Sarah Samuel

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Sarah Samuel

Lebenslauf von Sarah Samuel

Sarah Samuel ist das Pseudonym eines österreichischen Autorenpaares, er Wissenschaftler, sie internationale Beamtin, das in vielen Ländern der Welt gelebt und gearbeitet hat: USA, Jamaika, Frankreich, Singapur, Saudi-Arabien,…. Diese vielfältige Lebenserfahrung fließt nun in das literarische Werk von Sarah Samuel ein. „Das Lazarettkind“, erschienen im Juni 2017, ist ihr erster Roman. Ihr zweiter Roman „Schwarzer Halbmond“, ein politischer Thriller über den islamistischen Terrorismus in Frankreich, ist im Oktober 2017 bei Novum herausgekommen.

Alle Bücher von Sarah Samuel

Schwarzer Halbmond

Schwarzer Halbmond

 (11)
Erschienen am 10.10.2017
Das Lazarettkind

Das Lazarettkind

 (8)
Erschienen am 29.06.2017

Neue Rezensionen zu Sarah Samuel

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Rezension zu "Schwarzer Halbmond" von Sarah Samuel

Schwere Kost....
miau0815vor 6 Monaten

Schwarzer Halbmond...

Zwischen Ägypten, Frankreich und dem mittleren Oste; zwischen islamistischen Terroristen, Mafiosies und Pseuda-Polizisten spinnt sich eine wirre Story um die Terrororganisation Schwarzer Halbmond , die "dick" im Schleppergeschäft ist.


Sehr lange sucht man den roten Faden der Geschichte und ab ca. Seite 100 kommt dieser auch langsam zu Tage. Leider kommt während der lektüre kein Tempo und auch keine Spannung auf. Dieses ist vor allem den sehr gestellten, langwierigen und holprigen Dialogen geschuldet. Insbesondere die Unterhaltungen der Angehörigen des schwarzen Halbmondes wirken absolut unecht. Gleich auf den ersten Seiten tauchen Wortspiele auf, bei denen man sich fragt ob diese denn im arabischen überhaupt so funktionieren würden?!

Die Story selbst wirkt irgendwie an den Haaren herbeigezogen; ein Mafiosi-Gemetzel auf dem Schlepperschiff und ein Ermittlerduo bestehend aus einem ehemaligen Postboten und einer Mörderin, die ständig nur an Sex denkt.

Während des Lesens habe ich mich immer wieder gefragt , ob das Buch eventuell sartirisch gemeint ist, da insbesondere die Polizei-Szenen gradezu albern wirken.

Ich konnte diesem Buch leider so gar nichts abgewinnen.

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Rezension zu "Das Lazarettkind" von Sarah Samuel

ein ganz besonderer Schreibstil
Tanjivor 7 Monaten

 

Das Buch beinhaltet zwei Teile, zum einen die Geschichte einer sehr intelligenten, aber nicht einfachen Frau, die zusammen mit ihrer Freundin ihren Vater sucht und zum anderen die Geschichte eines Juden, der während der NS-Zeit gelebt hat und einiges durchmachen musste.

Ich hatte das Gefühl, dass in dem ersten Abschnitt, in dem es um Gertrude ging, sehr viel passiert ist und sich das Buch dadurch sehr schnell lesen ließ, vor allem weil ich die Mischung aus den Geschehnissen und der aktuellen Lage der damaligen Zeit sehr interessant fand.

Auch der Teil rund um dem Vater und dessen Geschichte hat mir sehr gut gefallen und mich vor allem emotional sehr berührt. Er war dabei auch der Charakter, zu dem ich am meisten Nähe aufbauen konnte. Bei Gertrude spürte ich immer eine Distanz.

Sehr positiv aufgefallen an dem Werk ist mehr der Sprachstil. Dieser ist zum einen sehr gebildet, zum anderen aber auch einfach schön und dennoch gut zu lesen.

Der Grund, weswegen es „nur“ vier Sterne, und nicht fünf, gibt, ist  dann auch in „ihrem“ Abschnitt zu finden. Das Sexleben von Gertrude nimmt mir einen zu ausschweifende Platz ein. Ich verstehe zwar die Intention dahinter und dass sie wichtig sind, um den Charakter von Gertrude zu unterstreichen, aber die Sexszenen kommen mir einfach etwas zu häufig vor.

Dennoch war dieses Buch für mich besonders, da ich es als sehr einzigartig empfinde. Viele Geschichten hat man schon häufiger gelesen und auch über die NS-Zeit wurde schon viel berichtet. Aber trotzdem wurde für mich mit diesem Buch etwas geschaffen, was ich so noch nicht gelesen hatte. Der Schreibstil wird seinen Beitrag dazu geleistet haben.

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Rezension zu "Schwarzer Halbmond" von Sarah Samuel

Verstörende Einblicke in eine Parallelgesellschaft
Lesewundervor 7 Monaten

Die Geschichte spielt in Frankreich und bewegt sich im Milieu der Drogendealer und  Menschenschlepper. Die Protagonisten sind die Organisation "Schwarzer Halbmond ", dessen Mitglieder zum großen Teil aus illegalen Einwanderern aus islamischen Staaten sind, die ihr Geld mit Drogenhandel und dem Einschleusen von Flüchtlingen verdienen. Das gelddient der Finanzierung von Anschlägen auf Ungläubige. Ein weitere Mitspieler ist die italienische N`drangheta, die am lukrativen Geschäft der Flüchtlinge verdienen will und sich dem "Schwarzen Halbmond" überlegen fühlt. Und dann glaubt auch der französische Geheimdienst ein Wörtchen mitreden zu können. Ihre Geheimwaffe, um die islamistische Organisation zu unterwandern, ist Michou, eine zu lebenslanger Haft verurteilte Halbmarokkanerin, die durch ihre Mitarbeit hofft, ihre Freiheit wieder zu erlangen.
Ich war mir während des gesamten Buches nicht sicher, ob es sich um eine Fiktion handelt oder die Realität. Ich befürchte aber, dass die Darstellung den realen Verhältnissen sehr nahe kommt. Unter dem Deckmantel der Religion werden die schrecklichsten Verbrechen begangen, handelt es sich bei den Opfern doch nur um Ungläubige oder man kommt den Erfordernissen der Scharia nach. Unfreiwillige Unterstützung erhält der "Schwarze Halbmond" durch die Überheblichkeit und Geldgier der Mafia und die vermeintliche Toleranz der westlichen EU-Staaten, die mehr einer Gleichgültigkeit gegenüber den tatsächlichen Verhältnissen ähnelt. besonders zynisch dargestellt erscheinen mir die dilettantischen Versuche des Geheimdienstes, Zugang zu diesem Sumpf des Verbrechens zu finden. Für mich die Heldin der Geschichte ist Michou, die mit starkem Willen versucht, ihr Leben zum besseren zu wenden.
Das Buch war spannend und unterhaltsam. Es hinterlässt aber ein unterschwelliges Gefühl der Beklemmung und regt dadurch zum Nachdenken über die bestehenden Verhältnisse und politischen Sichtweisen darauf an.

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Gespräche aus der Community

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Ein neues Jahr, in dem wir gemeinsam deutschsprachige Debütautorinnen und -autoren und ihre Bücher entdecken können!
Ich bin es wieder, die Debüttante. ;-) und möchte wieder mit Euch gemeinsam Debütautoren entdecken, zusammen ihre Bücher lesen, rezensieren und - wenn sie uns gefallen - weiterempfehlen. Bei den vielen Neuerscheinungen in jedem Jahr haben es deutschsprachige Debütautoren schwer sich zwischen Bestsellerautoren und Übersetzungen durchzusetzen. Wir können uns ganz bewusst gemeinsam daran versuchen das zu ändern und entdecken sicher wieder besondere Buchperlen!

Ablauf der Debütautorenaktion:

Es geht darum, möglichst viele Bücher deutschsprachiger Debütautoren zu lesen, also Bücher von Autoren, die erstmalig zwischen 1. Januar 2018 und 31. Dezember 2018 ein Buch/einen Roman (in einem Verlag) veröffentlichen.
Von Seiten des lovelybooks-Teams werden wieder Leserunden und Buchverlosungen gestartet, die die Kriterien erfüllen, und auch Verlage und Autoren werden sicher wieder aktiv sein. Außerdem dürft Ihr selbst gerne Vorschläge machen.

Begriffsdefinition: 'Debütautor/in' ist, wer bisher noch kein deutschsprachiges Buch veröffentlicht hat und im Jahr 2018 nun das erste Buch erscheint, dabei zählen sowohl Verlags- als auch Eigenveröffentlichungen.
Ausnahmen bilden Romandebüts, das erste Buch in einem Verlag sowie das erste Buch unter dem eigenen Namen oder einem neuen Pseudonym, diese zählen ebenfalls. Keine Ausnahme wird gemachen, wenn der Erscheinungstermin vor 2018 lag.
Wichtig:
Alle Bücher, die im Debütjahr der Autorin/des Autors erscheinen, sind dabei. Das heißt, es können auch mehrere Bücher einer Autorin/eines Autors zählen, nicht nur das erste Buch. Es zählt also das gesamte Debütjahr der Autorin/des Autors.


Ziel ist es 15 Bücher von Debütautoren bis spätestens 25. Januar 2019 zu lesen und zu rezensieren.


Wie kann man mitmachen?

Schreibt hier im Thread "Sammelbeiträge" einen Beitrag, dass Ihr mitmachen möchtet. Ich verlinke dann Euren Sammelbeitrag unter Eurem Mitgliedsnamen in der Teilnehmerliste. Bitte nutzt dann diesen von mir verlinkten Sammelbeitrag, um Euren Lesefortschritt mit allen Rezensionen von gelesenen Debüts festzuhalten, haltet diesen aktuell, denn nur anhand dessen aktualisiere ich wiederum die Liste. Die Teilnehmer- und die Punkteübersicht werde ich in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Wenn ich eine Aktualisierung durchgeführt habe, weise ich mit einem neuen Beitrag darauf hin.

Informationen/Regelungen:

  • Ihr könnt Euch ab sofort hier für die Aktion anmelden, aber auch ein späterer Einstieg ist jederzeit möglich.
  • Es wird über das Jahr verteilt Leserunden und Buchverlosungen geben, bei denen Ihr Bücher gewinnen könnt, die hier zur Debütautorenaktion zählen. Somit kann sich ein Einstieg jederzeit noch lohnen. Natürlich könnt Ihr Euch die Bücher aber auch selbst kaufen oder anderweitig beschaffen, die Teilnahme an Leserunden/Buchverlosungen o. ä. ist nicht verpflichtend.
  • Eine Leserunde/ Buchverlosung o. ä. mit Beteiligung der Autorin/des Autors ist keine Bedingung, das heißt alle deutschsprachigen Debütbücher bzw. alle Bücher im Debütjahr der Autorin/des Autors, die in einem Verlag erschienen sind, zählen
  • Auch Debüts von 'Selfpublishern' zählen dazu. Das heißt, dass auch Debütautoren mit ihren Büchern zählen, die nicht in einem Verlag veröffentlichen. Für mich heißt das in der Organisation mehr Aufwand, da mehr Autoren und Bücher zu berücksichtigen sind, aber ausschließen ist doofer! ;-)
  • Hörbücherversionen der Bücher zählen ebenfalls.
  • Es ist nicht schlimm, solltet Ihr Euch für die Aktion anmelden und am Ende keine 15 Bücher schaffen. Ziel ist es doch vor allem tolle neue Autoren und Bücher kennen zu lernen.
  • Unter allen, die es schaffen 15 Bücher deutschsprachiger Debütautoren im Jahr zu lesen/zu hören und zu rezensieren, wird am Ende eine kleine Überraschung verlost, gesponsert von lovelybooks.
  • Bitte listet wirklich nur Rezensionen zu den an diesen Beitrag angehängten Büchern auf. Wenn Ihr eine/n Debütautor/in entdeckt, der/die hier noch nicht gelistet ist, aber zu den Bedingungen passt, schreibt mir bitte eine Nachricht und ich überprüfe das. Die Rezensionslinks aber bitte erst auflisten, wenn meine Zusage gemacht ist bzw. der/die Autor/in und die entsprechenden Bücher im Startbeitrag angehängt sind.
  • Habt bitte Verständnis dafür, wenn meine Antwort auf eine Anfrage mal etwas länger dauert. Ich betreue diese Aktion in meiner Freizeit und habe dementsprechend nicht jeden Tag ausreichend Zeit, um sofort zu reagieren. Aber ich gebe mir Mühe, versprochen!
  • Und noch einmal: Sollte ich Debütautoren, ihre Bücher, Leserunden oder Buchverlosungen übersehen, die hier eigentlich zählen müssten, dann habt bitte Nachsicht und weist mich einfach im passenden Bereich darauf hin. Wenn es passt, werde ich sie an den Starbeitrag anhängen bzw. die Aktion verlinken. Jede Unterstützung dahingehend ist mir sehr willkomen!
Ich wünsche uns allen wieder viel Spaß & Freude beim Entdecken neuer Autoren und ihren Büchern, sowie beim gemeinsamen Plaudern & Weiterempfehlen! :-)
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Aktuelle Leserunden & Buchverlosungen:

- Buchverlosung zu "Good Luck Chuck"  von Peter Pastuszek (Bewerbung bis 4. Dezember)
- Leserunde zu "Eine außergewöhnliche Lady" von Helena Heart (Bewerbung bis 6. Dezember)
- Leserunde zu "Drinnen ist Krieg" von Dana Friede (Bewerbung bis 6. Dezember)
- Leserunde zu "Can Am Story" von Oliver Rill (Bewerbung bis 17. Dezember)

( HINWEISE: Zur besseren Übersicht lösche ich ältere Links nach und nach, alle Bücher bleiben aber unten angehängt, so dass man mit einem Klick auf ein Buch auch leicht die dazugehörige Lese-/Fragerunde/Verlosung finden kann. Die Angaben zur Bewerbungsfrist sind ohne Gewähr.)
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Es zählen ausschließlich Bücher, die an diesen Beitrag angehängt sind bzw. im Laufe des Jahres angehängt werden, sowie die jeweiligen Hörbuchversionen davon, soweit vorhanden
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Für Autorinnen & Autoren:

Du bist Autorin/Autor und veröffentlichst in diesem Jahr dein erstes Buch? Du möchtest dich an der Debütautorenaktion beteiligen?
Dann schreib bitte eine Mail an Daniela.Moehrke@aboutbooks.de für weitere Informationen!
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PS: Natürlich darf hier im Thread munter geplaudert werden, dazu sind alle Leserinnen, Leser und (Debüt-)Autoren herzlich eingeladen.   

6dik
Zur Leserunde
Einladung zur Leserunde:
Liebe Lovelybooks Community! Wir möchten euch herzlich zur Leserunde unseres Politthrillers Schwarzer Halbmond einladen, indem wir 15 Stück Bücher zur Verfügung stellen.
Wer sind wir!?
Hinter dem Synonym Sarah Samuel stehen Gerlinde  und Harald Niederreiter, wir sind ein Autorenpaar aus dem schönen Salzburg und haben bereits zwei Romane herausgebracht, am dritten wird gerade fleissig gearbeitet. Harald ist Mathematik Wissenschaftler, Gerlinde Mitarbeiterin der UNO. 
Um was geht es in "schwarzer Halbmond":
der schwarze Halbmond ist ein packender, brisanter politischer Thriller über das tödliche Dreieck des islamistischen Terrorismus - Mafia - Schleppergeschäft, vor dem realen Hintergrund der Terroranschläge in Frankreich im Jahre 2015
Auszug aus Kapitel 2/Leseprobe:
Hakim der Ägypter galt als einer der Intellektuellen des Schwarzen Halbmonds, als ein gleißender Geistesstern am nachtdunklen Firmament des Bösen. Nach dem Besuch der Madrasa hatte er eine Koranhochschule in Kairo absolviert, die ähnlich den Jesuitenschulen in christlichen Ländern auch eine exzellente Allgemeinbildung vermittelte. Er hatte besonders in den Fächern Geschichte und Weltpolitik und als brillanter Rhetoriker geglänzt. Während des Studiums hatte er als fanatischer Aktivist bei den Moslembrüdern gewirkt und dem revolutionären Flügel dieser Bewegung angehört. Dank seiner sprachlichen und organisatorischen Fähigkeiten war er rasch in der Hierarchie aufgestiegen. Nach dem Sturz von Präsident Mursi war ihm der Boden in seinem Heimatland zu heiß geworden. Mit dem Argument, dass er in Ägypten politisch verfolgt werde, und der Fürsprache einiger karitativer Damen des Secours Catholique war es ihm gelungen, in Frankreich Asyl zu erhalten. Er suchte hier ein seinen Talenten angemessenes Betätigungsfeld und fand es bald beim Schwarzen Halbmond.
Während er auf den Syrer wartete, reflektierte der Ägypter, dass Ibrahim für ihn ein typischer Repräsentant seines Volkes war, ein Volk, das nach Hakims Meinung keinerlei Beiträge zur Weltzivilisation und zur islamischen Glaubenslehre geleistet hat. Manche würden wohl die Tempel in Palmyra als kulturelle Errungenschaft in Syrien nennen, aber die bildeten Hakim zufolge nichts als heidnisch-römisches Blendwerk, das von den verbrüderten Gotteskämpfern nun zu Recht zerstört wurde.
Ibrahim war über die Lampedusa-Route nach Frankreich gekommen, und wie fast alle hier einreisenden Migranten wollte er eigentlich nach Calais. Wegen mangelnder Planung ging ihm aber schon in Südfrankreich das Geld aus, und so blieb er in Marseille hängen. In den unüberschaubaren Armenvierteln im Norden der Stadt, in denen Drogenbanden und islamistische Aufhetzer regieren und von wo sich die französischen Behörden schon vor Jahren ohnmächtig zurückgezogen haben, fand er Unterschlupf. Das Leben in Frankreich überforderte ihn komplett. Sein französischer Wortschatz war etwa so umfassend wie der eines der Sprache unkundigen Touristen nach zwei Wochen Urlaub im Land. Er kommunizierte hauptsächlich mit einem sehr syrisch geprägten Arabisch und ansonsten noch mit einem Pidginenglisch mit einer unverständlichen Aussprache und mehreren Fehlern in jedem Satz. Auf dem Arbeitsmarkt war er unbrauchbar, da er keinerlei Ausbildung besaß. In den Gaststätten, die ihn als sans papiers in ihren Küchen versuchten, behinderte er den Betrieb mit seiner Unbeholfenheit derart, dass man ihn bei jedem Job nach wenigen Tagen feuerte.
In seiner Ausweglosigkeit wurde er fromm, ließ sich einen schwarzen Vollbart wachsen und befolgte strikt alle Regeln des Korans, besonders die der Unterwerfung der Frau und des Hasses auf die Ungläubigen. Der Imam seines Gebetshauses indoktrinierte ihn dabei intensiv mit allen herkömmlichen Methoden der Gehirnwäsche. Schließlich wurde Ibrahim eine leichte Beute für die Rekrutierer des Schwarzen Halbmonds. Man gab ihm rudimentären Fahrunterricht auf dem Gelände der Organisation, an dem er wie ein Kind Spaß fand, und verschaffte ihm einen gefälschten Führerschein, sodass er zumindest in der Schlepperabteilung zu gebrauchen war.
Bei seiner Hundepromenade, bei der er sich außerordentlich vorsichtig verhielt, um sich ja nicht zu verletzen, überlegte Ibrahim fieberhaft, wie er sich beim kommenden Verhör verhalten sollte. Zugegebenermaßen war sein letzter Schleppereinsatz verkorkst worden, da die Übergabe des unbeschrifteten weißen Kastenwagens mit 45 Flüchtlingen an Bord an der italienisch-französischen Grenze zwischen Olivetta und Sospel ganz und gar nicht laut Plan verlaufen war. Die Mafiosi hatten zwar das Fahrzeug verabredungsgemäß auf einem Parkplatz nahe der Passhöhe des Col de Vescavo abgestellt, aber irgendetwas war bei der Kommunikation danebengegangen. Durch einen Glückstreffer, oder vielleicht sogar durch systematische Schleierfahndung, war die französische Polizei an Ort und Stelle erschienen und hatte die Flüchtlinge befreit, bevor Ibrahim und die beiden anderen Beauftragten des Schwarzen Halbmonds die Lieferung übernehmen konnten.

Wie und bis wann kann man sich für unsere Leserunde bewerben?

Schreibt uns warum ihr unser Buch gerne lesen würdet! Die Auslosung der Leserunde findet am Donnerstag den 29. März 2018 statt - wir versenden die Bücher dann so schnell wie möglich und freuen uns auf eure Rezensionen. 
Zur Leserunde
Liebe Lovelybooks Community,

Wir möchten hiermit eine Einladung zur Leserunde unseres Romans "Das Lazarettkind" aussprechen. Wir verlosen insgesamt 15 Bücher.

Wer sind wir!?

Hinter dem Synonym Sarah Samuel stehen Gerlinde  und Harald Niederreiter, wir sind ein Autorenpaar aus dem schönen Salzburg und haben bereits zwei Romane herausgebracht, am dritten wird gerade fleissig gearbeitet. Harald ist Mathematik Wissenschaftler, Gerlinde Mitarbeiterin der UNO. 


Um was geht es in Das Lazarettkind?

Eine Wiener Intellektuelle begibt sich auf eine fast lebenslange Vatersuche. Dabei stößt sie auf die Geschichte des Juden Salomon Meir, der unter skurrilen Umständen in einem Lazarett mit der Krankenschwester Emilia ein Kind zeugte - das Lazarettkind Gertrude.

Leseprobe/Kapitel 1

Kapitel 1
Wie schön es wäre, mein geliebtes Paris einfach nur als Besucherin zu genießen, wenn nicht das Grab am Ende des Weges wartete!
Paris, die Stadt der Leichtigkeit, die Stadt voller Träume. Anfang März und die Forsythien prangen bereits mit gleißendem Gold in den Gärten und Parkanlagen. Nur das schüchterne Azur des Himmels lässt ahnen, dass diese Blüten lediglich Vorboten sind, die einem farbentrunkenen Lenz freudig voraneilen. Eine tüchtige Brise treibt milde, herbsüße Luft aus den Fluren der Normandie mit sich her. Die Gesichter der Menschen beginnen, die grämliche Trübseligkeit des Winters wie zu lange getragene Trauerkleidung abzulegen. Junge Paare nehmen die neue Saison der Flirts und Liebschaften beflügelt in Besitz, Hand in Hand, flüchtige Küsse austauschend, die unfertig im Wind flattern.
Vor Kurzem noch Wien. Ein tristes, harsches, winterliches Wien. Schmutzige Schneereste befleckten die Gehsteige wie Wundmale. Dürres Geäst im Milchschaum des Nebels. Dumpfe, morose, eingefrorene Mienen. Über den Wolkenbauschen auf Schwingen dann, metallisch und glatt. Starr im eisblauen Himmel schweben und doch schwerelos im Äther vorwärts gleiten. Nach wenigen Stunden ein beseligter Wechsel der Jahreszeiten. Der Duft des aufkeimenden Frühlings im Jardin du Luxembourg. Sonnenstrahlen tanzen ausgelassen auf den Straßen. Scharen munterer Gäste auf den endlich, nach den Monaten der beharrlichen Kälte, der triefenden Nässe, der schwermütigen Düsternis, in fröhlichem Glanze wiedereröffneten Caféterrassen im Quartier Latin und auf der Ile de la Cité.
Welch einen heiteren Empfang hat Paris für meine Mission des Gedenkens vorbereitet! Eine Mission, die eher zu einem Allerseelentag passt als in eine Zeit der zu erneutem Wirken und Gestalten strebenden Natur. Eine Mission überdies, die mein Innerstes bewegen und aufwühlen wird wie keine andere meiner Unternehmungen zuvor.
Unser erster Rundgang nach der Ankunft führt unverzichtbar auch auf den Boul´ Mich´, meinen mythischen Ort, den Boulevard der Rebellion, wo noch immer die Aschenglut meiner verlorenen Ideologien glost. Die erregenden Tage der Mairevolution 1968. Und ich als Studentin in Wien, die mit brennendem Sinn den Aufruhr aus der Ferne verfolgte. Ich bewunderte die Pariser Studenten, die ihren Marx, Bakunin, Kropotkin, Trotzki und Marcuse gelesen hatten und sich auf diese Propheten beriefen, um endlich den faschistischen und autoritären Stumpfsinn der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hinwegzufegen. Sie trachteten, voller Beherztheit und voller Ideale, den Geist der Aufklärung, den Geist des klaren Lichtes, nach einer langen Epoche der Unterdrückung unter den neuen Flaggen des humanistischen Existentialismus und des solidarischen Trotzkismus in Europa wiederzuerwecken. Der Hauch der Freiheit wehte durch die Welt. So wie die Rebellen erschauderte ich in ohnmächtigem Zorn vor der gewalttätigen Reaktion der Reaktionäre, mit ihren geballten paramilitärischen Sondertruppen der Polizei und ihren bezahlten Schlägerbanden auf dem Boulevard Saint-Michel, dem Hitzepol des Aufstandes.
Wie so oft übernachten wir in einem jener anheimelnden, im klassizistischen Stil erbauten Hotels im fünften Arrondissement, die meist von Vietnamesen geführt werden und den Charme einer Pariser Herberge des 19. Jahrhunderts wie ein Kleinod behütet haben. Vielleicht sind schon Figuren aus Romanen Balzacs oder Erzählungen Maupassants in solchen Etablissements abgestiegen, als sie in die Hauptstadt kamen, um Erbschaftsangelegenheiten zu regeln oder la vie parisienne kennenzulernen.
Das Viertel um das Hotel besitzt Flair und Atmosphäre. Altmodische Buchläden, Antiquariate und Kunstgalerien. Coole Jazzlokale. Traditionsreiche Bäckereien und Kaffeehäuser. Chinesische, vietnamesische, indische und italienische Restaurants. Studentenvolk der nahen Universitäten belebt die schmalen Gassen. Es revitalisiert das historische quartier immer wieder aufs Neue mit jugendlichem Geist. Ruth und mich erfüllt es mit Erstaunen, wie das Viertel vergangene Zeitalter absorbiert und bewahrt hat und das Beste davon, mit Raffinesse und Geschmack ausgewählt, in die Zukunft projiziert.
Wir wohnen in der Mansardenetage des Hotels. Das stellt sich zwar als etwas beschwerlich heraus, aber von dort aus kann man gewissermaßen als Entschädigung zumindest die obersten Abschnitte der Türme von Notre Dame erblicken, die wie zwei immerwährende Eckpfeiler des Christentums in den blassblauen Himmel ragen. Beschwerlich deswegen, weil der Aufzug seltsamerweise nur bis zur vierten Etage fährt und dieser Umstand die unangenehme Konsequenz hat, dass die Koffer über die letzte Wendeltreppe zwischen den hohen Stockwerken mit der Kraft der Arme hinaufzuschleppen sind. Und die Gäste müssen es mit ihren eigenen Armen tun, denn hilfreiche Pagen hat diese Preisklasse von Hotels schon seit Jahren nicht mehr zu bieten.
Die Einrichtung des Zimmers kommt etwas zu sehr dem Geschmack der Touristen – oder was der Besitzer dafür hält – entgegen. Prunkstück ist das große, in hygienisch sauberem Weiß erstrahlende Badezimmer, das selbst den höchsten Ansprüchen gerecht wird. Die Ästhetik des Äußeren gilt eben in Frankreich immer noch als eine bestimmende Kategorie. Willkommen ist uns auch der kleine Tisch, Pseudo-Empire oder Pseudo-Louis-Seize, wer kann das schon wissen, den wir unter ein Dachfenster schieben, um von der durch die Frühlingssonne gespendeten Helligkeit zu profitieren. Wir haben immer etwas abzufassen, eilig hinzuwerfen oder schriftlich aufzuzeichnen und festzuhalten – Ansichtskarten, Briefe, Notizen, Gedankensplitter und Reisetagebücher. Il faut écrire comme tout le monde, so wie alle Welt muss man schreiben, wie es bei Voltaire heißt.
Das breite, Wohlgefühl ausstrahlende Doppelbett gewährt uns, nach den Mühen der Reise, eine erholsame Nestgeborgenheit in der ersten Nacht in Paris. Am nächsten Morgen gehen wir durch unsere übliche Routine, mit einem zärtlichen Kuss nach dem Aufstehen und der gemeinsamen Toilette im Badezimmer. Ruth pflegt sich gerne nackt und genießt meine Blicke auf den Perlenschmelz ihres Körpers. Jede Pore ihrer Haut, jede Faser und jede Ader ihres Leibes sind mir wohlvertraut und doch auch etwas Fremdem zugehörig, bei mir beheimatet und entrückt zugleich. Ruth ist ein Teil von mir und dennoch die unergründliche Andere. Die anderen müssen nicht immer die Hölle sein, aber unfassbar und ferne bleiben sie allemal. Gut möglich, dass Sartre seinen Aphorismus gleichfalls so meinte.
Auch die sinnende Philosophin des Seins mit ihren ontologischen Betrachtungen zum Tagesanbruch braucht Nahrung. 


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