Sarah Perry Die Schlange von Essex

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Inhaltsangabe zu „Die Schlange von Essex“ von Sarah Perry

Britischer Buchpreis 2017 für den besten Roman des Jahres.

London im Jahr 1893. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Cora Seaborne die Hauptstadt und reist gemeinsam mit ihrem Sohn Francis in den Küstenort Aldwinter. Als Naturwissenschaftlerin und Anhängerin der provokanten Thesen Charles Darwins gerät sie dort mit dem Pfarrer William Ransome aneinander. Beide sind in rein gar nichts einer Meinung, beide fühlen sich unaufhaltsam zum anderen hingezogen.
Anmutig und intelligent erzählt dieser Roman - noch vor allem anderen - von der Liebe und den unzähligen Verkleidungen, in denen sie uns gegenübertritt.

Ein wundervoller Roman über das Leben, die Liebe und den Glauben, über Wissenschaft und Religion, Geheimnisse und die komplizierten und unerwarteten Wandlungen des menschlichen Herzens. So gut, dass die Seiten von innen heraus leuchten.
Helen MacDonald

Wäre der große viktorianische Roman gemeinsam von Charles Dickens und Bram Stoker geschrieben worden, hätte er es wohl vollbracht, Die Schlange von Essex übertreffen zu können? Sarah Perry schreibt sich mit diesem Roman in die Riege der besten zeitgenössischen Autoren Englands.
John Burnside

Unnahbare Charaktere, emotionsarme Erzählung. Konnte mich nicht überzeugen.

— campino246

Wie kann ein derart belangloses Buch soviel Begeisterung auslösen?

— Himmelfarb

Wunderbar geschrieben!

— Dion

Gut geschrieben, aber ohne Tiefgang...

— smayrhofer

Dieses Buch hat meine Erwartungen in keinster Weise erfüllt

— DamlaBulut

Ein sprachgewaltiges, so anderes Buch – welches seine Chance definitiv verdient hat.

— Fleur_de_livres

Opulent und sprachgewaltig. Grandiose Lektüre.

— ulrikerabe

Für History Fans und die auf der Suche nach einem besonderen Buch sind

— VanessasBibliothek

Wunderschöner Schreibstil, langweilige Story.

— KiddoSeven

Wortgewaltig und nachdenklich. Teils schwermütig, teils lieblich. In jedem Fall aber außergewöhnlich.

— Chrissey22

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Hervorragend!

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  • Themen
  • Glaube vs Wissenschaft

    Die Schlange von Essex

    Dion

    05. January 2018 um 15:55

    Die Junge Witwe Cora kann nach dem Tod ihres Mannes endlich tun, was sie will. Gemeinsam mit ihrem Sohn Francis und ihrer Freundin Martha verlässt sie London und lässt sich in der Provinz nieder, genauer gesagt in dem Küstenort Aldwinter. Dort frönt sie ihrem Hobby, dem Suchen und Sortieren diverser Fossilien. Ihr größtes Glück wäre es, die Schlange von Essex, ein Fabelwesen, das tief verankert im Unterbewusstsein der Einheimischen sein Unwesen treibt, zu entdecken. Durch ihre Freundschaft mit dem ansässigen Pfarrer findet sie sich jedoch bald in emotionalen Kriegen zwischen Glaube und Wissenschaft wieder.Hier vergebe ich gern fünf Sterne, da mich die Handlung im England des Viktorianischen Zeitalters unglaublich fesseln konnte. Flüssiger Schreibstil in einem eher altmodischen Stil, der unheimlich beeindruckt.

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  • Leserunde zu "Eine Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens

    Eine Weihnachtsgeschichte

    Luftpost

    Dies ist ein Lesemarathon der Werwolf-Spielgruppe und der Challenge Gruppe “Zukunft vs. Vergangenheit”. ______________________________________________________________________________ Der Marathon findet vom 27. - 30.12. statt. Anmeldungen sind bis zum 25.12., 24 Uhr möglich! Bitte gebt bis dahin auch eure voraussichtliche Lesezeit an.______________________________________________________________________________ Dieses Mal müssen wir den Weihnachtswichteln helfen, die Geschenke für die Kinder auf der ganzen Welt rechtzeitig fertig zu bekommen. Teams gibt es diesmal nicht. Wir werden alle zusammen arbeiten. Außerdem wird es in diesem Marathon keine schwierigen Rätsel geben, ihr könnt also jederzeit einsteigen. ______________________________________________________________________________ Zu unseren Werwolf-Runden hier auf Lovelybooks veranstalten wir immer einen thematisch passenden Lesemarathon. Um dieser Tradition treu zu bleiben, findet auch dieses Mal einer dieser Marathon statt. Ihr könnt auch teilnehmen, wenn ihr diese Werwolf-Runden nicht kennt! Neulinge sind immer willkommen. Es sind keine Kenntnisse zu “Momo” oder “Die Weihnachtsgeschichte” notwendig, um hier teilzunehmen und man hat dadurch auch keinerlei Vorteil. Die Wahl der Lektüre ist euch absolut selbst überlassen und muss nichts mit dem Thema zu tun haben. Der Spaß bei unserem Lesemarathon steht natürlich an erster Stelle. Und frei nach dem Motto “Alles kann, nichts muss” könnt ihr euch eure Zeit einteilen, wie ihr wollt. Unser Ziel ist es, einen spannenden und abwechslungsreichen Marathon zu gestalten, zusammen zu lesen und gemütliche Stunden zusammen zu verbringen.  ______________________________________________________________________________ Die AnmeldungBitte gebt bei eurer Bewerbung an, wie viel ZEIT ihr mit Lesen verbringen wollt, da es dieses Mal wieder planungsrelevant ist. (Ob ihr letztendlich mehr oder weniger lest, ist natürlich nicht ganz so wichtig, hilft uns aber bei der Einschätzung). Ihr dürft euch bei der Anmeldung auch gerne einmal “Unterm Tannenbaum” umsehen und euch drei Geschenke aussuchen. ______________________________________________________________________________ Der AblaufDer Marathon startet am Mittwoch, den 27.12. um 9.00 Uhr. Es werden wieder im Abstand von 3 Stunden Aufgaben gepostet, diese sind keine Gruppenaufgaben und können von jedem Leser zu jeder Zeit bearbeitet werden. Ausgenommen sind hier einzelne Aufgaben, wie z. B. die Sammelaufgabe. Dies wird aber bei der Aufgabenstellung extra erwähnt. Die gelesene Zeit zählt bis zum 30.12. um 21.00 Uhr. Das Finale des Marathons findet anschließend statt. ______________________________________________________________________________ Zeit eintragen Wir sammeln diesmal Zeit und keine Seiten. Eure gelesene Zeit könnt ihr im Dokument in “Die Elfenwerkstätten” eintragen. Rundet dabei bitte immer auf 5 Minuten. Beispiele: Ihr habt 12 Minuten gelesen => Ihr dürft 15 Minuten eintragen.Ihr habt 38 Minuten gelesen => Ihr dürft 40 Minuten eintragen. Um Weihnachten zu retten, müsst ihr die Werkstätten aller Kontinente mit genug Zeit versorgen, damit alle Geschenke produziert werden können! _____________________________________________________________________________________ Das Orga-TeamDieses Mal besteht das Orga-Team aus stebec, BlueSunset, Henny176, katha_strophe & sternchennagel. Bei Fragen, Anregungen etc. meldet euch einfach bei der Luftpost. _____________________________________________________________________________________ Vergangene RundenDoctor Who | Phantom der Oper | Panem | Piraten | Märchenland | Vampire Diaries | Wunderschöne Winterzeit | Supernatural | Game of Thrones | Asterix - Der Gallier | Alice im Wunderland _____________________________________________________________________________________ Teilnehmerliste:⭐️ AnnikaLeu | 720 Minuten⭐️ BlueSunset | 720 Minuten⭐️ Buchgeborene | 765 Minuten⭐️ Elke | 180 Minuten⭐️ Fire | 300 Minuten⭐️ Henny | 600 Minuten⭐️ histeriker | 720 Minuten⭐️ Joel | 60 Minuten⭐️ katha | 240 Minuten⭐️ kattii | 300 Minuten⭐️ kaytilein | 600 Minuten⭐️ Knorke | 300 Minuten⭐️ LadySamira | 300 Minuten⭐️ LaLecture | 600 Minuten⭐️ mabuerele | 720 Minuten⭐️ mareike | 600 Minuten⭐️ Melanie | 1200 Minuten⭐️ Mitchel | 240 Minuten⭐️ mysticcat | 720 Minuten⭐️ papavero | 720 Minuten⭐️ Pippo | 960 Minuten⭐️ samea | 720 Minuten⭐️ Snorki | 800 Minuten⭐️ stebec | 870 Minuten⭐️ sternchen | 600 Minuten⭐️ Traubenbaer | 480 Minuten⭐️ Vucha | 720 Minuten

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    • 999
  • Gut geschrieben, aber ohne Tiefgang...

    Die Schlange von Essex

    smayrhofer

    28. December 2017 um 15:42

    Großbritannien im Jahre 1893: Nachdem ihr Mann an Krebs gestorben ist, verlässt Cora Seaborne London und reist mit ihrem Sohn Francis in die Stadt Colchester im County Essex. Nachdem sie zunächst in der etwas größeren Stadt Colchester unterkommt, reist sie bald – auf Empfehlung eines Bekannten – weiter in den kleinen Küstenort Aldwinter, wo sie den Pfarrer William Ransome trifft. Als Anhängerin der neuesten naturwissenschasftlichen Theorien (Darwin läßt grüßen) sind Cora und der Pfarrer mehr als einmal unterschiedlicher Meinung, aber trotz aller Differenzen entwickelt sich zwischen den beiden so etwas wie Freundschaft. Und dann ist da noch die vermeintliche „Schlange von Essex“, die für so manche unerklärlichen Vorkommnisse verantwortlich sein soll…Eigentlich waren mit diesem Setting die Voraussetzungen für eine interessante Story gegeben, aber leider bleibt außer sympathischen Charakteren und einem angenehmen Schreibstil nicht viel im Gedächtnis. Die Geschichte entwickelt sich ähnlich schnell (bzw. langsam) wie die Brexit-Verhandlungen, die Liebesbezeugungen sind überwiegend einseitig, und manche Begegnungen haben für den weiteren Verlauf schlicht keine Relevanz. Auch das Einstreuen von Gesellschaftskritik (Folgen der Industrialisierung) wirkt manchmal etwas aufgesetzt. Positiv zu erwähnen bleibt das Einfügen von Briefen und Notizen in die Geschichte, die dem Leser den einen oder anderen Charakter näherbringen. Auch die Beschreibung der Landschaft und der Jahreszeiten wirkt sehr lebendig, so dass man sich die ganze Szenerie gut vorstellen kann.Letzten Endes hat mich zwar der Schreibstil der Autorin überzeugt, aber für meinen Geschmack ist das Buch mit über 500 Seiten deutlich zu lang und bietet zu wenig Tiefgang, um einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Deshalb gibt es von mir nur 3 Sterne.

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  • Opulent und sprachgewaltig

    Die Schlange von Essex

    ulrikerabe

    25. December 2017 um 08:04

    England im viktorianischen Zeitalter. Die frische verwitwet Cora Seaborne zieht mit ihrem sonderbaren Sohn Francis und der Nanny Martha von London nach Essex. Durch den Tod ihres Mannes eigentümlich befreit will sie sich dem Gesellschaftsleben in der Stadt entziehen, um am Land naturwissenschaftlichen Studien nachzugehen. Doch in dem Küstenort Aldwinter scheint ein mysteriöses Wesen sein Unwesen zu treiben. Die Schlange von Essex, ein widerliches Fabelwesen wird für viele kleine und große Ungereimtheiten verantwortlich gemacht. Cora ist von der Aussicht fasziniert, ein unerforschtes Lebewesen kategorisieren zu könne, stößt aber beim Dorfpfarrer William Ransome auf Widerstand. Gleichermaßen im Streit wie in inniger Zuneigung bahnt sich zwischen den beiden eine ganz besondere Beziehung an.Der Roman schildert den Kampf zwischen Glauben und Wissen, Religion und Wissenschaft. Wobei ich spannend gefunden habe, dass Cora, von der Existenz der Schlange überzeugt ist, der Pfarrer die Vorstellung allerdings als Hirngespinst darstellt. Aber auch die Gegenüberstellung von Armut und Reichtum findet in diesem Buch Platz. Der ewige Widerstreit zwischen Darwin, Marx und Gott.Tiere sterben, Kinder verschwinden, jedes unerwartete Ereignis wird der Schlange zugeschrieben. Das Gerücht siegt über die Vernunft, die Geschichte ist damit auch eine wunderbare Parabel auf unsere Gesellschaft, die sich von fake news, alternativen Fakten irre leiten lässt. Die Erzählung ist opulent und sprachgewaltig, verschlungen wie das wunderschön gestaltete Buchcover.Jede Figur für sich ganz speziell gezeichnet. Auch die Liebe zu den Nebenfiguren, der Frau des Pfarrers, und deren Tochter, die angehende Sozialdemokratin Martha, Lucas, der Arzt in unerfüllter Liebe zu Cora, um nur einige zu nennen, ist vorhanden.Cora ist zerrissen zwischen dem konventionellen Korsett der damaligen Zeit und ihrem unbändigen Drang, sich selbst zu verwirklichen, die Emotionalität geht ihr dabei verloren, sie erschient dem Leser mitunter als herzlos, ich würd es ihr als große Unsicherheit auslegen. Was sie nicht aussprechen kann, schreibt sie in unzähligen Briefen nieder, die oft eine ganz andere Cora zeigen.William Ransome hingegen ist Marionette seines Glaubens. Moral und Treue stellen sich gegen Trieb und Verlangen.Schade fand ich, dass wohl einiges an Pointen durch die Übersetzung verloren gegangen ist. Allen die Auswahl der Namen scheint mir allegorisch, die Koralle aus dem Meer geboren. Und als ein alter Mann im Sterben liegt und nach dem Pfarrer und (oder?) Erlösung ruft, war schon sehr gelungen.Die Schlange von Essex ist ein sehr hintergründiges, facettenreiches Buch, das ich sehr gerne gelesen habe und wirklich empfehlen kann.

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  • Unnahbare Charaktere

    Die Schlange von Essex

    DamlaBulut

    22. December 2017 um 05:16

    InhaltLondon im Jahr 1893. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Cora Seaborne die Hauptstadt und reist gemeinsam mit ihrem Sohn Francis in den Küstenort Aldwinter. Als Naturwissenschaftlerin und Anhängerin der provokanten Thesen Charles Darwins gerät sie dort mit dem Pfarrer William Ransome aneinander. Beide sind in rein gar nichts einer Meinung, beide fühlen sich unaufhaltsam zum anderen hingezogen. Anmutig und intelligent erzählt dieser Roman - noch vor allem anderen - von der Liebe und den unzähligen Verkleidungen, in denen sie uns gegenübertritt. MeinungIch muss mit bedauern zugeben, dass dieses Buch meine Erwartungen in keinster Weise erfüllt hat.Der Einstig in das Buch war noch völlig in Ordnung. Um ehrlich zu sein sogar sehr gut.Aber schon nach einigen Seiten musste ich mit Bedauern feststellen, dass die Spannung rapide nachlässt.Die Geschichte hat sich in eine ganz andere Richtung entwickelt, als ich erwartet hatte. Das hat mich zum Teil ziemlich irritiert.Außerdem habe ich tiefsinnige Gespräche bzw. Disskusionen erwartet, die leider niemals aufgetaucht sind.Das ganze war mir viel zu sehr modern angehaucht. Auch mit dem Schreibstil der Autorin, welcher sich unheimlich in die Länge gezogen hat, kam ich leider gar nicht zurecht.Die Spannung, die ich zu Beginn erwartet hatte, war leider gar nicht vorhanden und durch den unangenehmen Schreibstil der Autron, wurde es nach einer Weile sehr anstrengend, das Buch weiterzulesen.Die Gefühle kamen nicht an, die Protagonisten ließen den Leser nicht an sich ran und das ganze wirkte ziemlich erzwungen...FazitDie Charaktere waren mir viel zu kalt und unnahbar. Auch der Schreibstil war mir extrem unangenehm.Dieses Buch hat meine Erwartungen in keinster Weise erfüllt.

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  • Die Schlange von Essex

    Die Schlange von Essex

    Fleur_de_livres

    19. December 2017 um 21:27

    Meinung: Das Cover ist so unglaublich schön und zieht einen sofort in seinen Bann. Der Schutzumschlag ist fast zu schade, um ihn zu nutzen. Ein wirklich sehr gelungenes Cover. Der Schreibstil der Autorin ist so überraschend anders, sie schreibt manchmal so poetisch,  schon fast schwülstig-verträumt und dann an einigen Stellen wieder zu ausführlich, fast schon langatmig. Manche Charaktere sind so detailreich beschrieben und dann sind einige wieder nur so kurz erklärt. Daher brauchte ich ein wenig, um mit dem Buch und dem Schreibstil der Autorin zu Recht zu kommen. Die Orte der Handlung, vor allem an der Küste, am Meer haben mir wirklich gut gefallen. Das konnte man sich sehr gut vorstellen Da fühlte man sich fast schon selber am Meer. Die Autorin schaffte es die Stimmung dort so realistisch zu beschreiben, dass man das Meer fast schon riechen konnte. Cora, eine Naturwissenschaftlerin ist für mich auf der einen Seite eine starke Frau zu der damaligen Zeit und auf der anderen Seite sehr oberflächlich. Ich kann sie kaum richtig beschreiben bzw. sie einzuordnen. Der Pfarrer, der sozusagen den geistlichen Gegenpart zu Cora darstellen sollte, war für mich etwas greifbarer als Cora. Aber seine Ansichten und seine Gespräche/Diskussionen mit Cora um sein Weltbild waren für mich interessant, aber leider nicht so wie erwartet. Irgendwie fehlte mir da etwas – ich kann nicht genau sagen was. Die entwickelnde Liebesgeschichte, die nur über Briefe stattgefunden hat, war etwas unerwartet, belebte diese Geschichte sehr. Für mich ein kleines Highlight war die Figur des Doktor Garretts. Er gefiel mir wirklich am besten, man kann fast sagen, dass ich diese Nebengeschichte interessanter und spannender fand als die Hauptgeschichte. Das hat dieses Buch für mich noch einmal deutlich aufgebessert. Aber die Idee, die Schlange als Symbol, für gewisse Dinge zu nehmen, wie z.B. Falschheit, Hinterlist und Unehrlichkeit ist in der Grundidee wirklich sehr gut, aber irgendwie fehlte mir in der Umsetzung etwas. Doch ich muss sagen, gerade weil dieses Buch so anders und unerwartet ist, hat es mich doch auch irgendwie in seinen Bann gezogen. Somit finde ich, sollte jeder diesem Buch eine Chance geben und es selber lesen. Fazit: Ein sprachgewaltiges, so anderes Buch – welches seine Chance definitiv verdient hat.

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  • Leserunde zu "Die Schlange von Essex" von Sarah Perry

    Die Schlange von Essex

    aba

    Ein aufregender Roman über Liebe, Glauben, Wissenschaft und Enigmen im Viktorianischen Zeitalter Die 90er Jahre des 19. Jahrhunderts: Die Welt ist verrückt nach neuen wissenschaftlichen Entdeckungen, Erfindungen und Phänomenen. Das viktorianische England investiert Unmengen an Geld in Wissen, Technik und Forschungsreisen. Frauen interessieren sich zunehmend für Naturwissenschaften und kämpfen dafür, ernst genommen zu werden. Cora, die kluge Heldin von "Die Schlange von Essex", dem preisgekrönten Roman von der englischen Autorin Sarah Perry, ist eine von diesen Frauen. Mit ihrem Willen und ihrer Geradlinigkeit wird sie eine ganze Gemeinde im idyllischen Essex in Aufruhr versetzen.Möchtet ihr dabei sein, wenn Cora das Geheimnis um die sagenumwobene Schlange von Essex lüftet?Zum InhaltLondon im Jahr 1893. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Cora Seaborne die Hauptstadt und reist gemeinsam mit ihrem Sohn Francis in den Küstenort Aldwinter. Als Naturwissenschaftlerin und Anhängerin der provokanten Thesen Charles Darwins gerät sie dort mit dem Pfarrer William Ransome aneinander. Beide sind in rein gar nichts einer Meinung, beide fühlen sich unaufhaltsam zum anderen hingezogen.Lust auf eine Leseprobe?Zur AutorinSarah Perry wurde 1979 in Essex geboren und lebt heute in Norwich. Ihr Roman "Die Schlange von Essex" war einer der größten Überraschungserfolge der letzten Jahre in Großbritannien. Ausgezeichnet als Buch des Jahres 2016 der Buchhandelskette Waterstones, Gewinner des britischen Buchpreises 2017 für den besten Roman sowie für das beste Buch insgesamt. Der Roman war nominiert für den Costa Novel Award, den Dylan Thomas Prize, den Walter Scott, den Baileys und den Wellcome Book Prize.Unser neuer Roman im LovelyBooks Literatursalon, "Die Schlange von Essex", ist die Buchsensation des Jahres in Großbritannien!Wenn ihr anspruchsvolle historische Romane liebt, dürft ihr diese Leserunde nicht verpassen. In unserem LovelyBooks Literatursalon warten außerdem weitere literarische Neuerscheinungen und spannende Spezialaufgaben auf euch.Zusammen mit Eichborn verlosen wir 30 Exemplare von "Die Schlange von Essex" unter allen, die diesen höchstinteressanten Roman lesen, sich darüber im Rahmen einer Leserunde austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten. Was müsst ihr tun? Bewerbt euch* unter dem "Jetzt bewerben"-Button und antworte auf folgende Frage bis zum 01.10., wenn ihr dabei sein wollt:Eine Naturwissenschaftlerin und ein Kirchenmann. Beide sind gar nicht einer Meinung, trotzdem fühlen sie sich zum anderen hingezogen.Evolution oder Schöpfung? Denkt ihr, dass eine Beziehung zwischen den beiden eine Zukunft hat? Oder stehen ihre grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten immer im Wege?Wir freuen uns auf eure Antworten und wünschen euch viel Glück!Im Rahmen des LovelyBooks Literatursalons könnt ihr in dieser Leserunde ein weiteres Literatursalon-Lesezeichen erlesen! Ihr seid noch kein Literatursalon-Mitglied? Ihr könnt jederzeit eintreten. Alle Infos dazu findet ihr hier. * Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

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    • 1856
  • Glaube, Aberglaube, Naturwissenschaft, Liebe

    Die Schlange von Essex

    calimero8169

    16. December 2017 um 12:29

    InhaltLondon im Jahr 1893. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Cora Seaborne die Hauptstadt und reist gemeinsam mit ihrem Sohn Francis in den Küstenort Aldwinter. Als Naturwissenschaftlerinund Anhängerin der provokanten Thesen Charles Darwins gerät sie dort mit dem Pfarrer William Ransome aneinander. Beide sind in rein gar nichts einer Meinung, beide fühlen sich unaufhaltsam zum anderen hingezogen.EindruckSarah Perry hat einen sehr wort- und bildgewaltigen Schreibstil, der mir hier sehr gut gefallen hat und mich voll in das Setting - Essex im viktorianischen Zeitalter - hineingezogen hat. Es war nah, greifbar, faszinierend und gleichzeitig bedrückend. Denn die Rolle der Frauen war eben nicht die, mit der ich aufgewachsen bin. Umso mehr hat mich beeindruckt, dass die Hauptperson - Cora - nach dem Tod ihres Mannes das gesellschaftliche Korsett sprengen konnte und fortan ihre Interessen auslebte, sowie das Selbstbewußtsein entwickelte, welches nach einer unterdrückenden und gewaltvollen Ehe nicht mehr vorhanden zu sein schien. So war es doch auch nicht verwunderlich, dass sie nicht wirklich getrauert hat und nach kurzer Zeit bereit für einen neuen Mann war - einen verheirateten Familienvater. Somit - vor allem zu der Zeit und für mich auch heute noch - eine Frage der Moral.Die Kontroverse zwischen diesen beiden - Religion und Naturwissenschaft - kam mir leider zu kurz, denn der Fokus in dieser Geschichte lag eindeutig auf den vielen Facetten der Liebe, wiesie uns begegnet, uns erheben und zerstören kann. Perry hat ein gefühlvoll, emotionales und kompliziertes Geflecht von drei Menschen geschaffen, bei dem man sich die Frage stellen konnte,geht es um den Mythos der Schlange von Essex, handelt es sich um die Schlange aus dem Paradies oder einfach um eine Geschichte wie sie tausendfach auf dieser Welt geschieht - Liebe. Und wenn sie drei Menschen in einem Geflecht getroffen hat, ist mindestens einer zuviel und bleibt auf der Strecke.Viele weitere Protagonisten begleiteten Cora auf ihrem Weg. Zeitweise habe ich mich gefragt, warum und in welcher Form sie für die Geschichte von Bedeutung waren, aber nachdem ich die Geschichte habe sacken lassen, war die Antwort einfach. Auch sie stellten eine Form der Liebe dar und somit waren sie in ihrer Bandbreite wichtig.Fazit"Die Schlage von Essex", für mich ein kleines Schätzchen, dass ich mit Sicherheit noch mehrfach lesen werden. Denn die Fragen die man sich stellt sind umfangreich und kompliziert zu beantworten. Liebe, leben und leben lassen, Moral, gesellschaftliche Konventionen - all das findet man in Essex. Sarah Perry ist eine Autorin die ich im Auge behalten werde.

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  • Anders als gedacht, aber überraschend gut

    Die Schlange von Essex

    VanessasBibliothek

    10. December 2017 um 16:56

    Also der Einstieg in den Roman fiel mir wirklich etwas schwer, da der Sprachstil auch nicht wirklich einfach ist, aber trotzdem interessant und speziell. Aber wenn man Durchhaltevermögen hat, dann wird es zu einem ganz besonderen Roman. Alleine schon die Charaktere sind so besonders und auch spezielle, dass fängt bei der Protagonistin Cora schon an. Die Geschichte ist wirklich intelligent geschrieben und es geht nicht nur Wissenschaft vs Glaube, sondern auch um Liebe. Wirklich eine tolle Mischung. Und auch anders als erwartet im positiven Sinne. Auch die dargestellte Zeit ist super beschrieben und ich mag den Wechseln von London ins Aldwinter. Ich will auch nichts groß verraten, weil ich einfach finde, dass man dieses Buch selber erleben muss und grade Fans von History-Romanen werden hier Spaß dran haben.

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  • Wunderschöner Schreibstil, langweilige Story

    Die Schlange von Essex

    KiddoSeven

    07. December 2017 um 22:06

    Diese und weitere Rezensionen findet ihr auf meinem Blog :)*Das Cover* sieht super altmodisch aus und passt deshalb sehr gut zur Geschichte. Mir gefällt, wie die Schlange in das Bild eingearbeitet ist und der Titel, sowie der Name der Autorin, auf der Schlange schweben. Wenn man den Schutzumschlag entfernt wird man von einem grünen Hardcover überrascht, das mit einer Struktur versehen wurde. Die Struktur erinnert an eine Schlangenhaut, was mir richtig gut gefallen hat. Toll ausgearbeitet.*Meine Meinung*Ich muss gleich anmerken, dass das Buch wunderschön geschrieben ist und ich richtig froh bin, es gelesen zu haben, auch wenn es mich nicht richtig fesseln und begeistern konnte.Der Schreibstil hat mir super gut gefallen. Normalerweise lese ich ja eher Thriller und Fantasy, ein anspruchsvoller Roman muss aber auch mal sein.Der Schreibstil war wie erwähnt richtig gut. Er ist anspruchsvoll, liest sich aber dennoch schnell und flüssig.Die Autorin umspielt mit ihren Sätzen den Leser und nimmt ihn so ganz einfach gefangen._"[...] und die Erinnerung entfaltete sich wie der Rauch einer gelöschten Kerze."_Nur mich konnte die Geschichte dann nicht wirklich in ihren Bann ziehen. Hier und da gab es wunderschöne Sätze und Stellen, mich hat aber einfach die Thematik nicht umgehauen, was aber persönlicher Geschmack ist. Versteht mich nicht falsch, es war interessant zu lesen und gibt einem auch an einigen Stellen stark zu denken - wir Menschen lassen uns von so vielem zu sehr beeinflussen und glauben dann sogar Märchen, wie das von der Schlange von Essex. Die Charaktere des Romans haben mir ganz gut gefallen und es war sehr interessant, wie sie aufeinander und miteinander gewirkt haben. Dieses Buch zeigt einem viele Facetten der Liebe und dass Liebe auf so unglaublich viele verschiedene Arten gezeigt werden kann.*Fazit*Ich als Fantasy-Fan habe mir von der Schlange von Essex ein richtiges Monster erhofft - haha. Irgendwann starb aber auch der letzte Funken Hoffnung, dass in diesem Roman etwas Fantasy mitspielen könnte. Jedenfalls haben sich die Bewohner lange täuschen lassen und den Leser mit ins Grübeln gebracht. Letztendlich konnte mich der Roman aber nicht ganz überzeugen, weshalb ich auch nur drei Sterne vergebe.

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  • Wo hört Freundschaft auf und fängt Liebe an?

    Die Schlange von Essex

    sofalxx

    01. December 2017 um 15:19

    Mich hat der Roman wirklich begeistert. Die originellen Charaktere waren mir alle sympathisch und haben sich auch weiterentwickelt. Mir hat auch die Einteilung des Buchs in Monate, beginnend mit der Silvesternacht und endend im November, gefallen. Am Ende musste man sich wundern, was in einem Jahr alles passieren kann. Für mich wurden im Buch zwei Themen besonders oft angesprochen: Freundschaft und die Kraft des Glaubens.Freundschaft:Zunächst einmal handelt es sich bei den Protagonisten um acht Menschen, die untereinander mehr oder weniger eng, seit kurzem oder schon lange befreundet sind. Da sind Spencer und Garett, die, seit sie ihr Medizinstudium aufgenommen haben, nicht mehr ohne den anderen können, auch wenn ihnen das oft selbst nicht bewusst ist, Martha und Cora, deren Beziehung deutlich über die von Bediensteter und Herrin hinausgeht, und die Ransoms und die Ambroses zwischen denen eine enge Freundschaft entstanden ist. Zwischen den Personen gibt es von Anfang an und entstehen auch während des Lesens Freundschaften, die teilweise zu mehr werden scheinen, aber letzten Endes doch Freundschaften bleiben.Kraft des Glaubens:Fast jede Person im Roman hat etwas, an das er von ganzem Herzen glaubt und das ihr auf ihrem Lebensweg begleitet. Angefangen von Pfarrer Ransom, der von seinem starken Glauben an Gott geleitet wird, über die Bürger von Aldwinter, die von der Existenz der Schlange von Essex so überzeugt sind, bis diese ihr ganzes Leben beeinflusst, und Garett, der an die fast schon magischen Möglichkeiten der damals modernen Medizin glaubt, auch wenn ihn die anderen Chirurgen für seine ausgefallenen Ideen für verrückt erklären, bis hin zu Marthas unerschütterlichen Glauben an das gute im Menschen und das eines Tages die Sozialisten etwas erreichen würden und sich die Politik doch noch um die Armen in Londons Slams kümmert. Die "Religionen" der Menschen existieren nebeneinander, überschneiden sich in ihrem Wirken und in den Beziehungen der Personen zueinander, aber sie widersprechen sich nur selten und zeigen, wie kraftvoll der Glaube sein kann, besonders im Fall der Schlange.Es wird zwar nur langsam Spannung aufgebaut, aber trotzdem muss man weiterlesen. Man will wissen, was aus den Figuren wird, die einem schon nach wenigen Seiten ans Herz wachsen, und vor allem will man endlich die Schlange entdecken und wissen, ob sie den nun wirklich existiert.Ich kann das Buch jedem weiterempfehlen, der etwas für die viktorianische Zeit über hat, bzw. der sich für die Vergangenheit und ihre Vorgänge interessiert, ohne über Politik reden zu müssen und dabei eine schöne Sprache genießen will.

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  • Schöne Geschichte zu langatmig erzählt

    Die Schlange von Essex

    Hermione27

    01. December 2017 um 11:29

    Die junge Witwe Cora Seaborne verlässt im Jahr 1893 London mitihrem 13jährigen Sohn Francis und kommt in das englische Küstendorf Aldwinter,wo ein vorzeitliches Meerestier, die sogenannte „Schlange von Essex“ gesichtetworden sein soll. Cora trifft auf den Pfarrer Will Ransome und seine FrauStella. Will und Cora sind zwar bei allen Themen unterschiedlicher Meinung undgeraten schnell aneinander, aber sie fühlen sich unwiderstehlich zueinanderhingezogen. Darüber hinaus kommen zahlreiche weitere Personen vor, sozum Beispiel der kleinwüchsige talentierte Arzt Luke Garrett.   Das Buch fällt schon durch sein bezauberndes Cover undseinen hochwertigen Umschlag auf. Auch die Geschichte ist sehr vielversprechend. Die Charaktere haben ihre Ecken und Kanten und sind sehrglaubwürdig gezeichnet. Allerdings hält die Geschichte nicht ganz das, was sieverspricht. Die Erzählweise ist zwar poetisch, aber oft sehr langatmig, fastschwülstig. Einzig positives Beispiel sind da die vielen eingestreuten Briefe,die sehr kurzweilig zu lesen sind.   Leider hat das Buch meine – zugegebenermaßen hohen – Erwartungennicht ganz erfüllen können.  

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  • Langsam aber atmoshpärisch

    Die Schlange von Essex

    Franzis2110

    26. November 2017 um 18:15

    Wir befinden uns im kalten, grauen London des Jahres 1893. Sarah Perry entführt uns in „Die Schlange von Essex“ hinein in das viktorianische Zeitalter. Hinein in eine Geschichte in der sie Liebe, Glaube, Wissenschaft, Armut und Reichtum gegeneinanderstellt. Eine Geschichte, die den Zauber der Welt aber auch den Aberglauben beschreibt und sich dezent entwickelnder Liebe a la Jane Austen widmet. Der Plot verspricht Düsteres und Spannung. Wer allerdings einen rasanten Spannungsroman erwartet, ist hier falsch. Wer aber ein ruhiges, tiefes Buch lesen möchte, dass sich ganz langsam entfaltet, vor allem in Dialogen, Briefen, zwischen den Zeilen spielt und mit viel Atmosphäre aufwartet, der ist mit „Die Schlange von Essex“ richtig bedient. Mehr zu meiner Meinung findet ihr hier: https://www.lovelymix.de/die-schlange-von-essex-sara-perry/

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  • Here we are

    Die Schlange von Essex

    franzzi

    26. November 2017 um 11:04

    "Seit Ihrer Abreise lese ich so emsig wie ein Student. Halten Sie mich nicht für zu stolz, meine Gedanken auszubreiten und zu ordnen. Wie hat Locke gesagt? Wir alle sind kurzsichtig. Manchmal glaube ich, ich brauche eine Brille mit drei Zoll dicken Gläsern." (S. 310)Das schreibt der Pfarrer einer Gemeinde, die aus dem Lot zu geraten scheint - und er mit ihr. Anfang des Jahres scheint noch alles gut in dem geruhsamen Ort und dem Nachbargefüge. Doch dann sind da die Gerüchte von diesem Seeungeheuer, der Schlange von Essex. Das Monster soll gleichermaßen Menschen und Tiere holen, lauern, als Strafe, sagen nicht wenige, werden gottesfürchtig und ribbeln doch den Alltagstrott in Aldwinter auf. Doch auch Cora Seaborne kommt in den Ort. Eine junge Witwe, die der Krebs von einem gewalttätigen und herrischen Mann, viel Etikette und weiblichen Pflichten entbunden hat - und die einen Happen von dem zu schnappen versucht, was sie für Freiheit hält. Die Schlange interessiert sie, doch der Pfarrer, Will Ransome, interessiert sie mehr - natürlich rein platonisch, wie sie sich und allen anderen in einem schier unaufhörlichen Wortschwall weismachen will. Sarah Perry erzählt in "Die Schlange von Essex" von den Geschehnissen eines Jahres in Aldwinter und London, umkreist dabei ihr kleines Figurenensemble - und kreist damit doch ein Panorama des viktorianischen Zeitalters ein. Wie die Menschen schwanken zwischen dem Aufbruch und dem Aberglauben, wie sie Darwin&Co. begutachten - und nicht selten als Rechtfertigung für die alte, hochbeschrankte Standesgesellschaft nutzen -, wie die den Aufstand übenden Arbeiter und Armen in den Wohnslums der sogenannten besseren Gesellschaft so oft physisch nahekommen, ja, mit ihnen gar verkehren - und wie tiefgespalten und unversöhnlich sich die "Klassen", wenn wir Marx folgen, doch gegenüberstehen. Wie Perrys Figuren ringen um das Verstehen der Welt - und um das Verstehen des anderen. Wie sie sich als Pioniere im Feld der Medizin versuchen, als gewitzte Hobby-Aktivisten oder gelangweilte Laien-Archäologen. Und wie sie doch immer wieder die Liebe suchen und den Halt, den sie verspricht und dabei taumeln, straucheln, fallen - und es doch nicht aufgeben. Perry überrascht den Leser immer wieder mit unvorhergesehenen Wendungen. Mal zeichnet sie eine ihrer Figuren präziser und fügt ihnen den ein oder anderen Charakterzug hinzu, die sie im Ganzen in neuem Licht erscheinen lassen. Oder sie lässt ihre Helden Gefühle entdecken oder verwerfen, die auf einen Schlag Freundschaften sichtbar machen, gefährden und zerbröseln. Und sie legt sich fest, in all den Konstellationen, die sie aufmacht: Auf die Freundschaft kommt es an, die in diesem Buch so versteckt und in so vielen Facetten daherkommt, dass man es als Leser mitunter selbst kaum bemerkt. Und weil es ein Panorama sein soll, fängt Perry eben auch alles ein: Da sind die alten Mythen der englischen Seeungeheuer, abergläubische Bräuche und wie sie eine Dorfgemeinschaft tatsächlich verschließen und verändern - und nur scheinbar in der Kirche zusammenstehen lassen, diesem Sinnbild der vergangenen Zeitalter.  Da ist der wissbegierige und ambitionierte junge Arzt Luke, der nichts weniger als die Medizin revolutionieren will und wagt, was vor ihm keiner wagte und was manche "Gott spielen" nennen, ebenso wie eingeflochtene (aber kaum ausgeführte) Gedanken zu Darwin, Marx und Co.Da ist die immer drängender werdende soziale Frage im ausgehenden 19. Jahrhundert, als in London der soziale Wohnraum knapp und die Mieten auch in den elendsten Löchern unbezahlbar werden und sich das Bürgertum schwertut mit der Behebung. Ein nicht zufällig gewählter Rahmen, erinnert er doch an die Immobilienmarktentwicklungen, die wir heute in London wie anderswo miterleben - und die die alte, gelöst gelaubte soziale Frage von neuem aktuell machen.Da ist erwiderte und gesellschaftlich missbilligte Liebe ebenso wie unerfüllte, projizierende, missverstandene und übersehene. Da ist innige und destruktiv angelegte Freundschaft, entstehende und vergehende Bindungen, Krankheit, Einsamkeit und der Clash of Klassen. Das ist ganz schön viel - und mitunter verheddert sich Perry in diesem Gewirr. Nicht, weil es sich am Ende des Buches nicht halbwegs versöhnlich fügt, sondern weil es mitunter überfrachtet wirkt - und weil all diese Konflikte widerstreitender Gruppen und Ideen oberflächlich behandelt werden. Man könnte sagen: So ist es im Leben ja auch - und da ist auch etwas Wahres dran. Die Dinge fügen sich, mal wie sie sollen, mal weil die Beteiligten versäumen, im richtigen Moment das Entscheidende zu sagen und zu tun. Aber das ist ja eben der Vorteil der Literatur: Sie kann zuspitzen, ordnen, weglassen, wichten. Es muss nicht alles gleichzeitig und gleichberechtigt passieren lassen.Damit verschenkt Perry aus meiner Sicht einiges. Denn es gelingt ihr über 500 Seiten hinweg einen angenehmen, angeviktorianischten Erzählton zu treffen, bissig witzige Dialoge zu schreiben und berührende Szenen an unerwarteten Stellen zu schildern. Immer dann, wenn sie ihr großes Panorama vergisst - und ganz nah ranzoomt. "Und was tun Sie hier? Für mich gehören Sie beide nach Whitehall und Kensington. Ich dachte, Sie würden beim Übertreten der Stadtgrenzen verdampfen." [cora seaborne an londoner freunde, die sie in colchester trifft]

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  • Oberflächlich und episodenhaft

    Die Schlange von Essex

    Schugga

    23. November 2017 um 20:20

    London 1893: Nach dem Tod ihres despotischen Ehemannes genießt Cora Seaborne ihre neugewonnene Freiheit und reist mit ihrem Sohn in den Küstenort Aldwinder. Dort soll die jahrhunderte alte mystische "Schlange von Essex" erneut Angst und Schrecken im Fluss verbreiten. Die naturwissenschaftlich interessierte Cora betrachtet dies als willkommene Herausforderung und sieht bereits ihr Namensschild im Naturhistorischen Museum nebst der von ihr gestellten Schlange prangen. Vor Ort trifft sie auf Will Ransome, den örtlichen Pfarrer, welcher derweil Mühe hat, seiner Gemeinde den Aberglauben um das Seeungeheuer auszutreiben. Cora und Will entdecken schnell eine magische Anziehungskraft zwischen sich, obwohl sie durch Naturwissenschaft und Kirche in ihren Ansichten regelmäßig aneinander geraten...   Zugegeben, bis hierhin klingt die Beschreibung erstmal ganz interessant, vor allem in Kombination mit dem wunderschön gestalteten Cover bzw. der gesamten Aufmachung mit strukturiertem Einband und Lesebändchen. Auch der Hinweis auf den Britischen Buchpreis 2017 lässt viel erhoffen. Zu Beginn liest sich der Roman auch noch ganz angenehm - doch alles in allem wurde ich von dem Buch sehr enttäuscht: Es gibt keine wirklich angeregten Dialoge zwischen Cora und Will, zwischen Naturwissenschaft und Kirche. Auch eine Liebesgeschichte zwischen den beiden beschränkt sich auf holprige Andeutungen in Briefform, da Will als Ehemann und Vater natürlich seiner Familie treu bleiben muss, wenn auch nur körperlich. Es kommen viele wichtige und unwichtige Personen vor, der Roman vermeidet jeglichen Tiefgang, dümpelt vielmehr an der Oberfläche herum wie ein toter Fisch. Ein Sammelsurium verschiedenster Haupt- und Nebenhandlungen lässt den roten Faden der Geschichte zudem manchmal wie einen Wollpompom erscheinen, teilweise wurden die Personen des Romans sogar wie auf einer Liste jeweils mit ein paar Sätzen regelrecht abgehakt. Und ob die Schlange von Essex nun das war, was letztlich zum Ende des Roman am Ufer aufgefunden wird - oder vielleicht doch die Schlange der Verführung, welche in Form von Cora ins Dorf kam und dem Pfarrer den Kopf verdrehte - darüber mag jeder selbst urteilen. Wer einen episodenhaften Einblick in das damalige, viktorianische England erhalten möchte, wird hier wohl das ein oder andere Interessante für sich entdecken, sei es nun der Fortschritt der Medizin oder der soziale Wohnungsmarkt. Wer einen Roman über eine naturwissenschaftlich interessierte Frau mit gewissem literarischen Tiefgang erwartet sollte seine Erwartungen hingegen nicht allzu hoch ansetzen. Ich hatte derlei Erwartungen - und mir gefiel das Buch nicht.

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