Wainwood House - Rachels Geheimnis

von Sarah Stoffers 
4,1 Sterne bei65 Bewertungen
Wainwood House - Rachels Geheimnis
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Sehr unterhaltsame Geschichte im Stil von Downton Abbey.

romantic devils avatar

Bis zur Hälfte sehr langatmig, ab dann richtig gut.

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Inhaltsangabe zu "Wainwood House - Rachels Geheimnis"

Strenge Regeln, dunkle Geheimnisse, große Gefühle

England, 1907. Die Ankunft des ägyptischen Waisenmädchens Jane am Landsitz der adeligen Familie Goodall sorgt für Aufruhr unter Herrschaft wie Dienerschaft. Butler Maxwell Frost sieht sich gezwungen, das Mädchen als Hausmädchen in die strenge Hierarchie der Angestellten zu integrieren, während der Earl of Derrington mit unangenehmen Erinnerungen an seine Militärzeit in Ägypten konfrontiert wird. Und es kündigen sich weitere Gäste an: Colonel Feltham, der mit dem Earl in Ägypten gekämpft hat, sowie der junge und reiche Erbe Ruben Crockford lassen das Herz von Lady Derrington höher schlagen, denn ihre Töchter Claire und Penelope sind im heiratsfähigen Alter …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783570157596
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:350 Seiten
Verlag:cbj
Erscheinungsdatum:28.10.2013

Rezensionen und Bewertungen

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    page394s avatar
    page394vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr unterhaltsame Geschichte im Stil von Downton Abbey.
    Downton Abbey trifft Sherlock

    Ich bin sicherlich nicht der einzige Downton Abbey-Fan, der sich von Wainwood House aufgrund des Titels sowie des Covers angesprochen gefühlt hat. Und ich wurde nicht enttäuscht! Downton-Fans sowie geschichtlich interessierte Krimifreunde werden an diesem Buch sicher ihre Freude haben.
    England im Jahre 1907. Jane, ein Waisenmädchen aus Ägypten, deren Eltern unter mysteriösen Umständen gestorben sind und das einiges hinter sich hat, kommt in Wainwood House an – und wird, dank einer indirekten Verknüpfung zum Earl of Derrington, dem männlichen Oberhaupt der dort lebenden und sehr wohlhabenden Familie Goodall, als Küchenhilfe angestellt. Während Jane mit ihrer Vergangenheit sowie ihrem neuen Leben hadert, haben die beiden Goodall-Töchter Claire und Penelope ganz andere Dinge im Kopf: nämlich ihre gesellschaftlichen Pflichten zu erfüllen und im besten Falle zu heiraten.
    Schon die Aufmachung von Wainwood House ist ein einziger Mädchentraum. Das schöne Cover und die hübschen Details auf den Innenseiten steigern den Spaß am Lesen nur noch. Vorne im Buch ist ein Personenverzeichnis, das mir beim ersten Lesen erschreckend lang vorkam – allerdings sind viele der dort aufgezählten Charaktere kaum mehr als zwei Seiten lang wichtig. Im Endeffekt hat es sich als sehr nützlich herausgestellt, da ich im Laufe des Buches doch einige Personen nochmal nachschlagen musste. (Übrigens: Rachel, die sich wie ein geheimnisvoller, roter Faden durch das gesamte Buch zieht, ist dort natürlich nicht enthalten.)
    Die schon erwähnten jungen Frauen Jane und Penelope, auch Penny genannt, werden recht schnell Verbündete, wenn nicht sogar Freundinnen, wenn es daran geht, das Rätsel um Rachel, von der man nur weiß, dass sie sowohl mit Jane als auch der Vergangenheit des Earls zu tun hat, zu lüften. Das plötzliche Interesse Pennys an Rachel, Ägypten und Jane war für mich nicht nachvollziehbar und ist es auch heute nicht, allerdings habe ich diese Tatsache beim Lesen erfolgreich ausgeblendet. Genauso unklar und etwas weit hergeholt ist, dass sie wie ein kleines Kind ständig irgendwo lauscht. Ganz klischeehaft ist ihre Schwester Claire, die mit Erinnerung an Lady Mary Crawley in meinem Kopf nicht blond, sondern dunkelhaarig und leichenblass war, im Gegensatz zu Penny kein Wildfang, sondern arrogant und sehr gewillt, einen reichen Mann zu heiraten. Penny hat also die Rolle des "Aschenputtels" inne. Nicht sonderlich einfallsreich, aber dennoch unterhaltsam zu lesen. Da ich selbst eine Schwester habe, kamen mir die Konkurrenz und der ständige Streit zwischen den beiden herrlich vertraut vor (und auch hier klingeln wieder die Downton Abbey-Glocken...). Lord und Lady Derrington wurden leider nur sehr oberflächlich beschrieben, was vor allem beim Earl schade war, denn er spielt eine nicht zu kleine Rolle, wenn es um Rachels Geheimnis geht. Zugegebenermaßen lässt die Spannung zu Beginn des Buches etwas zu wünschen übrig, aber der Spaß am Lesen hat es mich dennoch nur widerwillig aus der Hand legen lassen. Gegen Ende wird es aber immer spannender und ich habe die zweite Hälfte an einem Tag verschlungen.Teilweise hat die Autorin aber auch etwas dick aufgetragen – z. B. bei den Namen der Kapitel. Götterdämmerung? Bin ich nun in einem Fantasyroman? Nein, Penny treibt sich nur zu unschicklicher Uhrzeit herum. Achso, alles okay. Dennoch: Es hat wirklich unheimlich viel Spaß gemacht, Wainwood House zu lesen. Vielleicht liegt das unter anderem daran, dass ich mich allgemein sehr für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts interessiere, aber es hat für wenige Tage die durch das Ende von Downton Abbey entstandene Lücke in meinem Herzen gefüllt, mich endlich wieder ins alte England, auf einen adligen Familienlandsitz geführt. Obwohl mein Interesse an Ägypten sich in Grenzen hält, war die Mischung aus britischem Adel und gruseligen Grabkammern wirklich gelungen. Auch die Sichtweisen der verschiedenen Charaktere, aus denen das Buch geschrieben ist, haben mir alle gut gefallen – auch, wenn Penny zu meinem absoluten Lieblings geworden ist. Sie ist mir wirklich ans Herz gewachsen und ich finde es noch immer schade, dass das Buch so abrupt geendet und der Leser nicht mehr über ihr Schicksal erfahren hat.
    In diesem Sinne: Eine ganz große Leseempfehlung von mir. Ich brauche eine Fortsetzung! Oder am liebsten gleich eine endlose Buchreihe über Wainwood House.

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    Smilla507s avatar
    Smilla507vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Downton Abbey lässt grüßen! Einfach nur schöööön! :) Ich liebe die Schreibstil. Jetzt heisst es warten auf Band 2...
    Bitte mehr davon!!

    England, 1907: Nach dem mysteriösen Tod ihrer Eltern bei archäologischen Grabungen in Ägypten reist Jane Swain nach England, der Heimat ihres Vaters. Auf Anraten General Felthams wird das junge Mädchen auf Wainwood House als Dienstmädchen eingestellt – trotz fehlender Kenntnisse. Die Ankunft des exotisch aussehenden Mädchens bleibt bei den Herrschaften des Hauses natürlich nicht unbemerkt. Vor allem Penelope, die jüngste Tochter der Goodalls, hat einen Narren an dem neuen Hausmädchen gefressen. Die Abenteuerlust wird in ihr geweckt, als Penny erfährt, dass der Unfall von Janes Eltern eng verwoben ist mit dem Tod einer Tante, die ebenfalls 20 Jahre zuvor in Ägypten ermordet wurde. Während Lady Derrington Heiratspläne für sie und ihre ältere Schwester Claire schmiedet, wandelt Penny auf detektivischen Pfaden, flankiert von Julian, einem jungen Mann, der wie ein Bruder für sie ist und Lord Nyles, der kurz nach Janes Auftauchen immer wieder Penelopes Wege kreuzt. Bei einem Weihnachtsball geraten dann die Geschehnisse downstairs wie upstairs in Turbulenzen.

    „Je tiefer Julian auf seinem weg in das nachtschlafende Haus vordrang, desto deutlicher spürte er die erhabene Atmosphäre des Herrensitzes. Jene Aura, die nur in Jahrhunderten der Herrschaft und des Reichtums wachsen konnte wie ein unsichtbarer Panzer aus Drachenschuppen.“ (S. 104)

    Ich oute mich vorweg schon mal als großer Downton Abbey Fan. Aus diesem Grund griff ich auch gezielt nach diesem Buch, denn es ist immer wieder eine lange Zeit, die man warten muß, bis endlich eine neue Staffel erscheint. Also verkürzte ich mir die Wartezeit mit „Waindwood House“ , um endlich einmal wieder in „adliges Gemäuer“ abzutauchen. Und ich muss sagen, der deutschen Autorin Sarah Stoffers ist mit diesem Buch ein beeindruckendes Debüt gelungen! Während des Lesens liefen vor meinen Augen Downton Abbey ähnliche Szenen ab. Dies ist nicht zuletzt dem wundervollen, geheimnisvollen Schreibstil der Autorin geschuldet, der wunderbar zur Epoche und der Sprechweise der damaligen Zeit passt. Formulierungen, wie z.B. „Lady Derringtons milder Blick“ ließen mein Herz höher schlagen.
    Im Vordergrund der Handlung stehen vor allem Jane und Penelope - zwei Personen, die das Leben der Dienerschaft bzw. das Leben der adligen Herrschaften verdeutlichen. Die Sichtweisen der beiden Mädchen wechseln sich immer ab und ich kann gar nicht sagen, wer mir sympathischer war. Dann gibt es noch Julian, der mit Penelope sehr eng befreundet ist und gemeinsam mit dem Diener Samuel eine nicht minder tragende Rolle in dem Buch spielt. Alle anderen Personen haben eher Nebenrollen und werden dennoch sehr treffend beschrieben. Genauso wie die Hintergründe der damaligen Zeit, in der noch technischer Fortschritt und traditionelle Lebensweise nebeneinander existierten: Kutschen und Automobile teilten sich die Straßen, genauso wie Kerzenlicht und elektrische Lampen.
    Selbst ein paar lustige Schreibfehler konnten meinen Lesegenuss nicht mindern und ich hoffe sehr, dass es bis zum Erscheinen des zweiten Bandes nicht so lange dauert, denn ich möchte unbedingt wissen, wie es für Jane und Penny weiter geht. 

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    Yagmurs avatar
    Yagmurvor 5 Jahren
    geheimnisvoll und mitreißend

    Inhalt

    1907. Jane, das ägyptische Waisenmädchen, reist nach England zu der adeligen Familie Goodall. Ihre Ankunft bereitet viel Aufruhr. Gezwungenermaßen nimmt der Butler Maxwell Frost sie als Hausmädchen an und lässt sie in die strenge Hierarchie der Angestellten integrieren. Dies sorgt dafür, dass der Earl of Derrington sich an seine Militärzeit in Ägypten erinnert. Diese war alles andere als angenehm.

    Wainwood House wird von weiteren Gästen besucht: Colonel Feltham, der eine gemeinsame Vergangenheit mit dem Earl hat, denn er hat mit ihm in Ägypten gekämpft, und Ruben Crockford, der junge und reiche Erbe. Gerade Lady Derrington findet Ruben entzückend, denn ihre beiden Töchter Claire und Penelope sind im heiratsfähigen Alter.


    Meinung

    Der Einstieg in die Geschichte ist bequem gewesen. Ich habe mich schnell an den Schreibstil gewöhnt und konnte auch recht flott lesen. Sarah Stoffers hat einen lebendigen Schreibstil, der ihren historischen Roman im 21. Jahrhundert frisch und gegenwärtig erscheinen lässt. Sie erzählt eine Geschichte voller Geheimnisse und Gefühle, die mitreißend und packend ist.

    Sarah Stoffers hat einen guten Gespür für den Zeitgeist. "Wainwood House – Rachels Geheimnis" spiegelt den Alltag von der damaligen Zeit wider, den sie bemerkenswert umgesetzt hat. Die damalige Atmosphäre hat sie gut und realistisch rübergebracht. Ebenfalls stellt sie die strengen Regeln der feinen Gesellschaft anschaulich dar.

    Die Regeln in Wainwood House sind streng. Beispielsweise dürfen sich die Hausherren und Dienstboten nicht über den Weg laufen. Während die Hausherren im Esszimmer essen, putzen die Dienstboten deren Zimmer. Ebenso wird zum gemeinsamen Essen auch ständig die Kleidungen gewechselt. Das alles wirkt sehr förmlich und extrem, für einen Leser aus der heutigen Zeit unvorstellbar.

    Sarah Stoffers lässt die Geschichte kurz mysterös erscheinen, indem sie sich auf den Horus, Hauptgott in der frühen ägyptischen Mythologie, bezieht. Hier ist ihre Liebe zum Mystiösen erkenntlich. Sie lässt dafür in der Geschichte einen kleinen Raum und schweift nicht in den Fantasy-Bereich ab, was positiv zu betrachten ist.

    Die Charaktere sind unterschiedlich. Einige erscheinen recht freundlich und warmherzig, die man schnell ins Leserherz schließt, andere widerum unsympathisch, die aber dafür sorgen, dass die Geschichte nicht monoton wirkt.

    Das Ende der Geschichte kann als abgeschlossen angesehen werden. Ebenso ist auch eine Fortsetzung möglich, die interessante Bezüge enthalten kann. Laut der Autorin wird tatsächlich eine Fortsetzung geben.


    Lieblingszitat

    "Ihre Albträume begannen zusammen mit den Erinnerungen an Ägypten zu verblassen, wie eine Aquarellzeichnung, die achtlos vom Wind in eine Pfütze geweht worden war."

    Fazit

    Eine spannend, gefühlvoll und geheimnisvoll erzählte Geschichte, die nach 'mehr' schreit.

    Ich freue mich auf die Fotzung und warte sehnsüchtig darauf.

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    rikku_revenges avatar
    rikku_revengevor 5 Jahren
    Geheimnisvoll, spannend und unglaublich überraschend!

    Zitat:

    "Es ist der einzige Ort, an den ich stets zurückkehren könnte", räumte er endlich ein. "Ich habe Freunde dort." (S. 376)

    Inhalt:

    Gestatten: Ein ganz normales Herrenhaus in England im Jahre 1907. Jeder der adligen Bewohner hat einen eigenen Diener, es herrscht Recht und Sitte und alles ist friedlich - könnte man meinen! Denn in dem Moment als Jane Swain, eine junge Ägypterin, über die Mauer des Anwesens springt, verändert sich alles. Die junge Weise wurde nach England geschickt, weil ihre Eltern - beide Arachäologen - bei einer Explosion während einer Grabungsexpedition ums Leben gekommen sind. Fortan soll sie also bei den Goodalls leben und als Hausmädchen dienen. Jedoch stellt sie schnell fest, dass das Leben als Dienerin alles andere als einfach ist. Die Rangordnung bekommt sie genau so zu spüren, wie auch die in der Luft liegende unangenehme Spannung auf dem Landsitz.
    Währenddessen kämpft Penelope Goodall, die Tochter des Landherren, an ganz anderer Stelle. Sie liebt Bücher über alles, kann sie aber zusammen mit ihrem bestem Freund Julian, nur nachts heimlich auf dem Dachboden lesen. Zu streng sind die Regeln für die junge Adelige. Als dann auch noch das Thema Liebe plötzlich in ihrer Welt auftaucht wird alles durcheinandergewirbelt.
    Als dann jedoch ein mysteriöser ägyptischer Gott auftaucht und versucht Jane umzubringen verbinden sich die Welten der drei so unterschiedlichen Protagonisten zu einer: Bücher, Geheimnisse und die Suche nach der einzig wahren Antwort...Werden sie sie finden?

    Meine Meinung:

    Ich hatte mich auf Lovelybooks im Januar für die dazu stattfindende Leserunde beworben, weil es schon wieder über ein Jahr her war, dass ich ein historisches Jugendbuch gelesen hatte. Außerdem hatte ich zuvor auch erst eins in den Händen halten dürfen - ich bin ja auch nicht unbedingt so der Historienfan ;) ABER ich kann euch jetzt schon verraten: Mit diesem Buch bin ich es doch wieder ein Stück mehr.
    Das Cover ist so gehalten, dass es neugierig macht. Ein offenes Gittertor und dahinter ein prachtvoll anmutendes Landhaus? Im Vordergrund noch ein hübsches Mädchen im sommerlichen Kleid? Ja, mein Interesse ist definitiv geweckt!
    Das Buch bietet einen tollen Einstieg, man fühlt sich sofort heimisch im Landhaus. Sowohl auf Seiten der Adligen als auch der Bediensteten. Auch die Vorstellung der einzelnen Charaktere verläuft spannend. Es wird nicht zu oberflächlich aber eben auch nicht zu viel beschrieben und erklärt. Penny und Julian fand ich von Anfang an am interessantesten und sympathischsten von allen Personen. Wahrscheinlich, weil sie so rebellisch sind und sich gegen das bestehende "System" heimlich auflehnen. FIGHTING!
    Wie gesagt bin ich auch nicht so Fan von historischen Büchern, weil diese oftmals sehr trocken rüberkommen beziehungsweise dieses Vorurteil immer weiter geschürt wird. In diesem Fall kann ich aber auch Entwarnung geben: Das Buch ist trotz seiner 528 Seiten(!) nie langweilig oder langgezogen. Die Kapitel sind etwas länger (40-60 Seiten) und ab und an habe ich mich auch beim Vorblättern erwischt, um zu schauen, wie viele Seiten noch fehlten. Aber auch nur, weil ich manchmal nicht so viel Zeit hatte und ich nicht gerne mitten im Kapitel aufhören mochte zu lesen. Da musste dann eben etwas schneller gelesen werden :D Turbo-Lese-Modus ON! -> Hat gut geklappt ;)
    Die Geschichte um Jane bildet den Hauptteil des Buches.Wieso wurde sie nach Wainwood geschickt? Wer waren ihre Eltern? Warum sind sie umgekommen? Die Antworten darauf sind überraschend und tragen zu der stets hohen Spannung bei. Ich war mehr als begeistert nach Beendigung der Lektüre.
    Die Geschichten der anderen Charaktere sind auch wunderbar einzigartig - für jedes Herz ist etwas dabei. Ich bin schon so gespannt, wie sich alles weiterentwickeln wird! Vor allem Julians "Love Interest" hat es mir angetan :D

    Fazit:

    Mit Wainwood House - Rachels Geheimnis ist es Sarah Stoffers gelungen eine authentische Geschichte um Regeln, Vertrauen, Hass aber auch Freundschaft und Liebe zu verfassen. Jeder Charakter hat seine ganz eigene Geschichte zu erzählen und niemand wird ausgelassen. Spannend, überraschend und mit sympathischen Protagonisten - was will man mehr? Der Aufenthalt auf dem Anwesen der Goodalls hat mir einen riesen Spaß bereitet und ich kann es kaum erwarten wieder zurückzukehren =)
    Dear readers, the stage...eh - house is yours!

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    MikkaGs avatar
    MikkaGvor 5 Jahren
    Eine spannende Reise ins frühe 20. Jahrhundert

    Pro:
    Das Cover ist hübsch und passend für einen historischen Roman, allerdings ein klein wenig nichtssagend - was dem Inhalt kein bisschen entspricht, denn "Wainwood House" ist eine gelungene, originelle Mischung aus Historie, dunklen Geheimnissen, unerwarteten Freundschaften und einer Prise Liebe.

    Ich bin kein Experte für historische Romane, aber ich habe den Eindruck, dass dieses Genre zur Zeit eine eher untergeordnete Rolle bei den Jugendbüchern spielt. Zwischen all den dystopischen und fantastischen Romanen war dieses Buch für mich eine rundum angenehme Überraschung und ein frischer Wind in der Jugendliteratur! Wer hätte es gedacht - obwohl die Geschichte im Jahr 1907 spielt, ist sie kein bisschen angestaubt.

    Mir fällt es schwer, "Wainwood House" in eine Schublade zu stecken. Es gibt viele Passagen, in denen die Autorin hauptsächlich die Welt des frühen 20. Jahrhunderts vor uns auferstehen lässt. Sie zeigt den Lesern ein zwiegespaltenes England, in dem Adlige und Bedienstete völlig unterschiedliche Leben führen - und dennoch beide den Zwängen und Erwartungen einer Gesellschaft voller Rituale und sozialer Spielregeln unterliegen.

    Jane muss diese Rituale und Spielregeln erst lernen, da sie nicht in England aufgewachsen ist, sondern auf den Ausgrabungsstätten ihres Vaters in Ägypten. Jetzt muss sie Tag für Tag schuften und sich abrackern, und das möglichst höflich lächelnd und knicksend. Ihr neues Leben besteht aus harter, unablässiger Arbeit, und dabei sieht sie sich dem Misstrauen und Vorurteilen der anderen Dienstmädchen gegenüber.

    Penny dagegen ist die jüngere Tochter des Hauses. Auf den ersten Blick hat sie das leichtere Leben, denn sie muss keinen Gedanken an Dinge wie schmutzige Wäsche oder dreckige Böden verschwenden. Von ihr wird erwartet, dass sie graziös und einnehmend weiblich ist. Sie soll tanzen und musizieren können, und gepflegte Konversation mit potentiellen Ehemännern führen, ohne dabei die Gesetze der Schicklichkeit zu verletzen. Dabei würde sie viel lieber als Forscherin die Welt bereisen.

    Beide Mädchen wollen mehr vom Leben als die ihnen zugewiesene Rolle erlaubt, und das fand ich spannend und unterhaltsam zu lesen - auch in Passagen, in denen die Handlung an sich nicht sonderlich vorankommt. Ich fand diese Passagen sogar wichtig, denn sie erlauben es dem Leser, in diese Zeit regelrecht einzutauchen!

    Die Charaktere waren für mich alle echt und glaubwürdig, und ein paar davon werde ich sicher länger in Erinnerung behalten. Sehr erfrischend fand ich, dass es keine Liebesgeschichte nach Schema F gibt. Zwar gibt es zwischen verschiedenen Charakteren starke Emotionen - manchmal offensichtlich, manchmal versteckt und sogar verboten -, aber die Autorin überlässt es dem Leser, diese Geschichten zu entdecken, ohne sie ihm mit dem Holzhammer um die Ohren zu hauen.

    Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, denn ihm gelingt eine echte Gratwanderung. Einerseits vermittelt er ein historisches Flair, andererseits wirkt die Sprache sicher auch auf moderne junge Leser nicht hölzern oder zu förmlich.

    Kontra:
    Gegen Ende hätte ich gerne noch mehr über viele der Charaktere erfahren, und wie es mit ihrem Leben weitergehen wird!

    Zusammenfassung:
    Wer gerne historische Romane liest, sollte "Wainwood House" auf jeden Fall eine Chance geben - und wer NICHT gerne historische Romane liest, vielleicht trotzdem auch. Die Gefühlswelt der Protagonistinnen, die Geheimnisse und Intrigen, die sie umgeben, werden sicher auch Leser anderer Genres ansprechen.

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    Lola1008s avatar
    Lola1008vor 5 Jahren
    Zeitreise ins 19. Jahrhundert

    Zeitreise ins 19. Jahrhundert

    "Wainwood House - Rachels Geheimnis" entführt den Leser zurück ins England des 20. Jahrhunderts, genauer gesagt in das Jahr 1907. Das ägyptische Waisenmädchen Jane Swain kommt nach Wainwood House, nachdem ihre Eltern, ein Archäologenehepaar, bei einer Explosion ums Leben kamen. Im Gepäck trägt sie einen Brief eines Mannes, der sich ihr als alter Freund ihres Vaters vorstellt. Natürlich ist das ganze Herrenhaus in großer Aufruhr, sowohl die Dienerschaft als auch das Gesinde. Durch den Earl of Derrington erhält der Butler Maxwell Frost, der bei allen Dienstboten recht unbeliebt ist, die Aufgabe, Jane als Hausmädchen aufzunehmen und sie in die streng geordnete Hierarchie der Angestellten einzubinden. Zugleich wird der Earl mit unangenehmen Erinnerungen an seine Militärzeit in Ägypten konfrontiert. Und die Töchter der Goodalls, Penelope und Claire, werden auf ihr Debüt vorbereitet, denn beide sind im heiratsfähigen Alter. Warum aber wird Jane ohne Kenntnisse als Magd eingestellt? In welcher Beziehung steht sie zur Herrschaft in Wainwood House? Warum schweigt der Earl so hartnäckig über seine militärische Vergangenheit in Ägypten? Penelope und Julian, ihr Ziehbruder, wollen Licht in das Geheimnis bringen - und kommen einem neuen auf die Spur...

    Meine Meinung:
    Da ich Familiengeheimnisse liebe und seit "Die verlorene Zeit" von Michelle Ross auch von solchen angetan bin, die in einem füheren Zeitraum der menschlichen Geschichte spielen, erschien mir "Wainwood House - Rachels Geheimnis" als ein gutes Argument dieser Liebe weiterzufröhnen.
    Der Anfang hat mich nicht sonderlich begeistert, muss ich gestehen. Irgendwie kam ich nicht ganz in die Geschichte rein und die Kapitel waren mir auch viel zu lang, als dass ich sie in einem Rutsch hätte durchlesen können. Erst nach etwa 150 Seiten konnte mich der Roman fesseln, dann wirkte er auf mich wie ein Sog, so dass ich es kaum erwarten konnte, weiterzublättern.
    Obwohl ich mich anfangs nicht ganz einfinden konnte, hatte ich schon zu Beginn das Gefühl, als wäre ich Teil der Handlung und konnte mich richtig gut in die Figuren und ihre Interaktionen hineinversetzen. Die Bilder im Kopf des Lesers, die dadurch entstehen, sind deswegen genauso lebhaft wie die Charaktere selbst und man konnte sich in die damalige Zeit gut zurückversetzen.
    Durch die Perspektivwechsel beleuchtet der Erzähler nicht nur die Gedanken und Gefühle einer Person, sondern wechselt zwischen 2 bis 3 Personen hin und her und berichtet von ihrem Stand der Dinge. Meistens wird aus den Blickwinkeln von Penelope, kurz Penny, Jane und manchmal auch Julian Rushforth berichtet, ein junger Mann, der bei den Goodalls aufgewachsen ist. Dadurch bleibt der Erzähler nicht nur personal, das heißt, er beschränkt sich nicht nur auf eine Figur alleine, sondern wird zum allwissenden Erzähler, der alles über die Personen weiß, wodurch eine Atmosphäre geschaffen wird, die very british und echt zugleich ist.
    Echt wirken auch die gesamten Charaktere, die in dem Buch auftauchen, besonders Jane, Julian und Penelope. Am Anfang des Buches ist eine kurze Auflistung aller vorkommenden Personen gegeben - und das sind eine Menge. Daher ist es kein Wunder, dass sich der Leser zu Beginn der Handlung recht verloren fühlt und sich vielleicht ein wenig an "Buddenbrooks" zurückerinnert, wo das genauso war. Mit jeder Seite werden einem die Figuren vertrauter und spätestens nach 200 Seiten hat der Leser das Gefühl, jeden Einzelnen schon lange zu kennen. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei natürlich auf den Protagonisten Jane und Penelope.
    Jane ist das ägyptische Waisenmädchen, das keinerlei Erfahrung im Umgang mit der englischen Dienerschaft inne hat und auch sonst nicht viel von den Aufgaben eines Hausmädchens versteht. Aufgrund ihrer Andersartigkeit fühlt sie sich von den anderen Angestellten ausgegrenzt und erhält eine Art "Sonderrolle" im Roman. Jane wirkt auf den Leser sehr mutig und willensstark und zeigt dies auch besonders gegen Ende des Romans hin. Sie macht im gesamten Roman eine unglaubliche Entwicklung durch und ist mir besonders ans Herz gewachsen.
    Penelope ist die jüngste Tochter der Goodalls und steht ständig im Schatten ihrer älteren Schwester Claire. Sie interessiert sich für Bücher und lässt ihren Kindheitsfreund Julian immer Bücher aus der Bibliothek für sie schmuggeln, da sie sich selber nicht für die für Frauen ausgelegten Romane interessiert. Von ihrer Schwester Claire erntet sie ständig irgendwelche Seitenhiebe bezüglich ihres Aussehens und auch die Eltern wagen nicht zu hoffen, dass sich für Penelope jemals ein geeigneter Mann findet. Auch sie ist, wie Jane, aus ihrem gesellschaftlichen Kreis ausgegrenzt. Ein Grund mehr, die Standesunterschiede zwischen den beiden Frauen über Bord zu werfen und Adel und Gesinde zusammenkommen zu lassen.
    Beide Geschichten zwischen den beiden jungen Frauen sind durch unglaublich sorgfältig ausgewählte Details miteinander verbunden, die nicht nur die Handlungen ausnehmend rund gestalten, sondern auch beide Stände letztendlich zusammenzuführen. Dadurch erfährt man nicht nur eine Menge über das Leben in einem britischen Herrenhaus sondern auch die Charaktere wirken wie die Handlung echt und greifbar auf den Leser. Man leidet, man hofft, man bangt mit ihnen und durchlebt ihre Probleme und Sorgen hautnah mit, da sie so untrennbar mit der damaligen Zeit verbunden zu sein scheinen.
    Der Schreibstil fesselt einen von Anfang an, obwohl ich persönlich erst mit der Handlung vertraut werden musste und durch die sehr bildhafte Sprache entsteht das England zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor dem inneren Auge des Lesers wieder neu. Das bewirkt zudem, dass man Seite für Seite umblättert um immer mehr zu erfahren. Spätestens nachdem die Handlung in eine leicht kriminalistische Atmosphäre driftet, fühlt sich der Leser von der Geschichte so sehr angezogen, dass es ihm schwerfällt, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Man fiebert, genau wie bei den Charakteren, der Handlung entgegen und kann eigene Vermutungen aufstellen ohne gleich mit der Lösung konfrontiert zu werden. Man wird sozusagen selbst Detektiv und versucht, gemeinsam mit Jane und Penelope Rachels Geheimnis und auch Janes lückenhafte Erinnerungen mit seinen Überlegungen zu füllen.
    Das Ende hat mir, genau wie eigentlich der vorherige restliche Teil des Buches sehr gut gefallen. Hier hätte ich mir aber bei einigen Charakteren ein bisschen mehr Interaktion untereinander gewünscht, da ein paar Probleme untergehen.

    Fazit:
    "Downton Abbey" made in Germany. Der Roman ist very british und der Leser fühlt sich durch die bildhafte Sprache zurück ins 20. Jahrhundert versetzt. Die Charaktere wirken authentisch und dreidimensional und man fühlt mit jedem Satz mit ihnen mit. Der Wechsel der Erzählperspektiven gibt nicht nur Einblick in die "Unterschicht" sondern auch in die Welt der "gesellschaftlich Geachteten" und zeigt, dass nicht jeder aufgrund seines hohen Standes glücklich ist. Obwohl mich der Anfang nicht richtig packen konnte, bin ich doch froh, die 526 Seiten gelesen zu haben. Dieser Roman ist ein absolutes Muss für alle Fans von "Downton Abbey", historischen Romanen und Familiengeheimnissen. Ich hoffe, es wird noch einen Teil davon geben. Ich vergebe 4 von 5 Sternen an diesen wundervollen Roman, der mich eine richtige Zeitreise hat erleben lassen.

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    Seelensplitters avatar
    Seelensplittervor 5 Jahren
    Kurzmeinung: So richtig begeistert hat es mich nicht, teilweise leider verwirrend dank der vielen Perspektiven-Wechsel. Ansonsten nette Story
    1902 und seine Irrungen und Wirrungen

    Die Autorin versucht uns mit in das Haus Wainwood zu nehmen und uns die Geschichte von Jane und all den anderen Charakteren näher zu bringen.
    Eine Geschichte die für Leute geschrieben ist, die diese Zeit zu schätzen wissen und es lieben in Familiengeschichten mit hineingezogen zu werden.
    Sei es durch die Bediensteten oder gar die Familie selbst.
    Es wird ein klares Bild von 1902 gezeichnet. Und man hat teilweise und streckenweise das Gefühl mitten drin zu sein, wäre da nicht auf einmal wieder der Perspektivenwechsel.
    Die Autorin hat versucht Krimi, Spannung, Irrungen und Wirrungen in einander zu verschachteln, an manchen Stellen gelang es ihr wirklich gut, an den anderen, naja da war die Spannung leider weg.


    EIn Roman der einfach nicht so recht zu mir passen wollte. Ich hab vielleicht einfach viel mehr erwartet? Oder hatte falsche Vorstellungen erhalten?

    Dennoch hat das Buch mehr Wert :)

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    Lizzy_Curses avatar
    Lizzy_Cursevor 5 Jahren
    Dunkle Geheimnisse und ein streng geregeltes Leben

    Dunkle Geheimnisse und strenge Regeln herrschen auf dem alten Landsitz der Familie Goodall. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts herrscht der Adel. Der Alltag wird von strenger Sitte, Festen und Jagden bestimmt. Für die Dienerschaft gilt ein unbeugsames Protokoll. Dahinein stolpert ein ägyptisches Mädchen, Jane Swain, welches unter mysteriösen Umständen zu den Goodalls geschickt wurde. Sie wird als Hausmädchen eingestellt, doch bald schon geschehen auf Wainwood House seltsame Dinge. Penelope, die Tochter der Goodalls versucht zusammen mit Julian, dem Ziehsohn des Hauses, Licht ins Dunkel zu bringen. 

    Das frühe 20. Jahrhundert kannte ich, bis zur Lektüre dieses Romanes, allerhöchstens aus Filmen oder aber dem höchst staubigen Geschichtsunterricht, der nun auch schon wieder einige Jahre zurück liegt. Ich lese gerne historische Romane, doch meist solche, die im Mittelalter, höchstens in der Renaissance angesiedelt sind. Umso mehr interessierte ich mich für das Leben der Zeit um die Jahrhundertwende, und wie es in Romanen geschildert und umgesetzt wird. 

    Das Geschehen rund um Wainwood House wird von zwei unterschiedlichen Seiten beleuchtet: Einmal spielt die Dienerschaft eine große Rolle, dann wiederum die Familie Goodall. Das Wechselspiel zwischen beiden Ansichten hat mir sehr gut gefallen. Sarah Stoffers gelingt es mit einer intensiven Art zu schreiben die Bilder des alten Landsitzes, ebenso wie von London in der Ballsaison vor den Augen der Leser zum Leben zum Leben zu erwecken. Besonders eindrucksvoll empfand ich eine Szene am Anfang, als beschrieben wurde, wie das Haus langsam erwacht und der Butler durch die Räume schreitet und mit einer vornehmen, stillen Würde sein Tagwerk verrichtet. Diese intensiven Szenen ziehen sich durch den ganzen Roman, was mich persönlich mitzureissen vermochte. 

    Dieser Schreibstil bedingte auch meine Sympathie zu den Protagonisten und Nebencharakteren gleichermaßen. Sei es nun Jane Swain, die sich mühsam versucht anzupassen, oder zu Penny oder Julian oder zum Hausdiener Samuel. Ich verspürte zwischenzeitlich sogar einmal den Wunsch, den fetten Hauskater zu streicheln. Die Autorin gab den Figuren Raum sich zu entfalten, was zum großen Teil den Charme ausgemacht hat, den das Buch auf mich ausübte. Die Atmosphäre der Geschichte hatte stets etwas geheimnisvolles an sich, immer wieder durchbrochen von Julians Witz oder den heimlichen konspirativen Treffen um Mitternacht. 

    Die Autorin lässt jedoch die Spannung ebenfalls nicht zu kurz kommen. Der rote Handlungsfaden spinnt sich ganz subtil und allmählich, doch gleichzeitig ist er immer vorhanden. Nur hin und wieder verliert er sich ein wenig Zugunsten der Beschreibung des Lebens auf Wainwood. Erst zum Ende hin verflechten sich die Fäden zu einem festen Strang aus Politik, Wirtschaft und ägyptischen Legenden, was ich gut gelöst fand. 

    „Wainwood House“ hat mich wirklich begeistert. Gerne bin ich den Schritten von Jane, Penny, Julian und Sam gefolgt und habe mit ihnen gelitten und gelacht. Dieses Buch erweckte in mir das Bedürfnis, mehr über die Zeit und das Leben Anfang des 20. Jahrhunderts zu Erfahren. Aus diesem Grund  vergebe ich für diesen Roman fünf Sterne. 

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    Dannys avatar
    Dannyvor 5 Jahren
    "Wainwood House - strenge Regeln, dunkle Geheimnisse und große Gefühle..:"

    Janes Platz am Rande des Gesindes und die ewige gleiche Arbeit gaben ihr die Gelegenheit, das komplizierte Geflecht der Dienerschaft wie das Verhalten eines fremden Eingeborenenstammes zu studieren. Jeder einzelne von ihnen schien sich über seinen Platz in diesem Gefüge im Klaren zu sein, und über alle damit verbundenen Pflichten und Vorrechte. Das spanische Hofzeremoniell hätte nicht anspruchsvoller sein können. Und doch schien es unter diesem eisernen Ritus noch eine zweite, verborgene Ebene des täglichen Miteinanders zu geben.


    England im Jahr 1907 - Die ägyptische Waise Jane Swain, deren Eltern angeblich bei Ausgrabungen in Ägyptens ums Leben kamen, wird von dem undurchsichtigen Colonel Feltham nach England geschickt, um dort auf dem Landsitz der adligen Familie Goodall als Dienstmädchen zu arbeiten. Doch etwas scheint Jane aus Ägypten bis nach England gefolgt zu sein und zusammen mit Penelope Goodall, ihrem Ziehbruder Julian Rushforth und dem Hausdiener Samuel kommt Jane einem gefährlichen Geheimnis nahe, dessen Hüter vor Mord nicht zurückscheut...


    ***


    Mit "Wainwood House - Rachels Geheimnis" tauchen wir in eine Zeit ein, die noch nicht sehr weit zurückliegt, uns dennoch mit ihren Sitten und Regeln vollkommen fremd erscheint. Die Fans von "Downton Abbey" werden mit dem Roman "Wainwood House" aus der Feder von Sarah Stoffers, die mit diesem unterhaltsamen Roman ihr erstes Jugendbuch vorlegt, eine weitere spannende Geschichte aus dieser Zeit vorfinden.


    Zum einen zieht den Leser vor allem der Handlungsstrang um die Beziehungen auf Wainwood House in seinen Bann. Da ist die adlige Familie Goodall, die mit ihren zwei Töchtern im heiratsfähigen Alter alle Hände voll zu tun hat und mit Julian Rushforth, einem Mündel von Charles Goodall, eine weitere Verpflichtung hat. Gerade Julian hat mich von Beginn an fasziniert. Seine Stellung ist kompliziert. Er lebt zwar dank der Goodalls ein sicheres und kompfortables Leben, ist aber dennoch mehr geduldet als wirklich gewollt. Ohne eigenen Titel und Vermögen gibt es für seine Zukunft nur begrenzte Möglichkeiten. Ihn verbindet vor allem eine tiefe Freundschaft und "Bruderliebe" zu Penelope, die ein wirklich faszinierender Charakter ist. Im Gegensatz zu ihrer älteren Schwester Claire, die vor allem in erster Linie durch Boshaftigkeit und Hinterhältigkeit auffällt, ist Penelope etwas unkonventionell und hat sich der Auflösung des Rätsels um ihre Tante Rachel ganz verschworen. Das Leben der Familie Goodall mutete für mich recht eintönig und banal an. Wie begrenzt war doch das Leben für die jungen adligen Frauen - was sie durften war stark begrenzt und der Fokus lag ganz auf der Vermählung mit einem reichen Erbe. Mit Lord Nyles tritt noch ein interessanter adliger Gast hinzu, der Colonel Feltham nach Wainwood House begleitet. Er und Penelope geben ein gutes Gespann ab und ich frage mich, wie es mit den beiden wohl in einer Fortsetzung weitergehen könnte.


    Nicht weniger interessant sind die Beziehungen und Ränkespiele unter den Dienstboten. Sie sind eine Welt für sich und ihr Zusammenleben ist nicht weniger stark reglementiert. Jane Swain kommt als exotische Ausländerin hinzu, mit einer Lebensgeschichte die zu viel Tratsch anstiftet. Sie hat es von Anfang an schwer sich gegen die anderen zu beweisen und muss jeden Tag aufs neue kämpfen. In dem zweiten Hausdiener Samuel und  dem zweiten Hausmädchen Hanna findet sie jedoch Vertraute. Ich fühlte mich hier oft angenehm an die TV-Erfolgsserie "Downton Abbey" erinnert und da ich diese Serie liebe, hat mich auch das Buch sofort in seinen Bann gezogen.


    Sarah Stoffers hat einen sehr angenehmen, bildlichen und mitreißenden Schreibstil, der mich sofort faszinierte und dazu führte, dass ich Seite um Seite verschlang.


    Der Handlungsstrang um die mysteriöse Rachel und das mit ihr verknüpfte Rätsel bildet den zweiten großen Handlungsstrang und verlieh der Geschichte einen actionreichen und spannenden Rahmen. Es hat mir sehr viel Freude bereitet mit Penelope, Jane, Samuel und Julian zusammen das Geheimnis um Rachel zu ergründen und würde mich auf weitere Bände aus der Feder von Sarah Stoffers sehr freuen.


     

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    Grandvillevor 5 Jahren
    Die Geheimnisse von Wainwood House


    England, 1907. Jane Swain steht im dämmerigen Morgennebel vor den verschlossenen Toren von Wainwood House. Ihre Reise war lang, ungewiss und es ist fraglich ob sie mit offenen Armen empfangen wird. Ein vollkommen neues und unbekanntes Leben liegt vor ihr. Aufgewachsen in Ägypten, ihr Vater war Altertumsforscher, ist sie nun Waise und wurde allein ins fremde England geschickt. Aber warum ausgerechnet nach Wainwood House? Und was steht wohl in dem Brief, den sie Lord Derrington übergeben soll?
     
    Dies ist Sarah Stoffers erster (Jugend-)Roman. Für alle ab 14 gibt es hier die Möglichkeit einen gut zu lesenden historischen Schmöker zu genießen. Mit Downton-Abbey-Flair (Fans werden in Bekanntem schwelgen, wer noch kein Fan der Serie ist, wird spätestens nach der Lektüre dieses Buches einen Blick wagen wollen), ein wenig Herz, einem großen Geheimnis und ganz viel altem England.
     
    Sarah Stoffers gelingt es mit einer flüssigen und gut lesbaren Sprache einen unterhaltsamen und fesselnden Roman zu schreiben. Die Charaktere sind allesamt sehr sympathisch und größtenteils gut komponiert. Da es einen zweiten Band um Wainwood House geben soll, könnte es sein, dass einige der für mich "zu kurz" gekommenen Personen (z.B Samuel, Mr. Frost) vielleicht im Folgeband mehr in den Blickwinkel rücken. Dadurch wäre dieser kleine Kritikpunkt hinfällig. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt.
     
    Von einem historischen Roman erwarte ich, dass mir die damalige Zeit näher gebracht wird. Für einen Kinder/Jugendroman hat dies Frau Stoffers gut gemacht. Das Geheimnis um Rachel (und auch um Jane) wird spannend nach und nach freigelegt und das Buch bleibt bis zur letzten Seite fesselnd. Man erhält Einblicke in die Vorgänge eines großen Herrenhauses mit vielen Angestellten, die Art zur damaligen Zeit zu leben. Dazu kommt noch eine Prise Abenteuer und Spannung, weil man das Geheimnis um Rachel lösen muss.

     
    Die Schriftgröße und der Zeilenabstand sind recht angenehm zu lesen. Die Kapitel haben geschätzt jeweils ca. 45 Seiten. Es sollte gut zu schaffen sein, zumindest für "wenig Leser", jeden Tag ein Kapitel zu schaffen. Zu Beginn ist die Handlung eher als ruhig einzuschätzen. Im Verlauf des Buches nimmt sie aber Fahrt auf und im letzten Drittel landet man fast in einer Krimihandlung und das weglegen des Buches fällt einem immer schwerer.
     
    Zielgruppe des Buches für mich: Mädchen ab 14 Jahren, die eine Mischung aus historischem Roman, ein wenig Liebe und Abenteuer suchen.
     
    Meiner Meinung nach ein angenehm flüssig zu lesender und unterhaltsamer Schmöker. Mir hat es gefallen. Auch für ältere Leser nicht uninteressant.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Wainwoods avatar

    Hallo liebe Bücherfreunde,

     

    und ein frohes neues Jahr! Mein Jugendroman „Wainwood House - Rachels Geheimnis“ ist jetzt seit zwei Monaten in den Läden zu finden (oder auf den E-Bookreader eures Vertrauens zu laden). Auf den Seiten lauern Gefühlswirren, die Atmosphäre eines englischen Herrenhauses und eine geheimnisumwitterte Abenteuergeschichte. Wer von euch wagt es, trotz hoher Mauern, eisernen Gittertoren und strenger Butler anzuklopfen?

    Denn zum Auftakt des neuen Jahres suche ich eine Gruppe abenteuerlustiger und romantischer Bücherfreunde für eine Leserunde. Der cbj-Verlag stellt 15 Buchexemplare zur Verlosung bereit. Ihr könnt euch mit den anderen Lesern der Runde austauschen und ich beantworte Fragen.

    Bitte lasst mir eine Rezension da, wenn ihr auf der letzten Seite angekommen seid.

    Worum geht es?

    „Wainwood House“ dreht sich um das Leben der adeligen Familie Goodall und ihrer Dienstboten, 1907 in England. Im Mittelpunkt stehen zwei Mädchen aus zwei verschiedenen Gesellschaftsschichten, die jüngere Tochter der Familie, Lady Penelope, und das ägyptische Dienstmädchen Jane Swain. Beide haben mit den Anforderungen ihres Standes zu kämpfen. Penelope gilt als unangepasster Blaustrumpf, mit miserablen Heiratsaussichten. Und die frisch verwaiste Jane ist nach ihrer zwanglosen Kindheit in Ägypten im steifen England eine Fremde. Die Mädchen leben zwar im selben Haus, doch in zwei von Grund auf verschiedenen Welten. Das einzige, was sie verbindet, ist ein Geheimnis, an das bereits eine junge Frau namens Rachel gerührt hat. Und Rachels Geheimnis lockt nicht nur eine mysteriöse Erscheinung nach Wainwood, sondern auch zwei illustre Gäste. Den wortkargen Colonel Feltham und den jungen Erben Ruben Crockford. Darüber bleibt die eigentliche Gefahr lange unentdeckt, denn noch vor Anbruch der Saison hat sich das Heiratskarussell zu drehen begonnen.

    Ihr wollt mitmachen?

    Dann tragt euch bis zum 11.01.2014 für die Verlosung ein. Unter allen Bewerbern werden am 12.01.2014 Exemplare verlost. Der cbj-Verlag verschickt die Romane, sobald ich die Adressen der Gewinner per Nachricht erhalten habe. Die Leserunde wird Ende Januar beginnen. Natürlich könnt ihr auch teilnehmen, wenn euch das Losglück nicht hold war.

    Mehr Info´s zum Buch und eine Leseprobe findet ihr hier

    Oder auch auf meiner Homepage.

    Viel Glück!

    Wainwoods avatar
    Letzter Beitrag von  Wainwoodvor 5 Jahren
    Zur Leserunde
    Wainwoods avatar
    Am Samstag, den 1. Februar 2014 wird meine erste Signierstunde stattfinden.
    Ich werde von 11 bis 14 Uhr in der Thalia Buchhandlung im Quarree Wandsbek sein, um "Wainwood House" zu signieren und mit persönlichen Widmungen zu versehen.

    Kommt vorbei und holt euch einen Gruß in Tinte. :)
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