Sarah Waters

 4 Sterne bei 258 Bewertungen
Autorin von Der Besucher, Fingersmith und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Sarah Waters

Sarah Waters wurde am 21. Juli 1966 in Neyland, Wales, Großbritannien geboren. Ihren Bachelor erwarb sie in englischer Literatur an der University of Kent und schloss anschließend mit einem Master an der Lancaster University ab. Ihre Disseratation mit dem Titel »Wolfskins and togas: lesbian and gay historical fictions« diente ihr auch als Inspiration für ihr erstes Buch. Ihr Debüt »Tipping the Velvet« (dt. »Die Muschelöffnerin«) veröffentlichte sie 1998 bereits mit großem Erfolg. Mit ihren weiteren Veröffentlichungen »Romane Affinity« (dt. »Selinas Geister«), »Fingersmith« (dt. »Soalnge du lügst«) und »The Night Watch« (dt. »Die Frauen von London«) konnte sie an den Erfolg ihres Debüts nahtlos anschließen. Zuletzt erschien 2009 von Waters »The Little Strangers« welcher 2011 in Deutschland unter dem Titel »Der Besucher« bei Bastei Lübbe veröffentlicht wird. Ihre Werke wurden wenige Zeit später von der BBC für das Fernsehen adaptiert. Sie wurde für ihre Bücher unter anderem mit dem »Betty Trask Award«, dem »Stonewall Book Award« und dem »Somerset Maugham Award« ausgezeichnet. Sie lebt in Kennington, London.

Alle Bücher von Sarah Waters

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Der Besucher

Der Besucher

 (110)
Erschienen am 12.10.2012
Die Muschelöffnerin

Die Muschelöffnerin

 (28)
Erschienen am 14.09.2011
Die Frauen von London

Die Frauen von London

 (18)
Erschienen am 20.01.2009
Solange du lügst

Solange du lügst

 (14)
Erschienen am 15.04.2013
Fremde Gäste

Fremde Gäste

 (11)
Erschienen am 26.10.2017
Club-Premiere Die Frauen von London : Roman

Club-Premiere Die Frauen von London : Roman

 (1)
Erschienen am 01.01.2006
Fremde Gäste

Fremde Gäste

 (0)
Erschienen am 21.07.2017
Fingersmith

Fingersmith

 (32)
Erschienen am 24.03.2005

Neue Rezensionen zu Sarah Waters

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Rezension zu "Die Muschelöffnerin" von Sarah Waters

abwechslungsreich und persönlich
EliasWittekindvor 18 Tagen

Für mich erzählt der Roman „Die Muschelöffnerin“ von Sarah Waters vom Liebesleben der jungen Nancy Astley. Sie wächst in einfachen Verhältnissen auf dem Land auf und hilft im Restaurant ihrer Eltern aus, wo sie sich um die Zubereitung von Austern kümmert. Die einzige Abwechslung ihres beschaulichen und zufriedenen Lebens ist die kleine Music-Hall im Nachbarort.
Eines Abends sieht sie dort den Auftritt der charismatischen Sängerin und Herrenimitatorin, Kitty Butler, der ihr Leben verändert. Ihre erstaunliche Faszination für die Künstlerin beginnt sie langsam als glühende Liebe zu begreifen. Die Sängerin erwidert ihre Gefühle. Als Kitty ein Engagement in London erhält, zieht Nancy kurzentschlossen mit ihr in die Großstadt und arbeitet als ihre Garderobiere. Der große Durchbruch gelingt den beiden erst, als Nancy den Mut findet, ihr eigenes Gesangstalent auf der Bühne zu präsentieren. Bald sind die beiden als originelles Männerduo sehr gefragt. Von ihrer Show geht ein seltsamer Reiz aus. Zwei Frauen besingen als Männer verkleidet ihre Liebe zu Frauen. Was sie auf der Bühne mit Überzeugung als Spiel aufführen, verkörpern sie im Leben in aller Heimlichkeit. An dieser Stelle könnte die Geschichte ein glückliches Ende nehmen. Doch dann beginnt erst der zweite von insgesamt drei Abschnitten aus Nancys Leben.

Den ersten Teil würde ich als den naiv-romantischen bezeichnen wollen, den zweiten als den verdorben-erotischen und den dritten als tiefgründig-reifen Lebensabschnitt. Die Protagonistin macht eine vielfältige und komplexe Entwicklung durch. Nach ihrer vollständigen Entwurzelung und dem Bruch mit ihrer kindlichen Emotionalität, lässt sie sich ohne Orientierung und Halt umfangen von dunklen Gefühlen und einer Welt des äußeren Scheins. In Person der Nancy werden viele Facetten von Liebe erlebbar, vom tiefsten Hingerissensein zu einer Person über den routinierten Wechsel von Sexualpartnern bis zur bewussten und reifen Entscheidung für einen geliebten Menschen.
Dabei sind alle Brüche völlig nachvollziehbar gezeichnet: die erste große Liebe, die alles ausfüllt, alles bisherige unbedeutend erscheinen lässt und eine Perspektive fürs ganze Leben zu geben scheint, das verhärtete Herz und der Wunsch nach Rache, der sich in einem geschäftsmäßigen Abarbeiten von Sexualpartnern ausdrückt, die Hindernisse auf dem Weg, sich wieder auf die Liebe einzulassen.

Die Protagonistin ist eher unauffällig, aber nicht unbegabt. Anfangs erlebt man sie als unselbstständig und wenig selbstbestimmt, dann als leeres Gefäß, als ziellose Person, die sich selbst vergessen hat. Rührend sagt sie gegen Ende des Buches über sich selbst: „Ach, ich habe das Gefühl, als hätte ich mein ganzes Leben lang aufgesagt, was andere geschrieben haben. Und jetzt, wo ich zu dir sprechen will, merke ich, dass ich es fast nicht kann.“

Der Erzählstil der Autorin gefällt mit besonders gut. Sie wählt eine interessante Form der Ich-Erzählung. Die Geschichte macht sie zu ihrer eigenen und erzählt sie rückblickend dem Leser. Dabei wechselt sie zwischen ihrem jetzigen Ich und ihrem damaligen. Auf diese Weise schafft sie eine große Nähe zur Hauptfigur und kann gleichzeitig eine distanzierte und kritische Position einnehmen. So war ich damals... Ich wusste noch nicht viel... Dadurch, dass sie den Leser immer wieder aus der Geschichte heraus und beiseite nimmt, schafft sie gleichzeitig ein persönliches Verhältnis zwischen sich und ihm.
Im Allgemeinen schreibt die Autorin sehr lebendig und schwungvoll. Gerade den Beginn des Buches, als sie den Leser im Geiste mit in die Vergangenheit nimmt und ihm ihre Familie vorstellt, finde ich sehr gelungen. „Und haben sie (…) eine Frau gesehen, die konzentriert in die Dampfwolken blickte, welche aus einem Topf mit kochender Austernsuppe aufstiegen (…). Das war meine Mutter. Und stand neben ihr vielleicht ein schmales, nicht weiter bemerkenswertes Mädchen mit sehr blassem Gesicht (…)? Das war ich.“
Der Erzählstil gefällt mir also insgesamt sehr gut. Lediglich viele Gedankeneinschübe führen stellenweise zu langen Sätzen, die für mich nicht immer auf Anhieb verständlich waren. Weniger gefielen mir auch die vielen ordinären Ausdrücke im Mittelteil des Buches.

Ich habe die Geschichte gelesen, weil ich ein ehrliches Interesse daran hatte zu erfahren, welche Wirkung eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen auf einen (schwulen) Mann haben kann. Und ja... Ich war begeistert.
Ich kann für mich sagen, dass es gleichgültig ist, ob eine Liebesgeschichte von Mann und Frau, zwei Männern oder zwei Frauen handelt. Es ist immer das Entbrennen für den anderen, es ist immer der Wunsch zusammen zu bleiben in Liebe, es ist immer die richtige Entscheidung. Ich bin gleichermaßen bewegt.
Dabei bot diese Liebesgeschichte darüber hinaus für mich interessante Einblicke zum Thema Geschlechtsidentität. Beispielsweise fand ich es sehr interessant zu lesen, dass eine Kurzhaarfrisur oder das Tragen von Hosen die Zufriedenheit der Protagonisten mit sich selbst und auch ihre Libido steigerte, dass sie sich so gekleidet und frisiert, richtig in ihrer Rolle und ihrer Liebe fühlte.

Kurz: Ich mag diesen Roman sehr. Der romantische Teil hat mich sofort eingefangen, der verruchte Mittelteil fast rausgeworfen, der Schlussteil hat alles mehr als aufgewogen. Eine wirklich abwechslungsreiche Liebesgeschichte, der ich 5 von 5 Sternen gebe. Ich werde bestimmt noch mehr von der Autorin lesen.

Elias

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Rezension zu "Solange du lügst" von Sarah Waters

Spannend, voller Intrigen und unerwarteter Wendungen
JaHu_712vor 3 Monaten

Inhalt: England im 19. Jahrhundert: Susan Trinder wächst im Waisenhaus der zwielichtigen Mrs. Sucksby auf. Gemeinsam mit dem aalglatten Richard Rivers, genannt »Gentleman«, plant sie einen großen Coup: Als Zofe will sie sich in das Vertrauen der jungen Erbin Maud Lilly einschleichen, um alsbald die Weichen für deren Heirat mit Gentleman zu stellen. Kurz nach der Eheschließung soll Maud dann ins Irrenhaus abgeschoben werden, um an ihr Vermögen zu kommen. Zunächst verläuft alles nach Plan. Selbst die zärtlich-leidenschaftlichen Gefühle, die Susan schon bald für Maud entwickelt, können sie nicht beirren. Doch plötzlich nehmen die Ereignisse eine atemberaubende Wendung.

Meine Meinung: "Solange du lügst" ist ein hochspannendes, mitreißendes Buch, das mich von Anfang an in seinen Bann gezogen hat. Die beiden Protagonistinnen Susan und Maud sind jede auf ihre Art so liebenswert, dass sie einem sofort ans Herz wachsen. Und obwohl man von Susans bösen Absichten weiß, hofft man stets, dass sie sich eines Besseren besinnen und auf ihr Herz hören möge. Doch Susans Intrigen sind nicht die einzigen, die einen atemlos und mit Herzrasen zurücklassen. Mehr als einmal habe ich am Ende eines Kapitels das Buch mit weit aufgerissenen Augen und ungläubigem Staunen zugeschlagen und mir gedacht: Nein, das kann einfach nicht wahr sein!

Über viele Jahre hinweg war "Solange du lügst" mein unangefochtenes Lieblingsbuch und hätte Stephen King nicht "Mr. Mercedes" geschrieben, wäre es das auch heute noch. Klare Leseempfehlung!


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Rezension zu "Fingersmith" von Sarah Waters

Ganz anders als erwartet
Daschavor einem Jahr

Als ich in die Geschichte reinging erwartete ich wirklich nicht viel, aber nun bin ich wirklich froh es doch noch gelesen zu haben! Der Plot ist total unvorhersehbar und immer wenn ich dachte zu wissen, was als nächstes geschieht wurde ich immer aufs neue überrascht ( und das passiert heutzutage wirklich nur noch selten). Die Charaktere sind alle anders als man am Anfang erwarten würde und man schließt viele von ihnen schnell ins Herz, obwohl sie alle doch schon ziemlich verdorbene Menschen sind. Auch der Schreibstil, der die Charaktere in viktorianischer Sprache reden lässt trägt zu einem angenehmen Leseerlebnis bei. Alles in allem ein echt gelungenes Buch, dass ich nur weiterempfehlen würde! 

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Sarah Waters wurde am 20. Juli 1966 in Neyland, Wales (Großbritannien) geboren.

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