Für mich eigentlich nur 2 Sterne wert, aber vielleicht gibt es ja eine Zielgruppe für dieses Buch, obwohl ich mir das nicht recht vorstellen kann. Für Kinder zu wenig Bilder. Für Erwachsene zu viel erhobener Zeigefinger...
Ich wollte ein Buch über Ökologie. Das ist es absolut NICHT. Es ist ein Buch darüber, wie Menschen die Natur wahrnehmen (oder eben Nicht-Wahrnehmen). Die Autoren sagen zwar, dass sie zeigen wollen, wie die verschiedenen Lebewesen die Welt wahrnehmen. Tatsächlich geben sie aber nur einen sehr menschlichen Blick wieder.
Ich kann meine Kritik schlecht formulieren, und werde stattdessen ein paar Leseproben geben:
S.13 (Einleitung zum ersten Kapitel "Stadttaube"): Mein Name ist Taube. Das ist nicht mein wahrer Name. Sondern der Name, den ihr mir gegeben habt. Meinen wahren Namen könntet ihr gar nicht aussprechen. Also bin ich für euch eben eine Taube. Das ist schon okay. Was für eine Taube?, könntet ihr fragen. Es gibt doch so viele. Ringeltauben, Hohltauben, Turteltauben, Rosentauben, Kragentauben, Fruchttauben, Türkentauben. Über 300 Taubenarten gibt es. Tauben in allen Farben und Mustern und Tönen. Tauben überall auf der Erde. Aber ich wette, wenn ihr "Taube" hört, denkt ihr an Tauben mit graublauem Gefieder, glattem Kopf und rotbraunen Augen. Ihr denkt an die Tauben, die auf euren Bürgersteigen nach Brotresten picken [...] und auf euren Autos weiße Flecken hinterlassen...
S. 175 (aus dem Kapitel über den Oktupus "Wer ist hier schlau?"): Wie wäre es also, wenn wir einmal Versuchen, die Intelligenz anderer Lebewesen nicht mit unserer zu vergleichen, sondern darin eine ganz eigene Art von Intelligenz zu sehen? Und wenn wir dann versuchen , von dieser anderen Intelligenz etwas zu lernen? Das fällt uns Menschen nicht leicht, weil wir die anderen Lebewesen gerade bezüglich ihrer Intelligenz besonders stark vermenschlichen. Es wäre aber ziemlich klug, das einmal zu versuche, denn im Laufe der Jahrmillionen hat die Evolution nicht nur mit den Formen und Größen der Lebewesen herumexperimentiert, sondern auch mit ihrer Intelligenz. ...
S.189 (über den Küstenmammutbaum "Luna" und die Umweltaktivistin Julia): ... Über zwei Jahre auf einem Baum? Nur mit dem Allernötigsten ausgestattet, was man zum Leben braucht, und Wind und Wetter mehr oder weniger schutzlos ausgesetzt? Das ist ziemlich hart. Und es waren auch zwei extrem harte Jahre für Julia. Hagelstürme mit Windgeschwindigkeiten von über 150 Stundenkilometern setzten ihr zu,. der Rauch abgeholzter und brennender Bäume in der Umgebung verstärkte ihr Asthma. [...] Man kann sich denken, dass Julia oft sehr einsam war - ganz allein hoch oben auf einem Baum...
S.216 (das Kapitel über das Hausschwein "mein allerbester Freund"): ... Das heißt nicht, dass du jetzt sofort losziehen und dir einen Habicht, einen Otter oder ein Schwein in die Wohnung holen sollst. Die Bezeichnung "Hausschwein" klingt irgendwie putzig, aber man sollte nicht vergessen, dass Hausschweine ziemlich große Tiere sein können. Und dass sie eine ihnen angemessene Umgebung brauchen. Jedes Lebewesen hat seine ganz eigenen Bedürfnisse, die man unbedingt respektieren muss, und es ist nicht richtig, Tiere irgendwo einzupferchen, nur damit sie in unserer Nähe sind. Auch darüber sollte man nachdenken: Freundschaft bedeutet immer auch Verantwortung.
Es geht immer um Menschen, nicht um die Natur! Das hat mich von Anfang an gestört, und es ist nicht besser geworden. Es ist ein Buch über Menschen, nicht über Natur.
Allein wegen der wunderschönen Aufmachung bekommt es noch 3 Sterne, aber für mich war es eindeutig ein Fehlkauf.





















