Sarah Stricker

 3.9 Sterne bei 49 Bewertungen
Autorin von Fünf Kopeken, Fünf Kopeken und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Sarah Stricker

Sarah Stricker wurde 1980 in Speyer geboren. Nach Einsätzen bei der taz und Vanity Fair schrieb sie für viele deutsche Zeitungen und Magazine, wie der Süddeutschen Zeitung oder der Neon. 2009 ging sie mit einem Stipendium nach Tel Aviv und blieb kurzerhand dort. Seitdem berichtet sie für deutsche Medien über Israel und für israelische Medien über Deutschland. „Fünf Kopeken“ ist ihr Debütroman, für einen Auszug daraus wurde sie 2011 mit dem Martha-Saalfeld-Förderpreis ausgezeichnet.

Alle Bücher von Sarah Stricker

Fünf Kopeken

Fünf Kopeken

 (47)
Erschienen am 14.04.2015
Fünf Kopeken

Fünf Kopeken

 (2)
Erschienen am 16.08.2013
Fünf Kopeken

Fünf Kopeken

 (0)
Erschienen am 12.12.2014

Neue Rezensionen zu Sarah Stricker

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will_nur_lesens avatar

Rezension zu "Fünf Kopeken" von Sarah Stricker

Einfach wunderbar!!
will_nur_lesenvor einem Jahr

Ich habe diese Geschichte als Hörbuch gehört, die Sprecherin erzählte ganz wunderbar. Es ist eine sehr, sehr lange Geschichte und dennoch wünscht man sich, sie würde nie enden. Ich bin ihr gern gefolgt und kann (zumindest das Hörbuch) jedem empfehlen.

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Buchstabenliebhaberins avatar

Rezension zu "Fünf Kopeken" von Sarah Stricker

Wider der Vernunft
Buchstabenliebhaberinvor 3 Jahren

Ein Mutter-Tochter-Roman der besonderen Art. Ein Buch über ein geheimgehaltenes Doppelleben. Über Intelligenz, Besessenheit, Angst. Und Leidenschaft, Unvernunft, niederste Triebe. Liebe? Eher weniger. Oder doch. Schwer zu sagen.

Ich habe den Beginn des Buches verschlungen, ich konnte nicht genug kriegen von der Kindheit der Mutter, die ebenso von Hässlichkeit wie auch von Intelligenz gezeichnet ist. Ausgeliefert dem Wahn des Vaters, dem die Förderung der Tochter über alles geht, und einer überängstlichen Mutterglucke. Für den Vater zählt nur Leistung, Erfolg, Geld. Der traumatisierte Ex-Kriegsgefangene setzt sein Kind einem unglaublichen Leistungsdruck aus, in allem ist sie die Beste. Nur Freunde hat sie keine, bis auf eine. Braucht sie auch nicht, sie hat ihre Eltern, und das Familienunternehmen. Sie studiert Medizin, hilft im elterlichen Modehaus, und bekommt doch noch einen Mann ab, der sie auch noch abgöttisch liebt. Auch wenn sie nicht versteht, warum.

Und weil sie diese Liebe nicht versteht, nicht verdient hat, setzt sie diese aufs Spiel. Sie setzt ihr sorgsam geplantes und durchstrukturiertes Leben aufs Spiel. Auf die erste Lüge folgen viele weitere. Sie, die Spröde, verliert sich in einer erst sehr kalten, lediglich auf Sex basierenden Affaire. Sein Desinteresse, seine ungepflegte Wildheit, stehen im krassen Gegensatz zum liebevollen Verlobten. Sie ist süchtig nach diesem ungehobelten Klotz, sie erniedrigt sich, läuft ihm nach, drängt sich in sein Leben. Sie vernachlässigt alles andere. Keiner ahnt die wahren Hintergründe.

Der zweite Teil ist zu Anfang etwas schwerfällig. Nebulös. Er ließ mich etwas unwillig zurück, ich hatte leichte Probleme mit der Zuordnung, aus der Tochter wurde die Mutter, aus der Mutter die Großmutter und eine neue Tochter tauchte auf. Und eine erfundene Tochter auch noch. Es dauerte, bis klar wurde, mit wem sich die Mutter da eingelassen hatte. Dann fragte ich mich etliche Seiten lang, ob ich das glauben soll: Eine solch bescheuerte Affaire, plötzlich empfindet die kopfgesteuerte, pragmatische Frau Lust, bei schnellen Quickies, die alles andere als erotisch rüberkommen? Oder gerade deswegen? Und wie bei einer Sucht, kann sie nicht damit aufhören, wie ein Hündchen schleicht sie dem Kerl hinterher, dem egal ist, ob sie da ist oder nicht. Der sich lediglich an ihr bedient, ab und an ein Wort mit ihr wechselt.

Und so langsam wurde ich wieder warm mit der Geschichte. Eine gewisse Faszination stellte sich ein: Was, wenn dies eine Form der Leistungsverweigerung, der Rebellion darstellt? Möglich! Warum nicht mal die Zügel schleifen lassen und das Leben dazu zwingen, Farbe zu bekennen? Diese Mutter ist durch und durch ungewöhnlich. Aber es ist herzerwärmend, wie sie an ihrem frühen Lebensende der Tochter schonungslos alles beichtet. Oder erzählt. Eher das.

Abgefahren die Idee, wie das Lügengebilde eben nicht zusammenbricht. Sondern sich mit einer Leichtigkeit fügt. Zwei, drei Weichen neu gestellt, und weiter gehts. Wie gehabt. Wie eine kleine Bildstörung. Ordentlich an die Seite geklopft und das Bild ist wieder klar. Ja. Faszinierend.

Sarah Stricker hat eine ganz eigene Sprache. Eigenwillig. Nichts für jeden. Ich mochte es, wenn die Wörter mal wieder wild durcheinanderpurzelten, ihre Assoziationen sind großartig. Ein ungewöhnliches Buch. Gut gemacht!

Kommentare: 2
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Rezension zu "Fünf Kopeken" von Sarah Stricker

Tiefgründig und bewegend auf sehr groteske Art
Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren

„Fünf Kopeken“ ist der Debütroman der Journalisten Sarah Stricker. In ihm offenbart die im Sterbebett liegende Mutter der Ich-Erzählerin ihrer Tochter ihre Lebensgeschichte. Immer wieder erwähnt diese ihre Hässlichkeit und Intelligenz. Doch konnte man sie wirklich hässlich nennen, war sie wahrhaft unfehlbar?

Natürlich nicht! Auch sie hat ihre Fehler und die größten machte sie in der Liebe. Das ehrgeizige, lerneifrige und tüchtige Mehrfachtalent, dass sie war, wollte sich der Liebe nicht erübrigen und war unfähig mit ihr umzugehen, als sie sie überkam. Als sie gerade eine einigermaßen beständige Beziehung zu ihrem Freund Arno pflegt, dessen Liebe sie nicht erwidern kann verliebt sie sich in einen zufällig getroffenen Ukrainer Alex. Von diesem Zeitpunkt an fängt sie an sich völlig irrational zu benehmen und riskiert dabei nicht nur Arno zu verlieren, sondern auch Alex, der für sie die große Liebe ist, seiner Seiten aber auf der Gefühlsebene abweisend bleibt.
Die Konstruktion die Lebensgeschichte der , durch das Erzählen des auf dem Sterbebett liegenden Protagonisten an das Kind zu vermitteln wird häufig bei Romanen gewählt. Auch ist es üblich, dass die „tragische Liebesgeschichte“ dabei den größten Teil einnimmt. Somit ist der Aufbau und die Geschichte selbst nichts besonderes.
Das Besondere ist erst die Sprache, denn sie lässt die Geschichte durch den von Stricker in der wörtlichen Rede stark verwendeten pfälzischen Dialekt, Umgangssprache, Russisch und Englisch, lebendig wirken. Auch scheut die Autorin nicht davor mit Empfindungslauten (wie Ähä, Äm, Mm ect.), Elipsen und langen, durch Kommas getrennten Sätzen zu schreiben. Dadurch wird einiges ganz deutlich, während anders schwer verständlich ist. Dieser besondere Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig und erweckt eine zum Roman passende deprimierende Stimmung. Er ist wie gesagt einzigartig, aber von der vom Verlag angepriesene Fähigkeit Strickers Hässlichkeit schön zu schreiben ist keine Spur. Vielmehr passt sich der Schreibstil der Geschichte an und bringt dem Leser die Hässlichkeit, Hektik, Ausweglosigkeit und Sterilität nahe.
Der Titel bleibt bis kurz vorm Ende ein spannendes Geheimnis. Wer zuerst vermutet, die fünf Kopeken , mit denen zur Zeit der Sowjetunion eine Metrofahrt bezahlt werden konnte, würden auf die U-Bahn Fahrt verweisen, auf der die Mutter Alex getroffen hat liegt falsch. Die Offenbarung ist in eine in dem Roman ausnahmsweise mal schöne Überraschung.

Ich würde „Fünf Kopeken“ letztendlich als ein Kunstwerk an sich bezeichnen, nicht aber als ein wahres, schönes Kunstwerk, sondern als ein hässliches, abstraktes Kunstwerk. Als eines vor dem man sich hinstellt, weil es einen anlockt und versucht seine Tiefen zu ergründen. Doch um dies zu können muss man in die Achterbahn, als die man den Roman, wegen der Emotionalität bezeichnen könnte einsteigen. Und wenn die Fahrt vorbei ist wünscht man sich man hätte nicht so tief geschaut, denn das was dort ganz unten liegt ist Schmerz. Nimmt „Fünf Kopeken“ also nicht leichthin in die Hand; es ist mit sehr emotionalen und teilweise auch sehr weisen Stellen geschmückt. Es wird eure Gedanken anregen, ganz gleich wie sehr ihr euch über die trübe Stimmung ärgert, die Stricker vermittelt.

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