Sarah Moss The Tidal Zone

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Inhaltsangabe zu „The Tidal Zone“ von Sarah Moss

Adam is a stay-at-home dad who is also working on a history of the bombing and rebuilding of Coventry Cathedral. He is a good man and he is happy. But one day, he receives a call from his daughter's school to inform him that, for no apparent reason, fifteen-year-old Miriam has collapsed and stopped breathing. In that moment, he is plunged into a world of waiting, agonising, not knowing. The story of his life and the lives of his family are rewritten and re-told around this shocking central event, around a body that has inexplicably failed. In this exceptionally courageous and unflinching novel of contemporary life Sarah Moss goes where most of us wouldn't dare to look, and the result is riveting - unbearably sad, but also miraculously funny and ultimately hopeful. The Tidal Zone explores parental love, overwhelming fear, illness and recovery. It is about clever teenagers and the challenges of marriage. It is about the NHS, academia, sex and gender in the twenty-first century, the work-life juggle, and the politics of packing lunches and loading dishwashers. It confirms Sarah Moss as a unique voice in modern fiction and a writer of luminous intelligence.
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  • Ein fantastisches Panorama der aktuellen Zeit

    The Tidal Zone
    Schlehenfee

    Schlehenfee

    30. January 2017 um 20:35

    Für Vater und Hausmann Adam Goldschmidt ändert sich alles, als er eines Tages einen Anruf aus der Schule seiner Tochter Miriam erhält. Die scheinbar kerngesunde 15jährige wurde bewusstlos und mit Herzstillstand auf dem Schulgelände gefunden, konnte aber wiederbelebt werden. Für Adam, seine Frau Emma, eine überarbeitete Ärztin und die jüngere Tochter Rose beginnt eine Zeit des Hoffens, Bangens und Wartens, mit der jedes Familienmitglied auf seine eigene Weise versucht, fertig zu werden. Da die Ärzte die Ursache für Miriams Herzstillstand nicht genau bestimmen können, entlassen sie die Familie in eine ungewisse Zukunft. Die britische Autorin Sarah Moss hat mit „The tidal zone“ ein beeindruckendes Werk geschaffen, das die englischsprachige Leser- und Booktuber-Welt entzückt hat. Die Geschichte, aus der Perspektive von Vater Adam erzählt, macht nachdenklich und berührt viele Themen der heutigen Zeit. Der Schreibstil, der mühelos vom Strom der Gedanken Konversationen und wieder zurück fließt, hat mich begeistert. Besonders die heutigen Geschlechterrollen werden behandelt: Adam, der zwar studiert, aber nie richtig Vollzeit gearbeitet hat, ist der Hausmann, während Emma ein richtiger Workaholic ist und nicht mal eine Waschmaschine bedienen kann. Während ich diese Idee prinzipiell gut finde, gefiel mir nicht, dass Sarah Moss hier einfach die Stereotypen vertauscht hat, ohne Nuancen hereinzubringen. Adam kommt ziemlich weiblich rüber, so sehr beharrt er auf gesunder Ernährung für die Mädchen, backt ständig Kuchen und erlaubt ihnen nicht das Spielen auf der Straße, weil es zu gefährlich ist. Da Männer bewiesenermaßen einen anderen Erziehungsstil haben als Frauen, hätte ich hier ein wenig mehr Facettenreichtum und Abweichung vom Wunschdenken authentischer gefunden (hier 1 Stern Abzug). Auch Adams obszessiver Beschützerinstinkt gegenüber einer 15jährigen, unabhängigen Teenager-Tochter ging mir phasenweise etwas auf die Nerven (in dem Alter kann man sie ja nicht mehr im Haus einsperren und jeden Schritt überwachen, was er aber möchte), zum Glück entwickelt sich das wieder ins Positive. Mit der Schilderung von Adams Isolierung gegenüber den Müttern und Hausfrauen der Klassenkameraden seiner Kinder und der Gefahr, in die Pädophilie-Ecke abgeschoben zu werden, wenn er mit seiner Tochter im Schwimmbad ist, hat die Autorin dagegen den Nagel auf den Kopf getroffen. Aber auch auf andere Wunden wird in „The tidal zone“ der Finger gelegt: das kränkelnde britische Gesundheitssystem, Konkurrenz zwischen Universitäten und die Schwierigkeit als Akademiker ein Auskommen zu haben. Sarah Moss hat es geschafft, Vater-Tochter-Beziehungen, das ganze Panorama der heutigen Gesellschaft und die Probleme, die Familien begegnen, aus einem Guss darzustellen. Das Buch wartet auch mit zwei Nebenhandlungen auf: die Geschichte der Kathedrale von Coventry, im Zweiten Weltkrieg bombardiert und neu aufgebaut sowie die „Wanderjahre“ von Adams Vater Eli in der Zeit der Hippie-Kommunen in den USA der Sechziger Jahre. Beide Nebenhandlungen fügen sich manchmal nicht so glatt in die Haupthandlung ein wie gewünscht, ich fand sie aber dennoch interessant. „The tidal zone“ bekommt trotz der (subjektiven) vier Sterne eine uneingeschränkte Leseempfehlung von mir.

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