Arthur oder Wie ich lernte, den T-Bird zu fahren

von Sarah N. Harvey 
4,5 Sterne bei81 Bewertungen
Arthur oder Wie ich lernte, den T-Bird zu fahren
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Sehr schön beschrieben, ungeschönt, ehrlich, humorvoll und eindrücklich. Empfehlenswertes Jugendbuch.

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Ein Jugendbuch ganz nach meinem Geschmack!

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Inhaltsangabe zu "Arthur oder Wie ich lernte, den T-Bird zu fahren"

Für Royce ist es ein turbulentes Jahr. Erst zieht er mit seiner Mutter quer durch Kanada, damit diese in der Nähe ihres uralten Vaters Arthur sein kann, und dann soll Royce sich auch noch selber um den Greis kümmern. Gegen Cash, versteht sich. Arthur ist ein ausgemachtes Biest, ein grantiger alter Kauz, der schon mehrere Pflegekräfte vergrault hat und auch seinen Enkel auf eine harte Probe stellt. Doch der lässt sich nicht alles gefallen und hat schon bald einen Stein im Brett von Arthur.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423650014
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:dtv
Erscheinungsdatum:01.10.2013

Rezensionen und Bewertungen

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    thursdaynexts avatar
    thursdaynextvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr schön beschrieben, ungeschönt, ehrlich, humorvoll und eindrücklich. Empfehlenswertes Jugendbuch.
    Oldtimer und Youngster

    Royce ist 16. Frisch umgezogen innerhalb Kanadas, seine Freunde in der alten Heimat vermissend. Die neue Schule konnte er noch nicht besuchen, weil er direkt nach dem Umzug an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt ist. Seine Mutter, alleinerziehend seit sein Vater – an den er kaum Erinnerungen hat – früh verstarb, verdient ihren Lebensunterhalt mit Gartenarbeit und Klavierunterricht. Umgezogen sind sie weil Arthur, der 95 jährige Großvater, der einst ein berühmter Cellist war, der Hilfe bedarf und nur Royce‘ Mum bereit ist, für ihren Vater Verantwortung zu übernehmen. Er ist aber auch ein widerlicher alter Kotzbrocken.
    Nach einem weiteren Schlaganfall hält es keine der eiligst engagierten Pflegekräfte länger bei ihm aus, da kommt Royce Mum auf die Idee ihrem Sohn den Job anzubieten. Er könnte sich nützlich machen und für 6 Stunden täglich die Versorgung des muffeligen alten Griesgrams übernehmen. Die Kohle stimmt, ist erheblich mehr als er in anderen Jobs verdienen würde und Royce lässt sich auf den Handel ein.

    „Ich bleibe auf der Schwelle stehen und frage mich, ob ich nicht gleich auf der Stelle kehrtmachen soll und später den Zorn meiner Mutter ertragen soll. Ich denke aber auch, fünfzehn die Stunde, vierhundertfünfzig in der Woche, achtzehnhundert im Monat. Das wird für die nächsten vier Monate mein Mantra werden.

    Pragmatische Einstellung, die, angesichts der unerquicklichen und ungeschönten Details der Altenpflege, bitter nötig ist. Sarah N. Harvey schreibt mit leichter Hand über schwere Themen. Die verschwindende Würde im Alter, Verantwortung, die Pflege eines alten Menschen, dessen Marotten, Launen und die, nicht unerheblichen unangenehmen körperlichen Aspekte.

    „Ich bin fünfundneunzig. Ich kann zehnmal am Tag Eis essen, wenn ich will.

    Sie bleibt ernst und dennoch humorvoll, ohne jemals ein Verhalten der Lächerlichkeit preiszugeben. Hart wird das Buch als Arthur den Wunsch äußert, zu sterben und um Hilfe bittet. Die Leichtigkeit, mit welcher sie diese Szenen dabei beschreibt ist großartig. Fern von Kitsch, Pathos, ohne sich hinter Euphemismen zu verstecken lässt sie ihren jungen Protagonisten all das erfahren, berichten und man spürt sowohl seine Verzweiflung, hat er den guten Arthur – diese Seite kann man im Verlauf auch an ihm entdecken – doch ins Herz geschlossen. Royce stellt sich seiner Verantwortung, wächst, lernt von seinem Großvater und dank ihm einiges über sich, das Leben und den Umgang damit.

    Obwohl, zumindest für ältere Leser, das Ende absehbar ist, schafft Sarah Harvey es, diesen leichten Erzählton und den Spannungsbogen bis zum Ende des Romans zu halten. Ein Pageturner trotz der harten Thematik und ein Buch, das traumwandlerisch treffsicher kein Wort zu viel und keines zu wenig enthält. Ein wunderschönes Loblied auf das Leben eben wegen seiner Vergänglichkeit.

    Gleichzeitig auch ein Mutmachbuch, sich etwas zuzutrauen, Neues zu wagen und sich ins Leben zu stürzen. Ehrlich, ein wenig rotzig und wahr. Nicht nur für Jugendliche. Empfehlen würde ich es ab 15 Jahren. Royce, Arthur und den T-Bird vergisst man nicht so schnell. Sie und diese charmante, lebensnahe Geschichte gehen einem unter die Haut. Intelligente Jugendliteratur die trotz, oder womöglich wegen ihrer stilistischen Schlichtheit direkt auf Hirn und Herz zielt, jeglichem Anflug von Kitsch. Arthur – oder wie ich lernte den T-Bird zu fahren kann man vor Beendigung nicht aus der Hand legen!

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    I
    Islaendervor 3 Jahren
    Arthur und Royce

    Royce wird unfreiwillig zum Pfleger seines Großvater, weil dieser alle Pflegekräfte vergrault. Seine Mutter und er mussten zu Arthur ziehen, weil dieser zum Pflegefall wurde. Royce muss sich nach zahlreichen Umzügen mit seiner Mutter wieder neu einleben und dies fällt ihm schwer. Arthur war ein berühmter Musiker und ist jetzt auch noch ziemlich exzentrisch. Doch Royce lässt sich nicht kleinkriegen, sondern gibt ihm Kontra und verschafft sich den Respekt von Arthur. Arthur ist weiterhin oft schroff zu ihm, jedoch lässt er Royce seinen Oldtimer fahren und so gewinnt Royce, der dabei Blut und Wasser schwitzt, an Selbstvertrauen und während es Arthur schlechter geht, gewinnt Royce an Selbstvertrauen und verliebt sich. Bei einer Feier für Arthur, dreht Arthur noch einmal voll auf. Er staffiert sich selbst und Royce mit massgeschneiderten Anzügen aus und hat einen Abend wie an seinen besten Tagen. Er flirtet und genießt die Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wird. Royce erkennt in diesem Moment, dass sein Großvater ihn mehr versteht als er geahnt hat.
    Das Buch hat mir wahnsinnig gut gefallen, denn es hat viele Facetten - Leben, Liebe, Tod...... Arthur, der nicht nur ein altes Ekel ist, sondern auch sehr charmant sein kann und der ein langes und sehr erfülltes Leben hatte. Arthur, der auch dankbar ist und Royce, dem viel abverlangt wird, der aber daran wächst und nicht zugrunde geht, sondern viel gewinnt. Das Buch hat oft zynische Untertöne und dann wiederherum ganz leise liebevolle. Ich mag Arthur und Royce - beides tolle Typen! Eine Leseempfehlung für alle ab ca. 16 Jahre und älter.

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    Schlehenfees avatar
    Schlehenfeevor 3 Jahren
    Fängt gut an, schwächelt dann

    Für Royce ist es ein turbulentes Jahr. Erst zieht er mit seiner Mutter quer durch Kanada, damit diese in der Nähe ihres uralten Vaters Arthur sein kann, und dann soll Royce sich auch noch selber um den Greis kümmern. Gegen Cash, versteht sich. Arthur war ein weltberühmter Cellist und ist nun ein grantiger alter Kauz, der schon mehrere Pflegekräfte vergrault hat und damit auch seinen Enkel auf eine harte Probe stellt. Doch der lässt sich nicht alles gefallen und landet schon bald einen Stein im Brett von Arthur.

    Autorin Sarah N. Harvey hat in ihrem Roman nicht nur den Umgang mit alten Menschen, sondern auch mit Krankheit und Tod thematisiert und damit nicht nur eigene Erlebnisse verarbeitet, sondern auch jungen Menschen, der Zielgruppe des Romans, diese Thematik näher gebracht.

    Royce, ist 16 und vermisst seine Freunde an der Ostküste. Er ist ein ruhiger, etwas introvertierter Teenie, der seiner Mutter den Umzug übelnimmt und sich langweilt, weil er nach einer Krankheit die Schule vorerst nicht besucht. Im Laufe seiner Bekanntschaft mit Arthur wird er verantwortungsvoller und erwachsener, aber auch muskulöser und cooler, so dass er sich mit einem Mädchen anfreundet und sein Heimweh überkommt.

    Der eigentliche Star der Charaktere ist aber der 95-jährige Arthur, ein berühmter Cellist seiner Zeit und auch ein ziemlicher Frauenheld. Er ist zwar grantig und oft menschenverachtend, dann aber wiederum lustig und charmant.

    Neben Arthur verblasst jeder andere Charakter, so dass die Handlung ziemlich abflacht, als er schwer krank wird. Das Ende der Handlung bietet auch keine Überraschungen mehr, so dass ich enttäuscht war, dass die Autorin sie einfach so aushauchen hat lassen und bin mir unsicher, was wirklich Sinn und Zweck der Handlung ist. Ein Junge und sein Großvater kommen sich langsam näher, er erfährt ein paar Lebensweisheiten und muss schließlich mit den Auswirkungen von Alter und Krankheit zurechtkommen.

    Ein paar weitere Schwänke aus Arthurs Leben hätte ich gerne gelesen.So bleibt die Story ganz passabel aber mir doch zu wenig.


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    L
    Lindenblomstervor 3 Jahren
    Arthur

    In diesem Buch geht es um das Zusammenleben dreier Generationen. Da Großvater Arthur auch seine letzte Pflegekraft vergrauelt hat, macht sich Royce mit seiner Mutter auf, um ihn zu betreuen. Da Royce zur Zeit nicht in die Schule geht, fällt ihm diese Aufgabe zu, aber er lässt sich dafür bezahlen. Aus der anfänglichen Abneigung wird langsam Verständnis für den Anderen. Beide lernen voneinander neue Dinge und Sichtweisen.
    Ein heikles Thema wird in diesem Jugendbuch angesprochen, wie geht man als Jugendlicher mit alten Menschen um? Wie fühlen sich alte Menschen, wenn sie betreut werden müssen?
    In leichter und manchmal komischer Weise wird uns der schwierige Umgang miteinander näher gebracht.
    Ein gutes Jugendbuch, aber auch für Eltern und Großeltern geeignet.  

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    bieberbrudas avatar
    bieberbrudavor 4 Jahren
    Berührend, tiefgründig und trotzdem witzig

    Was für ein tolles Buch! Damit seine Mutter Ihren kranken Vater pflegen kann, zieht der junge Royce um und muss seine Heimat und Freunde zurück lassen. Selbstverständlich wünscht er sich wieder in seine alte Heimat zurück. Als sein Großvater die Pflegekraft vergrault hat, muss sich Royce (wohl oder übel ) um deinen Großvater kümmern und kommt dem kratzbürstigen, alten Mann immer näher.
    Schließlich überlässt sein Großvater Royce sogar den alten, aber gut erhaltenen Ford Thunderbird (T-Bird), den Royce beispielsweise für gemeinsame Ausflüge nutzt.

    Grundsätzlich geht es in dem Buch um ein ernstes Thema: Wer kümmert sich im Alter um die liebe Verwandschaft. Es ist immer einfacher, diese einfach in ein Heim "abzugeben", aber wenn man sich Zeit nimmt und sich kümmert profitieren alle davon. Dieses allgegenwärtige Thema (Alter, Krankheit und Tod) wird in Gestalt eines Jugendbuches verpackt. Es lässt sich leicht lesen, ist nicht zu dick und besticht durch einen unaufdringlichen Humor.

    Dieses Buch kann man getrost weiterempfehlen (auch für Erwachsene) ;-)

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    Cuchilla_Pitiminis avatar
    Cuchilla_Pitiminivor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Der jugendliche Erzählstil hilft über die schwierigen Themen hinweg, ohne diese lächerlich zu machen.
    Unterhaltsam, rührend, kurzweilig.

    Royce ist siebzehn und hat neuerdings eine Aufgabe: Gegen Cash soll er sich um seinen uralten Großvater Arthur kümmern, der alle um sich herum in den Wahnsinn treibt. Keine leichte Herausforderung, meint auch seine Mutter Nina. Aber aus der reinen Geschäftsbeziehung wird bald mehr, und Royce und der exzentrische Arthur kommen einander Schritt für Schritt näher.

    Meine Meinung
    Das Buch ist unterhaltsam, rührend und kurzweilig.
    Die Hauptfigur der Geschichte ist der Jugendliche Royce, der gerade erst mit seiner Mutter ans andere Ende des Landes gezogen ist, um in der Nähe des Großvaters zu sein. Darauf hat Royce erst mal gar keine Lust: Er kennt hier niemanden, findet sich schwer zurecht, ist motivationslos und seinen griesgrämigen Opa kann er schon mal gar nicht leiden. Das Buch wird aus der Ich-Perspektive erzählt und trifft genau den Ton, den ich mir für einen Heranwachsenden wünsche. Sehr umgangssprachlich, mit viel Ironie, aber nie zu aufgesetzt oder übertrieben. Ich konnte mich schnell mit Royce identifizieren oder zumindest anfreunden, denn neben seinen Teenagersorgen und seinen Zickereien hat er vor allem das Herz am rechten Fleck.
    Den Kontrast zu Royce bietet dessen Großvater Arthur. Dieser ist vom Alter gezeichnet, frustiert, griesgrämig und meistens ziemlich unausstehlich. Trotzdem wächst auch Arthur dem Leser ans Herz, durch seine skurrile Art und die Geschichten, die er zu erzählen hat. Sicherlich ist Arthurs Charakter etwas überzeichnet, aber nichts desto trotz ans wahre Leben angelehnt und durchaus glaubwürdig.
    Die Geschichte an sich entwickelt sich dann relativ vorhersehbar, bietet aber eine kurzweilige Unterhaltung für Zwischendurch. Im Buch werden Themen behandelt wie Alter, Krankheit, Familie und Liebe, immer mit viel Witz, aber ohne sich über die Ernsthaftigkeit diverser Themen lustig zu machen. Gerade am Ende wird das Buch dann recht emotional, ohne jedoch kitschig zu werden und ohne seinen leichten Erzählstil und seinen Charme zu verlieren.
    Insgesamt kann ich das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, denn es ist (für mich) mal ein anderes Thema, das durch zwei schön gezeichnete Hauptcharaktere getragen wird und sich nicht in Längen oder Kitsch verliert. Der jugendliche Erzählstil hilft über die schwierigen Themen hinweg, ohne diese lächerlich zu machen. Mit rund 230 Seiten ist das Buch recht dünn und somit gut als Zwischendurch-Herbst-Lektüre geeignet. 

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    Mrs_Nanny_Oggs avatar
    Mrs_Nanny_Oggvor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Witzig-traurige Geschichte über das Zusammenleben von Alt und Jung - absolut lesenswert!
    Witzig-traurige Geschichte über das Zusammenleben von Alt und Jung

    Royce ist mit seinem jungen Leben nicht zufrieden. Erst kürzlich musste er mit seiner Mutter seinen Heimatort verlassen und mit ihr näher an Royces Opa Arthur zu leben. Arthur ist schon 95 und ziemlich exzentrisch. Er hat ein wildes Leben als berühmter Cellist hinter sich, war mit vielen Berühmtheiten befreundet und hatte stets viele Frauen und noch tollere Autos. Doch jetzt ist er alt und senil und kann sich nicht mehr selbst versorgen. Royce alleinstehende Mutter Nina versucht verzweifelt eine geeignete Pflegekraft für ihren nicht sehr umgänglichen Vater zu finden. Da Royce sich noch vom Pfeifferschen Drüsenfieber erholt und sowieso nicht zur Schule geht, wird er notgedrungen von seiner Mutter für diesen Job engagiert. Anfangs denkt Royce nur an das viele Geld, das er mit diesem "Job" verdienen kann - allein um sich davon ein Auto zu kaufen und wieder zurück in seine Heimatstadt zu fahren.  Eines Tages verlangt Arthur, dass ihn Royce mit seinem alten T-Bird Baujahr 1956 zum Frisör fährt - doch da der Enkel bis jetzt nur eine vorläufige Fahrerlaubnis hat, muss er erstmal den Führerschein seines Opas aus dem Schreibtisch seiner Mutter klauen. Die weiteren Ausflüge mit dem tollen Wagen bleiben daher vor Royce Mutter geheim. Die Versuchung ist groß, sich einfach den Wagen zu schnappen und wieder an die Ostküste zurück zu fahren. Doch nach und nach freunden sich der Alte und sein Enkel an und erleben die komischsten Situationen. Royce taucht durch das Ansehen der zahlreichen Fotoalben in das Leben seines Großvaters und damit in seine eigene Geschichte ein. Doch dann erleidet Arthur seinen ersten Schlaganfall - und es sollen noch weitere folgen. Arthur verlangt etwas Unglaubliches von seinem Enkel, das ihn in einen schweren Gewissenskonflikt stürzt.
    Fazit: Ein höchst gelungenes Jugendbuch, das auch sehr gut für Erwachsene geeignet ist. Die Probleme des Zusammenlebens von Jung und Alt, das Älterwerden und auch das Sterben sind zentrale Themen dieses Romans, aber auch die Probleme eines heranwachsenden Jugendlichen. Ich fand allerdings etwas unrealistisch, dass sich ein Junge dieses Alters derart gut und selbstständig um einen älteren Mann kümmern kann. Ich sage nicht, dass es unmöglich ist, aber da ist Royce sicher eine wünschenswerte Ausnahme.

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    Petriss avatar
    Petrisvor 5 Jahren
    Wunderschönes Jugendbuch!

    Arthur ist 95, er war früher ein weltbekannter Cellist, der die Frauen liebte, aber kein Glück mit seinen Ehefrauen hatte. Nr. 1 starb bei der Geburt ihrer Tochter und ließ ihn als todunglücklichen, alleinerziehenden Vater zurück, Nr. 2 verließ ihn, als Tochter Nr. 2 noch sehr klein war. Heute ist er nicht der Großvater, wie er im Bilderbuch steht, weise, liebevoll und nett, er ist grummelig, vergrault alle und bringt selten ein nettes Wort über die Lippen.
    Royce ist 17 und Arthurs Enkel. Nach dem Umzug auf die andere Seite Canadas, eine Schnapsidee seiner Mutter Nina (übrigens Tochter Nr. 2), um Arthur nach einem Schlaganfall zu unterstützen, hat er noch keine Freunde und überlegt nur, wie er möglichst schnell wieder zurückkommt. Ein gut bezahlter Sommerjob, um sich mit dem Geld ein eigenes Auto leisten zu können, kommt da wie gerufen. Selbst wenn das heißt, sich um den missmutigen Arthur kümmern zu müssen.
    Nachdem ihm Arthur seinen schönen, alten, schwarzen T-Bird gezeigt hat und ihn sogar damit fahren lässt, beginnt Royce sich mit dem Alten anzufreunden.

    Eines meiner Lieblingszitate aus dem Buch stammt von einer dieser Fahrten: „Wären wir Darsteller in einem Film, würden Arthur und ich gemeinsam über Land fahren, ich würde von seiner reichen Lebenserfahrung profitieren und er von meiner Lebenslust.“

    Die Hollywoodphantasien gehen auch mit mir als Leserin durch! Im Kopf erzähle ich schon die Geschichte zu Ende. Sie besuchen gemeinsam mit dem T-Bird Royces alte Freunde, Royce entdeckt sein musikalisches Talent und sein Großvater findet wieder Lebensfreude, indem er ihn unterrichten kann. …und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende.

    So läuft das Leben aber nicht. Und damit auch nicht die Geschichte von Royce, Arthur und Nina. Aber der Autorin gelingt es, die Geschichte genau so liebevoll und menschlich zu Ende zu bringen, wie sie sie begonnen hat. Mehr wird hier nicht verraten!

    Arthur oder Wie ich lernte den T-Bird zu fahren ist ein Buch, bei dem einfach alles stimmt, angefangen vom Titel über Cover und natürlich die Geschichte. Auch sprachlich hat es mir sehr gut gefallen, im Gegensatz zu anderen Jugendbüchern, bei denen es nur um eine spannende Story geht, wurde hier auch sehr sorgfältig erzählt. Ich habe den Roman in kürzester Zeit verschlungen, musste dabei lachen und weinen und habe die Charaktere richtig lieb gewonnen. Beeindruckt hat mich auch, wie differenziert die Autorin ihre ProtagonistInnen zeichnet. Kein schwarz-weiß, sondern ganz viele Schattierungen. Sie sind einfach menschlich, mit ihren guten und schlechten Seiten.

    Alles in allem, ein wunderbares, sehr empfehlenswertes Buch nicht nur für Jugendliche!

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    LieLus avatar
    LieLuvor 5 Jahren
    Arthur oder Wie ich lernte den T-Bird zu fahren (Sarah N. Harvey)

    Deutscher Taschenbuch Verlag

    Die Autorin

    Sarah N. Harvey ist Verlagslektorin und Autorin mehrerer Jugendbücher. Sie lebt derzeit in Victoria, British Columbia. Ihre Erfahrungen, welche sich auch im Buch widerspiegeln, stammen aus der Zeit, in welcher sie sich selbst um ihren kranken Vater kümmern musste und inspirierten sie zu diesem Buch.

    Arthur

    Eigentlich führt der 17jährige Royce ein ganz normales Leben, bis seine Mutter ihm die Aufgabe übermittelt, sich ab heute um seinen uralten Großvater Arthur, der schon jede Menge Pflegepersonal vergrault hat, zu kümmern. Keine leichte Herausforderung für Royce, genannt Rolly, wie dieser schon nach dem ersten Tag feststellt. Sein Großvater ist mürrisch, hat zu nichts Lust und schaut den ganzen Tag Fern. Zudem ist er von Royce genervt und will nicht gepflegt werden. Doch dieser hat leider keine Wahl, denn er braucht das Geld. Ein Auto soll es werden. Arthur stellt ihn auf eine harte Probe, doch auch Royce ist nicht auf den Kopf gefallen und schindet schon bald Eindruck bei seinem Großvater…

    Fazit

    Ein wundervolles Buch, welches mich ein wenig an „Ziemlich beste Freunde“ erinnert. Royce, der sich immer mehr an seinen Großvater gewöhnt und mit dessen Art umzugehen lernt. Arthur, der Royce eigentlich gern um sich hat, auch wenn er das niemals zugeben würde. Schreib- und Erzählstil der Autorin ist flüssig und einfach, weshalb das Buch schnell zu lesen ist. Auch der Umfang von nur 230 Seiten trägt dazu bei, dass auch jüngere Leser angesprochen werden könnten.

    Arthur erscheint dem Leser zunächst als unmöglicher alter Greis, der sein Personal herumzukommandieren pflegt und der keine Lust auf Leute im Haus hat. Auch seinen Enkel schließt er da nicht aus. Doch Royce ist anders, zunächst sieht er in der Aufgabe nur das Geld, das er für die Pflege seinen Großvaters bekommt. Bald schon entwickelt er jedoch eine immer tiefergehende Beziehung zu ihm. Als dieser ihn dann auch noch den T-Bird fahren lässt, hat er Royce erreicht. Seine Mutter hätte ihm das niemals erlaubt.

    Seine Mutter hat ein eher distanziertes Verhältnis zu ihrem Vater, was wohl an dessen Art und Umgangston liegt, der ziemlich rau und unhöflich ist. Auch Royce muss erst damit umgehen lernen. Ein witztiges, originelles und berührendes Buch über einen jungen Erwachsenen und seinen Großvater, die sich einander annähern und eine Beziehung aufbauen.

    http://immer-mit-buch.blogspot.de/2014/02/arthur-oder-wie-ich-lernte-den-t-bird.html

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    Sabo07s avatar
    Sabo07vor 5 Jahren
    Dieses Buch berührt die Seele

    Dies ist die Geschichte von Royce und seinem Großvater Arthur. Royce und seine Mutter ziehen von einem Ende Kanadas ans andere, um Arthur zu unterstützen, der nicht mehr allein Leben kann. Zu Beginn ist Royce nicht begeistert, dass er sich um Arthur kümmern soll, er betrachtet es als Job, für den er gut bezahlt wird. Er kann den Alten nicht leiden, und auch Arthur scheint nicht viel von seinem Enkel zu halten. Doch immer öfter gibt es Situationen, in denen die beiden miteinander lachen können. Als der Zeitpunkt kommt, an dem Royce beginnt sich in Victoria einzuleben und den Entschluss fasst doch nicht mehr in sein altes Leben zurück zu wollen, erleidet Arthur seinen ersten Schlaganfall. Bei diesem bleibt es nicht und es folgt eine lange Zeit im Krankenhaus. Am Ende muss Royce seinen Großvater gehen lassen.

    Das Buch ist urkomisch und doch tief traurig, Die Autorin hat es geschafft mich in die Geschichte zu ziehen und mich zu einem Teil davon werden zu lassen. Ich kann das Buch nur jedem empfehlen und rate dazu ausreichend Taschentücher dabei zu haben, man braucht sie sowohl, weil man mit den beiden lacht, als auch, weil man mit ihnen weint.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Daniliesings avatar
    Zusammen mit dem Deutschen Taschenbuch Verlag haben wir hier eine ganz besondere Leserunde geplant. "Arthur oder Wie ich lernte, den T-Bird zu fahren" von Sarah N. Harvey ist ein Jugendroman, der berührt und zugleich viel Spaß macht! Denn in diesem Buch muss Royce sich um seinen 95-jährigen Großvater kümmern, was gar nicht so einfach und oftmals sehr turbulent wie auch lustig ist!

    Mehr zum Inhalt:
    Für Royce ist es ein turbulentes Jahr. Erst zieht er mit seiner Mutter quer durch Kanada, damit diese in der Nähe ihres uralten Vaters Arthur sein kann, und dann soll Royce sich auch noch selber um den Greis kümmern. Gegen Cash, versteht sich. Arthur ist ein ausgemachtes Biest, ein grantiger alter Kauz, der schon mehrere Pflegekräfte vergrault hat und auch seinen Enkel auf eine harte Probe stellt. Doch der lässt sich nicht alles gefallen und hat schon bald einen Stein im Brett von Arthur.

    --> Leseprobe

    Ihr möchtet Testleser für diesen Roman über eine ganz besondere Freundschaft werden? Dann könnt ihr euch ab sofort für eines der 20 Leseexemplare des Buches bewerben.* Die Testleser werden dieses Mal nach einem etwas anderen Verfahren ausgewählt:

    Ich suche die ersten 5 Testleser aus und gebe sie hier bekannt. Diese dürfen sich dann nacheinander jeweils 3 weitere Testleser aus allen Bewerbern aussuchen, die ebenso ein Leseexemplar bekommen.

    Natürlich gibt es auch eine kleine Bewerbungsfrage, die ihr bis zum 29. September 2013 beantworten könnt:

    Welche Eigenschaften findet ihr typisch für einen Großvater? Und hat einer eurer Großväter eine Eigenschaft, die ihr so richtig besonders und toll findet?

    * Im Gewinnfall sind eine zeitnahe Beteiligung am Austausch in allen Leseabschnitten sowie das Schreiben einer abschließenden Rezension selbstverständlich.
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    dtv_Verlags avatar
    Wir verlosen schon vor dem Erscheinungstermin von "Arthur oder Wie ich lernte, den T-Bird zu fahren" 30 Leseexemplare an Blogger.
    Mitmachen könnt ihr bis inkl. 10. September 2013.

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    Binchen84s avatar
    Letzter Beitrag von  Binchen84vor 5 Jahren
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