Sarah Thornton

 4.6 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Sieben Tage in der Kunstwelt, 33 Künstler in 3 Akten und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Sarah Thornton

Sarah ThorntonSieben Tage in der Kunstwelt
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Sieben Tage in der Kunstwelt
Sieben Tage in der Kunstwelt
 (6)
Erschienen am 01.05.2010
Sarah Thornton33 Künstler in 3 Akten
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33 Künstler in 3 Akten
33 Künstler in 3 Akten
 (2)
Erschienen am 23.04.2015
Sarah ThorntonClub Cultures
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Club Cultures
Club Cultures
 (0)
Erschienen am 01.02.1996
Sarah ThorntonSeven Days in the Art World
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Seven Days in the Art World
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 (0)
Erschienen am 02.11.2009
Sarah Thornton33 Artists in 3 Acts
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33 Artists in 3 Acts
33 Artists in 3 Acts
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Erschienen am 01.10.2014

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Rezension zu "33 Künstler in 3 Akten" von Sarah Thornton

Interessante Einblicke
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Interessante Einblicke

„Ich glaube nicht an die Kunst, ich glaube an den Künstler“.

So hat es Marcel Duchamp gesagt und so geht Sarah Thornton in ihren 33 Portraits vor. Nicht „das Werk“ ist im Zentrum ihrer Betrachtungen, sondern der oder die „Macher“.

Was ist ein Künstler? Woraus schöpft er oder sie Inspiration? Wie ist die Herangehensweise? Was heißt das ganz praktisch (manchmal auch, was die pekuniäre Seite angeht)?

Das sind nur einige der Leitfragen, mit denen Thornton sich (im Stil sehr verständlich) auf „Spurensuche“ begibt und aktuellen Künstlern „über die Schulter schaut“. Manches Mal durchaus bis ins private Leben hinein (was sich an vielen Stellen gar nicht vom „beruflichen“ Leben trennen lässt, wie der Leser feststellen wird).

Und das unter durchaus sehr voneinander verschiedenen Lebens- und Arbeitsweisen, die auch von außen vorgegeben werden.

Zeng Fanzhis, einer der teuersten zeitgenössischen Künstler, geht so einen ganz anderen Weg als sein breiter bekannter Zeitgenosse Ai Weiwei. In seinem Werk sind politische Aussagen bewusst ausgeschlossen. Eine Konzentration, die sich, gepaart mit dem Talent des chinesischen Malers, schon an den Limousinen vor dem Atelier und der teuren Hi-Fi Anlage im Atelier selbst auf besondere Weise dann darstellt. Stilecht bis zur Cohiba Zigarre, die mit einem Feuerzeug in Pistolenform angezündet wird.

Von einem ganz einfachen Impuls damals ausgehend: dem fremdbestimmten, stumpfsinnigen Alltag entgehen zu wollen. Was allerdings nur eine (dennoch auch leicht „gerahmte“) sogenannten „künstlerische Freiheit angeht“, die von einer politischen Freiheit stark getrennt ist. Was Fanzhis keine Probleme bereitet. Sein Angang ist der des soliden Handwerks, gepaart mit der persönlichen Emotion. Der Künstler als „einsamer Philosoph“, der aus der Ödnis des Alltags in „höhere Gefilden“ sich ansässig weiß.

Eines der Portraits aus dem Sammelthema „Politik“ im Buch, in dem natürlich auch WeiWei, Lu Quing, aber auch Martha Roser und andere „westliche“ Künstler ihren Platz finden und von Thornton nicht breit, aber immer „auf den Punkt kommend“ vorgestellt werden.

Wangechi Mutu ist es, die einerseits grundsätzlich den Künstler als „autonomen Pionier“ kennzeichnet, andererseits aber ein zumindest hintergründiges Gemeinschaftsgefühl als wichtig kennzeichnet.

Was im zweiten Teil des Buches, „Partnerschaften“ mehr in den Vordergrund rückt.

Wie ist das, als „Paar“ zu arbeiten?

Elmgreen und Dragset vollziehen dies intensiv seit 1995 und dieses Zusammenspiel der Kräfte am Beispiel ihrer „Häuser“ auf der Biennale in einzelnen Aspekten vor Augen führen und ihre Spannung zwischen einem raffinierten modernistischen Umfeld und einzelnen Kunstwerken (mit mehr als einen Hauch Obszönität oft versehen) einer näheren Betrachtung zukommen lassen.

„In unserer Arbeit ist viel Liebe drin“. Die sich durchaus verschieden von allgemeinen Konventionen dann allerdings künstlerisch ausdrückt.

„Seelenverwandtschaft“, das ist für Elmgreen und Dragset die Inspiration für ihre Arbeit.

Dass auch andere Motive hier für eine gelingende Partnerschaft sorgen können, wird sich bei anderen Künstlerpaaren im Folgenden noch zeigen.

Und dass es nicht immer die „hohen Sphären“ sind, in denen sich Kunst vollzieht, sondern das „Handwerk“ eine nicht zu unterschätzende, sehr grundlegende Rolle spielt, dafür stehen Hirst, Fraser, Orozco, Julien und andere im dritten Hauptteil des Buches dann.

Mit leichter Hand und einem bewusst auch unbedarftem Blick nähert sich Thornton entspannt, aber mit klarer Haltung (und darin unbeirrt) den Künstlern im Buch. Die Antwort auf die Frage, was ein Künstler nun genau ist, lässt sich dabei (natürlich) nicht eindeutig und methodisch klären. Was aber die einzelnen Künstler im Buch meinen, was sie selbst für ein Künstler wären, das wird schon konkret in den einzelnen Aussagen.

Ein hoher Individualismus und eine gewisse Angstfreiheit den eigenen Impulsen gegenüber gehört allerdings auf jeden Fall dazu, wie die verschiedenen Künstler mit ihren verschiedenen „Handwerken“ und Herangehensweisen im Buch je für sich aufzeigen.

Eine lohnenswerte Lektüre, die eher am Rande einzelne Werke oder wesentliche Themenkomplexe der Künstler aufgreift, in der vor allem das Individuelle an der konkreten Person, der Haltung und dem Werk in den Vordergrund tritt.

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Stefan_Albuss avatar

Rezension zu "Sieben Tage in der Kunstwelt" von Sarah Thornton

Rezension zu "Sieben Tage in der Kunstwelt" von Sarah Thornton
Stefan_Albusvor 8 Jahren

Sie malen Bilder? Schaffen Skulpturen? Dann ein guter Rat: Ab in den Keller damit! Schnell! Besser, Sie zeigen das Zeug niemandem. Es sei denn, Sie sind ein durchgeknallter Borderliner mit dem Gewissen eines Lehman-Bankers, dem Vermarktungsgespür eines Drückerkolonnen-Managers und dem dicken Fell eines CSU-Ministerpräsidenten.

Denn anders werden Sie mit ihren Werken keinen Erfolg haben. Und falls doch, ihn kaum überleben – das sind zumindest die Folgerungen, die man aus Sarah Thorntons Buch ziehen kann. Kann das sein: Der Kunstmarkt von der Laune einiger weniger Spin-Doktoren abhängig, Kunst eine Ware, der man weniger Respekt entgegen bringt als einer Tüte Bücklinge an einem Bottroper Marktstand, Großkünstler eher Manager als inspirierte Schöpfer neuer Ideen, die uns alle weiterbringen? Nun ja: Ja.

Im Ernst: Thornton ist keine Journalismus-Praktikantin, die von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, sondern eine versierte Journalistin, die sich die Brennpunkte der Kunstwelt einmal genauer angesehen hat. Unaufgeregt, sachlich und dich mit einem guten Gespür für die Stellen, an denen es "Klick" macht, zeigt sie in ihrem Buch, was der "Kunstmarkt" heute ist: Ein Reaktor kurz vor dem Durchgehen, die nächste große Spekulations-Blase, ein Haufen Könige ohne Kleider, die jede Woche um ein anderes Platin-Kalb tanzen - auf jeden Fall etwas, vor dem wahre Künstler ihre Werke besser in Sicherheit bringen.

Mein Fazit: Unbedingt lesenswert! Für Kunstliebhaber in etwa das, was früher die "So reparier' ich es selbst"-Schinken für das eigene Auto waren. Und vielleicht ein Anreiz, bei zeitgenössischer Kunst endlich nicht mehr auf das zu achten, was die Medien dazu raustun, sondern auf das, was der eigene Verstand dazu sagt. Kunst wirkt nämlich nicht durch die Brieftasche. Sondern durch den Hinterkopf.

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