befindlichen Wohnhauses zu allem Überfluss Einblicke in die düstere Vergangenheit der Insel gewähren, sieht Anna endgültig ihre Felle davonschwimmen. Doch dann verbindet sich ihr chaotischer Alltag auf unerwartete Weise mit ihrem Forschungsgegenstand und der Inselhistorie . . . Gleichzeitig gute Mutter und Wissenschaftlerin zu sein, noch dazu auf einer abgelegenen, windigen Nordseeinsel – keine leichte Aufgabe. Sarah Moss schildert das Dilemma ihrer Heldin mit so viel Selbstironie, Komik und Intelligenz und das Geheimnis der Insel mit so großer Spannung, dass eines sicher ist: Schlaflos hält wach. Anfangs hatte ich es schwer mich in das Buch einzulesen, doch mit der Zeit hatte man sich daran gewöhnt. Ich muss sagen das über einige Zeit doch die Situation der Protagonistin einen auf dem Nerv ging, am Anfang empfand ich nocht Mitleid ihr gegenüber, doch dieser verschwand auf der Schnelle. Da der Schreibstil sich recht weit zog und einige Zeit fast bist gar nichts passierte, machte das Lesevergnügen anstregend und labil. Toll fand ich doch diese Briefe von May aus dem 19. Jahrhundert, diese waren Interessant und angenehm zu lesen. Wirklich toll, wenn man zwei Schreibperspektiven in einem Buch vorfindet. Da ich am Anfang wirklich Schwerigkeiten hatte, vergib ich nur 4 Sternchen. Mit der Protagonistin bin ich nur Erwärmt, denn richtig hinein versetzen konnte ich mich nun nicht in ihre Lage. Es ist ein schönes Buch und wenn man die letzten Seite gelesen hat, denkt man sicher noch einige Tage darüber nach. Es ist eine interessante Umsetzung, die man sicher mal Lesen kann.

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  • Schlaflos – überfordert - gereizt : Schlaflos von Sarah Moss

    Schlaflos

    elisabethjulianefriederica

    27. August 2013 um 17:02

    Schlaflos – überfordert - gereizt „Hätte ich damals gewusst, was ich jetzt weiß, hätte ich dann Kinder bekommen ?...“ (S.170) „Würde ich es wieder tun, nachdem ich weiß, was ich damals nicht wusste: dass es ein Leben und länger anhält, wenn man als Mutter versagt, dass alles, was meinen Kindern und den Kindern meiner Kinder geschieht, meine Schuld ist ? Dass meine Gereiztheit und meine Gemeinheit in die Zukunft sickern werden wie radioaktiver Abfall in die Irische See?“ (S.171) ... Mit diesen Gedanken quält sich Anna, Historikerin und Mutter zweier Kinder (2 und 7 Jahre alt) in schlaflosen Nächten auf der kleinen schottischen Insel Colsay. Ehemann Giles macht es sich da wesentlich einfacher, er forscht über Papageientaucher und kümmert sich nur wenig um die Familie. Anna versucht neben der sehr anstrengenden Kinderbetreuung eine Forschungsarbeit über Kinder im 18.Jahrhundert zu schreiben und leidet unter chronischem Schlafmangel, da sie wegen Timothy, ihrem 2jährigen Sohn keine Nacht durchschlafen kann. Im Inselalltag findet die Familie bei Gartenarbeiten ein Kindergrab, die Polizei ermittelt und auch Anna versucht herauszufinden, von wem das Kind war und was geschehen ist. Mit Mietern im familieneigenen Ferienhaus kommen neue Personen in den Familienalltag, in dem immer neue Kenntnisse der Familiengeschichte und der ehemaligen Bewohner der Insel auftauchen. Unterbrochen wird diese Erzählung jeweils durch alte Briefe einer Krankenschwester, die Ende des 19.Jahrhundetrs auf der Insel gelebt hat und von denden damaligen Lebensumständen berichtet. Dieses Buch hat widersprüchliche Gefühle bei mir hinterlassen. Zum einen Unverständnis gegenüber der überforderten Anna, die Haushalt und Kinder nicht auf die Reihe bekommt, Wut über Ehemann Giles, der ihr nur wenig Unterstützung bietet ,zum anderen taten mir die Kinder der Familie unendlich leid. In einem Prospekt des Verlags war dieses Buch als .“eine brillante Gesellschaftskomödie des 21.Jahrhunderts“ (Zitat Louise Welsh in der Financial Times) angekündigt gewesen, was es meiner Meinung nach überhaupt nicht ist. Anna macht sich zwar zahlreiche selbstironische und intelligente Gedanken zum Leben einer Wissenschaftlerin mit Familie, die ich aber niemals als Gesellschaftskomödie bezeichnen könnte, dazu macht mich das Buch viel zu wütend und traurig und lässt mich auch teils ratlos zurück. Für mich ist es ein Buch, das zum Nachdenken anregt, ich werde es bestimmt wieder in die Hand nehmen und weiterlesen. Eine anspruchsvolle Lektüre zu einem schwierigen Thema mit relativ negativer Stimmung und einigen Längen, ich vergebe 4 Sterne.

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  • Schlaflos hält wach?

    Schlaflos

    bookgirl

    27. August 2013 um 14:52

    Inhalt Im Westen Schottlands: Anna Bennett ist zweifache Mutter, verheiratet und Historikerin. Inmitten des familiären Chaos, versucht sie verzweifelt eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema Kinder im 18. Jahrhundert zu schreiben. Aber schnell muss sie feststellen, dass es nahezu unmöglich ist auch nur einen Satz zu Papier zu bringen. Ständig quengelt eines ihrer Kinder und auch nachts kommt sie nie zur Ruhe, da der jüngste Sohn sie auch dann auf Trab hält. Nachdem sie im Garten und auf dem Dachboden zwei erstaunliche Funde macht, muss sie über kurz oder lang feststellen, dass diese zu ihren Forschungen passen und sogar ein Geheimnis der Insel offenbaren. Meine Meinung Schlaflos hält wach heißt es bei der Kurzbeschreibung zu der Geschichte um Anna Bennett. Dies kann ich so leider nicht unterschreiben. Ganz im Gegenteil weist das Buch ziemliche Längen auf. Über weite Strecken geschieht wenig bis nichts. Das Lesen empfand ich daher eher als anstrengend. Hinzu kam, dass Annas Alltag mit ihrer Doppel- und Dreifachbelastung nicht gerade das Lesevergnügen erhöht hat. Hatte ich zunächst noch sehr viel Mitleid mit ihrer Situation, ging es irgendwann in genervt sein über. Anna hätte ich manchmal am liebsten geschüttelt und auch wenn ich keine Mutter bin, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man nicht irgendwas an einem solch unterträglichen Zustand ändern kann. Die angekündigte Selbstironie und Intelligenz, habe ich in dem Buch vorgefunden, aber leider konnte ich mit keiner Person so richtig mitfühlen und warm werden. Interessant war die Erzählweise aus zwei Handlungssträngen. Einerseits stand Anna im Fokus des Geschehens, andererseits kam May im 19. Jahrhundert in Briefform zu Wort. Gerade diese Rückblicke von May fand ich am angenehmsten zu lesen, weil sie sich auf das wesentliche konzentrierten und Stück für Stück ein wenig mehr über die Geschichte verrieten. Das Ende hat so gar nicht zu dem Rest des Buchs gepasst und hat mir daher auch nicht gefallen. Fazit Schlaflos ist von der Grundidee interessant, aber leider ist die Umsetzung zu zäh und auch ein wenig einschläfernd.

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  • Eine Wissenschaftlerin im Familienmodus

    Schlaflos

    TochterAlice

    16. August 2013 um 19:43

    ... das ist die Historikerin Anna, die seit Jahren recht erfolgreich versucht hat, Forschung und Familie - sie und ihr Mann Giles haben zwei noch recht kleine Söhne - zu verbinden. Nun ist sie Giles auf eine einsame schottische Insel gefolgt, die im Besitz seiner Familie ist -  richtig, Giles ist im Gegensatz zu Anna selbst einer dieser High-Class-Engländer und seine Familie mit der Wahl seiner Ehefrau alles andere als glücklich - auf der er eine naturwissenschaftliche Studie über Vögel betreibt. Anna hütet die Kinder, kommt kaum an ihre Arbeit - sie versucht, eine Studie über Kindheit im 18. Jahrhundert zu schreiben - und fühlt sich zurückgesetzt. Ihr größter Wunsch - einmal unbegrenzt ausschlafen zu können, doch nicht einmal der wird ihr gewährt. Selbst als Anna und Giles bei Gartenarbeiten Kinderknochen finden und sich herausstellt, das - das  vor sehr langer Zeit verstorbene Kind  - laut DNA-Analyse mit Giles verwandt ist, nimmt die Geschichte nur wenig Fahrt auf. Sarah Moss, selbst Historikerin und Mutter, lässt Anna ihren Alltag selbstkritisch und ironisch reflektieren. Ein kluges Buch? Auf jeden Fall! Ein unterhaltsames Buch? Nur zum Teil - wenn bloß die enormen Längen zwischendrin nicht wären! Ich zumindest habe mich enorm schwer getan, am Ball zu bleiben - und das, obwohl ich selbst Historikerin bin und mich solche Zusammenhänge eigentlich brennend interessieren! Feriengäste im Sommerhaus erweitern den Fokus sowohl für Anna als auch für Giles, Anna erfährt teilweise Kompromittierendes über die Familie ihres Mannes, aber auch Interessantes über die Geschichte der Insel - und beginnt sich verstärkt damit zu beschäftigen. In einer Art parallelem Erzählstrang werden Briefe einer jungen Krankenschwester, die im 19. Jahrhundert auf der Insel weilte, eingeblendet, die Einblick in die Historie geben. Wie gesagt: intelligent war das Buch, packend eher weniger, zumindest aus meiner Perspektive: "Schlaflos" wirkte auf mich zeitweise eher einschläfernd.

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  • Wenn die Idylle zum Albtraum wird...

    Schlaflos

    Grandville

    12. August 2013 um 21:10

    Anna und Giles haben sich für eine gewisse Zeit auf einer einsam gelegenen und nur wenig bewohnten Insel eingerichtet. Giles betreut die meiste Zeit sein Forschungsprojekt und Anna bleibt mit den beiden Kindern im Alter von 2 und 7 Jahren allein im Haus zurück. Allmählich kommt das bisherige Familiengefüge zum einstürzen: Anna, allein bei den Kindern, mit dem Haushalt und dem Buch welches sie schreiben will und muss, aber nicht kann. Sie ist überfordert, ihr Mann keine wirkliche Unterstützung. Verzweifelung macht sich breit, doch dann kommt Abwechslung auf: Feriengäste und ein überraschender Fund im Garten. Zu Beginn des Buches wird der Leser Zeuge von Annas Kampf mit sich selbst, den Kindern, ihrem Buch, ihren Erwartungen und ihren Fehlschlägen. Die Stimmung empfand ich insgesamt als sehr deprimierend und schmerzhaft. Man war versucht aufzuspringen und Anna zu helfen. Vielleicht den Abwasch machen oder die Kinder bespaßen, so dass sie einfach mal Luft holen konnte. Doch leider geht das nicht und die einzige Person, die es machen könnte, scheint Blind für ihre Nöte zu sein. Der einzige Lichtblick, für den Leser, ist in dieser Zeit der Brief an jedem Kapitelende: Briefe einer, ebenfalls auf der Insel lebenden Frau an Familie und Freunde aus dem Jahre 1878. Diese Briefe haben mich „bei der Stange“ gehalten und mich zum weiterlesen aufgefordert. Denn ich empfand die Stimmung im ersten Drittel des Buches insgesamt als zu negativ, zu deprimierend, zu ausweglos. Am Anfang jedes Kapitels steht ein Zitat aus einem (vermutlichen) Standardwerk/Klassiker zum Thema Kindheit/Kindererziehung/Kinderpsychologie. Ziemlich oft zitiert wird Anna Freud, die Tochter von Sigmund Freud. Diese Zitate lassen einen manchmal erstaunt mit dem Kopf schütteln und ratlos zurück. Auch die immer wieder eingestreuten Auszüge aus Annas fiktivem Buch sind sehr interessant. Am Ende, werden beide Erzählstränge, Gegenwart und Vergangenheit, gekonnt zusammengefügt. Leicht zu lesen fand ich das Buch speziell im ersten Drittel nicht. Aber ich empfehle allen durchzuhalten. Es ist lehrreich, zynisch, anstrengend, klug, ehrlich, humorvoll, es macht „Angst“ (bzw. hinterlässt auf jeden Fall ein mulmiges Gefühl) und gibt einem trotz allem doch ein wenig Hoffnung mit auf dem Weg. Familie ist nur möglich, wenn beide Partner ihren Teil dazu beitragen. Es ist ein filigranes Gefüge, dass schnell auseinander brechen kann – aber nicht muss. Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit hat für mich einen besonderen Reiz ausgemacht und der Fund im Garten und die Gastfamilie im Ferienhaus, haben der Stimmung im Buch gut getan und für Abwechslung gesorgt. Annas Sprache ist sehr direkt und der angesprochene Humor trieft an vielen Stellen vor Zynismus. Dies ist mit Sicherheit keine leichte Nebenbei-Lektüre, aber trotzdem lesenswert. Man darf nur nicht zu schnell aufgeben. Aufgrund des schweren Einstiegs am Anfang des Buches und der extrem negativen Stimmung zu beginn vergebe ich 4 Sternchen. Allerdings lässt einen das Buch nicht los und nach dem man die letzte Seite gelesen und es zugeklappt hat, wird man mit Sicherheit immer mal wieder in den nächsten Tagen dran denken.

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  • Lesenswert, aber nicht mein Ding

    Schlaflos

    Antek

    12. August 2013 um 14:06

    Das Verfassen einer Rezession fällt mir bei "Schlaflos" schwer. Mein absolutes Lieblingsbuch ist es sicher nicht, das ist ganz klar, dennoch hinterlässt es seine Spuren. Die Kapitel beginnen jeweils mit Zitaten aus historischen Erziehungsratgebern. In diesen Abschnitten geht es um das Leben der Familie und eingeschoben werden auch immer wieder Absätze aus dem Buch, das Anna momentan versucht zu schreiben.  Zwischen diese Kapitel werden Briefe aus dem 19. Jahrhundert eingefügt. Als ich die ersten Seiten des Buches gelesen habe, war ich ehrlich gesagt nicht besonders angetan. Die historischen Abhandlungen, die Buchabschnitte und dann wieder Erlebnisse mit Kindern, zwischendurch Fragmente von Kinderliedern.  Das machte auf mich eher  den Eindruck von einem schwer zu lesenden, etwas chaotischen und wenig amüsanten Roman. Abschnittsweise fiel es mir auch schwer am Ball zu bleiben, da mich Annas Selbstironie, die stellenweise auch amüsant war, tief betroffen gemacht hat. Ich hatte meine Schwierigkeiten über Sätze wie „die Erfindung von Kindern ist ebenso wenig rückgängig zu machen wie die Atombombe“  lächelnd hinwegzulesen. Dafür bin ich zu gefühlsbetont. Zum Inhalt: Anna, die Historikerin, ihr Mann Giles und die beiden Kinder Raph und Moth, leben auf der Insel Colsay. Anna hat extremen  Zeitdruck und sollte ihr Buch über die Geschichte der Erziehung  bis September eigentlich abgeben. Sie kommt allerdings viel zu wenig zum Schreiben, da sie sich dazu wirklich mit Laptop wegschleichen muss und dann meist dort nach kurzer Zeit von Raph aufgestöbert und gestört wird. Hinzu kommt, dass sie durch einen Knochenfund im Garten immer mehr damit beschäftigt ist die Geschichte der Insel zu erforschen und so vielleicht der Herkunft auf die Spur zu kommen. Ihr Mann Giles erforscht auf der Insel seine Papageientaucher, was für ihn die einzige Aufgabe zu sein scheint, die er zu übernehmen bereit ist. Viel Kraft rauben die  zwei Jungs der Familie.  Moth, der Knirps, der keine Nacht durchschläft und Raph, der kleine Besserwisser, der zum Hobby hat, sich Unglücke und Katastrophen auszudenken. Die Familie, die das Ferienhaus Blackhouse bezieht ist auch mehr als verkorkst. Allerdings birgt die Beziehung zur Tochter Zoe für Anna ungeahnte Möglichkeiten, ich nahm als Leser zumindest eine Kehrtwendung wahr. Interessant ist auch die Inselgeschichte, stellenweise noch mehr als die Story um Anna und ihre Familie.

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  • Schlafmangel ist grausam

    Schlaflos

    Dreamworx

    11. August 2013 um 14:25

    Sarah Moss erzählt in ihrem Buch „Schlaflos“ in zwei Handlungssträngen. Der erste Strang handelt von Historikerin Anna, ihrem Ehemann Giles und ihren beiden kleinen Söhnen Timothy und Raphael, die die einsame Insel Colsay im Westen Schottlands für die nächste Zeit zu ihrem Zuhause machen. Anna möchte die Zeit nutzen, um ihr Buch über die Kindheit im 18. Jahrhundert zu beenden, während Giles sich seinen Forschungen über Papageientauchern hingibt. Doch Annas Arbeit geht kaum voran, entweder wird sie jede Nacht von ihrem jüngsten Sohn Timothy aus dem Schlaf geholt, oder Raphael bringt sie mit seinen Gedanken über den Tod aus der Fassung. Außerdem muss sie sich um den ganzen Haushalt kümmern, und die Einrichtung eines Feriengästehauses bleibt auch ihr allein überlassen. Sie ist mit allem komplett überfordert und leidet unter akutem Schlafmangel. Ehemann Giles ist ein Egoist, der sich nur mit sich selbst beschäftigt und Anna keinerlei Hilfe oder Unterstützung ist. Eines Tages entdeckt Anna im Garten eine Säuglingsleiche und gerät als Verdächtige ins Visier der Polizei. Ausgerechnet jetzt hat sie auch noch die ersten Feriengäste zu betreuen. Der zweite Handlungsstrang besteht aus Briefen aus dem 19. Jahrhundert, die vom damaligen Leben erzählen und auf den Konflikt von Müttern hinweisen, die ihren Aufgaben sowohl gegenüber dem Ehemann, dem Haushalt als auch den Kindern gerecht werden wollen, oftmals aber überfordert sind mit all den Ansprüchen, die an sie gestellt werden und die sie auch an sich selbst stellen. Als Anna sich mehr und mehr mit der Geschichte der Insel befasst, macht sie die Erkenntnis, dass sie aufgrund ihres chronischen Schlafmangels nicht in der Lage ist, ihren Kindern die Liebe und Fürsorge entgegen zu bringen, die diese auf jeden Fall dringend benötigen. Ihre Einsamkeit verstärkt dieses Problem nur noch. Durch das Zusammenspiel der beiden Handlungsstränge wird die Geschichte immer mehr zusammengezurrt, und anfängliche Unverständnisse werden auf einmal klarer. Der Schreibstil des Buches ist sehr flüssig und angenehm lesbar, das Thema ist gut gewählt. Die Protagonisten werden allerdings sehr unsympathisch dargestellt, wodurch auch die Freude beim Lesen leidet. Sicher, man könnte es damit entschuldigen, dass es um ein Thema geht, das für Familien und Mütter im Besonderen immer aktuell sein wird. Allerdings waren einige der Handlungsweisen und Gedanken von Hauptprotagonistin Anna gerade in Bezug auf ihre Kinder nicht nachvollziehbar, oftmals auch nicht entschuldbar, was beim Lesen ein beklemmendes und ungutes Gefühl hervorrief. Ebenso schlecht schneidet Giles als Ehemann ab, der sich nicht wie ein Familienvater, sondern wie ein Pascha und Egoist aufführt. Das abrupte und nicht schlüssige Ende war ein enttäuschender Abschluss einer doch recht komplizierten, interessanten und spannungsgeladenen Geschichte. Da hätte es mehr Struktur und Einfühlungsvermögen bedurft, um einen befriedigenden Abschluss zu erhalten. Alles in allem ist es ein durchaus lesenswertes Buch über die Konflikte der Mutterschaft, der Position der Frau und ihren Anforderungen innerhalb einer Familie.

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  • Intelligent, ironisch, spannend: SCHLAFLOS.

    Schlaflos

    Magalie

    09. August 2013 um 14:08

    Anna zieht mit ihrem Ehemann Giles und ihren zwei kleinen Söhnen für einige Zeit auf eine abgelegene Insel im Westen Schottlands: Sie will hier auf Colsay als Historikerin ihr Buch über Kindheit im 18. Jahrhundert zum Abschluss bringen, Giles forscht über Papageientaucher und ein Ferienhaus will für künftige Gäste eingerichtet werden. Doch der zweijährige Moth schläft nachts nicht durch, während sein siebenjähriger Bruder Raph die Tage damit verbringt, Katastrophenszenarien durchzuspielen. Von ihrem Ehemann Giles erhält Anna keinerlei Unterstützung im Familienalltag. Kunstvoll wird frühzeitig ein zweiter Erzählstrang in die Handlung eingeflochten: In Form von Briefen aus dem 19. Jahrhundert erhält man Einblicke in das damalige Leben auf der Insel. Als Anna dann auch noch - übermüdet und an der Grenze ihrer Belastbarkeit - im Garten die Leiche eines Säuglings entdeckt, laufen auf komplexe Art die Fäden der Vergangenheit und Gegenwart zusammen und zeigen einen Weg in die Zukunft auf. SCHLAFLOS ist der zweite Roman der 1975 in Schottland geborenen Autorin Sarah Moss, aber ihr erster in deutscher Übersetzung. Der Konflikt der Protagonistin, gleichzeitig ihre Arbeit als Historikerin sowie ihre Mutterrolle zu erfüllen, wird komplex auf mehreren Ebenen thematisiert. Sarah Moss schreibt ihren Roman sehr klar, gelungen bildhaft und erstaunlich vielseitig: Die selbstironischen Alltagsschilderungen aus der Sicht der überforderten Mutter werden kontrastiert mit wissenschaftlich verfassten Passagen aus Annas Buch. So wird der Spagat zwischen Familie und Karriere auch sprachlich eindrucksvoll dargestellt. Intelligent, ironisch, spannend: SCHLAFLOS ist ein geistreicher Roman über Mutterrollen, Familienkonstellationen und Lebensentwürfe, dem ich von Herzen viele Leser wünsche. Dieses Buch hat mich sehr bewegt, mich amüsiert und mich so spannend unterhalten, dass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Seine Figuren werden mich sicher noch eine Weile begleiten...Fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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  • Schlaflos

    Schlaflos

    micluvsds

    08. August 2013 um 11:04

    Historikerin Anna ist mit ihrem Mann Giles und den beiden Söhnen, dem siebenjährigen Raphael und dem zweijährigen Timothy auf eine einsame kleine schottische Insel gezogen. Eigentlich will sie hier ihr Buch schreiben. Doch da Giles den ganzen Tag die Papageientaucher beobachtet, Anna von Timothy jede Nacht aus dem Schlaf gerissen wird und Raphael sich hauptsächlich mit Katastrophen und dem Tod beschäftigt, sind ihre Tage mit der Rolle der Hausfrau und Mutter bereits reichlich ausgefüllt. Dass es auf der Insel häufig zu Strom- und Internetausfällen kommt macht ihr das Arbeiten nicht einfacher. Zusätzlich wird durch einen Fund im Garten und Feriengäste das tägliche Leben noch mehr durcheinandergebracht. Ich hatte ein großes Problem mit der Sprache des Buches. Was genau mich daran gestört hat, kann ich gar nicht sagen, aber ich fand es schwer mich  richtig in die Geschichte einzulesen und auch am Ball zu bleiben. Die Geschichte an sich ist interessant, insbesondere auch durch einen zweiten Erzählstrang, der aus einem historischen Brief zu Ereignissen auf der Insel am Ende eines jeden Kapitels besteht, und dessen Bezug zur heutigen Zeit erst später wirklich klar wird. Mir persönlich waren Anna und Giles nicht immer sehr sympathisch, und ich konnte bei beiden oft nicht nachvollziehen, warum sie so handeln, wie sie es tun. Dennoch war die Geschichte an sich schon fesselnd, doch das Ende, dass so nicht absehbar war, war für mich irgendwie ein zu starker Abfall im Spannungsbogen und wurde von den Intensität her der restlichen Geschichte nicht hundertprozentig gerecht. Dennoch ein durchaus empfehlenswertes Buch.

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  • Viel Geschichte, wenig Gefühl

    Schlaflos

    Kitty411

    07. August 2013 um 15:46

    Zum Buch: „Schlaflos“ von Sarah Moss ist ein Roman, der am 09.07.2013 im Mare Verlag erschienen ist. Zu beziehen z.B. hier: http://www.amazon.de/o/ASIN/3866481772/lovebook-21 Klappentext: Eine karge Insel im Westen Schottlands, ständige Stromausfälle und eine unsichere Telefonverbindung. Ein Zweijähriger, der die Nächte zum Tag macht, und ein Siebenjähriger, der die Tage damit verbringt, sich die originellsten Versionen des Weltuntergangs auszumalen. Dazu ein Ehemann, der einer in den Klippen heimischen Papageientaucherkolonie mehr Zeit widmet als seiner Familie: Unter diesen nicht gerade idealen Bedingungen versucht die Historikerin Anna Bennett, eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema Kindheit im 18. Jahrhundert zu schreiben. Aber wie soll sie auch nur eine Zeile zu Papier bringen, wenn sie allein und völlig übernächtigt zwei unternehmungslustige Kleinkinder in einer felsigen Einöde beschäftigen muss? Als zwei rätselhafte Funde im Garten und auf dem Dachboden des sich seit Generationen im Familienbesitz befindlichen Wohnhauses zu allem Überfluss Einblicke in die düstere Vergangenheit der Insel gewähren, sieht Anna endgültig ihre Felle davonschwimmen. Doch dann verbindet sich ihr chaotischer Alltag auf unerwartete Weise mit ihrem Forschungsgegenstand und der Inselhistorie ... Gleichzeitig gute Mutter und Wissenschaftlerin zu sein, noch dazu auf einer abgelegenen, windigen Nordseeinsel - keine leichte Aufgabe. Sarah Moss schildert das Dilemma ihrer Heldin mit so viel Selbstironie, Komik und Intelligenz und das Geheimnis der Insel mit so großer Spannung, dass eines sicher ist: Schlaflos hält wach. Die Story: Anna lebt mit ihrem Mann Giles und den gemeinsamen Söhnen Raph und Moth momentan auf einer einsamen schottischen Insel, auf der sie eigentlich ihr Buch zuende schreiben wollte. Doch der Alltag mit Haushalt und Kindern und Nächte, in denen sie nicht durchschlafen kann hinterlassen ihre Spuren. Die Situation spitzt sich zu, als sie im Garten das Skelett eines Babys entdeckt und sie sich auch noch einem feindseligen Polizisten gegenüber sieht. Auch die Feriengäste im Gästehaus tragen nicht dazu bei, Ruhe zu bekommen, und Annas Buch tritt immer weiter in den Hintergrund, während sie sich mehr und mehr mit der Geschichte der Insel befasst. Doch dies scheint letztendlich den Weg in die Zukunft zu bereiten… Schreibstil, Perspektiven, Aufbau: Die Geschichte ist in der Ich-Form aus Sicht Anna’s geschrieben und unterteilt in Kapitel, außerdem gibt es Rückblicke in Briefform. Covergestaltung: Das Cover ist in einem nachtblau gehalten und zeigt den Umriss eines Hauses mit rot erleuchteten Fenstern sowie eine Person mit Kind auf dem Arm, die ein Stück neben dem Haus bei einem Baum steht. Autorenname in weiß und Titel des Buches in rosatönen stehen im oberen Drittel des Covers. Zum Autor: Sarah Moss, geboren in Schottland, studierte und promovierte an der Oxford University. Nach Stationen am University of Exeter's Cornwall Campus und an der Universität Island lehrt sie heute an der University of Warwick. Schlaflos ist ihr zweiter Roman und der erste, der auf Deutsch erscheint. Daneben verfasste sie ein Sachbuch über Island. (Quelle: www.mare.de) Meine Meinung: Mit diesem Buch bin ich nicht so recht warmgeworden. Ob es am Schreibstil liegt, den ich allerdings schon als flüssig empfinde, oder ob es durch die häufigen Wechsel zwischen der Gegenwart, Annas Studien und den Briefen aus der Vergangenheit hervorgerufen wurde, auf jeden Fall konnte ich mich nicht gut in die Geschichte hineinversetzen. Zeitweilig wurde es etwas besser, aber im Endeffekt muss ich sagen, dieses Buch und ich passen einfach nicht zusammen. Was ich schade finde, da es das Lesegefühl beeinträchtigt hat, obwohl die Geschichte an sich interessant und fesselnd ist. Auch ist das Ende nicht vorhersehbar, so dass man von Interesse geleitet immer weiter lesen möchte, bis man alle Hintergründe kennt. Aus diesem Grund vergebe ich 4 Sterne.    

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  • Kinder und Karriere

    Schlaflos

    Sinik

    07. August 2013 um 13:25

    "Ich kann das nicht, Mutter sein. Ich hätte keine Kinder bekommen sollen." (Anna auf Seite 115, „Schlaflos“ von Sarah Moss) Anna, die Ich-Erzählerin, lebt mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern auf einer einsamen, schottischen Insel. Völlig überlastet, ihren zwei Kindern gerecht zu werden und gleichzeitig ihre Abhandlung über Kindheit im 18. Jahrhundert zu schreiben, leidet sie unter dem Schlafentzug, da ihr zweijähriges Kind jede Nacht aufwacht und herumgetragen werden möchte. Der zweite Handlungsstrang sind Briefe aus dem Jahr 1878, die von der gleichen Insel kommen. Dann findet Anna beim Einpflanzen von Apfelbäumen die Knochen eines Babys... Zentrales Thema ist die der innere Konflikt einer Mutter sich selbst, ihrem Ehemann, ihrer Arbeit und den Kindern gerecht zu werden. Im Rahmen ihres Textes über Kindheit im 18. Jahrhundert wird z.B. immer wieder Anna Freud zitiert. Sie beschreibt, was wichtig für die seelische Gesundheit des Kindes ist. Anna fühlt sich schuldig, weil sie erkennt, zwischen Theorie und Praxis klafft eine Lücke. Unter ständigem Schlafmangel ist es nicht möglich, die Aufmerksamkeit und Fürsorge zu geben, die ihre Kinder brauchen. Die Isolation auf der Insel ohne Freunde und Familie verstärkt dieses Problem. Mir gefallen die ironisch-sarkastischen Schilderungen ihres Alltags und ihre bildhaften Vergleiche sehr gut. Das Buch wird gerade durch die Sprache sehr lebendig. Es ist ja kein Action-Thriller, es passiert nicht sehr viel, doch gerade durch die Art der Schilderungen wird alles sehr lebendig und auch der beschriebene Alltag liest sich keineswegs langweilig oder langatmig. Wer Action oder blutige Krimis mag, für den ist dieser Roman sicherlich nichts. Wer sich mit dem Spagat zwischen Kindern und Karriere beschäftigt, oder ein intelligentes Buch über den "Sumpf von Windeln und ausgespuckten Keksen"- nämlich die Schattenseite von Kindern (ja, die gibt es...)- lesen möchte, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Es ist schonungslos ehrlich weil das Tabu der unglücklichen Mutter thematisiert wird. Ich konnte mich sehr gut in die Protagonistin einfühlen, sie spricht aus, was sicherlich viele Mütter von Kleinkindern fühlen und denken.

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