Sarit Yishai-Levi Die Schönheitskönigin von Jerusalem

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Inhaltsangabe zu „Die Schönheitskönigin von Jerusalem“ von Sarit Yishai-Levi

»Die sephardische Version von Amos Oz’ ›Geschichte von Liebe und Finsternis‹. Überragend.« Nana Strahlend, lebenslustig und wunderschön ist Luna Ermoza mit den grünen Augen. Doch ihre Ehe ist ein Desaster hinter perfekter Fassade, und für ihre Tochter Gabriela kann sie keinerlei Zärtlichkeit empfinden – wie einst ihre Mutter Rosa für sie. Denn während das Delikatessengeschäft Rafael Ermoza & Söhne im Jerusalemer Machane-Jehuda-Markt floriert, scheint auf den Frauen der Familie ein Fluch zu lasten, der ihnen das Glück in der Liebe verwehrt und sie verbittern lässt. Meisterlich verwebt Sarit Yishai-Levi das Schicksal vierer Generationen der sephardischen Familie mit den bewegtesten Jahrzehnten israelischer Geschichte. „Wunderschön und umwerfend! Ein bezauberndes, bewegendes Buch, dessen Figuren mich weiter begleitet haben, als lebten sie noch heute in Jerusalem.“ Haaretz

Ein fesselnder Roman der sich über Generationen hinweg erstreckt. Dieses Buch hat Suchtpotenzial während dem lesen.

— Radagast

Ein wunderschönes Buch, das die Geschichte von Frauen mehrerer Generationen erzählt und nebenbei auch ein bisschen israelische Geschichte.

— Engel2705

Einfach ein verzauberndes Buch

— Hasi94

Eine Geschichte über eine Familie in Israel.

— schokoloko29

Ganz großes Kino, vom diesem Buch werde ich noch lange zehren...

— labbelman

Mitreißendes Familienepos, das auch ein Stück israelischer Geschichte lebhaft mitereleben lässt.

— BuzziReads

Eine wunderbare Geschichte über ein schwierige Familie mit vielen Infos zu Israel und Jerusalem

— leserattebremen

Ein schönes Buch, das anhand einer dramatischen Familiengeschichte sehr originell die Geschichte Israels erzählt.

— sursulapitschi

Fulminante Familiensaga!

— littleowl

Eine Facettenreiche und Dramatische Familiengeschichte, über 4 Generationen von Frauen. Über die Beziehung von Müttern und Töchtern .

— Arietta

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  • Leserunde zu "Das Ministerium des äußersten Glücks" von Arundhati Roy

    Das Ministerium des äußersten Glücks

    aba

    "Wie erzählt man eine zerbrochene Geschichte? Indem man sich langsam in alle verwandelt. Nein. Indem man sich langsam in alles verwandelt." 20 Jahre lang hat die literarische Welt auf dieses Werk gewartet. Aber die lange Wartezeit hat sich gelohnt: Mit "Das Ministerium des äußersten Glücks" kehrt die indische Autorin Arundhati Roy zurück und erobert weltweit die Bestsellerlisten innerhalb kürzester Zeit. In ihrem neuen Roman stellt sie uns ganz besondere Charaktere vor und nimmt uns auf eine faszinierende Reise quer durch den indischen Kontinent mit. Wieder einmal beweist Arundhati Roy, dass sie eine großartige Schriftstellerin ist. Sie überzeugt mit ihrem grandiosen Schreibstil und die Liebe zu ihrer Heimat spürt man auf jeder Seite.Rechtzeitig vor dem Erscheinungstermin habt ihr die Möglichkeit, in einer exklusiven Leserunde diesen außergewöhnlichen Roman der Booker Prize Gewinnerin Arundhati Roy zu lesen.Zum InhaltArundhati Roy, die Autorin des Weltbestsellers "Der Gott der kleinen Dinge", kehrt zurück! Ihr lange herbeigesehnter Roman "Das Ministerium des äußersten Glücks" führt uns an den unwahrscheinlichsten Ort, um das Glück zu finden. Eine Reihe ausgestoßener Helden ist hier mit ihrem Schicksal konfrontiert, aber sie finden eine Gemeinschaft, sie bilden eine Familie der besonderen Art.Auf einem Friedhof in der Altstadt von Delhi wird ein handgeknüpfter Teppich ausgerollt. Auf einem Bürgersteig taucht unverhofft ein Baby auf. In einem verschneiten Tal schreibt ein Vater einen Brief an seine 5-jährige Tochter über die vielen Menschen, die zu ihrer Beerdigung kamen. In einem Zimmer im ersten Stock liest eine einsame Frau die Notizbücher ihres Geliebten. Im Jannat Guest House umarmen sich im Schlaf fest zwei Menschen, als hätten sie sich eben erst getroffen – dabei kennen sie einander schon ein Leben lang.Voller Inspiration, Gefühl und Überraschungen beweist der Roman auf jeder Seite Arundhati Roys Kunst. Erzählt mit einem Flüstern, einem Schrei, mit Freudentränen und manchmal mit einem bitteren Lachen ist dieser Roman zugleich Liebeserklärung wie Provokation: eine Hymne auf das Leben.Seid ihr bereit für eine Leseprobe?Zur AutorinArundhati Roy wurde 1959 geboren, wuchs in Kerala auf und lebt in Neu-Delhi. Den internationalen Durchbruch schaffte sie mit ihrem Debüt "Der Gott der kleinen Dinge", für das sie 1997 den Booker Prize erhielt. Aus der Weltliteratur der Gegenwart ist er nicht mehr wegzudenken. In den letzten zehn Jahren widmete sie sich außer ihrem politischen und humanitären Engagement vor allem ihrem zweiten Roman "Das Ministerium des äußersten Glücks".Möchtet ihr eine ganz neue Welt kennenlernen? Wollt ihr ganz besondere Romancharaktere treffen, die mit ihren Schicksalen unter die Haut gehen?Wenn die Antwort auf diese Fragen "ja" ist, dann dürft ihr diese exklusive Leserunde nicht verpassen.Zusammen mit S. FISCHER verlosen wir exklusiv und noch vor dem Erscheinungstermin 25 Exemplare von "Das Ministerium des äußersten Glücks" unter allen, die sich im Rahmen unserer Leserunde über diesen überwältigenden Roman austauschen und eine Rezension schreiben möchten. Bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 25.07. und antwortet auf folgende Frage:Warum seid ihr die Richtigen für die Teilnahme an unserer exklusiven Leserunde?Überzeugt uns!Ich freue mich jetzt schon auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!* Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

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    • 1391

    jenvo82

    04. August 2017 um 09:39
    gsimak schreibt Wäre nicht das erste Buch, dass mich Anfangs überfordert und dann zum Lieblingsbuch wird. Nur ein Beispiel: Die Launenhaftigkeit der Liebe.

    Auf jeden Fall, solche Bücher kenne ich auch, aber nach 150 Seiten sollte sich dann definitiv die Richtung zeigen. Vergangenes Jahr habe ich mich mit "Die Schönheitskönigin von Jerusalem" von ...

  • Viel Herz, wenig Stil

    Die Schönheitskönigin von Jerusalem

    Makollatur

    31. May 2017 um 13:42

    Gabriela Ermoza ist eine junge Frau von 17 Jahren, als ihre Mutter stirbt. Luna, die schönste Frau in Jerusalem, die in einer Blase aus Hollywood, Mode und Lifestyle lebt, wurde vom Krebs dahingerafft. Mutter und Tochter hatten nie ein gutes Verhältnis zueinander, ganz im Gegenteil: Gabriela und Luna sind sich im so fremd, wie zwei Menschen nur sein können. Nie sagen sie sich ein liebes Wort, nie nehmen sie sich in die Arme, immer regieren Ablehnung und Trotz zwischen ihnen. Und doch verbindet beide ein dünnes, aber festes Band: als Erstgeborene der Familie Ermoza sind sie dazu verdammt, Männer zu haben, die sie nicht lieben und von denen sie nicht geliebt werden. Doch woher stammt dieser Fluch und wie kann er gebrochen werden?Yishai-Levi entwickelt, ausgehend von Gabrielas Urgroßmutter Merkada Ermoza, die Geschichte dieser Familie vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen in Palästina und Israel in der Zeit vom Beginn des 20. Jahrhunderts über die Staatsgründung bis hinein in die 60er Jahre. Die Stärke dieses Textes liegt sicher darin, dass er sehr gewissenhaft recherchiert wurde und kaum ein Detail aus der Lebenswelt jener Tage auslässt. So gewinnt der Leser einen fundierten Eindruck über die großen Spannungen, die innerhalb der jüdischen Gemeinde und in ihrem Zusammenleben mit Arabern und Engländern herrschen. Die Straßenzüge und Viertel von Jerusalem und Tel Aviv werden vor dem geistigen Auge lebendig, das geschäftige Treiben erhält Substanz und der Konflikt zwischen Tradition und Moderne greifbar.Dennoch weist „Die Schönheitskönigin von Jerusalem“ große Schwächen auf, die vor allem stilistischer und formal-ästhetischer Natur sind: zum einen findet recht weit am Beginn der Geschichte ein abrupter Perspektivwechsel in der Erzählweise statt, von einer Ich-Erzählerin hin zu einem amorphen, auktorialen Erzählinstanz. Dieser Wechsel ist insofern irritierend und unnötig, da er später wieder aufgehoben wird, wenn Gabriela von sich aus der Perspektive eines Neugeborenen und Kleinkinds spricht. Dadurch leidet die Konsistenz der Geschichte erheblich. Des Weiteren geraten die Innensichten der Protagonisten, ihre Monologe und Reflexionen, monoton, was durch ständige Wiederholungen von Informationen noch verstärkt wird. Amouröse Szenen sind, ebenso wie Momente der körperlosen innigen Zuneigung unter den Figuren, stark von Kitsch und übermäßiger Detailliertheit geprägt. Was umso seltsamer anmutet, da die Geschichte ja aus der Sicht von Gabriela geschildert wird, die faktisch bei all diesen Momenten überhaupt nicht anwesend gewesen sein kann bzw. eine Sicht in das Gefühlsleben der Figuren haben kann. Insofern ist die Anlage des Textes als Ich-Erzählung leider unglücklich gewählt.Als Leser spürt man das Bestreben der Autorin, einen Text über ein Land abzuliefern, dessen Geschichte ihr sehr am Herzen liegt. Der Wille, ein Familienschicksal mit der Historie Israels zu verknüpfen und einen Roman zu schaffen, der sowohl sozial-geschichtliches Porträt als auch das Drama einer Generation sein will, scheitert aber an groben stilistischen Mängeln, die das Leseerlebnis erheblich schmälern.

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  • Ein Buch, welches mich herausgefordert hat

    Die Schönheitskönigin von Jerusalem

    schokoloko29

    22. August 2016 um 14:49

    Inhalt des Buches:Es geht um eine jüdische, sephardische Familie in Israel. Dieses Buch fängt ca. Ende 19. Jahrhundert an und hört mitte 20. Jahrhundert auf. Es geht dabei um Frauen, die mit Männer verheiratet wurden, die ihre Frauen nicht lieben können. Gabriele, die jüngste in dieser Reihe von Frauen, stellt unbequeme Fragen an ihre Großtante und Tante und erhält Antworten auf ihr Leben. Darüber hinaus geht es auch um Israel unter der Herrschaft der Engländer und wie sich die Israelis daraus befreien.Eigene Meinung:Das Buch ist sehr komplex und vielschichtig. Es wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Auch war es für mich in der Mitte des Buches teilweise auch sehr langatmig. Vorfälle wurden wiederholt, die für mich irgendwie schon klar waren, so dass ich kurz davor war es abzubrechen. Doch ich habe mich durchbissen und das Durchhalten hat sich für mich gelohnt. Denn die Personen sind für den Leser sehr komplex, so dass sie für den Leser wirklich waren. Auch gingen die (Leidens)Geschichte mir sehr ans Herz, so dass ich wirklich Sympathie und Mitleid für die Figuren entwickelt habe. Darüber hinaus war das Ende auch sehr versöhnlich.Fazit:Ein Buch, welches den Leser herausfordert. Aber das Durchhalten wird belohnt. Soll man gelesen haben.

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    • 3
  • Liebeswirrungen oder der Fluch der Ermozafrauen

    Die Schönheitskönigin von Jerusalem

    robbylesegern

    17. August 2016 um 08:18

    " Die Schönheitskönigin von Jerusalem " ist für mich eines der besten Bücher in diesem Lesejahr und ich möchte es allen Geschichtsinteressierten, aber auch Liebhabern guter Familiengeschichten ans Herz legen.Bei der Schönheitskönigin von Jerusalem handelt es sich um ein Mitglied der Familie Ermoza, deren Geschichte eingebettet in die Familie Israels hier erzählt wird. Der Roman beginnt in den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts, als der Staat Israel noch nicht gegründet war. Die Familie Ermoza gehört den Juden an, die allerdings auch Unterschiede in ihrer Herkunft macht. So konnten die Sepharden, die aus Spanien nach Israel eingewandert sind, so wie die Ermozas, nicht die Aschkenasen heiraten, die andere Traditionen haben, trotz des gleichen Glaubens. Dies spielt in der generationenübergreifenden Geschichte " Die Schönheitskönigin von Jerusalem " eine große und entscheidende Rolle, da der Fluch der Ermozafrauen der ist, dass ihre Ehemänner sie nicht lieben . Auch Luna, die Schönheitskönigin von Jerusalem entscheidet sich für den falschen Mann und ihr Leben, dass ihres Vater, des Großvaters und ihrer Tochter wird in diesem Roman erzählt. Diese vier Generationen erleben nach und nach auch die politischen Veränderungen Israels mit, an denen der Leser teilhaben darf.Ich habe mich zu Anfang etwas schwer getan in die Geschichte hineinzufinden, aber nach ca 1000 Seiten war ich im Leben der Ermozas drin und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Sehr flüssig , lebendig und anschaulich wird die Geschichte dieser Familie erzählt, die viele Schicksalsschläge erleiden muss und trotzdem diesem manchmal harten Schicksal trotzt. Die Figuren sind für mich sehr gelungen beschrieben. Man spürt immer wieder wie wichtig der Familie ihre Herkunft und ihr Glaube ist. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Lunas Tochter,die in diesem Buch den Abschluss der Ermozageneration bildet .Auch wenn der Anfang dieses Buches dem Leser etwas Geduld abverlangt , ist dieses Buch ein großes Lesevergnügen mit Anspruch.

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  • Buchverlosung zu "Die Schönheitskönigin von Jerusalem " von Sarit Yishai-Levi

    Die Schönheitskönigin von Jerusalem

    aufbauverlag

    Strahlend, lebenslustig und wunderschön ist Luna Ermoza mit den grünen Augen. Doch ihre Ehe ist ein Desaster hinter perfekter Fassade, und für ihre Tochter Gabriela kann sie keinerlei Zärtlichkeit empfinden – wie einst ihre Mutter Rosa für sie. Denn während das Delikatessengeschäft Rafael Ermoza & Söhne im Jerusalemer Machane-Jehuda-Markt floriert, scheint auf den Frauen der Familie ein Fluch zu lasten, der ihnen das Glück in der Liebe verwehrt und sie verbittern lässt. Meisterlich verwebt Sarit Yishai-Levi das Schicksal vierer Generationen der sephardischen Familie mit den bewegtesten Jahrzehnten israelischer Geschichte.„Wunderschön und umwerfend! Ein bezauberndes, bewegendes Buch, dessen Figuren mich weiter begleitet haben, als lebten sie noch heute in Jerusalem.“ Haaretz Zur LeseprobeMehr Informationen zum Buch unter http://www.aufbau-verlag.de/die-schonheitskonigin-von-jerusalem.htmlÜber die AutorinSarit Yishai-Levi, geboren 1947 in Jerusalem in eine seit Generationen dort ansässige sephardische Familie, war als Schauspielerin, Journalistin, Korrespondentin und Moderatorin tätig. Nach vier Sachbüchern eroberte sie mit ihrem ersten Roman „Die Schönheitskönigin von Jerusalem“ die israelischen Bestsellerlisten.Jetzt bewerben!Bewerbt euch im Unterthema "Bewerbung/Ich möchte mitlesen", indem ihr folgende Frage beantwortet: Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen?Viele Grüßeeuer Team vom Aufbau Verlag* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Buchverlosung schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.** Bitte beachtet, dass es sich hier um eine Buchverlosung handelt und nicht um eine Leserunde. Ihr könnt natürlich trotzdem gerne hier über das Buch diskutieren, aber eine Moderation wird es nicht geben.

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    • 180
  • 'von den Männern, die ihre Frauen nicht so liebten wie die Frauen sie‘

    Die Schönheitskönigin von Jerusalem

    sabatayn76

    01. July 2016 um 22:49

    ‚ich möchte etwas von unserer Familie wissen und von den Männern, die ihre Frauen nicht so liebten wie die Frauen sie‘Inhalt: Seit sich der Urgroßvater Rafael unsterblich in eine Aschkenasin verliebt hat, liegt ein Fluch auf der sephardischen Familie Ermoza: Die geschlossenen Ehen sind unglücklich, die Ehemänner haben ihr Herz an eine andere Frau statt an ihre Ehefrau verloren. Sarit Yishai-Levi erzählt in ‚Die Schönheitskönigin von Jerusalem‘ von Rafael und seiner Ehefrau Merkada, ihrem Sohn Gabriel und seiner Frau Rosa, deren Tochter Luna und ihrem Mann David sowie deren Tochter Gabriela. Anhand dieser vier Generationen entwirft sie ein detailliertes Bild der sephardischen Familie Ermoza, berichtet von Liebe und ihrem Fehlen, von der Ehe und ihrem Versagen, von Sehnsucht und dem Stillen von Verlangen. Mein Eindruck:Ich musste mich erst in den Roman einlesen und habe mehr als 100 Seiten gebraucht, bis mich das Buch richtig gefesselt hat. Das lag sicherlich zum größten Teil daran, dass die Kapitel sehr lang sind und man zudem schnell die Orientierung verliert, wenn man nicht am Stück lesen kann. Meine Begeisterung für den Roman kam demnach verhältnismäßig spät, doch sobald mich die Autorin für ihren Roman gewonnen hatte, war ich durchgehend neugierig auf den weiteren Verlauf, konnte den Roman kaum zur Seite legen und habe mir gewünscht, dass er deutlich länger als 600 Seiten wäre. Der Leser begleitet die Protagonisten über vier Generationen hinweg und lernt so nicht nur die Familiengeschichte im Detail kennen, sondern erfährt zudem viel über die Geschichte der Stadt Jerusalem und die Geschichte des Judentums, über die osmanische Herrschaft, das britische Mandat und die Gründung des Staates Israel. Dabei liest sich der Roman flüssig, ist sprachlich einfach gehalten, aber dennoch anspruchsvoll. Mein Resümee: Eine großartige Familiensaga, die mich aufgrund der Komplexität und der Konstruktion der Geschichte oft an die Kairo-Trilogie von Nagib Machfuz erinnert hat.

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  • Wer Frauen liebt, muss diesen Roman lesen…

    Die Schönheitskönigin von Jerusalem

    labbelman

    23. June 2016 um 14:05

    Durch die adrette Covergestaltung neugierig geworden, wagte ich einen Blick ins Buch und wurde direkt eingesogen in die zauberhafte Handlung um vier starke Frauen, die sich dem Schicksal nicht kampflos ergeben.Die Ich- Erzählerin Gabriela Ermoza führt uns durch die Handlung und lässt uns Leser an dem Leben ihrer Mutter Luna (die titelgebende Schönheitskönigin), ihrer Großmutter Rosa, der Urgroßmutter Merkada und natürlich auch an ihrem eigenen Leben teilhaben. Auf allen Frauen der Familie lastet der Fluch, dass sie mit ihren Ehemännern nicht glücklich werden und ihr Leben vom Mangel an Liebe geprägt ist. Doch Gabriela wehrt sich, wird sie dem Schicksal ein Schnippchen schlagen können?Das Erste was auffällt ist die enorm tolle Sprache, die die Autorin verwendet, Ich konnte hier direkt versinken, auch wenn ihr Stil anspruchsvoller ist als das was ich sonst so lese. Dennoch hat sich das Lesen der über 600 Seiten nie als Anstrengung angefühlt.Die Lebensgeschichten der Frauen und die Rolle ihrer Männer darin, haben mich als Mann unheimlich bewegt, denn mir war bisher nicht klar, dass das Leben solche Wege gehen kann. Oft musste ich darüber nachdenke wie ich mich gegenüber meiner Frau verhalte und eingestehen, dass auch ich manchmal Züge der dargestellten Herren aufweise ohne das jemals böse gemeint zu haben oder dass es mir gar bewusst gewesen wäre. Gerade das finde ich schön an dem Buch, dass man auch Bezug zum eigenen Leben nehmen kann.Ansonsten erfährt man unheimlich viel über israelische Geschichte. Ich gestehe, dass ich mich damit bisher noch nie beschäftigt habe, weshalb der Roman einen enormen Mehrwert für mich darstellt.Der Roman hat mich wirklich sehr bewegt und von mir aus hätte das noch seitenweise weitergehen können, da mir die vorstellten Damen alle äußerst sympathisch waren und ich mir sehr gut vorstellen konnte, warum sie so agieren und reagieren wie im Buch geschildert.Fazit: Ein Familienroman über starke Frauen, der einen von der ersten Seite an begeistert und nicht mehr los lässt. Ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Klasse!

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  • Die Liebe als zentrales Thema

    Die Schönheitskönigin von Jerusalem

    leserattebremen

    11. June 2016 um 22:38

    Luna ist anders als andere Frauen. Wie schon ihre Mutter Rosa, die für sie keine Liebe empfinden konnte, kann sie keine Liebe für ihre Tochter Gabriela aufbringen. Es ist, als würde ein Fluch über den Frauen der Familie liegen, so dass sie keine Liebe in ihrer Ehe finden und auch zu Ihren Töchtern keine Nähe aufbauen können. Sowohl Luna als auch ihre Mutter Rosa treibt das in eine aufreibende Einsamkeit. Gabriela erfährt diese Geschichte erst Stück für Stück und hat vielleicht die Möglichkeit, diese Geschichte voller Leid ihrer Familie zu durchbrechen. In „Die Schönheitskönigin von Jerusalem“ erzählt die Autorin Sarit Yishai-Levi die Geschichte einer wunderschönen und verstörend egoistischen Frau, die die Verbindung zwischen ihrer Mutter Rosa und ihrer Tochter Gabriela herstellt. Das Leben dieser drei faszinierenden Frauen erzählt sie vor dem Hintergrund der Geschichte Israels und besonders Jerusalems. Die Spaltung zwischen den Juden spielt dabei eine wichtige Rolle. Die einen, die aus Spanien kamen mit ihrer eigenen Sprache und Traditionen und anderen Juden, die sich von ihnen abgrenzen wollen, wie auch die „Spaniolen“ wie sie sich nennen, nichts mit ihnen gemeinsam haben wollen. Die Geschichte der Familie berichtet von der englischen Besatzung, die beginnenden Auseinandersetzungen mit den Arabern und dem wirtschaftlichen Abstieg der Familie.Die israelische Autorin Yishai-Levi, die mit „Die Schönheitskönigin von Jerusalem“ ihren ersten Roman nach mehreren Sachbüchern vorlegt, ist ein emotionaler und gleichzeitig sehr analytischer Roman über die Liebe und die Last, die Traditionen und familiäre Vorstellungen den nachfolgenden Generationen aufladen. Einfach uneingeschränkt empfehlenswert. 

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  • Ein jüdisches Familienepos über vier Generationen

    Die Schönheitskönigin von Jerusalem

    Dreamworx

    11. June 2016 um 17:18

    Im 15. Jh. wurde die jüdische Familie Ermoza aus Spanien vertrieben und flüchtete nach Jerusalem. Seit Generationen betreiben sie als Handelsfamilie ein gutgehendes Delikatessengeschäft und sind eine angesehene Familie, die anscheinend ein glückliches Leben führt. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus, denn die Frauen der Familie fühlen sich seit jeher als zweite Wahl und ungeliebt von ihren Ehemännern. So kämpft jede für sich, um einen Platz in der Welt zu erobern. Sarit Yishai-Levis hat mit ihrem Buch „Die Schönheitskönigin von Jerusalem“ ihr Romandebüt vorgelegt. Der Schreibstil ist anspruchsvoll, dabei flüssig und melancholisch, die Übergänge zwischen Gegenwart und Vergangenheit sind fließend. Der Leser muss zu Beginn etwas Geduld investieren, um dann in einen Sog zu geraten, weil die Handlung und die äußeren geschichtlichen Umstände ihn dann nicht mehr loslassen. In ihrem Epos erzählt die Autorin nicht nur die Familiengeschichte der Familie Ermoza innerhalb von vier Generationen, sondern gibt auch einen Einblick in die Entwicklung und Geschichte der Stadt Jerusalem, die eng mit der Familie Ermoza verknüpft ist. Obwohl aus Spanien nach Israel geflüchtet, kann die Familie ihre wahre Herkunft nicht verleugnen. Die Ermozas leben ihre jüdischen Traditionen und lassen auch die Strenge des spanischen Glaubens miteinfließen. Beruflich ist die Familie erfolgreich, doch die Frauen haben kein Glück in der Liebe, ihre Ehen sind nicht harmonisch und von Liebe und Wärme geprägt, so können sie die Liebe auch nicht an ihre Kinder weitergeben. So erlebt man die weiblichen Familienmitglieder Merkada, Luna und Rosa, die unter der fehlenden Liebe leiden, sich dennoch nicht von ihren Männern lösen und sich mit den gegebenen Umständen arrangieren. Die Charaktere wirken aufgrund der fehlenden Emotionalität und Wärme recht unterkühlt, so dass sich nur schwer Sympathie zu einzelnen Protagonisten aufbauen lässt. Dennoch berührt die Geschichte den Leser auf individuelle Art und Weise, denn man versucht immer wieder herauszufinden, warum keine dieser Frauen aus ihrem Alltag ausgebrochen ist und die Segel gestrichen hat. So durchlebt man bei den Schicksalen von Merkada, Luna, Gabriela und Rosa ein Wechselbad der Gefühle, spürt die Traurigkeit der einzelnen Schicksale, die Hoffnung und auch die Kapitulation. Großmutter Rosas Ehe war arrangiert, ihr Mann Gabriel hat sich seinen Eltern gefügt, hat Rosa aber nie geliebt. Dadurch ist Rosas Verhältnis zu ihren Kindern gespalten und von wenig Emotion geprägt. Vor allem Tochter Luna ist ihr ein Dorn im Auge. Luna selbst kämpft ebenso, sie gilt mit ihren roten Haaren als schönste Frau Jerusalems und wird von Männern umschwärmt. Doch sie heiratet einen Mann, der seine einzige große Liebe nicht vergessen kann und sie nur zweite Wahl ist. Gabriela, Lunas Tochter lehnt sich gegen die Familie auf und sucht einen Weg aus der Kälte der Familie. Der Gegensatz vom Unglück der Frauen und deren gleichzeitiger Schönheit wirkt faszinierend und wie ein Sog, die Familie lässt einen in Gedanken nicht los.„Die Schönheitskönigin von Jerusalem“ ist ein anspruchsvolles und geschichtliches Familienepos, das einem das Leben in Israel sehr nahe bringt mit all seinen politischen und religiösen Konflikten, sowohl innerhalb einer Familie als auch innerhalb der Bevölkerung. Ein außergewöhnlicher Roman, der einen noch lange nach der Lektüre beschäftigt. Absolute Leseempfehlung.

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  • Die Schönheitskönigin von Jerusalem

    Die Schönheitskönigin von Jerusalem

    littleowl

    06. June 2016 um 17:33

    Worum geht’s? Auf den Frauen der Familie Ermoza scheint seit Generationen ein Fluch zu liegen: Sie alle haben Pech in der Liebe. Gabrieles Mutter Luna und ihre Großmutter Rosa sind beide mit Männern verheiratet, die sie nicht lieben, und können für ihre Töchter keine Zärtlichkeit empfinden. Dabei war die wunderschöne Luna so entschlossen, ihren Traumprinzen zu finden und ganz anders als ihre Mutter zu werden. Kann Gabriele den Bann brechen oder ist sie dazu verdammt, dasselbe Schicksal zu erleiden? Die bewegte Geschichte Israels im 20. Jahrhundert bildet die Kulisse für dieses Familiendrama und ist eng mit dem Schicksal der Ermozas verwoben. Worum geht’s? Mit „Die Schönheitskönigin von Jerusalem“ legt Sarit Yishai-Levi eine wahrhaft fulminante Familiensaga vor. Die Handlung erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte und Generationen, dabei nimmt die Autorin ihre Leser gleichzeitig auf eine Reise durch die jüngere israelische Geschichte mit. Meisterhaft verknüpft sie historische Ereignisse mit den individuellen Schicksalen ihrer Figuren. Vorkenntnisse zu den geschichtlichen Hintergründen sind nicht notwendig, die Autorin erklärt sehr anschaulich und übersichtlich, was gerade passiert. Mal abgesehen vom weltpolitischen Geschehen erfährt man auch unglaublich viel über den Alltag und die Mentalität der Menschen in Jerusalem, von Redewendungen über traditionelle Speisen bis hin zu Trauerritualen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Spaniolen, die Volksgruppe der Ermozas. Dass man als Leser ganz in den Alltag der Familie Ermoza eintauchen kann, ist vor allem Yarit-Levis Schreibstil zu verdanken. Mit Liebe zum Detail und lebendigen Beschreibungen vermittelt sie wunderbar die Atmosphäre in einer nahöstlichen Großstadt. Toll herausgearbeitet ist zum Beispiel der Unterschied zwischen dem Lebensstil in Jerusalem und dem im eher westlich geprägten Tel Aviv. Obwohl im Klappentext von einem Fluch die Rede ist, sind die Ermoza-Frauen bis zu einem gewissen Grad alle selbst für ihr Unglück verantwortlich. Jede von ihnen lässt sich manchmal von irrationalen Gefühlen leiten, verletzt ihre Lieben und handelt egoistisch. Besonders tragisch fand ich, wie sich manche falschen Entscheidungen unweigerlich in jeder Generation wiederholen. Der Autorin gelingt es jedoch, die Gedanken, Gefühle und vor allem Fehler ihrer Figuren nachvollziehbar zu schildern, ganz ohne sie zu verurteilen. Sie überlässt es lieber dem Leser, aus den Ereignissen Schlüsse zu ziehen. Bei einer so ausschweifend erzählten Familiengeschichte kommen natürlich extrem viele Figuren zusammen, allerdings ist jede davon interessant und einzigartig. Man kann sich beim Lesen wirklich vorstellen, dass es sie in Jerusalem genauso gegeben hat. Am meisten habe ich Luna und ihre Schwestern ins Herz geschlossen, weil ich es toll fand, wie eng diese drei vollkommen unterschiedlichen Mädchen zusammenhalten. Jede der Ermoza-Frauen ist auf ihre Art stark und bewundernswert, von Gabriela bis hin zu ihrer Uroma Merkada. Fazit Eine packende, meisterhaft erzählte Familiensaga und eine Zeitreise zu den bewegtesten Jahrzehnten israelischer Geschichte.

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  • Fluch der Tradition

    Die Schönheitskönigin von Jerusalem

    sursulapitschi

    Dieses Buch hat was, ganz unbedingt. Eine jüdische Familie in Jerusalem im Wandel der Zeiten.Als Oma Rosa, gesund soll sie sein, behauptet, ein Fluch würde auf den Frauen der Familie Ermoza liegen, ist Gabrielas Neugierde geweckt. Ein Fluch? Keine Frau der Familie wurde von ihrem Ehemann geliebt. Das war schon so bei Rosas Schwiegermutter Mercada, sie ruhe in Frieden, auch Rosas Ehe stand unter keinem guten Stern und auch Luna, Gabrielas Mutter, die erklärte Schönheitskönigin von Jerusalem, hatte kein Glück in der Liebe. Und so erzählt Oma Rosa von der Zeit als sie ein junges Mädchen war und Jerusalem noch von den Ingländern, ausgelöscht sei ihr Name und Andenken, beherrscht wurde.Rosas Geschichte ist erstaunlich und auch ein wenig befremdlich. Man muss sich zunächst einleben in diese jüdische Welt, die in Traditionen verwurzelt ist, die auch ein gutes Maß an abergläubischen Elementen enthält, wo durchaus Teufel, Dämonen und Hexen einen Stellenwert haben. Auch ein ausgefeilter Standesdünkel ist zu beachten. Selbst Juden untereinander sind sich nicht grün, Spaniolen und Aschkenasen bleiben strikt getrennt. Das Lesen macht großen Spaß. Die Sprache ist schön und authentisch. Die Blickwinkel wechseln gleitend von einem Familienmitglied zum anderen. Auch zeitlich geht die Geschichte bunt durcheinander, bis sich die Episoden zu einem Bild zusammensetzen.Den Grundstein allen Übels hat Urgroßvater Raffael gelegt, als er sich unsterblich in eine wunderschöne Aschkenasin verliebte und pflichtschuldigst die spaniolische Mercada heiratete. Damit beginnt ein Teufelkreis: Ungeliebte Ehefrau wird zum Drachen, der ungeliebte Kinder großzieht, die beziehungsunfähig sind und sich wieder in die falschen Partner verlieben. Das ist anfangs spannend und dramatisch. Nur spätestens wenn in der dritten Generation Lunas frischgebackener Ehemann feststellt, dass er eine heißblütige Italienerin nicht vergessen kann, fängt man an, die Stirn zu runzeln. Klar, es liegt ein Fluch auf der Familie, aber trotzdem könnte doch mal irgendjemand Vernunft walten lassen. Bis dahin fand ich, es ist ein schönes Buch, das anhand einer dramatischen Familiengeschichte sehr originell die Geschichte Israels erzählt. Immerhin ist man bei der Staatsgründung dabei und landet mitten im Befreiungskrieg Jerusalems. Die Spur zu viel Dramatik konnte ich tolerieren. Leider kommt es zum Ende hin dann ziemlich dick. Drama, Verzweiflung, ein Wunder am Grab der Mutter und obendrauf noch eine gehörige Portion Pathos.Ich habe ein wenig überlegen müssen, wie ich das bewerte. Letztendlich vergebe ich 4 Sterne für den sehr guten Gesamteindruck und die tolle Idee, aber der vierte Stern wackelt ein bisschen.

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    • 3
  • Ein fulminanter Familienroman

    Die Schönheitskönigin von Jerusalem

    mistellor

    03. June 2016 um 01:38

    Gabriele, geboren in den politisch aufregenden 40er Jahren in dem heutigen Israel, erzählt die Geschichte der Frauen, aber auch der Männer ihrer Familie. So erleben wir 4 Generationen sephardisches Frauenleben in Pälästina. Das ist in so fern etwas außergewöhnliches, denn eigentlich handeln die Bücher aus Israel meist von den Aschkenasi - den aus Westeuropa stammenden Juden, die nach Paästina einwanderten. Hier handelt sich aber um eine sepharfinische Familie - die aus dem spanisch-sprechenden Teil Europas und aus dem nahen Osten stammten. Das es zwischen beiden Abstammungen auch heute noch erhebliche Unterschiede gibt, war mir neu. Die Schriftstellerin Sarit Yishai-Levi hat einen außergewöhnlichen Roman geschrieben. Eine bildgewaltige Sprache lässt das alte Palästina vor dem Leser entstehen, Die Charaktäre sind detailreich und ungeheuer lebendig beschrieben. Die sehr unterschiedlichen Frauengestalten sind wahrhaftig gezeichnet, der Leser kann trotzdem Distanz halten. Das ist der Autorin sehr gut gelungen, der Spagat zwischen Emotionen und nackten Fakten. Ich denke, hier merkt man deutlichsten, dass sie im Hauptberuf Journalistin ist. Und trotzdem gelingt es ihr (am besten bei den wenigen Männergestalten), dass man als Leser tief Anteil nehmen kann.Der Schreibstil ist manchmal eine Herausforderung gewesen, da die Autorin oft die grammatikalischen Zeiten wechselt, man plötzlich eine Passage im Präsenz liest um dann wieder ins Perfekt zu wechseln. Dies war manchmal etwas anstrengend gewesen.Dadurch verliert der Roman aber nicht an seiner hohen Qualität. Der Roman ist sowohl von der Spannung, wie auch von dem Erzählrhythmus ausgezeichnet gelungen. Er ist ein Stück Zeitgeschichte aus einer ungewöhnlichen Zeit. Er ist eine besondere Darstellung für das Finden der eigenen Identität eines ganzen Landes. Ich habe den Roman sehr genossen und gebe ihm verdiente 5 Sterne.

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  • Eine dramatische Familiengeschichte

    Die Schönheitskönigin von Jerusalem

    Arietta

    01. June 2016 um 17:02

    Inhaltsangabe: Meine Meinung zum Inhalt: Ich fand diese Sätze drücken die Verzweiflung aus, die der vier Generationen von Frauen, der Familie Ermonza. Sie stehen für die Geschichte und Probleme, der Mütter und Töchterbeziehung. Die nicht immer unter einem guten Stern stand. Sie haben mich tief berührt. Seite 392: „Ich weine über mein Leben, Schwesterherz, über mein vergeudetes Leben. Solange habe ich auf meinem Märchenprinzen gewartet, und als der kam, war es kein Prinz und kein gar nichts.“ Sehr schön und sensibel erzählt die Autorin, die Geschichte von vier Generationen der sephardischen Familie Ermonza, die in Jerusalem leben. Es scheint ein Fluch auf dieser Familie zu liegen. Schon der Urgroßvater Rafael verliebte sich in die Falsche Frau einer Aschkenasim, ihre wunderschöne blaue Augen kann er nicht vergessen , ebenso ergeht es später dem Sohn Gabriel. Wie ihre Ehen eilig arrangiert wurden. Die Leidtragenden Frauen, waren Merkarda, und Rosa . Rosa kann ihrer Tochter Luna nicht die Liebe geben, die sie sich ersehnt. Luna, wächst zu einer Schönheit heran, von ihrem Vater vergöttert, sie ist sehr exzentrisch, schön und Elegant, man spürt wie sie aus dieser Welt ausbrechen möchte, aber auch sie erteilt das gleiche Schicksal. Sie verliebt sich in den falschen Mann, auch sie kann ihrer Tochter Gabriela nicht die Liebe geben. Das Schicksal scheint sich zu wiederholen. Es sind immer die erstgeborenen Töchter, die Leiden. Die Büchse der Pandora öffnet Großmutter Rosa, als sie Gabriela, die Geschichte der Familie erzählt. Es kommt so manches ans Licht. Wir erfahren vom Krieg und den schrecklichen Ereignissen. Den Hass auf die, Araber und Engländer, den Konflikten die damals im Land schwelgten. Die Geschichte von Luna zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte, die aus dem Rollenbild der Frau , zur damaligen Zeit ausbrechen will, schon als Kind war sie widerspenstig und rebellisch. Das ganze scheint sich bei ihrer Tochter Gabriela zu wiederholen, sie versucht endgültig sich dem Fluch der auf der Familie liegt zu entziehen und aus der Familie auszubrechen. Großmutter Rosa hat ihr die Augen geöffnet. Zur Autorin: Sie hat sehr schön die Konflikte und Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern wiedergegeben. Aber auch das der unglücklichen Männern. Auch ihnen blieb nichts übrig als sich dem Schicksal zu fügen. Eine Ehe mit andersgläubigen kam nicht in Frage. Das ganze Familiendrama ist sehr gut dargestellt, die arrangierten Ehen, auch wenn die Frauen nach außen hin nichts zusagen hatten, waren sie es am Ende doch die alles lenkten und bestimmten. Auch die Geschichte Israels und Palästinas, mit ihren Konflikten und Auseinandersetzungen sind gut wiedergegeben.Die Rollenbildern der Frauen und Männer zur damaligen Zeit. Sehr schön sind die verschieden Generationen von Anfang des 19.Jahrhunderts bis heute miteinander verknüpft. Das ganze ist in einer sehr schönen Bildhaften und klaren Sprache verfasst. Der Handlungsaufbau ist spannend und fesselnd geschrieben . Ihre Protagonisten und die einzelnen Charaktere kommen sehr lebendig und real herüber. Eine sehr bewegende und Emotionale Geschichte, die einem unter die Haut geht. " Eine bewegende, dramatische  und berührende Geschichte über das Leben von vier Generationen von Frauen."

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  • eine hinreißende Familiensaga

    Die Schönheitskönigin von Jerusalem

    Mrs. Dalloway

    01. June 2016 um 13:07

    Sowohl äußerlich als innerlich ist das Buch genau nach meinem Geschmack.Es hat ein Hardcover und ein Lesebändchen, was ich stets sehr schätze. Das Cover ist wunderschön. Das gelbe Kleid der Frau auf dem Cover ist ebenfalls ganz reizend und passt gut zu dem Titel.Der Schreibstil ist göttlich! Man kann dieses Buch kaum mehr aus der Hand legen, hat man es einmal angefangen. Doch das ist nicht so einfach, es umfasst schließlich stolze 618 Seiten. Man sollte sich schon einiges an Zeit nehmen, aber es lohnt sich. Versprochen!Dass in Jerusalem viele Juden leben war mir bewusst, doch, dass ihr Volk im 15. Jahrhundert aus Spanien vertrieben wurde war mir neu. So ist dieses Buch nicht nur spannend und unterhaltsam, sondern auch noch klug und lehrreich.Nun weiß ich also auch, dass es Sepharden gibt und wo sie herkommen. Die Familie Ermoza ist zwar relativ groß, doch jede einzelne Person wird so hingebungsvoll beleuchtet, dass es keine Mühe macht, die einzelnen Personen voneinander zu unterscheiden. Was mir auch total gut gefällt ist die ganze Atmosphäre. Einerseits ist es total familiär, aber es gibt auch viele Spannungsmomente, die die Leselust fördern. Zudem bewegt man sich viel in der Stadt und im jüdischen/sephardischen Brauchtum, was wiederum sehr lehrreich und spannend sein kann, wenn man sich für diese Kultur interessiert.Fazit: Eine herausragende Familiengeschichte - toll erzählt und absolut bezaubernd.

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  • Israelische Familiengeschichte

    Die Schönheitskönigin von Jerusalem

    bookgirl

    31. May 2016 um 11:19

    Inhalt Auf den Frauen der Familie Ermoza scheint ein Liebes-Fluch zu liegen, denn ihre Ehen verlaufen unglücklich und selbst die Liebe ihren Kindern gegenüber bleibt aus. Verwoben mit dem Schicksal von vier Generationen wird auch die Zeitgeschichte Israels und – wie in diesem Fall – der sephardischen Juden in Jerusalem, erzählt. Meine Meinung In ihrem Debüt-Roman „Die Schönheitskönigin von Jerusalem“ erzählt die Autorin die Geschichte der Familie Ermoza und begleitet nicht nur diese, sondern auch die Stadt Jerusalem über einen Zeitraum von etwa 40 Jahren. Die Familie misst ihrer Herkunft eine große Rolle zu, was schon nach den ersten Sätzen und vor allem im Verlauf der Handlung sehr deutlich wird. Sarit Yishai-Levi schreibt ihre Geschichte aus der Sicht der spanischen Juden und spickt sie mit spanisch angehauchten Ausdrücken, für die man teilweise ein Glossar gut hätte gebrauchen können. Die Familie Ermoza ist ein tragisches Beispiel dafür, wie Familien in die Liebe eingreifen und Ehen arrangiert werden. Auch wenn es früher keine Seltenheit war, dass die Eltern sich den geeigneten Partner für das Kind ausgesucht haben, war ich dennoch überrascht über die fehlende Mutterliebe. Erst im Verlauf der Handlung hat sich mir das Verhalten von Merkada, Rosa und Luna erschlossen und ich konnte sie besser verstehen. Überhaupt ist dies eine Geschichte, die ihr wahres Potenzial erst nach und nach entfaltet. Nach einem ersten Eindruck habe ich das Buch schon fast zur Seite legen wollen, da ich es als zäh empfunden habe und mir kaum vorstellen konnte, dass ich den 618 Seiten dicken Schmöker bis zu Ende lesen werde. Auch, weil die Figuren nicht unbedingt sympathisch, die Schrift sehr klein und die Seiten prall gefüllt sind. Doch ich bin froh, dass ich durchgehalten habe, weil die Geschichte wert ist gelesen zu werden. Sie bietet nicht nur einen interessanten und sehr gut recherchierten Blick auf das historische Geschehen der Stadt Jerusalem, auf das Leben der sephardischen Juden und vor allem auf die im Fokus stehende Familie Ermoza. Fazit "Die Schönheitskönigin von Jerusalem ist ein Schmöker", in den man sich erst "einlesen" muss. Dann entfaltet sich aber ein Roman, der nicht nur eine spannende Familiengeschichte, sondern auch einen interessanten Einblick in das Judentum und die Geschichte der Stadt Jerusalem bietet.

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