Sarah Waters

 4 Sterne bei 262 Bewertungen
Autorin von Der Besucher, Fingersmith und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Sarah Waters

Sarah Waters wurde am 21. Juli 1966 in Neyland, Wales, Großbritannien geboren. Ihren Bachelor erwarb sie in englischer Literatur an der University of Kent und schloss anschließend mit einem Master an der Lancaster University ab. Ihre Disseratation mit dem Titel »Wolfskins and togas: lesbian and gay historical fictions« diente ihr auch als Inspiration für ihr erstes Buch. Ihr Debüt »Tipping the Velvet« (dt. »Die Muschelöffnerin«) veröffentlichte sie 1998 bereits mit großem Erfolg. Mit ihren weiteren Veröffentlichungen »Romane Affinity« (dt. »Selinas Geister«), »Fingersmith« (dt. »Soalnge du lügst«) und »The Night Watch« (dt. »Die Frauen von London«) konnte sie an den Erfolg ihres Debüts nahtlos anschließen. Zuletzt erschien 2009 von Waters »The Little Strangers« welcher 2011 in Deutschland unter dem Titel »Der Besucher« bei Bastei Lübbe veröffentlicht wird. Ihre Werke wurden wenige Zeit später von der BBC für das Fernsehen adaptiert. Sie wurde für ihre Bücher unter anderem mit dem »Betty Trask Award«, dem »Stonewall Book Award« und dem »Somerset Maugham Award« ausgezeichnet. Sie lebt in Kennington, London.

Alle Bücher von Sarah Waters

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Cover des Buches Der Besucher9783404167678

Der Besucher

 (112)
Erschienen am 12.10.2012
Cover des Buches Die Muschelöffnerin9783944576220

Die Muschelöffnerin

 (28)
Erschienen am 10.12.2013
Cover des Buches Die Frauen von London9783746624754

Die Frauen von London

 (18)
Erschienen am 20.01.2009
Cover des Buches Solange du lügst9783930041886

Solange du lügst

 (14)
Erschienen am 15.04.2013
Cover des Buches Fremde Gäste9783404176052

Fremde Gäste

 (11)
Erschienen am 26.10.2017
Cover des Buches Club-Premiere Die Frauen von London : RomanB002P8L2M0

Club-Premiere Die Frauen von London : Roman

 (1)
Erschienen am 01.01.2006
Cover des Buches Fremde Gäste9783838779447

Fremde Gäste

 (0)
Erschienen am 21.07.2017
Cover des Buches Fingersmith9781844081653

Fingersmith

 (32)
Erschienen am 24.03.2005

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Rezension zu "Solange du lügst" von Sarah Waters

Eine Geschichte voller Intrigen, Täuschungen und unvorhersehbaren Wendungen, mit emotionalen Momenten, alles vor durchwegs düsteren Kulissen
EliasWittekindvor 3 Monaten

"Solange du lügst" (Fingersmith) erzählt die Gesichte von zwei Frauen, die Drahtzieher, Beteiligte und Opfer eines perfiden Planes sind, bei dem es darum geht, eine der beiden um ihr Vermögen zu betrügen. Der Plan ist Teil eines Plans, dessen Zweck und Ausmaße der Leser erst im Laufe der Geschichte verstehen kann.

Die Handlung spielt in schäbigen Häusern des alten London, einem verfallenen Anwesen auf dem Land mit einem perversen Hausherren und in einem brutalen Irrenhaus.

Die Stärke der Geschichte liegt in ihren unvorhersehbaren Wendungen und dem komplizierten Geflecht aus Lügen, das der Leser erst nach und nach entwirrt. Jeder, der sich hiervon angesprochen fühlt, sollte es unbedingt lesen. Ich denke, in dieser Hinsicht sucht es seinesgleichen.

Wir dachten über Geheimnisse nach. Echte Geheimnisse und vorgetäuschte. Zu viele, um sie überhaupt zählen zu können. Wenn ich heute versuche herauszufinden, wer was wusste und wer gar nichts wusste, wer alles wusste und wer ein Schwindler, eine Schwindlerin war, dann bin ich gezwungen innezuhalten und muss schließlich aufgeben, denn mir schwirrt der Kopf.

Trotz aller Täuschungen und hinter den Fassaden keimt zwischen den Protagonistinnen, Sue und Maud, eine innige Liebe, um die der Leser stets fürchten muss. Das Thema einer unmöglichen Liebe und die inneren Kämpfe waren für mich der interessante Teil des Buches, ein Teil der neben den dunklen Machenschaften nicht zu kurz kommt. Die Zwänge und Ränke, die gegen diese Liebe stehen, sind überstark und jeder darf gespannt sein, wie die Geschichte endet.

Der Schreibstil von Sara Waters gefällt mir sehr sehr gut. Obwohl ich den Ich-Erzählstil nicht bevorzuge, ist ihrer wirklich etwas besonderes. Sie nimmt stellenweise den Leser an die Seite, macht spannende Andeutungen über den weiteren Verlauf der Gesichte und tritt als Erzählerin und gleichzeitig Protagonistin in Erscheinung. Irgendwie ist es, als säße man neben ihr und hörte sich ihre Gesichte an. Ab und zu wendet sie sich einem zu, blickt einem direkt in die Augen und erklärt sich selbst und greift vorweg. Bevor sie zu viel verrät, nimmt sie den Erzählfaden wieder auf und richtet ihren Blick wieder nach Innen, auf ihr vergangenes Leben. Beispiel:

Sie warten darauf, dass meine Geschichte beginnt. Vielleicht wartete ich damals auch darauf. Aber meine Geschichte hatte schon begonnen – ich wusste es bloß noch nicht. Da ging es mir wie Ihnen.

Fazit: Ein sehr gutes Buch, das aber meinen Geschmack nicht getroffen hat, wie es Sarah Waters Roman "Die Muschelöffnerin" tat. Mir war es deutlich zu düster. 3 von 5 Sternen.

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Rezension zu "Die Muschelöffnerin" von Sarah Waters

abwechslungsreich und persönlich
EliasWittekindvor einem Jahr

Für mich erzählt der Roman „Die Muschelöffnerin“ von Sarah Waters vom Liebesleben der jungen Nancy Astley. Sie wächst in einfachen Verhältnissen auf dem Land auf und hilft im Restaurant ihrer Eltern aus, wo sie sich um die Zubereitung von Austern kümmert. Die einzige Abwechslung ihres beschaulichen und zufriedenen Lebens ist die kleine Music-Hall im Nachbarort.
Eines Abends sieht sie dort den Auftritt der charismatischen Sängerin und Herrenimitatorin, Kitty Butler, der ihr Leben verändert. Ihre erstaunliche Faszination für die Künstlerin beginnt sie langsam als glühende Liebe zu begreifen. Die Sängerin erwidert ihre Gefühle. Als Kitty ein Engagement in London erhält, zieht Nancy kurzentschlossen mit ihr in die Großstadt und arbeitet als ihre Garderobiere. Der große Durchbruch gelingt den beiden erst, als Nancy den Mut findet, ihr eigenes Gesangstalent auf der Bühne zu präsentieren. Bald sind die beiden als originelles Männerduo sehr gefragt. Von ihrer Show geht ein seltsamer Reiz aus. Zwei Frauen besingen als Männer verkleidet ihre Liebe zu Frauen. Was sie auf der Bühne mit Überzeugung als Spiel aufführen, verkörpern sie im Leben in aller Heimlichkeit. An dieser Stelle könnte die Geschichte ein glückliches Ende nehmen. Doch dann beginnt erst der zweite von insgesamt drei Abschnitten aus Nancys Leben.

Den ersten Teil würde ich als den naiv-romantischen bezeichnen wollen, den zweiten als den verdorben-erotischen und den dritten als tiefgründig-reifen Lebensabschnitt. Die Protagonistin macht eine vielfältige und komplexe Entwicklung durch. Nach ihrer vollständigen Entwurzelung und dem Bruch mit ihrer kindlichen Emotionalität, lässt sie sich ohne Orientierung und Halt umfangen von dunklen Gefühlen und einer Welt des äußeren Scheins. In Person der Nancy werden viele Facetten von Liebe erlebbar, vom tiefsten Hingerissensein zu einer Person über den routinierten Wechsel von Sexualpartnern bis zur bewussten und reifen Entscheidung für einen geliebten Menschen.
Dabei sind alle Brüche völlig nachvollziehbar gezeichnet: die erste große Liebe, die alles ausfüllt, alles bisherige unbedeutend erscheinen lässt und eine Perspektive fürs ganze Leben zu geben scheint, das verhärtete Herz und der Wunsch nach Rache, der sich in einem geschäftsmäßigen Abarbeiten von Sexualpartnern ausdrückt, die Hindernisse auf dem Weg, sich wieder auf die Liebe einzulassen.

Die Protagonistin ist eher unauffällig, aber nicht unbegabt. Anfangs erlebt man sie als unselbstständig und wenig selbstbestimmt, dann als leeres Gefäß, als ziellose Person, die sich selbst vergessen hat. Rührend sagt sie gegen Ende des Buches über sich selbst: „Ach, ich habe das Gefühl, als hätte ich mein ganzes Leben lang aufgesagt, was andere geschrieben haben. Und jetzt, wo ich zu dir sprechen will, merke ich, dass ich es fast nicht kann.“

Der Erzählstil der Autorin gefällt mit besonders gut. Sie wählt eine interessante Form der Ich-Erzählung. Die Geschichte macht sie zu ihrer eigenen und erzählt sie rückblickend dem Leser. Dabei wechselt sie zwischen ihrem jetzigen Ich und ihrem damaligen. Auf diese Weise schafft sie eine große Nähe zur Hauptfigur und kann gleichzeitig eine distanzierte und kritische Position einnehmen. So war ich damals... Ich wusste noch nicht viel... Dadurch, dass sie den Leser immer wieder aus der Geschichte heraus und beiseite nimmt, schafft sie gleichzeitig ein persönliches Verhältnis zwischen sich und ihm.
Im Allgemeinen schreibt die Autorin sehr lebendig und schwungvoll. Gerade den Beginn des Buches, als sie den Leser im Geiste mit in die Vergangenheit nimmt und ihm ihre Familie vorstellt, finde ich sehr gelungen. „Und haben sie (…) eine Frau gesehen, die konzentriert in die Dampfwolken blickte, welche aus einem Topf mit kochender Austernsuppe aufstiegen (…). Das war meine Mutter. Und stand neben ihr vielleicht ein schmales, nicht weiter bemerkenswertes Mädchen mit sehr blassem Gesicht (…)? Das war ich.“
Der Erzählstil gefällt mir also insgesamt sehr gut. Lediglich viele Gedankeneinschübe führen stellenweise zu langen Sätzen, die für mich nicht immer auf Anhieb verständlich waren. Weniger gefielen mir auch die vielen ordinären Ausdrücke im Mittelteil des Buches.

Ich habe die Geschichte gelesen, weil ich ein ehrliches Interesse daran hatte zu erfahren, welche Wirkung eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen auf einen (schwulen) Mann haben kann. Und ja... Ich war begeistert.
Ich kann für mich sagen, dass es gleichgültig ist, ob eine Liebesgeschichte von Mann und Frau, zwei Männern oder zwei Frauen handelt. Es ist immer das Entbrennen für den anderen, es ist immer der Wunsch zusammen zu bleiben in Liebe, es ist immer die richtige Entscheidung. Ich bin gleichermaßen bewegt.
Dabei bot diese Liebesgeschichte darüber hinaus für mich interessante Einblicke zum Thema Geschlechtsidentität. Beispielsweise fand ich es sehr interessant zu lesen, dass eine Kurzhaarfrisur oder das Tragen von Hosen die Zufriedenheit der Protagonisten mit sich selbst und auch ihre Libido steigerte, dass sie sich so gekleidet und frisiert, richtig in ihrer Rolle und ihrer Liebe fühlte.

Kurz: Ich mag diesen Roman sehr. Der romantische Teil hat mich sofort eingefangen, der verruchte Mittelteil fast rausgeworfen, der Schlussteil hat alles mehr als aufgewogen. Eine wirklich abwechslungsreiche Liebesgeschichte, der ich 5 von 5 Sternen gebe. Ich werde bestimmt noch mehr von der Autorin lesen.

Elias

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Rezension zu "Solange du lügst" von Sarah Waters

Spannend, voller Intrigen und unerwarteter Wendungen
JaHu_712vor 2 Jahren

Inhalt: England im 19. Jahrhundert: Susan Trinder wächst im Waisenhaus der zwielichtigen Mrs. Sucksby auf. Gemeinsam mit dem aalglatten Richard Rivers, genannt »Gentleman«, plant sie einen großen Coup: Als Zofe will sie sich in das Vertrauen der jungen Erbin Maud Lilly einschleichen, um alsbald die Weichen für deren Heirat mit Gentleman zu stellen. Kurz nach der Eheschließung soll Maud dann ins Irrenhaus abgeschoben werden, um an ihr Vermögen zu kommen. Zunächst verläuft alles nach Plan. Selbst die zärtlich-leidenschaftlichen Gefühle, die Susan schon bald für Maud entwickelt, können sie nicht beirren. Doch plötzlich nehmen die Ereignisse eine atemberaubende Wendung.

Meine Meinung: "Solange du lügst" ist ein hochspannendes, mitreißendes Buch, das mich von Anfang an in seinen Bann gezogen hat. Die beiden Protagonistinnen Susan und Maud sind jede auf ihre Art so liebenswert, dass sie einem sofort ans Herz wachsen. Und obwohl man von Susans bösen Absichten weiß, hofft man stets, dass sie sich eines Besseren besinnen und auf ihr Herz hören möge. Doch Susans Intrigen sind nicht die einzigen, die einen atemlos und mit Herzrasen zurücklassen. Mehr als einmal habe ich am Ende eines Kapitels das Buch mit weit aufgerissenen Augen und ungläubigem Staunen zugeschlagen und mir gedacht: Nein, das kann einfach nicht wahr sein!

Über viele Jahre hinweg war "Solange du lügst" mein unangefochtenes Lieblingsbuch und hätte Stephen King nicht "Mr. Mercedes" geschrieben, wäre es das auch heute noch. Klare Leseempfehlung!


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Sarah Waters wurde am 20. Juli 1966 in Neyland, Wales (Großbritannien) geboren.

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