Sascha Mattke

Lebenslauf

Jodie Archer hat für Penguin UK gearbeitet, bevor sie ihren Doktor in Englisch an der Stanford University machte. Danach arbeitete sie bei Apple als Forschungsleiterin für Literatur. Inzwischen ist sie freiberufliche Autorin. Matthew L. Jockers ist der Susan J. Rosowski Associate Professor für Englisch an der University of Nebraska-Lincoln. Dort leitet er das Nebraska Literary Lab. Über seine Forschungen zum Text Mining wurde unter anderem in der „New York Times“, der „LA Review of Books“ und der „Sunday Times“ berichtet.

Quelle: Verlag / vlb

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Cover des Buches Kings of Crypto (ISBN: 9783864708190)
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Rezension zu "Kings of Crypto" von Jeff John Roberts

Die Wall Street steht noch
Dr_Mvor 2 Jahren

Dass Krypto-Währungen jemals die Wall Street erschütterten, ist ein Gerücht, dass lediglich aufmerksamkeitssüchtige Journalisten, zu denen offenbar auch Mr Roberts gehört, erfunden haben. Ob der Bitcoin nun Geld ist oder nicht, ist wohl Ansichtssache. Feststellen kann man lediglich, dass der innere Wert eines Bitcoins gleich Null ist. Damit gleicht er jedem Papiergeld, auch wenn er nicht beliebig vermehrt werden kann.

Der Bitcoin besitzt jedoch einen gewissen Kultstatus, und hinter dieser Krypto-Währung stehen auch Fans, deren Verhalten sektenhafte Züge trägt. Früher einmal konnten nur Nerds mit diesem "Geld" etwas anfangen. Inzwischen ist es erheblich handelbarer geworden. Es existieren Futures und andere finanztechnische Instrumente, die auch einen indirekten Handel mit Bitcoins ermöglichen. Man kann den Bitcoin inzwischen auch shorten, also auf fallende Kurse im Verhältnis zum Dollar setzen.

Einen großen Anteil daran hat auch die Bitcoin-Börse Coinbase, um deren Geschichte es in diesem Buch geht. Die hinter dem einstmaligen Start-up stehende Idee war einfach: Ganz normale Menschen sollten die Möglichkeit bekommen, Bitcoin ohne große Probleme kaufen und verkaufen zu können. Sie sollten sich keine Sorgen mehr machen müssen, wo sie die Schlüssel zu ihren Coins speichern und wie das ganze technische Drumherum funktioniert.

Allerdings steht diese Idee in keinem guten Verhältnis zum ursprünglichen Gedankengut des Bitcoin-Schöpfers. Vielmehr ist sie in den Augen der Fans von Nakamoto ein fürchterliches Sakrileg. Entsprechend rüde wurde Coinbase von ihnen angegangen. Die Geschichte von Coinbase ist selbstverständlich eng mit der Entwicklung des Bitcoins und späterer Kryptowährungen verbunden. Von den meisten Nachgeburten ist allerdings nicht viel übrig geblieben. Mit der Erfindung einer Krypto-Währung kann man viel Kohle machen und andere ausnehmen, was untrennbar mit den religiösen Verwirrungen und der Gier gewisser Menschen zusammenhängt. Einen kleinen Eindruck davon bekommt man beim Lesen dieses Buches, auch wenn dies nur Randnotizen in ihm sind.

Neben den Bitcoin-Fanatikern bekamen es die Gründer von Coinbase auch mit den verschiedenen US-Behörden zu tun, die sich anfangs nicht einigen konnten, was der Bitcoin eigentlich ist. Eine Währung? Ein Besitz? Beim Besitz schlug die US-Steuerbehörde zu. Denn wenn es ein Besitz ist, den man mit Gewinn verkauft, werden Steuern fällig. Dazu muss man aber als Behörde die Personen finden, die gehandelt haben. Das wiederum ist der Super-GAU für den Bitcoin, der ja gerade geschaffen wurde, um den Staat beim Geld außen vor zu lassen.

Im Buch wird diese Katastrophe gut beschrieben. Coinbase hat sie ebenso überstanden wie andere Zwischenfälle, bei denen man immer zuerst an Hacker denken muss. Auch Coinbase wurde gehackt, allerdings weniger dramatisch als das bei anderen Börsen der Fall war.

Das Buch liest sich für die Fans des Bitcoin sicher ganz interessant. Ich empfand die Darstellung gelegentlich als ermüdend, insbesondere wenn es um die Machtkämpfe innerhalb des Unternehmens geht. Allerdings gehöre ich eher zu den Bitcoin-Skeptikern, denn diese Krypto-Währung erfüllt keines der Kriterien, die sie angeblich so toll macht. Beispielsweise gelingt es Staatsanwaltschaften inzwischen ziemlich gut, den Weg eines Bitcoins genau zu verfolgen. Und ähnlich wie bei einer Papierwährung beruht der Wert eines Bitcoins auch auf Vertrauen. Das kann leicht verfliegen.

Für Trader ist der Bitcoin hingegen eine ziemlich gutes Objekt, weil er volatil ist wie keine andere Währung. Darüber lernt man aus diesem Buch jedoch nichts. Es behandelt vielmehr die gelegentlich langatmig erzählte Geschichte von Coinbase und bietet dabei auch gewisse Einblicke in die Geschichte des Bitcoin und die verschiedenen Gruppen, die sich mit dieser Krypto-Währung beschäftigen. Wer genügend Marktmacht oder genügend Fans besitzt, kann mit dem Bitcoin schnell riesige Gewinne erzwingen. Jüngste Schwankungen bezeugen das. Darüber schweigt das Buch jedoch.

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