Sasa Stanisic

 4 Sterne bei 287 Bewertungen
Autor von Vor dem Fest, Wie der Soldat das Grammofon repariert und weiteren Büchern.
Sasa Stanisic

Lebenslauf von Sasa Stanisic

Der deutschsprachige Schriftsteller Saša Stanišić wurde am 7. März 1978 in Višegrad, im östlichen Bosnien als Sohn einer Bosniakin und eines Serben geboren. Kurz nach der Besetzung Višegrads während des Bosnien-Kriegs 1992 flüchtete er mit seinen Eltern zu einem Onkel nach Süddeutschland. Stanišić besuchte in Heidelberg die Internationale Gesamtschule Heidelberg, wo sein schriftstellerisches Talent entdeckt und gefördert wurde. Nach seinem Abitur im Jahr 1997 absolvierte Stanišić an der Universität Heidelberg ein Studium in Deutsch als Fremdsprache und Slawistik und arbeitete als Teaching Assistant an der Bucknell University im US-amerikanischen Lewisburg (Pennsylvania). Bereits während seines Studiums begann er mit der Verfassung deutschsprachiger poetischer Texte, Essays und Kurzgeschichten, die seit 2001 in mehreren Anthologien und Literaturzeitschriften wie Krachkultur und EDIT veröffentlicht wurden. Für seine Magisterarbeit wurde Stanišić 2004 der Jürgen-Fritzenschaft-Preis der Universität Heidelberg verliehen. Zum Wintersemester 2004/2005 nahm er ein Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig auf. Das autobiographisch gefärbte und humorvolle Werk "Was wir im Keller spielen", das den Krieg in Ex-Jugoslawien aus der Sicht eines Kindes Revue passieren lässt, erhielt in Klagenfurt den Kelag-Publikumspreis. Sein Debütroman "Wie der Soldat das Grammofon repariert" (2006) fand großen Anklang in der Presse und erschien als Übersetzung in zahlreichen Ländern, darunter auch in den USA, in Großbritannien, in Israel und in Korea. Das als poetisch und komisch zugleich bewertete Werk wurde 2006 Finalist für den Deutschen Buchpreis und erhielt 2007 den Förderpreis zum Literaturpreis der Stadt Bremen. 2008 wurde Stanišic mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis und dem Förderpreis zum Heimito von Doderer-Literaturpreis ausgezeichnet. 2013 erhielt er das vierte "Feuergriffel"-Stadtschreiber-Stipendium für Kinder- und Jugendliteratur, mit dem Romanmanuskript "Anna" den Alfred-Döblin-Preis und für "Frau Kranz malt ein Bild von Hier" den Hohenemser Literaturpreis. Weitere Ehrungen, die Stanišić zuteilwurden: Aufenthaltsstipendien in der Villa Waldberta (2005/06) und dem Künstlerhaus Lukas (2006), sowie das Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung (2006). Stanišić schreibt Prosa, Hörspiele, Satire und betreibt ein literarisches Blog. Für die Zeitschrift U_mag schrieb er regelmäßig eine Kolumne. 2006/2007 war Stanišić der Stadtschreiber von Graz. Das Schauspielhaus Graz brachte 2008 seinen Roman "Wie der Soldat das Grammofon repariert" auf die Bühne. Sein erstes Theaterstück "Go West" wurde im März 2008 uraufgeführt. 2014 wurde Stanišić mit dem Preis der Leipziger Buchmesse für seinen zweiten Roman "Vor dem Fest" beehrt.

Alle Bücher von Sasa Stanisic

Vor dem Fest

Vor dem Fest

 (139)
Erschienen am 12.10.2015
Wie der Soldat das Grammofon repariert

Wie der Soldat das Grammofon repariert

 (105)
Erschienen am 04.10.2010
Fallensteller

Fallensteller

 (36)
Erschienen am 09.05.2016
Wie der Soldat das Grammofon repariert

Wie der Soldat das Grammofon repariert

 (7)
Erschienen am 28.08.2006

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Neue Rezensionen zu Sasa Stanisic

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Armillees avatar

Rezension zu "Vor dem Fest" von Sasa Stanisic

Vor dem Fest
Armilleevor 4 Monaten

Das Buch ist mir zu wortkarg. Was andere Autoren bis zum erbrechen beschreiben und ausschmücken, ist hier auf ein Minimum der Worte reduziert. Diese abgehackten Sätze, das ist für mich kein Lesegenuss.


" Wir sind traurig. Wir haben keinen Fährmann mehr. Der Fährmann ist tot. Zwei Seen, kein Fährmann. Zu den Inseln gelangst du jetzt, wenn du ein Boot hast. Oder wenn du ein Boot bist. Oder du schwimmst."

;o)

Gut, in dem Text ist auch Humor vorhanden, aber doch etwas zu lapidar. 
Und für mich ist es auch erstaunlich, dass dieser Schreibstil so viele Preise eingeheimst hat.

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T

Rezension zu "Fallensteller" von Sasa Stanisic

Erzählband eines Sprachkünstlers
TaHavor 7 Monaten

Fallensteller

Saša Stanišić

Btb Verlag

10,00 Euro (Taschenbuchausgabe)

 

Werbetext:

Ein vom Leben nicht sehr verwöhnter alter Mann hat eine Leidenschaft für die Magie. Er bittet um Ruhe für die Große Illusion. Aber die Gemeinde trinkt Kaffee und hält nicht still. Anders der Fremde, er ist geduldig. Er will helfen, sagt er und bietet Lösungen an: manche sind keine, manche tun weh, und manche haben Gitter aus gebogenem Draht. Zwei Freunde ziehen durch Europa, sie reden und meiden das Zuhören, sie lügen und stehlen, jagen mit Karacho und Geschick ihren Sehnsüchten hinterher: einer syrischen Surrealistin, einem bedrohten Vogel und Rebekka. Um nur ein paar zu nennen. Dies sind Geschichten über Menschen, die Fallen stellen, Menschen, die sich locken lassen, Menschen die sich befreien - im Krieg und im Spiel, mit Trug und Tricks und Mut und Witz.

 

 

Meinung:

Den Sprachstil dieses Autors habe ich bereits in Vor das Fest kennen gelernt. Kaum einem gelingt es so gut wie Stanišić, seine Leser mal so eben ins Leere laufen zu lassen, Pointen perfekt zu platzieren und dem Leser immer so ein klein wenig voraus zu sein.

Fallensteller stand bei mir nun schon eine ganze Weile fast vergessen im Schrank. Nachdem ich das gute Stück am Wochenende nun durchgelesen habe, stelle ich fest: auch hier findet sich wieder diese sprachliche Brillanz, seine Fähigkeit, Einfühlungsvermögen zu versprachlichen, die Lust am syntaktischen Spiel. Gleichzeitig fehlen diesen zwölf Erzählungen das ganz Besondere. Sie sind alle samt gut gemacht, mehrheitlich Abenteuererzählungen oder Reisegeschichten von einem männlichen Erzähler, allesamt handwerklich solide, gelegentlich etwas zu nah am Stil des Feuilletons, manchmal etwas zu verspielt – aber eben alle gut gemacht. Das Buch hat für mich nur etwas Beiläufiges, was beim Lesen fast unbemerkt die Zeit verrinnen lässt, ohne dass mich die Geschichten wirklich berührt hätten. Im Grunde spiegelt er mit dem sprachlichen Ausdruck die Persönlichkeit seiner Figuren: allesamt eher blasse, unscheinbare Charaktere.

 

Und dann gibt es natürlich – und das wiederrum ist wirklich klug gemacht – mit der titelgebenden Geschichte eine Rückkehr nach Fürstenfelde. Der Schriftsteller aus Vor dem Fest ist weg, ein geheimnisvoller Fremder, der nur in Reimen spricht da.

 

Fazit:

Der Autor erfindet das Genre Erzählung nicht neu. Die Sprache macht Spaß, aber inhaltlich kann es der in Bosnien geborene Autor besser.

 

 

 

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MitAussichts avatar

Rezension zu "Vor dem Fest" von Sasa Stanisic

Heute, gestern, irgendwann
MitAussichtvor 7 Monaten

"Vor dem Fest" ist die Spannung im uckermärkischen Fürstenfelde groß. Ein ganzes Dorf ist auf den Beinen und alles hängt miteinander zusammen. Stanisic erzählt von der langen Nacht vor dem jährlichen Annenfest. Im kollektiven Wir erzählt er von den Dorfbewohnern, vermischt dabei das Vergangene mit der Gegenwart und schafft so eine geradezu märchenhafte Stimmung.


Die Figuren treten aus dem kollektiven Wir heraus und formen sich zu Individuen. Frau Kranz, die nachtblinde Malerin, die nun endlich ihr Meisterwerk fertigstellen will, steht mit Schnaps im Moor. Der ehemalige NVA-Mann Herr Schramm will nur Zigaretten holen und sich vielleicht doch umbringen, aber dann kommt es anders. Anna läuft durch die Felder und trifft zwei Männer, die nur in Reimen sprechen. Der Fährmann ist am Ende der Nacht tot, aber wen interessiert das?

Wer die Uckermark kennt, weiß, dass das Setting des Autors nah dran ist an der Realität. Mehr Mückeneier, als man zählen kann? Ja, allerdings. Ein See, Moor, Felder auf denen der Nebel steht? Auch vorhanden. Die "Heimat", das fiktive Dorf Fürstenfelde, ist gut getroffen und zusammen mit den Figuren ergibt sich ein Bild in leuchtenden Farben. Natürlich liegt das an Stanisics Sprache, die hier gewaltig (gut) ist.

"Vor dem Fest" ist sicher kein leichter Roman, denn die Vielschichtigkeit lädt doch dazu ein, ihn mindestens ein zweites Mal zu lesen. Aber der Kraftakt des Lesens so lohnenswert, dass man das gern tut.

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Gespräche aus der Community

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Die Longlist des Deutschen Buchpreises 2014 steht seit Kurzem fest und hier könnt ihr auch schon bei LovelyBooks für euren persönlichen Favoriten abstimmen.

Jetzt haben wir noch eine besondere Aktion für euch vorbereitet: Ihr habt nun die Möglichkeit, den Autoren, die es mit ihren Büchern auf die Longlist geschafft haben, Fragen zu stellen und natürlich auch ihre Bücher zu gewinnen!

Die Autoren von Diogenes, dem Luchterhand Literaturverlag, dem Residenz-Verlag und dem Rowohlt Verlag haben bereits zugesagt, die Liste ist aber noch nicht final, sondern wird noch erweitert werden. Seid gespannt!

Hier die Termine für die Fragerunden, die bisher feststehen:

Montag, 8. September 2014:
Thomas Melle - "3000 Euro"
Hier geht es zur Fragerunde!

Matthias Nawrat - "Unternehmer"
Hier geht es zur Fragerunde!

Michael Ziegelwagner - "Der aufblasbare Kaiser"
Hier geht es zur Fragerunde!

Dienstag, 9. September 2014:

Christoph Poschenrieder - "Das Sandkorn"
Hier geht es zur Fragerunde!

Mittwoch: 10.September 2014:

Saša Stanišić - "Vor dem Fest"
Hier geht es zur Fragerunde!

Dienstag, 16. September 2014:

Ulrike Draesner - "Sieben Sprünge vom Rand der Welt"
Hier geht es zur Fragerunde!

Mittwoch, 17. September 2014
Martin Lechner - "Kleine Kassa"
Hier geht es zur Fragerunde!

Sobald die Fragerunden eröffnet sind, werden wir sie auch hier verlinken. Ihr könnt den Autoren am jeweiligen Tag im entsprechenden Thema (also nicht hier im Thema!) Fragen stellen, die sie euch dann natürlich auch beantworten! Bitte beachtet, dass die Fragerunden teilweise nicht bis Mitternacht geöffnet sein werden, sondern die letzten Fragen schon am Abend gestellt werden müssen! Wie auch bei unseren Fragefreitagen werden wir unter allen Fragestellern einige Exemplare der Bücher verlosen, mit denen die Autoren nominiert sind.

Unter den Teilnehmern an allen Fragerunden verlosen wir 3 tolle Buchpakete mit den folgenden Büchern aus der Longlist:


Ich wünsche euch schon einmal viel Spaß bei den Fragerunden! Seid ihr schon gespannt? :)


Nachtrag: Die Shortlist des Deutschen Buchpreises ist nun auch veröffentlicht! Hier könnt ihr sehen, welche Titel es geschafft haben!
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Letzter Beitrag von  Flohvor 3 Jahren
Oh Danke, da habe ich ja noch gar nicht mit gerechnet!
Zum Thema
TinaLiests avatar


Fragerunde mit Saša Stanišić, dem Autor von "Vor dem Fest"

Im Rahmen unserer Aktion rund um die Longlist des Deutschen Buchpreises 2014 habt ihr die Chance, den Autoren, die mir ihren Werken nominiert sind, Fragen zu stellen und ihre Bücher zu gewinnen. Hier könnt ihr für euren Longlist-Favoriten abstimmen!

Es ist mir eine große Freude, in dieser Fragerunde den Autor Saša Stanišić begrüßen zu dürfen! Im Mittelpunkt seines Roman "Vor dem Fest" steht das fiktive Dorf Fürstenfelde in der Uckermark und die Nacht vor dem großen Fest, in der so viel mehr passiert, als es scheint. Besondere, teilweise skurrile Charaktere, subtile Komik und die wunderbare und ausgezeichnete Sprache des Autors machen das Buch zu etwas ganz Besonderem.

Mehr zum Buch:

Es ist die Nacht vor dem Fest im uckermärkischen Fürstenfelde. Das Dorf schläft. Bis auf den Fährmann – der ist tot. Und Frau Kranz, die nachtblinde Malerin, die ihr Dorf zum ersten Mal bei Nacht zeigen will. Ein Glöckner und sein Lehrling wollen die Glocken läuten, das Problem ist bloß: die Glocken sind weg. Eine Füchsin sucht nach Eiern für ihre Jungen, und Herr Schramm, ein ehemaliger Oberst der NVA, findet mehr Gründe gegen das Leben als gegen das Rauchen.

Niemand will den Einbruch ins Haus der Heimat beobachtet haben. Das Dorfarchiv steht aber offen. Doch nicht das, was gestohlen wurde, sondern das, was entkommen ist, treibt die Schlaflosen um. Alte Geschichten, Sagen und Märchen ziehen mit den Menschen um die Häuser. Sie fügen sich zum Roman einer langen Nacht, zu einem Mosaik des Dorflebens, in dem Alteingesessene und Zugezogene, Verstorbene und Lebende, Handwerker, Rentner und edle Räuber in Fußballtrikots aufeinandertreffen. Sie alle möchten etwas zu Ende bringen, in der Nacht vor dem Fest.

Hier geht es zur Leseprobe!

Mehr zum Autor:

Saša Stanišić wurde 1978 in Visegrad in Bosnien-Herzegowina geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Sein Debütroman "Wie der Soldat das Grammofon repariert" begeisterte Leser und Kritik gleichermaßen; er wurde bisher in 30 Sprachen übersetzt. Stanišić erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Adelbert-von-Chamisso-Preis. Auszüge seines neuen Romans "Vor dem Fest" wurden bereits vor Erscheinen ausgezeichnet mit dem Alfred-Döblin-Preis sowie dem Hohenemser Literaturpreis. Zum Erscheinen im März 2014 erhielt »Vor dem Fest« den Preis der Leipziger Buchmesse.

Hier könnt ihr den Blog zum Buch lesen!

Wir verlosen gemeinsam mit dem Luchterhand Literaturverlag 5 Exemplare von "Vor dem Fest" unter all denjenigen, die bei der Fragerunde neugierig sind und mitmachen! Wer bei allen Fragerunden mit den Longlist-Autoren Fragen stellt, wandert zusätzlich in den Lostopf für eines von drei Buchpaketen, vollgepackt mit den nominierten Werken!

Saša Stanišić wird am Mittwoch, den 10. September 2014 am späten Nachmittag Fragen beantworten - die Fragerunde wird also nicht bis um Mitternacht geöffnet sein! Bitte habt Verständnis dafür, dass wir die Fragerunde dann dementsprechend auch schließen.

Viel Spaß euch bei der Fragerunde!
Zur Buchverlosung

Zusätzliche Informationen

Sasa Stanisic wurde am 07. März 1978 in Višegrad (Bosnien und Herzegowina) geboren.

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