Sascha Heeren

 2.8 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Die Schwelle.

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Die Schwelle

Die Schwelle

 (5)
Erschienen am 17.02.2016

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Rezension zu "Die Schwelle" von Sascha Heeren

wenn fiktion und realität miteinander verschwimmen
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

Ein Arzneimittelunternehmen sucht momentan nach Studienteilnehmer. Angeblich hat das Unternehmen die Antworten auf ein unerfülltes Leben.

Einer der Mitarbeiter dieses Unternehmens ist Sam. Immer wieder hört er Stimmen, obwohl außer ihm niemand im Raum ist. Auch kann er sich sein angeschwollendes Gesicht nicht erklären. Da hat ihn doch jemand verprügelt, oder bildet er sich das nur ein?

Als er dann auch noch mysteriöse Videos auf seinem Computer entdeckt und ihm eine Kralle aus seinem Computer entegegensprint, fängt Sam an, an seinem eigenen Verstand zu zweifeln. Dreht er langsam durch oder liegt ihm seine Vergangenheit so schwer im Magen? Und langsam hegt Sam den Verdacht, dass sein Arbeitgeber ebenfalls seine Finger im Spiel hat.

Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Es ist flüssig und spannend geschrieben. Man taucht quasi in Sams Welt ein und fragt sich mit ihm, ob das Geschehene Fikiton oder Realität ist.

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Sleepintheuniverses avatar

Rezension zu "Die Schwelle" von Sascha Heeren

Die Schwelle
Sleepintheuniversevor 2 Jahren

Cover:

Das Cover zeigt wohl etwas wie einen Gang in einer Klinik. Alles ist aber leicht verschwommen und verschoben, sodass man nichts richtig erkennen kann. Das Türkis zieht die Blicke definitiv auf sich. Der Titel „Die Schwelle“ ist mit einer kratzigen, schwarzen Schrift geschrieben. Alles in einem ein gelungenes, interessantes Cover.

 

Inhalt:

Sam hört Stimmen, halluziniert und steht kurz vor dem Wahnsinn – kein Wunder also, dass er als Hauptverdächtiger angesehen wird, als in seiner Firma vier Kollegen auf brutale Weise getötet werden. Sams Wahnvorstellungen werden schlimmer und er wird das Gefühl nicht los, dass seine Firma NYPL – New York Pharmaceutical Laboratories – hinter all dem steckt. Bei seinen Nachforschungen stößt Sam auf das Projekt „Schwelle“, eine Pforte zu einer fremden Dimension. Hängen seine Wahnvorstellungen damit zusammen? Offenbar steckt hinter dem Projekt noch viel mehr, denn plötzlich steht Sam vor der Frage, was Wahnsinn und was Wirklichkeit ist.

 

Meine Meinung:

Mit dem Protagonisten Sam konnte ich nicht wirklich etwas anfangen, keine Beziehung zu ihm aufbauen. Ich konnte mich nicht in ihn hineinfühlen und sein Handeln war die meiste Zeit unverständlich für mich. Wie er mit Situationen umgeht, die mich um den Verstand bringen würden. Ihn lassen sie kalt. Er hat zwar Therapien gemacht, die ihn gelehrt haben einfach weiterzumachen als wäre nichts – „Routine“ – aber meiner Meinung nach ist das oft gar nicht möglich. Es ist unbegreiflich, dass er in diesen Situationen – wie von jemand Unsichtbaren geschlagen zu werden – ruhig bleibt.

Die Beziehung zu seiner Freundin Tess‘ ist eher einseitig. Sie liebt ihn, er weiß nicht so genau ob er sie auch liebt. Tess‘ ist anhänglich und sehr schnell beleidigt. Das habe ich als eher nervig empfunden und konnte sie auch nicht so recht leiden.

Mit seiner Arbeitskollegin Michelle hat er eine seltsame Affäre, die ich einfach nur sonderbar fand. Michelle war mir sehr unsympathisch, weil ihr Wortschatz nur aus Wörtern besteht, die von unter der Gürtellinie stammen.

Sams bester Freund Stew war mir am sympathischsten, weil er für Sam da ist und sich um ihn sorgt.

 

Zur Story kann ich sagen, dass mit die Grundidee sehr gut gefällt! Ein geheimnisvolles Projekt, seltsame Halluzinationen und andere Dimensionen. Das ist eigentlich genau das richtige für meinen Geschmack. Trotzdem fand ich das Buch sehr verwirrend.

Da im Klappentext steht, dass Sam „als Hauptverdächtigter angesehen wird, als in seiner Firma vier Kollegen auf brutale Weise getötet werden„, schloss ich daraus, dass es sich um eine Art Thriller mit Elementen von einem Kriminalroman handeln würde. Ich mag diese Art von Thriller sehr gerne und war enttäuscht, als sich herausstellte, dass dort keine Ermittlungen sind, an denen man wirklich teilhaben kann.

Ich fand auch seltsam, dass der im Klappentext angekündigte Mord tatsächlich erst nach ca. 100 Seiten ereignete.

 

Das komplette Buch ist aus der Sicht von Sam geschrieben, der wie schon erwähnt, unter Wahnvorstellungen und starken Halluzinationen leidet. Er wurde auch erst kürzlich aus der Psychiatrie entlassen und hört aber trotzdem noch Stimmen. Was ich dort als positiv anmerken muss ist, dass es einem schwerfällt zu unterscheiden was Realität ist und was nur Halluzinationen sind. Das liebe ich, da man dann am rätseln ist, „ist das jetzt echt passiert oder stellt der sich das nur vor?„. ;)

Nur ca. zwei Kapitel im Buch sind aus der Sicht der Mordopfer geschrieben und zeigen den Augenblick des Mordes und wie dieser passiert. Man fragt sich wer der Mörder sein kann. Ist es Sam? Wenn nicht wer ist es dann? ;)


Das Ende war für mich leider zu unglaubwürdig. Es hat mich nur verwirrt und ich verstehe immer noch nicht, was die Auflösung sein soll, und ob es überhaupt eine Auflösung gab.

 

Besonderheiten im Buch sind die vielen Fußnoten. Immer wieder sind bei den Gedanken von Sam oder anderen Textstellen kleine Ziffern über dem Wort. Wenn man ans Ende der Seite schaut findet man dann dort etwas, was die mysteriöse Stimme, die Sam ununterbrochen beschimpft, sagt, oder was vielleicht auch tief verborgen im Verstand von Sam zu finden ist. Oft sind es Ausdrücke oder auch einfach mal nur kleine Musiknoten.

 

Fazit:

Der Thriller hat leider nicht so gut meinen Geschmack getroffen. Die Idee des Buches gefällt mir gut, die Umsetzung war leider für mich sehr verwirrend. Außerdem war die Auflösung der Geschichte für mich unverständlich. Aus diesen Gründen und weil ich mit keinem der Charaktere wirklich etwas anfangen konnte, gibt es leider nur 2 Sterne.

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Lesestunde_mit_Maries avatar

Rezension zu "Die Schwelle" von Sascha Heeren

Eine echte Gradwanderung – ein Spiel mit Geduld und Nerven
Lesestunde_mit_Marievor 2 Jahren

Mit seinem Thriller „Die Schwelle“ lässt mich der Autor Sascha Heeren ein wenig ratlos zurück - und ehrlich gesagt, ich glaube, dieser Thriller spaltet. Vielleicht liegt es daran, dass ich das Buch nicht verstehe und ich daher so verwirrt zurückbleibe, aber ich kann mich des Gedankens nicht erwehren, dass hier ein großer Junge seine Fantasien auslebte und daraus ein Flickwerk aus Dystopie, Pharma-Thriller und Science Fiction wurde.

„Du bist ein toter Mann Gregg. Ein toter Mann.“

Die Geschichte, die uns vom Ich-Erzähler Samuel Gregg erzählt wird, spielt mit der Gradwanderung zwischen Realität, Fiktion und Halluzinationen. Sam arbeitet als technischer Redakteur im amerikanischen Pharma-Konzern PharmaLab und hatte bis vor einem Jahr schwere psychische Probleme. Seine Befugnisse im Konzern sind stark limitiert – er darf noch nicht einmal die Kantine betreten. Sam pflegt eine offene sexuelle Beziehung zu seiner Kollegin Tessa Louis, die die Beziehung inzwischen aber offenbar ernster nimmt. Außerdem pflegt er ein freundschaftliches Verhältnis zu seinem homosexuellen Kollegen Stew Turner. Eines Tages wird sein verhasster Kollege Bill Coon auf bestialischste niedergemetzelt ausgerechnet an Sams Schreibtisch vorgefunden. Die polizeilichen Ermittlungen beginnen und Sam gehört zu den Verdächtigen. Sam startet Nachforschungen, bei denen er weder den Mord aufklären, noch seine Unschuld beweisen möchte, sondern vielmehr hinter die mysteriösen Vorkommnisse ihn selber betreffend kommen möchte: Als da wären eine komische Stimme, die ihn ständig als Mörder bezeichnet und an den Selbstmord seiner Mutter erinnert sowie merkwürdige Ereignisse am Computer – wie eine herausschnellende Faust, Lichtblitze und verschwindende Dateien. Als wenn das nicht genug wäre, begibt er sich in eine Sado-Maso-Beziehung zu Kollegin Michelle, die in allen - für mich ekelhaften - Details beschrieben wird. Schließlich wird auch noch Sams direkter Vorgesetzter Frank ermordet.

„Ich denke an Dich. Hiebe und Küsse.“

Während dieser ganzen Ereignisse erinnert sich Sam nach und nach an Begebenheiten aus seiner Kindheit – an seinen Vater in der Pharma-Firma, an seine misshandelnde Mutter, an Goforth, den skrupellosen Chef. Interessant ist auch seine innige Beziehung zu Katze Dizzy, mit der er spricht wie mit einem Menschen.

Als dann plötzlich eine künstliche Intelligenz auftaucht, wird es für mich völlig obskur.

Obwohl die Charaktere grundsätzlich gut angelegt sind, fehlte mir die konsequente Verwobenheit, das Ineinandergreifen von psychischen Übergriffen aus Kindheit und Sado-Maso-Neigungen im Erwachsenenalter. Auch wenn ich mich zwischenzeitlich in Ängste und Befürchtungen des Protagonisten Sam einfühlen konnte, Sympathien für Tess und Stew aufbaute, Aggressionen gegenüber Goforth und Michelle empfand, konnte mich das Buch doch nicht durchgängig packen und hatte für mich zu viele Brüche und Unlogiken, die nicht alleine mit den Psycho-Verwirrspielen und dem Psycho-Pharmaka erklärbar sind.


Mir fiel nicht nur der Einstieg in die Story sehr schwer, sondern auch das Dranbleiben. Immer wieder musste ich das Buch weglegen. Oft fühlte ich mich nicht so recht wohl beim Lesen. Zuweilen konnte ich das mit der düsteren und beklemmenden Stimmung im Buch begründen, meistens aber kam mir die Geschichte etwas unausgegoren vor. Trotz der Kürze des Buches von gerade 268 Seiten hat mich das Lesen ganz schön viel Zeit gekostet.

Auch wenn ich zwischendurch dachte, jetzt bin ich in der Story, lässt mich vor allem das Ende konsterniert zurück, da es für mich nicht nachvollziehbar ist. Bei mir bleiben viele Fragen offen und ein fahler Beigeschmack zurück. Aber wie eingangs erwähnt, spaltet dieses Buch offensichtlich und jeder sollte sich sein eigenes Bild machen. Auf jeden Fall ist dies kein Buch für schwache Nerven und spielt buchstäblich mit den psychischen Grenzen der Menschen und Leser.


Fazit:
„Die Schwelle“ war für mich ein sehr verwirrendes Buch. Eine sehr düstere und beklemmende Psychostory, die eine Gradwanderung zwischen Realität, Fiktion und Wahnvorstellungen begeht. Für mich nicht schlüssig und konsequent. Hier hätte man mehr daraus machen können, denn es gibt gute Ansätze und interessante Charaktere. Doch jeder sollte sich sein eigenes Bild von diesem Buch machen.

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