Sarah Waters Die Muschelöffnerin

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Inhaltsangabe zu „Die Muschelöffnerin“ von Sarah Waters

»Die Muschelöffnerin«, ein fesselnder, vielschichtig-erotischer Liebesroman, spielt in der viktorianischen (Halb-) Welt der wilden 1890er Jahre und erzählt von der schillernden Karriere der Nancy Astley: Als Kind arbeitet sie als Muschelöffnerin im elterlichen Austernrestaurant an der Küste von Kent. Zu ihren wenigen Vergnügungen zählen die Besuche in der Music Hall im nahegelegenen Canterbury. Dort sieht sie eines Tages die 'Herrendarstellerin' Kitty Butler auf der Bühne - und ist hingerissen! Die junge Sängerin und Schauspielerin lässt sich auf Nancys verliebte Schwärmerei ein und beginnt eine Liebesbeziehung mit ihr. Die neunzehnjährige Nancy verlässt ihr Elternhaus und folgt Kitty nach London, erst als Garderobenmädchen, dann steht sie selbst mit ihr zusammen als Duo in Männerkleidern auf der Bühne. Doch anders als Nancy, die glücklich ist, ihre große Liebe gefunden zu haben, fällt es Kitty schwer, sich zu Nancy bekennen.

Packender Roman, ein Klassiker der lesbischen Literatur in historischen Gewand.

— 4Mephistopheles

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  • Aufregender Weg eines Austernmädchens

    Die Muschelöffnerin

    4Mephistopheles

    21. August 2017 um 13:53

    Nancy wird an der Küste als Kind von Austernfischern groß. Ihr Leben besteht darin, Austern zu öffnen, die im Anschluss zubereitet werden. Einzige Abwechslung bieten ihr die Besuche des nahegelegenden Theaters zusammen mit ihrer Schwester. Eines Tag erblickt sie dort Miss Kitty Butler, die in Männerkleidung auf der Bühne einige verschmitzte Lieder singt. Nancy ist sofort hingerissen und strebt zu Kitty. Und tatsächlich scheint Kitty auch von Nancy angetan zu sein und macht ihr wenig später das Angebot, mit ihr nach London zu kommen. Doch dies ist nur die erste Episode des aufregenden Lebens von Nan.Sarah Waters versteht es hier, große Gefühle verständlich zu machen. Niemals wird der umfassende Roman langweilig. Die anhaltende Passivität der Hauptfigur, die auch eher wie eine Auster in den Wellen zwischen verschiedenen Lebensentwürfen hin- und hergespült wird, scheint mitunter enervierend, kann im letzten Kapitel aber reflektiert und verändert werden.Das Besondere an diesem Roman ist meines Erachtens die geschmackvolle Darstellung von Erotik, die für die Hauptfigur ein elementarer Bestandteil ihres Lebens sein wird. Die Liebesszenen rutschen jedoch nicht in die Pornografie ab.

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  • Rezension zu "Die Muschelöffnerin" von Sarah Waters

    Die Muschelöffnerin

    WildRose

    21. May 2012 um 15:30

    Für mich das beste Buch von Sarah Waters. Die Geschichte beginnt äußerst interessant und es fiel mir nicht schwer, mit der Protagonistin Nancy mitzuleben und mitzuleiden. Die Liebesgeschichte zwischen Nancy und Kitty ist sehr schön erzählt, allerdings mochte ich den Teil, in dem Nan anfängt, als Mann verkleidet auf den Strich zu gehen, nicht allzu sehr, da dies etwas übertrieben und sogar ein wenig unglaubwürdig wirkte. Als Nan dann zu der reichen Diane Lethaby kam, wurde die Geschichte meiner Meinung nach ziemlich "heftig": Liebesszenen werden äußerst anschaulich und detailliert beschrieben, besonders romantische Gefühle kamen in mir beim Lesen jedoch nicht auf! Etwas Zurückhaltung der Autorin wäre da wohl besser gewesen - denn so bleibt eigentlich nichts mehr der eigenen Fantasie überlassen... Jedenfalls überraschte das Buch mich beim Weiterlesen dann noch einmal positiv, als Sarah Waters begann, die schöne Liebesgeschichte zwischen Nan und Florence zu erzählen. Hier bewies sie meiner Meinung nach ihr schriftstellerisches Können und konnte mich wieder fesseln und berühren. "Tipping the Velvet" war für mich das emotionalste und somit das gelungenste Buch von Sarah Waters. Es war eine gute Unterhaltung und sehr gut geschrieben, wenn ich auch etwas weniger Sex nicht schlecht gefunden hätte. Die Protagonistin war mir nicht immer sympathisch, aber immerhin hat Sarah Waters es dennoch geschafft, Nans Geschichte mitreißend zu erzählen.

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  • Rezension zu "Die Muschelöffnerin" von Sarah Waters

    Die Muschelöffnerin

    gottagivethembooks

    07. February 2012 um 11:38

    England in den 1890er Jahren. Die junge Nancy arbeitet als Austernöffnerin im Restaurant ihrer Eltern. Ihr Leben ist einfach, aber glücklich. Bis sie bei einem Besuch in der Music Hall von Canterbury zum ersten Mal die Herrendarstellerin Kitty Butler sieht. Das hübsche Mädchen, das fortan Abend für Abend in der Vorstellung sitzt, bleibt auch der angebeteten Kitty nicht verborgen und zwischen den beiden jungen Frauen entwickelt sich eine Liebesbeziehung. Als Nancy mit Kitty nach London geht, wähnt sie sich am Ziel ihrer Träume. Aber Kitty hat Angst vor den gesellschaftlichen Folgen, die eine sapphistische Beziehung nach sich ziehen könnte. Sarah Waters hat es geschafft mit “Die Muschelöffnerin” [Tipping the Velvet*] einen Roman zu veröffentlichen, der knapp 14 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung bereits zu den absoluten Klassikern der lesbischen Literatur zählt. Und das vollkommen zu Recht. Mit unglaublicher Authentizität und viel Feingefühl fängt sie die Situation lesbischer Frauen im viktorianischen England ein und schenkt ihnen ein Gesicht. Die besonderen Schwierigkeiten, mit denen sie in einer Zeit zu kämpfen haben in der Frauen generell schon einen schweren Stand hatten und Sexualität als primitiv und zu kontrollieren galt, spiegeln perfekt die prüde Bigotterie des ausklingenden 19. Jahrhunderts wieder. Arbeiteraufstände, erste Gewerkschaften und Suffragettenbewegung haben ebenso ihren Platz wie Varietès, Theater und die High Society, für die es keine Grenzen und Regeln zu geben scheint. Nancy ist eine so überzeugende Protagonistin, dass man sich ihr binnen kürzester Zeit verbunden fühlt wie einer Freundin und auch die Nebencharaktere sind so vielschichtig, dass man zu keinem Zeitpunkt Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Story hat. Der mitreißende Schreibstil in Verbindung mit absolut stimmigen Schauplätzen und einem hervorragend ausgearbeiteten Plot machen aus Nancys Geschichte einen faszinierenden, außergewöhnlichen Roman mit einer unvergleichlich dichten Atmosphäre. Einmal angefangen, ist man gleich gefangen in dieser Welt der Reifröcke, Korsetts und steifen Kragen und kann sich herrlich fallen lassen, mitleiden und mitfiebern. Ein bisschen erinnert mich die Geschichte an Floortje Zwigtmans Trilogie “Adrian Mayfield”, die ich über alles liebe, was “Die Muschelöffnerin” für mich auch ein bisschen zu einem “Nachhause kommen” macht. Ich jedenfalls bin sehr dankbar, dass der wunderbare Verlag Krug & Schadenberg aus Berlin diesen Klassiker neu verlegt hat und ich so die Chance hatte den besten lesbischen Roman für mich zu entdecken, den ich je gelesen habe. [*viktorianischer Euphemismus für Cunnilingus, wörtlich übersetzt etwa: “den Samt berühren”] Zitate: “Wenn ich sie sehe”, sage ich, “ist es wie – ich weiß nicht wie. Es ist so, als hätte ich vorher überhaupt noch nie etwas gesehen. Es ist, als ob ich mich fülle wie ein Glas, das man mit Wein füllt. […] Sie macht, dass ich zugleich lächeln und weinen möchte. Sie tut mir weh – hier.” Ich lege eine Hand auf meine Rippen. “Ich habe noch nie ein Mädchen wie sie gesehen. Ich wusste gar nicht, dass es Mädchen wie sie gibt…” (Seite 27) Ich erhaschte einen Blick auf Leitern und Gasschläuche und Jungen in Schürzen und Kappen, die Körbe herumschoben und Scheinwerfer in Position brachten. Damals hatte ich das Gefühl – und es ist in den darauffolgenden Jahren immer wiedergekehrt, wenn ich hinter eine Bühne ging –, dass ich in das Räderwerk einer riesigen Uhr eintrat, durch das elegante Uhrgehäuse hinein in die staubige, geschmierte rastlose Maschinerie, die dahinter lag, dem gewöhnlichen Auge verborgen. (Seite 37) Es war Kitty, die ich als Erste und am leidenschaftlichsten geküsst hatte; und es war, als hätte ich seitdem immer und immer die Form, die Farbe, den Geschmack ihrer Küsse auf meinen Lippen gehabt. (Seite 513) Wie die meisten Schwüre von Liebenden war wahrscheinlich auch dieser ziemlich kurios, aber immerhin waren wir ja auch zwei Mädchen mit kuriosen Vorgeschichten – Mädchen mit Vergangenheiten wie Kisten mit schlecht schließenden Deckeln. Wir mussten sie mitschleppen, diese Kisten, aber sehr vorsichtig. (Seite 514) Ich konnte sie nicht ansehen, ohne sie berühren zu wollen. Ich konnte den Glanz auf ihren Lippen nicht sehen, ohne den Wunsch zu verspüren, zu ihr zu gehen und meinen Mund darauf zu drücken. Ich konnte ihre Hand nicht sehen, wenn sie müßig auf dem Tisch lag oder einen Federhalter hielt oder eine Tasse trug oder sonst irgendwas ganz Alltägliches tat, ohne mich danach zu sehnen, sie in meine Hand zu nehmen und die Fingerknöchel zu küssen oder meine Zunge auf die Handfläche zu drücken oder sie in meinen Schritt zu pressen. Ich konnte in einem Raum voller Menschen neben ihr stehen und spüren, wie mir die Härchen auf den Armen zu Berge standen und ich sah, dass auch sie eine Gänsehaut bekam und ihre Wangen heiß wurden, und ich wusste, dass sie genau so sehnlich nach mir verlangte wie ich nach ihr. (Seite 518) Es war einfach so, dass wir so lange ohne Küsse gelebt hatten, dass wir, als wir einmal mit dem Küssen anfingen, nicht mehr damit aufhören konnten. Wir staunten selbst über unsere Dreistigkeit. (Seite 518) http://gottagivethembooks.wordpress.com

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  • Rezension zu "Tipping the Velvet" von Sarah Waters

    Die Muschelöffnerin

    banditsandra

    09. June 2008 um 22:19

    Wer Romane aus der viktorianschen Zeit mag und dazu gern etwas über Frauen die Frauen lieben lesen mag ist hier genau richtig.
    Die Geschichte von Nan find ich immer wieder spannend.Habe das Buch erst nach der DVD gelesen. Finde den Schreibstil von Sarah Waters sehr schön. Wenn ich anfange zu lesen, fällt es mir sehr schwer das Buch wieder wegzulegen.

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