Sarah Moss Zwischen den Meeren

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Inhaltsangabe zu „Zwischen den Meeren“ von Sarah Moss

Nur wenige Wochen nach der Hochzeit muss ein junges Paar sich wieder trennen – für ein ganzes halbes Jahr. Tom Cavendish fährt nach Japan, um Leuchttürme zu bauen; Ally, seine Frau, bleibt in Cornwall, wo sie ihren lang gehegten Traum erfüllt und ihre erste Stelle als Ärztin antritt. Der neue Status beschert ihr ungekannte Freiheit, doch während sie sich immer tiefer in die Arbeit stürzt und Tom versucht, sich an die fremde Kultur Japans zu gewöhnen, wird die Entfernung zwischen beiden immer größer und das Fundament ihrer jungen Ehe brüchig. Mit ihrer unvergleichlichen Mischung aus psychologischer Einfühlung und intellektueller Tiefe spannt Sarah Moss einen Bogen von Cornwall bis Japan und zeigt zwei Menschen voller beruflicher Entschlossenheit und innerer Einsamkeit, verbunden durch dieselbe Sehnsucht, die Sehnsucht nach dem jeweils anderen.

Feinfühlig und tiefgreifend erzählt

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Kulturell und zeitgeschichtlich interessant!

— LuiseLou
LuiseLou

Ein wahres Wechselbad der Gefühle. Sprachlich perfekt inszeniertes Porträt zweier bemerkenswerten Persönlichkeiten!

— louella2209
louella2209

Die Autorin entführt bildgewaltig nach England und Japan vergangener Zeit. Interessant, ruhig und faszinierend.

— coala_books
coala_books

Dieses Buch ist optisch ein Kleinod , sowie im schriftstellerischen Können. Ich bin begeistert!

— Edelstella
Edelstella

Großartig geschrieben mit zwei interessanten Handlungssträngen

— Buchina
Buchina

Spannende Grundhandlung, allerdings mit einigen Längen umgesetzt.

— Isaopera
Isaopera

Es ist vielschichtiges Buch. Eine Geschichte aus dem späten 19. Jahrhundert. Figuren voller Tiefe und einer lebendigen Erzählweise.

— Buchraettin
Buchraettin

Identitätssuche zwischen Norm und Wahn in den gleichermaßen restriktiven Gesellschaften der viktorianischen und japanischen Welt um 1880.

— alasca
alasca

Viele Interessante Informationen über das Leben in Japan und auch in England im 19. Jhdt., aber für mich hat leider die Spannung gefehlt...

— Sireadh
Sireadh

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  • Zwischen den Meeren

    Zwischen den Meeren
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    07. November 2016 um 10:13

    Dieser Roman besticht als erstes durch sein wunderschönes Cover, Kirschblüten auf weißem Untergrund, welches mir sofort ins Auge gesprungen ist. Die Geschichte spielt im späten 19. Jahrhundert. Tom und Ally Cavendish sind frisch verheiratet. Doch nur wenige Wochen nach der Hochzeit trennen sich für ein halbes Jahr ihre Wege. Tom muss beruflich nach Japan, um dort Leuchttürme zu bauen. Ally, die ihre erste Stelle als Ärztin antritt, bleibt in Cornwall. Es wird in wechselnden Perspektiven und kurzen Kapiteln erzählt, eine von Tom in Japan, die andere von Ally in Cornwall. Von Tom’s Leben in Japan wird viel und detailreich über die Kultur, Verhaltensformen und Traditionen dort berichtet, was sehr interessant und informativ war. Auf Ally’s Seite hingegen war es sehr emotional, gerade auch durch ihre eigenen Probleme sowie ihrer Vergangenheit, ihre Probleme mit ihrer Mutter und ihrer Arbeit in einer psychiatrischen Einrichtung. Beide Perspektiven waren sehr fesselnd und verwirrend zugleich. Auf der einen Seite die kalte Winterlandschaft von Cornwall, Ally’s Einsamkeit und Probleme und auf der anderen Seite die Schönheit Japans. Es war interessant dargestellt, welche Probleme Ally hatte, zum einen damit, dass sie mit als erste weibliche Ärztin in der damaligen Zeit tätig war, welchen Vorurteilen sie begegnete und wie sie um Anerkennung kämpfen musste. Ihre Arbeit in der psychiatrischen Anstalt war sehr beeindruckend, kam doch hinzu, dass sie mit eigenen Problemen belastet war. Zum anderen wurde ihre Vergangenheit nach und nach belichtet, wie sie unter ihrer kalten und religiösen Mutter leiden musste und Liebe von dieser in keinster Weise erfuhr. Beide erleben einzeln, jeder für sich, viele aufregende und einschneidende Dinge, die sie nicht mit dem anderen teilen können. Briefe sind wochenlang unterwegs, so bleibt die Kommunikation sehr eingeschränkt zwischen den beiden Liebenden. Der Schreibstil war unglaublich schön, sanft und feinfühlig erzählt Sarah Moss die Geschichte von Ally und Tom, die kurze Zeit glücklich verheiratet sind, bis beide sich für Monate trennen müssen. „Zwischen den Meeren" ist passen gewählt, denn man hat das Gefühl, dass nach der Rückkehr von Tom ein Meer die beiden immer noch trennt. Ein anspruchsvoller Roman voller Tiefe und Emotionen, der mich sehr beeindruckt und berührt hat.

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  • Zusammen und doch allein

    Zwischen den Meeren
    coala_books

    coala_books

    01. November 2016 um 11:54

    In der heutigen Zeit, wo Fernbeziehungen leider immer häufiger gelebt werden müssen, sind sie schon mehr als schwierig. Doch wie sah es vor hundert Jahren aus? Die Autorin Sarah Moss hat einen unterhaltsamen Roman darüber geschrieben, wie das Leben Beziehungen verändert, wenn sie getrennt voneinander Leben müssen. Ally und Tom werden kurz nach der Hochzeit getrennt, als Tom für längere Zeit nach Japan muss, um einen Leuchtturm zu bauen. Für ihn eine große Chance und perfekt, um für das spätere Leben mit Ally zu sorgen. Ally bleibt in England und versucht in der Zeit etwas zu bewegen mit ihrer Arbeit als Ärztin in der Nervenheilanstalt. Das Buch schafft es, das Leben von Ally und Tom anschaulich und gut darzustellen und hebt dabei die Unterschiede der zwei Leben sehr gut hervor. Man erkennt schnell, dass nicht wirklich eine gute Basis für die Beziehung da war, da die Liebenden einfach zu wenig Zeit hatten, bevor sie auseinander gehen. Sie sind zusammen und leben dennoch zwei einsame Leben, welche sie nachhaltig zu verändern scheinen. Tom verliert sein Herz an Japan und auch Ally erkennt, dass sie mehr sein möchte und kann, als Ehefrau. Die zwei Geschichten sind daher auch eigenartig alleinstehend, obwohl hier das Leben eines Ehepaares betrachtet wird, bis zur Zeit der Rückkehr. Die Geschichte wurde sehr anschaulich erzählt und auch die Personen sind sehr schön realistisch dargestellt entsprechend der damaligen Zeit. Dennoch blieben sie die meiste Zeit doch etwas fern und man konnte schwer eine Verbindung aufbauen. Das ganze Buch über hat man das Gefühl, nur ein Betrachter von außen zu sein, obwohl die Gefühle von Ally und Tom gut dargestellt werden. Dennoch kann das Buch auf seine eigentümlich distanzierte Art unterhalten.

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  • Leserunde zu "Zwischen den Meeren" von Sarah Moss

    Zwischen den Meeren
    Mare_Verlag

    Mare_Verlag

    Liebe Lovelybooks-Leser, auch der August bringt schöne neue Bücher aus dem mareverlag: Am 23. August erscheint der neue Roman »Zwischen den Meeren« von der wunderbaren Sarah Moss. Wir haben für euch ein paar Exemplare reserviert, damit Ihr das Buch ganz exklusiv bereits vor dem offiziellen Erscheinungstermin lesen könnt. Zum Buch: Cornwall im späten 19. Jahrhundert: Nur wenige Wochen nach der Hochzeit muss ein junges Paar sich wieder trennen – für ein ganzes halbes Jahr. Tom Cavendish fährt nach Japan, um Leuchttürme zu bauen; Ally, seine Frau, bleibt in Cornwall, wo sie ihren lang gehegten Traum erfüllt und ihre erste Stelle als Ärztin antritt. Der neue Status beschert ihr ungekannte Freiheit, doch während sie sich immer tiefer in die Arbeit stürzt und Tom versucht, sich an die fremde Kultur Japans zu gewöhnen, wird die Entfernung zwischen beiden immer größer und das Fundament ihrer jungen Ehe brüchig. Mit ihrer unvergleichlichen Mischung aus psychologischer Einfühlung und intellektueller Tiefe spannt Sarah Moss einen Bogen von Cornwall bis Japan und zeigt zwei Menschen voller beruflicher Entschlossenheit und innerer Einsamkeit, verbunden durch dieselbe Sehnsucht, die Sehnsucht nach dem jeweils anderen. Hier geht’s zur Leseprobe. Möchtet Ihr zu den 20 Vorablesern gehören?* Dann bewerbt euch und beantwortet bis zum 14. August 2016 die folgende Frage: Das frisch verheiratete Paar wird für einige Monate getrennt, als Tom aus beruflichen Gründen nach Japan geht und seine Frau Ally in Cornwall zurücklässt – ihre einzige Kontaktmöglichkeit sind Briefe. Unter welchen Umständen könntet ihr euch vorstellen, eine Beziehung über eine große Distanz zu führen. Wir sind gespannt auf Eure Antworten und freuen uns über zahlreiche Bewerbungen! Euer mareverlag * Bedingung ist, dass Ihr euch zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.

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  • Zwei Kulturen und zwei Menschen dazwischen

    Zwischen den Meeren
    LuiseLou

    LuiseLou

    22. September 2016 um 10:13

    Immer wieder stehen Tom und Ally zwischen den Kulturen - und zwischen den Meeren. Zwischen Ihnen steht das Meer und die Kommunikation ist sehr schwierig. Interessant fand ich Allys Geschichte, die Geschichte von Tom mit seiner Erlebnisse im fernen Japan hat mich nicht ganz so interessiert. Der Schluss war etwas abrupt, sprachlich aber ein sehr schönes Buch!

  • Zwischen den Meeren liegen Welten...

    Zwischen den Meeren
    Queenelyza

    Queenelyza

    20. September 2016 um 21:24

    19. Jahrhundert in Cornwall. Ärztin Ally und Ingenieur Tom sind noch nicht lange verheiratet, da reist Tom für ein halbes Jahr nach Japan, um dort Leuchttürme zu bauen. Ally begleitet ihn nicht, da sie ihre erste Stelle als Ärztin antritt. Ohne Bezahlung, ständig darum kämpfend, dass sie ernst genommen und nicht nur als "Schwester" angesehen wird. Tom ist in Japan von der andersartigen und interessanten Kultur beeindruckt - und so werden sich die beiden im Laufe der Zeit immer fremder.Sarah Moss spielt in "Zwischen den Meeren" gekonnt auf der der Klaviatur der Gefühle, und das in einer Sprache, die schlicht, aber unglaublich schön und pointiert ist. Sie verwendet kein Wort zu viel, und trotzdem erwachen die Welten der beiden Liebenden sehr lebhaft vor den Augen des Lesenden. Dabei ist es erstaunlich, wie die Autorin es schafft, dass mal der eine, mal der andere Teil der interesssantere ist...Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht aus Toms und Allys Perspektive geschrieben. Fing mich zunächst die fremdartige Atmosphäre in Japan ein und Ally blieb ein wenig blass, änderte sich das mit Fortschreiten des Romans. Allys feministischer Kampf gegen die Männerhoheit im Gesundheitswesen und die Vorstellungen der Gesellschaft, ihre Erkenntnis, dass ihre eigene Familie ihr nicht gut tut, ihr Schritt heraus aus dem Elend und ihr erster selbstverfasster Artikel mit unglaublich wichtigem Hintergrund machen aus der zunächst blassen junge Frau eine Kämpferin, die sich mit zunehmender Selbstfindung von ihrem fernen Mann zu lösen scheint. Gerade zu dem Zeitpunkt, wo er sehr intensiv von ihr träumt, ihr Geschenke kauft und nichts mehr herbeisehnt, als seine Frau endlich wieder berühren zu dürfen...Bang fragt man sich, ob die beiden je wieder zusammenfinden, zu groß erscheint die Distanz, die sich zwischen den beiden auftut. Wie die Geschichte der beiden dann ausgeht, ist unerwartet, aber dann doch passend, irgendwie...Es war mein erstes Buch von Sarah Moss, aber mit Sicherheit nicht mein letztes. Ihr knapper und doch so reicher Schreibstil ist wirklich etwas ganz Besonderes, wobei ein großes Lob hier sicher auch der Übersetzerin gebührt. Ein Buch wie ein Meer, tiefgründig und geheimnisvoll, und es zieht einen in seine Tiefen, bevor man sichs versieht.

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  • Zwischen den Meeren

    Zwischen den Meeren
    hundeliebhaber

    hundeliebhaber

    15. September 2016 um 20:03

    Ally und Tom sind frisch verheiratet und nach Cornwall gezogen, als fest steht, dass Tom beruflich für einige Monate nach Japan gehen soll. Dort wird er den Bau von Leuchttürmen unterstützen. Ally tritt währenddessen ihre erste Stelle als Ärztin in einer Nervenheilanstalt an. Die Monate der Trennung fordert sie selbst und ihre Ehe heraus: Tom fühlt sich immer wohler in Japan, ist von der Kultur begeistert und saugt alle Eindrücke auf wie ein Schwamm. Er ist sich nicht sicher, ob er nach England zurückkehren möchte. Während Ally allein in Cornwall bleibt, wird sie von Kindheits- und Jugenderinnerungen heimgesucht, die das zerrüttete Verhältnis zu ihren Eltern widerspiegeln. Außredem hat sie den Tod ihrer Schwester noch nicht verarbeitet und muss sich selbst und ihre Position als Ärztin finden. Sie fragt sich, ob da überhaupt Platz für Tom als ihr Ehemann ist.Sarah Moss hat einen sehr anspruchsvollen, nüchternen Schreibstil, der eine ruhige Atmosphäre schafft. Er passt gut zur Handlung und unterstreicht die Entwicklungen der beiden Charaktere. Die Kapitel werden abwechselnd aus Allys und Toms Perspektive erzählt, sodass der Leser parallel beide Wege, Handlungen und Gedanken vermittelt bekommt.Die Charaktere verfügen nur bedingt über Tiefe, sondern werden eher auf wenige Charakterzüge reduziert. Dadurch rückt die Frage nach dem Sein, nach den Wünschen an das Leben, an die Ehe und die Zukunft und vor allem der Weg, diese lange Trennung zu Beginn der Ehe zu bewältigen, in den Fokus.Zu Beginn war ich fasziniert vom Schreibstil, von der Geschichte und war gespannt, was Ally und Tom erleben werden, wie sie sich entwickeln und ihre Sehnsucht zueinander bewältigen. Allerdings ließ die Sehnsucht ziemlich schnell nach - so wie die Erzählung selbst zwischenzeitlich dahinplätscherte. Die Entwicklungen der beiden waren jedoch nachzuvollziehen und plausibel geschildert.Insgesamt hat mir das Buch insofern gefallen, als es eine ruhige Geschichte war, die die Entwicklung einer Ehe während einer Trennung zeigte - zu einer Zeit, in der es weder üblich war, dass Frauen als Ärztinnen tätig waren noch dass ein Mann seine Frau allein zurücklässt.

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  • Ein perfekt inszeniertes Porträt zweier individueller Persönlichkeiten

    Zwischen den Meeren
    louella2209

    louella2209

    09. September 2016 um 11:16

    Inhalt:Das Ehepaar Tom und Ally gehen kurz nach der Hochzeit ihre eigenen Wege um sich beruflich zu verwirklich. Tom zieht es nach Japan, um dort Leuchttürme zu bauen. Schnell verliebt er sich in dieses vielseitige Land mit der exotischen Kultur und die reizvollen Gepflogenheiten. Ally hingegen bleibt in ihrer Heimat Cornwall, um dort ihre erste Stelle als Ärztin in einer Irrenanstalt anzutreten. Mit ihrer empathischen Art und Einfühlungsvermögen gewinnt sie das Vertrauen ihrer Patientinnen. Ally will nicht nur heilen, sondern auch verstehen. Sie wird gezwungen sich vor ihren Kollegen Respekt zu verschaffen und ihren Status zu verteidigen. Sie bestreitet dabei Wege, die vor ihr noch kein Arzt gegangen ist und stößt dabei an ihre Grenzen. Die dunklen Schatten ihrer Vergangenheit und ihrer glücklosen Kindheit bei ihrer herrischen Mutter holen sie ein. Sie muss ihre eigenen Barrieren durchbrechen, um ihre berufliche Unabhängigkeit weiter zu beschreiten. Tom, hingegen, genießt seine Zeit in Japan und plant seinen Aufenthalt zu verlängern. Es scheint, als ob sich die beiden nicht nur räumlich, sondern auch innerlich, immer mehr voneinander entfernen. Eine echte Herausforderung für diese junge Ehe, dessen Liebe zu verkümmern droht. „Es wird dauern, und sie wird Geduld brauchen. Geduld hat man immer, so wie man immer Luft zum Atmen hat, einfach weil es gar keine Alternative gibt.“ Zitat S. 11 Meine Meinung: Die Autorin Sarah Moss etablierte sich bereits mit ihren Romanen in dem Genre der anspruchsvollen Unterhaltungsliteratur. Mit „Zwischen den Meeren“ führt sie fort, was sie mit dem Vorgängerroman „Wo Licht ist“ schon begann. Sie skizziert eloquent, einfühlsam und philosophisch das Porträt der jungen Ally Moberley, die als frischgebackene Ärztin und Ehefrau, weiterhin versucht, sich aus den Fesseln ihrer Vergangenheit zu befreien. „Nicht die Geister sind schwer zu ertragen, sondern das Fehlen der Lebenden.“ Zitat S. 99 „Wenn die Geister der Vergangenheit einem nicht folgen, erwarten sie einen in der Zukunft.“ Zitat S.102 Sarah Moss lässt den Leser intensiv an der Gedankenwelt der Hauptprotagonistin Ally teilhaben. Die unterschiedlichen Facetten des menschlichen Verstandes werden ausdrucksstark und sensibel dargestellt. Ally gewinnt mit der Zeit immer mehr an innerer Stärke und Selbstständigkeit, verfällt jedoch, in Gegenwart ihrer Mutter, in alte Verhaltensmuster und auch der schmerzliche Verlust ihrer Schwester macht ihr schwer zu schaffen. Sie bewegt sich auf einer unsichtbaren Linie und läuft ständig Gefahr ihre Seele an ihrer Zwanghaftigkeit zu verlieren. Dabei kann ihr niemand helfen, außer sie selbst. Der Autorin gelingt es fortwährend den Leser durch ein Wechselbad der Gefühle zu treiben. Ally entwickelt sich zu einer bemerkenswerten Persönlichkeit und der Leser schwankt ständig zwischen Bewunderung und Mitgefühl. Ihre Familienverhältnisse sind erschütternd und mit voller Intensität dargestellt. Die Welt von Tom ist dabei ganz anders und eine willkommene Abweschslung. Man taucht ein in die vielseitige Kultur von Japan im 19. Jahrhundert und begleitet Tom bei seiner Entdeckungsreise von Land und Leute. Man spürt hin und wieder die Sehnsucht nach seiner Frau Ally, aber je länger sein Aufenthalt andauert, desto mehr rücken die Erinnerungen in den Hintergrund. Die Erfahrungen , die die beiden getrennt voneinander machen, können unterschiedlicher kaum sein. Während Tom ständig neue Eindrücke gewinnt, dreht sich Ally im Kreis und muss so manchen inneren Kampf ausfechten, ehe sie den Teufelskreis durchbricht und sich ihr ganz neue Perspektiven eröffnen. Doch die junge Liebe leidet darunter und wird wohl ständig durch die unterschiedliche Entwicklung der beiden geprägt sein. „Das erste Schiff des Morgens umrundet Pendennis Head, lehnt sich in den Wind, als es heimatliche Gewässer erreicht. All unsere Geister können den entgegengesetzten Weg nehmen, denkt Ally, fort über die Wellen, alle Stimmen, die uns hier quälen, könnten sich versammeln und in die Lüfte über das Meer erheben. Sie sieht vor ihrem geistigen Auge, eine Schar böser Geister, die über das Wasser ziehen und sich im Licht der aufgehenden Sonne auflösen.“ Zitat S. 318 5 Sterne für diese faszinierende Lektüre und die stilvolle Erzählkunst der Autorin.

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    • 2
  • Herausforderungen einer jungen Ehe!

    Zwischen den Meeren
    Edelstella

    Edelstella

    03. September 2016 um 19:30

    Dieses Buch ist optisch ein Kleinod, eine Bereicherung für jeden Bücherschrank. Schon der Buchumschlag mit seinen rotweißen japanischen Blüten polarisiert. Aber nimmt man ihn fort, findet man darunter einen in altrosa und cremeweiß edel gestalten Buchdeckel und Buchrücken und die Krönung ist natürlich das rote Lesebändchen. Buchkunst im Äußeren, ein bedeutendes Werk über die Facetten der menschlichen Psyche im Inneren. „ Cornwall im späten 19. Jahrhundert: Nur wenige Wochen nach der Hochzeit muss ein junges Paar sich wieder trennen – für ein ganzes halbes Jahr. Tom Cavendish reist nach Japan, um Leuchttürme zu bauen; Ally seine Frau, bleibt in Cornwall, wo sie ihren lang gehegten Traum erfüllt und ihre erste Stelle als Ärztin antritt. Allys neuer Status beschert ihr eine ungekannte Freiheit, doch während sie sich immer tiefer in ihre Arbeit stürzt und Tom versucht, sich an die so fremde wie reizvolle Kultur Japans zu gewöhnen, wird die Entfernung zwischen beiden immer größer und das Fundament ihrer jungen Ehe brüchig....“ Es gibt einen Prolog, der uns in die ferne Zukunft führt und kleine Einblicke gewährt und es gibt das besondere Stilmittel der Autorin, einmal das Erleben Ally's in Cornwall und ein anderes Mal die Erfahrungen Tom's in Japan parallel aufzuzeigen und somit das Erleben und Entfalten unserer beiden Protagonisten. Ally ist eine starke und schlagfertige junge Frau und das zu einer Zeit, wo berufstätige Frauen eine Seltenheit waren und das beweist sie schon zum Antrittsbesuch in ihrer neuen Heimat. Es macht Spaß ihr zuzuhören und ich bewundere sie sehr. Tom möchte auch keine Schwäche an ihr sehen, schließlich hat er doch eine Ärztin geheiratet. Er ist sehr stolz auf sie und steht auch in Gesellschaft hinter ihr. „Sie stellt sich vor, auch dort zu sein, an seinem Arm, unter tropischem Himmel, den Duft unbekannter Früchte und Blumen in der Nase. Sie stellt sich vor, sie stünde an der Reling eines Schiffes, am Horizont ein neues Land, im Gesicht ein warmer Wind. Doch er fragt nicht.“ Während der Trennung wird viel von beiden gefordert und mit einem besonderen psychologischen Gespür ist es der Autorin wunderbar gelungen, uns die Entwicklungen der beiden Persönlichkeiten in ihrer Einzigartigkeit zu schildern. Wobei Ally hier polarisiert, da es einiges in ihrer Vergangenheit zu geben scheint, das sie besonders zu ihrer Arbeit mit Frauen in der Nervenheilanstalt befähigt. Sarah Moss führt uns kenntnisreich durch ein fernes Japan und wird dürfen mit ihr Ally in all ihren beruflichen Anforderungen in Cornwall erleben. Die Autorin zeichnet ihre Figuren mit großer Sorgfalt bis ins Detail und kann uns in die kleinsten Änderungen ihrer Stimmungen versetzen. Die Charakterstudien sind für mich spannender als ein Krimi, so spannend wie das Leben selbst. Eine wunderbare Sprache, historische und gesellschaftliche Kenntnisse Englands und Japans Ende des 19. Jahrhunderts, machen dieses Buch zu einem literarischen Glanzstück und ich werde bestimmt anschließend den ersten Teil mit dem Titel: „Wo Licht ist“ lesen. Das Buch war sehr berührend, mitreißend und eindrucksvoll und ich vergebe mit Freude 5 Lesesterne und eine unbedingte Leseempfehlung. Herzlichen Dank Sarah Moss!

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  • Dies ist die Geschichte von Tom und Ally

    Zwischen den Meeren
    Mrs. Dalloway

    Mrs. Dalloway

    02. September 2016 um 20:16

    Das Buch ist ein Hardcover mit einem Lesebändchen, was sehr hochwertig aussieht. Der Schutzumschlag ist weiß und mit einem wunderschönen roten Muster bedruckt, was mir wahnsinnig gut gefällt. Das Buch an sich ist rosa und weiß, was ein wenig zu kitschig ist und außerdem nicht zu dem roten Lesebändchen passt.Tom ist beruflich und Japan, während Ally zuhause in Cornwall bleibt. Dort arbeitet sie als Ärztin. Die beiden Liebenden sind nicht nur durch einen Ozean voneinander getrennt. Während Tom nicht nur körperlich auf einem anderen Kontinent weilt, ist er mir auch generell viel ferner als Ally. Mit ihr kann ich mich besser identifizieren. Das mag daran liegen, dass ich mich sehr für Frauen und ihre Lebenswege, auch als wissenschaftliches Thema, interessiere. Ihre Arbeit als Ärztin, was zu der Zeit in der das Buch spielt noch sehr ungewöhnlich war, finde ich auch unheimlich spannend. Ihr wurden immer wieder Steine in den Weg gelegt, die sie irgendwie beseitigen musste. Auch familiär lief es nicht immer rund bei Ally. Alles was mit Familie zu tun hat finde ich sowieso immer spannend, daher hat mir auch dieser Aspekt der Geschichte gut gefallen. Zudem ist das Buch in einem unheimlich ruhigen und unaufgeregten Ton geschrieben, dass man sich beim Lesen sehr wohlfühlt. Das hat aber auch den Nachteil, dass man sich sehr anstrengen und konzentrieren muss um am Ball zu bleiben und den Faden nicht zu verlieren.Wer lange Romane über Liebe und Familie mag wird dieses Buch sicherlich lieben.

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  • Wunderbar geschrieben

    Zwischen den Meeren
    Buchina

    Buchina

    02. September 2016 um 12:26

    Ein Buch das mich erst einmal durch sein wunderschönes Cover angesprochen hat. Es soll an Japan erinnern, was auch ein Handlungsort im Roman ist. Denn Tom fährt kurz nach seiner Hochzeit für einige Monate zum Arbeiten nach Japan. Seine Frau Ally kommt nicht mit, sie möchte sich als Ärztin verwirklichen, was im 19Jh. nicht einfach ist. Die beiden Handlungsstränge, der eine in Japan bei Tom und der andere in England bei Ally werden abwechselnd in kurzen Kapiteln erzählt. Dabei spielt vor allem die eigene Entwicklung der beiden Protagonisten im Vordergrund. Ihre noch frische Beziehung tritt in den Hintergrund. Während mir bei Tom die Beschreibungen des damaligen Lebens in Japan sehr gut gefallen haben. Von seiner Arbeit erfährt man fast nichts, dafür umso mehr über Kultur und Glauben der Japaner. Tom wirkt fast wie ein Ethnologe auf Forschungsreise. Dagegen war Allys Handlungsstrang  emotional sehr viel aufwühlender, denn neben ihrer schwierigen Arbeit in einer Nervenheilanstalt, hat sie selbst psychische Probleme, die immer wieder hervortreten. Den Wechsel zwischen den beiden Protagonisten fand ich sehr gelungen und auch die Spannung wurde dadurch sehr gut gehalten. Neben der spannenden und abwechslungsreichen Handlung fand ich besonders den Schreibstil großartig. Auch wenn ich erst ein paar Seiten brauchte um mich einzufinden. Nicht aufgeregt, sondern nuancenreich mit Fingerspitzengefühl. Mit großen Talent die Stimmungen zu beschreiben. So war ich sehr beeindruckt wie sie passend zu Allys Gefühlen die englische Umgebung beschrieb, die Häuser, das Wetter, die Kühle. Im Gegensatz zu Japan, wo das Schöne an Landschaft und Kunst beschrieben wurde, passend zu Tom und seiner Neugier. Beim Lesen merkte ich das es einen Vorgängerband zu Allys Geschichte gibt. Für das Verständnis der Geschichte braucht man ihn aber nicht unbedingt. Aber ich bin von der Autorin so sehr verzaubert, dass ich ihn unbedingt auch noch lesen möchte. Sarah Moss ist ein wirkliches Talent.

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  • Figuren voller Tiefe und einer lebendigen Erzählweise.

    Zwischen den Meeren
    Buchraettin

    Buchraettin

    Das Buch spielt in Cornwall im späten 19. Jahrhundert. Ally ist eine junge Frau, die frisch verheiratet ist, doch ihr Mann ist auf Geschäftsreise in Japan. Sie arbeitet als Ärztin in einer Anstalt für Frauen, einer psychiatrischen Einrichtung. Schnell wird der besondere Stand den Ally als Ärztin genießt deutlich. Sie bekommt nicht nur Anerkennung dafür. Sie hat zu kämpfen als Ärztin und auch als Frau. Ihre schwierige Beziehung zu ihrer Mutter. Ihre Arbeit in dieser Anstalt, die damaligen Therapien der Patientinnen, das alles ist Thema in diesem Buch. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen aber Ally in England und ihr Mann Tom in Japan. Zwei Erzählstränge gab es für mich in dieser Geschichte. Immer abwechselnd erzählen Ally oder Tom aus ihrem jeweiligen Leben. Tom berichtet aus Japan. Es ist eine sehr lebendige Erzählweise. Detailreich beschreibt er die Kultur, den Glauben, die Lebensweise, Traditionen. Mir hat sehr gut gefallen. Als Leser war ich hautnah bei ihm. Ally dagegen kämpft gegen die Schatten aus ihrer Vergangenheit.  Die Mutter, die sie kritisiert, deren Stimme sie immer wieder zulässt und an deren Erwartungen sie ihre eigenen Handlungen beurteilt. Die Schwester, der Vater, welche Geheimnisse verbirgt Ally in ihrer Vergangenheit, die immer noch ihr Leben so zu beeinflussen scheinen.  Aber mir hat bei Allys Sichtweise auch ihre Arbeit als Ärztin in der Anstalt gefallen.  Ich fand es sehr interessant zu lesen, wie die damalige Therapie der Patienten  dargestellt wird. Was kaum für mich kaum ein Thema war, ist die Beziehung zwischen Tom und Ally.  Mir kam es so vor, als werden die beiden Geschichten parallel erzählt. Es verbindet sie ihre Ehe, aber gibt es da auch noch mehr? Gefühle? Der Prolog erzählt von einem Jungen und seinem Vater, der ihm gern japanische Geschichten erzählt. Ich muss das erwähnen, weil ich den Prolog, der nur 2 Seiten umfasst, nach dem Lesen des Buches ganz vergessen hatte und ich finde, er ist schon wichtig und schließt das Buch und die Geschichte hier perfekt ab. Der Stil ist anspruchsvoller zu lesen, es braucht Aufmerksamkeit das Buch. Es ist ein ganz eigener Stil, der mir sehr gut gefallen hat mit fesselnden Figuren, die voller Tiefe sind. Es ist vielschichtiges Buch. Toms Sicht auf Japan war wundervoll und sehr informativ zu lesen. Allys Perspektive fesselt durch das geheimnissvolle der Vergangenheit, der schwierigen Situation mit ihrer Mutter und auch ihrer beruflichen Situation. Eine spannende und fesselnde Mischung . Vollste Leseempfehlung.

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    • 3
  • Zwischen den Meeren

    Zwischen den Meeren
    MarySophie

    MarySophie

    01. September 2016 um 11:48

    Cornwall, 19. Jahrhundert Ally Moberley und Tom Cavendish, ein junges Paar, frisch verheiratet. Kurz nach ihrer Hochzeit sind die beiden nach Cornwall gezogen. Doch das Zusammenleben ist nur von kurzer Dauer. Eine Tatsache, die beide schon von Beginn an kennen. Tom geht beruflich für einige Monate nach Japan. Ohne Ally. Sie wird ihre Arbeit als Doktor in einer Irrenanstalt aufnehmen. Unausgesprochene Worte schweben zwischen den beiden. Keiner will sich von dem anderen trennen. Jedoch werden die Worte nie laut ausgesprochen. Tom, im Land der aufgehenden Sonne, lernt interessante Dinge über die japanische Kultur und das Land kenne. Er integriert sich immer mehr in die japanische Gesellschaft und für ihn ist es nur schwer vorstellbar, dass er wieder nach England zurück muss. Ally muss derweil in Cornwall mit dem schweren Alltag in der Klinik kämpfen. Ihre Geschichte zeigt, wie schwer es weibliche Ärzte im 19. Jahrhundert noch hatten. Es werden auch sehr detailliert die Abläufe und Vorgänge beschrieben. Dieser Arbeitsalltag mit dem Druck, alles richtig zu machen setzt Ally sehr zu. Meiner Meinung nach steht die Beziehung von Tom und Ally nicht wirklich im Vordergrund. Es ist eher eine Beschreibung, wie die beiden dazu fähig sind, ohne den anderen und auf anderen Kontinenten zu überleben. Bei den Beschreibungen der Erlebnisse war ich immer mehr auf Allys Abschnitte gespannt. Sie wirkte für mich immer interessanter und ihre Erlebnisse in der Anstalt und auch im späteren Lauf der Geschichte. Der Erzählstil von Sarah Moss ist einfach göttlich. Dies war mein erstes Buch von der Autorin. Wenn man sich auf den Stil einlässt, ist es einfach wunderbar zu lesen. Positiv ist auch, dass der gesamte Roman so fabelhaft geschrieben ist. Es herrscht also ein konstant gutes Schreibniveau. Ich mag den sofortigen Einstieg in den Roman. Es gibt nur einen kurzen Prolog, danacht ist man sofort in der Geschichte. Es wird sich nicht mit unnötigen Beschreibungen oder einer Erklärung der Vorgeschichte aufgehalten. Auch die Wechsel der Perspektiven sind sehr gut gewählt. So weiß man bei beiden immer, was bei ihnen passiert. In vielen Büchern gibt es immer seitenweise Berichte von nur einer Person, sodass man dann fast vergessen hat, was bei der anderen passiert ist. Dies ist in Moss´Werk jedoch nicht der Fall. Die Kapitel sind relativ kurz. Etwas, was mir sehr gut gefallen hat, da man so kann man immer mal zwischendurch eines lesen kann. Meine Vorstellungen von dem Roman waren etwas anders. Ich hatte gedacht, dass auch ab und an ein Brief abgedruckt ist, den sich Ally und Tom geschickt haben. Dies war jedoch nicht der Fall, was ich positiv für den Roman finde. Im Roman gibt es nicht ständig eine EInordnung, wie lange die beiden nun schon getrennt sind. Es gibt lediglich Erwähnungen, z.B.: Weihnachten steht bevor. Das Buch hat nur wenige Nebencharaktere, was mir gut gefällt. Es konzentriert sich vor allem auf Ally und Tom und deren Erlebnisse. Als Fazit kann ich sagen, dass mich der Roman im Großen und Ganzen positiv überrascht hat. Nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, hatte ich schon die Befürchtung, dass es ein Buch wird, wo ich mich durch quäle. Dies hat sich jedoch schnell geändert. Zum einen war es mein Fehler. Für das Buch habe ich wirklich volle Konzentration gebraucht und konnte mich nicht konzentieren, wenn im Hintergrund Geräusche waren. Zum anderen wurde das Buch nach der Abreise von Tom meiner Meinung nach immer interessanter und ich konnte es vor allem ab der Hälfte des Buches kaum noch weglegen. Ich habe mich immer mehr auf Allys Seiten gefreut. Ich fand ichre Arbeit in der Anstalt äußerst interessant. Es war auch sehr informativ, wie Ally als Frau in einem Männerberuf wahrgenommen wurde. Das Ende fand ich sehr überstürzt und es hat mich auch etwas enttäuscht. Ich hätte nicht mit diesem Ausgang gerechnet und kann auch die Gründe nicht nachvollziehen.

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  • Der lange Weg eines Paares

    Zwischen den Meeren
    Isaopera

    Isaopera

    31. August 2016 um 22:09

    Bei "Zwischen den Meeren" handelt es sich um den zweiten Band zu "Wo Licht ist" von der gleichen Autorin. Das war mir vorher nicht bekannt, erklärt aber, wieso einige Ereignisse und Personen so selbstverständlich oder stillschweigend eingeführt wurden und teilweise etwas außen vor blieben. Beim Lesen hat sich bei mir daher teilweise Irritation eingestellt, nun, da ich es weiß, macht es aber Sinn.Das Buch handelt, anders als man vielleicht erwarten würde, wirklich hauptsächlich von der Zeit der Trennung des Paares. Die Reise von Tom auf der einen Seite und die Karriere bzw. der Karrierestart von Ally als Ärztin. Verbunden ist dies natürlich mit vielen Problemen aufeinander treffender Kulturen und bei Ally mit Ressentiments gegenüber Frauen in der Medizin.Ich muss sagen, dass ich die Handlung prinzipiell sehr interessant fand, der Schreibstil allerdings teilweise etwas umständlich war. Insgesamt war mir das Tempo des Buches etwas zu bedächtig und durch die häufigen Szenenwechsel (Ally und Tom wechseln sich in jedem Kapitel ab) wurde häufig Stillstand hervorgerufen. Das Ende kam mir dann etwas zu schnell und fließend, ohne jemand zu spoilern fand ich, dass so ein sehr einfacher Weg gewählt wurde.Ein gut geschriebenes Buch mit ein paar Längen, aber guten Gedanken.

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  • Zwischen den Meeren

    Zwischen den Meeren
    Sireadh

    Sireadh

    31. August 2016 um 00:31

    Ally und Tom sind erst seit ein paar Wochen verheiratet und schon muss Tom eine Arbeitsreise nach Japan unternehmen. Sie bleibt alleine in ihrem kleinen Cottage in Cornwall zurück, aber nicht ohne Beschäftigung. Ally ist eine der ersten Ärztinnen, die im 19.Jahrhundert in England offiziell anerkannt werden, aber dies wird von ihren Mitmenschen nicht immer mit Wohlwollen gesehen. Um das halbe Jahr alleine zu überstehen arbeitet Ally in einer Irrenanstalt für Frauen. Tom dagegen ist fasziniert von der fremden Landschaft, der fremden Kultur und den Menschen, die mit ihm die Zeit in Japan verbringen. Doch während er sich mehr und mehr in das fremde Land verliebt versinkt Ally weiter in Depressionen, emotionalen Krisen und Selbstzweifel. Werden die beiden ein halbes Jahr von einander leben können und wird die junge Ehe dem allen stand halten können?Eins muss man Sarah Moss lassen ihr Schreibstil ist echt gut. Trotz vieler theoretischer Einblicke in die Kultur Japans und das Leben einer Ärztin im 19.Jahrhundert in England ist er interessant und man kann sich die Geschichte gut vorstellen. Allerdings hatte ich echt meine Probleme mit der Handlung im Buch. Ich habe das Buch zwar in einem Stück gelesen, aber das wahrscheinlich nur aus einem Grund: Ich habe verzweifelt nach der Spannung gesucht. Für mich war diese im Buch eigentlich nicht vorhanden. Es wird wohl eher das Leben der beiden ohne den anderen beschrieben, wie man zurechtkommt ohne den Partner, ohne eine zusätzliche Konstante im Leben, die einen Aufrecht hält. Bei Ally fällt dies eher schlechter aus im Gegenteil zu Tom. Dennoch wird das Lesen durch kurze Kapitel mit ständigem Perspektiven Wechsel erleichtert. Grundsätzlich würde ich den Roman definitiv nicht als einen einordnen, den man liest um sich die Zeit zu vertreiben und um Spannung zu finden, doch eher als einen, der zum rein Nachdenken anregt: Über die Ehe die man führt, Selbstverwirklichung und Selbstzweifel und aber auch über das Bild einer Frau im 19.Jhdt. und die Kultur Japans. Als ich das Buch beendet hatte, war ich erst komplett der Überzeugung, dass es ein kompletter Flop war, aber als ich später darüber nachdachte habe ich gemerkt, dass ein Buch nicht immer nur gut ist, wenn es mit Action und Spannung voll gepackt ist, sondern auch, wenn es dich über die normalsten Dinge im Leben nachdenken lässt...Zum Cover. Als ich mit dem Lesen des Buches anfing habe ich erst nicht wirklich geglaubt, dass das Cover mehr ist als einfach nur ein Blümchenumschlag, der ganz nett aussieht. Nach dem Beenden des Buches, kann ich aber sagen, dass es doch eine Parallele zum Buch gibt, ganz einfach, wenn ich das Stichwort Japan gebe.Mein Fazit:• es existiert quasi keine Spannung• sehr theoriereich• regt stark zum Nachdenken an• hat anstrengende Passagen (Depressionen und Selbstzweifel)⇓Literatur, die nicht für jeden etwas ist. Dennoch ein tolles Buch, dass zum Nachdenken anregt über die normalsten Dinge im Leben, besonders zum Thema Selbstverwirklichung

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  • Zwischen Norm und Wahn

    Zwischen den Meeren
    alasca

    alasca

    30. August 2016 um 15:28

    Zwischen Norm und Wahn Vom neuen Roman von Sarah Moss hat man mehr, wenn man die beiden Vorgänger kennt: In „Schlaflos“ findet Anna, die auf einer schottischen Insel eine wissenschaftliche Arbeit schreiben will, während ihr Mann ornithologische Feldforschung betreibt, auf dem Dachboden die Briefe von May Moberley. May war Hebamme, die versuchte, den hiesigen Frauen zu helfen und an deren Misstrauen scheitert. Sie ertrinkt, als die Fähre sinkt, die sie nach Hause bringen soll. „Wo Licht ist“ erzählt Alethea „Ally“ Moberleys Weg als eine der ersten Frauen des Landes, die zum Medizinstudium zugelassen werden. Dem Vater, einem arrivierten Künstler der präraffaelitischen Schule, stehen Ally und ihre Schwester May Modell für seine Bilder; ihre fanatisch wohltätige Mutter hat für die eigenen Töchter nur Kälte und Grausamkeit übrig. Der jüngeren May gelingt es, sich dem Fokus der Mutter zu entziehen; sie wird Hebamme und geht nach Schottland. Ally hält aus, besteht ihr Examen mit Bravour, heiratet Tom, einen Ingenieur, „… ist glücklich und freut sich auf morgen.“ In „Zwischen den Meeren“ ist dieses Morgen nun eingetreten: Tom und Ally leben in Toms Cottage in Cornwall und erproben das Eheleben. Die frischgebackene Ärztin Ally freut sich auf ihre Arbeit in einer „Anstalt“ in Truro. Tom wird in wenigen Wochen nach Japan gehen, um dort Leuchttürme zu bauen; als er abreist, ist die junge Ehe noch ungefestigt. Beide sind durch die Trennung auf sich selbst zurückgeworfen. In alternierenden Kapiteln folgen wir Allys und Toms Erlebnissen. Ally erlebt aufgrund ihres Status als verheiratete, berufstätige Frau ständige Ablehnung. Im harten Anstaltsalltag muss sie zudem erkennen, dass die Grenze zwischen ihr und ihren „verrückten“ Patientinnen in den Augen der Welt hauchdünn ist, denn ist nicht sie selbst „Ein unnatürliches, wildes Wesen, sehr wahrscheinlich selbst geistig instabil, denn warum sollte eine Frau sonst […] versuchen, die männliche Rolle an sich zu reißen?“ Fast atemlos verfolgt die Leserin Allys Kampf gegen die verinnerlichte Stimme ihrer evangelikalen Mutter, verfolgt, wie sie zusammenbricht, sich wieder fängt und schließlich vermag, aus ihrem persönlichen Trauma eine Identität und ein Ziel zu destillieren. „Das ist meine Arbeit. […] Das mache ich: über Wahnsinn nachdenken.“ Dagegen steht der ruhige Erzählstrang in Japan. Für Tom wird die fremde, seltsam schöne Welt zu einer positiven Erfahrung, die ihn ahnen lässt, dass das Gewohnte aus anderer Perspektive willkürlich, grotesk und unsinnig erscheinen könnte. Aus Fremdheit wird Faszination, schließlich der Wunsch zu bleiben. „Er möchte nicht, dass das ein Ende hat.“ Und: „Er weiß nicht mehr genau, warum sie verheiratet sind.“. Auch Ally ist mittlerweile zutiefst verunsichert und überzeugt,“ dass eine Frau mit Beruf nicht von häuslichem Glück reden kann“. Die Leserin verzweifelt an den beiden, doch das nur knapp skizzierte Happy End, das im Prolog schon angedeutet wird, bringt den Roman zu einem eleganten Abschluss und beweist einmal mehr Moss´ sprachliche Meisterschaft. Moss´ Sprache zu lesen ist ein Genuss; sie formuliert ebenso sinnlich wie präzise, und in ihren Augen ist die ganze Welt beseelt: „Boote taumeln und rucken an ihren Ankern“, es „beugt sich flüsternd Bambus über den Pfad“, und „Der Nebel streicht über die Säulen des Nachbareingangs, reibt sich an den Gaslaternen und kriecht an der schmiedeeisernen Einfriedung des kleinen Parks entlang.“ Ein paar Juwelen von vielen; mir scheint, sie wird mit jedem Buch besser. Worum geht es nun in diesem Roman? Es geht nicht um das Thema der Fernbeziehung, ja überhaupt nur am Rande um das Thema Beziehung. Moss benutzt die scheinbaren Gegensätze der englischen und japanischen Kultur, um zu zeigen, wie restriktive Gesellschaften auf ihre (weiblichen) Individuen wirken. Mit ihrer Romanreihe, die man als konzeptuelles Ganzes sehen kann, erkundet Moss´ die Rolle der Frau in Familie und Gesellschaft in immer neuen Facetten. Man darf gespannt sein auf ihr nächstes Werk. Ich kann es kaum erwarten.

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