Neuer Beitrag

Ausgewählter Beitrag

Naala

vor 3 Jahren

(3)

Und mal wieder wird der deutsche Klappentext einem Buch nicht gerecht. Irgendwie habe ich dieses Erlebnis in letzter Zeit häufiger.

Jude Hernandez sucht mit ihrem Vater, der an frühzeitigem Alzheimer erkrankt ist, jemanden der sein altes Motorrad wieder fit bekommt. Jude verspricht sich durch die Reparatur des Motorrads ein wiederkehrendes Erinnerungsvermögen ihres Vaters. Als sie erkennt, dass sie für die Reparaturen ausgerechnet einen "Vargas" engagiert hat, steckt sie in einem Dilemma. Sie und ihre 3 älteren Schwestern hatten vor Jahren geschworen sich nie (mehr) mit einem Vargas einzulassen. Aber in diesem Fall geht es ja nur um die Reparatur des Motorrads, oder?

Ich bin begeistert von diesem rührenden Buch. Es ist eine wunderschöne Familiengeschichte. Die Beziehung zwischen Jude und ihrem Vater wird sehr liebevoll beschrieben. Die Liebe zwischen den beiden ist groß und trotzdem gibt es natürlich Schwieirgkeiten. Das alles wird wahnsinnig schön erzählt.
Jude ist ein liebenswerter Mensch, sehr flippig und irgendwie frech. Mir hat sie gefallen, auch wenn sie natürkich trotzdem ihre Unsicherheiten und Fehler hat. Aber gerade diese Eigenschaften machen sie zu einem Mensch, mit dem man sich gut identifizieren kann.
Im Klappentext des Buches bekommt man von männlichen Charakter, Emilio Vargas, ein ziemliches Bad-Boy-Image vermittelt. Das ist allerdings vollkommen daneben. Emilio ist ein sehr sanfter Charakter und natürlich fährt er Motorrad und macht am Anfang ein paar dumme Sprüche, aber er ist durchgängig sympatisch und keiner von den Bösen. Er kann Jude viel zeigen, was es heißt zu leben.
Judes Schwestern und ihre Mutter waren alle sehr unterschiedlich und passten manchmal nicht so richtig zu Jude. Die Schwestern waren mir für ihr Alter manchmal etwas zu verbohrt und engstirnig, aber es war trotzdem schön ihre Beziehung zu Jude zu verfolgen. Die "Geheimnisse" wurden im Verlauf des Buches gelüftet und man lernt alle Beteiligten besser zu verstehen.
Emilios Mutter ist ein Nebencharakter, der mich sehr begeistert hat. Sie hat so eine wunderbar herzliche Art. Es hat mir gefallen wie sie mit Jude geredet hat.
Aus dem Klappentext geht leider nicht hervor, dass es in diesem Buch auch zu einem sehr großen Teil, um Jude und ihren Vater geht und nicht nur um eine Liebe, die der Meinung der Schwestern nicht passt.

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Es sind auch immer wieder spanische Sätze und Begriffe eingestreut. Das fand ich sehr schön und wirkte sehr passend, da beide Familien spanischsprachige Herkunft haben und es so sehr athentisch wirkte. Ich habe allerdings das Glück, dass ich einigermaßen vernünftig spanisch verstehe und somit auch diese Passagen ohne Probleme verstehen konnte. Ich weiß nicht, ob es anderen, die kein Wort spanisch verstehen auch so gefällt. Es sind zwar nur wenige Sätze, aber es taucht immer mal wieder auf, das etwas auf spanisch gesagt wird und nicht übersetzt wird.

Es ist schön, die verschiedenen kleinen Geheimnisse der beiden Familien zu lüften und die Beziehungen zwischen den Charakteren zu verfolgen. Ich hatte das Buch in Erwartung einer einfachen Lovestory-Sommergeschichte begonnen und wurde überrascht von einem Jugendbuch, der vielschichtige Beziehungen beschreibt und vor allem nicht nur die Liebe zwischen zwei jungen Menschen hervorhebt.

Autor: Sarah Ockler
Buch: Verlieb dich nie in einen Herzensbrecher
Neuer Beitrag