Sascha Berst-Frediani

 3.7 Sterne bei 33 Bewertungen

Alle Bücher von Sascha Berst-Frediani

Reue

Reue

 (22)
Erschienen am 07.02.2018
Mord im Garten des Sokrates

Mord im Garten des Sokrates

 (11)
Erschienen am 15.02.2008

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Rezension zu "Reue" von Sascha Berst-Frediani

Ein spannender Roman mit einem makaberen Ende! Lesenswert!
verena_vossvor 5 Monaten

In diesem Buch geht es um eine junge, attraktive Frau namens Sabine Holzer, die mit ihren Reizen gut und gerne spielt, um die Männer aus der Reserve zu locken. Für sie ist das nichts Ernstes. Sabine möchte sich bestätig fühlen und den Männern zeigen, das sie die Fäden in der Hand hat. Beruflich, wie auch privat. Ihrem Mann gegenüber ist sie aber kühl und reserviert.

 

Als sie mit ihrem Ehemann in ein neues Haus zieht, trifft sie hin und wieder auf einen Untermieter, der nur so vor Jugend und Kraft strotzt. Sie läd ihn ab und zu auf eine Tasse Kaffee ein, wenn ihr Mann nicht zu Hause ist. Doch dieses eine Mal geht ihr Spiel zu weit. Sie begeht Ehebruch und verliebt sich in Thomas, den hübschen Motorradfahrer.

 

Sabine fühlt sich aber nicht als Flittchen oder Schlampe. Das sind andere in ihrem Dorf, meint sie standhaft. Sie wird laufend von den Bäuerinnen angestachelt und aufgezogen, ob sie denn nicht doch schon etwas am Laufen hat, mit diesem Untermieter. Sie ist der Meinung, das man sie regelrecht in diese Situation gezwängt hat. Sie erkennt ihre Sucht nach Anerkennung nicht.

 

Ihr Ehemann Holzer, Hauptfeldwebel, unterrichtet Gefreite in einer Kaserne. Er bekommt von all dem nichts mit. Er trinkt zu viel, hat sich dann nicht unter Kontrolle und schlägt ohne Vorwarnung zu. Dadurch und auch durch seine negative Einstellung Ausländern gegenüber, hat er einige Probleme mit Kollegen und seinem Vorgesetzten Schmidt. Das seine liebe und treue Frau fremd gehen könnte, kommt ihm nicht in den Sinn.  

 

Eine Kollegin von Sabine, Frau Müller, beobachtet sie in der Arbeit ganz genau. Den Umgang den sie während der Arbeitszeit mit anderen Männern pflegt, ist ihr da ganz besonders wichtig. Auch fällt ihr auf, das dieser Thomas hin und wieder vor der Sparkassen Filiale lauert und durch die Scheiben späht.

Sie, die verlassene Ehefrau, in den 50ern, mit ihrem Äußeren stets auf Kriegsfuß, hegt auf alles was jünger, hübscher und schlanker als sie ist, einen unermesslichen Groll. Deshalb lauert sie schon lange auf eine Chance, es Sabine heimzuzahlen, weil diese mit allem beim Chef durch kommt.

Frau Müller erkennt die Zeichen sofort zwischen Thomas und ihrer Kollegin. Sie schmiedet Pläne.

 

Als Thomas nach zu vielen Grübeleien auf dem Motorrad, ins Schleudern gerät und im Graben landet, findet ihn ein einsamer Bauer und versorgt ihn. Er hat Glück im Unglück. Das meiste hat seine Maschine abbekommen. Er bittet Sabine ihn abzuholen. Und da wird es ihr klar. Sie wird sich scheiden lassen um mit Thomas zusammen sein zu können. Denn diesmal ist es kein Spiel. Es ist Liebe.

 

Die Müller steigert sich indes so in ihren Hass hinein, das sie beschließt, Sabines Ehemann zu kontaktieren. Dadurch bringt sie einen unaufhaltsamen Stein ins rollen. Das Holzer jähzornig und eiskalt sein kann, weiß sie nicht. Sie möchte der lieben Kollegin eins auswischen, eine Lektion erteilen. Sie erzählt Holzer von der Affäre.

 

Holzer zögert nicht lange. Da seine erste Ehefrau ihn ebenfalls betrogen hat und die nächste Affäre im Raum steht, gehen bei ihm sämtliche Lichter aus. Er macht seiner Wut und seinem Hass untreuen Frauen gegenüber, endlich Luft. Er verschafft sich Alibis, nimmt das Auto seines "erkauften" Kumpels und fährt nach Hause zu dieser Schlampe, wie er sie nun nennt.

 

Dann geht alles sehr schnell. Holzer trifft auf Thomas. Seine Frau ist zu diesem Zeitpunkt nicht im Haus. Die Tragödie nimmt ihren Lauf.

 

Das Ende des Buches ist total unvorhersehbar, makaber und es verschlägt einem regelrecht die Sprache. Nicht allein wegen der Handlung von Holzer, sondern vordergründig vom Verhalten des Ehepaares.

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Der Autor nimmt uns mit auf eine rasante und spannende Lesezeit. Die Kapitel sind kurzgehalten und enden meist, wenn es am interessantesten ist. Das hat zur Folge, das man dadurch ein recht schnelles Lesetempo an den Tag legt.

Man verfolgt das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven, was aufgrund der wenigen Charaktere überschaubar und kein Problem darstellt.

 

Das Buch ist super zum Lesen, für "zwischendurch". Frediani benutzt eine klare, schnörkellose und raue Sprache, was mir unheimlich gut gefällt. Er schmückt die Sätze nicht mit unnötigem aus, sondern beschränkt sich kurz und knapp auf das Wesentliche. Das Buch ist nie langweilig und entspricht absolut nicht der Norm. Danke dafür!

 

Die Erzählweise wechselt von Vergangenem zum heutigen Geschehen. Dies kann man durch kursive Schrift gut auseinanderhalten.

 

Alles in allem ist es eine klare Lese- und Kaufempfehlung!!

 

Nicht mein letztes Buch von Sascha Berst- Frediani.

 

Danke fürs Lesen meiner Empfehlung.

 

Eure Verena

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Rezension zu "Reue" von Sascha Berst-Frediani

Von Reue nicht die Spur
Annejavor 6 Monaten

Dieses Buch kam durch die Leipziger Buchmesse in mein Regal und wollte nun endlich gelesen werden. Schon bei der Regalentnahme fiel mir das Einband ins Auge. Dieser ist eine Art Hardcover aber mit offenen Kanten und absolut ungeeignet für Bücher. Die Kanten des Buches sind eingedrückt und auch das Cover selbst löste sich leicht vom Untergrund. Ich habe mich nicht getraut, das Buch in meine Tasche zu stecken, da der Transport von der Buchmesse zu mir nach Hause, dem Buch schon stark geschadet hat.

Einmal im Buch konnte ich es nur schwer wieder weg legen, da die Geschichte einfach meine Neugier weckte. Man wollte einfach wissen wie die Handlungen der Protagonisten die Story weiter voran trieben, in der es darum ging eine betrügende Ehefrau zu entlarven, den Geliebten eins aus zu wischen und sich als Ehemann zu behaupten. 

Leider hatte dies alles nicht wirklich viel mit Reue zutun, denn Reue spürte wohl keiner der Charaktere und das obwohl ein Mord begangen wurde. Tatsächlich war das Buch ein einziges Psychogram, in dem dargestellt wurde wie wir auf Situationen reagieren und welche Schlussfolgerungen wir daraus ziehen. Immer wieder wurde ich zum Nachdenken angeregt, da es Textstellen gab, die man erst einmal verdauen musste. 

Auch wenn die Handlungen teilweise sehr heftig waren, konnte mich der Schreibstil des Buches überzeugen. Der Autor schaffte es Neugier zu wecken und dabei den Spannungsbogen gekonnt ein zu setzen. Man fieberte mit, ärgerte sich, ein paar Mal wurde ich sogar richtig sauer und saß sogar einmal verständnislos da. Das Stichwort ist "Emotionen", denn die liefert das Buch am laufenden Band und das wirklich gekonnt.

Dabei half auch die Einteilung der Kapitel, welche in regelmäßigen Wechseln die Geschichte voran trieben. Jedes Kapitel erzählte einen Teil, aber stets aus der Sicht von einem der Protagonisten. So wurde nie zu viel erzählt, aber genug um langsam zu verstehen, was im Buch vor sich geht. 

Besonders ärgerlich war für mich das Ende, da es mich förmlich schockte und mir nur eine Fragewort einfiel, "Warum". Warum wurde gelogen? Warum blieb sie bei ihm? Warum, warum, warum. Und die Antwort war jedes Mal "Keine Ahnung", denn ich hätte wohl nicht so reagiert, wie die Protagonisten es taten.

Die Charaktere waren bei diesem Buch ein heikles Thema und noch immer habe ich sie nicht ganz verdaut. Tatsächlich kreisen sie mir noch im Kopf herum, da ich ihre Handlungen einfach nicht gut heißen konnte. 

Fangen wir mit Thomas an, welcher wohl der harmloseste Charakter im Buch war und der nur den Fehler beging, sich in eine verheiratete Frau zu verlieben. Er wird stets als sehr hübsch bezeichnet, da es aber kaum Beschreibungen zu den Personen gab, war eine Vorstellung von ihm nicht möglich. Er war somit einfach immer der hübsche Thomas. 

Sabine, war eine Person, die ich nicht wirklich einsortieren konnte. Ihre Denkweisen, waren zu verquer, als das man einen wirklichen Durchblick bekommen hätte. Dies zeigt auch das Ende, wo ihre Entscheidung mehr als überraschend war. Auch sie gilt als hübsch, was aber nur dadurch bestätigt wurde, das ihre Kollegin bei der Arbeit neidisch auf sie war. 

Dieter, Sabines Ehemann, war mir dagegen durchweg unsympathisch. Seine schroffe Art und Weise, sein Hang zum Alkohol und sein Verschleiß an Prostituierten, würde ihn nicht unbedingt den Titel "Ehemann des Jahres" einbringen. Gerade deshalb verstand ich nicht wie er auf die Tat seiner Frau mit so viel Zorn reagieren konnte. 

"Die Müller" wie sie gerne beschrieben wird, ist die Arbeitskollegin von Sabine und durch und durch ein Biest. Ihre Geschichte wird neben der von Sabine, Thomas und Dieter erzählt und zeigt eine verbitterte Frau, die anderen ihr Glück nicht gönnt. Sie gibt die Schuld gerne anderen, besonders ihren Ex-Mann der ihr wohl alles genommen hat. Allerdings erfährt man schnell wie es wirklich ablief. 

Natürlich gibt es noch weitere kleine Rollen, wie einen Bauer, der seines Lebens nicht mehr froh wird, seit sein Sohn und seine Frau starben. Auch Thomas bester Kumpel wird hin und wieder erwähnt. 

Der Mix der Figuren war spannend und zu gleich sehr realistisch. Leider fehlten manchmal die Beschreibungen, weshalb man des Öfteren nur verschwommene Figuren vor sich sieht, die einfach kein Gesicht annehmen wollen. 

Schlicht, trifft es bei diesem Buch sehr gut, denn die vorrangige Farbe ist weiß. Danach folgt dann nur noch die schwarze Schrift für den Buchteil und den Namen des Autoren.

Hinter dem Buchtitel erkennt man schließlich noch einen Baseball-Schläger, welcher auch eine Rolle im Buch hat. 

Nicht immer muss ein Buch bunt und voller Muster sein, auch ein dezentes Buch kann sehr auffällig sein. 

In diesem Buch, setzt man sich nicht nur mit der Geschichte auseinander, sondern auch mit sich selbst, da man oft an den Punkt stößt, wo man sich selbst fragt, ob man so handeln würde. Leider passen Buchtitel und Geschichte nicht zusammen, da von Reue keine Spur zu lesen ist.

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Rezension zu "Reue" von Sascha Berst-Frediani

Neid, Missgunst, oder wenn böses über Münder offene Ohren treffen
Buecherspiegelvor 7 Monaten

Gerade beendet: „Reue“ von Sascha Berst-Frediani. Bei diesem Namen hatte ich wirklich bedenken, ich verschreibe mich ständig. „Reue“ ist der zweite Krimi von Berst-Frediani, der beim Gmeiner-Verlag erschienen ist. Er hat bereits mehrere Preise bekommen, also habe ich mir „Die Geschichte eines Mordes“ mal genauer angeschaut.
Im Prinzip ist von Anfang an klar wer ermordet wurde, wer der Täter ist und auch warum. Doch wie es tatsächlich dazu gekommen ist, wie die Personen ticken, das ist der wahre Inhalt dieses Romans. Reue, damit verbindet man, dass jemand sein/ihr handeln oder die Auswirkungen, die daraus folgern leid tun. Am ehesten spürt man das bei zwei Personen, einer eher nebensächlichen Figur, einem einsamen Bauern, der vor Jahren erst seinen Sohn, dann seine Frau verloren hat, und beim Freund des Opfers. Eigentlich wäre der bessere Titel „Neid, Missgunst und wie daraus ein Mord werden kann“.
Aber ich bin zu schnell. Die Geschichte spielt sich in einem Dorf im Schwarzwald ab, es könnte allerdings so in jedem anderen Dorf, Vorort oder kleinen Straße, wo sich viele kennen, passiert sein. Eine Wochenendehe, ein Haus, eine vermietete Einliegerwohnung, alle Beteiligten noch jung. Die Ehefrau, Sabine, will in einer Bank Karriere machen, der Ehemann, Dieter, bei der Bundeswehr. Der junge Mann aus der Einliegerwohnung, Thomas, voller Selbstzweifel. Der Autor lässt uns an den Gedankengängen der Drei teilhaben, aber auch an denen einer Kollegin von Sabine, einem Freund von Thomas und an denen des bereits oben erwähnten alten Bauern. Was geht in diesen Menschen vor? Vor was haben sie Angst? Was nehmen sie in Kauf, nur um im Beruf zu bestehen? Welche Vorurteile haben sie? Was bringen sie aus ihrer Jugend, ihren Erfahrungen, mit? Die Eifersüchteleien, Sticheleien, die der Autor beschreibt, haben bittere Folgen für alle, das Nicht-Miteinander-Reden, das Vermeintliche-Tatsachen-Hinnehmen, es endet tödlich. Zumindest für eine Person.
Dabei mutet es befremdlich an, dass ein Ehemann aufgrund eines anonymen Anrufes es sofort für bare Münze nimmt, dass seine Ehefrau fremd geht. Da ist kein Hinterfragen, er handelt. Das ist ein Punkt, das ich dem Autor so nicht abnehme. Dieter, der dem Alkohol schon sehr verfallen ist, der soll so exakt und überlegt die Tat begehen?
Die Kollegin von Sabine, von Selbstmitleid zerfressen, die anderen Menschen außerhalb ihrer strikten Regeln nichts gönnen kann, vor allem nicht Sabine, ist ein Paradebeispiel zum Thema Neid. Allerdings verliert die Figur am Ende den Anschluss an die Ursprungsgeschichte, der Faden geht verloren. Dabei ist sie von immenser Bedeutung!
Überhaupt Regeln, Sitte und Anstand, herrlich, wie der Autor diese seinen Protagonisten in den Mund legt, in ihren Gedankengängen. Was man zu tun und zu lassen hat, wie sie sich aber gerade in diesen verlieren und daran zerbrechen. Sich selbst schaden, ohne dass es ihnen bewusst wird.
Ein Roman, der durchaus lesenswert ist, mit einigen Schwächen und einem Ende, mit dem so keiner rechnet.

Über den Autor findet sich auf folgenden Seiten interessantes:

https://www.gmeiner-verlag.de/autoren/autor/830-sascha-berst-frediani.html

https://www.anwalt.de/sascha-berst-frediani

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