Die Schlange von Essex

von Sarah Perry 
3,7 Sterne bei117 Bewertungen
Die Schlange von Essex
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Positiv (67):
TochterAlices avatar

Ich mochte dieses Buch, aber ich warne: wer sich nicht wie ich von den Figuren um den kleinen Finger wickeln lässt, könnte enttäuscht sein!

Kritisch (18):
daydreamins avatar

Konnte mich weder inhaltlich noch emotional überzeugen. Der Schlagabtausch Wissenschaft vs. Glaube fehlte mir völlig.

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Inhaltsangabe zu "Die Schlange von Essex"

Britischer Buchpreis 2017 für den besten Roman des Jahres.

London im Jahr 1893. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Cora Seaborne die Hauptstadt und reist gemeinsam mit ihrem Sohn Francis in den Küstenort Aldwinter. Als Naturwissenschaftlerin und Anhängerin der provokanten Thesen Charles Darwins gerät sie dort mit dem Pfarrer William Ransome aneinander. Beide sind in rein gar nichts einer Meinung, beide fühlen sich unaufhaltsam zum anderen hingezogen.
Anmutig und intelligent erzählt dieser Roman - noch vor allem anderen - von der Liebe und den unzähligen Verkleidungen, in denen sie uns gegenübertritt.

Ein wundervoller Roman über das Leben, die Liebe und den Glauben, über Wissenschaft und Religion, Geheimnisse und die komplizierten und unerwarteten Wandlungen des menschlichen Herzens. So gut, dass die Seiten von innen heraus leuchten.
Helen MacDonald

Wäre der große viktorianische Roman gemeinsam von Charles Dickens und Bram Stoker geschrieben worden, hätte er es wohl vollbracht, Die Schlange von Essex übertreffen zu können? Sarah Perry schreibt sich mit diesem Roman in die Riege der besten zeitgenössischen Autoren Englands.
John Burnside

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783847900306
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:520 Seiten
Verlag:Eichborn
Erscheinungsdatum:29.09.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 29.09.2017 bei Lübbe Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    daydreamins avatar
    daydreaminvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Konnte mich weder inhaltlich noch emotional überzeugen. Der Schlagabtausch Wissenschaft vs. Glaube fehlte mir völlig.
    Wissenschaft vs. Glaube? Fehlanzeige!

    Im Jahr 1893 trifft Cora Seaborne, eine sehr vernünftige Frau und Naturwissenschaftlerin, auf den Pfarrer William, der mit seinem strengen Glauben auf den ersten Blick das totale Gegenteil darstellt. Beworben wurde "Die Schlange von Essex" mit dem Themenschwerpunkt Glaube vs. Wissenschaft, der mich sehr interessiert hat. Leider wurde ich ziemlich enttäuscht.

    Die Charaktere waren mir auf keinen Fall extrem genug. Cora und William stehen ansatzweise schon für wissenschaftliche und geistliche Ansichten, jedoch hatte ich mir Cora eher als aufstrebende und überzeugte Wissenschaftlerin vorgestellt, die mit Thesen und deren Beweisen nur so um sich wirft und religiöse Belange für lächerlich hält. William hingegen war in meinen Erwartungen ein erzkonservativer und engstirniger Geistlicher, der nicht einmal von den offensichtlichsten wissenschaftlichen Erkenntnissen etwas hält. Einen hitzigen Schlagabtausch nach dem anderen habe ich erwartet, in der Realität sind aber sowohl Cora als auch William eigentlich zwei sehr weltoffene und aufgeschlossene Menschen, die höchstens auf eine sehr harmlose Art und Weise aneinander geraten.

    Dem gegenüber steht Williams Frau, die erkrankt und nicht mehr ganz Herr ihrer Sinne ist. Sie liegt fiebrig im Bett und ihre Fantasien gehen schon eher in eine sehr esoterische Richtung, die mir gar nicht gefiel und die ich auch irgendwie im Gesamtkontext nicht so richtig einordnen konnte, da auch ihr gegenüber Cora und William sehr zurückhaltend sind und die Fieberträume zum Großteil hinnehmen. Im Übrigen hielt ich auch von der im Klappentext schon angedeuteten Liebesgeschichte nicht mehr viel, als ich von Williams kranker Frau las. Sowieso konnten mich die Gefühle nicht packen, die Charaktere wirkten alle sehr unnahbar und Emotionen kamen bei mir keine auf. 

    Um den Titel des Buches aufzugreifen, möchte ich nun noch auf das Geheimnis um die Schlange von Essex eingehen. Insgesamt hat sich die Auflösung für meinen Geschmack viel zu lange gezogen. Es waren viel zu viele abergläubische Aspekte involviert, die ich so nicht erwartet hatte und die mich auch nicht überzeugen konnten. Sarah Perry schreibt außerdem noch an einigen Nebenschauplätzen über die Arbeit in der Medizin und im sozialen Wohnungsbau in London gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Kapitel rund um den Doktor, seine Eingriffe und die Skepsis der Gesellschaft gegenüber seinen gewagten Thesen haben mich schon eher interessiert und sein Schicksal ist mir auch relativ nah gegangen. Den Rest der Geschichte und auch das Wohnungsbauprojekt fand ich leider etwas belanglos und so kann ich den Hype auch nicht ganz nachvollziehen.

    Weniger Wissenschaft vs. Glaube, sondern viel mehr ein Buch zusammengewürfelt aus einer Prise Aberglaube, ein bisschen Wirtschaft und Medizin im viktorianischen England. "Die Schlange von Essex" konnte meinen Erwartungen leider nicht gerecht werden und mich nicht überzeugen.

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    eulenmatzs avatar
    eulenmatzvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ohne das Hörbuch, hätte ich das Buch wohl abgebrochen, weil es echt ziemlich langweilig war.
    Schwieriges Buch

    INHALT:

    London im Jahr 1893. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Cora Seaborne die Hauptstadt und reist gemeinsam mit ihrem Sohn Francis in den Küstenort Aldwinter. Als Naturwissenschaftlerin und Anhängerin der provokanten Thesen Charles Darwins gerät sie dort mit dem Pfarrer William Ransome aneinander. Beide sind in rein gar nichts einer Meinung, beide fühlen sich unaufhaltsam zum anderen hingezogen.


    MEINUNG:

     Das Buch habe ich irgendwie ewig vor mit hergeschoben. Letztendlich habe ich es mit Begleitung des Hörbuches gelesen, was auch gut so war, denn ansonsten hätte ich das Buch sicher abgebrochen. Selten habe ich mich leider so gelangweilt.


    Das Buch fiel mir sofort wegen dem Cover auf, weil es einfach wunderschön und ein absoluter Eye Catcher ist. Die Grün- und Goldtöne stechen absolut hervor und fast nur mit Mühe erkennt man die erhabene Schlange, die Schlange von Essex.


    Die Schlange von Essex ist gleichermaßen Symbol des Aberglaubens als ein Relief in einer Kirche. Aberglaube ist ein wichtiges Thema in diesem Buch, denn es ist etwas, was zu dieser Zeit noch sehr gängig war. Cora Seaborne als Naturwissenschaftlerin hält davon allerdings sehr wenig und weiß, dass es für die meisten Ereignisse eine Erklärung finden lässt. Nun kenne ich mich mit den Thesen von Darwin jetzt nicht so aus, aber explizit benannt werde diese hier jetzt auch nicht und fließen, wenn dann nur unterschwellig ein.


    Um Cora herum gibt es einen relativ großen Personenkreis, u.a. ihren vermutlich autistischen Sohn Francis, ihre Freundin Martha, die nach dem Tod von Coras Mann nicht mehr von ihrer Seite weicht, William Ransom und seine Frau Stella und zwei junge Chirurgen, Luke und Spencer. Auch und dann gibt es da noch ein befreundetes Ehepaar. Martha ist eine sehr interessante Figur, weil sie sich für die politischen Ereignisse interessiert, u.a. warum die Mieten in London so hoch sind. Martha hat eine Liaison mit Luke, obwohl Luke Cora liebt, doch Cora fühlt sich eher zu William Ransome hingezogen. Dieses ganz Liebes-Wirrwarr findet allerdings immer nur mal so am Rand statt, ist aber für die Beziehung zwischen den Personen schon nicht unwichtig.


    Das Buch ist aus wechselnden Perspektiven geschrieben und wird immer wieder durch Briefe unterbrochen, was zurzeit passt und die Geschichte auch auflockert. Dennoch war ich irritiert als plötzlich Luke zu mir sprach. Mir hat sich erst überhaupt nicht erschlossen, was seine Rolle in der ganzen Geschichte ist. Ich hätte erwartet etwas aus Williams Sicht zu lesen. Dennoch ist Luke, genauso wie Martha, im Bereich der Medizin bemüht neue Wege einzuschlagen, was auch interessant zu lesen war.


    Mir war einfach nicht wirklich bewusst, wo die Reise in dem Buch hingehen sollte. Es fehlte irgendwie ein roter Faden. Oft wirkte es einfach fragmentarisch. Wenn man den Klappentext liest, würde man eine Liebesgeschichte erwarten, aber das ist es nicht. Die aufkeimenden Gefühle der beiden sind auch schwer nachvollziehbar, denn William ist eigentlich glücklich verheiratet mit Stella, die ich übrigens wirklich toll fand. Hier hat die Autorin einen ausdrucksstarken Charakter geschaffen. Leider habe ich mich auch oft gelangweilt bei dem Buch, weil eben das Ziel gefehlt hat. Ich denke, hier hätte mehr draus gemacht werden können, wenn die Autorin sich entschieden hätte, wo die Reise in ihrem Buch hätte hingehen sollen.


    FAZIT:

    Es ist leider so ein Buch, wo ich nach Beenden nicht mehr so wirklich sagen, worum es eigentlich genau ging. Das lässt sich bei dem Buch zwar auch schlecht in einem Satz sagen, aber trotzdem ist es ein Zeichen, dass es mir nicht lange im Gedächtnis bleiben wird. So richtig weiß nicht, was uns die Autorin hier erzählen wollte. Schade!

    Ich vergebe 2,5 von 5 Sternen.

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    IraWiras avatar
    IraWiravor 6 Monaten
    Erfüllte meine Erwartungen leider nicht ganz

    Puh, ich muss zugeben, irgendwie war ich mit etwas anderen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Anfangs begeisterten Sprache und Schreibstil mich noch und zogen mich in ihren Bann, dann konnten diese die Schwächen der Handlung leider auch nicht mehr ganz auffangen. Es gab durchaus interessante Passagen, wo ich mir Notizen machte und MotBilder hinterfragte, aber die eigentliche Handlung verlief zu wenig geradlinig, wobei auch gerade die Hauptcharaktere leider ein wenig blass blieben. Manches Mal erschienen mir die Nebenfiguren ausgefeilter als die Hauptpersonen.

    Davon abgesehen hatte ich einerseits erwartet, dass die Liebesgeschichte präsenter sein würde. Diese gibt es zwar, aber man kann die Gefühle nicht immer ganz nachvollziehen und so richtig, hm, "Liebe in unzähligen Verkleidungen" trifft es hier recht gut, manches Mal ist sie mir ein wenig zu gut verkleidet und, ja, ich gebe es zu, auch zu wenig romantisch.
    Hinzu kommt, dass ich auch eine größere Auseinandersetzung mit den Positionen der Kirche und der Wissenschaft erwartet hatte, stattdessen traf ich zwar durchaus auf einen Vikar, aber auch auf eine Witwe, die ihrem Hobby immer weniger nachgeht und der die Wissenschaft irgendwie dann doch nicht mehr so wirklich wichtig zu sein scheint.

    Hinzu kommen noch ein vermutlich autistischer Sohn und eine schwerkranke, lebensmüde Ehefrau , sowie einige andere Personen mit ihren persönlichen Dramen und Problemen, so dass die Schlange und ihre Bedeutung manchmal etwas untergingen.
    Als sehr unbefriedigend empfand ich jedoch letztlich das Ende des Buches, ansonsten wäre meine Bewertung vielleicht auch insgesamt etwas besser ausgefallen. So hatte ich das Gefühl, dass mir etwas fehlte, irgendein positiver Ausklang, etwas, dass das Ganze abrundet und für mich positiv erscheinen lässt.
    Sprachlich gesehen mochte ich das Buch dennoch, aber insgesamt gehört es leider trotzdem nicht zu meinen Jahreshighlights.

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    Mira20s avatar
    Mira20vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Schöne Sprache und eine Geschichte, die viel dem Leser überlässt!
    Was der Aberglaube so alles vermag!

    Hätte ich das Buch nach 100 Seiten abgebrochen, wäre mein Urteil extrem ernüchternd ausgefallen. Allerdings habe ich es zu Ende gelesen und bin seinem Zauber komplett erlegen.

    London 1893, Coras Mann stirbt. Die junge Witwe bleibt mit zerrissenem Herz zurück. Denn entgegen der allgemeinen Meinung war ihre Ehe sehr unglücklich. Gemeinsam mit ihrem sehr stillen und ins sich gekehrten Sohn Francie und ihrer Freundin Martha reist sie nach Essex und sucht im abgelegenen Dorf Aldwinter nach der Lösung um das Rätsel der Schlange von Essex. Endlich fühlt sie sich frei von den gesellschaftlichen Zwängen und gibt sich ihrer wissenschaftlichen Neugierde hin.

    War ich zu Beginn noch unschlüssig, ob ich Hauptfiguren ins Herze schliessen will, so konnte ich sie am Ende fast nicht mehr loslassen.
    Aberglauben und Wissenschaft, philosophische Betrachtungen - die Autorin gibt der menschlichen Vorstellungskraft sehr viel Raum. Sie lässt vieles ungesagt und deutet so manches an. Über allem kreist aber die Schlange von Essex. Ist das Rätsel um sie am Ende wirklich gelöst? 
    In stiller Dramatik enthüllt sich so manches vor dem Leser. Ein Pfarrer der seinen Glauben gegen den Aberglauben seiner Herde stellen will - eine junge Frau, die nur an die Wissenschaft glaubt und alle Geheimnisse lüften möchte! Mir hat diese Konstellation sehr gut gefallen.
    1893 – eine Zeit des grossen Umbruches! Die Menschen fanden zu neuen Erkenntnisse und verloren ihre Traditionen und manche auch ihren Glauben! Der Roman fügt sich auch sprachlich gut in die Zeit ein. Erhaben und ruhig kommt das Werk daher. Mit viel Symbolkraft und einem stillen Erzählton entwickelt es eine eigene Dynamik. 

    Diese Lektüre hat mir grosse Freude gemacht! Ob das aber für eine Mehrheit gelten mag, bezweifle ich eher.

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    Dions avatar
    Dionvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Wunderbar geschrieben!
    Glaube vs Wissenschaft

    Die Junge Witwe Cora kann nach dem Tod ihres Mannes endlich tun, was sie will. Gemeinsam mit ihrem Sohn Francis und ihrer Freundin Martha verlässt sie London und lässt sich in der Provinz nieder, genauer gesagt in dem Küstenort Aldwinter. Dort frönt sie ihrem Hobby, dem Suchen und Sortieren diverser Fossilien. 
    Ihr größtes Glück wäre es, die Schlange von Essex, ein Fabelwesen, das tief verankert im Unterbewusstsein der Einheimischen sein Unwesen treibt, zu entdecken. Durch ihre Freundschaft mit dem ansässigen Pfarrer findet sie sich jedoch bald in emotionalen Kriegen zwischen Glaube und Wissenschaft wieder.
    Hier vergebe ich gern fünf Sterne, da mich die Handlung im England des Viktorianischen Zeitalters unglaublich fesseln konnte. Flüssiger Schreibstil in einem eher altmodischen Stil, der unheimlich beeindruckt.

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    smayrhofers avatar
    smayrhofervor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Gut geschrieben, aber ohne Tiefgang...
    Gut geschrieben, aber ohne Tiefgang...

    Großbritannien im Jahre 1893: Nachdem ihr Mann an Krebs gestorben ist, verlässt Cora Seaborne London und reist mit ihrem Sohn Francis in die Stadt Colchester im County Essex. Nachdem sie zunächst in der etwas größeren Stadt Colchester unterkommt, reist sie bald – auf Empfehlung eines Bekannten – weiter in den kleinen Küstenort Aldwinter, wo sie den Pfarrer William Ransome trifft. Als Anhängerin der neuesten naturwissenschasftlichen Theorien (Darwin läßt grüßen) sind Cora und der Pfarrer mehr als einmal unterschiedlicher Meinung, aber trotz aller Differenzen entwickelt sich zwischen den beiden so etwas wie Freundschaft. Und dann ist da noch die vermeintliche „Schlange von Essex“, die für so manche unerklärlichen Vorkommnisse verantwortlich sein soll…

    Eigentlich waren mit diesem Setting die Voraussetzungen für eine interessante Story gegeben, aber leider bleibt außer sympathischen Charakteren und einem angenehmen Schreibstil nicht viel im Gedächtnis. Die Geschichte entwickelt sich ähnlich schnell (bzw. langsam) wie die Brexit-Verhandlungen, die Liebesbezeugungen sind überwiegend einseitig, und manche Begegnungen haben für den weiteren Verlauf schlicht keine Relevanz. Auch das Einstreuen von Gesellschaftskritik (Folgen der Industrialisierung) wirkt manchmal etwas aufgesetzt. Positiv zu erwähnen bleibt das Einfügen von Briefen und Notizen in die Geschichte, die dem Leser den einen oder anderen Charakter näherbringen. Auch die Beschreibung der Landschaft und der Jahreszeiten wirkt sehr lebendig, so dass man sich die ganze Szenerie gut vorstellen kann.

    Letzten Endes hat mich zwar der Schreibstil der Autorin überzeugt, aber für meinen Geschmack ist das Buch mit über 500 Seiten deutlich zu lang und bietet zu wenig Tiefgang, um einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Deshalb gibt es von mir nur 3 Sterne.

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    ulrikerabes avatar
    ulrikerabevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Opulent und sprachgewaltig. Grandiose Lektüre.
    Opulent und sprachgewaltig

    England im viktorianischen Zeitalter. Die frische verwitwet Cora Seaborne zieht mit ihrem sonderbaren Sohn Francis und der Nanny Martha von London nach Essex. Durch den Tod ihres Mannes eigentümlich befreit will sie sich dem Gesellschaftsleben in der Stadt entziehen, um am Land naturwissenschaftlichen Studien nachzugehen. Doch in dem Küstenort Aldwinter scheint ein mysteriöses Wesen sein Unwesen zu treiben. Die Schlange von Essex, ein widerliches Fabelwesen wird für viele kleine und große Ungereimtheiten verantwortlich gemacht. Cora ist von der Aussicht fasziniert, ein unerforschtes Lebewesen kategorisieren zu könne, stößt aber beim Dorfpfarrer William Ransome auf Widerstand. Gleichermaßen im Streit wie in inniger Zuneigung bahnt sich zwischen den beiden eine ganz besondere Beziehung an.
    Der Roman schildert den Kampf zwischen Glauben und Wissen, Religion und Wissenschaft. Wobei ich spannend gefunden habe, dass Cora, von der Existenz der Schlange überzeugt ist, der Pfarrer die Vorstellung allerdings als Hirngespinst darstellt. Aber auch die Gegenüberstellung von Armut und Reichtum findet in diesem Buch Platz. Der ewige Widerstreit zwischen Darwin, Marx und Gott.
    Tiere sterben, Kinder verschwinden, jedes unerwartete Ereignis wird der Schlange zugeschrieben. Das Gerücht siegt über die Vernunft, die Geschichte ist damit auch eine wunderbare Parabel auf unsere Gesellschaft, die sich von fake news, alternativen Fakten irre leiten lässt.
    Die Erzählung ist opulent und sprachgewaltig, verschlungen wie das wunderschön gestaltete Buchcover.
    Jede Figur für sich ganz speziell gezeichnet. Auch die Liebe zu den Nebenfiguren, der Frau des Pfarrers, und deren Tochter, die angehende Sozialdemokratin Martha, Lucas, der Arzt in unerfüllter Liebe zu Cora, um nur einige zu nennen, ist vorhanden.
    Cora ist zerrissen zwischen dem konventionellen Korsett der damaligen Zeit und ihrem unbändigen Drang, sich selbst zu verwirklichen, die Emotionalität geht ihr dabei verloren, sie erschient dem Leser mitunter als herzlos, ich würd es ihr als große Unsicherheit auslegen. Was sie nicht aussprechen kann, schreibt sie in unzähligen Briefen nieder, die oft eine ganz andere Cora zeigen.
    William Ransome hingegen ist Marionette seines Glaubens. Moral und Treue stellen sich gegen Trieb und Verlangen.
    Schade fand ich, dass wohl einiges an Pointen durch die Übersetzung verloren gegangen ist. Allen die Auswahl der Namen scheint mir allegorisch, die Koralle aus dem Meer geboren. Und als ein alter Mann im Sterben liegt und nach dem Pfarrer und (oder?) Erlösung ruft, war schon sehr gelungen.
    Die Schlange von Essex ist ein sehr hintergründiges, facettenreiches Buch, das ich sehr gerne gelesen habe und wirklich empfehlen kann.

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    DamlaBuluts avatar
    DamlaBulutvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Dieses Buch hat meine Erwartungen in keinster Weise erfüllt
    Unnahbare Charaktere

    Inhalt
    London im Jahr 1893. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Cora Seaborne die Hauptstadt und reist gemeinsam mit ihrem Sohn Francis in den Küstenort Aldwinter. Als Naturwissenschaftlerin und Anhängerin der provokanten Thesen Charles Darwins gerät sie dort mit dem Pfarrer William Ransome aneinander. Beide sind in rein gar nichts einer Meinung, beide fühlen sich unaufhaltsam zum anderen hingezogen.
    Anmutig und intelligent erzählt dieser Roman - noch vor allem anderen - von der Liebe und den unzähligen Verkleidungen, in denen sie uns gegenübertritt.


    Meinung
    Ich muss mit bedauern zugeben, dass dieses Buch meine Erwartungen in keinster Weise erfüllt hat.

    Der Einstig in das Buch war noch völlig in Ordnung. Um ehrlich zu sein sogar sehr gut.
    Aber schon nach einigen Seiten musste ich mit Bedauern feststellen, dass die Spannung rapide nachlässt.
    Die Geschichte hat sich in eine ganz andere Richtung entwickelt, als ich erwartet hatte. Das hat mich zum Teil ziemlich irritiert.
    Außerdem habe ich tiefsinnige Gespräche bzw. Disskusionen erwartet, die leider niemals aufgetaucht sind.
    Das ganze war mir viel zu sehr modern angehaucht.
    Auch mit dem Schreibstil der Autorin, welcher sich unheimlich in die Länge gezogen hat, kam ich leider gar nicht zurecht.
    Die Spannung, die ich zu Beginn erwartet hatte, war leider gar nicht vorhanden und durch den unangenehmen Schreibstil der Autron, wurde es nach einer Weile sehr anstrengend, das Buch weiterzulesen.
    Die Gefühle kamen nicht an, die Protagonisten ließen den Leser nicht an sich ran und das ganze wirkte ziemlich erzwungen...

    Fazit
    Die Charaktere waren mir viel zu kalt und unnahbar. Auch der Schreibstil war mir extrem unangenehm.
    Dieses Buch hat meine Erwartungen in keinster Weise erfüllt.

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    Fleur_de_livress avatar
    Fleur_de_livresvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sprachgewaltiges, so anderes Buch – welches seine Chance definitiv verdient hat.
    Die Schlange von Essex

    Meinung:

    Das Cover ist so unglaublich schön und zieht einen sofort in seinen Bann. Der Schutzumschlag ist fast zu schade, um ihn zu nutzen. Ein wirklich sehr gelungenes Cover.

    Der Schreibstil der Autorin ist so überraschend anders, sie schreibt manchmal so poetisch,  schon fast schwülstig-verträumt und dann an einigen Stellen wieder zu ausführlich, fast schon langatmig. Manche Charaktere sind so detailreich beschrieben und dann sind einige wieder nur so kurz erklärt. Daher brauchte ich ein wenig, um mit dem Buch und dem Schreibstil der Autorin zu Recht zu kommen.

    Die Orte der Handlung, vor allem an der Küste, am Meer haben mir wirklich gut gefallen. Das konnte man sich sehr gut vorstellen Da fühlte man sich fast schon selber am Meer. Die Autorin schaffte es die Stimmung dort so realistisch zu beschreiben, dass man das Meer fast schon riechen konnte.

    Cora, eine Naturwissenschaftlerin ist für mich auf der einen Seite eine starke Frau zu der damaligen Zeit und auf der anderen Seite sehr oberflächlich. Ich kann sie kaum richtig beschreiben bzw. sie einzuordnen.

    Der Pfarrer, der sozusagen den geistlichen Gegenpart zu Cora darstellen sollte, war für mich etwas greifbarer als Cora. Aber seine Ansichten und seine Gespräche/Diskussionen mit Cora um sein Weltbild waren für mich interessant, aber leider nicht so wie erwartet. Irgendwie fehlte mir da etwas – ich kann nicht genau sagen was. Die entwickelnde Liebesgeschichte, die nur über Briefe stattgefunden hat, war etwas unerwartet, belebte diese Geschichte sehr.

    Für mich ein kleines Highlight war die Figur des Doktor Garretts. Er gefiel mir wirklich am besten, man kann fast sagen, dass ich diese Nebengeschichte interessanter und spannender fand als die Hauptgeschichte. Das hat dieses Buch für mich noch einmal deutlich aufgebessert.

    Aber die Idee, die Schlange als Symbol, für gewisse Dinge zu nehmen, wie z.B. Falschheit, Hinterlist und Unehrlichkeit ist in der Grundidee wirklich sehr gut, aber irgendwie fehlte mir in der Umsetzung etwas.

    Doch ich muss sagen, gerade weil dieses Buch so anders und unerwartet ist, hat es mich doch auch irgendwie in seinen Bann gezogen. Somit finde ich, sollte jeder diesem Buch eine Chance geben und es selber lesen.

    Fazit:

    Ein sprachgewaltiges, so anderes Buch – welches seine Chance definitiv verdient hat.

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    calimero8169s avatar
    calimero8169vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Durch diversen Briefwechsel ist man den Personen sehr nahe. Bildgewaltig, wortgewandt und mit der nötigen Tiefe, damit dieses Buch nachhallt
    Glaube, Aberglaube, Naturwissenschaft, Liebe

    Inhalt

    London im Jahr 1893. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Cora Seaborne die Hauptstadt und reist gemeinsam mit ihrem Sohn Francis in den Küstenort Aldwinter. Als Naturwissenschaftlerinund Anhängerin der provokanten Thesen Charles Darwins gerät sie dort mit dem Pfarrer William Ransome aneinander. Beide sind in rein gar nichts einer Meinung, beide fühlen sich unaufhaltsam zum anderen hingezogen.

    Eindruck

    Sarah Perry hat einen sehr wort- und bildgewaltigen Schreibstil, der mir hier sehr gut gefallen hat und mich voll in das Setting - Essex im viktorianischen Zeitalter - hineingezogen hat. Es war nah, greifbar, faszinierend und gleichzeitig bedrückend. Denn die Rolle der Frauen war eben nicht die, mit der ich aufgewachsen bin. Umso mehr hat mich beeindruckt, dass die Hauptperson - Cora - nach dem Tod ihres Mannes das gesellschaftliche Korsett sprengen konnte und fortan ihre Interessen auslebte, sowie das Selbstbewußtsein entwickelte, welches nach einer unterdrückenden und gewaltvollen Ehe nicht mehr vorhanden zu sein schien. So war es doch auch nicht verwunderlich, dass sie nicht wirklich getrauert hat und nach kurzer Zeit bereit für einen neuen Mann war - einen verheirateten Familienvater. Somit - vor allem zu der Zeit und für mich auch heute noch - eine Frage der Moral.
    Die Kontroverse zwischen diesen beiden - Religion und Naturwissenschaft - kam mir leider zu kurz, denn der Fokus in dieser Geschichte lag eindeutig auf den vielen Facetten der Liebe, wiesie uns begegnet, uns erheben und zerstören kann. Perry hat ein gefühlvoll, emotionales und kompliziertes Geflecht von drei Menschen geschaffen, bei dem man sich die Frage stellen konnte,geht es um den Mythos der Schlange von Essex, handelt es sich um die Schlange aus dem Paradies oder einfach um eine Geschichte wie sie tausendfach auf dieser Welt geschieht - Liebe. Und wenn sie drei Menschen in einem Geflecht getroffen hat, ist mindestens einer zuviel und bleibt auf der Strecke.
    Viele weitere Protagonisten begleiteten Cora auf ihrem Weg. Zeitweise habe ich mich gefragt, warum und in welcher Form sie für die Geschichte von Bedeutung waren, aber nachdem ich die Geschichte habe sacken lassen, war die Antwort einfach. Auch sie stellten eine Form der Liebe dar und somit waren sie in ihrer Bandbreite wichtig.

    Fazit

    "Die Schlage von Essex", für mich ein kleines Schätzchen, dass ich mit Sicherheit noch mehrfach lesen werden. Denn die Fragen die man sich stellt sind umfangreich und kompliziert zu beantworten. Liebe, leben und leben lassen, Moral, gesellschaftliche Konventionen - all das findet man in Essex. Sarah Perry ist eine Autorin die ich im Auge behalten werde.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    abas avatar

    Ein aufregender Roman über Liebe, Glauben, Wissenschaft und Enigmen im Viktorianischen Zeitalter

    Die 90er Jahre des 19. Jahrhunderts: Die Welt ist verrückt nach neuen wissenschaftlichen Entdeckungen, Erfindungen und Phänomenen. Das viktorianische England investiert Unmengen an Geld in Wissen, Technik und Forschungsreisen. Frauen interessieren sich zunehmend für Naturwissenschaften und kämpfen dafür, ernst genommen zu werden. Cora, die kluge Heldin von "Die Schlange von Essex", dem preisgekrönten Roman von der englischen Autorin Sarah Perry, ist eine von diesen Frauen. Mit ihrem Willen und ihrer Geradlinigkeit wird sie eine ganze Gemeinde im idyllischen Essex in Aufruhr versetzen.
    Möchtet ihr dabei sein, wenn Cora das Geheimnis um die sagenumwobene Schlange von Essex lüftet?

    Zum Inhalt
    London im Jahr 1893. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Cora Seaborne die Hauptstadt und reist gemeinsam mit ihrem Sohn Francis in den Küstenort Aldwinter. Als Naturwissenschaftlerin und Anhängerin der provokanten Thesen Charles Darwins gerät sie dort mit dem Pfarrer William Ransome aneinander. Beide sind in rein gar nichts einer Meinung, beide fühlen sich unaufhaltsam zum anderen hingezogen.

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    Zur Autorin
    Sarah Perry wurde 1979 in Essex geboren und lebt heute in Norwich. Ihr Roman "Die Schlange von Essex" war einer der größten Überraschungserfolge der letzten Jahre in Großbritannien. Ausgezeichnet als Buch des Jahres 2016 der Buchhandelskette Waterstones, Gewinner des britischen Buchpreises 2017 für den besten Roman sowie für das beste Buch insgesamt. Der Roman war nominiert für den Costa Novel Award, den Dylan Thomas Prize, den Walter Scott, den Baileys und den Wellcome Book Prize.

    Unser neuer Roman im LovelyBooks Literatursalon, "Die Schlange von Essex", ist die Buchsensation des Jahres in Großbritannien!
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    Eine Naturwissenschaftlerin und ein Kirchenmann. Beide sind gar nicht einer Meinung, trotzdem fühlen sie sich zum anderen hingezogen.
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