Sasha Filipenko

 4,1 Sterne bei 240 Bewertungen
Autor von Rote Kreuze, Der ehemalige Sohn und weiteren Büchern.
Autorenbild von Sasha Filipenko (©Lukas Lienhard / © Diogenes Verlag)

Lebenslauf von Sasha Filipenko

Sasha Filipenko, 1984 in Minsk geboren, ist ein weißrussischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Comedian. "Rote Kreuze" ist der erste seiner Romane, der aus dem Russischen übersetzt wurde und auf Deutsch erscheint. Er lebt heute mit seiner Familie in St. Petersburg.

Neue Bücher

Cover des Buches Der ehemalige Sohn (ISBN: 9783257071566)

Der ehemalige Sohn

 (62)
Neu erschienen am 24.03.2021 als Hardcover bei Diogenes.
Cover des Buches Der ehemalige Sohn (ISBN: B08NP6RBKT)

Der ehemalige Sohn

 (8)
Neu erschienen am 24.03.2021 als E-Book bei Diogenes Verlag AG.

Alle Bücher von Sasha Filipenko

Cover des Buches Rote Kreuze (ISBN: 9783257071245)

Rote Kreuze

 (166)
Erschienen am 26.02.2020
Cover des Buches Der ehemalige Sohn (ISBN: 9783257071566)

Der ehemalige Sohn

 (62)
Erschienen am 24.03.2021
Cover des Buches Der ehemalige Sohn (ISBN: B08NP6RBKT)

Der ehemalige Sohn

 (8)
Erschienen am 24.03.2021
Cover des Buches Rote Kreuze (ISBN: 9783257246131)

Rote Kreuze

 (0)
Erscheint am 24.11.2021
Cover des Buches Rote Kreuze (ISBN: 9783257804164)

Rote Kreuze

 (3)
Erschienen am 26.02.2020
Cover des Buches Rote Kreuze (ISBN: B088F15DQX)

Rote Kreuze

 (1)
Erschienen am 11.05.2020

Neue Rezensionen zu Sasha Filipenko

Cover des Buches Der ehemalige Sohn (ISBN: 9783257071566)I

Rezension zu "Der ehemalige Sohn" von Sasha Filipenko

Das Schicksal von Belarus
itzmesaravor 26 Minuten

Der Schriftsteller Sasha Filipenko kritisiert die Politik und die Gesellschaft seines Heimatlandes.
Der Kern der Kritik liegt in der Stagnation des Landes. Jegliche Verbesserungen oder zumindest Veränderungen bleiben aus. Das Land scheint wie eingefroren.

Franzisk Lukitsch, genannt Zisk, hat denselben Eindruck, nachdem er aus einem Koma erwacht. Während einer Massenpanik in einer U-Bahnstation wird Zisk schwer verletzt. Er fällt für 10 Jahre in ein Koma und die Hoffnung auf sein Erwachen schwindet. Seine Oma steht Tag und Nacht seiner Seite und gibt alles, damit ihr geliebter Neffe wieder leben kann. Erst 10 Jahre später trifft dieser Fall ein. Doch Zisk fühlt sich einsam und allein in einer ihm immer noch vertrauten Umgebung. Belarus scheint in der vergangenen Zeit nicht vorangekommen zu sein.

Filipenko ist in der Lage die Gefühle als auch Gedanken bildhaft und lebendig zu beschreiben. Man wird Teil der Ereignisse und fiebert auf eine gute Entwicklung hin. Kritik wird oft subtil anhand von scheinbar belanglosen Alltagsgesprächen transportiert, manchmal tritt sie aber auch expliziz hervor. Alle Beteiligten, auch diejenigen, die sich letztendlich für eine Änderung in dem eigenen Heimatland einsetzen, werden kritisiert. Oft geschieht dies mit Hilfe der Ironie, die gekonnt an den passenden Stellen zur Anwendung kommt. 

Dieses Buch leistet seinen Beitrag zur Aufklärung über das doch so leicht in Vergessenheit geratende Belarus und seine Menschen. Die Geschichte lässt einen selbstständig über die  Umstände in der eigenen Heimat nachdenken und sie wertschätzen. Zusammen mit dem Autor hoffe ich auch, dass sein Buch bald nicht mehr die aktuelle Lage von Belarus widerspiegelt. Ich empfehle dieses Buch allen, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen möchten.

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Cover des Buches Der ehemalige Sohn (ISBN: 9783257071566)B

Rezension zu "Der ehemalige Sohn" von Sasha Filipenko

Ein ganzes Land liegt im Koma
bookflower173vor einem Tag

Der Teenager Zisk lebt in Belarus bei seiner Großmutter Elvira Alexandrowna, die ihn liebevoll bei allem unterstützt. Bei einer Massenpanik wird er schwer verletzt und fällt für zehn Jahre ins Koma. Als er aufwacht, wird ihm bewusst, dass sich in Belarus nichts verändert hat. Während die anderen das Leben in Belarus nicht in Frage stellen, findet sich Zisk in diesem Land nicht mehr zurecht. Das ganze Land scheint im Koma zu liegen, aber Zisk will kein weiteres Mal im Koma liegen.

Meinung:

Ich wusste vor diesem Roman nicht viel über das Land Belarus. Doch ich war überrascht, wie Filipenko auf wenigen Seiten ein intensives Bild von Land und Leuten schafft. Beim Lesen war ich mehrmals schockiert und hatte oft Gänsehaut. 

Einige Figuren haben mich zur Weißglut gebracht, andere wiederum habe ich sofort liebgewonnen. Vor allem Zisks Großmutter Elvira Alexandrowna ist eine kluge und herzliche Person, die als Einzige daran geglaubt hat, dass Zisk aus dem Koma erwacht. Stassik ist der einzige Freund, der ihn regelmäßig im Krankenhaus besucht und Zisk auch nach dem Koma hilft, sich im Leben wieder zurechtzufinden. Durch diese beiden Nebenfiguren erfahren wir anhand vieler Monologe interessante Informationen über das Leben und die politische Lage in Belarus. Der Roman besteht größtenteils aus Monologen, was mir sehr gut gefallen hat, da sie sehr vielfältig und authentisch sind. Diese Erzählweise passt sehr gut zu diesem Roman.

Beim Lesen war ich oft schockiert, gerade weil das Beschriebene tatsächlich so oder so ähnlich in Belarus passiert ist. Zisks Innenleben wurde ebenfalls sehr eindrücklich beschrieben und ich konnte seine Gefühle sehr gut nachvollziehen. 

Der Anhang am Ende, den die Übersetzerin als Hilfe hinzugefügt hat, ist sehr hilfreich. Dort erfährt man einiges über die Geschichte von Belarus und die im Roman beschriebenen Ereignisse. Dies hat das Lesen des Romans erleichtert.

Neben den Figuren und der besonderen Erzählweise fand ich die Darstellung der Hoffnung von Zisk und dem belarussichen Volk und wie diese Hoffnung dann stirbt, sehr beeindruckend. Das offene Ende regt zum Nachdenken an und passt zu der offenen Zukunft des Landes.


Fazit:

Das Buch konnte mich mit der lebendigen Erzählweise sehr beeindrucken. Auf wenigen Seiten lernt man Belarus kennen und ist schockiert, dass das Beschriebene tatsächlich die Realität dieses Landes ist.

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Cover des Buches Der ehemalige Sohn (ISBN: B08NP6RBKT)ulrikerabes avatar

Rezension zu "Der ehemalige Sohn" von Sasha Filipenko

Koma als Metapher
ulrikerabevor 2 Tagen

1999 in Belarus: Franzisk, genannt Zisk ist sechzehn Jahre alt und Schüler an einem Musikkonservatorium in Minsk. Er lebt bei seiner Großmutter, die ihn immer wieder zum Cello üben antreibt, damit er nicht von der Schule fliegt. Doch Zisk verbringt seine Zeit lieber mit Freunden, beim Fußball, neuerdings auch mit der hübschen Nastja. Am Abend eines Rockkonzerts gerät Zisk während eines Unwetters in eine Massenpanik. Er überlebt, fällt aber ins Koma, aus dem er zehn Jahre lang nicht aufwachen soll.

„Der Ehemalige Sohn“ ist das erste Buch, des belarussischen Schriftstellers Sasha Filipenko. Der Autor, der in russischer Sprache schreibt, hat das Buch schon 2014 in seiner Heimat veröffentlicht. (In deutscher Sprache folgt es allerdings seinem späteren Werk „Rote Kreuze“.) In Russland erhielt Filipenko für sein Debüt einen Literaturpreis für Werke in von Nichtrussen in russischer Sprache. In Belarus jedoch ist das Buch nur unter der Hand zu bekommen, der belarussischen Nationalbibliothek wurde dringend empfohlen, das Buch nicht in den Katalog aufzunehmen.

„Man nicht über Belarus schreiben, ohne politisch zu werden.“, sagt Filipenko in einem Interview.

1999 ist Belarus seit acht Jahren ein unabhängiger Staat. Doch die Menschen in Belarus leben zumeist in prekären Verhältnissen, der Staat ist korrupt, der Machthaber bis heute ein autoritärer Diktator. Zisk beginnt zu dieser Zeit ein politisches Bewusstsein zu entwickeln. Die belarussische Sprache und Identität ist ein wesentliches Motiv in diesem Buch. Zisk und seine Freunde diskutieren diese gerne in der Pause am Schulklo, auch auf belarussisch:

„Weil ich die Sprache halt einfach irre schön finde! Weil ich damit anders bin als die anderen. Weil ich nicht die Sprache derer sprechen will, die uns als Aufseher geschickt worden sind.“

Doch dann kommt das schreckliche Ereignis. Die Massenpanik vom Frühjahr 1999 -ein tatsächliches Ereignis - nach der Zisk ins Koma fällt. Keiner glaubt an sein Wiedererwachen, nicht die Mutter, nicht seine Ärzte. Nur Elvira, die Großmutter, verharrt Tag für Tag am Krankenbett des Enkels. Es sind ihre Monologe, die dem Patienten, aber dadurch auch der Leserin die Chronik des Landes vermittelt.

Meiner Meinung gibt das Vorwort (so man es vor der Lektüre liest, und darüber könnte man auch schon trefflich streiten.) die Interpretation vor Das Buch ist eine politische Metapher, das Koma des jungen Mannes eine Allegorie und die Monologe, die Berichterstattung der aktuellen Ereignisse eine literarische Spielart der Leserin das Land und die Geschichte Belarus zu erklären. Die Interpretation verlagert sich auf eine politische Metaebene, wenn man dem Vorwort folgen will, und das Buch schlicht politisch analysiert.

Das macht vieles wett, was ich an dem Buch nicht mochte: die abgehackte Sprache, das Jugendsprache, die Monologe, und auch die fragwürdige Art der Ärzte im Umgang mit einem Komapatienten.

„Ich habe nicht das Gefühl, dass irgendjemand mich hier braucht. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich jemanden brauche. Ich bin überall nur der Ehemalige. Ehemaliger Nachbar, ehemaliger Bekannter, ehemaliger Sohn …“

Was bleibt ist ein guter Eindruck von dem Unvermögen eines Landes sich aus einem totalitären Regime zu befreien. Es ist nahezu ein hellsichtiges Buch, wenn man die Entwicklungen des letzten Jahres in Belarus betrachtet. Das Land scheint tatsächlich aus dem Koma erwacht zu sein, leidet aber immer noch an den Begleiterscheinungen und gehörte dringend in Rehabilitation.

 

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Gespräche aus der Community

Normalerweise haben Menschen Angst vor Veränderungen. Aber als Zisk nach zehn Jahren aus dem Koma erwacht, hat sich zwar seine private Situation völlig verändert, die Situation im Land jedoch ist dieselbe. Zisk ist Belarusse und in seinem Land übt ein Diktator seine zerstörerische Macht aus. Sasha Filipenko ist mit "Der ehemalige Sohn" ein mutiger und fast prophetischer Roman gelungen, in dem er über Repression und Absolutismus im heutigen Belarus erzählt. 
"Der ehemalige Sohn" ist unser nächster Roman im Literatursalon!

"Zum Glück für den Autor, aber zum Leidwesen der Belarussen sind ganze Seiten aus meinem Roman Wirklichkeit geworden, und es kommen immer noch mehr dazu." Sasha Filipenko

Möchtet ihr wissen, wie Zisks Leben nach dem Erwachen weitergeht? Möchtet ihr mehr über das Leben in diesem totalitären Staat erfahren?

Dann bewerbt euch für eins von 50 Exemplaren von "Der ehemalige Sohn", die wir zusammen mit Diogenes für unsere Leserunde im Literatursalon verlosen.

Bewerbt* euch bis zum 28.03.2021, indem ihr auf folgende Frage antwortet:

Zisk erwacht nach zehn Jahren aus dem Koma und muss feststellen, dass sich in seinem Land nichts verändert hat. Was muss sich aus eurer Sicht in zehn Jahren in Deutschland (zum Besseren) geändert haben?

Ich bin schon jetzt sehr neugierig auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

Wenn ihr über alle Aktionen von Diogenes informiert werden möchtet, dann folgt dem Verlag auf LovelyBooks.

*Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

1799 BeiträgeVerlosung beendet
I
Letzter Beitrag von  itzmesaravor 23 Minuten

Meine Rezension: https://www.lovelybooks.de/autor/Sasha-Filipenko/Der-ehemalige-Sohn-2750154518-w/rezension/2942177299/

Ich bedanke mich dafür, dass ich dieses Buch mit seiner spannenden und aufklärenden Geschichte lesen durfte. So habe ich auch zum ersten Mal ein Buch eines belorussischen Schriftstellers gelesen und in meinem Bücherregal stehen.

Mit "Rote Kreuze" vom weißrussischen Schriftsteller Sasha Filipenko eröffnen wir unseren Literatursalon 2020!
Darin berichtet die 90-jährige Tatjana Alexejewna dem jungen Alexander von ihrem Schicksal, woraufhin die beiden eine unerwartete Freundschaft und einen Pakt gegen das Vergessen schließen. Ein großer Roman, der brillant die russische Geschichte beginnend vom Stalin-Terror bis in die Gegenwart erzählt.

"Wie ein Schiffbrüchiger Seefahrer beschließe ich, die unbekannte Insel, auf der ich gestrandet bin, zu erkunden. Minsk."

Möchtet ihr mehr über Alexander und Tatjana erfahren und auch darüber, was sie beide verbindet?

Dann bewerbt euch für eins von 50 Exemplaren von "Rote Kreuze", die wir zusammen mit Diogenes für unsere Leserunde im Literatursalon verlosen.

Bewerbt* euch bis zum 09.02.2020, indem ihr auf folgende Frage antwortet:

Alexander ist jung und Tatjana schon eine sehr alte Dame. Trotzdem werden die beiden Freunde. Glaubt ihr, dass so etwas auch im wirklichen Leben und nicht nur in Romanen vorkommen kann? Was ist das Besondere in so einer Freundschaft?

Ich freue mich auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

*Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

1547 BeiträgeVerlosung beendet
Aischas avatar
Letzter Beitrag von  Aischavor einem Jahr

Hier gibt es endlich auch meine Rezension: https://www.lovelybooks.de/autor/Sasha-Filipenko/Rote-Kreuze-2374020787-w/rezension/2579762013/

Ich habe sie außerdem auf Amazon veröffentlicht, auf Thalia, Hugendubel, buecher.de und als Beitrag zur Lovelybooks-Themenchallenge 2020.

Ganz herzlichen Dank für diesen Roman, der bislang zu meinen Highlights in diesem Jahr zählt. Und nochmals Entschuldigung, dass ich so spät dran bin.

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von 123 Lesern aktuell gelesen

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