Sarah Moss Wo Licht ist

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Inhaltsangabe zu „Wo Licht ist“ von Sarah Moss

»Dieser Roman ist ein Spiegel der weiblichen Seele.« The Times
Manchester, Mitte des 19. Jahrhunderts: Ally ist die Tochter von Eltern, die unterschiedlicher nicht sein könnten: der Vater, Alfred Moberley, ein bekannter Maler, warmherzig, sinnlich und mit einem unbestechlichen Blick für das Schöne; die Mutter, Elizabeth, eine unbeugsame Christin, die sich entschlossen für die Rechte von Armen und Außenseitern einsetzt sich selbst jedoch kasteit und den beiden Töchtern vorlebt, dass religiöse und politische Prinzipien wichtiger sind als der eigene Hunger, Gefühle und die Sehnsucht nach Wärme. Während die jüngere Tochter May (bekannt aus Schlaflos) früh den Absprung schafft und auf eine schottische Insel zieht, verharrt Ally in einem aussichtslosen Kampf um die Liebe und Anerkennung ihrer Mutter. Doch selbst als sie ein Stipendium erhält und als eine der ersten weiblichen Studentinnen für ein Medizinstudium an der Universität London angenommen wird, zeigt Elizabeth sich kaum beeindruckt. Da begreift Ally, dass es auch für sie an der Zeit ist, die familiären Fesseln zu sprengen und ihren eigenen Weg zu gehen.

Farbintensiv, psychologisch glaubwürdig und mit großem Gespür für den Zeitgeist und die Zwänge des 19. Jahrhunderts schildert Sarah Moss das Aufeinanderprallen zweier viktorianischer Milieus verkörpert durch die hart arbeitende, aber lieblose Mutter auf der einen und den Kunst liebenden Vater auf der anderen Seite und erzählt die Geschichte einer klugen, sensiblen Frau, die sich auf der Suche nach Bildung und Liebe von beiden befreien muss.

Tolles Porträt einer unsicheren, aber großartigen jungen Frau, nur manchmal etwas wenig Moral von der Geschicht dahinter

— DieSchwarzeKathatze

... ist auch Hoffnung! - Ein sozialkritischer Roman, der tief bewegt.

— Faidit

Habe mir mehr von versprochen, aber schlecht ist es deshalb nicht. Ein Schmöker-Roman eben.

— Contresse

Ein Buch über den Kampf eines Mädchens um Liebe und Anerkennung der Mutter. Lesenswerte Geschichte mit Schwächen.

— Idgy

Eindrucksvoll, informativ und klasse erzählt

— Ein LovelyBooks-Nutzer

100 %ige Leseempfehlung historisch fundiert, bewegend, authentisch, informativ: Frauenbewegung im 19. Jahrhundert

— vielleser18

Für mich ein Lesehighlight 2015, auch wenn ich gewissen Anlaufschwierigkeiten hatte.

— Barbara62

Eine tolle und anspruchsvolle Geschichte um die Emanzipation der Frauen mit - für mich - kleinen Startschwierigkeiten

— SteffiKa

Ein großartiges, wichtiges Buch!

— selda

Ein wunderbares Buch, das nicht nur den Beginn der Emanzipation allgemein, sondern auch eine sehr persönliche Emanzipation beschreibt.

— Pocci

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  • Leserunde zu "Zwischen den Meeren" von Sarah Moss

    Zwischen den Meeren

    Mare_Verlag

    Liebe Lovelybooks-Leser, auch der August bringt schöne neue Bücher aus dem mareverlag: Am 23. August erscheint der neue Roman »Zwischen den Meeren« von der wunderbaren Sarah Moss. Wir haben für euch ein paar Exemplare reserviert, damit Ihr das Buch ganz exklusiv bereits vor dem offiziellen Erscheinungstermin lesen könnt. Zum Buch: Cornwall im späten 19. Jahrhundert: Nur wenige Wochen nach der Hochzeit muss ein junges Paar sich wieder trennen – für ein ganzes halbes Jahr. Tom Cavendish fährt nach Japan, um Leuchttürme zu bauen; Ally, seine Frau, bleibt in Cornwall, wo sie ihren lang gehegten Traum erfüllt und ihre erste Stelle als Ärztin antritt. Der neue Status beschert ihr ungekannte Freiheit, doch während sie sich immer tiefer in die Arbeit stürzt und Tom versucht, sich an die fremde Kultur Japans zu gewöhnen, wird die Entfernung zwischen beiden immer größer und das Fundament ihrer jungen Ehe brüchig. Mit ihrer unvergleichlichen Mischung aus psychologischer Einfühlung und intellektueller Tiefe spannt Sarah Moss einen Bogen von Cornwall bis Japan und zeigt zwei Menschen voller beruflicher Entschlossenheit und innerer Einsamkeit, verbunden durch dieselbe Sehnsucht, die Sehnsucht nach dem jeweils anderen. Hier geht’s zur Leseprobe. Möchtet Ihr zu den 20 Vorablesern gehören?* Dann bewerbt euch und beantwortet bis zum 14. August 2016 die folgende Frage: Das frisch verheiratete Paar wird für einige Monate getrennt, als Tom aus beruflichen Gründen nach Japan geht und seine Frau Ally in Cornwall zurücklässt – ihre einzige Kontaktmöglichkeit sind Briefe. Unter welchen Umständen könntet ihr euch vorstellen, eine Beziehung über eine große Distanz zu führen. Wir sind gespannt auf Eure Antworten und freuen uns über zahlreiche Bewerbungen! Euer mareverlag * Bedingung ist, dass Ihr euch zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.

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    • 404
  • Die frühen Spuren der Emanzipation

    Wo Licht ist

    MareikeHerzpotenzial

    16. November 2015 um 20:32

    Ein Bild zeigt zwei junge Mädchen. Gelangweilt rekeln sie sich auf einem großen Sessel, zarte Stoffe umspielen ihre jungen Körper, alles wirkt zart, doch der Blick der Mädchen ist kühl. Besonders der, des älteren Mädchens hat eine Härte, die der Maler eingefangen und für die Ewigkeit in seinem Bild eingeschlossen hat. Das Mädchen ist Ally, die Tochter eines bekannten Malers des 19. Jahrhunderts. Gemalt wurde sie gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester. Sie standen viele Male Modell für den Vater Alfred Moberly oder dessen besten Freund. Etwas, was die Mutter der Mädchen gar nicht gern sah. Für sie ist die Kunst ihres Mannes Dekadenz in Reinform und ihr Mann ein verschwendungssüchtiger Träumer. Sie gönnt weder sich noch ihren Töchtern ein ihrem Stand und Einkommen entsprechendes Leben. Alle Annehmlichkeiten hält sie für überflüssig und fokussiert sich fast bis in den Wahn auf die mittellosen und geächteten Frauen der Gesellschaft. Sie arbeitet unermüdlich im Armenhaus, betreut misshandelte Frauen, traumatisierte Mädchen von der Straße und hungernde Waisen. Ihr Groll gegen das System sitzt tief und für sie ist der Verursacher des Leides ganz klar: Der Mann. Sie bewegt sich zunehmend in den Kreisen von Frauenrechtlerinnen und sucht nach Wegen, ihre Töchter in dieser Bewegung einzubinden. Es steht schnell fest, dass Ally, als die intelligentere und fleißigere der beiden Töchter als eine der ersten Frauen studieren und Ärztin werden soll. Doch Ally ist zwar intelligent, doch vor allem auch unsicher und leicht in Panik zu versetzen. Ihr Vater und sein kreatives Umfeld geben ihr immer nur kurze Verschnaufpausen im ständigen Kampf um die Anerkennung und ganz besonders der Liebe ihrer Mutter. Sarah Moss erschafft mit Ally eine Figur des sehr frühen Feminismus und der Anfänge der Frauenbewegung. Tatsächlich gab es in den späten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts die ersten Frauen mit Medizinabschluss. Doch den Weg, den diese Frauen bestreiten mussten, ihre Motivationen, ihre Ängste und Probleme sind sicherlich ein eher unbehandeltes Thema der Literatur. Elegant und mit viel Präzision beschreibt die Autorin den Weg von Ally und den anderen Figuren des Buches, ohne dabei eine zu vernachlässigen. Jede Person wird in ihrer Komplexität und inneren Antrieben beschrieben. Das ist zuweilen etwas anstrengend, weil es viel Raum einnimmt, doch zugleich wirkt es stimmig und plausibel. Ohne diese intensive Innensicht der Figuren, würde man sich manchmal sehr an ihrem extremen Verhalten stören. Doch so wirkt es nahezu tragisch, wie die Mutter oder auch Ally in ihren eigenen Verhaltensmustern gefangen sind. Jedem Kapitel ist eine Bildbeschreibung wie in einem Museumskatalog vorangestellt. Bilder von der jungen Braut Morberlys, dann der Kinder, schließlich der jungen Frauen, die aus ihnen geworden sind. Besonders in den Anfangskapiteln spielen diese Bilder und ihre Entstehungsgeschichte eine wichtige Rolle. Doch mit zunehmenden Alter Allys, die sich erst in der zweiten Hälfte zur Protagonistin entwickelt, rücken die Bilder in den Hintergrund. Schon ziemlich lange schiebe ich diese Rezension jetzt vor mir her. Es liegt sicherlich nicht daran, dass ich dafür keine Zeit hatte. Es liegt auch nicht daran, dass dieses Buch schlecht gewesen wäre. Ich bin mir tatsächlich auch nach fast zwei Monaten nach der Lektüre noch nicht ganz sicher, wie ich es bewerten soll. SarahMoss_Licht_ist_Cover_MareSicherlich ist es ein unheimlich gutes Buch, die Idee mit den Bildern am Anfang der Kapitel hat mir ausgesprochen gut gefallen und die Gesichte von anderen historischen Romanen deutlich abgegrenzt. Doch leider ist die Autorin nicht konsequent mit ihrer Idee. Ab der Hälfte etwa steht die junge Tochter des Malers und ihr emanzipatorischer Lebensweg im Fokus, dass man fast die kreative Atmosphäre der ersten Kapitel vergisst. Es scheint fast wie zwei Romanentwürfe, die hier miteinander verbunden worden. Dieser Gedanke kam mir irgendwann beim Lesen und hat mich nicht mehr losgelassen. Und das ist schade, denn die Geschichte ist toll, das Setting gut gewählt, die Figuren facettenreich und authentisch gezeichnet und die Sprache ist kraftvoll, elegant und fesselnd. Eigentlich ein richtig tolles Buch. Eigentlich. Es bleibt ein „ja, aber“ zurück und das ärgert mich. Denn es wirkt wie verschenktes Potenzial. Ich habe zwar bisher noch nichts von der Autorin gelesen, doch überzeugt sie mich sprachlich mit „Wo Licht ist“ absolut. Aktuell schreibt sie wohl an einer Fortsetzung, wieder mit dem Fokus auf der medizinischen Karriere von Ally. Ein tolles, noch kaum beleuchtetes Thema, auf das ich mich definitiv freue. Doch hoffe ich sehr, dass dieses Mal ein Lektor oder die Autorin selbst für eine klarere Struktur und Einheitlichkeit sorgt. Dann bin ich restlos selig. Fazit: Ein starker und thematisch frischer Roman über die ersten Emanzipationsversuche der Frauen in Großbritannien. Sprachlich zuweilen etwas langatmig, jedoch von starker Ausdruckskraft. Leider wurde die wunderschöne Idee mit den Bildbeschreibungen pro Kapitel nicht konsequent genug beibehalten.

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  • Leserunde zu "Wo Licht ist" von Sarah Moss

    Wo Licht ist

    Mare_Verlag

    Liebe Lovelybooks-Freunde, ganz fix starten wir in die nächste Vorableserunde! Am 8. September 2015 erscheint Sarah Moss’ bewegender Roman »Wo Licht ist« im mareverlag. Übrigens schon das dritte Buch, das die Autorin bei mare veröffentlicht. Hier habt ihr die Möglichkeit, euch schon vor dem offiziellen Erscheinungstermin um eins von 20 exklusiven Vorableseexemplaren zu bewerben. Zum Buch: »Dieser Roman ist ein Spiegel der weiblichen Seele.« The Times Manchester, Mitte des 19. Jahrhunderts: Ally ist die Tochter von Eltern, die unterschiedlicher nicht sein könnten: der Vater, Alfred Moberley, ein bekannter Maler, warmherzig, sinnlich und mit einem unbestechlichen Blick für das Schöne; die Mutter, Elizabeth, eine unbeugsame Christin, die sich entschlossen für die Rechte von Armen und Außenseitern einsetzt – sich selbst jedoch kasteit und den beiden Töchtern vorlebt, dass religiöse und politische Prinzipien wichtiger sind als der eigene Hunger, Gefühle und die Sehnsucht nach Wärme. Während die jüngere Tochter May (bekannt aus Saraha Moss’ Roman Schlaflos) früh den Absprung schafft und auf eine schottische Insel zieht, verharrt Ally in einem aussichtslosen Kampf um die Liebe und Anerkennung ihrer Mutter. Doch selbst als sie ein Stipendium erhält und als eine der ersten weiblichen Studentinnen für ein Medizinstudium an der Universität London angenommen wird, zeigt Elizabeth sich kaum beeindruckt. Da begreift Ally, dass es auch für sie an der Zeit ist, die familiären Fesseln zu sprengen und ihren eigenen Weg zu gehen. Farbintensiv, psychologisch glaubwürdig und mit großem Gespür für den Zeitgeist und die Zwänge des 19. Jahrhunderts schildert Sarah Moss das Aufeinanderprallen zweier viktorianischer Milieus – verkörpert durch die hart arbeitende, aber lieblose Mutter auf der einen und den Kunst liebenden Vater auf der anderen Seite – und erzählt die Geschichte einer klugen, sensiblen Frau, die sich auf der Suche nach Bildung und Liebe von beiden befreien muss. Hier geht’s zur Leseprobe. Möchtet Ihr zu den 20 Vorablesern gehören?* Dann bewerbt Euch gleich und beantwortet uns dazu bis zum 25. August 2015 die folgende Frage: Die Protagonistin Ally hat einen steinigen Weg vor sich: Sie erkennt nicht nur, dass sie die familiären Fesseln sprengen muss, sondern wird auch noch eine der ersten Medizinstudentinnen im London des 19. Jahrhunderts. Eine doppelte Emanzipation könnte man also sagen und eine große Herausforderung. Wie sieht es Eurer Meinung nach heute mit den Herausforderungen für Frauen aus? Was hat sich verändert im Vergleich zum Leben der Frauen im 19. Jahrhundert? Gibt es vielleicht neue Stolpersteine? Wir sind sehr gespannt auf Eure Antworten und freuen uns auf viele Bewerbungen! Euer mareverlag * Bedingung ist wie immer, dass Ihr Euch zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.

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    • 379
  • Wo Licht ist ... ist auch Hoffnung!

    Wo Licht ist

    Faidit

    08. October 2015 um 13:53

    Sarah Moss bringt die dunkle Seite von scheinbar ach so frommen Wohltätern ans Licht. Vielleicht werden die Leser nach diesem Buch in Zukunft sensibler hinter die glänzenden Fassaden von Gutmenschen blicken… Der Plot des kritischen Romans findet im England des 19. Jahrhunderts statt. Die Gesellschaft sowie die Protagonisten werden gelungen charakterisiert und das Zeitgeschehen ist sehr gut recherchiert. Im Mittelpunkt steht die Familie des wohlhabenden Künstlers Alfred Moberley mit seiner höchst puritanisch eingestellten Ehegemahlin Elizabeth und den beiden Töchtern Ally und May, deren Kindheit bis zum Erwachsenenalter ist der rote Faden des Geschehens. Elizabeths Wohltätigkeit ist vom Egoismus und nicht von Selbstlosigkeit geprägt. Ihr geht es darum "gut" zu sein, ein besserer Mensch als alle zu sein und so Gott zu gefallen, dessen Anspruch an Nächstenliebe sie überzogen und fanatisch verfolgt, während sie die Eigenliebe völlig ausklammert und somit auch die Liebe zu denen, um deren Liebe sie scheinbar nicht zu kämpfen braucht, weil ihre Kinder und ihr Mann sie aufgrund der Familienbande nicht verlassen können - zumindest vorläufig nicht... Aufgrund dieses Dünkels eine Weltverbesserin zu sein, greift sie für die Erziehung besonders ihrer ältesten Tochter zu grausamsten Mitteln. Dass die Welt zuerst im Kleinen, in ihrem eigenen Umfeld zu verbessern ist - dass sie die Menschenrechte und zerbrechlichen Seelen ihrer Schutzbefohlenen zuhause mit Füßen tritt und auf ewig schädigt, sieht sie nicht. Elisabeths Liebesfähigkeit ist gleich null, weil sie sich ja noch nicht einmal selbst liebt. Wie soll sie etwas geben können, das sie nicht hat... Wenigstens ihre eigenen Töchter scheinen ihr Handeln zu hinterfragen und könnten deshalb eine Chance zu haben, aus den Fehlern der Mutter zu lernen und diese Spirale der selbstzerstörerischen Lieblosigkeit zu durchbrechen... Der Schreibstil der Autorin ist nüchtern, kühl und prägnant wie der Charakter von Elizabeth Moberley, der Protagonistin des Romans, die die Quelle der Handlung aller anderen Hauptfiguren ist. So hat der Roman nicht nur über die Story seine Färbung von einer Härte, die dem Leser vor Mitgefühl für die der Gefühlskälte Elizabeths ausgelieferten Kinder fast das Herz zerdrückt. Die klar abgegrenzten Szenen und Sätze, welche mit wenigen Konjunktionen auskommen, wirken wie die Erziehungsmethoden der Protagonistin, die ihrer kleinen Tochter noch nicht einmal erlaubt, ein Stück von ihrem eigenen Geburtstagskuchen zu essen, sondern aufgrund einseitig gelebter Menschlichkeit das Mädchen zwingt, jenen armen Kindern zu überlassen. Das Erleben des Lesers wird auch durch die gewählte Zeitform der Verben im Präsens schon beinahe dreidimensional, da alles gerade jetzt, quasi um den Leser herum, zu geschehen scheint. Ich hätte mir dennoch einen weicheren Schreibstil mit kürzeren Zeitsprüngen von einer Szene zur nächsten gewünscht. Die Beschreibungen waren zum einen sehr schön und bildhaft, zum anderen jedoch wieder fehlten sie ganz, wie beispielsweise bei manchen Nebendarstellern, zu denen ich darum überhaupt keinen Bezug bekam. Manchmal ist das Verhalten von Ally auch unlogisch, der Charakter entsprechend der Handlung nicht richtig ausgearbeitet. Mitunter hat man das Gefühl, etwas nicht ganz mitbekommen zu haben, weil dem Leser zu wenig Information geliefert wird. Oder wurde der Roman an dieser Stelle gekürzt? Ein Großteil des Romans findet darum im Kopf des Lesers statt, der sich die Szenen dann selbst ausmalt. Vielleicht wollte die Autorin Sarah Moss auch damit zum Nachdenken anregen, zum Reflektieren und sozialkritischen Beobachten des heutigen Zeitgeschehens. Doch nach aller Dunkelheit steht am Ende des Romans das Licht der Hoffnung, dass die dem Leser ans Herz gewachsene Ally lernt die Liebe kennen. Aber dieses Happy End ist nur ein Lichtfunke, denn Liebe zu erhalten und auf Dauer zu leben ist harte Arbeit und besonders für Ally noch ein langer Weg…

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  • Wo Licht ist

    Wo Licht ist

    Nusseis

    06. October 2015 um 11:48

    "Wo Licht ist" von Sarah Moss ist ein Roman, der im 19. Jahrhundert spielt. Ally wächst als Tochter eines erfolgreichen Künstlers und einer unbarmherzigen Mutter auf. Ally versucht immer ihrer Mutter gerecht zu werden, unterdrückt jedes Bedürfnis nach Liebe und Wärme und stellt den Hunger anderer vor ihre eigenen Bedürfnisse. Sie engagiert sich schon als junges Mädchen für die Armen und verzichtet selbst auf jeglichen Luxus. Trotz allem ist die Mutter immer unzufrieden mit ihrer Tochter und Ally strengt sich noch mehr an und lernt, anstatt zu schlafen, um mal Ärztin werden zu können. Sogar als Ally ein Stipendium bekommt und als eine der ersten Frauen zum Studium in der Universität von London zugelassen wird, erntet sie kaum Anerkennung. Da begreift Ally, dass es auch für sie an der Zeit ist, die familiären Fesseln zu sprengen und ihren eigenen Weg zu gehen. Ein höhst interessanter, authentischer Roman. Glaubwürdig werden auch die Zwänge des 19. Jahrhunderts geschildert. Ein beeindruckender Kampf einer jungen Frau, welche für alle anderen Frauen eine Vorbildfunktion eingenommen hat. Das Buch hat mir gut gefallen, allerdings ist es etwas "trocken" und emotionslos erzählt. Wobei Ally sich auch keine Gefühle erlauben konnte. Also alles in allem gut, mit etwas Verbesserungspotential.

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  • Für Leser mit Zeit

    Wo Licht ist

    Idgy

    25. September 2015 um 13:01

    "Wo Licht ist" ist das dritte Buch der 1975 in Schottland geborenen Schriftstellerin Sarah Moss. Die Geschichte von Ally spielt Mitte des 19. Jahrhunderts und schildert das Leben einer Frau, die letztendlich als eine der ersten Frauen in England Medizin studiert. Allys Weg ist ein steiniger, da sie ihr Leben lang um die Anerkennung der Mutter kämpft. Elisabeth und Alfred, Allys Eltern heiraten, obwohl sie vollkommen unterschiedlich sind. Die Beiden bekommen die Töchter Ally und May. Alfred ist Maler und geht in seiner eigenen Welt auf. Elizabeth verachtet jeglichen Wohlstand und kämpft für die Rechte der Frau. Sie lebt für ihre Ziele und ihr ist jedes Mittel Recht diese zu erreichen. Sie missbraucht ihre eigenen Kinder für die Sache und raubt diesen damit die Kindheit. Insbesondere  Ally scheint den Zielen der Mutter zu dienen, da sie bereit ist  Schmerz und Leid zu ertragen um es richtig zu machen. Doch jegliche Bemühungen scheitern an den Ansprüchen der Mutter. May, die jüngere Schwester ist von anderem Naturell und versucht weitgehend ihren eigenen Weg zu gehen. Der Vater kann sich gegen die Mutter nicht durchsetzen und versucht halbherzig den Kindern heimlich das Leben ein wenig zu versüßen. Ally beschließt auf  Wunsch der Mutter Medizin zu studieren, auch um ihr zu zeigen, dass sie fähig ist den unerreichbaren Ansprüchen dieser kalten Frau gerecht zu werden. Jedes Kapitel in "Wo Licht ist" beginnt mit einer Beschreibung eines Kunstwerks, welches das folgende Kapitel in Farben fasst. "Wo Licht ist" ist kein Buch, dass man mal so nebenbei lesen kann, Ich hatte anfänglich meine Probleme mit dem Buch, wobei ich auch ganz klar sagen muss, dass dieses Buch sich Seite um Seite steigert. Die Sprache ist mir teiweise zu phantastisch und die Zeitsprünge erleichtern das Lesen nicht wirklich. Für jemanden, der das Lesen nicht zu oft unterbrechen muss kann ich das Buch empfehlen.

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  • Wo Licht ist

    Wo Licht ist

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Mitte des 19. Jahrhunderts: Ally ist die Tochter von Eltern, die unterschiedlicher nicht sein könnten: der Vater, Alfred Moberley, ein bekannter Maler, warmherzig, sinnlich und mit einem unbestechlichen Blick für das Schöne; die Mutter, Elizabeth, eine unbeugsame Christin, die sich entschlossen für die Rechte von Armen und Außenseitern einsetzt sich selbst jedoch kasteit und den beiden Töchtern vorlebt, dass religiöse und politische Prinzipien wichtiger sind als der eigene Hunger, Gefühle und die Sehnsucht nach Wärme. Während die jüngere Tochter May (bekannt aus Schlaflos) früh den Absprung schafft und auf eine schottische Insel zieht, verharrt Ally in einem aussichtslosen Kampf um die Liebe und Anerkennung ihrer Mutter. Doch selbst als sie ein Stipendium erhält und als eine der ersten weiblichen Studentinnen für ein Medizinstudium an der Universität London angenommen wird, zeigt Elizabeth sich kaum beeindruckt. Da begreift Ally, dass es auch für sie an der Zeit ist, die familiären Fesseln zu sprengen und ihren eigenen Weg zu gehen. Farbintensiv, psychologisch glaubwürdig und mit großem Gespür für den Zeitgeist und die Zwänge des 19. Jahrhunderts schildert Sarah Moss das Aufeinanderprallen zweier viktorianischer Milieus verkörpert durch die hart arbeitende, aber lieblose Mutter auf der einen und den Kunst liebenden Vater auf der anderen Seite und erzählt die Geschichte einer klugen, sensiblen Frau, die sich auf der Suche nach Bildung und Liebe von beiden befreien muss. Elisabeth ist von ihrer Mutter lieblos und streng gläubig erzogen worden. Sie arbeitet in einem Frauenhaus und setzt sich sehr für die Armen und misshandelten Frauen dort ein. Schonungslos wird Elisabeth’s Umgang mit ihren beiden Töchtern Ally und May dargestellt. Als religiöse Frau rechtfertigt Elisabeth die seelischen und körperlichen Misshandlungen, vor allem ihrer älteren Tochter Ally. Lieblosigkeit, Strenge, Bestrafungen, diese Dinge erfährt Ally schon in früher Kindheit und Jugend. Sie strebt nach der Liebe und Anerkennung der Mutter. Doch dann möchte sie auch auf eigenen Wunsch hin Medizin studieren, was damals für eine Frau natürlich noch undenkbar schien. Und so verlässt sie die häusliche Umgebung und die lieblose Mutter, in der Hoffnung, nun ihre Liebe und Anerkennung zu erhalten. Sarah Moss beschreibt mitfühlend und einfühlsam die Geschichte von Ally, die es unter ihrer lieblosen Mutter Elisabeth sehr schwer im Leben hat. Eindrucksvoll wird dies um die Zeit des 19. Jahrhunderts erzählt, mit den Moralvorstellungen, Bestrafungen und Erziehungsmethoden, aber auch der medizinische Stand von damals wird wunderbar beschrieben und überzeugt  realistisch aus dieser Epoche. Mich hat zum einen der wunderbare klare und flüssige Schreibstil sowie die Charaktere dieser eindrucksvoll erzählten Geschichte von Kapitel zu Kapitel immer mehr in seinen Bann gezogen. Am Ende des Buches war ich einfach nur begeistert und berührt. Informativ, fesselnd und mitfühlend, ein toller Roman, den ich auf jeden Fall weiterempfehlen möchte.

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    • 2
  • Wo Licht ist, ist auch Schatten

    Wo Licht ist

    wusl

    23. September 2015 um 16:13

    "Wo Licht ist", ist auch Schatten. Der Titel des neuen Buches von Sarah Moss ist Programm. In eindringlicher Art und Weise schildert sie das Leben und Leiden von Ally und May, zwei Schwestern in den Zeiten von beginnender Emanzipation und gesellschaftlichen Umstrukturierungen, die auch in das Gleichgewicht der Familien eingreifen. Es ist keine fröhliche Geschichte, die hier erzählt wird. Und vor allem die kaltherzige Art der Mutter, ihre Töchter zu erziehen und für Ideale zu formen, hat mich teilweise ziemlich aufgewühlt. Und der Vater ist dabei auch kein großes Gegengewicht. Die Sprache ist sehr angenehm, oft lautmalerisch und verstärkt wird der Eindruck durch das stilistische Mittel, am Anfang jedes Abschnittes Bilder zu beschreiben, in ihnen fast zu schwelgen. Die Charaktere sind so intensiv, dass man sie würgen oder schütteln möchte, dass man mit ihnen regelrecht mitleidet. Ein wunderschönes Cover ist beim Mare-Verlag ja schon fast normal. Hier hat mir auch die Geschichte wieder mal gezeigt, dass dies ein Verlag und eien Autorin ist, die man im Auge behalten muss.

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  • 100 %ige Leseempfehlung

    Wo Licht ist

    vielleser18

    19. September 2015 um 08:34

    Das Buch beginnt 1856 mit der Hochzeit von Alfred und Elizabeth in Manchester. Sarah Moss beschreibt abwechslend deren Gefühle und Ansichten. Ein Jahr später wird Ally geboren, von der die Geschichte dann im weiteren handelt. Elizabeth, selbst sehr streng erzogen, ist tief gläubig, und setzt sich für die vielen armen Menschen in ihrer Umgebung ein und vor allem für die Rechte der Frauen. Doch sie tut das mit einer unnachgiebigen, freudlosen Art, vor allem aber, verlangt sie von ihren Kindern, denen sie keine Liebe gibt oder geben kann, ein Leben nach strengen Regeln, Arbeit und Einsatz. Vor allem von Ally, die mehr und mehr anfängt unter dem Druck und den abstoßenen Erziehungsmethoden, aber auch an der Erwartungshaltung ihrer Mutter zu leiden. Ist sie doch sehr begabt und von ihrer Mutter ausersehen einen ganz besonderen Weg einzuschlagen: sie soll als einer der ersten Frauen Englands Medizin studieren. Jedem Kapitel ist eine Bildbeschreibung vorangestellt, die auch immer einen Bezug zu den Begebenheiten des Kapitels beeinhaltet. Gemalt von Alfred, Allys Vater, und dessen Freund und Kollegen Aubrey. Dies gibt dem Buch authentische Züge, so dass man geneigt sein kann, dass diese Bilder existieren und damit auch diese Menschen wirklich gelebt haben. Ein gelungenes Stilmittel ! Die Geschichte von Ally begleitet den Wandel der Rolle der Frau im 19. Jahrhundert. Viele Ungerechtigkeiten, die damals üblich waren, werden hier geschildert, viele Grausamkeiten, viele Behandlunsgmethoden, viele Strafen, die man sich heute so gar nicht mehr vorstellen kann. Und wie steinig der Weg war, dieses zu ändern. Es geht aber auch um die Medizin und ihre Notwendigkeiten. Sarah Moss wirft z.B. in einer Diskussion unter den Studentinnen die Frage auf, was ist notwendig, was ist vertretbar, was ist experimentieren, was ist heilen ? Dabei geht es um Operationen und die hohe Todesrate, die damals noch bestand. Der Roman ist authentisch geschildert, bewegend, mitreissend und informativ. Er lässt eine nicht allzu ferne Vergangenheit wieder aufleben. Von mir gibt es eine 100%ige Leseempfehlung.

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  • Ein Lesehighlight 2015

    Wo Licht ist

    Barbara62

    18. September 2015 um 18:26

    Obwohl ich nicht ganz leicht in dieses Buch hineingekommen bin, hat es mich nach einer Weile immer mehr gefesselt und insgesamt begeistert. Dazu beigetragen haben nicht zuletzt die hervorragende Ausstattung und die besonders passende und gelungene Umschlaggestaltung, die das Buch zu einem echten Blickfang im Meer der Neuerscheinungen  macht. Angesiedelt ist die Geschichte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im viktorianisch geprägten Großbritannien. Im Mittelpunkt steht Ally, älteste Tochter des Malers und Dekorationskünstlers Alfred Moberley und seiner christlich-fundamentalistischen Frau Elisabeth. Während sich deren Engagement zu Beginn des Romans noch auf Wohltätigkeit gegenüber Armen und vor allem Frauen beschränkt, wird sie mit den Jahren politischer, kämpft für die Emanzipation. Doch dieses durchaus zu begrüßende Engagement geht einher mit der Hochmütigkeit einer Besserwisserin, mit Verbissenheit, mit zur Schau gestellter Freudlosigkeit, mit Männerhass, mit einer unvorstellbaren Lieblosigkeit den eigenen Kindern gegenüber und mit der sowohl psychischen wie physischen Misshandlung Allys und ihrer jüngeren Schwester May unter dem Deckmantel der Religion. Ally, die trotz aller Demütigungen versucht, die Achtung und Liebe ihrer Mutter zu erlangen, möchte auf deren Anregung und schließlich auch auf eigenen Wunsch hin Medizin studieren, ein in England damals nahezu unerreichbares Anliegen. Natürlich hofft man beim Lesen, dass sie ihr großes Ziel erreicht und eine der ersten approbierten Ärztinnen Englands werden kann, doch fast noch mehr habe ich ihr die Ablösung von der kalten, herrischen Mutter gewünscht. Ob sich diese Hoffnungen erfüllen, soll hier nicht verraten werden... Den einzelnen Kapiteln, die zum Teil in großen Zeitsprüngen aufeinander folgen, sind jeweils sehr anschauliche und detaillierte Bildbeschreibungen von Gemälden Moberleys oder seines Freundes Aubrey West vorangestellt, die einen Vorgeschmack auf den folgenden Text geben. Die 1975 in Schottland geborene Autorin Sarah Moss ist eine Meisterin der Charakterstudie und der Psychologie. Ihre Figuren wirken nie überzogen, die Entwicklungsschritte sind gut nachvollziehbar und die Schilderungen der historischen Zeitumstände empfand ich als ebenso informativ wie erschreckend. Für mich ein Lesehighlight 2015.  

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  • finde deinen Weg

    Wo Licht ist

    irismaria

    18. September 2015 um 11:11

    "Wo Licht ist" von Sarah Moss ist ein historischer Roman, der im 19. Jahrhundert in England spielt. Im Mittelpunkt steht die Familie Moberley. Alfred Moberley ist Maler und Designer von Tapeten. Er heiratet Elizabeth, die aus einer Quäkerfamilie stammt und ihr Leben der Arbeit in einem Frauenhaus und dem Kampf gegen soziale Benachteiligung der Frauen widmet. Unter der Unterschiedlichkeit ihrer Eltern leiden die beiden Töchter Ally und May. Ally besitzt großen Forscherdrang und würde gerne Ärztin, doch das ist zu dieser Zeit noch kaum möglich. Doch ihre Mutter und deren Frauengruppe unterstützen sie und stellen hohe Anforderungen an das Mädchen. Wird sie dem Druck standhalten? Jedes Kapitel beginnt mit der Beschreibung eines Kunstwerks, dessen Entstehung in diesem Kapitel vorkommt. Diese Bildbeschreibungen haben mir sehr gefallen. Die Geschichte ist flüssig zu lesen und sehr berührend. Ich habe mit den Charakteren mitgelitten, die es schwer hatten, ihre eigenen Wünsche und Persönlichkeiten mit den Erwartungen der Umwelt in Einklang zu bringen. Ganz nebenbei erfährt man viel über Werte und Lebensweisen der damaligen Zeit.

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  • Wo Licht ist

    Wo Licht ist

    Cellissima

    17. September 2015 um 22:48

    Manchester im 19. Jahrhundert: Alfred und Elizabeth Moberley heiraten. Es sind zwei Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten - er ein einfühlsamer, gefühlsbetonter Maler, sie eine Kämpferin für die Rechte und Möglichkeiten der Frauen und der Armen, die jedoch keinerlei Gefühle besitzt oder sie zumindest nicht zeigen kann. Aus der Ehe gehen bald zwei Kinder hervor, Alethea und May. Die Mädchen sind so unterschiedlich wie ihre Eltern, und nicht nur das - sie werden auch unterschiedlich behandelt. Während May auch von der Mutter wenigstens etwas Zuwendung und Wärme bekommt, bekommt Alethea Tag für Tag ihre volle Härte und Kälte zu spüren und wird entwürdigend behandelt. Und während May klare Worte findet, sich an ihren Wünschen und Sehnsüchten orientiert und ihr Leben so lebt, wie es ihr vorschwebt, hat Alethea einfach nicht die nötige Kraft und den nötigen Mut für diesen Schritt. So lässt sie weiterhin diese Behandlung über sich ergehen und tut alles, um eines Tages vielleicht doch noch ein klein wenig Anerkennung und Liebe von ihrer Mutter zu bekommen. Aber selbst als sie als eine der ersten Frauen in London Medizin studieren darf, passiert dies nicht. Wird Alethea daran zerbrechen? Oder wird es auch ihr noch gelingen, den Absprung zu schaffen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen und glücklich zu werden? ****** Wieder besticht Sarah Moss durch ihren wirklich hervorragenden Schreibstil. Die Geschichte erfordert die volle Konzentration des Lesers - wenn diese nicht vorhanden ist, zieht die Geschichte wie die Landschaft bei einer Zugfahrt vorbei. Wenn man sich aber auf die Sätze konzentriert, entfalten sie ihre volle Schönheit und Intensität, sodass der Leser sich inmitten des Englands des 19. Jahrhunderts und der viktorianischen Gesellschaft wiederfindet. Die Figuren sind allesamt bis ins kleinste Detail sorgsam gezeichnet; selten kann der Leser Charaktere so sehr lieben oder hassen, ins Herz schließen oder verabscheuen. Gerade die Kindheit und Jugend und die schlimme Art und Weise, in der Elizabeth ihre Tochter Alethea behandelt, werden sehr detailliert und gut dargestellt. Das viktorianische Zeitalter mit seinen Entwicklungen und Menschen, deren Alltag, Wünschen, Träumen und Sehnsüchten, Problemen und Hindernissen, Denkweisen, Wissen, Glauben wird ausgezeichnet beleuchtet und dem Leser näher gebracht. ****** Ein herausragender Roman über eine Familie im England des 19. Jahrhunderts, insbesondere über eine Frau, die von ihrer Mutter beherrscht wird, die vieles erdulden und erleiden und hart für ihren Lebensentwurf und ihr Glück kämpfen muss. Eine Geschichte, die ein sehr detailliertes Bild der viktorianischen Gesellschaft sowie dem Stand der Wissenschaft zu dieser Zeit zeichnet und bei deren Lektüre der Leser nicht nur genießen, sondern auch viel lernen kann!

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  • Ein schönes Buch über die Emanzipation der Frauen allgemein und einer Frau im Speziellen

    Wo Licht ist

    Pocci

    16. September 2015 um 22:44

    In der Mitte des 19. Jahrhunderts wächst Ally als Tochter eines berühmten Malers und einer strenggläubigen Christin auf. Von dieser wird sie seit ihrer Geburt dazu erzogen, eigene Bedürfnisse hinten anzustellen, um den Menschen am Rande der Gesellschaft ein besseres Leben zu ermöglichen. Ihre Töchter erzieht sie nach strengen Regeln und mit harten Bestrafungen, gleichzeitig will sie, dass diese es einmal zu etwas bringen und ein Vorbild für andere Frauen sind. Doch wie sehr sie sich auch anstrengt, gelingt es Ally nicht ihre Mutter zufrieden zu stellen, während ihre jüngere Schwester May zunehmend unabhängiger von der Mutter und ihrer Lebenseinstellung wird. Während Ally um ihre eigene Emanzipierung ringt, geschehen um sie herum auch große gesellschaftliche Umbrüche, denn die Frauen kämpfen dafür studieren und einen Beruf mit einer höheren Ausbildung ergreifen zu dürfen. Das Buch ist aus der Sicht eines externen Erzählers verfasst, der die Geschehnisse aus wechselnden Perspektiven erzählt. Im Mittelpunkt stehen dabei Ally und ihr Werdegang. Der Schreibstil ist angenehm und als Leser findet man sich leicht in das Buch ein. Zu Beginn sind die manchmal überraschenden Perspektivwechsel etwas verwirrend, aber auch daran gewöhnt man sich innerhalb von ein paar Seiten. Besonders gut gefällt mir, dass jedes Kapitel mit der Beschreibung eines Kunstwerks, meist von Allys Vater, beginnt. Bis zum Ende des Kapitels erfährt der Leser neben Allys Geschichte auch, wie dieses Kunstwerk entstanden ist. Besonders gefällt mir auch Allys persönliche Entwicklung während der Erzählung. Dabei wird sie zunächst immer mehr von ihrer Mutter unterdrückt und gibt sich selbst die Schuld an deren Verhalten, so dass man als Leser schon alle Hoffnung aufgeben und sie schütteln möchte, weil sie sich nicht wehrt. Als Leser kann man gut mit ihr mitfühlen und möchte ihr dabei helfen, aus ihrem Zuhause auszubrechen. Besonders weil weder Vater noch Schwester sie dazu bringen können, sich gegenüber der Mutter zu emanzipieren. Toll finde ich auch, dass nicht nur Allys persönliche Entwicklung, sondern auch die Emanzipierung der Frauen allgemein eine wichtige Rolle in dem Roman spielt und man als Leser so noch einige historische Hintergrundinformationen erhält. Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen und Ally ist mir beim Lesen auch etwas ans Herz gewachsen.

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  • Wo Licht ist

    Wo Licht ist

    SteffiKa

    14. September 2015 um 14:07

    Inhalt (übernommen) Manchester, Mitte des 19. Jahrhunderts: Ally ist die Tochter von Eltern, die unterschiedlicher nicht sein könnten: der Vater, Alfred Moberley, ein bekannter Maler, warmherzig, sinnlich und mit einem unbestechlichen Blick für das Schöne; die Mutter, Elisabeth, eine unbeugsame Christin, die sich entschlossen für die Rechte von Armen und Außenseitern einsetzt - sich selbst jedoch kasteit und den Töchtern vorlebt, dass religiöse und politische Prinzipien wichtiger sind als Hunger, Gefühle und die Sehnsucht nach Wärme. Während die jüngere Tochter May früh den Absprung schafft und auf eine schottische Insel zieht, verharrt Ally in einem aussichtslosen Kampf um Liebe und Anerkennung ihrer Mutter. Doch selbst als sie ein Stipendium erhält und als eine der ersten Frauen für ein Medizinstudium an der Universität London genommen wird, zeigt Elisabeth sich kaum beeindruckt. Da versteht Ally, dass es auch für sie an der Zeit, die familiären Fesseln zu sprengen und ihren eigenen Weg zu gehen. Charaktere Zuerst lernen wir Ally´s Eltern bei deren Hochzeit kennen. Alfred ist der typische Künstler: warmherzig, aber auch verträumt und für mich manchmal etwas realitätsfremd, oder einfach nur bequem. Elisabeth, die eigentlich den Blick für das Gute hat, wird so von ihrer Religion beeinflusst, dass sie ihre Großzügigkeit leider "nur" an Fremde weitergeben kann: Gefühle gegenüber ihrem Mann und ihren Töchtern zu zeigen ist ihr völlig fremd. Und das erwartet sie auch von ihren Mädchen -insbesondere von Ally. Ally - lernen wir als folgsames, schüchternes Mädchen kennen, die vor allem nur eins will: Ihrer Mutter zu gefallen und gerecht zu werden. Der Weg dorthin führt sie über ein Medizinstudium, dass zu dieser Zeit eigentlich nur Männern vorbehalten war, aber die Zeiten und Gesetze ändern sich. May als kleine Schwester wächst sorgenfreier auf: Sie hat ein freudiges und unbeschwertes Gemüt. Erwähnen möchte ich noch Ally´s Tante und gleichzeitig Elisabeths Schwester Mary: Sie hat für mich mit ihrer Wärme und Herzlichkeit eine zentrale Rolle auf Ally´s Weg gespielt. Insgesamt ist es Sarah Moss gelungen die Charaktere mit Liebe zum Detail zu zeichnen. Man konnte förmlich die Kälte beziehungsweise auch die Wärme und Herzlichkeit spüren. Ich habe mit Ally mitgelitten, mitgetrauert und hätte sie manchmal auch gerne geschüttelt und ihr gesagt, dass sie ihr Leben endlich genießen soll. Schreibstil Ich muss sagen, dass ich eine Weile gebraucht habe, um in die Geschichte zu kommen. Wenn ich nicht an der Leserunde teilgenommen hätte, hätte ich das Buch wahrscheinlich zur Seite gelegt. Mir gingen die Perspektivenwechsel und die zeitlichen Sprünge manchmal zu schnell. Auch habe ich mich manchmal schwer getan, mit den Hintergrund-Lektüren auf die sich Sarah Moss bezogen hat und die man kennen musste, damit man verstanden hat, was gemeint war. Aber das Durchhalten hat sich gelohnt: Für mich war ab der 2. Hälfte das Buch ein Highlight. Die Charaktere haben sich toll weiterentwickelt und auch das Thema "Emanzipation" wurde zum Mittelpunkt. Moss gibt Denkanstöße, die es auch heute noch lohnt zu diskutieren. Außergewöhnlich schön fand ich, dass zu jedem Kapitel vorher ein Bild oder ein Gemälde beschrieben wurde (vorzugsweise von Alfred Moberley gemalt), das zum Thema passte. Fazit Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat mich das Buch dann doch gefesselt: Eine tolle und anspruchsvolle Lektüre zum Thema Emanzipation.

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  • Eine literarische Entdeckung für mich

    Wo Licht ist

    Deengla

    13. September 2015 um 22:07

    Kurzmeinung Ein Buch, das mich vollends überzeugt hat, und welches sicherlich noch lange in mir nachklingen wird. Inhalt Dies ist die Geschichte von Ally, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Großbritannien als eine der ersten Frauen überhaupt Medizin studiert. Doch es ist auch die Geschichte ihrer Familie, vor allen Dingen ihrer Eltern. Meine ausführlichere Meinung Diese Geschichte beginnt mit der Hochzeit von Allys Eltern: Elizabeth und Alfred. So erlebt man Allys Entwicklung  von Baby zur Studentin bzw. Absolventin, es gibt immer größere Zeitsprünge in der Handlung. Fasziniert und begeistert bin ich von der Art und Weise, wie die Autorin es schafft, Charaktere und deren komplexen Beziehungsgeflichte sowie Handlungsmotive darzustellen. Allen voran Allys Mutter Elizabeth, die sich stark für andere einsetzt und mit harter Hand ihre beiden Töchter erzieht, bei der man aber trotz ihres bewundernswerten sozialen Engagement die Wärme und Liebe vermisst. Es ist geradezu schockierend, zu welchen Erziehungsmethoden sie greift. Doch auch Allys Vater, ein Künstler, der die Familie als Innendekorateur ernährt, ist sehr gelungen. Ebenso wie Allys Schwester May, Tante Mary und eigentlich alle Figuren in diesem Roman. Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, ist das man die Geschehnisse zur damaligen Zeit quasi hautnah miterlebt und ich so meinen Bildungshorizont erweitern konnte. So wusste ich zum Beispiel nicht, dass man jede Frau als mutmaßliche Prostituierte damals verhaften und einer grausamen Zwangsuntersuchung, die viele verstört zurückgelassen hat, unterziehen konnte. Doch auch zu sehen, wie hart es für Frauen damals war, für ihre Rechte zu kämpfen, und wie sie oft als Menschen zweiter Klasse bzw. den Männern eindeutig unterlegene (da kleinere Gehirne) Besitztümer, mit denen man mehr oder weniger machen konnte, was man wollte, behandelt worden, hat mich sehr berührt. Davon, wie Pionierinnen wie Ally, die es tatsächlich wagten, zu studieren und Ärztinnen zu werden, behandelt wurden mal ganz zu schweigen. Ebenfalls erwähnen möchte ich den künstlerischen Aspekt, da zu Beginn eines jeden Kapitels ein Kunstwerk (meist von Allys Vater Alfred) bis ins Detail beschrieben wird, welches oft etwas von der Handlung vorwegnimmt. Diese Beschreibungen sind so detailliert und stimmig, überhaupt nicht langweilig, und haben so einiges zum Lesevergnügen beigetragen. Ebenso die klare und beeindruckende Sprache. Fazit Für mich ist dieses Buch eine wahre Entdeckung und ich kann es voll und ganz empfehlen! Wer an intelligenten Romanen mit überzeugendem historischen Einschlag, realistischen und genial gezeichneten Figuren und kraftvoller Sprache Freude hat, sollte sich "Wo Licht ist" keinesfalls entgehen lassen.

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